Was ist ein Sutra?

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Was ist ein Sutra?

Die elementarsten Texte des Buddhismus werden in der Regel als Sutra bezeichnet. Das Wort sūtra entstammt dem Sanskrit und ist der Webetechnik entlehnt. Es bedeutet „Faden“. Davon abgeleitet entstanden metaphorische Bedeutungen wie „Leitfaden“, „elementare Lehrschrift“, u.a.m. In Ostasien wird dafür das Schriftzeichen 経 (jap. kyō, chin. jing) verwendet, das ebenfalls die Grundbedeutung „Faden“ besitzt und nicht nur im Buddhismus, sondern beispielsweise auch im Daoismus Anwendung findet. Ein berühmter, nicht-buddhistischer „Leitfaden“ ist etwa das Yi-jing, eig. „Leitfaden der Orakelkunst“, besser bekannt als das „Buch der Wandlungen“. Aus dem nicht-buddhistischen indischen Kontext ist hierzulande das Kama Sutra, der „Leitfaden der Liebe“, am besten bekannt. Auf dieser Seite ist jedoch nur von buddhistischen Sutren die Rede.

Hannya shingyo.jpg
Japanische Abschrift des Herz-sutra. Heian-Zeit, 12. Jh.
The British Museum

Textgestalt

Zumindest der Theorie nach stammen die Sutren von einem Buddha (allerdings nicht notwendigerweise vom historischen Buddha Shakyamuni). Parallel zur wachsenden Zahl der Buddhas im Mahayana Buddhismus haben sich auch die Sutren vervielfacht und ein beinah unüberschaubares Maß angenommen.

Obwohl die unterschiedlichsten Themen abgehandelt werden, betten die meisten Sutren ihre Inhalte in die Rahmenhandlung einer Buddha-Predigt ein. Ein gemeinsames formales Merkmal ist die Standard-Einleitung des Rezitierenden: „So habe ich's gehört“. Oft sind auch die Umstände der Predigt Gegenstand des Sutras, bevor der Buddha selbst zu Wort kommt. Viele buddhistische Sutren thematisieren also die Umstände ihrer Entstehung und Verbreitung, bevor sie zum eigentlichen Kern der Botschaft kommen. Diese Selbst-Referenzialität scheint ein besonderes Kennzeichen buddhistischer Sutren zu sein.

Infolge ihrer langen Textgeschichte, die oft weit in vorschriftliche Zeiten hineinreicht, ist es kaum möglich, den Umfang eines bestimmten Sutras eindeutig abzugrenzen. Von allen bekannteren Sutren gibt es Versionen in verschiedenen Formen und Längen. Es existieren auch unterschiedliche Versionen eines Textes unter dem gleichen Titel und beinahe identische Texte unter verschiedenen Titeln. Die verschiedenen Sprachen, in denen buddhistische Texte verfasst wurden, machen die Sache ein weiteres Mal komplexer: Da die Originale häufig verloren gegangen sind, ist meist nicht klar, ob chinesische Sutren als direkte Übertragungen eines indischen Originals zu werten sind, oder ob sich die Übersetzer Freiheiten herausnahmen, indem sie Sutren neu kombinierten, Teile wegließen oder überhaupt neu erfanden. Schließlich gibt es in jedem buddhistischen Land auch einen beträchtlichen Teil apokrypher Sutren, die zwar vorgeben, auf ein indisches Original zurückzugehen, aber eindeutig als „Fälschungen“ identifizierbar sind, weil sie z.B. lokale Gegebenheiten in die Handlung mit einbeziehen. Die Frage „Was ist ein Sutra?“ wird also zunehmend komplizierter, je eingehender man sich damit auseinandersetzt.

Textpflege

Kegonkyo744.jpg
Auf diesem Fragment steht ein Teil des Kegon-kyō (Blütenkranz Sutra) geschrieben. Nara-Zeit, 744
© Metropolitan Museum of Art
1 Avatamsaka Sutra (Kegon-kyō)
Fragment einer Abschrift aus dem Jahr 744

Das Kopieren von Sutren galt in der gesamten Welt des Buddhismus als frommes Werk, das ganz besonders dazu geeignet war, das eigene Karma zu verbessern. Dies bezog sich sowohl auf den Stifter als auch auf die Ausführenden einer Sutrenkopie. Buddhistische Sutren wurden aus diesem Grund mit großer Sorgfalt reproduziert und aufbewahrt. Es ist somit kein Zufall, dass das abgebildete Beispiel aus der Nara-Zeit — eines der ältesten bis heute erhaltenen Originaldokumente des japanischen Schrifttums — ein buddhistischer Text ist. Es handelt sich um ein Fragment des zu dieser Zeit äußert populären Kegon-kyō (skt. Avatamsaka Sutra, „Blütenkranz Sutra“). Im Mittelpunkt steht Buddha Vairocana, der in der Nara-Zeit auch als Großer Buddha des Tōdaiji verewigt wurde.

