Bekannte Schreine

Zur Navigation springen Zur Suche springen
Bekannte Schreine

Die bedeutendsten Schreine Japans, angefangen von Ise und Izumo, befinden sich oft in relativ abgelegenen Regionen. Selbst in den einstigen politischen Zentren Nara, Kyōto oder Kamakura liegen die größten Schreine außerhalb des urbanen Stadtkerns. Man muss also erst eine kleine Reise unternehmen, um den wichtigsten kami-Heiligtümern des Landes einen Besuch abstatten zu können. Doch verfügen diese Kristallisationspunkte des Shintō alle über mehr oder weniger große Netzwerke von Zweigschreinen, die über das ganze Land verteilt und auch in den Städten zu finden sind. Manche alte Schreine sind heute allerdings in den Hintergrund getreten, sodass die Anzahl von Zweigschreinen nicht unbedingt mit der historischen Bedeutung eines Schreins korreliert. Der folgende Überblick berücksichtigt beide Aspekte.

Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <px
Die Anlage des Tomigaoka Hachiman Schreins in Fukagawa, Edo (Tōkyō), aus der Vogelperspektive. Der Schrein zählt noch heute zu den bedeutendsten Hachiman Schreinen in Tōkyō. Werk von Utagawa Hiroshige. um 1835
© Ukiyo-e Search
1 Ein Zweigschrein des Hachiman in Edo

Die zehn größten Schrein-Netzwerke

Schrein-Netzwerke entstehen, sobald sich Zweigschreine um einen Hauptschrein bilden. Rituell bedeutet das, dass die „Zweigseele“ (bunrei) einer Schreingottheit in einen neuen Schrein „eingeladen“ (kanjō) wird. Dieser Prozess unterliegt heute keinen besonderen Einschränkungen, hat sich aber erst allmählich in der Geschichte des Schreinwesens durchgesetzt. Heute setzen sich die größten Netzwerke laut Encyclopedia of Shinto1 folgendermaßen zusammen:

allg. Bezeichnung Zahl (ger.) Hauptschreine (Ort)
1 Inari Schreine 32.000 Fushimi Inari Taisha (Kyōto)
2 Hachiman Schreine 25.000 Usa Hachiman-gū (Oita-ken, Kyūshū),
Iwashimizu Hachiman-gū (Kyōto)
3 Shinmei Schreine 18.000 Ise Jingū (Ise)
4 Tenjin Schreine 10.500 Dazaifu Tenman-gū (Fukuoka-ken, Kyūshū),
Kitano Tenman-gū (Kyōto)
5 Munakata Schreine 8.500 Munakata Jinja (Fukuoka-ken, Kyūshū),
Itsukushima Jinja (Hiroshima)
6 Suwa Schreine 5.000 Suwa Taisha (Nagano-ken)
7 Hiyoshi Schreine 4.000 Hiyoshi Taisha (Shiga-ken, bei Kyōto)
8 Kumano Schreine 3.000 Kumano Nachi Taisha (Wakayama-ken)
9 Tsushima Schreine 3.000 Tsushima Jinja (Nagasaki-ken, Kyūshū)
10 Yasaka Schreine 2.500 Yasaka Jinja (Kyōto)

Allerdings darf man sich unter Schrein-Netzwerken keine allzu fest gefügten Organisationen vorstellen. Oft besteht nur ein loser, formaler Zusammenhang. Neben den oben genannten landesweiten Schrein-Netzwerken gibt es auch Schreine, die nur innerhalb einer bestimmten Region über ein Netz von Zweigschreinen verfügen. Dazu zählt unter anderem der Großschrein von Izumo. Die Schreine von Ise verfügen zwar nicht über das größte, wohl aber über ein besonders einflussreiches Netzwerk.

