Honji suijaku: Die Angleichung von Buddhas und kami

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Honji suijaku Die Angleichung von Buddhas und kami

Als die ersten buddhistischen Mönche ihre Lehre in Japan zu verbreiten begannen, stellten sie zwar die Existenz der einheimischen kami nicht in Zweifel, sahen sie aber als den Buddhas unterlegen an. Ebenso hatte der Buddhismus auch die indischen Götter eingestuft: Sie galten als unerleuchtet und im Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara) gefangen. Umgekehrt wurden Buddhas und Bodhisattvas von den japanischen Laien zunächst als fremde kami eingestuft. Gegenüber dem Überlegenheitsanspruch der Buddhisten regte sich bereits nach den ersten Tempelgründungen Widerstand (siehe Altertum). Von buddhistischer Seite begegnete man diesem anfänglichen Misstrauen mit verschiedenen Versuchen, den kami-Glauben stärker in den Buddhismus zu integrieren. Das wichtigste Konzept ist dabei die Theorie von (buddhistischer) „Urform“ und shintōistischer „Spur“, jap. honji suijaku, dessen Evolution in der Folge genauer vorgestellt wird.

Bekehrung der kami

Die historisch älteste Strategie, die man schon im siebenten Jahrhundert (also in der Frühzeit des japanischen Buddhismus) antrifft, ist die „Bekehrung“ einheimischer Gottheiten: Kami gelten als erleuchtungsbedürftige Wesen, die wie die Menschen in den Geburtenkreislauf verstrickt sind und einen Drang nach Erlösung verspüren. Der Buddhismus übernimmt die Aufgabe, ihnen dazu zu verhelfen. Frühe buddhistische Legenden zeigen, dass diese Aufgabe häufig von umherwandernden buddhistischen Asketen übernommen wurde. In diesen Legenden wird zum Beispiel erzählt, dass eine lokale Gottheit einem vorbeiziehenden Wandermönch im Traum erscheint und ihm das Leid ihres unerlösten Zustandes klagt. Um das karma der Gottheit dauerhaft durch die entsprechenden buddhistische Riten und Sutrenlesungen zu verbessern, veranlasst der Mönch die Errichtung eines Tempels neben dem ursprünglichen Heiligtum der Gottheit.

Ein gut dokumentiertes Beispiel stellt die Gottheit des Tado Schreins in der Nähe des Ise Schreins dar. Diese Gottheit offenbarte sich Ende der Nara-Zeit einem Mönch namens Mangan Zenji und bat ihn um buddhistische Belehrung. Mangans Belehrung funktionierte so gut, dass die Gottheit schließlich zu einem Bodhisattva wurde. Ein typisches Element dieser frühen Bekehrungsgeschichten ist allerdings, dass die Gottheit zunächst als ein sündiges, in den Geburtenkreislauf (Samsara) verstricktes Wesen erscheint, ähnlich wie ein Mensch. Vorbilder für diese Bekehrungsgeschichten finden sich im übrigen bereits in China, etwa in der Biographie des frühen buddhistischen Übersetzers und Missionars An Shigao (2. Jh. u.Z)), wie sie im Gaoseng zhuan (519) überliefert ist.1

Aus heutiger Perspektive kann man annehmen, dass in Fällen wie diesem zunächst eine Schreingottheit verehrt wurde, die dann von einem buddhistischen Mönch erfolgreich für die Verbreitung des Buddhismus instrumentalisiert wurde. Schon um das Jahr 700 führten derartige Interpretationen zur Errichtung großer gemeinsamer Kultstätten, etwa in Usa, Kyūshū, wo die Gottheit Hachiman zusammen mit Miroku Bosatsu (Bodhisattva Maitreya) verehrt wurde.

