Fudō Myōō &Co

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Fudō Myōō &Co

Das Aussehen eines myōō (skt. Vidyārāja, „Mantra-König“ oder „Weisheits-König“) ist zweifellos nicht mit der entspannten Schönheit eines Buddhas oder Bodhisattvas zu vergleichen. Er hat zornverzerrte Gesichtszüge, Raubtierzähne und oft ein drittes Auge auf der Stirn. Seine Haut ist rot oder schwarz, in den Händen hält er gefährliche Waffen. Meist umgibt ihn eine Aureole von flackernden Flammen.

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Daiitoku (skt. Yamantaka), ein myōō mit sechs Köpfen, sechs Beinen und sechs Armen. Teil der Fünf Großen Myōō (Godai Myōō), dem Westen zugeordnet. Verkörpert den zornvollen Aspekt des Budda Amida. Kamakura-Zeit, 13. Jh.
Minneapolis Institute of Art
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Aizen Myōō (skr. Rāgarāja), der Mantrakönig (myōō) der Liebe, mit feuerroter Haut, zu Berge flammendem Haar, Raubtierzähnen, einem dritten Auge und einer Kappe mit Löwenkopf. Die Statue enthält eine Inschrift, laut der der Bildhauer Kaijō die Figur aus einem halbverbrannten Holzpfeiler schnitzte, der ehemals Teil der Halle des Großen Buddha des Tōdai-ji (zerstört 1180, wiedererrichtet ab 1195) gewesen war. Werk von Kaijō (oder Kaisei). Kamakura-Zeit, 1256
e-Museum
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Gōzanze Myōō (skt. Trailokyavijaya) mit der charakteristischen mudra der Dämonenabwehr (Gōsanze-in). 14. Jh.
Kyōto National Museum, Saichō and Treasures of Tendai (Ausstellungskatalog) 2005, S. 165
Charakteristische myōō

Dennoch wird die Macht eines myōō nicht als feindlich aufgefasst, sondern man trachtet danach, ihn als Verbündeten gegen böse Kräfte zu gewinnen. Der bei weitem populärste Mantra-König Japans ist Fudō, „der Unbewegte“ oder „Standfeste“. Er ist, wie die anderen myōō, mit dem esoterischen Buddhismus nach Japan gekommen, genießt aber auch außerhalb der esoterischen Richtungen (v.a im Shingon und z.T. im Tendai) ganz besondere Verehrung.

Fudō, der Unbewegte

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Fudō Myōō von Kaikei bzw. aus der Werkstatt der Kei-Schule. Stilistisch eng verwandt mit dem berühmten Fudō des Daigo-ji, der 1203 datiert ist. Besonders auffallend die hervorquellenden Augen, die aus Glas bestehen und innen in die Statue eingelegt wurden. Werk von Kaikei. Kamakura-Zeit, frühes 13. Jh.
Burke Collection
4 Fudō Myōō

Fudō begegnet uns bereits im indischen Buddhismus (unter dem Namen Acala, was auch auf Sanskrit „unbeweglich“ bedeutet). Ikonographisch taucht er aber in Indien und China nur sehr selten auf. In Japan, wo er zusammen mit den meisten anderen myōō erstmals durch Kūkai (774–835), den Begründer des esoterischen Buddhismus, bekannt gemacht worden sein soll, erlangte er nicht nur eine größere Beliebtheit als in anderen asiatischen Ländern, auch innerhalb der japanischen myōō ist kein anderer ähnlich populär wie er. Feuer und Schwert sind seine typischen Attribute, oft hält er auch ein Seil in seiner Linken zum Einfangen von Dämonen. Seine Haut ist zumeist schwarz oder blau.

