Shinbutsu bunri: Die Trennung von kami und Buddhas

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Shinbutsu bunri Die Trennung von kami und Buddhas

Unter shinbutsu bunri, wtl. die Trennung von kami und Buddhas, versteht man die Entflechtung von „shintōistischen“ und buddhistischen Lehren, Verehrungsgegenständen und Institutionen. Diese koexistierten bis zum Beginn der Moderne typischerweise in „Tempel-Schrein Komplexen“, die fast immer unter buddhistischer Oberaufsicht standen. Die heute übliche Form von Tempeln und Schreinen als autonome religiöse Körperschaften ist ein Produkt der Meiji-Zeit, als ihre Trennung oder Entflechtung per Gesetz angeordnet wurde. Shintō sollte dadurch als eigene Religion unabhängig vom Buddhismus praktizierbar werden. Der Buddhismus hingegen wurde von den meisten Meiji-Reformern als Teil der „althergebrachten Übel“ der Edo-Zeit angesehen, die es zu überwinden galt. Dies führte zu einer kurzen, aber heftigen Phase der buddhistischen Verfolgung.

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Bei genauer Betrachtung erkennt man bei beiden arhat-Figuren „Narben“ im Hals- und Brustbereich. Es sind Spuren der anti-buddhistischen Ausschreitungen in den ersten Jahren der Meiji-Zeit (ab 1868), in denen buddhistische Steinstatuen systematisch enthauptet wurden. Später wurden viele dieser Statuen wieder in Stand gesetzt. Edo-Zeit, 1782–1825
© Yuichi Momma, flickr, 2011
1 Buddhistische Steinskulpturen

Darüber hinaus hegten viele Reformer den Plan, Shintō zu einer Staatsreligion nach dem damaligen westlichen Muster von Kirche und Staat umzuformen. Dieses Vorhaben konnte zwar nie vollkommen realisiert werden, doch haben erst die Maßnahmen der Meiji-Zeit dazu geführt, dass Shintō und Buddhismus heute allgemein als gegensätzliche, von einander getrennte „Religionen“ angesehen werden. In der Vormoderne verehrte man dagegen einfach zwei unterschiedliche Klassen von Gottheiten, die einem gemeinsamen System von Werten und Lehren untergeordnet waren.

Dieser Artikel bietet einen kurzen Überblick, wie es zu dieser häufig „ignorierten kulturellen Revolution“ (Grapard 1984) kam.

Shinbutsu bunri in der Edo-Zeit

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in der frühen Edo-Zeit nahm auch die Zahl der religiösen Institutionen zu. Einerseits stärkte das terauke-System die Position der Tempel, die ja auch administrative Aufgaben, v.a. die regelmäßige behördliche Erfassung aller Einwohner, zugeteilt bekamen. Auf der anderen Seite gewannen kleine regionale Schreine als kultische Zentren der relativ autonomen Dorfgemeinschaften immer mehr an Bedeutung. Die weltlichen Autoritäten bemühten sich allerdings, die Zahl von religiösen Neugründungen einzudämmen. Die Gründe dafür lagen in erster Linie in den finanziellen Mitteln, die die Bevölkerung den Tempeln und Schreinen spendete, statt sie in Form von Steuern den Landesfürsten zukommen zu lassen. Schon im 17. Jahrhundert erließ das Shōgunat daher eine Reihe von Verordnungen, die die Errichtung neuer religiöser Stätten untersagten, meist jedoch ohne nachhaltige Wirkung.

Beeinflusst von der konfuzianischen Kritik am Buddhismus gingen einzelne Daimyō einen Schritt weiter und ordneten in ihren Gebieten die systematische Zerstörung von buddhistischen Tempeln an.1 Manche versuchten auch, die administrativen Aufgaben des terauke-Systems an Schreine zu übertragen, um die Zahl der Tempel und Mönche zu reduzieren. Tokugawa Mitsukuni führte etwa in Mito (östliche Kantō Ebene) bereits im 17. Jahrhundert das Prinzip „ein Dorf, ein Schrein“ ein, während er die Zahl der Tempel drastisch reduzierte. Es gab also schon in der frühen Edo-Zeit vereinzelte religionspolitische Maßnahmen, die die „Trennung von kami und Buddhas“ und den damit einhergehenden Anti-Buddhismus der Meiji-Zeit vorwegnahmen. (S. dazu Daimyatsshintō.)

