Shōtoku Taishi: Staatsmann und buddhistischer Heiliger

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Shōtoku Taishi Staatsmann und buddhistischer Heiliger

Aus heutiger Sicht gilt Shōtoku Taishi vor allem als genialer Staatsmann. Obwohl er nie das Amt des Tennō einnahm, bleibt seine geschichtliche Bedeutung im kollektiven Gedächtnis Japans bestehen, während die anderen Herrscher seiner Zeit heute nur noch Spezialisten bekannt sind. Auf dieser Seite sind die wichtigsten Motive zusammengefasst, die sich mit dem Prinzen verbinden.

Shōtokus bekanntestes Portrait

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Shōtoku Taishi als junger Regent von zwei kindlichen Prinzen begleitet. Der Prinzregent ist bereits erwachsen und trägt ein Zepter (shaku) als Zeichen seiner weltlichen Macht. Bei den beiden Knaben soll es sich um Shōtokus Sohn sowie um seinen jüngeren Bruder handeln. Das Motiv soll auf eine Vision eines koreanischen Prinzen (Asa Taishi) zurückgehen. Das Original dieser Darstellung befand sich ursprünglich im Besitz des Tempels Hōryū-ji und ist heute öffentlich unzugänglich im Besitz des kaiserlichen Palastamtes (Kunaichō). Kopie eines Originals aus dem 8. Jh.(?)
© Pradel 2014, S. 202.
1 Shōtoku mit zwei Prinzen

Das bekannteste Shōtoku-Motiv stammt angeblich aus der Nara-Zeit. Der Prinz ist erwachsen, trägt ein Zepter (shaku) als Zeichen seiner weltlichen Macht und wird von zwei kindlichen Prinzen begleitet. Im 20. Jahrhundert griff man ganz besonders stark auf dieses Motiv zurück: Geldscheine mit dem Taishi-Motiv waren von den 1930er Jahren bis 1984 in Umlauf. Die staatsmännische Seite des Prinz-Regenten tritt auf den Geldscheinen noch deutlicher hervor als auf dem Original.

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1000 Yen Banknote mit dem Shōtoku Taishi-Motiv, von 1949 bis 1984 in Umlauf. Das gleiche Motiv gab es bereits in den 1930er Jahren auf Banknoten. spätere Shōwa-Zeit, 20. Jh.
© Nichiyu koin
2 Banknote mit Prinz Shōtoku

Shōtokus Verfassung

Prinz Shōtokus Ruhm als Staatsmann stützt sich in erster Linie auf die ihm zugeschriebene „Verfassung in 17 Punkten“,1 ein sehr allgemein gehaltener Verhaltenskodex für die politische Klasse des Landes. Obwohl der Text vornehmlich konfuzianische Prinzipien enthält, ist ein deutliches Bemühen erkennbar, diese mit dem Buddhismus in Einklang zu bringen. Punkt 1 beginnt mit den Worten:

Haltet die Harmonie hoch und macht Eintracht zum Prinzip... 2

Die „Harmonie“-Phrase ist den Analekten des Konfuzius entnommen, „Eintracht“ (muko) war hingegen eine Tugend, die in Schulen des frühen chinesischen und koreanischen Buddhismus eine zentrale Rolle spielte.3 Punkt 2 der Verfassung setzt fort:

Haltet die Drei Schätze in höchsten Ehren. Die Drei Schätze, das sind Buddha, Dharma und sangha (Buddha, Buddhalehre und Mönchsgemeinde). Sie sind die letzte Zuflucht der vier Arten von Wesen, das Fundament aller Nationen. Welcher Mensch zu welcher Zeit könnte diese Lehren nicht respektieren? Wirklich schlechte Menschen gibt es nur wenige. Die meisten befolgen, was man sie lehrt. Wie aber sollte man Verbogenes gerade biegen, wenn man nicht zu den Drei Schätzen Zuflucht nimmt?4

