Der Kaiserliche Erziehungserlass (Kyōiku chokugo, 1890)

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Der Kaiserliche Erziehungserlass (Kyōiku chokugo, 1890)

Der Kaiserliche Erziehungserlass (Kyōiku chokugo) aus dem Jahr 1890 ist auf den ersten Blick ein sehr allgemein gehaltenes Dokument, das wenig mit „Erziehung“ zu tun zu haben scheint. Es verdankt seinen Namen der Tatsache, dass es als allgemeine Leitlinie für die Schulerziehung entworfen wurde. Damit markiert es auch einen wichtigen Wendepunkt in der ideologischen Strategie, mit der der Meiji-Staat versuchte, die Bevölkerung auf die nationalen Interessen einzuschwören. Dieser Wendepunkt bestand in der Instrumentalisierung des neu geschaffenen allgemeinen Schulsystems für die Verbreitung des „Tennōismus“.

Offizieller Wortlaut

Wir geben euch hiermit zu wissen:

Unsere Kaiserlichen Vorfahren haben das Reich auf breiter und ständiger Basis errichtet und die Tugend tief und fest eingepflanzt. Unsere Untertanen sind in unverbrüchlicher Treue gegen den Herrscher und in kindlicher Liebe zu den Eltern stets eines Sinnes gewesen und haben von Geschlecht zu Geschlecht diese schöne Gesinnung in ihrem Tun bekundet. Dies ist die edle Blüte unseres Staatsgebildes (kokutai) und zugleich auch der Urquell, aus dem unsere Erziehung entspringt.

Ihr Untertanen! Liebet und ehret denn eure Eltern, seid ergeben euren Geschwistern, seid einig als Gatte und Gattin, und treu als Freund dem Freunde! Haltet auf bescheidene Mäßigung für euch selbst, euer Wohlwollen erstrecke sich auf Alle! Pfleget das Wissen und übet die Künste, auf daß ihr eure Kenntnisse und Fertigkeiten entwickelt und eure sittlichen Kräfte vervollkommnet! Bestrebet euch ferner, das öffentliche Wohl und das Allgemeininteresse zu fördern! Achtet die Reichverfassung und befolget die Gesetze des Landes! Sollte es je sich nötig erweisen, so opfert euch tapfer für das Vaterland auf! Erhaltet und mehret also das Gedeihen Unserer wie Himmel und Erde ewig dauernden Dynastie! Dann werdet ihr nicht nur Unsere guten und getreuen Untertanen sein, sondern dadurch auch die von den Vorfahren überkommenen Eigenschaften glänzend dartun.

Dieser Weg ist wahrlich ein Vermächtnis, das Uns Unsere Kaiserlichen Vorfahren hinterlassen haben, und das die Kaiserlichen Nachkommen sowie die Untertanen allesamt bewahren sollen: untrüglich für alle Zeiten und gültig an allen Orten. Es ist daher Unser Wusch, daß Uns sowohl wie euch, Unsern Untertanen, dies stets in aller Ehrfurcht am Herzen liege, und daß wir alle zu derselben Tugend gelangen mögen.

Gegeben am 30. Tage des 10. Monats des 23. Jahres Meiji (30.10.1890)

[Unterschrift: Mutsuhito + Siegel]1

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Durch diesen Erlass wurde der Schwerpunkt des japanischen Erziehungssystems zurück verlegt auf eine Bildung nach konfuzianischem Vorbild. Meiji-Zeit
Meiji Jingū

Entstehung und Kontext

In den ersten Jahren nach dem Umsturz von 1868 förderte die Meiji-Regierung eine Kampagne mit dem Namen „Die Verbreitung der Großen Lehre“ (taikyō senpu undō), die zunächst von Shintō-Priestern und Shintō-Ideologen, später auch von Buddhisten und konfuzianischen Intellektuellen getragen wurde. Anfang der 1870er Jahre wurde nicht nur ein eigenes Ministerium (Kyōbu-shō) für diese Kampagne geschaffen, es wurden zu diesem Zweck auch gewaltige Ressourcen in die Errichtung eines landesweiten organisatorischen und baulichen Netzwerks investiert. Doch schon bald stellte sich heraus, dass die Kampagne unter einem Mangel an ideologischer Schlagkraft und Geschlossenheit litt, da sich die einzelnen Instruktoren nur auf sehr allgemeine gemeinsame Inhalte einigen konnten und es überdies zu Fraktionskämpfen zwischen Buddhisten, Shintōisten und anderen kam. Die Gebäude, die im Zuge der Kampagne errichtet worden waren, ließen sich aber für die allgemeine Schulerziehung nützen.2