Wenn Fudō rituell angesprochen wird, so meist im Zusammenhang mit den Feuer-Riten (goma gyōji) des esoterischen Buddhismus. Diese werden auch heute noch häufig praktiziert. Große Tempel haben oft Seitenaltäre, manchmal auch Seitengebäude, die Fudō geweiht sind und wo goma-Zeremonien abgehalten werden. Kleine Fudō Tempel findet man vereinzelt in gebirgigen Regionen, wo sie mit den Kulten der Bergasketen (yamabushi) in Verbindung stehen. Auch entlang der Route der 88 Pilgertempel von Shikoku stößt man immer wieder auf Fudō-Kulte der yamabushi, die in Verbindung mit dem Feuer stehen.

Aizen, Mantra-König der Liebe

Aizen Myōō wird oft schreckenerregender als Fudō dargestellt. Erkennbar an seiner feuerroten Hautfarbe und an Pfeil und Bogen (neben anderen Waffen) kann er bis zu sechs Arme und Beine besitzen. Auch er erfährt vor allem im japanischen esoterischen Buddhismus große Verehrung und wird hier oft in Kombination mit Fudō verehrt. Sein Name bedeutet zwar wörtlich „Mantra-König der Liebe“, doch bedeutet das lediglich, dass er die irdischen Leidenschaften der Menschen in die rechten Gefühle eines bosatsu verwandelt — und das mit seinen Methoden.

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Drei Augen, sechs Arme, mit Pfeil und Bogen bewaffnet, thront Aizen Myōō hier auf einer Lotosblüte, umrahmt von einer roten Mondscheibe. Die Ikonographie beruht auf dem Yugi-kyō, einem wahrscheinlich in China entstandenen Sutra des esoterischen Buddhismus, das Aizen ein eigenes Kapitel widmet. Kamakura-Zeit
Nezu Museum
5 Hängerollbild, um 1300
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Aizen Myōō als zentrale Gestalt im ältesten erhaltenen Aizen mandala aus dem Jahr 1107. Obwohl Aizen vor allem im Shingon Buddhismus hochgehalten wird, entstammt die Vorlage zu diesem Mandala der Tendai-shū. Heian-Zeit, 1107
Metropolitan Museum, New York
6 Skizze, 1107
Aizen Myōō

Aizen soll ursprünglich in esoterischen Regenriten (shōu) eine besondere Rolle gespielt haben. In weiteren Zirkeln der Heian-Zeit erzielte er einen ersten Achtungserfolg, als ein Shingon Mönch mit seiner Hilfe den frühen Tod eines Tennō (Go-Reizei Tennō, 1025–1068) herbeibetete, um einem anderen Kandidaten (dem späteren Go-Sanjō Tennō, 1034–1073) zum Thron zu verhelfen.1

Wie die meisten anderen myōōs (außer Fudō) dürfte Aizen gegen Ende des Mittelalters allmählich an Bedeutung verloren haben und ist daher heute verhältnismäßig wenig bekannt. Doch noch in der Edo-Zeit fühlten sich Liebende — oder die, die mit der Liebe handelten — zu ihm hingezogen. Er galt zu dieser Zeit als der Beschützer der Geishas in Yoshiwara, dem Freudenviertel von Edo.

Die Fünf Großen Myōō

Neben Fudō und Aizen stößt man vereinzelt auch auf die Gruppe der Fünf Großen Myōō (Godai Myōō), in deren Zentrum wiederum Fudō steht, während vier weitere myōō nach den Himmelsrichtungen um ihn gruppiert sind. Laut Shingon-Tradition verkörpern sie die zornvollen Erscheinungsformen der fünf Hauptbuddhas im Vajra-Welt-Mandala und setzen sich folgendermaßen zusammen:

