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Version vom 11. März 2025, 18:55 Uhr

Fachbegriffe-Glossar
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2.228 Einträge
Abe Nikken 阿部日顕 (jap.), 1922–2019; 67. Oberhaupt der Nichiren Shōshū (1979–2005)
Abe no Seimei 安部清明 (jap.), 921?–1005; Yin Yang-Meister des 10. Jh.s
Abe no Yasuna 安部保名 (jap.), Heian-zeitlicher Höfling; laut einer Legende Vater des Abe no Seimei
Abe no Yasunari 安倍泰成 (jap.), Yin Yang-Meister der Heian-Zeit; semi-fiktionale Persönlichkeit (auch: Abe no Yasuchika)
Abe Shinzō 安倍晋三 (jap.), 1954–2022; japanischer Premierminister 2006–2007 und 2012–2020
Abe Yasurō 阿部泰郎 (jap.), 1953–; Spezialist für die buddhistische Literatur des japanischen Mittelalters, Universität Nagoya
Acala अचल (skt.), „Unbeweglich“, Beinamen des in Japan wichtigsten Mantra-Königs (jap. Fudō 不動)
Ainu アイヌ (jap.), indigenes Volk Japans, dessen historischer Siedlungsraum den Norden Japans und Teile Russlands umfasst. Untersuchungen legen nahe, dass es sich bei den Ainu um Nachfahren der prähistorischen Jōmon-Kultur handelt. Ihre Sprache und Religion werden heute kaum noch praktiziert.
Aizawa Seishisai 会沢正志斎 (jap.), 1782–1863; Gelehrter der Mito Schule; wichtiger Vertreter der sonnō jōi-Ideologie
Aizen Myōō 愛染明王 (jap.), wtl. Mantra-König der Liebe; einer der bekanntesten myōō Japans
Aizu-han 会津藩 (jap.), Edo-zeitliches Daimyat in Nord-Japan, im Westen der heutigen Präfektur Fukushima
Ajātaśatru अजातशत्रु (skt.), König v. Magadha in Nord-Indien (r. 491-461 v.u.Z.) (jap. Ajase 阿闍世)
Akechi Mitsuhide 明智光秀 (jap.), 1526–1582; Kriegsherr des Spätmittelalters; General und Mörder Oda Nobunagas
Akiba Gongen 秋葉権現 (jap.), Gottheit des Berges Akiha, ein Shugendō-Zentrum im heutigen Shizuoka; hat die Gestalt eines tengu
Akizuki 秋月 (jap.), ehem. Burgstadt in der Präfektur Fukuoka, Kyūshū
Alchi अल्ची (skt.), buddhistisches Kloster in Ladakh, Indien
Aleph アレフ (jap.), jap. Neureligion (shinshūkyō), Nachfolgerin der Aum Sekte
Amakusa 天草 (jap.), Insel in Kyūshū (Präf. Kumamoto) mit christlicher Tradition; von 1591–1597 befand sich hier ein Jesuitenkolleg, 1637–1638 Schauplatz der sog. Shimabara (oder Shimabara-Amakusa) Rebellion
Ama no murokumo no tsurugi 天叢雲剣 (jap.), legendäres jap. Schwert und Teil der drei Insignien der Tennō-Dynastie; auch Kusanagi no Tsurugi
Amaterasu 天照 (jap.), Sonnengottheit; Ahnherrin des Tennō-Geschlechts; Hauptgottheit von Ise
Ame no Hohi 天穂日 (jap.), mythol. Himmelsgottheit, Sohn von Amaterasu und Susanoo
Ame-no-iwato 天岩戸 (jap.), wtl. Felsentor des Himmels; Höhle, in die sich Amaterasu zurückzieht
Ame no Koyane 天児屋/天児屋根 (jap.), mytholog. Gottheit; Ahnengottheit der Fujiwara
Ame no Oshihomimi 天忍穂耳 (jap.), mythol. Gottheit; Sohn von Amaterasu und Susanoo, Vater von Ninigi
Ame no Uzume 天鈿女/天宇受賣 (jap.), mythologische Gottheit, Ahnherrin des Theaters
Amida 阿弥陀 (jap.), Buddha Amitabha; Hauptbuddha der Schulen des Reinen Landes (Jōdo-shū bzw. Jōdo Shinshū)
