Nihongi: Japanische Mythologie. (Mittheilungen d. Dt. Ges. f. Natur- und Völkerkunde Ostasiens, IV.) Tokyo: Hobunsha 1901. (Ü. von Nihon shoki, Götterzeitalter nebst Auszügen aus Kojiki und fudoki.)
Die historischen Quellen der Shinto-Religion. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 1919. (Übersetzungen von Kojiki und Nihon shoki [in Auszügen] sowie Kogo shūi [ganz].)
Bemerkung
Zweitälteste erhaltene Schrift Japans; erste offizielle Reichschronik
Dieser Artikel wurde ursprünglich für das Schwesterprojekt Hachiman-no-pedia verfasst.
Das Nihon shoki 日本書紀 wurde 720 fertig gestellt und ist damit nach dem Kojiki 古事記 das zweitälteste noch existierende Geschichtswerk Japans. Es ist das erste Buch der Rikkokushi 六国史, der Sechs Reichschroniken, die nach chinesischem Muster angefertigt wurden und die offizielle Lesart der japanischen Geschichte durch den Kaiserhof repräsentierten. Das Werk ist auch als Nihongi 日本紀 bekannt, man nimmt aber an, dass die ursprüngliche offizielle Bezeichnung Nihon shoki lautete.
Das Nihon shoki ist detaillierter und sachlicher als das Kojiki, beinhaltet aber sehr viel religiöses und mythologisches Material und besitzt daher sowohl für die allgemeine Frühgeschichte als auch für die Religionsgeschichte Japans einen unschätzbaren Wert.
Zusammenstellung
Das Nihon shoki wurde unter der Aufsicht von Prinz Toneri 舎人親王 (5. Kronprinz des Tenmu Tennō 天武天, 676–735) mit der Unterstützung von Ō no Yasumaro 太安万侶 (?–723), dem Autor des Kojiki, zusammengestellt.
Es basiert auf älteren Dokumenten, besonders auf den Aufzeichnungen, die seit dem 6. Jahrhundert am Yamato-Hof 大和朝廷 gesammelt wurden. Aber auch Dokumente von Klans, die am Hofe dienten, flossen in die Chronik ein. Überdies verweisen die Zusammensteller auf drei Dokumente aus Baekje 百濟 (jap. Kudara), die heute nicht mehr existieren.
Einen Hinweis auf den Beginn der Arbeiten am Nihon shoki findet man in diesem Werk selbst,[1] und zwar für das Jahr 681/3/16, das 9. Regierungsjahr von Tenmu Tennō, wo es heißt:
16th day. The Emperor took his place in the Great Hall of Audience, and there gave orders to the Imperial Princes Kahashima and Osakabe, to Prince Hirose, Prince Takeda, Prince Kuhada, and Prince Mine, to Michichi, Kamitsukenu no Kimi, of Lower Daikin rank, Kobito, Imbe no Muraji, of Middle Shokin rank, Inashiki, Adzumi no Muraji, of Lower Shokin rank, Ohogata, Naniha no Muraji, Ohoshima, Nakatomi no Muraji, of Upper Daisen rank, and Kobito He,uri no Omi, of Lower Daisen rank, to commit to writing a chronicle of the Emperors, and also of matters of high antiquity. Ohoshima and Kobito took the pen in hand themselves, and made notes.
Aston 1896, Teil II, S. 350; JHTI. Hervorhebungen nicht im Original
Aston selbst nahm allerdings an, dass sich dies auf den Beginn der Arbeiten am Kojiki bezieht. In jedem Fall belegt der Eintrag, dass die Erstellung dieser Chroniken im höchsten Regierungsauftrag erfolgte und ein großes Team von Mitarbeitern einschloss.
Inhaltlicher Aufbau
Wie das Kojiki beginnt auch das Nihon shoki mit einer Reihe von Mythen und setzt seinen Bericht mit den Chroniken der einzelnen Tennōs fort. Der Berichtzeitraum erstreckt sich von der Weltentstehung bis ins Jahr 697.
Für die acht Tennōs aus Kapitel 4, existieren nur Vermerke über das Geburts- und Regierungsdatum, das Jahre der Ernennung zum Kronprinzen und die Lage des Grabmales.
Diese werden kesshi hachidai 欠史八代, die acht undokumentierten Kaiser, genannt.
Gottheiten
Amaterasu
Die Tatsache, dass die Sonnengöttin Amaterasu 天照 in Japan als weibliche Gottheit dargestellt wird, erscheint vielen rätselhaft und inspiriert immer wieder zu Hypothesen über ein urgeschichtliches Matriarchat in Japan.
Es wird aber auch spekuliert, dass Amaterasu ursprünglich männlich war. Als die japanischen Götter- und Ursprungsmythen in Kojiki und Nihon shoki festgehalten wurden, war Kaiserin Jitō an der Macht. Einige Forscher vermuten, dass Amaterasu deswegen als weibliche Gottheit dargestellt wurde, um den Herrschaftsanspruch der Kaiserin zu unterstreichen.
Hachiman (Ōjin)
Hachiman 八幡 wird im Nihon shoki nicht direkt erwähnt, doch widmet sich die Chronik in Kapitel 8, 9 und 10 der Geschichte von Chūai Tennō 仲哀天皇, Jingū Kōgō 神功皇后 und Ōjin Tennō 応神天皇, die alle unmittelbar mit Hachiman in Verbindung stehen. Ōjin wird mit Hachiman identifiziert, Chūai und Jingū sind somit seine Eltern.
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Für die acht Tennōs aus Kapitel 4, existieren nur Vermerke über das Geburts- und Regierungsdatum, das Jahre der Ernennung zum Kronprinzen und die Lage des Grabmales. Sie werden daher als die acht undokumentierte Kaiser bezeichnet. Es sind dies:
Suizei Tennō 綏靖天皇,
Annei Tennō 安寧天皇,
Itoku Tennō 懿徳天皇,
Kōshō Tennō 孝昭天皇,
Koan Tennō 孝安天皇,
Kōrei Tennō 孝霊天皇,
Kōgen Tennō 孝元天皇,
Kaika Tennō 開化天皇
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