Hauptschreine und ihre Gottheiten

Die folgenden Auflistung reiht die bekanntesten Schreine anhand ihrer historischen Bedeutung in mehr oder weniger chronologischer Reihenfolge. Über die genauen Gründungsdaten der ältesten Schreine wie Ise und Izumo besteht zwar nach wie vor Unklarheit, ihre Gottheiten spielen jedoch in den alten mythologischen Chroniken Kojiki und Nihon shoki wichtige Rollen (s.a. Kap. Mythen).

Ise

Der „Götterpalast von Ise“ (Ise Jingū) besteht aus zwei Schreinanlagen mit architektonisch fast identischen Hauptgebäuden, dem Inneren und dem Äußeren Schrein. Der Innere Schrein (Naikū) ist Amaterasu, der Sonnengottheit und Ahnherrin des Tennō-Geschlechts geweiht. In ihm ist ein angeblich aus mythologischer Zeit stammender Spiegel aufbewahrt, der als Hauptheiligtum (shintai) dient. Im Äußeren Schrein (Gekū), der einige Kilometer vom Inneren entfernt ist, residiert Toyouke, eine Nahrungsgottheit, die wohl ursprünglich als Dienerin der Amaterasu angesehen wurde. Dieser Schrein ist zwar nicht ganz so heilig, das meiste, was für den Inneren Schrein gilt, gilt aber auch für den Äußeren. Der charakteristische archaische Baustil der Ise Schreine (shinmei-zukuri) ist auch an den meisten Zweigschreinen Ises zu finden.

Ise plan.gif
Ise Schrein, Hauptgebäude, Vorder- und Seitenansicht
© Shintō jiten (1994), S. 174
Ise, Hauptgebäude, Vorder- und Seitenansicht

Die Ise Schreine sind unter anderem dafür bekannt, dass sie alle zwanzig Jahre neu errichtet werden. Der Neubau betrifft sämtliche religiösen Gebäude beider Schreinanlagen (inkl. Haupthallen und diverser Zweigschreine), ist also ein sehr aufwendiges Unternehmen. Das erklärt, warum die Schreingebäude von Ise auf vielen Fotos unerwartet neu erscheinen. Was dabei jedoch exakt erhalten bleibt, sind Baustil, Material und Herstellungstechnik der Gebäude.

Izumo

Der Großschrein von Izumo ist nach der mythologischen Chronologie älter als Ise und verehrt den Gott Ōkuninushi, einen (letztlich unterlegenen) Konkurrenten der Tennō-Linie. Die Anlage unterscheidet sich auch architektonisch deutlich vom Ise-Stil. Das Hauptgebäude ist für einen Schrein ungewöhnlich hoch. Alte Quellen beschreiben den Izumo Schrein größer als die Halle des Großen Buddha in Nara. Die heute sichtbaren Gebäude stammen aus der Edo-Zeit und sind kleiner als die ursprünglichen, folgen aber wahrscheinlich dem originalen Bauplan. Markant ist unter anderem die überdachte Treppe, die zum Schrein hinaufführt. Ein weiteres Charakteristikum für den Schreinstil von Izumo sind die besonders massigen shimenawa. Sie sind in der Region rund um den Izumo Schrein häufig zu finden, in der Anlage von Izumo selbst schmücken sie allerdings nur die Seitengebäude.

Izumo plan.gif
Izumo Schrein, Hauptgebäude, Vorder- und Seitenansicht
© Shintō jiten, 1994, S. 174
Izumo, Hauptgebäude, Vorder- und Seitenansicht

In historischer Zeit ist Izumo zwar von diversen anderen Schreinen an Bedeutung überflügelt worden, doch gibt es einen verbreiteten Glauben, dass sich sämtliche Götter Japans jedes Jahr im Oktober (bzw. im 10. Monat) im Izumo Schrein zusammenfinden. Dieser Monat hat daher den Beinamen „Monat ohne Götter“ (Kannazuki). Nur in Izumo heißt er „Monat der anwesenden Götter“ (Kamiaritsuki).

