Amidismus: Der Buddhismus des Reinen Landes

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Amidismus Der Buddhismus des Reinen Landes

Der Buddhismus vom Reinen Land ist die bedeutendste Reformbewegung des japanischen Mittelalters. Er besteht aus einer radikalen Vereinfachung der religiösen Praxis und aus der Konzentration auf ein paar wenige Glaubensinhalte. Im Zentrum steht der Glaube an Amida (Buddha Amitābha) und sein Reines Land, eine Art Vorstufe des Nirvana. Die Reformbewegung hat ihre Wurzeln im Tendai Buddhismus und reicht bis Mitte der Heian-Zeit zurück. Im Laufe der Kamakura-Zeit schlossen sich ihre Anhänger, die sog. Amidisten, zu verschiedenen häretischen Sekten (also Sekten, die nicht als rechtgläubig anerkannt werden) zusammen. Auch wenn diese Sekten alle ein wenig unterschiedlich ausgerichtet sind, konzentriert sich ihr Glaube jeweils auf die gleichen Haupttexte und auf ähnliche religiöse Praktiken. Sie zielen noch stärker, als dies im Mahayana Buddhismus zuvor der Fall war, auf Laiengläubige ab, die im gewöhnlichen Alltagsleben stehen und dennoch ein Verlangen nach buddhistischer Erlösung verspüren. Diese Hinwendung zu den Laien hat wohl auch in anderen Ländern zu Erfolgen des Reinen Land Glaubens geführt, doch hat sich daraus wohl nirgends eine so starke gesellschaftliche Kraft entwickelt wie im mittelalterlichen Japan.

Theorie und Praxis

Im Zentrum des Amida Glaubens stehen drei Sutren, das Große Amitabha Sutra (jap. Muryōju-kyō), das Kleine Amitabha Sutra (jap. Amida-kyō) und das sog. Meditations-Sutra (jap. Kanmuryōju-kyō), die teilweise aus dem Indien des zweiten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung stammen. Im Kern geht es darin um Amida (skt. Amitabha), der vor unzähligen Erdzeitaltern ein Prinz war, der Welt entsagte und verschiedene Gelübde tat, für den Fall dass er einst die Buddhaschaft erreichen würde (nicht zufällig enthält diese Erzählung Parallelen zur Biographie Buddha Shakyamunis, aber Amida lebte nach buddhistischer Auffassung viel früher). Amida schwor, ein „Reines Land“ (skt. Sukhavati, jap. jōdo) im Westen zu errichten und dorthin alle diejenigen zu „erretten“, die an ihn glauben.

Aus dem Reinen Land Amidas entwickelten sich Vorstellungen, die stark an das Paradies der monotheistischen Religionen erinnern (s. dazu auch Jenseitsvorstellungen). Dieser (im Unterschied zum Nirvana) konkret fassbare Ort der Hoffnung war wahrscheinlich ein entscheidender Faktor für die Breitenwirkung des Amida-Glaubens. Die wichtigste Voraussetzung, um ins Reine Land zu kommen ist der bedingungslose „Glaube“ an Amida. Innerhalb des Amidismus existieren jedoch unterschiedliche Auffassungen, worin sich der für die Errettung ins Reine Land notwendige Glaube manifestiert.

Nenbutsu

In Japan wurde vor allem die Anrufung von Amidas Namen als erfolgversprechende Praxis angesehen, um ins Reine Land zu gelangen. Man bezeichnet diese Praxis als nenbutsu (wtl. „Eingedenksein Buddhas“). Das nenbutsu äußert sich im Aussprechen der Formel namu amida butsu (in etwa: „Gelobt sei Buddha Amida“). Manche Richtungen des Amida Buddhismus setzten auf Quantität (tausend nenbutsu pro Tag), andere auf Qualität (ein nenbutsu, aber das im richtigen Glauben), es gab kollektive nenbutsu Gesänge und Tänze sowie das sogenannte Totenbett-nenbutsu, das für viele den entscheidenen Ausschlag für die „Errettung“ im Jenseits darstellte.