Diese Passage präsentiert den Buddhismus somit als universale ethische Lehre, die für alle Menschen (und im Grunde für alle Lebewesen) Gültigkeit besitzt. Wie der Historiker Fujieda Akira allerdings bereits 1975 nachwies, finden sich Texte wie dieser auch in den buddhistischen Tempelhöhlen von Dunhuang und dürften dem Prinzregenten wohl erst von den Verfassern des Nihon shoki in den Mund gelegt worden sein. Auch die anderen unten geschilderten buddhismusfreundlichen Aktionen Shōtokus sind demnach historisch zweifelhaft. Dennoch scheint es tatsächlich einen Prinzregenten gegeben zu haben, der dem Buddhismus neue Impulse verlieh, als er ihm seine Residenz in Ikaruga vermachte, aus der der Tempel Hōryū-ji entstand.5

Spätere Generationen buddhistischer Mönche dankten Shōtoku dieses Engagement für den Buddhismus, indem sie ihn zu einer Art Heiligen hochstilisierten. Es entstand eine eigene Glaubensrichtung, die sich in ihren Gebeten speziell an Shōtoku Taishi wandte. Unabhängig von der Frage ihrer Historizität haben sich die Legenden von Shōtokus Wundertaten tief in das kollektive Gedächtnis Japans eingegraben.

Legenden

Bereits in den frühesten Quellen finden sich Ansätze zur Legendenbildung um Shōtoku Taishi.6 So heißt es im Nihon shoki, dass er von Geburt an sprechen konnte und dass er oft die Anliegen von zehn Menschen gleichzeitig anhörte. Später wurden diese Anzeichen einer besonderen Berufung in zahlreichen buddhistischen Schriften immer stärker mit Elementen aus der Biographie des historischen Buddhas angereichert. Zwei Hängerollbilder aus dem 14. Jahrhundert, die sich heute im Besitz des Metropolitan Museum of Art befinden, veranschaulichen die mittelalterliche Hagiographie des Prinzen.

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Auf dem ersten von zwei Rollbildern sind Empfängnis, Geburt, Kindheit und Jugend von Shōtoku Taishi dargestellt. Ähnlich der Biographie Buddhas und anderer religiöser Figuren sind diese Episoden von wundersamen Vorzeichen und übernatürlichen Erscheinungen begleitet. Insgesamt sind auf beiden Hängerollbildern 62 Szenen der Shōtoku Legende dargestellt. Die Episoden sind chronologisch nur lose geordnet, eher gehen Szenen, die räumlich mit einander verbunden sind, in einander über. Der Prinz ist meist in Orange gekleidet, die schriftlichen Erklärungen auf weißem Grund enthalten meist sein jeweiliges Lebensalter. Kamakura-Zeit, 14. Jhdt.
© MET Museum
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Auf dem zweiten von zwei Rollbildern sind Erwachsenenalter, Tod und Apotheose von Shōtoku Taishi dargestellt. Insgesamt sind auf beiden Hängerollbildern 62 Szenen der Shōtoku Legende dargestellt. Die Episoden sind chronologisch nur lose geordnet, eher gehen Szenen, die räumlich mit einander verbunden sind, in einander über. Der Prinz ist meist in Orange gekleidet, auf weißen Schildern ist sein jeweiliges Lebensalter verzeichnet. Siehe auch: Bild:Shotoku_Taishi_eden1.jpg Kamakura-Zeit, 14. Jhdt.
© MET Museum
Illustrierte Biographie Prinz Shōtokus

Geburt

Eines Nachts träumt die Prinzessin Anahobe, die Hauptfrau des Yōmei Tennō (r. 585–587), von einem Bodhisattva in Gestalt eines goldenen Mönchs, der durch ihren Mund in sie eindringt, um sich in ihrem Mutterleib einzunisten. Am folgenden Neujahrstag (571) bringt sie einen Sohn zur Welt, als sie die Pferdeställe des kaiserlichen Palastes inspiziert. Die Geburt verläuft mühelos und ihr Sohn, der spätere Shōtoku, kann (wie Buddha) sofort danach sprechen. Diese Umstände führen zum geläufigsten Eigennamen des Prinzen: Umayado Taishi (Prinz Pferdestall).