Beispiele

Lotos Sutra

Das Lotos Sutra gehört zu den bekanntesten Sutren des Mahayana Buddhismus. Seine geläufigste Version ist die chinesische Übersetzung durch den Übersetzermönch Kumarajiva (343–413), die 406 fertiggestellt wurde und auch den meisten Übersetzungen in westliche Sprachen zugrunde liegt. In dieser Form besteht das Sutra aus 28 Kapiteln, die sehr unterschiedliche Themen behandeln. Die Rahmenhandlung dieser Kapitel beschreibt, wie Buddha Shakyamuni vor einer unübersehbaren Menge von irdischen und überirdischen Anhängern eine Predigt hält. Im Laufe dieser Predigt kommt u.a. die Parabel vom brennenden Haus (Kap. 3) zur Sprache, die das Anwenden von „angemessenen Mitteln“ (skt. upaya, jap. hōben) legitimiert (Kap. 2). Der Buddha wird in dieser Parabel als gütiger Vater beschrieben, der versucht, die Kinder, die sich der Gefahr nicht bewusst sind (die unerleuchteten Wesen), durch Versprechungen aus dem brennenden Haus zu locken. Ein anderes berühmtes Kapitel (16) thematisiert die Lebenslänge des Buddhas und damit zugleich die buddhistische Zeitentheorie (s. dazu Die Reformen der Heian-Zeit). Das Sutra enthält aber auch Passagen, die erläutern, warum es ein besonderes karmisches Verdienst darstellt, es — das Sutra — zu kopieren. Dieses Verdienst wird höher eingeschätzt als das Opfer des eigenen Körpers, obwohl auch diese Praxis grundsätzlich gut geheißen wird (Kap. 23). Eines der einflussreichsten Kapitel ist Bodhisattva Avalokiteshvara (jap. Kannon) gewidmet und dürfte mitverantwortlich für die besondere Popularität dieser Figur sein.

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Eröffnungsszene des 25. Kapitels des Lotos Sutra (Hoke-kyō), in dem es um die Vorzüge von Bodhisattva Kannon geht. Das Kapitel besteht aus einem Dialog zwischen Buddha Shakyamuni (durch Aureole gekennzeichnet) und dem „Bodhisattva Unerschöpfliche Absicht“ (ihm gegenüber am Boden sitzend), in dem die Eigenschaften Kannons als Helfer der notleidenden Lebewesen gepriesen werden. Kannon selbst tritt in dem Kapitel nur am Rande in Erscheinung. Die Illustration entstammt einer reichhaltig bebilderten Schriftrolle aus der Kamakura-Zeit, die lediglich das Kannon-Kapitel des Lotos Sutra enthält und sich vor allem auf die bildliche Darstellung der unzähligen Erscheinungsformen dieses Bodhisattvas konzentriert. Werk von Sugawara Mitsushige.
© Metropolitan Museum of Art
2 Lotos Sutra in illustrierter Form, Kannon-Kapitel (1257)

Das Lotos Sutra heißt auf Sanskrit Saddharma pundarika sutra, wörtlich: „Sutra der Lotosblume vom wunderbaren Dharma“, jap. entweder kurz Hoke-kyō, oder Myōhō renge kyō. Es gilt vor allem im japanischen Tendai und Nichiren Buddhismus (auch Hokke-shū) als die wichtigste buddhistische Lehrschrift überhaupt.

Herz Sutra und Sutra der Höchsten Weisheit

Ein weiteres allgemein bekanntes Sutra ist das Herz Sutra. Es ist so kurz, dass es eigentlich mehr einem Gebet gleicht und in wenigen Minuten rezitiert werden kann. Es besteht im wesentlichen aus einer Lehrrede des Kannon (Bodhisattva Avalokiteshvara) an Shariputra, einen Schüler des historischen Buddha. Einer der Kernsätze lautet „Form ist Leere, Leere ist Form“. Es geht also um die Philosophie der Leere (skt. shunyata, jap. ), bzw. der Unbeständigkeit des irdischen Daseins, die u.a. auch als buddhistischer Nihilismus bezeichnet wird.