  1. Fudō, Mitte (Erscheinungsform des Dainichi Nyorai). Mit lediglich zwei Armen, zwei Augen, etc. unter den Fünf Myōō der menschen­ähnlichste.
  2. Gōzanze Myōō, skt. Trailokyavijaya („Bezwinger der drei Welten“), Osten (Ashuku Nyorai). Steht auf zwei menschlichen Figuren, die Shiva und seine Gespielin repräsentieren.
  3. Gundari Myōō, skt. Kundali, Süden (Hōshō Nyorai).
  4. Daiitoku Myōō, skt. Yamantaka („der Überwinder des Yama“), Westen (Amida Nyorai). Seinem Namen entsprechend überwindet er den König der Unterwelt (Yama, jap. Enma), bzw. den Tod. Charakteristischerweise reitet Yamantaka auf dem Büffel des Yama (bzw. hat in manchen tibetischen Darstellungen auch den Kopf eines Büffels).
  5. Kongōyasha Myōō, skt. Vajrayaksa („Vajra-General“), Norden (Fukūjōja Nyorai). Besitzt ein Gesicht mit fünf Augen.
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Kongōyasha Myōō aus der Gruppe der Godai Myōō des Tōji in Kyōto. Heian-Zeit, 839
Bildquelle: unbekannt
7 Kongō Yasha Myōō (N)
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Gundari Myōō aus der Gruppe der Godai Myōō des Tōji in Kyōto. Heian-Zeit, 839
Bildquelle: unbekannt
8 Gundari Myōō (S)
Fudo toji.jpg
Älteste erhaltene Statue des Fudō Myōō (skt. Acala) Japans. 839
Tōji Kōdō Ritai Mandara
9 Fudō Myōō
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Gōzanze Myōō (skt. Trailokyavijaya) mit vier Gesichtern und acht Armen, auf den Körpern von Shiva und seiner Gespielin Parvati (Umā) tanzend. Statue aus der Gruppe der n der „Fünf Großen Myōō“ (Godai Myōō) des Tōji in Kyōto, die zusammen mit anderen Figuren des esoterischen Buddhismus im Auftrag von Kūkai als dreidimensionales Mandala angelegt und 839 vollendet wurden. S.a. Tōji kōbō-ichi (2011/10) Heian-Zeit, 839
unbekannt
10 Gozanze Myōō (O)
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Daiitoku Myōō aus der Gruppe der Godai Myōō des Tōji in Kyōto. Charakterisiert durch sein Reittier, den Stier. Dies verbindet ihn mit Enma (skt. Yama), dem Herrn der Totenwelt. Heian-Zeit, 839
Bildquelle: unbekannt
11 Daiitoku Myōō (W)

Die älteste und berühmteste Darstellung dieser Gruppe stammt aus dem Jahr 839 und befindet sich im Tōji, einem der Haupttempel des Shingon Buddhismus. Die Statuen wurden von Kūkai in Auftrag gegeben, der diese Gestalten in Japan bekannt machte. Sie repräsentieren somit den Ausgangspunkt der japanischen myōō-Ikonographie. Allerdings setzte sich das Ensemble der Fünf nicht auf Dauer durch: Gestalten wie Aizen oder der pferdeköpfige Batō Myōō (auch Batō Kannon) überflügelten die Gruppe an Bedeutung. Lediglich der von Kūkai besonders verehrte Fudō fand in Japan so etwas wie seine wahre Heimat.

Wortbedeutung

Der Titel myōō ist aus den Zeichen für „hell“ und „König“ zusammengesetzt. „König“ (ō; skt. raja) wird im Buddhismus häufig im Sinne von Herrscher, Herr oder auch Beschützer verwendet. Das Zeichen „hell“ steht hier für Sanskrit vidya, was u.a. „Weisheit“ bedeutet. „Weisheitskönig“ oder „wisdom king“ ist daher eine geläufige Übersetzung von „myōō“. Laut dem japanischen Standardwörterbuch des esoterischen Buddhismus (Mikkyō jiten) kann myō im esoterischen Buddhismus aber auch „durch magische Formeln erlangte Weisheit“ und davon abgeleitet „magische Formel“ bzw. Mantra bedeuten. Dementsprechend bevorzuge ich die Übersetzung „Mantra-König“. Myōō sind demnach die Könige bzw. Herren oder Beschützer, die über die Mantren herrschen, oder aber durch Mantren angerufen bzw. aktiviert werden können (s. dazu auch Ordnungssysteme im buddhistischen Pantheon).