Miwa

Der Schrein von Miwa — oder auch „Groß-Miwa“ (Ōmiwa) — in der Präfektur Nara besitzt zwar nur wenige Zweigschreine, er kommt jedoch ebenfalls in den Mythen vor und erscheint dort als eine Art Zweigschrein von Izumo (auch wenn dieses Konzept hier noch nicht voll entwickelt ist). Er ist aus mythologischer Sicht ebenfalls älter als Ise und scheint vor dessen Gründung der wichtigste Schrein der Tennō-Linie gewesen zu sein. (Mehr zur Geschichte des Miwa Schreins ist im Essay Ōkuninushi zu finden.)

Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <px
Der Berg Miwa gilt als der „Gottleib“ (shintai) des Ōmiwa Schreins. Davor steht das große torii, das heute den Zugang zum Schrein markiert.
4 Berg Miwa

Das Hauptheiligtum (shintai) Miwas, bzw. der Sitz seiner Gottheit Ōmononushi, ist ein ganzer Berg, der Miwa-yama, an dessen westlichen Ausläufern die Anlage liegt. Der Schrein besitzt aus diesem Grund auch keine Haupthalle (honden), sondern lediglich eine Zeremonienhalle (haiden). Dafür verfügt der Miwa Schrein gleich über drei außergewöhnliche Schreintore: Das mit 32m Höhe zweitgrößte torii Japans am Anfang des Hauptzugangswegs (erbaut 1984); ein sog. shimetorii, das nur aus zwei Pfosten und einem shimenawa (Götterseil) besteht; und ein dreiteiliges torii, das mit Türen versehen ist, die den Zugang zum heiligen Berg versperren. Schließlich ist Miwa ein Schutzschrein der Sakebrauerei.

Itsukushima

Der Schrein von Itsukushima darf in keinem japanischen Reiseführer fehlen. Er ist vor allem wegen seines imposanten, vom Meer umspülten torii bekannt, spielte aber auch historisch eine bedeutsame Rolle. Er liegt auf der kleinen Insel Miyajima (wtl. Schreininsel) nahe der Stadt Hiroshima. Schon 593 soll hier ein Schrein errichtet worden sein. Ende der Heian-Zeit wurde der Schrein vom glücklosen Krieger-Klan der Taira besonders verehrt und zeitweise zu ihrem Hauptquartier erkoren. Der Schrein ist drei — heute namentlich kaum mehr bekannten — weiblichen Gottheiten geweiht, als Schutzschrein der Fischer und Seefahrer wurde er aber auch mit den Glücksgöttern Benzaiten und Ebisu in Verbindung gebracht.

Der eigentliche Hauptschrein der Itsukushima-Göttinnen ist der Munakata Schrein in Kyūshū, ebenfalls ein Schrein der Schifffahrt, dessen Anlage sich über mehrere Inseln ausbreitet. Munakata/Itsukushima verfügen über ein Netzwerk von ca. 8.500 Schreinen. Zu diesem zählt auch die Schreininsel Enoshima, nahe der alten Hauptstadt Kamakura.

Kasuga Schrein

Der Kasuga Taisha in Nara ist eine weitere Hauptsehenswürdigkeit Japans und bleibt den meisten Japanbesuchern wegen seiner vielen Laternen im Gedächtnis. Er verfügt zwar nur über ein bescheidenes Netz von Zweigschreinen, ist aber von großer historischer Bedeutung. Er war ursprünglich die Residenz der mächtigen Adelsfamilie Fujiwara und wurde später ihr Familienschrein, wo sie ihre Ahnen verehrten. Der Schrein ist eng mit dem Tempel Kōfuku-ji verbunden, der ebenfalls der Familie Fujiwara unterstellt war. Zwei der vier Hauptgötter des Kasuga Schreins sollen einst auf Hirschen hierher geritten sein. Daher ist der große Park, in dem sich der Kasuga Schrein zusammen mit den Tempeln Kōfuku-ji und Tōdaiji befindet, von zahlreichen zahmen Hirschen bevölkert. Diese Hirsche werden aber auch in Erinnerung an eine buddhistische Legende in den Tempelanlagen von Nara gehalten. Die buddhistischen Einflüsse sind im Fall des Kasuga Schreins besonders stark zu erkennen. (s.a. Kasuga Mandala.)

