Hoakari

Aus Kamigraphie
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ThemengruppeErzählung (Mythos, Legende, Märchen, etc.)
Schlagworte Harima fudoki 播磨国風土記, Kojiki 古事記, Nihongi 日本書紀
ProtagonistenHoakari 火明
Dieser Artikel wurde ursprünglich für das Schwesterprojekt Fudokipedia verfasst.


In diesem Artikel wird auf drei verschiedene Beschreibungen von Hoakari 火明 eingegangen. Auffällig ist, dass er in jeden dieser Beschreibungen anders dargestellt wird.

Harima fudoki

Hoakari ist im Harima fudoki 播磨国風土記 der Sohn von Ohonamuchi (Ōkuninushi 大国主). Er galt als „heftig und tollkühn“. Im Harima fudoki gibt es folgende Geschichte über ihn:

In alten Zeiten ärgerte sich Ohonamuchi über das feurige Temperament seines Sohns Hoakari. So entschloss er sich, seinen Sohn zu verstoßen und schmiedete einen Plan, wie er ihn loswerden konnte. Er nahm ihn mit nach Kamiyama in die Stadt Idate, welche zu jener Zeit am Meer lag, und befahl Hoakari Wasser zu holen. Doch bevor Hoakari zurückgekehrt war, stach Ohonamuchi absichtlich verfrüht in See. Als Hoakari mit dem Wasser zurückkam, konnte er ihm nur noch hinterhersehen. Voller Empörung rief Hoakari einen Sturm und große Wellen herbei und jagte so das Boot seines Vaters, bis es ihm gelang, dieses zu zerstören.

Als das Boot zerbrach, fiel Ohonamuchis Hab und Gut ins Meer, worauf sich dieses in einige Hügel verwandelte. Den Ort an dem das Boot zerschellte, nannte man Funawoka (Boot-Hügel) und Namiwoka (Wellen-Hügel). Unter den insgesamt 14 Hügeln im Dorf von Iwa, die mit dieser Geschichte in Zusammenhang gebracht werden, finden sich des Weiteren beispielsweise der Kotokamiwoka (Zither-Gott Hügel), an dem Ohonamuchis Zither, oder der Kushigewoka (Kamm-Hügel), wo sein Kamm ins Meer fiel. Die anderen Hügel tragen die Namen Hakowoka (Kisten-Hügel), Mikatawoka (Worfel-Hügel), Mikawoka (Krug-Hügel), Inamurewoka (Reis-Hügel), Kabutowoka (Helm-Hügel), Ikariwoka (Anker-Hügel), Fujiwoka (Wisteria-Seil-Hügel), Shikawoka (Hirsch-Hügel), Inuwoka (Hund-Hügel) und Himejiwoka (Seidenraupen-Hügel).[1]

Nihon shoki

Im Nihongi 日本書紀 wird Hoakari als Ho-no-akari no Mikoto beschrieben. Er ist der Sohn von Amatsuhikoho no ninigi no Mikoto (Ninigi) 邇邇芸 und Kamuata Kaashitsu-hime, welche auch Konohana Sakuya-hime 許乃波奈佐久夜比賣 genannt wird. Als Ninigi no mikoto sie heiratete, wurde sie in einer Nacht schwanger. Doch Ninigi war überzeugt, dass selber er kein in einer Nacht zeugen konnte, weswegen er verärgert behauptete, dass das Kind nicht von ihm sei. Konohana Sakuya-hime schämte sich aufgrund dieser Behauptung und wurde so zornig, dass sie einen rituellen geschlossenen Raum (Muro) errichtete und schwor: „Wenn das Kind, das ich gebären werde von einem anderen Gott ist, soll es das Unglück treffen. Aber wenn es der Nachkomme von Ninigi no mikoto ist, so soll es sicher und unverletzt geboren werden.“ Dann setzte sie den Raum in Flammen und gebar drei Kinder während das Feuer immer weiter wuchs. Das erste Kind hieß Honosusori no Mikoto 火闌降命, das zweite Honoakari no Mikoto (Hoakari), und das dritte ist Hikohohodemi no Mikoto 彦火火出見尊.

In einer anderen Beschreibung ist Honoakari no Mikoto das älteste Kind. Danach erst wurden Honosusumi no Mikoto (oder Honosuseri no Mikoto) und Honoorihikohohodemi no Mikoto geboren.

Kojiki

Im Kojiki ist Hoakari als Amenohoakari no Mikoto beschrieben. Er ist der Sohn von Masaka Akatsukachi Hayabiame no Oshihomimi no Mikoto und Yorozuhata Toyoakizushi-hime no Mikoto. Er ist der Bruder von Hikoho no ninigi. Im Kojiki ist Hoakari nicht genau beschrieben.

Außerdem gibt es eine ähnliche Erzählung im Kojiki wie die oben beschriebene Erzählung im Nihongi. Jedoch gibt es einen Unterschied zwischen den beiden Erzählungen: Im Kojiki ist der Name des Kindes von Ninigi no Mikoto und Konohana Sakuya-hime 許乃波奈佐久夜比賣命 ein anderer. Das Kind heißt nicht Hoakari, sondern Hayabitoata no Kami.

Verweise

Literatur

  • Michiko Yamaguchi Aoki (Ü.) 1997
    Records of wind and earth: A translation of fudoki with introduction and commentaries. (Monographs of the Association for Asian Studies, Bd. 53.) Ann Arbor, Mich.: Association for Asian Studies 1997.
  • William George Aston (Ü.) 1896
    Nihongi: Chronicles of Japan from the earliest times to a.d. 697. London: Kegan Paul 1896. (Zahlreiche Neuauflagen, JHTI Onlineversion, Onlineversion (Wiki-Source).)
  • Basil Hall Chamberlain (Ü.) 1932
    Kojiki: Records of ancient matters. Kobe: J. L. Thompson & Co 1932. (Erste Auflage 1919, JHTI Onlineversion, Onlineversion.)
  • Michael Como 2009
    Weaving and binding: Immigrant gods and female immortals in ancient Japan. Honolulu: University of Hawai'i Press 2009.

Fußnoten

  1. Aoki 1997, S. 175–176