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Kūya (903-72), ein Wanderprediger und Amida-Verehrer des 10.Jhs., beim Intonieren des nenbutsu, das sich in Form von sechs Buddha-Statuen manifestiert. Der Bildhauer stammt aus der Kei-Schule und war ein Sohn des berühmten Unkei. Werk von Kōshō. 13. Jh.
Rokuharamitsu-ji.
1 Kūya's nenbutsu
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Die sechs Zeichen des nenbutsu (Na-mu-A-mi-da-butsu) verwandeln sich in Kūyas Mund zu einzelnen Buddhas. Werk von Kōshō. 13. Jh.
Uncyclopedia, Wiki (jp.).
2 Kūya, Detail

Einer der Pioniere des nenbutsu-Glaubens war der Heian-zeitliche Mönch Kūya, der das nenbutsu intonierend durch die Lande zog und den einfachen Menschen von der Gnade Amidas erzählte. Er soll auch die Praxis des kollektiven nenbutsu-Tanzes initiert haben und wurde zum Vorbild einer bestimmten Form von amidistischen Wanderpredigern, die sich später zur Ji-Sekte zusammenschlossen. Seine Hingebung an diese Form der Andacht inspirierte Künstler dazu, die sechs Silben des nenbutsu als einzelne Buddhas darzustellen, die dem Mund des heiligen Mannes entströmen.

Tariki, die „andere Kraft“

So einfach die Doktrin des Amidismus klingen mag, ihre japanischen Verfechter gehörten nicht nur zu den gelehrtesten Mönchen ihrer Zeit, sie schufen auch eine theologisch fundierte Begründung ihrer Bevorzugung des nenbutsu. Diese Begründung steht mit der bereits erwähnten Vorstellung des Niedergangs, bzw. der „Endzeit des Gesetzes“ (mappō) in Zusammenhang (s. Heian-Zeit). Dieser Niedergang bedingt nach Ansicht der Amidisten, dass anspruchsvolle Mittel zur Erlangung der Erleuchtung, wie sie aus den Lebzeiten des historischen Buddha berichtet werden (Meditation, Verständnis der Lehre, Askese, usw.), nicht mehr zielführend sind, da die Menschen ihnen nicht mehr gewachsen sind. Den spirituell kraftlos gewordenen Menschen bliebe nur noch die Möglichkeit, auf das Mitleid Amidas zu vertrauen. Die Erleuchtung aus eigenen Kräften erreichen zu wollen, kritisierten die Amidisten als Anmaßung. Im Zusammenhang mit den früheren anspruchsvollen Methoden, die Erleuchtung zu erlangen, sprechen die Amidisten von jiriki (eigener Kraft). Jiriki ist aber in der Endzeit nicht mehr möglich. Stattdessen gewährt Amida tariki (andere Kraft), d.h. Erlösung ohne vorhergehende vollkommene Einsicht, und ohne besondere (meditative, asketische) Techniken oder Studien. Wer sich voll Vertrauen auf die „andere Kraft“ Amidas verlässt, wird in seinem Reinen Land wiedergeboren, egal wie weit sein Lebensweg auch von konventionellen Moralvorstellungen entfernt ist.

Die Einschätzung des Menschen als fundamental unwissendes, zur Erleuchtung unfähiges (=sündhaftes) Wesen und die Betonung der Gnade einer höheren Macht als einziger Hoffnung ist häufig mit der Theologie Martin Luthers verglichen worden. In beiden Fällen gab wahrscheinlich die Kritik am übertrieben komplizierten Lehrgebäude und am leeren Formalismus der etablierten religiösen Eliten den Ausschlag für die Suche nach einer einfachen, direkten Form der Frömmigkeit. In beiden Fällen führte diese Lehre nicht nur zu theologischen, sondern auch zu sozialen Reformbewegungen, die teils einen anderen Verlauf nahmen, als dies von ihren Gründern vorgesehen war.

Japanische Gründerväter

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Portrait des Mönchs Hōnen (1133–1212), des Begründers der Jōdo-shū. Werk von Fujiwara no Tadanobu (1142–1205). Kamakura-Zeit
Bildquelle: Unbekannt.
3 Hōnen

In Japan gab es neben dem Wanderprediger Kūya (s. oben) schon in der Heian-Zeit viele Mönche, die die Nennung von Amidas Namen (nenbutsu) als besonders erfolgversprechende Übung praktizierten und Gleichgesinnte um sich scharten. Doch erst der Tendai-Mönch Hōnen (1133–1212) schuf aus dieser Praxis eine eigene Schule, die Jōdo-shū (Buddhismus vom Reinen Land). Der Glaube an Amida und sein paradiesisches Land im Westen existierte also, wie wir auch den zahlreichen ikonographischen Darstellungen Amidas entnehmen können, bereits vor Hōnen und blieb auch nach der Entstehung der Jōdo-shū buddhistisches Allgemeingut in Japan. Die Amidisten im engeren Sinne unterscheiden sich nur durch die Ausschließlichkeit, mit der sie sich Amida zuwenden, von anderen japanischen Buddhisten.

