Daimyatsshintō

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Daimyatsshintō
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Shintōistische Wächterfigur (suijin) im Yōmei-mon, einem Tor der Schreinanlage Tōshō-gū in Nikkō.
© Ron Reznick, 2004
1 Shintōistischer Wächtergott

Daimyatsshintō (hanryō shintō, Domain Shintō) ist ein Begriff, den ein Forschungsteam der Österreichischen Akademie der Wissenschaften1 entwickelte, um ein besonderes religionsgeschichtliches Phänomen der frühen Edo-Zeit zu bezeichnen. Mitte des 17. Jahrhunderts kam es nämlich in einigen Fürstentümern (Daimyaten) zu religionspolitischen Reformen, die einerseits zu einer Reduktion buddhistischer Tempel und andererseits zu einer Aufwertung des lokalen Schreinwesens führten. Die teils drastischen Maßnahmen können wahrscheinlich als kritische Reaktionen auf die wachsende Macht des Buddhismus im Zuge des terauke-Systems angesehen werden, stellten aber zugleich einen wichtigen Schritt in der Evolution des Shintō dar.

Regionen und Akteure

In drei Daimyaten, die dank der Konsequenz ihrer Reformen als Musterbeispiele des Daimyatsshintō gelten können, kam es zu einer Reduktion buddhistischer Tempel um mehr als 50% sowie zu einer Zerstörung unzähliger kleinerer Shintō Schreine. Dafür wurden einzelne Schreine aufgewertet, indem sie z.B. mit einem permanenten Priester versehen wurden. Diese Maßnahmen waren in manchen Fällen von der Laisierung, in anderen Fällen von der Exilierung der vor Ort tätigen buddhistischen Mönche begleitet. In ihrer Radikalität und Grausamkeit entsprachen diese Einschnitte in die religiöse Landschaft durchaus dem Stil der Zeit (nur wenige Jahrzehnte zuvor mussten zehntausende Christen wegen ihres Glaubens ihr Leben lassen). Doch lassen sich die Reformen nur schwer mit der offiziellen Regierungslinie erklären, die den Buddhismus ja im Zuge des terauke-Systems förderte. Dennoch wurden Daimyatsshintō-Reformen von Daimyō durchgeführt, die in engsten verwandtschaftlichen Verhältnissen zum regierenden Tokugawa-Haus standen. In der Reihenfolge der Radikalität ihrer Reformen lassen sich folgende Daimyate aufzählen:

  • Okayama in der Mitte der Kansai-Region (Westjapan)
  • Mito im Osten der Kantō-Region (Ostjapan)
  • Aizu in Nordjapan

In Okayama herrschte Ikeda Mitsumasa, ein angeheirateter Verwandter der Tokugawa, in Mito Tokugawa Mitsukuni, der Stammhalter eines der Drei Ehrbaren [Zweig-]Häuser (gosanke) des Shōgun, und in Aizu Hoshina Masayuki, ein Onkel und zeitweiliger Regent des vierten Shōgun, Tokugawa Ietsuna. Daneben gab es über ganz Japan verstreute Daimyate, in denen gleichzeitig mehr oder weniger „Shintō-freundliche“ Maßnahmen durchgesetzt wurden, aber in der Breite und Konsequenz ihrer religiösen Reformen stellten die drei genannten Fürstentümer eine Besonderheit dar. Unter späteren Historikern wurden die drei Daimyō überwiegend positiv bewertet, sodass sie auch häufig als die „Drei Namhaften Landesherren“ (san meikun) der frühen Edo-Zeit apostrophiert werden.

