Die Frühzeit des japanischen Buddhismus

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Die Frühzeit des japanischen Buddhismus

Im sechsten und siebten Jahrhundert entwickelte sich Japan allmählich von einer losen Konföderation konkurrierender Klans (jap. uji) zu einem Staatswesen, das zunehmend am Vorbild Chinas orientiert war. China wirkte in dieser Zeit vor allem deshalb so stark, weil es nach Jahrhunderten der politischen Dezentralisierung zunächst der Sui- (581) und dann der Tang-Dynastie (618) gelungen war, das Reich der Mitte wieder unter einer Herrschaft zu einen. Die Tang machten den Buddhismus zu einer Art Staatsreligion und werteten ihn damit auch in den Augen der umliegenden ostasiatischen Reiche deutlich auf. Doch schon davor, im sechsten Jahrhundert zeigten sich einzelne Monarchen an der neuartigen indischen Religion interessiert.

Übernahme des Buddhismus und Widerstände

Aus japanischer Sicht kam ein entscheidender Impuls, sich näher mit dem Buddhismus zu befassen, aus dem mit Japan verbündeten koreanischen Reich Baekje, wo es unter dem tatkräftigen König Seong (r. 523–554) erstmals zu einer nachweislichen Förderung des Buddhismus gekommen war.1 Wie das Nihon shoki berichtet, erhielt der japanische Herrscher Kinmei Tennō (r. 540?–571) im Jahr 552 eine Buddha-Statue, einige Sutren und ein „Empfehlungsschreiben“ von König Seong mit der Aufforderung, den Buddhismus staatlich zu fördern.

Eine Fraktion mächtiger Höflinge, angeführt vom „konservativen“ Klan der Mononobe, sprach sich allerdings bald gegen die Errichtung buddhistischer Tempel aus, da sie fürchtete die einheimischen Götter zu erzürnen. Kinmei Tennō fügte sich diesem Argument und beendete die ersten Ansätze staatlicher Buddhismusförderung. Einige Adelsfamilien mit genealogischen Verbindungen zum Kontinent, vor allem die Soga, förderten den Buddhismus jedoch auf eigenen Faust weiter. Die Soga errichteten u.a. einen privaten buddhistischen Tempel und ließen drei junge Frauen (ein Hinweis auf die religiöse Bedeutung von Frauen!) zu Nonnen weihen. Als bald darauf, im Jahr 585, eine Epidemie das Land heimsuchte, machten die Mononobe erneut den ausländischen Buddha-Kult der Soga dafür verantwortlich. Die buddhistischen Statuen und der Tempel der Soga wurden gewaltsam zerstört und die Nonnen verbannt, doch die Seuche breitete sich weiter aus, bis ihr schließlich auch der damalige Herrscher, Bidatsu Tennō (r. 572–85), erlag. Die Soga fühlten sich dadurch in ihrer pro-buddhistischen Haltung bestärkt und gewannen neuerlich die Oberhand. 587 kam es schließlich zu einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den Soga und den Mononobe, die die Soga (nach kräftigen Fürbitten und Opfergaben an den Buddha) für sich entschieden. Daraufhin wurde ihnen gestattet, ihren buddhistischen Kult offiziell wieder aufzunehmen.2

Erste Tempel

Asuka daibutsu.jpg
Mit 2,75m Sitzhöhe erreichte die Statue des Shaka Nyorai (skt. Shakyamuni) für die damalige Zeit kollossale Ausmaße. Der Bildhauer Tori Busshi stammte aus einer koreanischen Einwandererfamilie. Der Stil des daibutsu ist kontinental geprägt. Werk von Tori Busshi. 609
Kyōto shiseki sansakue.
1 Japans ältester Buddha

Mit dem bestimmenden Einfluss des Soga Klans beginnt in Japan die Asuka-Zeit (587–645 oder 587–710), benannt nach dem Stammland der Soga im südlichen Nara-Becken. Hier ließ Soga no Umako (551?–626), der führende Staatsmann seiner Zeit, gegen Ende des sechsten Jahrhunderts erstmals eine weitläufige Tempelanlage, den sogenannten Asuka Tempel (Asuka-dera) errichten. Künstler und Baumeister aus Baekje waren in die Bauarbeiten einbezogen. Auch die älteste datierbare Buddha-Statue Japans, der daibutsu des Asuka Tempels, trägt deutliche Züge der damaligen koreanischen Bildhauerkunst. Der Asuka Buddha stammt wahrscheinlich von Tori Busshi, der sowohl auf einigen frühen Skulpturen als auch im Nihon shoki erwähnt ist. Toris Vater war bereits Bildhauer gewesen und stammte aus einer koreanischen Einwandererfamilie, die zunächst als Sattelmacher (kuratsukuri) tätig waren.