Amida Nyorai 阿弥陀如来 (jap.), Amida Buddha; skt. Buddha Amitabha
Amitābha अमिताभ (skt.), „Unermesslicher Glanz“ (jap. Amida 阿弥陀)
Amoghavajra अमोघवज्र (skt.), 705–774; buddh. Mönch aus Samarkand, Autor und Übersetzer zahlreicher Schriften des esoterischen Buddhismus aus dem Sanskrit ins Chinesische; chin. Bukong Jingang (jap. Fukū Kongō 不空金剛)
Anahobe no Hashihito 穴穂部間人 (jap.), ?–622; Hauptfrau des Yōmei Tennō und Mutter von Shōtoku Taishi
Anan 阿難 (jap.), Schüler des Buddha (skt. Ananda)
Anavatapta अन्-वतप्त (skt.), buddhistischer Drache, bzw. Wohnort eines Drachens
An Lushan 安禄山 (chin.), 703–757; chinesischer General, der sich 755 erfolgreich an die Spitze des chinesischen Reiches putschte, bald aber vom eigenen Sohn ermordet wurde; er löste damit die nach ihm benannte An Lushan Rebellion aus, die das Tang-Reich von 755 bis etwa 765 in den größten Bürgerkrieg seiner Geschichte stürzte
Anraku-ji 安楽時 (jap.), ältester Zen-Tempel in der Präfektur Nagano, Gründung in der Kamakura-Zeit
Ansei 安政 (jap.), jap. Äranamen, 1855–1860, bekannt für besonders strenge Verfolgung von Oppositionellen (Ansei-Säuberungen, 1858–1859)
An Shigao 安世高 (chin.), 2. Jh. u.Z.; buddhistische Missionar und früher Übersetzer indischer Texte ins Chinesische; stammte möglicherweise aus dem Partherreich
Antoku Tennō 安徳天皇 (jap.), 1178–1185; Kindkaiser und Enkel des Taira no Kiyomori, starb in der Seeschlacht von Dan-no-ura, die die Niederlage der Taira besiegelte
Antoni, Klaus (west.), 1953–; deutscher Japanologe und Kulturwissenschaftler an der Universität Tübingen
Anxi 安西 (chin.), wtl. „Befriedung des Westens“; chinesische Garnisonsstadt am Knotenpunkt zweier Hauptrouten der Seidenstraße nahe der heutigen Stadt Guazhou, später auch Name der umgebenden Region
Arai Yoshiaki 荒嘉明 (jap.), 1902–1963; Schöpfer eines unvollendeten Riesenbuddhas (daibutsu) in Fukushima, bekannt als „Hundertfuß-Kannon“ (hyakushaku Kannon)
Arakida 荒木田 (jap.), Priester des Inneren Schreins von Ise (Naikū)
Arhat अर्हत् (skt.), buddhistische Heiligenfigur; höchste Stufe des Menschseins vor dem Austritt aus dem Geburtenkreislauf (jap. rakan)
Arima 有馬 (jap.), Ort in Kyūshū, Präfektur Nagasaki, im späten 16. Jh. Zentrum des christlichen Daimyats Arima
Arima Harunobu 有馬晴信 (jap.), 1561?–1612; christlicher Daimyō in Kyūshū
Asahara Shōkō 麻原彰晃 (jap.), 1955–2018; Führer der Aum-Sekte; als Drahtzieher des Tōkyōter Giftgasanschlags (1995) zum Tode verurteilt und 2018 hingerichtet
Asai Ryōi 浅井了意 (jap.), 1612–1691; Samurai und Schriftsteller in der frühen Edo-Zeit
Asakura Tōgo 浅倉当吾 (jap.), männlicher Rachegeist der Edo-zeitl. Populärkultur und des Kabuki; basiert vermutlich auf einem realen Dorfvorsteher aus dem 17.Jh. namens Sakura Sōgorō 佐倉惣五郎
Asakusa-dera 浅草寺 (jap.), Tempel in Tōkyō; offizielle (sino-jap.) Lesung: Sensō-ji
Asakusa Jinja 浅草神社 (jap.), Schrein im Bereich der Tempelanlage von Asakusa. Geweiht den drei Fischern, die den Tempel der Legende nach gründeten.