Shintō und Konfuzianismus

Ideologisch waren die Namhaften Landesherren stark vom Konfuzianismus beeinflusst. Sie verstanden sich als Repräsentanten einer neuen Zeit, die die chaotischen Verhältnisse des japanischen Mittelalters endgültig in eine nach rationalen Gesichtspunkten geordneten „zivilisierte“ Gesellschaft nach klassischen chinesischen Vorbildern überführen sollte.2 Sie standen in engem Kontakt mit Konfuzianern wie Hayashi Razan oder Kumazawa Banzan, die ihrerseits den Buddhismus für die Verirrungen vergangener Jahrhunderte verantwortlich machten. Zugleich sahen sowohl die Herrscher als auch ihre konfuzianischen Ratgeber in den alten Schreinen ein lange vernachlässigtes Identitätsmerkmal der japanischen Kultur. In der Wiederherstellung dieser Schreine und des alten „Götterweges“ (Shintō) sahen sie ein Mittel, einerseits die Vorherrschaft des Buddhismus zu durchbrechen und andererseits eine nationale Eigenständigkeit gegenüber China zu entwickeln, das sie sowohl als Modell als auch als Bedrohung Japans ansahen. Ihr Bild des Shintō war ähnlich zwiespältig. Der Begriff stand für eine idealisierte Vergangenheit, die letztlich aus der Tradition des Kaiserhauses bestand. Das Kaiserhaus kapselte sich jedoch gegenüber „Emporkömmlingen“ aus dem Kriegeradel weitgehend ab, sodass selbst den Namhaften Landesherren ein direkter Zugang zu seinen Priester- und Gelehrtentraditionen verwehrt blieb. Der „Shintō“ des Kaiserhauses war für sie daher ein weitgehend unbekanntes Terrain.

Trennung von Tempeln und Schreinen

Hinsichtlich der religiösen Situation in ihren Herrschaftsgebieten waren die Drei Namhaften Landesherren durchaus Realisten. Trotz ihrer grundsätzlichen Skepsis gegenüber dem Buddhismus erkannten sie an, dass sich das System der Glaubensüberprüfung als Herrschaftsinstrument bewährte und keinen Schaden leiden durfte. Ihr Ehrgeiz richtete sich jedoch darauf, den Buddhismus in allen anderen Bereichen des religiösen Lebens zurückzudrängen. Namentlich die Vermischung von einheimischen kami-Kulten mit buddhistischen Praktiken (shinbutsu shūgō) bzw. die überall im Land gängige buddhistische Oberaufsicht über das lokale Schreinwesen war ihnen ein Dorn im Auge. Ihre Reformen zielten daher in erster Linie auf eine Trennung von Schreinen und Tempeln (shinbutsu bunri) ab, im Zuge derer alle gemischt-religiösen Institutionen — auch Schreine, die keine traditionellen Beziehungen zum Kaiserhaus vorweisen konnten — schlicht beseitigt werden sollten.

Die Initialzündung für die Reformen des Daimyatsshintō stellte ein neues Gesetz von 1665 dar, die „Verordnungen für Schreinpriester“ (Shosha negi kannushi hatto). Diese Verordnungen bestanden zwar lediglich aus fünf eher allgemein gehaltenen Punkten (z.B. sollten Schreine geehrt und baulich in Ordnung gehalten werden), sie stellten aber das erste juridische Dokument des Tokugawa-Regimes dar, das Schreine überhaupt erwähnte und verlieh ihnen damit erstmals einen Rechtsstatus, der dem von buddhistischen Tempeln vergleichbar war.3 Dies führte landesweit zu einer neuen Aufmerksamkeit für die Sache des Shintō.

Die Reformen im Einzelnen

Die Reformen der Namhaften Landesherren waren zwar von einem ähnlichen Geist getragen und wurden im Wesentlichen in der zweiten Hälfte der 1660er Jahre durchgesetzt, sie stellten aber wahrscheinlich keine konzertierte Aktion dar und gestalteten sich im einzelnen recht unterschiedlich.