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Dargestellt wird die überlieferte Geburt von Shōtoku Taishi vor einem Pferdestall. Kamakura-Zeit, 14. Jh.
© MET Museum
5 Geburt Shōtoku Taishis

Kindliche Frömmigkeit

Eine andere Legende weiß zu berichten, dass Prinz Shōtoku bereits als zweijähriges Kind an Buddhas Todestag, dem 15. des Zweiten Monats, mit gefalteten Händen niederkniete und den Buddha pries (namu butsu). Daraufhin fanden sich auf mirakulöse Weise Reliquien des Buddha zwischen den gefalteten Händen des Kindes. Shōtoku Taishi als betender Knabe stellt daher ein häufiges Motiv in der darstellenden Kunst dar.

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Shōtoku Taishi betet als Kleinkind zu Buddha und wird dafür mit Reliquien in seinen Händen belohnt. Kamakura-Zeit, 1292
© Harvard Art Museums
6 Nanbutsu Taishi
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Shōtoku Taishi bei der Abhaltung eines buddhistischen Rauchopfers. Das Rauchopfer ist wiederum die rituelle Vorbereitung auf einen Eid, der in diesem Fall die Gesundung von Shōtokus Vater, Yōmei Tennō betrifft. Kamakura-Zeit, frühes 14. Jh.
The British Museum
7 Kōyō Taishi mit Rauchopferschale

Ein weiteres Standardmotiv zeigt den Prinzen, wie er ein buddhistisches Rauchopfer für die Genesung seines Vaters, Kaiser Yōmei, abhält. Aufgrund dieses frommen — und der Legende nach erfolgreichen — Unternehmens wurde auch Yōmei zum Buddhismus bekehrt. Das Motiv des „pietätvoll opfernden Prinzen“ (Kōyō Taishi) zeigt Shōtoku Taishi als überproportional dargestelltes Kind mit buddhistischer Mönchsstola (kesa) und einer Rauchopferschale in der Hand. Die über Shōtoku Taishis neuartigen Kult sichtlich erstaunten Hofadeligen sind als kleine Figuren im Vordergrund zu sehen.

Kampf für den Buddhismus

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Rechts: Der Prinz betet zu den Vier Himmelskönigen. Mitte: Der Prinz im Heer der Soga. Links: Mononobe no Moriya (auf einer Mauer stehend) wird von einem Pfeil getroffen, fällt und wird enthauptet. Kamakura-Zeit, 14. Jh.
© MET Museum
8 Schlacht der Soga und der Mononobe

587, als sich Shōtoku im 16. Lebensjahr befindet, kommt es zu einer entscheidenden Schlacht zwischen den pro-buddhistischen Soga, angeführt von Soga no Umako, und den „konservativen“, anti-buddhistischen Mononobe unter der Führung von Mononobe no Moriya. Shōtoku Taishi greift trotz seiner Jugend in diese Schlacht ein. Zuvor schnitzt er rasch kleine Talismane in Gestalt der Vier Himmelskönige (Shi-Tennō) und steckt sie in sein Haar, was bereits im Nihon shoki als Grund dafür ausgewiesen wird, dass die Soga und damit der Buddhismus die Schlacht gewinnen. Zum Dank veranlasst Shōtoku später den Bau des Shitennō-ji, des Tempels der Vier Himmelskönige im heutigen Ōsaka.