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Der Ordensgründer Shinran (1173–1262) trägt hier ein schwarzes kesa, eine Gebetskette und eine zum Schal gefalteten Mönchskapuze (mōsu). Werk von Jōga. Kamakura-Zeit, 13.-14. Jh.
e-kokuhō.
4 Shinran

Shinran (1173–1262), ein Schüler Hōnens, trieb die Konzeption des sündigen Menschen, der lediglich durch Amidas „andere Kraft“ ins Reine Land eingeht, soweit, dass es bisweilen scheint, Sünder seien geradezu die prädestinierten Subjekte der Wiedergeburt im Reinen Land. Er leugnete, dass die Einhaltung der traditionellen Mönchsdisziplin irgendeinen spirituellen Vorteil brächte, und war der erste Mönch von Rang, der den bereits weitgehend obsolet gewordenen Zölibat öffentlich zurückwies und heiratete. Dies führte dazu, dass die sich auf Shinran zurückführende Jōdo Shinshū stets von seinen leiblichen Nachkommen angeführt wurde. In späterer Zeit entwickelte sich die Jōdo Shinshū zur zahlenmäßig stärksten Richtung des japanischen Buddhismus und ist dies bis heute geblieben. Das Zentrum der Jōdo Shinshū sind die beiden Tempel Nishi Hongan-ji und Higashi Hongan-ji in Kyōto. Das Wort hongan, von dem sich diese Tempelnamen ableiten, bezeichnet das Gelübde Amidas, auf das sich die Amidisten berufen.

Die religionsgeschichtliche Bedeutung des Amidaglaubens

Obwohl Hōnen und Shinran heute als Gründerväter von Jōdo-shū, bzw. Jōdo Shin-shū gelten, hat sich die Herausbildung dieser Richtungen historisch nicht mit einem Schlag ergeben. Hōnen und Shinran sind vielmehr die wichtigsten Vertreter einer ganzen Reihe von japanischen Mönchen, die der bereits in der Heian-Zeit einsetzenden Breitenwirkung des Amidaglaubens einen theoretischen Rahmen zu geben versuchten.

Schon Ende der Heian-Zeit wurde die soziale Sprengkraft des radikalen Amidismus sichtbar. Indem er im Prinzip jedem ermöglichte, sich erleuchtet und damit über alle konventionellen Wertvorstellungen erhaben zu fühlen, brachte er eine Reihe volkstribunartiger Führer hervor, die die breite Bevölkerung gegen die etablierte geistliche und weltliche Ordnung aufrührten. Radikale Amidisten wurden daher schon früh selbst innerhalb des sonst so toleranten Buddhismus mit den schärfsten Repressionen bedroht. Wer nicht bereit war, den Pluralismus der etablierten Schulen zu teilen, dem wurde auch selbst keine Toleranz mehr zuteil (s. dazu Einführung, Buddhismus). Die radikalen Amidisten wurden im Mittelalter kollektiv als Ikkō-shū („Schule der Einen Richtung“) bezeichnet, was ungefähr soviel wie „Fanatiker“, „Extremisten“ bedeutet haben muss und als abfällige Bezeichnung galt. Erst in späterer Zeit setzte sich die Bezeichnung Jōdo Shinshū für diese Richtung durch.

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Hōnen spricht zu einer gemischten Zuhörerschaft aus niederrangigen Mönchen und Nonnen, sowie Männern und Frauen in Alltagsgewand. Er geht dabei ganz offensichtlich auf deren individuelle Fragen ein. Kamakura-Zeit
Bildquelle: Makura no sōshi, (Blog), über Internet Archive.
5 Hōnen spricht zu einer Zuhörerschaft aus einfachen Leuten

Hōnen und Shinran standen den politischen Auswirkungen ihres Glaubens offenbar ambivalent gegenüber. Sie betonten immer wieder, dass der Glaube an Amidas „andere Kraft“ (tariki) nicht zum Hochmut führen dürfe, dass man auch denen, die jiriki praktizierten, Respekt zollen müsse. Sie mahnten also ihre Anhänger zur Mäßigung. Wie weit diese Mahnungen bloße Lippenbekenntnisse aus Furcht vor Repressionen waren, ist schwer zu sagen. Jedenfalls waren beide, Hōnen und Shinran, selbst Opfer von Verfolgungen und mussten zeitweilig ins Exil. Viele ihrer Anhänger wurden wegen ihres Glaubens hingerichtet.