Als sich Ende der 1880er Jahre immer deutlicher abzeichnete, dass Japan ein rechtsstaatliches System annehmen würde, welches unter anderem die Trennung von Religion und Staat bzw. das Prinzip der religiösen Freiheit enthielt, ließen sich religiöse Spezialisten allein aus rechtlichen Gründen nicht mehr in den Dienst einer nationalen Propaganda nehmen. Dies bedeutete insbesondere für Schrein-Priester einen radikalen Rollenwechsel. Waren sie zu Beginn der Meiji-Restauration noch die Avantgarde einer wie immer zu definierenden Staatsreligion gewesen, so wurden sie ab 1882 im Zuge neuer Verordnungen dazu angehalten, auf alle theologischen und ideologischen Dispute zu verzichten und sich lediglich auf die Abhaltung von Riten zu konzentrieren. Schreinpriester hatten lediglich zu beachten, dass diese Riten als nationaler Kult zur Verehrung des Tennō zu verstehen waren. Diese besondere Bedeutung des tenno, der sozusagen den Gravitationspunkt aller an die kami gerichteten Handlungen darstellen sollte, bildet den Kern der sogenannten kokutai-Ideologie, also dem Glauben an einen besonderen „Staatskörper“ Japans mit dem Tennō an der Spitze, dank dem das Land allen anderen Nationen der Welt grundsätzlich überlegen sei.

Die ideologische Vermittlung der kokutai-Ideologie verlagerte sich in dieser Zeit von den Priestern zu den Lehrern. Der kaiserliche Erziehungserlass wurde wahrscheinlich gezielt für die ideologische Rolle der Schulen entworfen. Gleichzeitig entstand ein neuer Zyklus von nationalen Festtagen, die wiederum nach europäischen Vorbildern ausgerichtet waren. Manche waren zwar dem alten Hofzeremoniell entnommen, doch die meisten, etwa der Gedenktag der mythologischen Staatsgründung durch Jinmu Tennō am 11. Februar,3 wurden neu institutionalisiert. An diesen Tagen gab es landesweit Festakte, die vor allem in Schulen abgehalten wurden. Zu diesen Anlässen versammelten sich Schüler und Lehrer gemeinsam, verbeugten sich vor dem Portrait des kaiserlichen Paars, lauschten dem Erziehungserlass und sangen neu komponierte Lieder voll nationalem Pathos. Auch die japanische Hymne Kimigayo entstand in dieser Zeit.4

Ritualisierung

Form und Ablauf der neuartigen nationalen Festivitäten wurde ebenfalls durch zentrale Verordnungen regelmentiert. 1891, nur wenige Monate nach dem Erziehungserlass, wurde etwa die folgende „Verordnung zur Abhaltung von Festen und Feiertagen in Volksschulen“ erlassen:

On the days of the Kigensetsu 紀元節, Tenchōsetsu 天長節, Genshisai 元始祭, Kannamesai 神嘗祭, Shinjōsai (Niinamesai 新嘗祭), school principals, teachers, and students assemble together in the auditorium and perform the following ritual. (1) Students, teachers, and the principals bow deeply facing the image of the emperor and empress and pray for the long life of both. Schools that have not yet posted these images should omit this rite. (2) The principal or a teacher reads the Imperial Rescript on Education. (3) The principal and teachers work to cultivate in the students the resolution to love one’s country and be loyal to one’s lord by respectfully elucidating the sacred intent underlying the Imperial Rescript on Education, or by narrating the great affairs of the first emperor and the virtue of the historical emperors or by telling of the origin of the festivals and holidays or by delivering lectures that correspond to these festival or holidays. (4) Principals, teachers, and students sing songs that relate to these festival and prayer days.5

In dieser Verordnung deutet sich bereits eine Sakralisierung der Tennō-Portraits und des Erziehungserlasses selbst an, die sich in der Folge noch weiter verstärken sollte. Weitere Verordnungen präzisierten die Form ihrer Aufbewahrung, bis die meisten Schulen schließlich eine Art Schrein namens hōanden besaßen, wo Bild und Erlass des Tennō gemeinsam wie ein Heiligtum behandelt wurden.