In Japan können viele Menschen das Herz Sutra auswendig, vor allem Anhänger des Zen und des Shingon Buddhismus. Das Sutra wird hier in einer Mischung aus Sanskrit und Chinesisch rezitiert, die keinerlei Ähnlichkeiten mit dem gesprochenen Japanisch aufweist und für Laien vollkommen unverständlich ist. Für die meisten japanischen Buddhisten steht der inhaltliche Aspekt des Textes daher nicht im Vordergrund. Interessanterweise ist das Herz Sutra aber gerade in seiner japanisierten Form (also in sinisiertem Sankrit, japanisch ausgesprochen) auch in westlichen buddhistischen Kreisen populär geworden.

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Abschrift des Daihannya-kyō aus der Heian-Zeit. Das Titelblatt stellt Buddhas erste Predigt im Hirschpark von Sarnarth in Indien dar. Der Buddha und zwei Bodhisattvas sitzen auf Lotos-Blüten, dahinter die fünf Asketen, mit denen Buddha ehemals gemeinsam praktizierte, sowie die friedlichen Hirsche. Das sutra wurde auf Bestellung von Fujiwara Hidehira (–1187) angefertigt, um für die Seele seines verstorbenen Vaters Motohira (–1157) zu beten. Dieser Zweig der Fujiwara begründete Ende der Heian-Zeit in Hiraizumi, Nordost-Japan ein florierendes geistig-religiöses Zentrum. Heian-Zeit, ca. 1175
© Metropolitan Museum, 2003, Abb. 28
3 Abschrift des Daihannya-kyō in Goldtinte auf blauem Grund, Heian-Zeit

Das Herz Sutra ist Teil einer ganzen Sutrentextgruppe zur Doktrin der höchsten Weisheit (prajnaparamita, jap. hannyaharamitta). Es existieren unterschiedlich lange Sammlungen dieser Textgruppe. Eine der ausführlichsten Fassungen, das Da bore boluomidou jing (jap. Hannyaharamitta-kyō) existiert heute in Form einer chinesischen Übersetzung durch den Pilgermönch Xuanzang aus den Jahren 660–663 und umfasst ca. 600 Einzeltexte, darunter das Herz Sutra oder das ebenfalls bekannte sog. Diamant Sutra.

Diamant Sutra

Diamant Sutra (jap. Kongō-kyō) ist die Kurzbezeichnung für einen Text, der wörtlich das „Sutra der Diamant-gleichen höchsten Weisheit“ (Skt. Vajracchedikā-prajñāpāramitā-sūtra) betitelt wurde. Ähnlich wie im Herz Sutra geht es auch hier um die höchste Weisheit, die als das Erkennen der Leere dargestellt wird, wobei für diese Leere ein Reihe kunstvoller Metaphern und Allegorien gefunden werden. Das relativ kurze Sutra genießt vor allem im Zen Buddhismus große Popularität. Formal handelt es sich um einen Dialog zwischen dem Buddha Shakyamuni und Subhūti, einem seiner Zehn Schüler, der auch als jener Jünger des Buddha galt, der als erster die Wahrheit der Leere zu begreifen vermochte.

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Das Bild zeigt den Mönch Subhuti und Buddha Shakyamuni im Dialog, wie er im Diamant Sutra wiedergegeben ist. Es handelt sich um die einzige Illustration in der ersten Druckversion dieses Textes aus dem Jahr 868. Dargestellt sind Subhuti und der wesentlich größere Buddha, umringt von seinen Hauptschülern (zu denen auch Subhuti zählt), zwei Bodhisattvas, zwei Wächtern niō, zwei Löwenhunden (komainu), zwei Himmlischen Wesen, sowie einem weltlichen Herrscher mit Gefolge (unten rechts). Der Text gilt als das älteste gedruckte Buch der Welt. Er überdauerte Jahrhunderte in Vergessenheit in einer der Höhlen von Dunhuang, wo er vom Altösterreicher in britischen Diensten Sir Aurel Stein (1862–1943) in den Jahren 1906–1908 entdeckt wurde. Tang-Zeit, 686
© International Dunhuang Project
4 Diamant Sutra, China 868

Das Sutra ist auch deshalb interessant, weil es als einer der ersten buddhistischen Texte auch als Blockdruck herausgebracht wurde. Der Druck entstand im Jahr 868 in China und gilt als ältestes gedrucktes Buch der Welt. Er enthält eine Illustration, auf der das Setting des Sutras zu sehen ist: Links unten der Mönch Subhuti in ehrfurchtsvoller Haltung, in der Bildmitte der Buddha, umringt von seinen Hauptschülern (zu denen auch Subhuti zählt), zwei Bodhisattvas, zwei Wächtern niō, zwei Löwenhunden (komainu), zwei Himmlischen Wesen, sowie einem weltlichen Herrscher mit Gefolge (unten rechts).