Barmherzigkeit

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Begegnung Shōtoku Taishis mit dem Bettler von Kataoka. Kamakura-Zeit, 14. Jh.
© MET Museum
9 Prinz und Bettler

Eine bereits im Nihon shoki überlieferte Legende, die entfernt an die Vier Ausfahrten des Buddha erinnert, schildert die Begegnung des Prinzen mit einem hungernden Bettler an einem Ort namens Kataoka. Der Prinz lässt den geschwächten Mann nicht nur verköstigen, er gibt ihm sogar seinen eigenen Umhang. Als der Mann am nächsten Tag dennoch stirbt, lässt er ihn feierlich bestatten. Wieder einige Tage später befiehlt er, das Grab zu untersuchen. Zum allgemeinen Erstaunen ist der Leichnam verschwunden, nur das Gewand des Prinzen liegt säuberlich gefaltet auf dem Sarg. Der Prinz sieht darin bestätigt, dass es sich um einen Heiligen gehandelt haben muss, und zieht das Gewand wieder an. Die Episode wird mit den Worten kommentiert: „[Nur] ein Heiliger erkennt einen Heiligen.“

Der Prinz als Bodhisattva

Im Zuge der buddhistischen Verehrung wurde Shōtoku Taishi mit mehreren buddhistischen Heilsgestalten identifiziert, vor allem mit Kannon Bosatsu (Avalokiteshvara).

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Statue von Kannon als Weltenretter (Guze Kannon), der angeblich die Züge von Shōtoku Taishi trägt; geheime Buddha-Statue (hibutsu) des Hōryū-ji.
10 „Kannon, der Weltenretter“
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Shōtoku Taishi trägt hier ein Pilgergewand mit speziellem Pilgerstab, der an Bodhisattva Jizō erinnert. Anhand der traditionellen Frisur ist er aber unmittelbar als Shōtoku zu identifizieren. Muromachi-Zeit, 14. Jh.
© Asia.si.edu, Smithonian Museums of Asian Art
11 Prinz Shōtoku mit Mönchsstab

Guze Kannon („Kannon, der Weltenretter“) ist das Hauptheiligtum der „Halle der Träume“ (Yumedono) im Tempelkomplex des Hōryū-ji, der einst dem Prinzen selbst als Palast diente. Die Statue trägt angeblich die Züge Shōtokus. Sie gilt als „Geheime Buddha-Statue“ (hibutsu) und wurde lange komplett unter Verschluss gehalten, sodass sie verhältnismäßig gut erhalten ist. Erst im Jahr 1884 wurde die Statue auf Betreiben des amerikanischen Kunstkenners Ernest Fellonosa aus ihrem Dornröschen-Schlaf gerissen (was zugleich einen Neuanfang in der Beschäftigung mit buddhistischer Kunst in Japan hervorrief). Auch heute wird die Statue nur einmal pro Jahr öffentlich gezeigt.

Auf der Abbildung rechts oben trägt Shōtoku Taishi ein Mönchsgewand mit speziellem Pilgerstab, der an Bodhisattva Jizō erinnert.

Shōtoku Taishi und Kōbō Daishi

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Dargestellt sind Shōtoku Taishi und Kūkai zu Füßen des Dainichi Nyorai. Kamakura-Zeit
© Yamaguchi Sumio, Kyōto shiseki sansaku kai
12 Mandala der Fünf Erhabenen (Gosonzō mandara), Kamakura-Zeit.

Auf diesem mandala aus der Kamakura-Zeit sieht man Shōtoku Taishi und den eminenten japanischen Mönch Kōbō Daishi Kūkai „zu Füßen“ des Dainichi Nyorai. Dainichi ist der Haupt-Buddha des von Kūkai nach Japan übermittelten esoterischen Buddhismus. Für die Anhänger Shōtokus war Kūkai darüber hinaus die Reinkarnation des Shōtoku Taishi. Auf diese Weise konnte der Prinz auch in den esoterischen Buddhismus integriert werden.7