Hachiman

Hachiman verfügt über ein Netzwerk von etwa 25.000 in ganz Japan verteilten Zweigschreinen und ist daher rein zahlenmäßig omnipräsent. Er wurde ursprünglich in Kyūshū (Usa Hachiman-gū) verehrt, aber schon in der frühen Heian-Zeit verlagerte sich das Zentrum seines Kults in den Iwashimizu Hachiman-gū bei Kyōto. Als drittes (und heute vielleicht populärstes) Zentrum des Hachiman-Glaubens hat sich seit dem 12. Jahrhundert der Tsurugaoka Hachiman Schrein in Kamakura etabliert.

Hachiman war einer der ersten kami, die in den Buddhismus integriert wurden. Er erhielt den buddhistischen Titel Bodhisattva und wurde häufig in buddhistischer Mönchstracht dargestellt (s. Kap. Ikonographie, kami). Daher wurde auch seine Verbreitung immer schon vom Buddhismus gefördert. Andererseits wird er auch als japanischer Kriegsgott bezeichnet. Anhand der Geschichte seiner Schreine zeigt sich beispielhaft, dass der japanische Buddhismus die einheimischen kami nicht nur akzeptierte, sondern auch nach seinen Vorstellungen formte.

Inari

Inari ist mit über 30.000 Schreinen die Shintō-Gottheit mit dem größten Netzwerk. Typischerweise sind Inari Schreine allerdings sehr klein, sodass man sie leicht übersehen kann. Hauptschrein des Inari-Glaubens ist der Fushimi Inari Taisha im Süden Kyōtos. Er ist u.a. für seine zehntausenden torii und für seine vielen Fuchsstatuen bekannt. Die hier verehrte Gottheit ist eigentlich ein Reisgott, manifestiert sich aber auch in Form von Füchsen (kitsune). Bemerkt man daher eine Fuchsstatue vor einem Shintō-Schrein, so handelt es sich fast immer um einen Inari Schrein. Doch gibt es auch buddhistische Tempel für die Gottheit Inari und in der Gründungslegende des Hauptschreins spielt der Mönch Kūkai eine wichtige Rolle.

Tenjin

Auch Tenjin Schreine sind in ganz Japan häufig zu finden (ca. 10.000 Schreine). Sie sind dem Gott Tenman Tenjin geweiht, der heute vor allem als Gott der Bildung von Schülern und Studierenden um Beistand gebeten wird. Tenjin Schreine haben daher v.a. zur Zeit der Uni-Aufnahmsprüfungen großen Zulauf. Die Hauptschreine des Tenjin-Netzwerks sind der Kitano Tenman-gū in Kyōto und der Dazaifu Tenman-gū in Kyūshū (in der Nähe von Fukuoka). Daneben gibt es auch den bekannten Tenjin Schrein in Osaka, dem zu Ehren jedes Jahr eines der größten Schreinfeste (matsuri) Japans abgehalten wird. Der Gott Tenman Tenjin leitet sich von einer historischen Persönlichkeit, dem Hofgelehrten Sugawara no Michizane, ab, der ein besonderer Freund der Pflaumenblüte gewesen sein soll. Daher ist die Pflaume auch das Wahrzeichen der Tenjin Schreine. Michizane wurde ungerechtfertigterweise verbannt und rächte sich nach seinem Tod, indem er Seuchen und Naturkatastrophen über die Hauptstadt brachte. Erst als man ihm zu Ehren die Schreine in Kyōto und Dazaifu errichtete, endeten die Heimsuchungen (s.a. Geister).