Die kriegerischen Züge der Myōō

Myōō sind ebenso wie die meisten anderen Wächtergottheiten (tenbu) mit dem esoterischen Buddhismus (Tantrismus, Vajrayana) in Japan verbreitet worden. Obwohl die Ikonographie der japanischen myōō sich bis zu Kūkai, also bis ins 9. Jahrhundert zurückverfolgen lässt, war ihre große Zeit das japanische Mittelalter (12.–16. Jh.), als esoterische Riten in fast allen großen Tempeln, vor allem aber in Shingon- und Tendai-Klöstern praktiziert wurden. Es hat den Anschein, als ob diese Beliebtheit furchterregender Figuren, auch wenn sie noch so symbolisch gedeutet werden mögen, in unruhigen, kriegerischen Zeiten besonders ausgeprägt war. Dies lässt sich bereits in Indien nachweisen, wo in den ersten Jahrhunderten unserer Zeit mit der Figur des „Vajraträgers“ (skt. Vajrapani, jap. kongōshu) ein Prototyp für alle weiteren zornvollen Gestalten entsteht. Der Buddhismus hatte in dieser Zeit zunehmend mit der Konkurrenz shivaitischer und vishnuitischer Glaubensformen zu kämpfen, in denen die jeweiligen Hauptgötter (Shiva und Vishnu) als siegreiche Kriegsherren dargestellt wurden, und übernahm dabei deren Umgang mit kriegerischen Symbolen. Zu diesen zählt auch der vajra (jap. kongō), der u.a. dem „diamantenen Fahrzeug“ — Vajrayana, Synonym des esoterischen Buddhismus — seinen Namen gab: ursprünglich handelte es sich dabei um eine Waffe oder ein Insignium der Herrschaft. Viele esoterisch-buddhistische Wächtergötter scheinen also zunächst als Verteidiger des Buddhismus gegen Feinde aus dem „hinduistischen Lager“ aufgetreten zu sein und machten sich dabei die Attribute ihrer Gegner zu eigen.

Sobald sich im Buddhismus die Auffassung durchgesetzt hatte, dass der Dharma nicht allein durch Mildtätigkeit und Weltentsagung, sondern auch durch den (symbolischen?) Einsatz kriegerischer Mittel beschützt, bzw. verbreitet werden konnte, entstanden also parallel zu Buddhas und Bodhisattvas neue Klassen von furchteinflößenden Erscheinungen, die zunächst entweder als zum Buddhismus bekehrte, ehemals feindliche Gottheiten, mit zunehmender Beliebtheit aber auch als „zornvolle Erscheinungsform“ eines Buddhas oder Bodhisattvas interpretiert wurden. Zur letzteren Gruppe zählen in Japan die myōō, die unter den zornigen Gottheiten somit eine Art Aristokratie darstellen. Sie genossen zusammen mit den niederrangigeren Deva-Gottheiten (tenbu) vor allem im von Bürgerkriegen gezeichneten japanischen Mittelalter große Verehrung.

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Makakara (oder auch Daikoku, skt. Mahakala) hier als zentrale Figur eines ihm gewidmeten Mandala (Makakara mandara). Die Abbildung entstammt dem Titelblatt eines Buches zu diesem Thema. Edo-Zeit
Yamamoto Hiroko, Ishin. Chūsei Nihon no mikkyōteki sekai („Seltsame Götter: Die esoterische Welt des japanischen Mittelalters“), Titelblatt
12 Esoterischer Mahakala/Daikoku
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Daikoku, wie er als einer der sieben Glücksgötter (Shichi Fukujin) in modernen Souvenierläden zu finden ist. 20. Jh.
Bildquelle: unbekannt
13 Daikoku heute