Kami als buddhistische Schutzgötter

Sobald der Buddhismus zu einem festen Bestandteil der japanischen Religion geworden war (also etwa ab der Nara-Zeit) wurden kami, die bereits ein gut etabliertes Verhältnis zum Buddhismus besaßen, zu Beschützern des Dharma erklärt. Die Bekehrung der kami muss in solchen Fällen nicht spezifisch betont werden, sondern wird selbstverständlich vorausgesetzt. Große Tempel errichten innerhalb des Tempelareals Schreine für solche kami. In diesen Fällen wurde — historisch gesehen — wohl zuerst ein Tempel errichtet, der anschließend durch eine neu eingeführte Gottheit beschützt werden sollte. Auch hierfür stellt Hachiman eines der frühesten Beispiele dar:

Hachiman und der Tōdaiji

Hachiman kaikei.jpg
Die Gottheit Hachiman in Mönchstracht. Wie viele Statuen dieser Zeit ist auch diese Statue hohl. In ihrem Inneren birgt sie eine Liste von Künstlern und Sponsoren versehen, die zu ihrem Entstehen beigetragen haben. Die Statue diente lange als shintai des Tamukeyama Hachiman Schreins (Schutzschrein des Tōdaiji) und wurde nicht hergezeigt, daher ihr fast unnatürlich guter Erhaltungszustand. Das Gesicht ist einerseits extrem realistisch (Gesichtsfalten), andererseits aber streng symmetrisch, was an ältere Darstellungsweisen gemahnt. Obwohl als kami verehrt, wird die buddhistische Natur des Dargestellten durch Symbole wie Lotos-Podest, Nimbus („Heiligenschein“) und Pilgerstab unmissverständlich hervorgehoben. Vorbild dieser Hachiman-Figur war ein Portrait, das von Kūkai stammen soll. Werk von Kaikei. Kamakura-Zeit, 1201
Nara National Museum, über Internet Archive
1 Hachiman als Bodhisattva

Als Mitte des achten Jahrhunderts der Große Buddha des Tōdaiji in Nara errichtet wurde, baute man innerhalb des Tempelareals auch einen Zweigschrein für Hachiman. Dies geschah der Legende nach aufgrund eines von Hachiman selbst geäußerten Wunsches. Zuvor hatte Hachiman gelobt, dass er mit seinem eigenen Körper das Schmelzen des Metalls zur Errichtung der Statue sicherstellen werde. Auch ein Goldfund in Nordjapan (749), der die Vergoldung der Statue möglich machte, wurde mit Hachiman in Verbindung gebracht. In der Folge erhielt Hachiman (ähnlich wie der zuvor erwähnte Gott von Tado) den Titel eines Bodhisattva, also eines erleuchteten buddhistischen Wesens. Hachiman konnte also der damaligen Vorstellung zufolge die höchste Stufe der Erleuchtung vor der endgültigen Buddhaschaft erringen und blieb doch seinem Wesen nach ein einheimischer Gott. Der Unterschied zur vorherigen Stufe besteht darin, dass die Bodhisattvaschaft Hachimans nicht aufgrund der Hilfe eines konkreten Mönchs erfolgte, sondern quasi spontan. Das hatte letztlich zur Folge, dass man ihm einen höheren Status zubilligte als z.B. der Gottheit des Tado Schreins. Das Beispiel des Tōdaiji führte in der frühen Heian-Zeit dazu, dass eine Reihe großer Tempel (etwa Daian-ji und Yakushi-ji in Nara, oder Jingo-ji und Tōji in Kyōto) Hachiman ebenfalls als Schutzgottheit installierten.

Hachiman galt außerdem als Inkarnation des mythologischen Herrschers Ōjin und damit als Ahnengottheit des Kaiserhauses. Hachiman als Schutzgott zu haben bedeutete daher wohl auch eine privilegierte Beziehung zum kaiserlichen Hof. Auch die Shōgune des Mittelalters verzichteten nicht auf seinen Beistand und konstruierten ihre Abstammungslinien so, dass auch sie sich als Nachkommen des Hachiman bezeichnen konnten. Hachiman wurde daher in weiterer Folge zur Ahnengottheit des Kriegeradels. In dieser Funktion wurde er auch um Glück in der Schlacht angerufen und mutierte so in späterer Zeit auch zum Kriegsgott, wobei er aber seinen Titel Bodhisattva bis zum Beginn der Moderne behielt. Erst die sogenannte „Trennung von kami und Buddhas“ Anfang der Meiji-Zeit führte zur Aberkennung buddhistischer Titel für einheimische Gottheiten.