Nikkō Schrein

Der Tōshō-gū in Nikkō zählt aufgrund seiner extravaganten, quasi „barocken“ Schreinarchitektur zu den Hauptsehenswürdigkeiten Japans. Er liegt etwa 100km nördlich von Tōkyō und fungiert als das Mausoleum des ersten Tokugawa Shoguns Tokugawa Ieyasu, der hier aufgrund seines letzten Willens auch als Hauptgottheit verehrt wird. Der prächtige Ausbau des Schreins erfolgte aber erst in den 1630er Jahren unter seinem Enkel Iemitsu, der sich ebenfalls an Ort und Stelle ein Mausoleum errichten ließ. Die gesamte Anlage umfasst eine ganze Reihe von Schreinen und Tempeln, die von einem mächtigen Zedernwald umgeben sind. Auch dieser Schrein verfügt über einige Zweigschreine, im Vergleich zu Hachiman oder Inari sind es aber nur sehr wenige.

Meiji Schrein

Der Meiji Jingū in Tōkyō wurde 1920 zu Ehren von Kaiser Meiji und seiner Gemahlin errichtet. Beide werden hier als Götter verehrt, sind aber nicht hier beigesetzt. Trotz seines Naheverhältnisses zum Staatsshintō kann man sich dem Charme des Schreins und seiner gesamten Anlage nur schwer entziehen. Auch wegen seines großen Parks zählt der Meiji Schrein zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Tōkyōs und zieht zum traditionellen Schreinbesuch im Neuen Jahr (hatsumōde) mit geschätzten 3 bis 3,5 Millionen Besuchern die größten Menschenmassen in ganz Japan an.2 Er gilt auch als bevorzugter Ort für shintōistische Hochzeiten.

Meiji-jingu-ny.jpg
Besucher des Meiji Jingū beim Neujahrsbesuch (hatsumōde).
5 Meiji Schrein

Zusammenfassung

Bereits dieser kursorische Überblick über Japans wichtigste Schreine zeigt, dass die meisten nicht trotz, sondern wegen des Buddhismus zu besonderer Blüte gelangten. Shintō-Schreine wurden von Buddhisten nicht als Konkurrenz angesehen, sondern als Verstärkung der eigenen Botschaften interpretiert und gefördert. Diese Tradition wurde zwar im Jahr 1868, mit dem Aufkommen des Staatshintō unterbrochen, hinterlässt aber noch heute deutliche Spuren in Japan.

Gleichzeitig gibt es eine noch ältere Tradition, Schreine zur politischen Repräsentation zu instrumentalisieren. Man kann sogar soweit gehen, Schreine aus einem ursprünglich auf sakrale Herrscher zugeschnittenen Ritualwesen zu erklären (was sich u.a. daran zeigt, dass miya sowohl „Palast“ als auch „Schrein“ bedeuten kann). Das Schreinwesen trägt daher Erinnerungen an eine Zeit mit, in der politische und sakrale Autorität noch nicht nach unterschiedlichen Amtsträgern differenziert waren. Allerdings hat sich die Art der politischen Instrumentalisierung von Schreinen natürlich im Laufe der Zeit stark gewandelt.

Schließlich kommt bei jedem Schrein stets ein lokales Moment ins Spiel. Da Schreingottheiten immer auch als unberechenbare Beschützer der jeweiligen Region angesehen wurden, bricht sich der Drang der Herrscher nach prunkvoller Zurschaustellung von Macht mit tatsächlicher Furcht vor den jenseitigen Instanzen. In den meisten Fällen hat das dazu geführt, dass natürlich Gewachsenes und künstlich Hergestelltes eine ausgeglichene Verbindung eingegangen sind, die den besonderen Charme shintoistischer Anlagen ausmacht. Als drittes Element kommt der kreative Einsatz von Opfergaben seitens der Masse von Gläubigen zum Einsatz, die auf den Spezialseiten zu den einzelnen Schreinen beschrieben sind.