Als wieder friedlichere Zeiten anbrachen, gerieten die meisten esoterischen Schutzgottheiten (mit Ausnahme Fudōs) weitgehend in Vergessenheit oder wurden in ihrem Wirkungsbereich eingeschränkt und umgedeutet. Die heutigen Glücksgötter Benzai-ten, Bishamon-ten und Daikoku-ten können beispielsweise auf eine Karriere als furchterregende Schutzgottheiten zurückblicken. Besonders interessant ist der Fall des Daikoku, der einstmals auch unter dem Namen Makakara (skt. Mahakala, wtl. „Großer Schwarzer“) in einer Gestalt verehrt wurde, die direkt aus dem tibetischen Buddhismus übernommen zu sein scheint. Im Laufe der Edo-Zeit gewannen seine Eigenschaften als Gott des Reichtums aber die Oberhand über seine schaurigen Attribute. In manchen älteren Darstellungen noch seinem Namen gemäß schwarz und düster, ist er heute nur noch als ewig lächelnder Glücksgott bekannt (s. dazu auch „Die rätselhafte Karriere des Daikoku“).

Verweise

Verwandte Themen

Fußnoten

  1. Trenson 2018, S. 113. Der Thronwechsel gilt als Bruch im Machtmonopol der Fujiwara und als Auftakt zum System der Ex-Kaiser-Regierung (insei).

Internetquellen

  • Shikoku Henro Shashinshū (jap.)
    Fudō-Statuen entlang der 88 Tempel Pilgerroute in Shikoku.
  • Tōji Kōdō Rittai Mandara (jap.)
    „Skulpturen-Mandala in der Predigthalle des Tōji Tempels“: Darstellung und Besprechung einer Skulpturengruppe des „Ost-Tempels“ (Tōji) in Kyoto, zu der auch die Godai Myōō gehören.


Letzte Überprüfung der Linkadressen: Jul. 2020

Literatur

Steven Trenson 2018
A Study on the Combination of the Deities Fudō and Aizen in Medieval Shingon Esoteric Buddhism.“ In: Ann Heirman, Carmen Meinert, Christoph Anderl (Hg.), Buddhist Encounters and Identities Across East Asia. Leiden: Brill 2018, S. 108–136.

Bilder

Quellen und Erläuterungen zu den Bildern auf dieser Seite:

  1. ^ 
    Daiitoku myoo detail.jpg

    Daiitoku (skt. Yamantaka), ein myōō mit sechs Köpfen, sechs Beinen und sechs Armen. Teil der Fünf Großen Myōō (Godai Myōō), dem Westen zugeordnet. Verkörpert den zornvollen Aspekt des Budda Amida. Kamakura-Zeit, 13. Jh.
    Minneapolis Institute of Art

  2. ^ 
    Aizen 1256.jpg
    Aizen Myōō (skr. Rāgarāja), der Mantrakönig (myōō) der Liebe, mit feuerroter Haut, zu Berge flammendem Haar, Raubtierzähnen, einem dritten Auge und einer Kappe mit Löwenkopf.

    Die Statue enthält eine Inschrift, laut der der Bildhauer Kaijō die Figur aus einem halbverbrannten Holzpfeiler schnitzte, der ehemals Teil der Halle des Großen Buddha des Tōdai-ji (zerstört 1180, wiedererrichtet ab 1195) gewesen war. Werk von Kaijō (oder Kaisei). Kamakura-Zeit, 1256
    e-Museum

  3. ^ 
    Gosanze myoo.jpg

    Gōzanze Myōō (skt. Trailokyavijaya) mit der charakteristischen mudra der Dämonenabwehr (Gōsanze-in). 14. Jh.
    Kyōto National Museum, Saichō and Treasures of Tendai (Ausstellungskatalog) 2005, S. 165

  4. ^ 
    Fudo kaikei 2b.jpg

    Fudō Myōō von Kaikei bzw. aus der Werkstatt der Kei-Schule. Stilistisch eng verwandt mit dem berühmten Fudō des Daigo-ji, der 1203 datiert ist. Besonders auffallend die hervorquellenden Augen, die aus Glas bestehen und innen in die Statue eingelegt wurden. Werk von Kaikei. Kamakura-Zeit, frühes 13. Jh.
    Burke Collection

