Götter in den Fudoki

Aus Kamigraphie
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Themengruppe Gottheiten (Götter, numinose Erscheinungen)
Name Kami in den fudoki 風土記 („regionale Gottheiten“)
Sonstige Namen kunitsukami
Dieser Artikel wurde ursprünglich für das Schwesterprojekt Fudokipedia verfasst.


Diese Seite enthält Angaben zu Göttern, die sowohl in den alten Regionalchroniken (fudoki 風土記) als auch in den offiziellen Chroniken des Kaiserhofs (kiki 記紀) genannt werden, und schließt mit einer Liste von regionalen Gottheiten in den fudoki.

Unterschiede fudoki und kiki

Die Hauptgötter der offiziellen japanischen Mythen (Amaterasu 天照, Izanagi 伊邪那岐 und Izanami 伊邪那美 etc.) werden oft kollektiv als amatsukami 天津神 (Götter des Himmels) bezeichnet. Sie residieren oder kommen von den „Gefilden des Hohen Himmels“ (Takama no hara). In den fudoki werden sie allerdings so gut wie gar nicht erwähnt. Umgekehrt kennen die kaiserlichen Mythen auch die Kategorie der kunitsukami 国津神 (Götter des Landes), die zwar mit den Regionalgöttern der fudoki korrespondieren, doch nicht in vollkommener Übereinstimmung stehen. In den kaiserlichen Mythen sind die kunitsukami klar als Untergebene der amatsukami charakterisiert, während sie in den Lokalchroniken zumeist autonom agieren.

Eine Zwischenstellung bildet Susanoo 須佐之男, der in vielen Mythen das Bindeglied zwischen Göttern des Himmels und Göttern der Erde darstellt.

Susanoo

Susanoo wird vor allem im Izumo fudoki 出雲風土記 des Öfteren erwähnt:

Im Distrikt Ou 意宇, in der Gemeinde Yasuki 安来 macht Susanoo eine Inspektionstour und meint: „Mein Geist ist leicht geworden!“ Darum bedeutet der Name des Ortes Yasuki „leicht sein“.[1]

Als Susanoo in die Gemeinde Susa im Distrikt Iishi 飯石 kommt, meint er: „Auch wenn dieses Land klein ist, ist es ein gutes Land zu besitzen. Ich will eher, dass mein Name [mit diesem Land assoziiert wird,] als mit Steinen und Bäumen.“ Nachdem er das gesagt hat, lässt er seinen Geist still an diesem Ort zurück und gründet das große und das kleine Reisfeld von Susa. Darum wird der Ort Susa genannt.[2]

In der Gemeinde Sase im Distrikt Ōhara 大原 soll Susanoo getanzt haben und dabei Blätter des Sase auf dem Kopf getragen haben. Während er tanzte, verlor er Blätter. Darum wird die Gemeinde Sase genannt.[3]

Am Berg Mimuro Yama 三室 山 hatte Susanoo eine kleine Kammer, um dort eine Nacht zu verbringen. Mimuro bedeutet „Edle Kammer“.[4]

Nachfahren Susanoos

Das Izumo fudoki erwähnt im Kontext des Distrikts Shimane 島根 einen Sohn des Susanoo namens Tsurugihiko 都留支日,[5] in Aika 秋鹿 seinen Sohn Ihasakahiko,[6] sowie in Kando 神門 seine Töchter Prinzessin Yano 八野若日女命 und Suseri-bime 須勢理毘売.[7]

Susanoos Sohn Aohata Sakusahiko 青幡佐久佐比古命 wird kurz erwähnt; dieser weilte in Ohokusa 大草.[8] Kunioshiwake regiert Kataye,[9] Tsukihokko lässt sich einen Schrein in Tada bauen.[10]

Die Lokalgottheit von Izumo, Yatsukamizu Omizunu, welche das berühmte land-pulling vollzogen hat, wird ebenfalls als Nachkomme Susanoos dargestellt, allerdings ist unklar, welcher Generation. Auch Ōkuninushi 大国主 stammt von Susanoo ab. Hier gibt es ebenfalls verschiedene Auslegungen, im Kojiki 古事記 wird er als Susanoos Sohn dargestellt, im Nihon shoki 日本書紀 als Nachfahre der 5. oder 6. Generation.

Kami in den fudoki

Die wichtigsten kami der sogenannten „fünf alten fudoki“ sind in alphabetischer Reihenfolge:

Verweise

Verwandte Themen

Literatur

  • Michiko Yamaguchi Aoki (Ü.) 1997
    Records of wind and earth: A translation of fudoki with introduction and commentaries. (Monographs of the Association for Asian Studies, Bd. 53.) Ann Arbor, Mich.: Association for Asian Studies 1997.

Fußnoten

  1. Aoki 1997, S. 83
  2. Aoki 1997, S. 140–141
  3. Aoki 1997, S. 151
  4. Aoki 1997, S. 154
  5. Aoki 1997, S. 95
  6. Aoki 1997, S. 110
  7. Aoki 1997, S. 133
  8. Aoki 1997, S. 85
  9. Aoki 1997, S. 95
  10. Aoki 1997, S. 110