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Kūkai als frühkindliches Genie, betend auf einer Lotusblume. Ähnlich wie um Prinz Shōtoku ranken sich auch um Kūkai zahlreiche Legenden, die von seinen erstaunlichen frühen Begabungen erzählen. Die vorliegende Abbildung stützt sich auf einen Auszug aus Kūkais angebliches Testament (Goyuigo), der einer anderen Version des Bildes als Textteil eingeschrieben ist: :Long ago, when I was living in my parents' home, sometime between the age of five or six, I always had visions of myself in my dreams seated on an eight-petaled lotus conversing with the buddhas. However, I didn't tell anyone, not even my parents, much less anyone else. [...] :(Nach Guth 1987, S. 2.) Muromachi-Zeit
Bildquelle: Kōbō Daishi Kūkai and the Sacred Treasures of Mount Kōya, 2003, Abb. 2
13 Kukai als Kind

Shōtoku Taishi und Kūkai sind auch dadurch verbunden, dass sich um ihre Kindheit ein ähnlicher Kult etabliert hat. Auch Kūkai soll bereits in frühen Kindertagen Zeichen erhalten haben, dass er für eine besondere Rolle in der Verbreitung des Buddhismus ausersehen sei. Die Herausbildung und Identifizierung der beiden legendären Figuren erfolgte allerdings erst im japanischen Mittelalter. Christine Guth sieht in beiden Fällen den Kult um die besondere Geburt des historischen Buddhas als Inspirationsquelle der japanischen Legenden an. 8

Verweise

Fußnoten

  1. Tatsächlich bestehen berechtigte Zweifel an der Authentizität dieses Dokuments, das nur in einer Fassung des Nihon shoki, also über hundert Jahre nach seiner Entstehung, bekannt ist.
  2. Nihon shoki, Suiko Tennō, 12. Jahr (604), 4. Monat (Ü.: B. Scheid).
    Siehe auch: Wikisource (jap.), Wikipedia (dt.), Aston 1972, Nihongi II, S. 129.
  3. Ishii 1992. Ishii Kōsei vermutet eine Entlehnung des Begriffs aus den sog. Chengshi und Nirvana Schulen, die im 6. Jh. im chin. Jiangnan entstanden und sich insbesondere in Baekje — dem koreanischen Reich, aus dem Japan den Buddhismus übernahm — ausbreiteten.
  4. Ibid.
  5. Yoshida 2003, S. 4
  6. S. Como 2008.
  7. Die beiden Figuren im oberen Teil des Mandala sind im übrigen die Bodhisattvas Kokūzō und Kannon, die hier wohl als „Urformen“ (honji) der beiden buddhistischen Heiligen fungieren.
  8. Guth 1987.

Internetquellen

Letzte Überprüfung der Linkadressen: Jul. 2020

Literatur

William George Aston (Ü.) 1972
Nihongi: Chronicles of Japan from the Earliest Times to A.D. 697. Rutland, Vt: Tuttle 1972. [Erste Ausgabe: London 1896.]
Michael Como 2008
Shōtoku: Ethnicity, Ritual, and Violence in the Japanese Buddhist Tradition. New York: Oxford University Press 2008.
Christine Guth 1987
„The Divine Boy in Japanese Art.“ Monumenta Nipponica 42/1 (1987), S. 1–23.
Ishii Kōsei 石井公成 1992
„Kenpō jūnana jō ga sōtei shite iru sōran.“ 憲法十七条が想定している争乱. Indogaku bukkyōgaku kenkyū 印度學佛教學研究 41/1 (1992), S. 133-139.
Yoshida Kazuhiko 2003
Revisioning Religion in Ancient Japan.“ Japanese Journal of Religious Studies 30/1–2 (2003), S. 1–26.

