Boddhisattvas (jap. bosatsu) sind Mittlergestalten, ähnlich den christlichen Heiligen, die ganz besonders daran interessiert sind, den Menschen und allen anderen fühlenden Wesen zur Erleuchtung zu verhelfen. In der Ikonographie äußert sich das Mitgefühl der Bodhisattvas interessanterweise nicht nur darin, dass sie viel bewegter abgebildet werden als die Buddhas; sie verfügen darüber hinaus auch über diverse übermenschliche Attribute, nämlich bis zu tausend Arme, mehrere Köpfe, diverse Gegenstände und Waffen und allerlei Schmuck — alles Zeichen ihrer übernatürlichen Fähigkeiten, in den Lauf des Schicksals einzugreifen und die Gläubigen vor der karmischen Vergeltung ihrer schlechten Taten zu retten. Diese Charakteristika äußern sich exemplarisch in der Figur des Kannon (skt. Avalokiteśvara), dem bekanntesten Bodhisattva des Mahāyāna-Buddhismus.
Hauptstatue des Kannon (skt. Avalokiteśvara; chin. Guanyin) des Tempels Sanjūsangen-dō. Die tausend Arme erklären sich dem Shingon-Mönch Ono Nigai (951–1046) zufolge daraus, dass diese Kannon-Manifestation für alle jene Wesen zuständig ist, die im Reich der Hungergeister wiedergeboren wurden. Diese Wiedergeburt droht jedem, der sich in früheren Leben der Gier schuldig gemacht hat. Ganz offensichtlich gibt es in diesem Bereich für Kannon besonders viel zu tun. Werk von Tankei (1173–1256). 1254 (Bildquelle: unbekannt)
Die Ausgestaltung der elf Köpfe, die Kannon (auch Kanzeon; skt. Avalokiteśvara; chin. Guanyin) hier auf dem eigenen Kopf trägt, ist einem Sutra entnommen, das sich ausschließlich mit dieser Erscheinungsform des Bodhisattvas befasst (jap. Jūichimen jinjushin-gyō) und 656 vom Pilgermönch Xuanzang ins Chinesische übertragen wurde. Hierin heißt es, dass drei der Köpfe mild, drei weitere streng blicken, drei hätten nach oben stehende Zähne, einer ein wildes Grinsen und einer das Aussehen eines Buddhas (Kajitani Ryōji in Epprecht 2007, S. 133-134). Niels Gülberg beschreibt die Köpfe folgendermaßen:
... am Scheitel ein Kopf des Tathâgata; zur Stirnseite drei milde lächelnde Bodhisattvamasken; zur linken Seite die drei sog. "Zornesaugenmasken", die Übel abwehren sollen; zur rechten
Seite drei gestrenge Gesichter mit nach oben weisenden Eckzähnen, die den Menschen zum Praktizieren des Guten anhalten sollen; und auf der Rückseite ein in Gelächter ausbrechendes Gesicht, das die schlechten Taten der Menschen tadeln soll. (Niels Gülberg, „Michizane und die Kannon von Hase: Ergänzende Anmerkungen zum mittelalterlichen Tenjin-Kult.“ Asiatische Studien 48 (1994), S. 207.)
Kannon tritt den Gläubigen in verschiedenen Gestalten entgegen, je nach dem, wie es die Situation erfordert. Diese verschiedenen Erscheinungsformen werden in der Fachliteratur als Manifestationen, Emanationen oder Inkarnationen bezeichnet. Wichtig ist, dass es sich im Kern jeweils um den gleichen Bodhisattva handelt, der bloß dem Auge des Unerleuchteten als vielgestaltig erscheint. Auch andere Bodhisattvas besitzen unterschiedliche Erscheinungsformen, von keinem sind allerdings so viele bekannt wie von Kannon. Einige der häufigsten bildlichen Darstellungen sind:
Shō Kannon (Heilige(r) Kannon): Einfache Figur, zumeist stehend, mit einer Lotosblüte in der Hand. Die Lotosblüte ist auch in anderen Manifestationen ein besonderes Charakteristikum Kannons.