Ende des Kapitels „Tempel und Schreine“

Verweise

Verwandte Themen

Fußnoten

  1. Encyclopedia of Shintō, Kokugakuin University. Die Zahlenangaben stützen sich auf eine quantitative Analyse durch Okada Yoneo im Jahr 1976. Kleinere Verschiebungen sind seither mit Sicherheit eingetreten, die Größenverhältnisse der Schreinnetzwerke haben sich aber wohl nicht signifikant verändert.
  2. Wikipedia (jap.), 15.6.2022.

Internetquellen

  • Shintō Shrines and Temples Digital Photo Gallery, Hitada Hisao (jap., tlw. en.)
  • Genshōshi no kioku (jap.)
    Eine umfangreiche Dokumentation von Einzelschreinen, die vom Autor selbst aufgesucht und kurz beschrieben wurden. Eine wirklich sehr beeindruckende Seite, die allerdings für Nicht-Japan- und Nicht-Japanisch-Kundige kaum eine Orientierungsmöglichkeit bietet.
Letzte Überprüfung der Linkadressen: Jul. 2020

Bilder

Quellen und Erläuterungen zu den Bildern auf dieser Seite:

  1. ^ 
    Tomigaoka hachiman hiroshige.jpg

    Die Anlage des Tomigaoka Hachiman Schreins in Fukagawa, Edo (Tōkyō), aus der Vogelperspektive. Der Schrein zählt noch heute zu den bedeutendsten Hachiman Schreinen in Tōkyō. Werk von Utagawa Hiroshige. um 1835
    © Ukiyo-e Search

  2. ^ 
    Ise plan.gif

    Ise Schrein, Hauptgebäude, Vorder- und Seitenansicht
    © Shintō jiten (1994), S. 174

  3. ^ 
    Izumo plan.gif

    Izumo Schrein, Hauptgebäude, Vorder- und Seitenansicht
    © Shintō jiten, 1994, S. 174

  1. ^ 
    Miwayama.jpg

    Der Berg Miwa gilt als der „Gottleib“ (shintai) des Ōmiwa Schreins. Davor steht das große torii, das heute den Zugang zum Schrein markiert.

  2. ^ 
    Meiji-jingu-ny.jpg

    Besucher des Meiji Jingū beim Neujahrsbesuch (hatsumōde).


Glossar

Namen und Fachbegriffe auf dieser Seite:

  • Amaterasu 天照 ^ Sonnengottheit; Ahnherrin des Tennō-Geschlechts
  • Benzaiten 弁才天/弁財天 ^ Glücksgöttin im Ensemble der Sieben Glücksgötter (Shichi Fukujin); Gottheit des Wassers, der Musik und der Beredsamkeit; skt. Sarasvati; auch: Benten
  • Bodhisattva (skt.) बोधिसत्त्व ^ „Erleuchtetes Wesen“ (jap. bosatsu 菩薩)
  • bunrei 分霊 ^ wtl. Teilseele; im Kontext von Schreingottheiten bezeichnet der Ausdruck die Gottheit eines Zweig- oder Filialschreins, die sozusagen von einer Hauptgottheit abgespalten wurde
  • Dazaifu Tenman-gū 大宰府天満宮 ^ Dazaifu Tenman Schrein (Kyūshū), einer der beiden Hauptschreine für Sugawara no Michizane, gegr. 919
  • Ebisu 恵比寿 ^ Glücksgott der Händler und Fischer; andere Schreibung: 夷 oder 戎; Grundbedeutung wahrscheinlich „Fremder“ oder „Barbar“
  • Edo 江戸 ^ Hauptstadt der Tokugawa-Shōgune, heute: Tōkyō; auch: Zeit der Tokugawa-Dynastie, 1600–1867 (= Edo-Zeit);
  • Enoshima 江ノ島 ^ Schreininsel; rel. Zentrum nahe Kamakura
  • Fujiwara 藤原 ^ mächtigste Adelsfamilie im jap. Altertum
  • Fushimi Inari Taisha 伏見稲荷大社 ^ Großschrein der Gottheit Inari in Fushimi, im Süden Kyōtos
  • Gekū 外宮 ^ Äußerer Schrein von Ise, Toyouke geweiht
  • Hachiman 八幡 ^ Shintō-Gottheit, Ahnengottheit des Tennō und des Kriegeradels; auch „Yawata“ ausgesprochen
  • haiden 拝殿 ^ Zeremonienhalle eines Schreins
  • hatsumōde 初詣 ^ Schrein-Neujahrsbesuch
  • Heian 平安 ^ auch Heian-kyō 平安京, „Stadt des Friedens“; politisches Zentrum 794–1185 (= Heian-Zeit)
  • honden 本殿 ^ Hauptgebäude eines Schreins
  • Inari 稲荷 ^ Reisgottheit, häufig von Fuchswächtern bewacht
  • Ise 伊勢 ^ vormoderne Provinz (heute Präfektur Mie); Kurzbezeichnung für die Schreinanlage von Ise (Ise Jingū)
  • Ise Jingū 伊勢神宮 ^ kaiserlicher Ahnenschrein (wtl. Götterpalast) von Ise, Präfektur Mie
  • Itsukushima 厳島 ^ auch Miyajima, Schrein bei Hiroshima; der Name bedeutet wtl. „Tabu-Insel“ und dürfte sich von der weiblichen Meeresgottheit Ichikishima-hime herleiten
  • Iwashimizu Hachiman-gū 石清水八幡宮 ^ Iwashimizu Hachiman Schrein (bei Kyōto)
  • Izumo 出雲 ^ alter Namen der Präfektur Shimane in West-Japan; auch kurz für Izumo Taisha
  • Izumo Taisha 出雲大社 ^ Großschrein von Izumo (Präfektur Shimane)
  • Kamakura 鎌倉 ^ Stadt im Süden der Kantō Ebene, Sitz des Minamoto Shōgunats 1185–1333 (= Kamakura-Zeit)
  • kami ^ Gottheit; im engeren Sinne einheimische oder lokale japanische Gottheit, Schreingottheit (s. jinja), Gottheit des Shintō
  • Kamiaritsuki 神有月 ^ Monat der anwesenden Götter (Oktober in Izumo)
  • kanjō 勧請 ^ zeremonielle „Einladung“ einer Gottheit; Schreingründungsritual
  • Kannazuki 神無月 ^ „Monat ohne Götter“; volkstümlicher Beiname des 10. Monats
  • Kasuga Taisha 春日大社 ^ Kasuga Schrein, Nara; ehemals Ahnenschrein der Fujiwara
  • Kitano Tenman-gū 北野天満宮 ^ Kitano Tenman Schrein (Kyōto); einer der beiden Hauptschreine des Sugawara no Michizane, gegr. 947
  • kitsune ^ Fuchs; Botentier der Gottheit Inari
  • Kojiki 古事記 ^ „Aufzeichnung alter Begebenheiten“; älteste jap. Chronik (712)
  • Kōfuku-ji 興福寺 ^ Tempel des Hossō-Buddhismus; einer der Sieben Großen Tempel von Nara
  • Kūkai 空海 ^ 774–835, Gründer des Shingon Buddhismus; Eigennamen Saeki Mao, Ehrennamen Kōbō Daishi