Sannō, der Schutzgott des Klosterbergs Hiei

Ein weiteres Beispiel einer durch und durch vom Buddhismus geprägten einheimischen Gottheit ist Sannō, der Schutzgott des Klosterbergs Hiei:

Als Saichō, der Begründer der Tendai-Schule, das Kloster Enryaku-ji auf Berg Hiei gründete, wählte er diesen Ort nicht zufällig. Erstens war er hier geboren, zweitens befand sich etwa 150 Jahre zuvor am östlichen Fuße des Berges der Palast des Tenchi-Tennō. Von dieser Zeit kündete noch der Hie Schrein (später auch als „Hiyoshi Schrein“ bekannt), der mehreren Berggottheiten geweiht war. Saichō erklärte diese kami kollektiv zu Schutzgöttern seines Klosters und gab ihnen den Namen Sannō, wtl. „Bergkönig“. Diesen Namen borgte er von einem chinesischen Vorbild: Auch im Stammkloster des Tiantai Buddhismus in China wurde eine lokale Gottheit als „Bergkönig“ und Schutzgott des dortigen Klosters verehrt. In der Heian-Zeit entwickelte sich der nunmehrige Hie/Sannō Schrein parallel zur Klosteranlage auf Berg Hiei zu einem weitläufigen Schreinkomplex. Der Schrein wurde von Priestern betreut, die zwar selbst keine buddhistsichen Weihen erhielten, aber der Aufsicht von Tendai-Mönchen unterstanden. Sannō Schreine entstanden in der Folge auch in Zusammenhang mit anderen Tendai-Klöstern, sodass aus Sannō eine allgemeine Schutzgottheit des Tendai Buddhismus wurde. Umgekehrt gingen — wie wir gleich sehen werden — entscheidende Impulse in den buddhistischen Interpretationsmodellen der kami vom Tendai Buddhismus aus.

Honji suijakukami als Manifestationen von Buddhas

Baozhi heian.jpg
Der hier dargestellte chinesische Mönch Baozhi (418–514) wurde als Manifestation des Bodhisattva Kannon angesehen. Das Bild zeigt, wie sich der Bodhisattva in der Gestalt des Mönches direkt offenbart, indem er quasi aus dessen Innerstem heraustritt. Es handelt sich zwar nicht um die Darstellung eines kami, die Statue zeigt jedoch, wie konkret man sich die Manifestation eines Buddhas oder Bodhisattvas in einer anderen Daseinsform vorstellte. Heian-Zeit, 11. Jh.
unbekannt
2 Bodhisattva

Die Beförderung einzelner kami in den Rang buddhistischer Schutzgötter bedeutete zweifellos eine Aufwertung der kami aus buddhistischer Sicht. Man kann diese Funktion als ein Indiz für die zunehmende Japanisierung des Buddhismus in Japan werten. Hinter dieser Japanisierung erkennt man das Bedürfnis vieler gläubiger japanischer Buddhisten der Heian-Zeit, ihre kami mit Bodhisattvas und Buddhas auf die gleiche Stufe zu stellen. Aus diesem Bedürfnis entwickelte sich allmählich eine weitere Interpretation, die sogenannte honji suijaku Konzeption. Laut dieser Konzeption sind gewisse kami (nicht unbedingt alle) im Grunde Buddhas oder Bodhisattvas, die sich zum Zwecke der Bekehrung (oder Missionierung) vorübergehend in kami-Gestalt manifestieren.