Bilder

Quellen und Erläuterungen zu den Bildern auf dieser Seite:

  1. ^ 
    Shotoku taishi.jpg

    Shōtoku Taishi als junger Regent von zwei kindlichen Prinzen begleitet. Der Prinzregent ist bereits erwachsen und trägt ein Zepter (shaku) als Zeichen seiner weltlichen Macht. Bei den beiden Knaben soll es sich um Shōtokus Sohn sowie um seinen jüngeren Bruder handeln. Das Motiv soll auf eine Vision eines koreanischen Prinzen (Asa Taishi) zurückgehen. Das Original dieser Darstellung befand sich ursprünglich im Besitz des Tempels Hōryū-ji und ist heute öffentlich unzugänglich im Besitz des kaiserlichen Palastamtes (Kunaichō). Kopie eines Originals aus dem 8. Jh.(?)
    © Pradel 2014, S. 202.

  2. ^ 
    Shotoku banknote.jpg

    1000 Yen Banknote mit dem Shōtoku Taishi-Motiv, von 1949 bis 1984 in Umlauf. Das gleiche Motiv gab es bereits in den 1930er Jahren auf Banknoten. spätere Shōwa-Zeit, 20. Jh.
    © Nichiyu koin

  3. ^ 
    Shotoku Taishi eden1.jpg
    Auf dem ersten von zwei Rollbildern sind Empfängnis, Geburt, Kindheit und Jugend von Shōtoku Taishi dargestellt. Ähnlich der Biographie Buddhas und anderer religiöser Figuren sind diese Episoden von wundersamen Vorzeichen und übernatürlichen Erscheinungen begleitet.

    Insgesamt sind auf beiden Hängerollbildern 62 Szenen der Shōtoku Legende dargestellt. Die Episoden sind chronologisch nur lose geordnet, eher gehen Szenen, die räumlich mit einander verbunden sind, in einander über. Der Prinz ist meist in Orange gekleidet, die schriftlichen Erklärungen auf weißem Grund enthalten meist sein jeweiliges Lebensalter. Kamakura-Zeit, 14. Jhdt.
    © MET Museum

  4. ^ 
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    Auf dem zweiten von zwei Rollbildern sind Erwachsenenalter, Tod und Apotheose von Shōtoku Taishi dargestellt.

    Insgesamt sind auf beiden Hängerollbildern 62 Szenen der Shōtoku Legende dargestellt. Die Episoden sind chronologisch nur lose geordnet, eher gehen Szenen, die räumlich mit einander verbunden sind, in einander über. Der Prinz ist meist in Orange gekleidet, auf weißen Schildern ist sein jeweiliges Lebensalter verzeichnet.

    Siehe auch: Bild:Shotoku_Taishi_eden1.jpg Kamakura-Zeit, 14. Jhdt.
    © MET Museum

  5. ^ 
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    Dargestellt wird die überlieferte Geburt von Shōtoku Taishi vor einem Pferdestall. Kamakura-Zeit, 14. Jh.
    © MET Museum

  6. ^ 
    Taishi nisaizo.jpg

    Shōtoku Taishi betet als Kleinkind zu Buddha und wird dafür mit Reliquien in seinen Händen belohnt. Kamakura-Zeit, 1292
    © Harvard Art Museums

  7. ^ 
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    Shōtoku Taishi bei der Abhaltung eines buddhistischen Rauchopfers. Das Rauchopfer ist wiederum die rituelle Vorbereitung auf einen Eid, der in diesem Fall die Gesundung von Shōtokus Vater, Yōmei Tennō betrifft. Kamakura-Zeit, frühes 14. Jh.
    The British Museum

  1. ^ 
    Shotoku Taishi eden schlacht.jpg

    Rechts: Der Prinz betet zu den Vier Himmelskönigen. Mitte: Der Prinz im Heer der Soga. Links: Mononobe no Moriya (auf einer Mauer stehend) wird von einem Pfeil getroffen, fällt und wird enthauptet. Kamakura-Zeit, 14. Jh.
    © MET Museum

  2. ^ 
    Shotoku Taishi eden bettler.jpg

    Begegnung Shōtoku Taishis mit dem Bettler von Kataoka. Kamakura-Zeit, 14. Jh.
    © MET Museum

  3. ^ 
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    Statue von Kannon als Weltenretter (Guze Kannon), der angeblich die Züge von Shōtoku Taishi trägt; geheime Buddha-Statue (hibutsu) des Hōryū-ji.