Jūichimen Kannon (Kannon mit den Elf Gesichtern): Elf Gesichter als Kopfputz, drei davon mit zornigem Gesichtsausdruck.
Nyoirin Kannon (Kannon mit der Wunscherfüllungsperle): Figur mit sechs Armen, meist sitzend, in der „Haltung königlicher Gelassenheit“.
Senju Kannon (Kannon mit den Tausend Händen): Zumeist nicht mit tausend, sondern mit 42 Armen dargestellt; manchmal erscheint auf den Handflächen jeweils ein Auge.
Suigetsu Kannon oder Byakue Kannon (Kannon beim Betrachten des Mondes): Kannon in weißem Gewand, am Meer sitzend, in Betrachtung der Mondspiegelung im Wasser. In China entstandene Figur, dort meist weiblich.
Batō Kannon (Kannon mit Pferdekopf): Zornvolle Erscheinungsform (s.u.).
Kannon kann aber auch als Begleiter eines Buddhas auftreten. In der Amida-Trias wird Amida Nyorai von den Bodhisattvas Kannon und Seishi Bosatsu flankiert.
Im Hōryū-ji, einem der ältesten Tempel Japans, wurde Kannon besonders häufig sowohl in Skulpturen als auch in Malereien festgehalten, die heute zu den Nationalschätzen Japans zählen. Schon an diesen frühen Beispielen erkennt man, dass in der Krone Kannons wiederum eine Buddhafigur sitzt. Diese stellt Amida, sozusagen als „Chef“ dieses Bodhisattvas, dar. Diese Ikonographie findet sich auch in anderen Kannon-Sujets.
Bodhisattva Kannon (auch Kanzeon; skt. Avalokiteśvara; chin. Guanyin) als Begleiter von Amida in Fresco-Technik. Die photographische Aufnahme entstand vor dem Brand des Hōryū-ji im Jahr 1949. Nara-Zeit, 1949 durch Brand zerstört (Bildquelle: Yamashina Reiji, aus Haruyama Takematsu, Hōryūji no hekiga 法隆寺壁画 (1947))
Frühe Kannon-Figuren des Hōryū-ji
Darüber hinaus gibt es noch zahllose andere Kannon-Motive, die sich allerdings oft nur geringfügig von einander unterscheiden. Die buddhistische Ikonographie hat diese Erscheinungsformen wiederum in unterschiedlichen Reihen zusammengefasst. Dazu zählen:
Die Sechs Kannon (Roku Kannon). Sie entsprechen den Sechs Bereichen der Wiedergeburt. Jeweils eine Kannon-Inkarnation ist dafür zuständig, den Wesen in diesen Bereichen zum Austritt aus dem Geburtenkreislauf zu verhelfen.
Die 33 Kannon (Sanjūsanshin Kannon). Diese gehen auf das Lotos Sutra zurück, das diesem Bodhisattva ein eigenes Kapitel widmet und darin von seinen 33 Erscheinungsformen berichtet. Ausgehend von der Zahl 33 entstand bereits in der Heian-Zeit eine Kannon-Pilgerroute mit 33 Stationen in den Provinzen rund um Kyōto. Später kam noch eine zweite im Kantō-Gebiet (Raum um das heutige Tōkyō) dazu und schließlich komplettierte eine dritte Route mit 34 Tempeln die Gesamtzahl der Kannon-Pilgerstätten auf 100.
Sanjūsangen-dō
Kannon findet sich öfter als irgendein anderer Bodhisattva als Hauptverehrungsgegenstand eines japanischen Tempels. So sind z.B. der Kiyomizu-dera in Kyōto oder der Asakusa Tempel in Tōkyō diesem Bodhisattva geweiht. Das beeindruckendste Kannon-Gesamtkunstwerk Japans ist aber wohl die berühmte „33-Klafter-Halle“ (Sanjūsangen-dō), wiederum in Kyōto. In ihr befindet sich ein Heer von tausend und eins lebensgroßen stehenden Kannon-Statuen, die eine überdimensionale sitzende Kannon-Statue (s. Abb. oben) gleichsam beschützen. Alle Statuen stellen Kannon mit den tausend Armen dar.