Es gab also auf der einen Seite Theoretiker wie Hōnen und Shinran, die sich bemühten, dem Amidismus im Rahmen des etablierten Buddhismus (= die Nara Schulen, sowie Tendai und Shingon Buddhismus) einen Platz zu schaffen, und auf der anderen Seite Agitatoren, für die der Amidismus eher eine politische Befreiungsideologie darstellte. In dieser Kategorie von Amidisten fanden sich ausgebeutete Bauern und der niedere Landadel zusammen, um gegen die Zwänge der feudalen Adelsgesellschaft zu revoltieren. Besonders die Muromachi-Zeit ist geprägt von den sogenannten ikkō ikki (Ikkō Aufständen), die von einer zunehmend organisierten religiösen Anhängerschaft getragen waren. Die Stärke dieser späteren Jōdo Shinshū lag darin, dass sie imstande war, in Laien ein religiös motiviertes Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln und sie straff zu organisieren. Ihre ökonomische Basis bezog sie aus einer Art allgemeiner Kirchensteuer, im Gegensatz zum Pachtwesen der etablierten Klöster. Es war eine „grassroot-organization“ mit teilweise egalitären Grundsätzen, in der kaum ein Unterschied zwischen Laien und Klerus existierte.

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Portrait des Mönchs Rennyo, eines Pioniers der Jōdo Shinshū. 1611
6 Rennyo

Obwohl sowohl Hōnen als auch Shinran stets bestritten, eigene buddhistische Richtungen begründen zu wollen, bildeten sich Schülergruppen heraus, die ihre Lehren weitertradierten, Tempel gründeten und so die Konturen einer eigenen buddhistischen Richtung schufen. Rennyo (1415-99), einem direkten Nachfahren Shinrans, gelang es schließlich, sich und seinen Familientempel Hongan-ji als spirituelles und politisches Zentrum der Ikkō-shū zu etablieren. Dank der organisatorischen Stärke der Amidisten, kontrollierten Rennyos Nachfolger im sechzehnten Jahrhundert ganze Landstriche und verwandelten Teile des politisch zersplitterten Japan tatsächlich in so etwas wie einen buddhistischen Gottesstaat. Die Ikkō-Bewegung schreckte auch keineswegs vor Waffengewalt zurück, im Gegenteil, sie konnte es auch auf militärischem Gebiet mit fast jedem Regionalfürst (Daimyō) aufnehmen. Erst Oda Nobunaga und Toyotomi Hideyoshi, die mit bis dahin ungesehener Brutalität gegen religiöse Institutionen vorgingen, bereiteten der politischen Herrschaft der Ikkō-shū ein Ende (siehe Reichseinigung). Unter Tokugawa Ieyasu wurde die mittlerweile moderat gewordene Sekte unter der Bezeichnung Jōdo Shinshū als offizielle buddhistische Richtung anerkannt, doch sorgte Ieyasu dafür, dass sie sich in zwei rivalisierende Gruppen (Nishi Hongan-ji und Higashi Hongan-ji) aufspaltete und damit jeden Rest ihres rebellischen Potentials verlor. Ieyasu selbst gehörte im übrigen der sich auf Hōnen berufenden Jōdo-shū an, die in jeder Hinsicht moderater und mehr dem traditionellen Buddhismus verpflichtet war, als Shinrans Gefolge. Wie Ieyasu gehörten auch die meisten anderen Kriegerfamilien des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit der Jōdo-shū (und nicht dem Zen-Buddhismus) an.

Es gab im übrigen innerhalb des Amidismus noch weitere Spielarten. Die Anhänger Ippens bildeten die Ji-shū, die besonders unter Künstlern und Schaustellern beliebt war und der wahrscheinlich auch die frühen Nō-Schauspieler angehörten. (Darauf deuten u.a. Namen wie Kan-ami, Ze-ami und On-ami hin; -ami steht für „Amida“.) Auch scheint das Ideal des Totenbett-nenbutsu auch außerhalb amidistischer Sekten Geltung gehabt zu haben. Eine kursorische Lektüre von mittelalterlichen Kriegerepen wie z.B. dem Heike monogatari zeigt, dass praktisch jeder fromme Laie im japanischen Mittelalter das nenbutsu zu seinen religiösen Praxisformen zählte. Insbesondere Frauen scheinen sich von dieser Form des Buddhismus angesprochen gefühlt zu haben.