In dieser Form der Verehrung offenbart sich ein grundlegender Unterschied zum vormodernen Schreinkult. Adressaten waren ehemals allein die kami gewesen und der rituelle Zweck war meist konkret und Anlass gebunden. Die Riten wurden von rituellen Spezialisten ausgeführt. Nun wurde quasi die gesamte Bevölkerung zu Ritualisten, während die Figur des Tennō theoretisch die Funktion eines Mittlers zwischen Bevölkerung und kami inne hielt. Doch die Dimension dieser Mittlerfigur wurde derart ausgeweitet, dass die einzelnen kami dahinter unsichtbar wurden und ihre spezifischen Stärken und Charakteristika verloren. Die Göttlichkeit des Tennō brauchte in diesem Kontext gar nicht mehr theoretisch erörtert zu werden, sondern ergab sich schlicht aus der rituellen Aufmerksamkeit, die seiner Person zuerkannt wurde.

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Militärische Riten in Schulen vor dem Schrein des kaiserlichen Portraits. Kriegszeit, 1943. Frühe Shōwa-Zeit, 1943
Bildquelle: Iwata Tadatoshi
2 Hōan-den (Schulschrein), 1943

Freilich ergab sich die Effizienz dieses Systems nicht auf einen Schlag, sondern nahm kontinuierlich in dem Maße zu, in dem neue Generationen unter dem Eindruck des Erziehungserlasses herangewachsen waren. Mit den wachsenden militärischen und kolonialistischen Unternehmungen des Landes gewannen auch die Bitten um „Frieden“ bzw. um militärische Siege im Kontext des patriotischen Ritualismus immer mehr an Bedeutung. Parallel dazu wurde der Yasukuni Schrein in Tōkyō mehr und mehr zur zentralen Bühne des nationalen Kults.

Ideologische Ausdeutung

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Portrait des Philosophen Inoue Tetsujirō in vorgerücktem Alter. Inoue erhielt eine konfuzianische Ausbildung, bevor er sich der westlichen Philosophie, vor allem dem deutschen Idealismus zuwandte. Nach einem Studienaufenthalt in Deutschland gelang es ihm, konfuzianische Grundüberzeugungen in eine moderne, an die westliche Philosophie angelehnte Termini zu übersetzen. 1937
Modern Japanese Historical Figures, National Diet Library
3 Inoue Tetsujirō

Ähnlich wie ein religiöser Text wurde der Erziehungserlass aber auch Gegenstand zahlreicher Interpretationen, die den darin kondensierten Inhalt explizit in eine dem nationalen Gedanken gedeihliche Botschaft ummünzen sollten. Manche dieser Interpretationen wurden von Regierungsseite generalstabsmäßig geplant und durchgeführt, andere entstanden in dem Bemühen von Gelehrten und Ideologen, eigenen Positionen anhand der vagen Formulierungen des Erlasses zu begründen. Die erste Auslegung unter kaiserlicher Aufsicht stammt vom Philosophen Inoue Tetsujirō (1855– 1944): Chokugo engi und erschien bereits im September 1891. Dies verwundert ein wenig, war doch Inoue eben von einem mehrjährigen Studienaufenthalt in Deutschland (1884– 1890) zurück gekehrt, wo er sich vor allem mit deutschem Idealismus beschäftigt hatte. Doch gerade darin lag in der damaligen Zeit sein besonderer Wert. Wenn ein Gelehrter, der auch das westliche Denken kannte, die konfuzianischen Termini des Erlasses ausdeutete, würde eine solche Schrift weitgehend immun gegen interne und externe Kritik sein. Inoue war sich umgekehrt der in ihn gesetzten Erwartungen bewusst und setzte seine Schrift sowohl konfuzianischen als auch kokugaku-Gelehrten vor, bevor sie zur Veröffentlichung frei gegeben wurde. Er erwähnt in seinen Memoiren allerdings auch, dass ihm speziell der – durch den preußischen Sieg über Frankreich 1871 angeheizte – deutsche Nationalismus, mit dem er während seiner Studienzeit in Kontakt gekommen war, darin bestärkte, auch in Japan das Erbe der eigenen Kultur stärker herauszustreichen, statt sich unkritisch am Vorbild des Westens zu orientieren.6 Inoues prononcierte Kritik am Westen war also zumindest teilweise von Deutschland inspiriert. Sein Kommentar zum Erziehungserlass wurde zum Beginn eines seiner zentralen Themen, nämlich die Prinzipien der „nationalen Moral“ (kokumin dōtoku) des japanischen Volkes festzulegen.