Goldglanz Sutra

Das Goldglanz Sutra — Konkōmyō-kyō, skt. Suvarna-prabhasottama-sutra, in erweiterter Fassung auch als „Sutra vom goldenen Glanz der siegreichen Könige“ (Konkōmyō saishōō kyō) bekannt — ist vielleicht der politisch einflussreichste Text des frühen japanischen Buddhismus, da er sich explizit an die Herrschenden wendet.

Zusammen mit dem Sutra der/für Barmherzige Könige (Ninnō-kyō) und dem Lotos Sutra zählte das Goldglanz Sutra zu den sogenannten Drei Staatsschutz Sutren, die insbesondere vor und während der Nara-Zeit große staatliche Förderung erhielten, weil man sich umgekehrt tatsächlich einen gleichsam magischen Schutz des Reiches von ihnen erwartete. Tenmu Tennō und sein Urenkel Shōmu ließen im 7. und 8. Jahrhundert in allen Provinzen Tempel errichten, in denen das Goldglanz Sutra rezitiert und aufbewahrt werden sollte.

Mit dem Rückgang staatlicher Förderung (und Reglementierung) des Buddhismus in der Heian-Zeit nahm die Bedeutung des Goldglanz Sutras zwar ab, es legte aber den Grundstein für die Bekanntheit von Figuren wie Benzaiten und Bishamon-ten, die heute als Bestandteil der Sieben Glücksgötter in Japan ungebrochene Popularität genießen. (Mehr dazu...)

Verweise

Verwandte Themen

Internetquellen

Letzte Überprüfung der Linkadressen: Jul. 2020

Literatur

William George Aston (Ü.) 1972
Nihongi: Chronicles of Japan from the Earliest Times to A.D. 697. Rutland, Vt: Tuttle 1972. [Erste Ausgabe: London 1896.]
Burton Watson (Ü.) 1993
The Lotus Sutra. New York: Columbia University Press 1993.
Max Deeg (Ü.) 2009
Das Lotos Sutra. Darmstadt: WBG 2009. [2. korrigierte Auflage.]

Bilder

Quellen und Erläuterungen zu den Bildern auf dieser Seite:

  1. ^ 
    Kegonkyo744.jpg

    Auf diesem Fragment steht ein Teil des Kegon-kyō (Blütenkranz Sutra) geschrieben. Nara-Zeit, 744
    © Metropolitan Museum of Art

  2. ^ 
    Hokekyo 25.jpg

    Eröffnungsszene des 25. Kapitels des Lotos Sutra (Hoke-kyō), in dem es um die Vorzüge von Bodhisattva Kannon geht. Das Kapitel besteht aus einem Dialog zwischen Buddha Shakyamuni (durch Aureole gekennzeichnet) und dem „Bodhisattva Unerschöpfliche Absicht“ (ihm gegenüber am Boden sitzend), in dem die Eigenschaften Kannons als Helfer der notleidenden Lebewesen gepriesen werden. Kannon selbst tritt in dem Kapitel nur am Rande in Erscheinung. Die Illustration entstammt einer reichhaltig bebilderten Schriftrolle aus der Kamakura-Zeit, die lediglich das Kannon-Kapitel des Lotos Sutra enthält und sich vor allem auf die bildliche Darstellung der unzähligen Erscheinungsformen dieses Bodhisattvas konzentriert. Werk von Sugawara Mitsushige.
    © Metropolitan Museum of Art

  1. ^ 
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    Abschrift des Daihannya-kyō aus der Heian-Zeit.

    Das Titelblatt stellt Buddhas erste Predigt im Hirschpark von Sarnarth in Indien dar. Der Buddha und zwei Bodhisattvas sitzen auf Lotos-Blüten, dahinter die fünf Asketen, mit denen Buddha ehemals gemeinsam praktizierte, sowie die friedlichen Hirsche.