  5. ^ 
    Aizen nezu.jpg

    Drei Augen, sechs Arme, mit Pfeil und Bogen bewaffnet, thront Aizen Myōō hier auf einer Lotosblüte, umrahmt von einer roten Mondscheibe. Die Ikonographie beruht auf dem Yugi-kyō, einem wahrscheinlich in China entstandenen Sutra des esoterischen Buddhismus, das Aizen ein eigenes Kapitel widmet. Kamakura-Zeit
    Nezu Museum

  6. ^ 
    Aizen mandara 1107.jpg

    Aizen Myōō als zentrale Gestalt im ältesten erhaltenen Aizen mandala aus dem Jahr 1107. Obwohl Aizen vor allem im Shingon Buddhismus hochgehalten wird, entstammt die Vorlage zu diesem Mandala der Tendai-shū. Heian-Zeit, 1107
    Metropolitan Museum, New York

  7. ^ 
    Kongoyasha myoo toji.jpg

    Kongōyasha Myōō aus der Gruppe der Godai Myōō des Tōji in Kyōto. Heian-Zeit, 839
    Bildquelle: unbekannt

  1. ^ 
    Gundari myoo toji.jpg

    Gundari Myōō aus der Gruppe der Godai Myōō des Tōji in Kyōto. Heian-Zeit, 839
    Bildquelle: unbekannt

  2. ^ 
    Fudo toji.jpg

    Älteste erhaltene Statue des Fudō Myōō (skt. Acala) Japans. 839
    Tōji Kōdō Ritai Mandara

  3. ^ 
    Gosanze myoo toji.jpg

    Gōzanze Myōō (skt. Trailokyavijaya) mit vier Gesichtern und acht Armen, auf den Körpern von Shiva und seiner Gespielin Parvati (Umā) tanzend. Statue aus der Gruppe der n der „Fünf Großen Myōō“ (Godai Myōō) des Tōji in Kyōto, die zusammen mit anderen Figuren des esoterischen Buddhismus im Auftrag von Kūkai als dreidimensionales Mandala angelegt und 839 vollendet wurden. S.a. Tōji kōbō-ichi (2011/10) Heian-Zeit, 839
    unbekannt

  4. ^ 
    Daiitoku myoo toji.jpg

    Daiitoku Myōō aus der Gruppe der Godai Myōō des Tōji in Kyōto. Charakterisiert durch sein Reittier, den Stier. Dies verbindet ihn mit Enma (skt. Yama), dem Herrn der Totenwelt. Heian-Zeit, 839
    Bildquelle: unbekannt

  5. ^ 
    Makakara daikoku.jpg

    Makakara (oder auch Daikoku, skt. Mahakala) hier als zentrale Figur eines ihm gewidmeten Mandala (Makakara mandara). Die Abbildung entstammt dem Titelblatt eines Buches zu diesem Thema. Edo-Zeit
    Yamamoto Hiroko, Ishin. Chūsei Nihon no mikkyōteki sekai („Seltsame Götter: Die esoterische Welt des japanischen Mittelalters“), Titelblatt

  6. ^ 
    Daikoku neu.jpg

    Daikoku, wie er als einer der sieben Glücksgötter (Shichi Fukujin) in modernen Souvenierläden zu finden ist. 20. Jh.
    Bildquelle: unbekannt


Glossar

Namen und Fachbegriffe auf dieser Seite:

