Ich bin Japanologe mit einem Forschungsschwerpunkt auf japanischer Religionsgeschichte, im besonderen der Geschichte des Shintō. Das digitale Handbuch Religion-in-Japan gehört seit 2001 zu meinen beruflichen Projekten. Es entstand aus meiner Vorlesungstätigkeit an der Universität Wien (s.a. Das Konzept dieses Handbuchs), wird aber im Rahmen meiner Tätigkeit an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften laufend erweitert.
Als ich 1981 an der Universität Wien zu studieren begann, probierte ich zunächst eine Reihe humanwissenschaftlicher Studien aus (neben Arabistik und Judaistik v.a. Kultur- und Sozialanthropologie), bevor ich mich schließlich auf Japan festlegte. Nach dem Magister verbrachte ich die Jahre von 1994 bis 1996 als Stipendiat an der Waseda-Universität in Tōkyō. Mein dortiges Studium unter Sugahara Shinkai, einem Spezialisten für shintō-buddhistischen Synkretismus (shinbutsu shūgō), festigte meinen Entschluss, mich schwerpunktmäßig mit japanischer Religion zu befassen. 1999 schloss ich dann mit einer Dissertation zum Yoshida Shintō mein Studium in Wien ab.
Noch während des Studiums erhielt ich die Möglichkeit, mich an einem Forschungsprojekt zur Geschichte des Alters in Japan an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) zu beteiligen. Dieser Institution blieb ich seither beruflich verbunden, zunächst in Form von FWF (Österreichischer Forschungsfonds) finanzierten Projekten, ab 2001 als fest angestellter Research- bzw. Senior Research Associate. Zusätzlich unterrichte ich als externer Lektor an der Universität Wien.
Für Abwechslung in meiner akademischen Karriere sorgten u.a. ein Shortlisting für den Chair for Shinto Studies an der University of California, St. Barbara (2009), eine Gastprofessur in Religionswissenschaften an der Universität Göttingen (2012) und meine Tätigkeit als Mitherausgeber von Brill's Encyclopedia of Buddhism, Bd. 3, Doctrines (2019–2021). Abgesehen davon wurde ich mehrmals „österreichischer Staatsmeister“ im asiatischen Brettspiel Go.
Danksagungen
Dieses Projekt kann und konnte nur verwirklicht werden, weil ich ihm einen beträchtlichen Teil meiner Arbeit an der ÖAW widmen kann. Mein Dank dafür gebührt im besonderen Ernst Steinkellner, dem ehemaligen Direktor des Instituts für Kultur und Geistesgeschichte Asiens, der das Projekt schon befürwortete, als es noch in den Kinderschuhen steckte. Auch den nachfolgenden Direktoren und Direktorinnen meines Instituts, Helmut Krasser, Vincent Eltschinger und Birgit Kellner danke ich für ihre wohlwollende Unterstützung. Des Weiteren schulde ich den Professor*innen Klaus Antoni (Tübingen), Klaus Vollmer (München) und Lucia Dolce Dank dafür, dass sie sich als Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats meines Instituts aus japanologischer Sicht für das Projekt ausgesprochen haben. Schließlich danke ich der Universität Wien für das Hosting dieser Website und dem Institut für Ostasienwissenschaften für die Möglichkeit, Religion-in-Japan auch als Vorlesung halten zu dürfen.
Neben zahlreichen Anregungen und freundlichen Tipps haben sich auch Gastautoren gefunden, für deren Artikel ich sehr dankbar bin. Es sind dies:
Schließlich möchte ich mich bei all jenen bedanken, die durch kritische Anregungen zur Verbesserung dieser Seiten beigetragen haben. Neben zahlreichen E-Mail Korrespondenten sind dies vor allem Studierende des Instituts für Ostasienwissenschaften der Universität Wien, die in Form von Praktika an Verbesserungen und Updates von Religion-in-Japan mitgearbeitet haben. Last but not least zählt auch meine Frau Mine Scheid-Katayama, eine gebürtige Japanerin, von Beginn an zu den aufmerksamsten Korrekturleserinnen dieses Handbuchs.
Inhaltliche Kommentare, Anregungen und konstruktive Kritik sind ebenso willkommen wie Hinweise auf technische Pannen oder Flüchtigkeitsfehler. Bitte verständigen Sie mich per Email.