Archäologische Ausgrabungen auf dem Gebiet des Asuka Tempels förderten nicht nur buddhistische Wertgegenstände zutage, sondern auch Grabbeigaben, wie sie ansonsten in den damals noch üblichen Hügelgräbern (kofun) zu finden sind. Dies legt den Schluss nahe, dass buddhistische Tempel unmittelbar für das Ende der Hügelgräber verantwortlich sind und bei Buddhismus-freundlichen Familien als Ersatz dieser archaischen Grabstätten fungierten.

Shōtoku Taishi: Realität oder Fiktion?

Den endgültigen Durchbruch erzielte der japanische Buddhismus — jedenfalls nach Darstellung des Nihon shoki — Ende des sechsten Jahrhunderts unter der Regentschaft von Shōtoku Taishi (574–622), einem Sohn des Yōmei Tennō. Shōtoku wurde zwar selbst nicht Tennō, fungierte aber von 593–622 als Regent seiner Tante, Kaiserin Suiko (r. 593–628), und genoss daher höchste politische Autorität. Seine Vorliebe für den Buddhismus offenbarte sich unter anderem in der Tatsache, dass er der neuen Religion seine Residenz in Ikaruga vermachte — es entstand daraus der Tempel Hōryū-ji unweit von Nara, dessen älteste Gebäude aus dem siebten Jahrhundert stammen. Hier erinnert unter anderem die Statue des Guze Kannon, der angeblich die Züge Shōtokus tragen soll, an die frommen Werke des Prinzen.

Shōtoku Taishi war nicht nur mächtig, er soll auch äußerst gebildet und theologisch versiert gewesen sein. Unter dem Eindruck chinesischer Vorbilder erließ er eine Art moralischen Kodex, die sogenannte 17 Punkte Verfassung. Diese gilt als das erste japanische Gesetzeswerk, ist jedoch nur indirekt, aus dem Nihon shoki, überliefert. Der relativ kurze Text orientiert sich vor allem an den Prinzipien und Tugenden des Konfuzianismus und erteilt den Untertanen auf dieser Grundlage einige essenzielle Verhaltensregeln. Punkt 2 enthält jedoch die explizite Forderung, den Buddhismus zu ehren. Dies legt den Schluss nahe, dass der Buddhismus unter Shōtoku von einer vor allem unter koreanischen Familien gepflegten Privatreligion zu einer vom Hof vollkommen akzeptierten und subventionierten Religion aufstieg und somit erstmals zu einem Instrument des Staates wurde, wie es König Seong empfohlen hatte.

Die Historizität all dieser pro-buddhistischen Reformen wird in jüngerer Zeit allerdings des öfteren in Frage gestellt. Der wahre Shōtoku Taishi steht im Schatten einer Art Heiligenbiographie, die bereits im Nihon shoki anklingt und später noch weiter ausgebaut wurde. In reinen Zahlen nimmt sich das Ausmaß buddhistischer Aktivitäten am Ende von Prinz Shōtokus Lebens verhältnismäßig bescheiden aus, wenn man einem Zensus Glauben schenkt, der ebenfalls im Nihon shoki überliefert wird. Demnach gab es im Jahr 624, also zwei Jahre nach Prinz Shōtokus Tod, im damaligen Japan 46 Tempel, in denen 816 Mönche und 569 Nonnen tätig waren.