In der Praxis bewährten sich jedoch Tempel besser für administrative Zwecke, da nur wenige Schreine über eine eigene Priesterschaft (shinshoku) verfügten. Erbliche Priesterdynastien waren zwar in großen Schreinen fix verankert, doch die meisten Dorf-Schreine kamen ohne eigene religiöse Spezialisten aus.2 Zumeist verrichteten örtliche buddhistische Mönche oder yamabushi den Dienst für die kami oder Vertreter der Dorfgemeinschaft wechselten einander in religiösen Aufgaben ab. Die honji suijaku-Konzeption, nach der kami eine Art „Manifestation“ bestimmter Buddhas darstellten, ließ derartige synkretistische Praktiken als vollkommen natürlich erscheinen.

Ende der Edo-Zeit änderte sich diese Einstellung jedoch. Die zunehmende Unzufriedenheit mit der Tokugawa-Herrschaft schloss zumeist auch eine Kritik am Buddhismus mit ein. Nationalistische bzw. nativistische Ideologien begannen, Shintō und Buddhismus gegen einander auszuspielen. Während auf politischer Ebene das Kaiserhaus als positive Alternative zum Shōgunat aufgebaut wurde, sollte auf religiöser Ebene der Shintō den Buddhismus ersetzen. Besonders die Schule des kokugaku-Gelehrten Hirata Atsutane lancierte die Idee einer „Restauration des alten Shintō“ (fukko shintō).

In einzelnen Daimyaten kam es daher in der Bakumatsu-Zeit (19. Jh.) zur Wiederaufnahme der shinbutsu bunri Politik der frühen Edo-Zeit. Interessanterweise deckte sich diese Entwicklung mit dem Aufkommen der sonnō jōi-Ideologie. Xenophobie, Tennō-Loyalismus und Anti-Buddhismus bildeten also eine ideologische Einheit. Auf all diesen Gebieten stellte Mito auch im 19. Jahrhundert einen Brennpunkt dar. Hier nahm Tokugawa Nariaki die „Ein Schrein, ein Dorf“ Politik seines Vorfahren wieder auf. Doch auch in Satsuma (Kyūshū) trennte man Schreine und Tempel, um in der Folge die Zahl der buddhistischen Tempel zu reduzieren. Schließlich gab es 1867 in Tsuwano eine radikale Trennung von Tempeln und Schreinen nach dem Muster der Mito Region. Tsuwano lag neben dem mächtigen Chōshū, einem Big Player der Restaurationsbewegung, und teilte dessen gegen das Shōgunat gerichtete Politik. Dies mag der Grund dafür sein, dass der Daimyō von Tsuwano, Kamei Koremi, und sein Vasall Fukuba Bisei zu Beginn der Meiji-Zeit dazu auserkoren wurden, die Trennung von Tempeln und Schreinen auch auf nationaler Ebene durchzusetzen.

Shinbutsu bunri in der Meiji-Zeit

Formell erhielten Kamei und Fukuba die führenden Posten in einer Institution, die zunächst in Anlehnung an antike Vorbilder als „Götteramt“, Jingi-kan, bezeichnet wurde. Das Götteramt war für kurze Zeit sogar das höchste Regierungsorgan im jungen Meiji-Staat und begann im April 1868, unmittelbar nach der Unterzeichnung des 5-Artikel-Eids, seine Arbeit. Es verlautbarte zwischen April und Oktober 1868 eine Reihe von Verordnungen, die unter der Bezeichnung shinbutsu bunri no rei zusammengefasst werden und eine ähnliche Trennung von buddhistischen und shintōistischen Institutionen anordneten wie zuvor in Mito, Satsuma und Tsuwano. Im besonderen richteten sich die Verordnungen gegen buddhistische Titel für kami (etwa gongen oder Bodhisattva), buddhistische Statuen als Schreinheiligtümer (shintai) und buddhistische Gebäude wie Pagoden auf Schreinareal. Inbesondere die metallenen Tempelglocken sollten eingeschmolzen und für militärische Zwecke nutzbar gemacht werden. Auch sahen sie die Laisierung von Mönchen vor, die in Schreinen Dienst taten.