Verweise

Verwandte Themen

Internetquellen

  • Jōdo-shū
    Sehr ausführliche und informative Homepage der japanischen Jōdo-shū auf Englisch. Enthält auch ein kleines japanisch-englisches Wörterbuch von wichtigen Jōdo Begriffen.
  • Amida Net – A Compehensive Website of Shin Buddhism, Hisao Inagaki (Zuio)
    Mit Erläuterungen und Übersetzungen von Primärquellen ins Englische, einem Glossar buddhistischer Termini, etc.
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Bilder

Quellen und Erläuterungen zu den Bildern auf dieser Seite:

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    Kuya kosho.jpg

    Kūya (903-72), ein Wanderprediger und Amida-Verehrer des 10.Jhs., beim Intonieren des nenbutsu, das sich in Form von sechs Buddha-Statuen manifestiert. Der Bildhauer stammt aus der Kei-Schule und war ein Sohn des berühmten Unkei. Werk von Kōshō. 13. Jh.
    Rokuharamitsu-ji.

  2. ^ 
    Kuya closeup.jpg

    Die sechs Zeichen des nenbutsu (Na-mu-A-mi-da-butsu) verwandeln sich in Kūyas Mund zu einzelnen Buddhas. Werk von Kōshō. 13. Jh.
    Uncyclopedia, Wiki (jp.).

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    Honen chionin2.jpg

    Portrait des Mönchs Hōnen (1133–1212), des Begründers der Jōdo-shū. Werk von Fujiwara no Tadanobu (1142–1205). Kamakura-Zeit
    Bildquelle: Unbekannt.

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    Shinran narahaku.jpg

    Der Ordensgründer Shinran (1173–1262) trägt hier ein schwarzes kesa, eine Gebetskette und eine zum Schal gefalteten Mönchskapuze (mōsu). Werk von Jōga. Kamakura-Zeit, 13.-14. Jh.
    e-kokuhō.

  2. ^ 
    Honen predigt2.jpg

    Hōnen spricht zu einer gemischten Zuhörerschaft aus niederrangigen Mönchen und Nonnen, sowie Männern und Frauen in Alltagsgewand. Er geht dabei ganz offensichtlich auf deren individuelle Fragen ein. Kamakura-Zeit
    Bildquelle: Makura no sōshi, (Blog), über Internet Archive.

  3. ^ 
    Rennyo higashihonganji 1611 knm.jpg

    Portrait des Mönchs Rennyo, eines Pioniers der Jōdo Shinshū. 1611


Glossar

Namen und Fachbegriffe auf dieser Seite:

  • Amida 阿弥陀 ^ Buddha Amitabha; Hauptbuddha der Schulen des Reinen Landes (Jōdo-shū bzw. Jōdo Shinshū)
  • Amida-kyō 阿弥陀経 ^ Kleines Amida Sutra; wichtiger Text des Jōdo Buddhismus
  • Amitābha (skt.) अमिताभ ^ „Unermesslicher Glanz“ (jap. Amida 阿弥陀)
  • Buddha (skt.) बुद्ध ^ „Der Erleuchtete“ (jap. butsu, hotoke 仏 oder Budda 仏陀)
  • Daimyō 大名 ^ Territorialfürst, Titel des Kriegeradels
  • Heian 平安 ^ auch Heian-kyō 平安京, „Stadt des Friedens“; politisches Zentrum 794–1185 (= Heian-Zeit)
  • Heike monogatari 平家物語 ^ „Geschichte der Heike [= Taira]“; mittelalterliches Kriegerepos
  • Higashi Hongan-ji 東本願寺 ^ Östlicher Hongan-Tempel in Kyōto; Haupttempel der Ōtani-Linie des Jōdo-Shin Buddhismus; s.a. Westlicher Hongan-Tempel (Nishi Hongan-ji)
  • hongan 本願 ^ „Ureid“; zumeist Gelübde des Buddha Amida, alle Lebewesen zu retten
  • Hongan-ji 本願寺 ^ Tempel in Kyōto; Haupttempel der Jōdo Shinshū; seit der Aufspaltung dieser Richtung im 17. Jh. gibt es eigentlich zwei, einen östlichen (Higashi Hongan-ji, Ōtani-ha) und einen westlichen (Nishi Hongan-ji, Honganji-ha)
  • Hōnen 法然 ^ 1133–1212; Gründer der Jōdo-shū, der Schule vom Reinen Land
  • ikkō ikki 一向一揆 ^ Aufstände der Ikkō Anhänger; 15. und 16. Jh.
  • Ikkō-shū 一向宗 ^ Ikkō Sekte, eine Fraktion des Buddhismus vom Reinen Land ( Jōdo-shū)
  • Ippen ^ 1239–1289; Amida-Mönch und Gründer der Ji-shū
  • jiriki 自力 ^ wtl. eigene Kraft; buddhistisches Konzept
  • Ji-shū 時宗 ^ Amida-Schulrichtung aus der Kamakura-Zeit, gegründet von Ippen
  • jōdo 浄土 ^ Reines Land, buddhistisches Paradies; auch gokuraku, Sukhavati
  • Jōdo Shinshū 浄土真宗 ^ Shin-Buddhismus, bzw. Jōdo Shin-Buddhismus; wtl. „Wahre Schule des Reinen Landes“
  • Jōdo-shū 浄土宗 ^ Schule des Amida-Buddhismus
  • Kamakura 鎌倉 ^ Stadt im Süden der Kantō Ebene, Sitz des Minamoto Shōgunats 1185–1333 (= Kamakura-Zeit)
  • Kanmuryōju-kyō 観無量寿経 ^ Meditations Sutra (wtl. „Sutra der Meditation über [den Buddha] des unbegrenzten Lebens“), ein elementarer Text des Amidismus
  • Kūya 空也 ^ Wanderprediger des 10. Jh.s
  • Luther, Martin (west.) ^ 1483–1546; christlicher Priester und Theologe; bedeutendster Vertreter der protestantischen Reformation im deutschspr. Raum
  • Mahāyāna (skt.) महायान ^ „Großes Fahrzeug“, buddhistische Richtung (jap. daijō bukkyō 大乗)
  • mappō 末法 ^ Endzeit des Dharma
  • Muromachi 室町 ^ Stadtteil in Kyōto; Sitz des Ashikaga Shōgunats 1336–1573 (= Muromachi-Zeit)
  • Muryōju-kyō 無量寿経 ^ Großes Amida Sutra
  • namu amida butsu 南無阿弥陀仏 ^ in etwa: „Gelobt sei Buddha Amida“; Gebetsformel im Buddhismus des Reinen Landes
  • Nara 奈良 ^ Hauptstadt und Sitz des Tennō, 710–784 (= Nara-Zeit); auch: Heijō-kyō
  • nenbutsu 念仏 ^ Anrufung des Namens von Buddha Amida, Gebetsformel der Amida-Anhänger
  • Nirvāṇa (skt.) निर्वाण ^ „Erloschen, ausgelöscht“, Ort der Erlösung von allem Leid, absolutes Jenseits (jap. Nehan 涅槃)
  • Nishi Hongan-ji 西本願寺 ^ Westlicher Hongan-Tempel in Kyōto; Haupttempel der Honganji-Linie des Jōdo-Shin Buddhismus; s.a. Östlicher Hongan-Tempel (Higashi Hongan-ji)
  • Oda Nobunaga 織田信長 ^ 1534–1582, Kriegsfürst, Reichseiniger
  • Rennyo 蓮如 ^ 1415–1499; Mönch der Jōdo Shin-Schule
  • Shaka 釈迦 ^ Buddha Shakyamuni, der historische Buddha; auch Shaka Nyorai
  • Shinran 親鸞 ^ 1173–1262; Gründer der Jōdo Shin-Schule
  • Sukhāvatī (skt.) सुखावती ^ „Reines Land“, buddhistisches Paradies (jap. jōdo 浄土)
  • sūtra (skt.) सूत्र ^ „Faden“, Lehrrede des Buddha, kanonische Schrift (jap. kyō 経 oder kyōten 経典)
  • tariki 他力 ^ andere Kraft (helfende Kraft Amidas)
  • Tendai-shū 天台宗 ^ Tendai-Schule, chin. Tiantai
  • Tokugawa Ieyasu 徳川家康 ^ 1543–1616; Begründer des Tokugawa Shogunats; Reichseiniger
  • Toyotomi Hideyoshi 豊臣秀吉 ^ 1537–1598, Feldherr, militärischer Machthaber; bekannt als der zweite von drei Reichseinigern am Ende der „Zeit der kämpfenden Länder“ (Sengoku Jidai)
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„Amidismus: Der Buddhismus des Reinen Landes.“ In: Bernhard Scheid, Religion-in-Japan: Ein digitales Handbuch. Universität Wien, seit 2001