Hon und jaku sind in der Tendai-Philosophie gebräuchliche Termini, um die absolute Wahrheit von ihrer historischen Erscheinungsform (z.B. den absoluten Dharma von den Lehren des historischen Buddhas) zu unterscheiden (s. a. upāya/hōben). Die Tendai-Lehre unterscheidet beispielsweise zwischen der „originalen Lehre“ und der „abgebildeten Lehre“.2Diese Dichotomie wird nun in Japan auch auf die Gottheiten übertragen (was in China nicht oder nicht konsequent geschah). Früheste Erklärungen dieser Art entstammen — kein Wunder — der Tendai-Schule: kami werden als „Spuren des Höchsten Buddha“ bezeichnet, woraus sich der technische Terminus suijaku (wtl. „herabgelassene Spur“) entwickelt. Ein weiterer Begriff in diesem Zusammenhang ist der kami-Titel gongen, was soviel wie provisorische oder vorläufige Erscheinung bedeutet. Ein gongen ist also die vorläufige oder provisorische Erscheinungsform eines Buddhas oder Bodhisattvas in der Gestalt eines kami. Die Gottheit des Hie Sannō Schreins, Sannō Gongen, ist ein frühes Beispiel für diesen buddhistischen kami-Titel.

Hie sanno mandala.jpg
Mandala des Sannō Schreins (Sannō-miya mandara) am Fuße des Klosterbergs Hiei-zan. Dargestellt sind Buddhas und kami des Schreins nach dem honji suijaku-Schema. In der oberen Reihe die buddhistische „Urform“, in der unteren die „Spur“, also die unmittelbare Erscheinungsform der wichtigsten Schreingottheiten. (Siehe auch Gesamtbild.) Muromachi-Zeit, 1447
Nara National Museum
3 Buddhas und kami des Hie Schreins

Eine analoge Erklärung für die Tatsache, dass Buddhas nicht in ihrer unmittelbaren Gestalt in Erscheinung treten, entwickelte sich aus der poetischen (letztlich von Laotse entlehnten) Metapher vom „gedämpften Licht, das sich dem Staub angleicht“ (wakō dōjin). Gemäß dieser Vorstellung ist das Licht der Buddhas so hell, dass es die gewöhnlichen Sterblichen nicht schauen können. Um aber dennoch mit den Sterblichen kommunizieren zu können, hätten Buddhas und Bodhisattvas ihr Licht gedämpft und es „dem Staub der Erde angeglichen“ und das Ergebnis sei die Erscheinungsform der kami gewesen. Dies ist eine gängige Alternative zur eigentlichen honji-suijaku Metapher, welche die kami als sichtbare „Spur“ begreift, die die Buddhas auf Erden hinterlassen haben.

Im zehnten und elften Jahrhundert finden sich Beispiele für die ganz konkrete Übereinstimmung bestimmter Buddhas oder Bodhisattvas mit bestimmten kami, wie sie für die voll entwickelte honji suijaku Konzeption typisch sind. Meist findet eine Übereinstimmung der kami mit Kannon, Yakushi Nyorai, Amida oder Shaka Nyorai statt. Wie schon in früheren Fällen, gründen sich diese Übereinstimmungen zumeist auf Traumbotschaften oder Offenbarungen berühmter Mönche und werden in Schrein- oder Tempelchroniken (sogenannten engi) festgehalten. Mit dem Beginn der Kamakura-Zeit (um 1200) festigen sich die kami-Buddha Zuordnungen in den meisten größeren Schreinen (siehe auch Ikonographie, kami).