  • Kyōto 京都 ^ von 894 bis 1869 Sitz des Tennō und damit offizielle Hauptstadt Japans. Im Lauf der Zeit unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt, u.a. Heian-kyō
  • matsuri ^ religiöses (Volks-)Fest
  • Meiji Jingū 明治神宮 ^ Schrein des Meiji Tennō in Tōkyō, err. 1920
  • Meiji Tennō 明治天皇 ^ 1852–1912; 122. japanischer Kaiser (r. 1867–1912); Namensgeber und politische Symbolfigur der Meiji-Zeit; Eigenname: Mutsuhito
  • Miwa Jinja 三輪神社 ^ Miwa (auch Ōmiwa) Schrein, nahe Nara
  • Miwa-yama 三輪山 ^ Berg Miwa im Süden von Nara
  • miya ^ Shintō-Schrein, andere Lesung:
  • Miyajima 宮島 ^ Schreininsel nahe Hiroshima; s.a. Itsukushima Schrein
  • Munakata Taisha 宗像大社 ^ Großschrein von Munakata, Kyūshū; besteht aus drei isolierten Teil-Schreinen — Hetsumiya, Nakatsumiya und Okitsumiya — von denen sich die beiden letzteren auf kleinen Inseln befinden; alle drei sind einem Ensemble von weiblichen Meeresgöttinnen geweiht
  • Naikū 内宮 ^ Innerer Schrein von Ise, Amaterasu geweiht
  • Nara 奈良 ^ Hauptstadt und Sitz des Tennō, 710–784 (= Nara-Zeit); auch: Heijō-kyō
  • Nihon shoki 日本書紀 ^ Zweitältestes Schriftwerk und erste offizielle Reichschronik Japans (720)
  • Nikkō 日光 ^ Tempel-Schreinanlage im Norden der Kantō-Ebene, Präf. Tochigi; beherbergt u.a. den Tōshō-gū Schrein
  • Ōkuninushi 大国主 ^ mythol. Gottheit; wtl. Großer Meister des Landes
  • Ōmiwa Jinja 大神神社 ^ Ōmiwa Schrein, auch Miwa Schrein, nahe Nara; einer der ältesten Schreine Japans
  • Ōmononushi 大物主 ^ Gottheit des Schreins von [Ō]Miwa
  • shimenawa 注連縄 ^ shintōistisches „Götter-Seil“; geschlagene Taue aus Reisstroh.
  • shimetorii 注連鳥居 ^ Torii (Schreintor) bestehend aus zwei Pfosten und einem Seil; auch chūren torii gelesen
  • shinmei-zukuri 神明造 ^ Baustil der Schreine von Ise bzw. Stil der torii von Ise; auch shinmei torii
  • shintai 神体 ^ heiliges Objekt eines Shintō-Schreins; wtl. „Gottkörper“
  • Shintō 神道 ^ Shintō; wtl. Weg der Götter, Weg der kami
  • Sugawara no Michizane 菅原道真 ^ 845–903, Heian-zeitl. Staatsmann und Gelehrter; posthum als Tenman Tenjin vergöttlicht, heute Gott der Gelehrsamkeit
  • Taira ^ Kriegerfamilie, die im 12. Jh. um die pol. Vorherrschaft in Japan kämpfte
  • Tenjin 天神 ^ wtl. „Himmelsgott“, s.a. Tenman Tenjin
  • Tenman Tenjin 天満天神 ^ Shintō-Gott, Apotheose des Sugawara no Michizane
  • Tokugawa Iemitsu 徳川家光 ^ 3. Tokugawa Shōgun (1604–1651), r. 1623–1651
  • Tokugawa Ieyasu 徳川家康 ^ 1543–1616; Begründer des Tokugawa Shogunats; Reichseiniger
  • torii 鳥居 ^ Torii, Schreintor; wtl. „Vogelsitz“
  • Tōdaiji 東大寺 ^ Tempel des Großen Buddha von Nara; wtl. Großer Ost-Tempel
  • Tōshō-gū 東照宮 ^ Tōshō Schrein, Mausoleum des Tokugawa Ieyasu in Nikkō, Präf. Tochigi
  • Toyouke 豊受 ^ Nahrungsgottheit des Äußeren Schreins von Ise
  • Tsurugaoka Hachiman-gū 鶴岡八幡宮 ^ Tsurugaoka Hachiman Schrein (Kamakura)
  • Usa Hachiman-gū 宇佐八幡宮 ^ Usa Hachiman Schrein (Usa, Kyūshū)
Religion in JapanBautenBekannte Schreine
Logo ebisu 150.png
Religion in JapanInhaltsübersicht

Diese Seite:

„Bekannte Schreine.“ In: Bernhard Scheid, Religion-in-Japan: Ein digitales Handbuch. Universität Wien, seit 2001