  4. ^ 
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    Shōtoku Taishi trägt hier ein Pilgergewand mit speziellem Pilgerstab, der an Bodhisattva Jizō erinnert. Anhand der traditionellen Frisur ist er aber unmittelbar als Shōtoku zu identifizieren. Muromachi-Zeit, 14. Jh.
    © Asia.si.edu, Smithonian Museums of Asian Art

  5. ^ 
    Gosonzomandara.jpg

    Dargestellt sind Shōtoku Taishi und Kūkai zu Füßen des Dainichi Nyorai. Kamakura-Zeit
    © Yamaguchi Sumio, Kyōto shiseki sansaku kai

  6. ^ 
    Kobodaishi kind.jpg
    Kūkai als frühkindliches Genie, betend auf einer Lotusblume. Ähnlich wie um Prinz Shōtoku ranken sich auch um Kūkai zahlreiche Legenden, die von seinen erstaunlichen frühen Begabungen erzählen. Die vorliegende Abbildung stützt sich auf einen Auszug aus Kūkais angebliches Testament (Goyuigo), der einer anderen Version des Bildes als Textteil eingeschrieben ist:
    Long ago, when I was living in my parents' home, sometime between the age of five or six, I always had visions of myself in my dreams seated on an eight-petaled lotus conversing with the buddhas. However, I didn't tell anyone, not even my parents, much less anyone else. [...]
    (Nach Guth 1987, S. 2.) Muromachi-Zeit
    Bildquelle: Kōbō Daishi Kūkai and the Sacred Treasures of Mount Kōya, 2003, Abb. 2

Glossar

Namen und Fachbegriffe auf dieser Seite:

  • Anahobe no Hashihito 穴穂部間人 ^ ?–622; Hauptfrau des Yōmei Tennō und Mutter von Shōtoku Taishi
  • Bodhisattva (skt.) बोधिसत्त्व ^ „Erleuchtetes Wesen“ (jap. bosatsu 菩薩)
  • Buddha (skt.) बुद्ध ^ „Der Erleuchtete“ (jap. butsu (hotoke) 仏 oder Budda 仏陀)
  • Dainichi Nyorai 大日如来 ^ Buddha Vairocana, der „kosmische Buddha“; wtl. „Großes Licht“ oder „Große Sonne“
  • Dharma (skt.) धर्म ^ Gesetz (des Universums), Lehre (des Buddha) (jap. 法)
  • Dunhuang (chin.) 敦煌 ^ Oasenstadt an der Seidenstraße zwischen dem Tarim-Becken und China; zumeist von China, aber zeitweise auch von Tibet beherrschtes Handelszentrum; buddhistisches Zentrum mit ausgedehnten Höhlentempeln
  • Fellonosa, Ernest (west.) ^ 1853–1908; lehrte in jungen Jahren in Japan Philosophie, entwickelte sich aber bald zu einem Connaisseur japanischer Kunst und stellte im Auftrag der Meiji-Regierung die erste Liste japanischer „Nationalschätze“ zusammen. Seine Kunstsammlung bildet den Grundstock der Japonica im Museum of Fine Arts, Boston.
  • Guze Kannon 救世観音 ^ wtl. Kannon, der Weltenretter; Hauptheiligtum in der Halle der Träume (Yumedono) im Hōryū-ji
  • hibutsu 秘仏 ^ wtl. „geheimer Buddha“; geheim gehaltene Buddha-Statue
  • Hōryū-ji 法隆寺 ^ Tempel in Ikaruga bei Nara, gegr. 607; wtl. „Tempel des prosperierenden [Buddha]-Gesetzes“
  • Jizō 地蔵 ^ wtl. Schatzhaus/Mutterleib der Erde; skr. Kṣitigarbha; populäre Bodhisattva Figur
  • Kannon Bosatsu 観音菩薩 ^ Bodhisattva Avalokiteshvara, wtl. „der den Klang der Welt erhört“; „Bodhisattva des Mitleids“; s.a. Kannon, Guanyin;
  • Kataoka 片岡 ^ vermeintlicher Ort — wie im Nihon shoki beschrieben — an dem Shōtoku Taishi der Legende nach einem Bettler half, der eigentlich ein Buddha war
  • kesa 袈裟 ^ äußerstes Gewand der buddh. Mönchstracht, variiert zwischen einem breiten Wickeltuch und einer dünnen Stola; besteht der Theorie nach aus Flicken.
  • Kōbō Daishi 弘法大師 ^ Ehrentitel von Kūkai
  • Kōyō Taishi 孝養太子 ^ ikonographisches Motiv des „pietätvoll opfernden Prinzen“ Shōtoku Taishi
  • Kūkai 空海 ^ 774–835, Gründer des Shingon Buddhismus; Eigennamen Saeki Mao, Ehrennamen Kōbō Daishi
  • maṇḍala (skt.) मण्डल ^ „Kreis“ (jap. mandara 曼荼羅), schematische Darstellung der kosmischen Ordnung
  • Mononobe 物部 ^ wtl. „Sippe der Dinge“; altjap. Klan, der gegen den Buddhismus eingestellt war
  • Mononobe no Moriya 物部守屋 ^ ?–587; Staatsmann und Oberhaupt des Mononobe-Clans
  • muko 無忤 ^ wtl. ohne Zwist; Eintracht, Friedfertigkeit; buddhistische Tugend
  • namu butsu 南無仏 ^ Lobpreisung Buddhas
  • Nihon shoki 日本書紀 ^ Zweitältestes Schriftwerk und erste offizielle Reichschronik Japans (720)
  • saṃgha (skt.) संघ ^ „(Mönchs-)Gemeinde“ (jap. 僧 oder sōgya 僧伽)
  • shaku ^ Zeremonielles Zepter der Schreinpriester; trad. Emblem von Herrschern und Götterstatuen
  • Shi-Tennō 四天王 ^ wtl. Vier Himmelskönige, die aber eher als Himmelswächter auftreten und jeweils eine Himmelsrichtung beschützen; angeführt von Bishamon-ten, dem Wächter des Nordens; der Ausdruck wird auch für diverse Gruppen von vier Kriegern angewendet
  • Shitennō-ji 四天王寺 ^ buddh. Tempel im heutigen Ōsaka; zählt zusammen mit dem Asuka-dera zu den beiden ältesten Tempeln Japans (Gründung 593)
  • Shōtoku Taishi 聖徳太子 ^ 574–622; Prinz Shōtoku; kaiserlicher Regent
  • Soga no uji 蘇我氏 ^ Soga-Klan, die ersten Förderer des jap. Buddhismus
  • Soga no Umako 蘇我馬子 ^ 551?–626; Staatsmann; Sohn des Soga no Iname
  • Yōmei Tennō 用明天皇 ^ 540–587; 31. Kaiser Japans (r. 585–587); Vater von Shōtoku Taishi
  • Yumedono 夢殿 ^ Halle der Träume; Seitentempel des Hōryū-ji
Religion in JapanGeschichteFruehzeitShotoku Taishi
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Religion in JapanInhaltsübersicht

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„Shōtoku Taishi: Staatsmann und buddhistischer Heiliger.“ In: Bernhard Scheid, Religion-in-Japan: Ein digitales Handbuch. Universität Wien, seit 2001