In großen Tempelanlagen – oder „Klöstern“ – gibt es eine stark ausgeprägte Hierarchie innerhalb der Mönchsschaft, die sich ähnlich wie in der katholischen Kirche u.a. in der Kleidung ausdrückt. Besonders bei feierlichen Zeremonien sind die Ornate buddhistischer Würdenträger enorm prächtig und farbenfroh. Neben dem prunkvollen Gewand können Würdenträger z.B. auch durch einen roten Schirm (im alten Indien Zeichen königlicher Autorität) hervorgehoben werden.
Die Mönche auf dem obigen Bild tragen ein sogenanntes hōmo-shichigesa Gewand. Dieses ist bereits im Altertum dokumentiert, war damals aber nur den allerhöchsten Würdenträgern bei den wichtigsten Zeremonien gestattet.
Fächer (hiōgi, ebenfalls Bestandteil der Kleidervorschrift)
Eine Mönchsprozession der Heian-Zeit
In der Heian-Zeit war die Fortbewegung in großen zweirädrigen Karren, die von Ochsen gezogen wurden, ein besonderes Privileg des Hochadels. Solche Ausflüge waren zwar langsam, boten aber die Gelegenheit zur Darstellung von Macht. Die folgende Illustration zeigt, dass diese Form der Repräsentation auch von hochrangigen Mönchen genutzt wurde.
Man beachte insbesondere den Mönch im Gefolge hinter dem Wagen, der das Schuhwerk des Transportierten auf einem eigenen Opfertischchen hinterher trägt.
Die obige Abbildung zeigt das seltene Bild einer buddhistischen Nonne aus dem Samurai-Adel der frühen Edo-Zeit. Es handelt sich um die Nonne Jōkō-in, eine Nichte des Oda Nobunaga, die nach dem Tod ihres Mannes Kyōgoku Takatsugu der Welt entsagte und ein Kloster gründete. Auf dem Bild trägt sie die übliche Kapuze (mōsu) sowie ein taschenförmiges kesa und hält eine Gebetskette in der Hand. Äußerlich ist kaum zu unterscheiden, ob es sich um das Portrait einer Nonne oder eines Mönchs handelt.
kesa 袈裟 ^äußerstes Gewand der buddh. Mönchstracht, variiert zwischen einem breiten Wickeltuch und einer dünnen Stola; besteht der Theorie nach aus Flicken