Kakebotoke miho.jpg
Ein metallener Spiegel der die Schreingottheit repräsentiert. Auf der Rückseite befindet sich ein Relief des jeweiligen honji-Buddhas. Die Bezeichnung kakebotoke stammt daher, dass sie an der Außenseite von Schreinen aufgehängt wurden. Kamakura-Zeit
Bildquelle: Miho Museum, Kōka, Japan, über Internet Archive
4 kakebotoke

Sichtbares Zeichen dieser kombinatorischen Praxis sind die in vielen Schreinen erhaltenen „Hängebuddhas“ (kakebotoke). Es handelt sich dabei um metallene Spiegel, die die Schreingottheit repräsentieren und an deren Rückseite ein Relief des jeweiligen honji-Buddhas angebracht ist. Die Spiegel verdanken ihren Namen der Tatsache, dass sie zumeist an der Außenseite der Schreine aufgehängt wurden.

Kombinatorische Praxis

Die honji suijaku Konzeption bleibt das ganze Mittelalter hindurch bis in die Edo-Zeit für die japanische Religion prägend und führt zu einer Vielzahl von synkretistischen Kombinationen: nicht nur werden einzelne Buddha oder Bodhisattva Gestalten mit diversen kami übereingestimmt, es kommt auch zu ganzen Ketten von Identifikationen, an deren Ende nicht selten historische Persönlichkeiten (etwa Kūkai oder Shōtoku Taishi) stehen. Diese gelten dann z.B. als Erscheinungen von kami, die ihrerseits wieder Erscheinungen von Buddhas sind. Auch nicht-buddhistische Gottheiten aus Indien und China haben in diesen Reihen Platz. Die honji suijaku Konzeption existiert jedoch nicht in Form einer systematisch kodifizierten Lehrmeinung, sondern setzt sich aus unzähligen Einzeltheorien zusammen, die meist in Legenden von Tempeln und Schreinen zum Ausdruck kommen.

Man darf sich daher nicht erwarten, dass allgemeine Übereinkunft darüber herrschte, welcher Gott nun die „Spur“ welchen Buddhas sei. Im Gegenteil: Selbst innerhalb ein und desselben Schreinkomplexes existieren oft mehrere, widersprüchliche Identifikationen. Offenbar war es durchaus möglich mehr als eine Identifikation für wahr zu halten. All das macht die religiöse Situation des Mittelalters verwirrend und unübersichtlich. Die Religionsgeschichte hat sich daher auf die buddhistischen Reformer dieser Zeit konzentriert, die klarere Linien vorgeben und charakteristischerweise den kami vergleichsweise wenig Beachtung schenken. Die Gedanken dieser Reformer, auf die wir noch zu sprechen kommen werden, sind vom heutigen Standpunkt aus leichter nachvollziehbar. Wie wir jedoch aus der Literatur des Altertums und des japanischen Mittelalter wissen, erschien den Japanern des Mittelalters das „geschickte Mittel“ der polymorphen Erscheinung als Buddha, kami, Heiliger oder gar Gespenst zum Zwecke der Verbreitung des Buddha-Dharma durchaus plausibel.

Allgemein lässt sich sagen, dass mit der honji suijaku Konzeption eine Aufwertung der kami stattfindet: Sie steigen von unerleuchteten Außenseitern des buddhistischen Pantheons zu — zugegeben meist zweitrangigen — Erscheinungsformen der Buddhas selbst auf. Dies erleichtert es gläubigen Buddhisten, neben den Buddhas auch den kami Verehrung zukommen zu lassen.

In der letzten Phase der Angleichung von kami und Buddhas versuchten manche buddhistischen Denker, beide als absolut gleichwertig, sozusagen als zwei Seiten einer Medaille, darzustellen. Diese Interpretation wird heute als Ryōbu Shintō, wtl. „Shintō der beiden Teile“, bezeichnet. Sie entstand allerdings erst in der Kamakura-Zeit und wird daher unter dem Stichwort Shintō des Mittelalters genauer behandelt.

Verweise

Fußnoten

  1. Von ihm heißt es, dass von einem Gott in Schlagenform um die Errichtung eines buddhistischen Tempels gebeten worden war.
  2. Etwa im Fall des Lotos Sutra, dessen Beginn manchmal als shakumon 迹門 („Tor der Spur“) und dessen zweite Hälfte als honmon 本門 („Tor des Ursprungs“, eigentliche Lehre) klassifiziert wurden.