Inoue sieht im Erziehungserlass einen „gemeinschaftlichen Patriotismus“ gefordert, der mit den Kardinaltugenden des Konfuzianismus, Kindesliebe und Loyalität gegenüber dem Herrscher, im Einklang steht. Es geht also nicht nur um die Liebe zum Vaterland, sondern auch um eine persönliche Vervollkommnung nach konfuzianischem Muster im Dienste der staatlichen Gemeinschaft. Die Ordnung des Staates wird dabei mit der Ordnung der Familie in zweifacher Weise in Beziehung gesetzt: 1) Nur aus geordneten Familien entsteht ein geordneter Staat; und 2) Der Staat ist selbst ein Abbild der Familie, wobei der Tennō die Figur des Vaters repräsentiert.

Nationale Solidarität wird vor allem durch die Bedrohung durch westliche Staaten begründet. Jede Schwäche Japans könne dazu führen, dass das Land selbst Opfer des Kolonialismus werde (eine sicher berechtigte Warnung). Aus dieser Position zieht Inoue z.T. Schlussfolgerungen, die durchaus an die sonnō jōi Ideologie der Vor-Meiji-Zeit erinnern. So nimmt er (in einer späteren Schrift) auch explizit gegen das Christentum Stellung und kontrastiert es mit dem Erziehungserlass: Dieser sei „nationalistisch“ (natürlich im positiven Sinne), das Christentum hingegen a- oder gar anti-nationalistisch, da es auf die Menschheit als ganzes und nicht auf die Nation ausgerichtet ist.7 Unter den nationalen Tugenden, die Inoue beschwört, taucht u.a. auch der „Weg des Kriegers“ (Bushidō) auf, eine deutliche Abkehr von der Kritik am „Feudalismus“, die die frühe Meiji-Zeit bestimmt hatte.

Inoue Tetsujirō galt zu seiner Zeit nicht nur für das konservative politische Establishment als vertrauenswürdige Figur, auch in der akademischen Welt wurde er als Experte des japanischen Konfuzianismus hoch geschätzt. Sein Beispiel veranschaulicht, dass sich in der damaligen Zeit auch führende Intellektuelle bereitwillig in den Dienst der Nationalisierung Japans und der Tennō-Ideologie stellten. Trotzdem ist zu beobachten, dass die Ritualisierung des Erziehungserlasses bald ein Ausmaß annahm, das nicht allein durch den Einfluss westlich geprägter Ideologen wie Inoue zu erklären ist.

Verweise

Fußnoten

  1. Zitiert nach einer offiziellen Übersetzung ins Deutsche durch das Japanische Unterrichtsministerium, 1931. (Lokowandt 1978, S. 245; s.a. Antoni 1998, S. 216.)
  2. Die Errichtung eines Schulsystems nach westlichem Muster wurde bereits 1872 in Angriff genommen.
  3. Das Datum entspricht dem Neujahrstag im Jahr der Staatsgründung (660 v.u.Z.) nach dem alten luni-solaren Kalender. Es wurde nach Angaben im Nihon shoki errechnet, die aus heutiger Sicht keinerlei historische Glaubwürdigkeit besitzen. Es war allerdings insofern sehr pragmatisch gewählt, als man damit den alten Neujahrstag zu einem offiziellen Feiertag machte.
  4. Shimazono 2009, S. 101–103.
  5. Shōgakkō ni okeru shukujitsu taisaijitsu no gishiki ni kansuru kitei 小学校に於ける祝日大祭日の儀式に関する規程; nach Shimazono 2009, S. 102, Ü. Regan E. Murphy.
  6. Antoni 1990, S. 104–105.
  7. Kyōiku jiron, 1892.

Internetquellen


Letzte Überprüfung der Linkadressen: Jul. 2020

Literatur

Klaus Antoni 1990
„Inoue Tetsujirô (1855–1944) und die Entwicklung der Staatsideologie in der zweiten Hälfte der Meiji-Zeit.“ Oriens Extremus 33/1 (1990), S. 99–115.
Klaus Antoni 1998
Shintō und die Konzeption des japanischen Staatswesens (kokutai). Leiden: Brill 1998.
Ernst Lokowandt 1978
Die rechtliche Entwicklung des Staats-Shintō in der ersten Hälfte der Meiji-Zeit, 1868–1890. Wiesbaden: Harrassowitz 1978.
Shimazono Susumu 2009
„State Shinto in the Lives of the People: The Establishment of Emperor Worship, Modern Nationalism, and Shrine Shinto in Late Meiji.“ Japanese Journal of Religious Studies 36:1 (2009), S. 93–124. [Ü.: Regan E. Murphy.]