Okayama

Ikeda Mitsumasa begann im Sommer 1666 mit der Reduktion buddhistischer Tempel in seinem Daimyat. Dieses war zu dieser Zeit eine Hochburg des Nichiren-Buddhismus und zwar in einer „fundamentalistischen“ Variante, getragen von der sogenannten fujufuse-Fraktion, die mit der Religionspolitik der Tokugawa bereits landesweit in Konflikt geraten war. Mitsumasa ließ die fujufuse-Tempel kurzerhand zerstören und ihre Mönche ins Exil schicken, was allerdings dazu führte, dass zu wenig buddhistisches Personal für die Abwicklung der obligatorischen Glaubensüberprüfungen der Bevölkerung zur Verfügung stand. Mitsumasa verlagerte dieses Verfahren daher auf Shintō-Schreine und schuf damit das einzige Daimyat, in dem terauke durch Shinto-Priester durchgeführt wurde (shintō-uke). Das System wurde aber nach 20 Jahren auf Druck der Zentralregierung wieder abgeschafft.4

Mito

In Mito fand ab 1666 eine Reduktion der buddhistischen Tempel auf 40 Prozent statt. Zugleich verfolgte Tokugawa Mitsukuni das Prinzip „ein Dorf, ein Schrein“, was teilweise zu Neuerrichtungen bzw. Aufwertungen von Schreinen führte. Ähnlich wie in Okayama wurden aber auch zahlreiche kleinere, als „unnütz“ eingestufte Schreine demontiert. In beiden Daimyaten wurde eine Art shintō-uke-Praxis für Shintō-Priester institutionalisiert, die daher nicht (wie überall sonst) gezwungen waren, zum Zweck der Glaubensüberprüfung Mitglieder eines buddhistischen Tempels zu werden.5 Diese Maßnahmen hatten in beiden Daimyaten Bestand.

Aizu

Ähnliche, wenn auch weniger radikale Maßnahmen gab es auch in Aizu, dessen Landesherr, Hoshina Masayuki, zugleich so etwas wie die graue Eminenz der Tokugawa-Zentralregierung darstellte. Die Besonderheit lag in diesem Fall darin, dass Masayuki durch den Shintō-Intellektuellen Yoshikawa Koretaru direkten Zugriff auf die Begräbnisrituale des Yoshida Shintō hatte, die damals eine gut gehütete Geheimtradition der Yoshida-Priester in Kyōtō darstellten. Auf der Grundlage dieser Riten sah Masayuki ein Shintō-Begräbnis für sich selbst vor, das zugleich seine Deifizierung beinhaltete. Trotz ernsthafter Vorbehalte seitens der Zentralregierung (solche Ehrungen standen offiziell nur dem Dynastiebegründer Tokugawa Ieyasu zu) konnte Masayukis testamentarischer Wunsch in die Tat umgesetzt werden und begründete eine eigene Tradition von Shintō-Bestattungen in Aizu.

Sonstige Shinto-zentrierte Reformen

Auch außerhalb der drei genannten Daimyate kam es mit der Unterstützung lokaler Fürsten zu vergleichbaren Shinto-zentrierten Reformen, die sich allerdings meist nur auf einzelne Schreine bezogen. Das früheste Beispiel ist die Restaurierung des Großschreins von Izumo (Izumo Taisha), der schon lange auf eine Neuerrichtung seiner einst monumentalen Schreinhallen gewartet hatte. Als der neue Daimyō, Matsudaira Naomasa (ein Enkel Ieyasus) Anfang der 1660er Jahre endlich die nötigen Mittel dazu lukrieren konnte, wurde die Anlage von sämtlichen buddhistischen Tempeln, die sich dort angesiedelt hatten, gesäubert und unter eine neue, rein Shinto-priesterliche Verwaltung gestellt. Auch die Hauptgottheit wurde geändert – statt Susanoo wurde, alten Dokumenten entsprechend, Ōkuninushi eingesetzt (s. dazu auch Ōkuninushi als heimlicher Gegenspieler der Himmlischen Götter).