    Das sutra wurde auf Bestellung von Fujiwara Hidehira (–1187) angefertigt, um für die Seele seines verstorbenen Vaters Motohira (–1157) zu beten. Dieser Zweig der Fujiwara begründete Ende der Heian-Zeit in Hiraizumi, Nordost-Japan ein florierendes geistig-religiöses Zentrum. Heian-Zeit, ca. 1175
    © Metropolitan Museum, 2003, Abb. 28

  2. ^ 
    Diamant Sutra.jpg
    Das Bild zeigt den Mönch Subhuti und Buddha Shakyamuni im Dialog, wie er im Diamant Sutra wiedergegeben ist. Es handelt sich um die einzige Illustration in der ersten Druckversion dieses Textes aus dem Jahr 868. Dargestellt sind Subhuti und der wesentlich größere Buddha, umringt von seinen Hauptschülern (zu denen auch Subhuti zählt), zwei Bodhisattvas, zwei Wächtern niō, zwei Löwenhunden (komainu), zwei Himmlischen Wesen, sowie einem weltlichen Herrscher mit Gefolge (unten rechts).

    Der Text gilt als das älteste gedruckte Buch der Welt. Er überdauerte Jahrhunderte in Vergessenheit in einer der Höhlen von Dunhuang, wo er vom Altösterreicher in britischen Diensten Sir Aurel Stein (1862–1943) in den Jahren 1906–1908 entdeckt wurde. Tang-Zeit, 686
    © International Dunhuang Project


Glossar

Namen und Fachbegriffe auf dieser Seite:

  • Avalokiteśvara (skt.) अवलोकितेश्वर ^ „Herr, der [die Welt] unten wahrnimmt“ (jap. Kannon 観音 oder Kanzeon 観世音), Bodhisattva
  • Avataṃsakasūtra (skt.) अवतंसकसूत्र ^ „Blütenkranz Sutra“ (jap. Kegon-kyō 華厳経), erste Übersetzung ins Chinesische um 420
  • Benzaiten 弁才天/弁財天 ^ Glücksgöttin im Ensemble der Sieben Glücksgötter (Shichi Fukujin); Gottheit des Wassers, der Musik und der Beredsamkeit; skt. Sarasvati; auch: Benten
  • Bishamon-ten 毘沙門天 ^ Himmelswächter des Nordens, Glücksgott; abgeleitet von einem indischen Gott des Reichtums, Vaishravana
  • Bodhisattva (skt.) बोधिसत्त्व ^ „Erleuchtetes Wesen“ (jap. bosatsu 菩薩)
  • Buddha (skt.) बुद्ध ^ „Der Erleuchtete“ (jap. butsu (hotoke) 仏 oder Budda 仏陀)
  • Dharma (skt.) धर्म ^ Gesetz (des Universums), Lehre (des Buddha) (jap. 法)
  • Dōkyō 道教 ^ Daoismus, wtl. Lehre des Weges, chin. Daojiao; philosophisch-rel. Strömung Chinas; s.a.
  • hannyaharamitta 般若波羅蜜多 ^ „vollkommene Weisheit“, abgeleitet von skt. prajnaparamita
  • Hannyaharamitta-kyō 般若波羅蜜多経 ^ „Sutra der vollkommenen Weiheit“
  • Heian 平安 ^ auch Heian-kyō 平安京, „Stadt des Friedens“; politisches Zentrum 794–1185 (= Heian-Zeit)
  • Hoke-kyō 法華経 ^ Lotos Sutra; skt. Saddharma pundarika sutra; jap. auch Hokkekyō oder Myōhō renge kyō; zählt zu den einflussreichsten Texten des Mahayana-Buddhismus, älteste Fassungen dürften im ersten Jh. v.u.Z. entstanden sein.
  • Hokke-shū 法華宗 ^ Andere Bez. des Nichiren Buddhismus
  • hōben 方便 ^ geschicktes Mittel; skt. upāya
  • Kannon 観音 ^ auch Kanzeon 観世音, wtl. der den Klang der Welt erhört; skt. Avalokiteśvara; chin. Guanyin; als Bodhisattva des Mitleids bekannt
  • Karma (skt.) कर्म ^ „Tat“ (jap. Gō 業), auch „konsequente Folge“; moralische Bilanz der gesetzten Handlungen
  • Kegon-kyō 華厳経 ^ Avatamsaka Sutra bzw. Blütenkranz Sutra
  • komainu 狛犬 ^ wtl. „Korea-Hund“, auch „Löwenhund“; Wächterfigur vor religiösen Gebäuden
  • Kongō-kyō 金剛経 ^ Diamant Sutra, vollst. Name Kongō hannyaharamitsu kyō bzw. skt. Vajracchedikā-prajñāpāramitā-sūtra, erste Übersetzung ins Chinesische Kumārajīva, 403; online-Version inkl. eng. Ü.: Charles Muller
  • Konkōmyō-kyō 金光明経 ^ Goldglanz Sutra; skt. Suvarṇaprabhāsasottama sūtra; eines von drei „Staatsschutz-Sutren“ des frühen japanischen Staats
  • Kumārajīva (skt.) कुमारजीव ^ 344–413; buddh. Gelehrter und Übersetzer (jap. Kumaraju 鳩摩羅什)
  • ^ Leere, Nichts; im Buddhismus ein wichtiges philosophisches Konzept
  • kyō ^ kanonischer Text, wtl. „Kettfaden“; im Buddh.: Sutra (skt. sutra), Lehrrede des Buddha
  • Mahāyāna (skt.) महायान ^ „Großes Fahrzeug“ (jap. daijō bukkyō 大乗), buddhistische Richtung
  • Myōhō renge kyō 妙法蓮華経 ^ Lotos Sutra (des Wunderbaren Dharma), skt. Saddharma-pundarīka-sūtra (jap. auch Hoke-kyō)
  • Nara 奈良 ^ Hauptstadt und Sitz des Tennō, 710–784 (= Nara-Zeit); auch: Heijō-kyō
  • Nichiren 日蓮 ^ 1222–1282; Begründer des Nichiren Buddhismus
  • niō 仁王 ^ Wächterfigur, Torwächter
  • prajñāpāramitā (skt.) प्रज्ञापारमिता ^ „Vollkommene Weisheit“ (jap. hannyaharamitta 般若波羅蜜多)
  • Saddharma puṇḍarīka sūtra (skt.) सद्धर्मपुण्डरीकसूत्र ^ „Sutra vom weißen Lotos des wunderbaren Dharma“ (jap. Myōhō renge kyō 妙法蓮華経 oder Hoke-kyō 法華経), Lotos Sutra
  • Śākyamuni (skt.) शाक्यमुनि ^ „Der Weise des Shakya-Klans“ (jap. Shaka 釈迦 oder Shakamuni 釈迦牟尼), Gautama Siddhartha
  • Śāriputra (skt.) शारिपुत्र ^ Hauptschüler des Buddha (jap. Sharihotsu 舎利佛)
  • Shichi Fukujin 七福神 ^ Sieben Glücksgötter; populäres Ensemble von Glücksgöttern verschiedener Herkunft
  • Shingon-shū 真言宗 ^ Shingon-Schule, wtl. Schule des Wahren Wortes; wichtigste Vertreterin des esoterischen Buddhismus (mikkyō) in Japan
  • Shōmu Tennō 聖武天皇 ^ 701–56; 45. japanischer Kaiser; (r. 724–49); Förderer des Buddhismus
  • śūnyatā (skt.) शून्यता ^ „Leere, Nichts“ (jap. 空), im Buddhismus ein wichtiges philosophisches Konzept
  • Subhūti (skt.) सुभूति ^ einer der Zehn Schüler des Buddha; Fragensteller im Diamant Sutra (jap. Shubodai 須菩提 oder Gekū Daiichi 解空第一)
  • sūtra (skt.) सूत्र ^ „Faden“ (jap. kyō 経 oder kyōten 経典), Lehrrede des Buddha, kanonische Schrift
  • Tendai-shū 天台宗 ^ Tendai-Schule, chin. Tiantai
  • Tenmu Tennō 天武天皇 ^ 631?–686; 40. japanischer Kaiser; (r. 673–686)
  • Tōdaiji 東大寺 ^ Tempel des Großen Buddha von Nara; wtl. Großer Ost-Tempel
  • upāya (skt.) उपाय ^ „[geschicktes] Mittel“ (jap. hōben 方便)
  • Xuanzang (chin.) 玄奘 ^ 602–664; berühmter chin. Pilgermönch und buddh. Gelehrter; Autor eines einflussreichen Reiseberichts über das buddhistische Indien, der später als „Reise nach dem Westen“ in einen Roman gefasst wurde
  • Yijing (chin.) 易経 ^ „Buch/Leitfaden der Wandlungen“ (chin. Klassiker); jap. Ekikyō
  • Zen ^ chin. Chan, wtl. Meditation; Zen Buddhismus
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„Was ist ein Sutra?.“ In: Bernhard Scheid, Religion-in-Japan: Ein digitales Handbuch. Universität Wien, seit 2001