Die 1.000 Kannon-Figuren beiderseits der großen Kannon-Statue. (Bildquelle: unbekannt)
Der Name der „33-Klafter-Halle“ bezieht sich auf die Tatsache, dass das Gebäude aus 33 Nischen besteht,1 diese Besonderheit resultiert aber natürlich aus den erwähnten 33 Erscheinungsformen des Avalokiteshvara im Lotos Sutra.
Die häufige Verbindung von Kannon und Amida kommt nicht von ungefähr, stellt doch Amida selbst das Urbild eines Bodhisattvas dar. Der Legende des Amida zufolge war er zunächst ein Prinz, der der Welt entsagte und ein Bodhisattva wurde. In dieser Gestalt, unter dem Namen Hōzō Bosatsu (skt. Dharmakāra), leistete er seine berühmten 48 Schwüre. Der Theorie nach haben auch alle anderen Bodhisattvas diese oder ähnliche Schwüre geleistet und durchlaufen dann eine lange Reihe von Übungen, an deren Ende die höchste Stufe der Buddhaschaft steht. Auch der historische Buddha selbst muss wohl das Stadium eines Bodhisattvas absolviert haben. Für die buddhistische Kunst ist das Bodhisattva-Stadium eines Buddhas allerdings nur von geringem Interesse. Bosatsu-Figuren wie Kannon scheinen dagegen auf immer im Bodhisattva Stadium zu verharren, Hinweise auf ihre zukünftige Buddhaschaft sind in der Ikonographie nicht zu erkennen.
Im klassischen Sanskrit wird Kannon meist Avalokiteśvara genannt. Es gibt unterschiedliche Deutungen des Namens, doch geht es in jedem Fall um das „Wahrnehmen“. In Ostasien lautet der volle Name Kanzeon, wtl. „Der, der den Klang der Welt erhört“, wobei der Klang als die Anrufung Kannons durch die Gläubigen interpretiert wird. Der Name impliziert somit, dass Kannon derjenige ist, der unmittelbar auf die Anrufung seines Namens (in Form von mildtätiger Unterstützung) reagiert.
Kannon/Avalokiteshvara wird aufgrund dieser besonderen Bereitschaft, sich um „die Welt“ zu kümmern, auch als „Gottheit des Mitleids“ bezeichnet. Die starke Betonung seiner Barmherzigkeit macht diesen Bodhisattva nicht nur in Japan, sondern auch in allen anderen buddhistischen Kulturen Asiens zu einer der repräsentativsten Gestalten des Buddhismus überhaupt. In Tibet wird etwa der Dalai Lama als Inkarnation des Avalokiteshvara angesehen. In China, wo Kannon als Guanyin bekannt ist, und im Anschluss daran in Korea und Japan, zieht er weit mehr Gläubige an als die meisten anderen Buddhas und Bodhisattvas. Wie bereits erwähnt, trägt das Lotos Sutra, der vielleicht wichtigste Mahāyāna-Text überhaupt, insofern zur Beliebtheit Kannons bei, als es diesem Bodhisattva ein ganzes Kapitel (Kap. 25) gewidmet hat, welches manchmal als eigenes Avalokiteshvara Sutra behandelt wird. Aber auch im einflussreichen Herz Sutra (Hannya shingyō) tritt Kannon als Hauptprotagonist auf.
Alles in allem tendiert die Kannon-Verehrung dazu, sich zu verselbständigen und die Buddha-Verehrung in den Hintergrund zu drängen. Kannon verfügt sogar über ein eigenes Paradies, die Insel Fudaraku (von skt. Poṭalaka), die im Süden Indiens gelegen sein soll. Darstellungen des meditierenden Kannon (Nyoirin Kannon oder Suigetsu Kannon) imaginieren den Bodhisattva meist auf dieser Insel der Glückseligkeit und einzelne Episoden aus diversen Sutren berichten von frommen Gläubigen, die Kannon dorthin gefolgt sind. Kannons Popularität scheint somit auf der unausgesprochenen Erwartung zu gründen, dass es über diese Instanz des buddhistischen Pantheons verhältnismäßig einfach sei, dem unerbittlichen Gesetz der karmischen Vergeltung zu entkommen.