Literatur

Alicia Matsunaga 1969
The Buddhist Philosophy of Assimilation: The Historical Development of the Honji-suijaku Theory. Tokyo: Sophia University 1969.
Mark Teeuwen, Fabio Rambelli (Hg.) 2003
Buddhas and Kami in Japan: Honji Suijaku as a Combinatory Paradigm. London, New York: RoutledgeCurzon 2003.

Bilder

Quellen und Erläuterungen zu den Bildern auf dieser Seite:

  1. ^ 
    Hachiman kaikei.jpg

    Die Gottheit Hachiman in Mönchstracht. Wie viele Statuen dieser Zeit ist auch diese Statue hohl. In ihrem Inneren birgt sie eine Liste von Künstlern und Sponsoren versehen, die zu ihrem Entstehen beigetragen haben. Die Statue diente lange als shintai des Tamukeyama Hachiman Schreins (Schutzschrein des Tōdaiji) und wurde nicht hergezeigt, daher ihr fast unnatürlich guter Erhaltungszustand. Das Gesicht ist einerseits extrem realistisch (Gesichtsfalten), andererseits aber streng symmetrisch, was an ältere Darstellungsweisen gemahnt. Obwohl als kami verehrt, wird die buddhistische Natur des Dargestellten durch Symbole wie Lotos-Podest, Nimbus („Heiligenschein“) und Pilgerstab unmissverständlich hervorgehoben. Vorbild dieser Hachiman-Figur war ein Portrait, das von Kūkai stammen soll. Werk von Kaikei. Kamakura-Zeit, 1201
    Nara National Museum, über Internet Archive

  2. ^ 
    Baozhi heian.jpg
    Der hier dargestellte chinesische Mönch Baozhi (418–514) wurde als Manifestation des Bodhisattva Kannon angesehen. Das Bild zeigt, wie sich der Bodhisattva in der Gestalt des Mönches direkt offenbart, indem er quasi aus dessen Innerstem heraustritt.

    Es handelt sich zwar nicht um die Darstellung eines kami, die Statue zeigt jedoch, wie konkret man sich die Manifestation eines Buddhas oder Bodhisattvas in einer anderen Daseinsform vorstellte. Heian-Zeit, 11. Jh.
    unbekannt

  1. ^ 
    Hie sanno mandala.jpg

    Mandala des Sannō Schreins (Sannō-miya mandara) am Fuße des Klosterbergs Hiei-zan. Dargestellt sind Buddhas und kami des Schreins nach dem honji suijaku-Schema. In der oberen Reihe die buddhistische „Urform“, in der unteren die „Spur“, also die unmittelbare Erscheinungsform der wichtigsten Schreingottheiten. (Siehe auch Gesamtbild.) Muromachi-Zeit, 1447
    Nara National Museum

  2. ^ 
    Kakebotoke miho.jpg

    Ein metallener Spiegel der die Schreingottheit repräsentiert. Auf der Rückseite befindet sich ein Relief des jeweiligen honji-Buddhas. Die Bezeichnung kakebotoke stammt daher, dass sie an der Außenseite von Schreinen aufgehängt wurden. Kamakura-Zeit
    Bildquelle: Miho Museum, Kōka, Japan, über Internet Archive


Glossar

Namen und Fachbegriffe auf dieser Seite:

  • Amida 阿弥陀 ^ Buddha Amitabha; Hauptbuddha der Schulen des Reinen Landes (Jōdo-shū bzw. Jōdo Shinshū)
  • An Shigao (chin.) 安世高 ^ 2. Jh. u.Z.; buddhistische Missionar und früher Übersetzer indischer Texte ins Chinesische; stammte möglicherweise aus dem Partherreich
  • Bodhisattva (skt.) बोधिसत्त्व ^ „Erleuchtetes Wesen“, Vorstufe zur vollkommenen Buddhaschaft (jap. bosatsu 菩薩)
  • Buddha (skt.) बुद्ध ^ „Der Erleuchtete“ (jap. butsu, hotoke 仏 oder Budda 仏陀)
  • Daian-ji 大安寺 ^ Buddhistischer Tempel in Nara, err. 729, geht auf ältere Vorgänger zurück
  • Dharma (skt.) धर्म ^ Gesetz (des Universums), Lehre (des Buddha) (jap. 法)
  • Edo 江戸 ^ Hauptstadt der Tokugawa-Shōgune, heute: Tōkyō; auch: Zeit der Tokugawa-Dynastie, 1600–1867 (= Edo-Zeit);
  • engi 縁起 ^ Tempel- oder Schrein-Chronik
  • Enryaku-ji 延暦寺 ^ Haupttempel des Hiei Klosterbergs
  • Gaoseng zhuan (chin.) 高僧伝 ^ Überlieferungen ehrwürdiger Mönche; Sammlung von etwa 500 Biographien (die Hälfte ausführlich, andere kürzer) von Huijiao (519 u.Z.); alle Biographien handeln von chinesischen Mönchen zwischen 57 und 519 u.Z.
  • gongen 権現 ^ wtl. „vorläufige Erscheinung“ (vgl. gon); buddh. Titel für kami
  • Hachiman 八幡 ^ Shintō-Gottheit, Ahnengottheit des Tennō und des Kriegeradels; auch „Yawata“ ausgesprochen
  • Heian 平安 ^ auch Heian-kyō 平安京, „Stadt des Friedens“; politisches Zentrum 794–1185 (= Heian-Zeit)
  • Hiei-zan 比叡山 ^ Klosterberg Hiei bei Kyōto, traditionelles Zentrum des Tendai Buddhismus
  • Hie Taisha 日吉大社 ^ Schutzschrein von Berg Hiei bei Kyōto; moderne Aussprache Hiyoshi Taisha; auch: Sannō Schrein
  • hon ^ „Original“, „Ursprung“
  • honji 本地 ^ (buddhistische) Urform (eines kami); s.a. suijaku
  • honji suijaku 本地垂迹 ^ wtl. Grundform und herabgelassene Spur; Theorie der Identität von kami und Buddhas
  • jaku ^ „Spur“, „Fährte“; „Vermächtnis“
  • Jingo-ji 神護寺 ^ Tempel nordwestlich von Kyōto, gegr. um 800; wtl. Tempel des göttlichen Schutzes
  • kakebotoke 懸仏 ^ wtl. „Hängebuddha“; Relief des „Urbuddhas“ (honji) einer Shintō-Gottheit, meist an der Rückseite von Bronze-Spiegeln gefertigt, welche in Schreinen dieser Gottheit aufgehängt wurden
  • Kamakura 鎌倉 ^ Stadt im Süden der Kantō Ebene, Sitz des Minamoto Shōgunats 1185–1333 (= Kamakura-Zeit)
  • kami ^ Gottheit; im engeren Sinne einheimische oder lokale japanische Gottheit, Schreingottheit (s. jinja), Gottheit des Shintō
  • Kannon 観音 ^ auch Kanzeon 観世音, wtl. der den Klang der Welt erhört; skt. Avalokiteśvara; chin. Guanyin; als Bodhisattva des Mitleids bekannt
  • karma (skt.) कर्म ^ „Tat“, auch „konsequente Folge“; moralische Bilanz der gesetzten Handlungen (jap. 業)