  • Acala (skt.) अचल ^ „Unbeweglich“, Beinamen des in Japan wichtigsten Mantra-Königs (jap. Fudō 不動)
  • Aizen Myōō 愛染明王 ^ wtl. Mantra-König der Liebe; einer der bekanntesten myōō Japans
  • Amida Nyorai 阿弥陀如来 ^ Amida Buddha; skt. Buddha Amitabha
  • Batō Kannon 馬頭観音 ^ Kannon mit dem Pferdekopf, eine zornvolle Manifestation Kannons
  • Benzaiten 弁才天/弁財天 ^ Glücksgöttin im Ensemble der Sieben Glücksgötter (Shichi Fukujin); Gottheit des Wassers, der Musik und der Beredsamkeit; skt. Sarasvati; auch: Benten
  • Bishamon-ten 毘沙門天 ^ Himmelswächter des Nordens, Glücksgott; abgeleitet von einem indischen Gott des Reichtums, Vaishravana
  • Bodhisattva (skt.) बोधिसत्त्व ^ „Erleuchtetes Wesen“, Vorstufe zur vollkommenen Buddhaschaft (jap. bosatsu 菩薩)
  • bosatsu 菩薩 ^ Bodhisattva, buddhistische Heilsgestalt
  • Buddha (skt.) बुद्ध ^ „Der Erleuchtete“ (jap. butsu, hotoke 仏 oder Budda 仏陀)
  • Daiitoku Myōō 大威徳明王 ^ skt. Yamantaka, einer der Fünf Großen Myōō
  • Daikoku 大黒 ^ Gott des Reichtums und Stellvertreter der Sieben Glücksgötter (Shichi Fukujin); skt. Mahakala = „Großer Schwarzer“; auch Daikoku-ten
  • Dainichi Nyorai 大日如来 ^ Buddha Vairocana, der „kosmische Buddha“; wtl. „Großes Licht“ oder „Große Sonne“
  • deva (skt.) देव ^ „Gottheit“, oberste Klasse indischer Götter (jap. -ten 天 oder tenbu 天部)
  • Dharma (skt.) धर्म ^ Gesetz (des Universums), Lehre (des Buddha) (jap. 法)
  • Edo 江戸 ^ Hauptstadt der Tokugawa-Shōgune, heute: Tōkyō; auch: Zeit der Tokugawa-Dynastie, 1600–1867 (= Edo-Zeit);
  • Enma 閻魔 ^ skt. Yama; König oder Richter der Unterwelt; auch Enra; meist als Enma-ten oder Enma-ō angesprochen
  • Fudō Myōō 不動明王 ^ prominentester japanischer myōō (Mantra-König), wtl. „der Unbewegliche“
  • Godai Myōō 五大明王 ^ die Fünf Großen Myōō
  • goma gyōji 護摩行事 ^ buddh. Feuerritus, skt. Homa
  • Go-Reizei Tennō 後冷泉天皇 ^ 1025–1068 (r. 1045–1068), 70. Kaiser von Japan
  • Go-Sanjō Tennō 後三条天皇 ^ 1034–1073 (r. 1068–1073), 71. Kaiser von Japan
  • Gōzanze Myōō 降三世明王 ^ skt. Trailokyavijaya, einer der Fünf Großen Myōō
  • Gundari Myōō 軍荼利明王 ^ skt. Kundali, einer der Fünf Großen Myōō
  • Heian 平安 ^ auch Heian-kyō 平安京, „Stadt des Friedens“; politisches Zentrum 794–1185 (= Heian-Zeit)
  • kongō 金剛 ^ skt. Vajra; „Diamant“, magische Waffe, Donnerkeil
  • kongōshu 金剛手 ^ Vajra-Hand, skt. Vajrapani; s.a. Niō
  • Kongōyasha Myōō 金剛夜叉 ^ skt. Vajrayaksha, einer der Fünf Großen Myōō
  • Kuṇḍali (skt.) कुण्डलि ^ „Geringelt, schlangenhaft“, Beinamen eines der Fünf Großen Myōō (jap. Gundari 軍荼利)
  • Kūkai 空海 ^ 774–835, Gründer des Shingon Buddhismus; Eigennamen Saeki Mao, Ehrennamen Kōbō Daishi