Im Zusammenhang mit dieser Mildtätigkeit fällt bereits in den frühen chinesischen und japanischen Skulpturen ein besonderer Hang zu androgynen Darstellungen auf. Darüber hinaus tritt Guanyin/Kannon vor allem in chinesischen Legenden als weibliche Gestalt auf, die auch zum Thema der bildenden Kunst wurden, zum Beispiel die Mond betrachtende Kannon, oder die Kannon mit einem Säugling an der Brust (Koyasu Kannon). Diese ikonographischen Formen sind außerhalb Ostasiens unbekannt, wie überhaupt die explizite Verweiblichung dieses Bodhisattvas eine chinesische Innovation sein dürfte. Die weibliche Guanyin erlebte in der Ming-Zeit (1368–1644) ihre große Blüte. Es entstanden damals sogar apokryphe Sutren, die Guanyin eine Biographie als chinesische Prinzessin beifügten.
Als die Jesuiten im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert in China ihre Missionstätigkeit entfalteten, bauten sie den Kult für die Gottesmutter Maria nach dem Vorbild der Guanyin Verehrung auf. Sie waren damit sehr erfolgreich. Dass dabei die Figur Jesu in den Hintergrund trat, wurde allerdings vom Vatikan heftig kritisiert. Auch in Japan wurden Maria und Kannon einander angeglichen. Vor allem während der Christenverfolgungen in der Edo-Zeit beteten japanische Christen zu Statuen, die äußerlich wie Kannon aussahen, jedoch Maria darstellen sollten.
Der Glaube an Kannon in weiblicher Form ist in Japan nicht in gleichem Umfang verbreitet wie in China. Die meisten traditionellen Kannonskulpturen sind in Japan männlich. Sofern sie bemalt sind, erkennt man häufig, dass wie bei anderen Buddhas und Bodhisattvas ein feiner Bart den Mund umspielt. In jüngerer Zeit sind in Japan allerdings vermehrt Varianten der Weißgewandeten Kannon, insbesondere die Kollosalstatuen aus dem 20. Jahrhundert, zu bemerken, die eher weiblich als männlich konnotiert sind.
Kannons fließende, weibliche Körperformen und -bewegungen sind im übrigen auch bei anderen Bodhisattva-Figuren anzutreffen. Ulrich Pauly spricht in diesem Zusammenhang vom Typus des „Göttlichen Androgyns“, der in vielen Religionen, nicht zuletzt in den christlichen Engeln zu erkennen ist. Daher ist es zweifelhaft, ob man von der oder dem Kannon sprechen soll. Es kommt wohl auf den jeweiligen Kontext an.
Im Buddhismus gibt es bekanntlich keinen Teufel und auch nicht das absolute Böse, ebensowenig wie es einen Schöpfergott gibt. Dennoch haben sich auch im Buddhismus Höllenvorstellungen entwickelt, die frappante Ähnlichkeiten mit der christlichen Hölle haben. Auch außerhalb der Hölle begegnet man zahlreichen furchteinflößenden Gestalten. Diese quälen oder strafen die menschlichen Sünder jedoch nicht aus eigenem Antrieb, sondern im Auftrag Buddhas bzw. des Karma-Gesetzes.
Im Allgemeinen sind die strafenden Instanzen des Buddhismus den mildtätigen untergeordnet. Es gehört jedoch zu den Besonderheiten des buddhistischen Glaubens, dass auch diese mitfühlenden Figuren über zornvolle Erscheinungsformen verfügen können. Besonders im Vajrayāna-Buddhismus, der seinen Höhepunkt im japanischen Mittelalter erreichte, wandte man diesen zornvollen Erscheinungsformen große Aufmerksamkeit zu. Im Fall Kannons gibt es unter den Zusatzgesichtern des Elfgesichtigen Kannon drei zornige. Noch deutlicher erkennt man die Ambivalenz der Bodhisattva Ikonographie in der Figur „Kannon mit Pferdekopf“ (Batō Kannon), der ganz ähnlich aussieht wie myōō oder tenbu Gottheiten. Mehr dazu auf der Sidepage Batō Kannon ...