Eine ähnliche Bereinigung des mittelalterlich-buddhistischen Erbes alter Schreinanlagen fand Ende der 1660er Jahre auch in Ise statt. Hier und in Izumo liegt eine besondere Ironie in der Tatsache, dass die finanziellen Mitteln für den jeweiligen Schrein-Neubau zu einem beträchtlichen Teil von lokalen buddhistischen Organisationen stammten, die in jahrelangen Kampagnen Spenden für „ihren Schrein“ gesammelt hatten. Schlussendlich untersagten aber Autoritäten, die dem oben erwähnten Hoshina Masayuki nahe standen, jede buddhistische Beteiligung an der Renovierung der Schreinbauten und an den entsprechenden Einweihungszeremonien.

Zusammenfassung

Daimyatsshintō kennzeichnet eine religionsgeschichtliche Phase ab der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts, als einzelne Buddhismus-kritische Herrscher gegen den sonst üblichen Trend der Zeit eine Neubewertung von Shintō zu Ungunsten des Buddhismus vornahmen. Intellektuell wurde diese Entwicklung vor allem von einer neo-konfuzianischen Buddhismus-Kritik voran getrieben, ging also nicht unmittelbar aus Shintō-Kreisen hervor. Politisch wurde sie von Daimyō getragen, die dem Tokugawa-Regime verwandtschaftlich verbunden waren und wohl aus diesem Grund mehr Spielraum in ihren religionspolitischen Entscheidungen hatten. Ihr Unwillen richtete sich offenbar vor allem gegen gemischt-religiöse Institutionen. Es kam daher schon im 17. Jahrhundert zu lokalen „Trennungen von Shintō und Buddhismus“ (shinbutsu bunri) wie sie 200 Jahre danach für die Meiji-Zeit prägend werden sollten. Insofern nahm der Daimyatsshintō auf lokaler Ebene spätere Entwicklungen auf nationaler Ebene vorweg. In vielen Details unterschied sich der Daimyatsshintō jedoch von der bakumatsu- und Meiji-Zeit, z.B. indem er nach einer Synthese von Shintō und Konfuzianismus strebte oder indem er die Rückkehr zum Tennō-Staat des Altertums und die damit verbundene xenophobe Konzentration auf das nationale Erbe (Stichwort „sonnō jōi“) noch nicht als konkrete Utopie formulierte (s. dazu Staatsshintō), sondern politisch auf der Seite des regierenden Tokugawa-Regimes stand. Allerdings ist es wohl kein Zufall, dass Tokugawa Mitsukuni mit der „Großen Geschichte Japans“ (Dai Nihon-shi) ein Projekt initiierte, das letztlich einen entscheidenden Einfluss auf das Herrschaftsverständnis der Meiji-Zeit ausüben sollte.

Verweise

Verwandte Themen

Fußnoten

  1. Bernhard Scheid, Stefan Köck und Brigitte Pickl-Kolaczia, die zu diesem Thema ein vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) gefördertes Projekt am Institut für Kultur- und Geisteswissenschaften Asiens der ÖAW durchführen (2016–2023).
  2. Laut Inoue Tomokatsu waren sich die Intellektuellen der frühen Edo-Zeit sehr wohl des devastierenden Image-Verlustes bewusst, den die erfolglosen Eroberungsversuche des Toyotomi Hideyoshi (1592–1598) in China und Korea hinterlassen hatten. Die Förderung des Konfuzianismus erklärt Inoue aus dem Bedürfnis, das daraus resultierende Bild der japanischen Barbarei zu kitten (s. Köck, Pickl, Scheid 2021, Kap. 6).
  3. S. Mark Teeuwen in Köck, Pickl, Scheid 2021, Kap. 10
  4. S. dazu Köck, Pickl, Scheid 2021, Kap. 11.
  5. S. dazu Köck, Pickl, Scheid 2021, Kap. 12.