  • Mahākāla (skt.) महाकाल ^ „Großer Schwarzer“, esoterische Gottheit (jap. Makakara 摩訶迦羅 oder Daikoku 大黒)
  • Makakara 摩訶迦羅 ^ skt. Mahakala, „Großer Schwarzer“; alternativer Name des Glücksgotts Daikoku
  • mantra (skt.) मन्त्र ^ Gebetsformel (jap. shingon 真言)
  • myōō 明王 ^ wtl. Licht-König, auch „Mantra-König“ oder „Weisheits-König“; meist zornvoll dargestellte Schutzgottheit; skt. vidyaraja
  • rāja (skt.) राज ^ „König“ (jap. ō 王)
  • Shikoku hachijū hakkasho 四国八十八箇所 ^ Die 88 Pilgerstätten von Shikoku.
  • Shingon-shū 真言宗 ^ Shingon-Schule, wtl. Schule des Wahren Wortes; wichtigste Vertreterin des esoterischen Buddhismus (mikkyō) in Japan
  • Śiva (skt.) शिव ^ „Glückverheißender“, indische Göttheit, auch Maheshvara oder Ishvara (jap. Daijizai-ten 大自在天)
  • shōu 請雨 ^ Regenbitte; Ritus, um Regen zu erwirken; s.a. amagoi, kiu
  • tantra (skt.) तन्त्र ^ „Gewebe“, Lehrschrift des esoterischen Buddhismus (ähnlich sutra, aber meist mit rituellem Inhalt)
  • tenbu 天部 ^ Gruppe der indischen bzw. aus Indien übernommene Gottheiten im japanischen Buddhismus (skt. deva)
  • Tendai-shū 天台宗 ^ Tendai-Schule, chin. Tiantai
  • Tōji 東寺 ^ Ost-Tempel in Kyōto, eig. Kyōō Gokoku-ji (Tempel des Königs der Lehre zum Schutz des Landes)
  • Trailokyavijaya (skt.) त्रैलोक्यविजय ^ „Bezwinger der drei Welten“, einer der Fünf Großen Myōō (jap. Gōzanze 降三世)
  • vajra (skt.) वज्र ^ „Donnerkeil“, Ritualinstrument und Symbol des tantristischen/esoterischen Buddhismus (jap. kongō 金剛)
  • Vajrapāṇi (skt.) वज्रपाणि ^ „Vajrahand“, Vajraträger (jap. Kongōshu 金剛手)
  • Vajrayakṣa (skt.) वज्रयक्ष ^ „Vajra General“, einer der Fünf Großen Myōō (jap. Kongōyasha 金剛夜叉)
  • Vajrayāna (skt.) वज्रयन ^ „Vajra-Fahrzeug“, Tantrismus, esoterischer Buddhismus (jap. mikkyō 密教 oder Kongō-jō 金剛乗)
  • vidyā (skt.) विद्या ^ „Wissen“ (jap. myō 明)
  • vidyārāja (skt.) विद्याराज ^ „Mantra-König, Weisheits-König“ (jap. myōō 明王)
  • Viṣṇu (skt.) विष्णु ^ indische (vedische) Gottheit; gilt im Vishnuismus als Manifestation des höchsten Seins
  • Yama (skt.) यमराज ^ Gottheit der Unterwelt und des Todes (jap. Enma 閻魔)
  • yamabushi 山伏 ^ Bergasket, wtl. der in den Bergen schläft; Praktikant des Shugendō
  • Yamāntaka (skt.) यमान्तक ^ „Bezwinger des Todes (Yama)“, einer der Fünf Großen Myōō (jap. Daiitoku Myōō 大威徳明王)
  • Yoshiwara 吉原 ^ Freudenviertel des Edo-zeitlichen Tōkyō
Religion in JapanIkonographieMyoo
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Religion in JapanInhaltsübersicht

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„Fudō Myōō &Co.“ In: Bernhard Scheid, Religion-in-Japan: Ein digitales Handbuch. Universität Wien, seit 2001