↑Das alte japanische Längenmaß ken 間 war sechs Fuß (shaku) oder eine Armspanne und entspricht daher dem alten deutschen Längenmaß „Klafter“. Im Fall der Sanjūsangen-dō bezeichnet dasselbe Zeichen zwar den Zwischenraum zwischen den Säulen („Nischen“), der etwas länger ist, mir erscheint die Übersetzung „Klafter“ aber dennoch angemessen.
Internetquellen
Kannon Notebook, Mark Schumacher (en.) Eintrag zu Kannon in Schumachers A-Z Dictionary of Japanese Buddhist Statuary
Katharina Epprecht (Hg.), Kannon: Göttliches Mitgefühl. Frühe buddhistische Kunst aus Japan. Zürich: Museum Rietberg, 2007. Ausstellungskatalog.
Ulrich Pauly, Kannon: Wandel einer Mittlergestalt. München: Iudicium, 2003. Prägnante Einführung in die Ikonographie und Ikonologie des Bodhisattva im gesamten asiatischen Raum.
Yü Chün-Fang, Kuan-yin: The Chinese Transformation of Avalokitesvara. New York: Columbia University Press, 2001. In dieser umfangreichen historischen Studie wird u.a. die Frage erörtert, wann und wie es zum Geschlechterwandel des Bodhisattva in China kam.
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Quellen und Erläuterungen zu den Bildern auf dieser Seite
^Hauptstatue des Kannon (skt. Avalokiteśvara; chin. Guanyin) des Tempels Sanjūsangen-dō. Die tausend Arme erklären sich dem Shingon-Mönch Ono Nigai (951–1046) zufolge daraus, dass diese Kannon-Manifestation für alle jene Wesen zuständig ist, die im Reich der Hungergeister wiedergeboren wurden. Diese Wiedergeburt droht jedem, der sich in früheren Leben der Gier schuldig gemacht hat. Ganz offensichtlich gibt es in diesem Bereich für Kannon besonders viel zu tun. Werk von Tankei (1173–1256). 1254 (Bildquelle: unbekannt)
^Die Ausgestaltung der elf Köpfe, die Kannon (auch Kanzeon; skt. Avalokiteśvara; chin. Guanyin) hier auf dem eigenen Kopf trägt, ist einem Sutra entnommen, das sich ausschließlich mit dieser Erscheinungsform des Bodhisattvas befasst (jap. Jūichimen jinjushin-gyō) und 656 vom Pilgermönch Xuanzang ins Chinesische übertragen wurde. Hierin heißt es, dass drei der Köpfe mild, drei weitere streng blicken, drei hätten nach oben stehende Zähne, einer ein wildes Grinsen und einer das Aussehen eines Buddhas (Kajitani Ryōji in Epprecht 2007, S. 133-134). Niels Gülberg beschreibt die Köpfe folgendermaßen:
... am Scheitel ein Kopf des Tathâgata; zur Stirnseite drei milde lächelnde Bodhisattvamasken; zur linken Seite die drei sog. "Zornesaugenmasken", die Übel abwehren sollen; zur rechten
Seite drei gestrenge Gesichter mit nach oben weisenden Eckzähnen, die den Menschen zum Praktizieren des Guten anhalten sollen; und auf der Rückseite ein in Gelächter ausbrechendes Gesicht, das die schlechten Taten der Menschen tadeln soll. (Niels Gülberg, „Michizane und die Kannon von Hase: Ergänzende Anmerkungen zum mittelalterlichen Tenjin-Kult.“ Asiatische Studien 48 (1994), S. 207.)
^Bodhisattva Kannon (auch Kanzeon; skt. Avalokiteśvara; chin. Guanyin) als Begleiter von Amida in Fresco-Technik. Die photographische Aufnahme entstand vor dem Brand des Hōryū-ji im Jahr 1949. Nara-Zeit, 1949 durch Brand zerstört (Bildquelle: Yamashina Reiji, aus Haruyama Takematsu, Hōryūji no hekiga 法隆寺壁画 (1947))