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Illustration von anti-buddhistischen Maßnahmen in Nishio-shi (Präfektur Aichi), 1871. Werk von Tanaka Nagane (1849–1922).
Wikimedia Commons
2 Zerstörung buddhistischer Tempelglocken zu Beginn der Meiji-Zeit

Die shinbutsu bunri Verordnungen lösten landesweit eine Welle von anti-buddhistischen Ausschreitungen (haibutsu kishaku) aus, die in dieser Heftigkeit möglicherweise nicht erwartet worden waren. Nicht nur Gebäude und Tempelschätze wurden zerstört, auch die Mönche selbst mussten teilweise um ihr Leben fürchten. Offenbar fanden die lange aufgestauten Ressentiments gegen die Herrschaft der Tokugawa, die den Buddhismus erfolgreich in ihre Dienste genommen hatten, ein Ventil in den Ausschreitungen gegen buddhistische Tempel. Die neue Regierung erließ daher bald auch Verordnungen, die zur Mäßigung aufriefen, doch insgesamt war ein erstes Ziel bald erreicht, nämlich die Anzahl an religiösen Institutionen im Interesse einer effizienteren Nutzung nationaler Ressourcen zu reduzieren.

Der nächste Schritt, die Etablierung des Shintō als Staatsreligion, erwies sich als wesentlich schwieriger. Man erfand für diesen Zweck die Kampagne des Großen Lernens (taikyō senpu undō), die allerdings rasch ihre Ziele änderte, bald auch Buddhisten in ihre Reihen aufnahm und nach wenigen Jahren von den politischen Machthabern wieder fallen gelassen wurde. Das Ideal einer shintōistischen Staatsreligion lebte jedoch in nationalistischen Kreisen weiter fort und begann sich im zwanzigsten Jahrhundert erneut zu entfalten.

Neue Schrein-Identitäten

Obwohl die Religionspolitk der Meiji-Zeit sehr bald einen pragmatischen Kurs einschlug, der die Wiederbelebung alter Traditionen hinter das Ziel der technischen Modernisierung zurückstellte, wurde die Trennung von kami und Buddhas nicht widerrufen und veränderte die religiöse Landschaft Japans weiter. Es musste sich nämlich jede religiöse Anlage entscheiden, ob sie nun ein Tempel war oder ein Schrein. War der Hauptverehrungsgegenstand ein Buddha, so rechnete man die Anlage üblicherweise dem Buddhismus zu, was bedeutete, dass alle Schreine aus dem Areal entfernen werden mussten. Wurde jedoch in erster Linie eine kami-Gottheit oder eine lokale Heldenfigur verehrt, so galt die Anlage als Schrein und musste alle buddhistischen Gebäude und Paraphernalia auf dem Schreingelände beseitigen.

Auch Schreine stellte diese Regel vor große Probleme, da sie ja, wie erwähnt, zum Großteil von buddhistischen Mönchen betreut worden waren. Hier kam es in der Praxis zu den unglaublichsten Anpassungen und Tricks. Viele buddhistische Mönche wechselten einfach die Konfession, praktizierten aber die lokalen, nunmehr „shintōistischen“ Riten unverändert weiter fort. Erst nach und nach entstand eine Art Standard-Ritualismus für Shintō-Schreine nach dem Muster von Ise, der viele regionalspezifische Schreinriten zurück drängte. Die Durchsetzung dieser Standardisierung scheint allerdings starken regionalen und periodischen Schwankungen unterlegen zu sein.3 Nach dem zweiten Weltkrieg kam es oft zu einem Revival lokaler Besonderheiten.