Wenn aber Shōtoku Taishis Rolle als Förderer des Buddhismus gar nicht bedeutend war, oder wenn es sich überhaupt um eine fiktive Gestalt handeln sollte, wie manchmal angenommen, dann hat das auch für das Verständnis der Geschichte des Buddhismus schwerwiegende Folgen. Neuere Theorien ziehen daraus den Schluss, dass die Soga den Buddhismus viel länger monopolisierten, als bisher angenommen. Erst spätere Chroniken hätten versucht über Shōtoku Taishi eine Verbindung zwischen Tennō-Haus und Buddhismus zu konstruieren, die in Wirklichkeit gar nicht gegeben war. Das buddhistische Monopol der Soga würde demnach bis 645 bestanden haben. 645 war das Jahr des „Großen Umsturzes“ (Taika), als der Soga-Klan selbst mehr oder weniger ausgelöscht wurde. Die Soga sahen sich bei diesem Staatsstreich ähnlichen Gegnern gegenüber wie 587. Unter ihren Gegnern zogen die Fujiwara den nachhaltigsten Gewinn aus der neuen politischen Situation. Sie waren zwar ursprünglich für das höfische Zeremonienwesen zuständig und damit, wenn man so will „Shintō-Priester“, doch machten sie sich von 645 an den Buddhismus in ähnlicher Weise zunutze wie die Soga, auch wenn sie ihn nicht mehr völlig monopolisieren konnten. Es ging also nicht mehr um die Frage, ob man den Buddhismus fördern sollte oder nicht, sondern darum, wer das Recht hatte den Buddhismus zu fördern.

Sinisierung der staatlichen Verwaltung

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Laut Bildinschrift handelt es sich um die Kopie einer Portraitzeichnung, die vom Heian-zeitlichen Gelehrten Ono no Takamura (802–853) angefertigt wurde. Im Vordergrund sind die nicht ausgeführten Silhouetten von Kamataris Untergebenen zu erkennen. Werk von Ono no Takamura. Heian-Zeit
Waseda University Library.
2 Fujiwara no Kamatari

645 übernahm also eine neue Gruppierung die Führung des kaiserlichen Hofes, der unter anderem Nakatomi no Kamatari (614–669), der Ahnherr der später dominanten Fujiwara, angehörte. Obwohl ursprünglich aus dem „konservativen Lager“ und daher sowohl gegen den Soga Klan als auch gegen die Nachkommen Shōtoku Taishis gerichtet, trieb die neue Führung die Sinisierung des Staates weiter voran. Erstmals wurden nach chinesischem Vorbild Jahresdevisen (nengō) proklamiert, die als Motto der jeweiligen Politik zu verstehen sind. Die erste dieser Devisen lautete Taika, „Großer Wandel“ (645–650). Die Taika-Reformen leiteten die Arbeit an einem neuen Gesetzeswerk ein, dem ritsuryō (wtl. Strafen und Verordnungen) Kodex, der schließlich unter Tenmu Tennō (r. 673–686) in Kraft trat. Obwohl viele Verordnungen rückblickend als unvollkommene Kopien ihres chinesischen Originals erscheinen mögen, behielt der ritsuryō-Kodex erstaunlich lange Geltung und prägte die japanische Rechtssprechung bis zum Beginn der Moderne.

Der ritsuryō-Kodex regelte Hof und landesweite Verwaltung, indem er das gesamte Land zu Staatseigentum erklärte und lokale Machthaber zu beamteten Verwaltern umfunktionierte. Auch der Hof selbst bestand im Wesentlichen aus einer streng hierarchisch organisierten Beamtenschaft. Ähnlich wie die „Verfassung“ Shōtoku Taishis entsprach auch diese Reform des Staatswesens konfuzianischen Prinzipien, ohne dass dies die Förderung des Buddhismus ausschloss. Im Gegenteil, der Buddhismus erlebte nach der Taika-Reform einen gewaltigen Aufstieg und breitete sich erstmals auch in entfernte Provinzen und in Bevölkerungsgruppen außerhalb des Hochadels aus. Der Buddhismus ging also in Japan mit einer Sinisierung der Gesellschaft Hand in Hand und zwar von der Spitze der staatlichen Institutionen aus.

Buddhismus und Staat

Fragt man nach dem Grund für das staatliche Interesse am Buddhismus, so stößt man in den Quellen immer wieder auf den Glauben an seine besondere magische Kraft. Dem bereits erwähnten Empfehlungsschreiben des koreanischen Königs Seong an seinen japanischen Amtskollegen Kinmei zufolge, sei der Buddhismus zwar schwer zu verstehen, aber äußerst mächtig und daher politisch opportun. Auch vonseiten der Buddhisten selbst wurden ähnliche Argumente vorgebracht. Wann immer es um die Errichtung eines neuen Tempels oder um sonstige Genehmigungen ging, betonten die Mönche in ihren Bittschriften den Nutzen des Buddhismus für das Wohl bzw. den Schutz des Staates, und zwar durch Einsatz magischer Riten. Im japanischen Altertum wurde vor allem dem Rezitieren von Sutren eine solche Wirkung zugeschrieben. Es wurde also handfester politischer Nutzen mit den magischen Mitteln der Religion in Aussicht gestellt, spirituelle oder transzendente Ziele klangen nur am Rande an.