  • Kūkai 空海 ^ 774–835, Gründer des Shingon Buddhismus; Eigennamen Saeki Mao, Ehrennamen Kōbō Daishi
  • Laozi (chin.) 老子 ^ trad. Schreibung: Laotse; Lao Tse, Lao-tzu; wtl. „alter Knabe“; legendärer Philosoph und Begründer des Daoismus
  • Maitreya (skt.) मैत्रेय ^ „Der Freundliche, der Liebevolle“, Buddha der Zukunft (jap. Miroku 弥勒)
  • Mangan Zenji 満願禅師 ^ „Meditations-Meister Mangan“; buddhistischer Mönch der Nara-Zeit
  • Meiji 明治 ^ posthumer Name von Kaiser Mutsuhito; nach ihm wird auch die Meiji-Zeit (1868–1912) benannt
  • Miroku 弥勒 ^ Bodhisattva Maitreya, „Buddha der Zukunft“
  • Nara 奈良 ^ Hauptstadt und Sitz des Tennō, 710–784 (= Nara-Zeit); auch: Heijō-kyō
  • Ōjin Tennō 応神天皇 ^ auch Homuda Wake 誉田別; mytholog. Herrscher, offiziell der 15. Tennō; trad. Lebensdaten: 200–310, r. 270–310
  • Ryōbu Shintō 両部神道 ^ Shintō-Interpretation des Mittelalters; wtl. „Shintō der beiden Teile“
  • Saichō 最澄 ^ 767–822; Gründer des Tendai-Buddhismus; auch bekannt als Dengyō Daishi
  • Saṃsāra (skt.) संसार ^ „Beständiger Fluss“, Kreislauf der Wiedergeburten, Diesseits (jap. Rinne 輪廻)
  • Sannō 山王 ^ Wtl. „Bergkönig“; Schutzgott des Tendai-Klosters auf Berg Hiei
  • Sannō Gongen 山王権現 ^ Gottheit des Sannō Schreins
  • Shaka Nyorai 釈迦如来 ^ jap. Name des historischen Buddha, Shakyamuni
  • Shōgun 将軍 ^ Shōgun; Titel der Militärherrscher aus dem Kriegeradel (bushi, Samurai)
  • Shōtoku Taishi 聖徳太子 ^ 574–622; Prinz Shōtoku; kaiserlicher Regent
  • suijaku 垂迹 ^ wtl. kami-Spur (eines Buddha); buddh. Bezeichnung für → kami
  • sūtra (skt.) सूत्र ^ „Faden“, Lehrrede des Buddha, kanonische Schrift (jap. kyō 経 oder kyōten 経典)
  • Tado Taisha 多度大社 ^ Shintō-Schrein in der Stadt Kuwana in der Präfektur Mie
  • Tendai-shū 天台宗 ^ Tendai-Schule, chin. Tiantai
  • Tenji Tennō 天智天皇 ^ 626–672; 38. Kaiser Japans; (r. 661–672); Eigenname: Naka-no-Ōe
  • Tiantai (chin.) 天台 ^ chin. Vorläufer des Tendai Buddhismus; urspr. Name eines chin. Klosterbergs (Tiantai-shan)
  • Tōdaiji 東大寺 ^ Tempel des Großen Buddha von Nara; wtl. Großer Ost-Tempel
  • Tōji 東寺 ^ Ost-Tempel in Kyōto, eig. Kyōō Gokoku-ji (Tempel des Königs der Lehre zum Schutz des Landes)
  • Usa 宇佐 ^ Region im Norden der Insel Kyūshū, bekannt für den Usa Hachiman Schrein.
  • wakō dōjin 和光同塵 ^ Angleichung der Buddhas an die kami; wtl. „das Licht dämpfen und sich dem Staub angleichen“
  • Yakushi-ji 薬師寺 ^ Tempel des Yakushi Nyorai in Nara
  • Yakushi Nyorai 薬師如来 ^ Buddha der Medizin; skt. Bhaisajyaguru
Religion in JapanGeschichteHonji suijaku
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Honji suijaku: Die Angleichung von Buddhas und kami.“ In: Bernhard Scheid, Religion-in-Japan: Ein digitales Handbuch. Universität Wien, seit 2001