Bilder

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  1. ^ 
    Chokugo.jpg

    Durch diesen Erlass wurde der Schwerpunkt des japanischen Erziehungssystems zurück verlegt auf eine Bildung nach konfuzianischem Vorbild. Meiji-Zeit
    Meiji Jingū

  2. ^ 
    Hoanden.jpg

    Militärische Riten in Schulen vor dem Schrein des kaiserlichen Portraits. Kriegszeit, 1943. Frühe Shōwa-Zeit, 1943
    Bildquelle: Iwata Tadatoshi

  1. ^ 
    Inoue Tetsujiro.jpg

    Portrait des Philosophen Inoue Tetsujirō in vorgerücktem Alter. Inoue erhielt eine konfuzianische Ausbildung, bevor er sich der westlichen Philosophie, vor allem dem deutschen Idealismus zuwandte. Nach einem Studienaufenthalt in Deutschland gelang es ihm, konfuzianische Grundüberzeugungen in eine moderne, an die westliche Philosophie angelehnte Termini zu übersetzen. 1937
    Modern Japanese Historical Figures, National Diet Library


Glossar

Namen und Fachbegriffe auf dieser Seite:

  • Bushidō 武士道 ^ Verhaltenskodex bzw. Philosophie des japanischen Militäradels; wtl. Der Weg des Kriegers
  • Chokugo engi 勅語衍義 ^ „Kommentar zum Kaiserlichen Erziehungserlass“; Traktat von Inoue Tetsujirō, 1891
  • hōanden 奉安殿 ^ Schreine zur Aufbewahrung des kaiserlichen Portraits (1880er Jahre bis 1945); meist in Schulhöfen
  • Inoue Tetsujirō 井上哲次郎 ^ 1856–1944; führender Philosoph und Intellektueller der Meiji-Zeit
  • Jinmu Tennō 神武天皇 ^ wtl. „göttlicher Krieger“; gemäß den japanischen Mythen der erste menschliche Herrscher (Tennō) Japans
  • kami ^ Gottheit; im engeren Sinne einheimische oder lokale japanische Gottheit, Schreingottheit (s. jinja), Gottheit des Shintō
  • Kigensetsu 紀元節 ^ Reichsgründungstag Japans am 11. Februar
  • Kimigayo 君が代 ^ Nationalhymne Japans
  • kokugaku 国学 ^ „Lehre des Landes“, Nationale Schule, Nativismus; in der Edo-Zeit entstandene Gelehrtentradition, die ihren Fokus auf das nationale Erbe Japans richtete
  • kokumin dōtoku 国民道徳 ^ „Nationale Moral“, „Volksmoral“; Schlagwort der nationalistischen Propaganda der Zwischenkriegszeit
  • kokutai 国体 ^ Nationalwesen, wtl. „Landeskörper“
  • Kyōbu-shō 教部省 ^ Ministerium für religiöse Angelegenheiten, 1872–1877
  • Kyōiku chokugo 教育勅語 ^ Kaiserlicher Erziehungserlass; erlassen am 30. Oktober 1890 durch Meiji Tennō
  • Meiji 明治 ^ posthumer Name von Kaiser Mutsuhito; nach ihm wird auch die Meiji-Zeit (1868–1912) benannt
  • sonnō jōi 尊王攘夷 ^ „Ehrt den Kaiser, verjagt die Barbaren“; anti-westlicher Slogan des 19. Jh.s (Zitat aus den Frühling- und Herbstannalen des Konfuzius)
  • taikyō senpu undō 大教宣布運動 ^ Kampagne des Großen Lernens oder auch Große Indoktrinierungs-Kampagne, 1870–1884; staatl. Initiative der frühen Meiji-Zeit zur Verbreitung der Ideale des Tennō-Loyalismus
  • [[Glossar:Tenno|]] () ^
  • Yasukuni Jinja 靖国神社 ^ Yasukuni Schrein, Tōkyō; Schrein zum Gedenken an Kriegsgefallene
Religion in JapanGeschichteStaatsshintoKyoiku chokugo
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Religion in JapanInhaltsübersicht

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„Der Kaiserliche Erziehungserlass (Kyōiku chokugo, 1890).“ In: Bernhard Scheid, Religion-in-Japan: Ein digitales Handbuch. Universität Wien, seit 2001