Der Buddhismus galt dem Zentralstaat insgesamt als äußerst mächtiges Instrument, dessen Kontrolle man nicht aus der Hand geben durfte. Er wurde daher vom Staat nicht nur gefördert, er wurde auch vom Staat gemaßregelt. Die Klöster durften nur ein bestimmtes Kontingent an Mönchen und Nonnen aufnehmen, jede einzelne Mönchsweihe bedurfte einer staatlichen Genehmigung. Andererseits sorgte die Zentralregierung für die landesweite Ausbreitung des Buddhismus, indem sie in jeder Provinz ein streng hierarchisches Netz von Haupt- und Zweigtempeln errichtete. Der Tōdaiji in Nara wurde 745 von Shōmu Tennō als Zentrum dieses staatlich organisierten religiösen Systems errichtet.

Andererseits blieb die direkte Förderung buddhistischer Tempel durch mächtige Familien, wie sie seit der Zeit der Soga bestand (der sog. „Klan-Buddhismus“ ujizoku bukkyō), ein bestimmendes Element des japanischen Buddhismus. Adelsfamilien wie die Fujiwara schufen Familien-Tempel (ujidera) wie den Kōfuku-ji, wo die höchsten Ämter zumeist von ordinierten Familienmitgliedern inne gehalten wurden. Die staatlichen Gesetze, die den Buddhismus betrafen, sahen hingegen Beförderung nach meritokratischen Gesichtspunkten vor, es sollten also nur die fähigsten Mönche in der Hierarchie aufsteigen, unabhängig von ihrer familiären Herkunft. Dieser Konflikt blieb innerhalb des japanischen Buddhismus lange bestehen.

Wie weit der Buddhismus allerdings den individuellen Glauben der breiten Bevölkerung prägte, ist ungewiss. Wahrscheinlich bestand anfangs nur geringes Interesse an einer allgemeinen Verbreitung buddhistischer Glaubensinhalte. Deshalb wurden buddhistische Texte, die Japan zumeist in chinesischer Form erreichten, auch nicht übersetzt. Predigten und schriftliche Unterweisungen in der Landessprache sind beispielsweise erst aus der Heian-Zeit bekannt. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten volkstümlichen Erzählungen, die buddhistische Moralvorstellungen illustrieren, indem sie drastische Beispiele von Belohnung und Bestrafung durch die karmische Vergeltung anführen. Darin kommt u.a. die Überzeugung zum Ausdruck, dass allein der Klang unverständlicher Sutren wohltuende Wirkung auf das karma der Zuhörer ausübt. Es ist daher anzunehmen, dass im frühen Buddhismus eine starke Kluft zwischen einem hoch spezialisierten, aktiv praktizierenden buddhistischen Klerus und einer weitgehend passiven Gemeinschaft von Laien ohne präzise buddhistische Glaubensvorstellungen bestand.

Abgesehen von seinen magisch-religiösen Qualitäten brachte der Buddhismus auch ganz konkrete Vorteile mit sich, die wohl die wahren Ursachen seiner Bedeutung waren: Buddhistische Klöster waren Orte der Bildung, wo längst nicht nur religiöses Wissen vom asiatischen Kontinent gehortet und weitergegeben wurde. Da buddhistische Mönche Wissen ansammeln mussten, um in der Klosterhierarchie voranzukommen, und dieser Wissenserwerb die Kenntnis des Chinesischen voraussetzte, war der Buddhismus — besonders in der Nara- und Heian-Zeit — die bedeutendste Brücke, über die sich der Wissenstransfer zwischen Japan und dem Festland vollzog. Hand in Hand mit dem Buddhismus verbreiteten sich die chinesische Schrift, Architektur, Medizin und vieles andere mehr. Diese erzieherische Funktion blieb dem Buddhismus bis weit in die Edo-Zeit hinein erhalten.