Bernhard Scheid, Der Eine und Einzige Weg der Götter: Yoshida Kanetomo und die Erfindung des Shinto. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2001. (Online.)
Bernhard Scheid, „Schlachtenlärm in den Gefilden der kami: Shintoistische Vergöttlichung im Fadenkreuz weltlicher und geistlicher Machtpolitik“. In: Hannelore Eisenhofer-Halim (Hg.), Wandel zwischen den Welten: Festschrift für Johannes Laube. Frankfurt/Main: Lang, 2003, 619–645.
Bernhard Scheid, „‘Both Parts’ or ‘Only One’?: Challenges to the honji suijaku Paradigm in the Edo Period“. In: Mark Teeuwen, Fabio Rambelli (Hg.), Buddhas and Kami in Japan: Honji Suijaku as a Combinatory Paradigm. Richmond, Surrey: Curzon, 2003, 204–221.
Bernhard Scheid, Overcoming Taboos on Death: The Limited Possibilities of Discourse on the Afterlife in Shinto. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2004. (Online.)
Bernhard Scheid, „Memories of the Divine Age: Shintō seen through Jan Assmann’s concepts of religion“. Cahiers d’Extrême-Asie 16 (2009), 327–341. Special issue, Rethinking Medieval Shintō, Hg. Bernard Faure, Michael Como und Iyanaga Nobumi.
Bernhard Scheid, „Shinto shrines: Traditions and transformations“. In: John Nelson, Inken Prohl (Hg.), Handbook of Contemporary Japanese Religions. Leiden: Brill, 2012. (Online.)
Bernhard Scheid, „Introduction: Shinto Studies and the Nonreligious-Shrine Doctrine“. In: Bernhard Scheid, Kate Wildman Nakai (Hg.), Kami Ways in Nationalist Territory: Shinto Studies in Prewar Japan and the West. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2013, 1–21.
Bernhard Scheid, „In Search of Lost Essence: Nationalist Projections in German Shinto Studies“. In: Bernhard Scheid, Kate Wildman Nakai (Hg.), Kami Ways in Nationalist Territory: Shinto Studies in Prewar Japan and the West. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2013, 237–264.
Bernhard Scheid, „Synkretismus als Methode: Die Sieben Glücksgötter Japans im Spannungsfeld von Buddhismus und Volksreligion“. In: Alexander Grau, Gerson Raabe (Hg.), Religion: Facetten eines umstrittenen Begriffs. Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 2014, 65–90.
Bernhard Scheid, „Wer schützt wen?: Hachimanismus, Buddhismus und Tennōismus im Altertum“. Asiatische Studien 68/1 (2014), 263–284.
Bernhard Scheid, „Kontinuierliche Brüche: Artikulationen des Unheimlichen in der japanischen Kulturgeschichte“. Literaturkritik.de 2016/3 (2016). (Online.)
Online-Essay.
Bernhard Scheid, „‚Sie stach sich in den Schoß und verstarb‘: Zwei seltsame Todesfälle in den kiki-Mythen“. In: Birgit Staemmler (Hg.), Werden und Vergehen: Betrachtungen zu Geburt und Tod in japanischen Religionen. Münster: Lit Verlag, 2016, 95–114.
Bernhard Scheid, „Arhats in East Asian Buddhism“. In: Jonathan Silk, et al. (Hg.), Brill's Encyclopedia of Buddhism, vol. 2: Lives. Leiden: Brill, 2019, 529–39. (Online.)
Antoni, Klaus (west.) ^1953–; deutscher Japanologe und Kulturwissenschaftler an der Universität Tübingen
Dolce, Lucia (west.) ^Expertin für japanische Religionsgeschichte mit Schwerpunkt auf dem esoterischen Buddhismus; lehrt an der School of Oriental and African Studies (SOAS) in London
shinbutsu shūgō 神仏習合 ^Übereinstimmung von kami und Buddhas; shintō-buddhistischer Synkretismus
Shintō 神道 ^Shintō; wtl. Weg der Götter, Weg der kami
Steinkellner, Ernst (west.) ^1937–; Indologe, Tibetologe und Buddhismusforscher an der Universität Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Sugahara Shinkai 菅原信海 ^1925–2018; japanischer Religionshistoriker an der Waseda Universität; leitender Ordensvertreter (daisōjō) des Tendai-Buddhismus
Vollmer, Klaus (west.) ^Deutscher Japanologe an der Universität München