Literatur

Stefan Köck, Brigitte Pickl-Kolaczia, Bernhard Scheid (Hg.) 2021
Religion, Power, and the Rise of Shinto in Early Modern Japan. (Bloomsbury Shinto Studies VI.) London: Bloomsbury 2021.
Bernhard Scheid 2002
Shinto as a Religion for the Warrior Class: The Case of Yoshikawa Koretaru.“ Japanese Journal of Religious Studies 29/3–4 (2002), S. 299–324.
Bernhard Scheid 2003
„‘Both Parts’ or ‘Only One’? Challenges to the honji suijaku Paradigm in the Edo Period.“ In: Mark Teeuwen, Fabio Rambelli (Hg.), Buddhas and Kami in Japan: Honji Suijaku as a Combinatory Paradigm. Richmond, Surrey: Curzon 2003, S. 204–21.
Tamamuro Fumio 圭室文雄 2003
„Edo-jidai no mura chinju no jittai: Mito-hanryō mura chinju no sūryōteki kentō 江戸時代の村鎮守の実態–水戸藩領村鎮守の数量的検討.“ Meiji Daigaku kyōyōronshū 明治大学教養論集 368 (2003), S. 1–27.

Bilder

Quellen und Erläuterungen zu den Bildern auf dieser Seite:

  1. ^ 
    Yomeimon suijin.jpg

    Shintōistische Wächterfigur (suijin) im Yōmei-mon, einem Tor der Schreinanlage Tōshō-gū in Nikkō.
    © Ron Reznick, 2004


Glossar

Namen und Fachbegriffe auf dieser Seite:

  • Aizu-han 会津藩 ^ Edo-zeitliches Daimyat in Nord-Japan, im Westen der heutigen Präfektur Fukushima
  • bakumatsu 幕末 ^ Ende des Tokugawa-Shōgunats, 1853–1867; wtl. Ende der Zeltregierung (bakufu)
  • Daimyō 大名 ^ Territorialfürst, Titel des Kriegeradels
  • Dai Nihon-shi 大日本史 ^ Gesamtdarstellung der japanischen Geschichte bis 1392 in 397 Bänden, verfasst zw. 1657 und 1906
  • Edo 江戸 ^ Hauptstadt der Tokugawa-Shōgune, heute: Tōkyō; auch: Zeit der Tokugawa-Dynastie, 1600–1867 (= Edo-Zeit);
  • fujufuse 不受不施 ^ wtl. „nichts nehmen, nichts geben“, d.h. weder Opfergaben empfangen, noch religiöse Dienstleistungen erfüllen; Prinzip der radikalen Abschottung von Nichiren-Anhängern gegenüber potentiellen Gönnern, die nicht den exklusiven Glauben an das Lotos Sutra teilten
  • gosanke 御三家 ^ wtl. drei ehrbare Häuser; Sammelbegriff für die drei wichtigsten Seitenlinien der Tokugawa-Dynastie
  • hanryō shintō 藩領神道 ^ Fachbegriff für lokale, Shintō-zentrierte Reformen der Frühen Neuzeit (Edo-Zeit)
  • Hayashi Razan 林羅山 ^ 1583–1657; neo-konfuzianischer Gelehrter
  • Hoshina Masayuki 保科正之 ^ 1611–1673; Daimyō von Aizu-han, konfuzianischer Gelehrter
  • Ikeda Mitsumasa 池田光政 ^ 1609–1682; Daimyō von Okayama-han; Konfuzianist, religiöser Reformer
  • Ise 伊勢 ^ vormoderne Provinz (heute Präfektur Mie); Kurzbezeichnung für die Schreinanlage von Ise (Ise Jingū)
  • Izumo Taisha 出雲大社 ^ Großschrein von Izumo (Präfektur Shimane)
  • kami ^ Gottheit; im engeren Sinne einheimische oder lokale japanische Gottheit, Schreingottheit (s. jinja), Gottheit des Shintō
  • Kumazawa Banzan 熊沢蕃山 ^ 1616–1691; neo-konfuzianischer Gelehrter der frühen Edo-Zeit
  • Matsudaira Naomasa 松平直政 ^ 1601–1666; Daimyō von Izumo
  • Meiji 明治 ^ posthumer Name von Kaiser Mutsuhito; nach ihm wird auch die Meiji-Zeit (1868–1912) benannt
  • Mito-han 水戸藩 ^ Edo-zeitliches Daimyat in Ostjapan, Teil der heutigen Präfektur Ibaraki
  • Nichiren 日蓮 ^ 1222–1282; Begründer des Nichiren Buddhismus
  • Okayama-han 岡山藩 ^ Daimyat Okayama (Edo-Zeit); heute Präfektur Okayama im Westen der Hauptinsel Honshū
  • Ōkuninushi 大国主 ^ mythol. Gottheit; wtl. Großer Meister des Landes
  • san meikun 三名君 ^ wtl. drei namhafte [Landes]herren; in der jap. Geschichtsschreibung Kennzeichnung für energische, reformfreudige Daimyō der Edo-Zeit
  • shinbutsu bunri 神仏分離 ^ Trennung von kami und Buddhas; religionspolitische Maßnahme zur Entflechtung von buddh. Tempeln und Shintō-Schreinen; vereinzelt in der Edo-Zeit, vor allem aber für die frühe Meiji-Zeit (1868–1873) charakteristisch
  • shinbutsu shūgō 神仏習合 ^ Übereinstimmung von kami und Buddhas; shintō-buddhistischer Synkretismus
  • Shintō 神道 ^ Shintō; wtl. Weg der Götter, Weg der kami
  • shintō-uke 神道請 ^ Glaubensüberprüfung durch Shintō-Schreine; Sonderform des terauke-Systems in der Edo-Zeit
  • Shosha negi kannushi hatto 諸社禰宜神主法度 ^ „Bestimmungen für Schreinpriester“ 1665
  • sonnō jōi 尊王攘夷 ^ „Ehrt den Kaiser, verjagt die Barbaren“; anti-westlicher Slogan des 19. Jh.s (Zitat aus den Frühling- und Herbstannalen des Konfuzius)
  • Susanoo 須佐之男 ^ mytholog. Gottheit; Trickster-Gott, Sturmgott, Mondgott
  • terauke 寺請 ^ obligatorische Bestätigung der Mitgliedschaft bei einem buddhistischen Tempel; diente in der Edo-Zeit zum Nachweis des nicht-christlichen Status
  • Tokugawa 徳川 ^ Kriegerdynastie, die während der Edo- oder Tokugawa-Zeit (1603–1867) das Amt des Militärmachthabers (Shōgun) inne hatte.
  • Tokugawa Ietsuna 徳川家綱 ^ 1641–1680; vierter Shōgun und erster minderjähriger Machtinhaber der Tokugawa-Dynastie (r. 1651–1680)
  • Tokugawa Ieyasu 徳川家康 ^ 1543–1616; Begründer des Tokugawa Shogunats; Reichseiniger
  • Tokugawa Mitsukuni 徳川光圀 ^ 1628–1701; Daimyō von Mito-han, konfuzianischer Gelehrter und Historiker
  • Yoshida Shintō 吉田神道 ^ mittelalterl. Shintō-Richtung, begründet von Yoshida Kanetomo
  • Yoshikawa Koretaru 吉川惟足 ^ 1616–1695; Shintō-Gelehrter und Theologe der frühen Edo-Zeit; Begründer des Yoshikawa Shintō
Religion in JapanGeschichteTeraukeDaimyatsshinto
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„Daimyatsshintō.“ In: Bernhard Scheid, Religion-in-Japan: Ein digitales Handbuch. Universität Wien, seit 2001