Beispiel Mitsumine Schrein

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Torii und Steinlaternen am Aufgang zum Mitsumine Schrein (jinja) in den Bergen westlich von Tōkyō. Der Schrein war bis zur Meiji-Zeit ein buddhistischer Tempel.
© Bernhard Scheid, 2007
3 Mitsumine

Hirose Kazutoshi, Oberpriester des Mitsumine Schreins westlich von Tōkyō, veröffentlichte 1996 einen Bericht über seinen Schrein und dessen wechselvolle Geschichte. Mitsumine war in der Edo-Zeit ein bekanntes Zentrum des Shugendō und daher eher ein buddhistischer „Tempel“ als ein „Schrein“. Hiroses Familie kam ursprünglich aus Kyōto und wurde Ende der Edo-Zeit als yakusō (wtl. „Amtsmönche“) in Mitsumine angestellt. Hiroses Vorfahren waren also, obwohl verheiratet, buddhistische Kleriker, während der gesamte Komplex unter der Führung eines zölibatären „Klosterherren“ (sanshu) stand. Nach dem Umsturz von 1868 wurde Mitsumine jedoch zum „Schrein“. Der Klosterherr wurde entlassen, doch die Vorfahren Hiroses wurden zu Shintō-Priestern und hielten nun alternierend mit einer weiteren ehemals buddhistischen Familie das Amt des Oberpriesters (gūji) inne. Hirose selbst setzte diese Tradition fort. Sein Bericht erweckt nicht den Eindruck, dass dieser Etikettenwechsel viel an der Form und an der Ernsthaftigkeit änderte, mit der die Familie ihre Rituale durchführte. Offenbar wurde der erzwungene Wechsel vom Buddhismus zum Shintō als weniger belastend empfunden als die Übersiedlung von Kyōto in die gebirgige und rustikale Umgebung von Mitsumine.4

Säkularisierung und Pragmatismus

Auf längere Sicht gesehen herrschte in der Meiji-Zeit ein pragmatischer Geist, der allen Religionen gegenüber grundsätzlich skeptisch eingestellt war und ihren Einfluss zugunsten der Modernisierung der Gesellschaft zurückzudrängen suchte. Während England und Frankreich eine ähnliche Säkularisierung der Gesellschaft schon früher vollzogen hatten, zeigen sich starke Parallelen zwischen Japan und Deutschland zu dieser Zeit.5 Die scheinbare Bevorzugung des Shintō diente also zunächst lediglich als ein Mittel der Entmachtung des Buddhismus, wirkte sich aber nur auf wenige Schreine positiv aus. Die schleichende Säkularisierung ist auch am Schicksal des Götteramtes Jingi-kan abzulesen, das sukzessive herabgestuft und schließlich ganz abgeschafft wurde.

Mit dieser raschen Abkehr von einer echten Förderung des Shintō in der frühen Religionspolitik der Meiji-Zeit scheint auch eine systematische Ausschaltung der „Traditionalisten“ in den Reihen der führenden Politiker einher gegangen zu sein. Dies betraf vor allem kokugaku-Ideologen wie etwa Kamei und Fukuba. Diese wechselten von der Politik zu Wissenschaft und Pädagogik und engagierten sich im Aufbau des neuen Bildungssystems. Ihr traditionalistischer Nationalismus verlagerte sich also in die Schulen (s. Kaiserlicher Ehrziehungserlass) und wurde auf diese Weise an neue Generationen weitergegeben, die auf Gelegenheiten warteten, um ihn neuerlich in die Tat umzusetzen.

Verweise

Verwandte Themen

Fußnoten

  1. Scheid 2003.
  2. In der Provinz Musashi (heute Saitama-ken und Tōkyō) wurden beispielsweise im 18. Jahrhundert nur vier Prozent der Schreine von professionellen Shintō-Priestern betreut (Maeda 2001, S. 335–36).
  3. Endō 2013.
  4. Hirose 1996.
  5. Die katholischen Länder Italien und Österreich waren in dieser Hinsicht Nachzügler.