Verweise

Verwandte Themen

Fußnoten

  1. Die koreanische Chronik Samguk sagi (1145) berichtet darüber hinaus dass ein buddhistischer Mönch namens Malananda bereits im Jahr 384 an den Hof von Baekje kam, doch scheint daraus aus heutiger Sicht kein nachhaltiger Einfluss auf die Entwicklung des Buddhismus in Korea ausgegangen zu sein (Best 2002, S. 166–167).
  2. Quelle: Nihon shoki (Aston, Nihongi, Vol. II, S. 65–67 und 101–105.)

Internetquellen

Letzte Überprüfung der Linkadressen: Jul. 2020

Literatur

Yoshida Kazuhiko 2003
Revisioning Religion in Ancient Japan.“ Japanese Journal of Religious Studies 30/1–2 (2003), S. 1–26.
Jonathan W. Best 2002
„Buddhism and Polity in Early Sixth-Century Paekche.“ Korean Studies 26/2 (2002), S. 165–215.

Bilder

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  1. ^ 
    Asuka daibutsu.jpg

    Mit 2,75m Sitzhöhe erreichte die Statue des Shaka Nyorai (skt. Shakyamuni) für die damalige Zeit kollossale Ausmaße. Der Bildhauer Tori Busshi stammte aus einer koreanischen Einwandererfamilie. Der Stil des daibutsu ist kontinental geprägt. Werk von Tori Busshi. 609
    Kyōto shiseki sansakue.

  1. ^ 
    Kamatari waseda.jpg

    Laut Bildinschrift handelt es sich um die Kopie einer Portraitzeichnung, die vom Heian-zeitlichen Gelehrten Ono no Takamura (802–853) angefertigt wurde. Im Vordergrund sind die nicht ausgeführten Silhouetten von Kamataris Untergebenen zu erkennen. Werk von Ono no Takamura. Heian-Zeit
    Waseda University Library.


Glossar

Namen und Fachbegriffe auf dieser Seite:

  • Asuka 飛鳥 ^ Asuka Region im Süden des Yamato-Beckens (Nara), wo sich in der Frühzeit die Residenzen der Soga no uji befanden; Asuka-Zeit (587–645 oder auch 587–710)
  • Asuka-dera 飛鳥寺 ^ erster historisch fassbarer Tempel Japans, gegr. 593 (Nihon shoki) von Soga no Umako; wurde unter anderem als Hōkō-ji (Tempel des beginnenden Dharmas) bezeichnet, später aber unter dem Namen Gangō-ji (Tempel des ursprünglichen Beginns) nach Nara verlegt; unter Asuka-dera versteht man heute den ursprünglichen Standort in der Asuka Region
  • Baekje (kor.) 百濟/백제 ^ Ehemaliges Königreich in Korea, das sich zu seiner Blütezeit im 5. Jh. über die gesamte Westküste Südkoreas erstreckte; 660 vom benachbarten Silla erobert
  • Bidatsu Tennō 敏達天皇 ^ 538–585; 30. Tennō Japans (r. 572–585)
  • Buddha (skt.) बुद्ध ^ „Der Erleuchtete“ (jap. butsu, hotoke 仏 oder Budda 仏陀)
  • daibutsu 大仏 ^ wtl. „Großer Buddha“; monumentale Buddha-Statue
  • Edo 江戸 ^ Hauptstadt der Tokugawa-Shōgune, heute: Tōkyō; auch: Zeit der Tokugawa-Dynastie, 1600–1867 (= Edo-Zeit);
  • Fujiwara 藤原 ^ mächtigste Adelsfamilie im jap. Altertum
  • Guze Kannon 救世観音 ^ wtl. Kannon, der Weltenretter; Hauptheiligtum in der Halle der Träume (Yumedono) im Hōryū-ji
  • Heian 平安 ^ auch Heian-kyō 平安京, „Stadt des Friedens“; politisches Zentrum 794–1185 (= Heian-Zeit)
  • Hōryū-ji 法隆寺 ^ Tempel in Ikaruga bei Nara, gegr. 607; wtl. „Tempel des prosperierenden [Buddha]-Gesetzes“
  • Ikaruga-chō 斑鳩町 ^ Stadt im Norden der Präfektur Nara; Die Residenz des Shōtoku Taishi befand sich hier, an der Stelle wo heute der Hōryū-ji steht
  • karma (skt.) कर्म ^ „Tat“, auch „konsequente Folge“; moralische Bilanz der gesetzten Handlungen (jap. 業)
  • Kinmei Tennō 欽明天皇 ^ 509–571; 29. Tennō Japans; r. 540?–571
  • kofun 古墳 ^ Hügelgrab der japanischen Frühzeit (ca. 300–700), wtl. „altes Grab“
  • Kōfuku-ji 興福寺 ^ Tempel des Hossō-Buddhismus; einer der Sieben Großen Tempel von Nara
  • Mononobe 物部 ^ wtl. „Sippe der Dinge“; altjap. Klan, der gegen den Buddhismus eingestellt war
  • Nakatomi no Kamatari 中臣鎌足 ^ 614–669; Staatsmann und Ahnherr der Fujiwara
  • Nara 奈良 ^ Hauptstadt und Sitz des Tennō, 710–784 (= Nara-Zeit); auch: Heijō-kyō
  • Nara-bonchi 奈良盆地 ^ Becken im Norden der Präfektur Nara in welchem auch die Stadt Nara liegt
  • nengō 年号 ^ Jahresdevise oder Äraname, Motto der Politik zu dieser Zeit
  • Nihon shoki 日本書紀 ^ Zweitältestes Schriftwerk und erste offizielle Reichschronik Japans (720)
  • ritsuryō 律令 ^ wtl. Strafen und Verordnungen; Gesetzessammlung des Altertums nach dem Vorbild der chin. Tang-Dynastie
  • Seong Wang (kor.) 聖王/성왕 ^ ?-554; König Seong von Baekje (heute Teil Koreas), r. 523–554; auch Seongmyeong Wang 聖明王/성명왕
  • Shōmu Tennō 聖武天皇 ^ 701–56; 45. japanischer Kaiser; (r. 724–49); Förderer des Buddhismus
  • Shōtoku Taishi 聖徳太子 ^ 574–622; Prinz Shōtoku; kaiserlicher Regent
  • Soga no uji 蘇我氏 ^ Soga-Klan, die ersten Förderer des jap. Buddhismus
  • Soga no Umako 蘇我馬子 ^ 551?–626; Staatsmann; Sohn des Soga no Iname
  • Sui (chin.) ^ chin. Herrschaftsdynastie, 581–618
  • Suiko Tennō 推古天皇 ^ 554–628; Kaiserin(!) Suiko; 33. Tennō Japans (r. 593–628)
  • sūtra (skt.) सूत्र ^ „Faden“, Lehrrede des Buddha, kanonische Schrift (jap. kyō 経 oder kyōten 経典)
  • Taika 大化 ^ wtl. „großer Wandel“; Jahresdevise 645–650; 645 erfolgte in der Tat eine umfassende Reform des Rechts-, Verwaltungs- und Kalenderwesens und eine Neuordnung des Adels
  • Taika no Kaishin 大化改新 ^ „Reformen des großen Wandels“; politischer Umschwung unter Kaiser Kōtoku im Jahre 646; Zentralisierung des Landes und Sinisierung des Staatssystems
  • Tang (chin.) ^ chin. Herrschaftsdynastie, 618–907
  • Tenmu Tennō 天武天皇 ^ 631?–686; 40. japanischer Kaiser; (r. 673–686)
  • Tori Busshi 止利仏師 ^ tätig um 600; wtl. Buddhameister Tori; Bildhauer aus der Familie Kuratsukuri-be, einer Sippe von Sattelmachern mit koreanischen Wurzeln
  • Tōdaiji 東大寺 ^ Tempel des Großen Buddha von Nara; wtl. Großer Ost-Tempel
  • uji ^ altjap. Klan, Sippe, Familie
  • ujidera 氏寺 ^ Klan- oder Familientempel
  • ujizoku bukkyō 氏族仏教 ^ Klan-Buddhismus; Buddhismus der Adelsfamilien des jap. Altertums
  • Yōmei Tennō 用明天皇 ^ 540–587; 31. Kaiser Japans (r. 585–587); Vater von Shōtoku Taishi
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„Die Frühzeit des japanischen Buddhismus.“ In: Bernhard Scheid, Religion-in-Japan: Ein digitales Handbuch. Universität Wien, seit 2001