Literatur

Endō Jun 2013
„Shinto Research and Administration in the First Half of the Twentieth Century: The Case of Miyaji Naokazu.“ In: Bernhard Scheid (Hg.), Kami Ways in Nationalist Territory: Shinto Studies in Prewar Japan and the West. Wien: VÖAW 2013, S. 155–78.
Allan Grapard 1984
„Japan's Ignored Cultural Revolution: The Separation of Shinto and Buddhist Divinities in Meiji (Shimbutsu Bunri) and a Case Study: Tōnomine.“ History of Religions 23:3 (1984), S. 240–65.
Hirose Kazutoshi 1997
Beruf: Shintō-Priester. (OAG Tschenbuch 68.) Tokyo: OAG 1997. [Übersetzung Ernst Lokowandt.]
James Edward Ketelaar 1990
Of Heretics and Martyrs in Meiji Japan: Buddhism and Its Persecution. Princeton: Princeton University Press 1990.
Maeda Hiromi 2001
„Court Ranks for Village Shrines: The Yoshida House's Interactions with Local Shrines during the Mid-Tokugawa Period.“ Japanese Journal of Religious Studies 29:3–4 (2001), S. 325–58. [Special issue on Tracing Shinto in the History of Kami Worship, guest editors Mark Teewen/ Bernhard Scheid.]
Bernhard Scheid 2003
„‘Both Parts’ or ‘Only One’? Challenges to the honji suijaku Paradigm in the Edo Period.“ In: Mark Teeuwen, Fabio Rambelli (Hg.), Buddhas and Kami in Japan: Honji Suijaku as a Combinatory Paradigm. Richmond, Surrey: Curzon 2003, S. 204–21.

Bilder

Quellen und Erläuterungen zu den Bildern auf dieser Seite:

  1. ^ 
    Arhats kawagoe1.jpg

    Bei genauer Betrachtung erkennt man bei beiden arhat-Figuren „Narben“ im Hals- und Brustbereich. Es sind Spuren der anti-buddhistischen Ausschreitungen in den ersten Jahren der Meiji-Zeit (ab 1868), in denen buddhistische Steinstatuen systematisch enthauptet wurden. Später wurden viele dieser Statuen wieder in Stand gesetzt. Edo-Zeit, 1782–1825
    © Yuichi Momma, flickr, 2011

  2. ^ 
    Haibutsu Kishaku.jpg

    Illustration von anti-buddhistischen Maßnahmen in Nishio-shi (Präfektur Aichi), 1871. Werk von Tanaka Nagane (1849–1922).
    Wikimedia Commons

  1. ^ 
    Mitsumine.jpg

    Torii und Steinlaternen am Aufgang zum Mitsumine Schrein (jinja) in den Bergen westlich von Tōkyō. Der Schrein war bis zur Meiji-Zeit ein buddhistischer Tempel.
    © Bernhard Scheid, 2007


Glossar

Namen und Fachbegriffe auf dieser Seite:

  • bakumatsu 幕末 ^ Ende des Tokugawa-Shōgunats, 1853–1867; wtl. Ende der Zeltregierung (bakufu)
  • Bodhisattva (skt.) बोधिसत्त्व ^ „Erleuchtetes Wesen“ (jap. bosatsu 菩薩)
  • bukkyō 仏教 ^ Lehre des Buddha, Buddhismus
  • Chōshū 長州 ^ auch Nagato; alte Provinz im Westen von Japans Hauptinsel Honshū, heute Teil von Yamaguchi-ken.
  • Daimyō 大名 ^ Territorialfürst, Titel des Kriegeradels
  • Edo 江戸 ^ Hauptstadt der Tokugawa-Shōgune, heute: Tōkyō; auch: Zeit der Tokugawa-Dynastie, 1600–1867 (= Edo-Zeit);
  • fukko shintō 復古神道 ^ „Restauration des antiken Shintō“; Restaurations-Shintō
  • Fukuba Bisei 福羽美静 ^ 1831–1907; Gelehrter und Vasall des Daimyō von Tsuwano; nach 1868 führende Ämter in der Administration von Shintō Schreinen; Universitätsgründer
  • Gokajō no go-seimon 五箇条の御誓文 ^ „5-Artikel-Eid“; erste Grundsatzerklärung der Meiji-Regierung; 6. April 1868
  • gongen 権現 ^ wtl. „vorläufige Erscheinung“; buddh. Titel für kami
  • gūji 宮司 ^ kami-Priester
  • haibutsu kishaku 廃仏毀釈 ^ wtl. Abschaffung von Buddha, Zerstörung von Shaka; Bezeichnung für anti-buddhistische Ausschreitungen der frühen Meiji-Zeit
  • Hirata Atsutane 平田篤胤 ^ 1776–1843; kokugaku-Gelehrter
  • honji suijaku 本地垂迹 ^ wtl. Grundform und herabgelassene Spur; Theorie der Identität von kami und Buddhas
  • Ise Jingū 伊勢神宮 ^ kaiserlicher Ahnenschrein (wtl. Götterpalast) von Ise, Präfektur Mie
  • Jingi-kan 神祇官 ^ Götteramt, wtl. Amt für Götter des Himmels und der Erde
  • Kamei Koremi 亀井茲監 ^ 1825–1885; Daimyō von Tsuwano; nach 1868 führende Ämter in der Administration von Shintō Schreinen
  • kami ^ Gottheit; im engeren Sinne einheimische oder lokale japanische Gottheit, Schreingottheit (s. jinja), Gottheit des Shintō
  • kokugaku 国学 ^ „Lehre des Landes“, Nationale Schule, Nativismus; in der Edo-Zeit entstandene Gelehrtentradition, die ihren Fokus auf das nationale Erbe Japans richtete
  • Meiji 明治 ^ posthumer Name von Kaiser Mutsuhito; nach ihm wird auch die Meiji-Zeit (1868–1912) benannt
  • Mito 水戸 ^ Fürstentum bzw. Stadt im Nordosten der Kantō-Ebene, heute Teil von Ibaraki-ken.
  • Satsuma 薩摩 ^ alte Provinz im Süden der Insel Kyūshū, in der Edo-Zeit Fürstentum (Daimyat), das sich weitgehend mit der heutigen Präfektur Kagoshima deckte.
  • shinbutsu bunri 神仏分離 ^ Trennung von kami und Buddhas; religionspolitische Maßnahme zur Entflechtung von buddh. Tempeln und Shintō-Schreinen; vereinzelt in der Edo-Zeit, vor allem aber für die frühe Meiji-Zeit (1868–1873) charakteristisch
  • shinbutsu bunri no rei 神仏分離の令 ^ Eine Verfügung aus dem Jahr 1868 zur Trennung von Shintō und Buddhismus
  • shinshoku 神職 ^ kami-Priester
  • shintai 神体 ^ heiliges Objekt eines Shintō-Schreins; wtl. „Gottkörper“
  • Shintō 神道 ^ Shintō; wtl. Weg der Götter, Weg der kami
  • Shugendō 修験道 ^ gemischt-rel. Bergkult, Orden der yamabushi
  • sonnō jōi 尊王攘夷 ^ „Ehrt den Kaiser, verjagt die Barbaren“; anti-westlicher Slogan des 19. Jh.s (Zitat aus den Frühling- und Herbstannalen des Konfuzius)
  • taikyō senpu undō 大教宣布運動 ^ Kampagne des Großen Lernens oder auch Große Indoktrinierungs-Kampagne, 1870–1884; staatl. Initiative der frühen Meiji-Zeit zur Verbreitung der Ideale des Tennō-Loyalismus
  • terauke seido 寺請制度 ^ System der Tempel-Bestätigungen
  • Tokugawa 徳川 ^ Kriegerdynastie, die während der Edo- oder Tokugawa-Zeit (1603–1867) das Amt des Militärmachthabers (Shōgun) inne hatte.
  • Tokugawa Mitsukuni 徳川光圀 ^ 1628–1701; Daimyō von Mito-han, konfuzianischer Gelehrter und Historiker
  • Tokugawa Nariaki 徳川斉昭 ^ 1800–1860; Daimyō von Mito; Staatsmann; Vertreter der sonnō jōi-Ideologie
  • Tsuwano 津和野 ^ Fürstentum bzw. Stadt im Westen der Hauptinsel Honshū, heute Teil von Shimane-ken.
  • yamabushi 山伏 ^ Bergasket, wtl. der in den Bergen schläft; Praktikant des Shugendō
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Shinbutsu bunri: Die Trennung von kami und Buddhas.“ In: Bernhard Scheid, Religion-in-Japan: Ein digitales Handbuch. Universität Wien, seit 2001