Ashikaga 足利 (jap.), Kriegerfamilie, die 1336 eine neue Herrschaftsdynastie begründete: Ashikaga Shōgunat, 1336–1573
Ashikaga Tadayoshi 足利直義 (jap.), 1306–1352; Feldherr in der Muromachi-Zeit; jüngerer Bruder von Ashikaga Takauji (erster Ashikaga Shōgun)
Ashikaga Takauji 足利尊氏 (jap.), 1305–1358; Feldherr, Staatsmann; regierte als erster Ashikaga Shōgun 1338–1358; älterer Bruder von Ashikaga Tadayoshi
Ashikaga Yoshimitsu 足利義満 (jap.), 1358–1408, 3. Ashikaga-Shōgun, r. 1368–1394; besonderer Förderer des Zen und des -Theaters; unter ihm endete das Schisma im Tennō-Haus (Nord-Süd Hof)
Aśoka अशोक (skt.), „Der Unbesorgte“, 304?–232 v.u.Z., König von Nord-Indien (jap. Muu 無憂 oder Aikuō 阿育王)
Ashura-ō 阿修羅王 (jap.), König (Anführer) der ashura; im Gegensatz zu diesen kriegerischen Geistern zumeist positiv dargestellt
Assmann, Jan (west.), 1938–; deutscher Ägyptologe, Religions- und Kulturwissenschaftler
Aston, William George (west.), 1841–1911; brit. Diplomat und Pionier der Japanologie; Übersetzer des Nihon shoki
Asuka 飛鳥 (jap.), Asuka Region im Süden des Yamato-Beckens (Nara), wo sich in der Frühzeit die Residenzen der Soga no uji befanden; Asuka-Zeit (587–645 oder auch 587–710)
Asuka-dera 飛鳥寺 (jap.), erster historisch fassbarer Tempel Japans, gegr. 593 (Nihon shoki) von Soga no Umako; wurde unter anderem als Hōkō-ji (Tempel des beginnenden Dharmas) bezeichnet, später aber unter dem Namen Gangō-ji (Tempel des ursprünglichen Beginns) nach Nara verlegt; unter Asuka-dera versteht man heute den ursprünglichen Standort in der Asuka Region
Atsuta Jingū 熱田神宮 (jap.), wichtigster und ältester Schrein in Nagoya
Atsuta no Enneme 熱田縁采女 (jap.), auch En’uneme; Heldin einer Edo-zeitlichen Schlangenlegende
Avalokiteśvara अवलोकितेश्वर (skt.), „Herr, der [die Welt] unten wahrnimmt“, Bodhisattva (jap. Kannon 観音 oder Kanzeon 観世音)
Awa Kenzō 阿波研造 (jap.), 1880–1939; Meister des Bogenschießens (kyūdō)
Azuchi 安土 (jap.), Burgstadt und Hauptquartier Oda Nobunagas am Biwa-See, östlich von Kyōto; 1576 errichtet, 1582 im Zuge von Kampfhandlungen abgebrannt
Azuchi-Momoyama Jidai 安土桃山時代 (jap.), Zeit der Reichseinigung durch Oda Nobunaga und Toyotomi Hideyoshi, 1573–1600
Baekje 百濟/백제 (kor.), Ehemaliges Königreich in Korea, das sich zu seiner Blütezeit im 5. Jh. über die gesamte Westküste Südkoreas erstreckte; 660 vom benachbarten Silla erobert
Baier, Karl (west.), 1954–; österr. Religionswissenschaftler an der Universität Wien
Bamiyan (west.), Einstmals buddhistisches Zentrum im heutigen Afghanistan, berühmt für seine Felsenbuddhas
Bassui Tokushō 抜隊得勝 (jap.), 1327–1387; Zen Mönch der Rinzai Schule;
Batō Kannon 馬頭観音 (jap.), Kannon mit dem Pferdekopf, eine zornvolle Manifestation Kannons
Beato, Felice (west.), 1832–1909; ital.-brit. Photograph, dokumentierte erstmals das Leben in Ostasien, Japanaufenthalt in den 1860er und 1870er Jahren
Benkei 弁慶 (jap.), ?–1189; legendärer Kriegermönch (sōhei) des Genpei-Krieges
Benn, James (west.), Sinologe und Religionshistoriker des Buddhism an der McMaster University, Kanada
Benten 弁天 (jap.), Glücksgöttin; Kurzform von Benzaiten
Benzaiten 弁才天/弁財天 (jap.), Glücksgöttin im Ensemble der Sieben Glücksgötter (Shichi Fukujin); Gottheit des Wassers, der Musik und der Beredsamkeit; skt. Sarasvati; auch: Benten
Bidatsu Tennō 敏達天皇 (jap.), 538–585; 30. Tennō Japans (r. 572–585); eig. Herrschername Nunakura-futotama-shiki 渟中倉太珠敷
Bimbisāra बिम्बिसार (skt.), bedeutender König des Reiches von Magadha zu Lebzeiten des Buddha (jap. Binbasara 頻婆娑羅)
Binzuru 賓頭盧 (jap.), Skt. Pindola, ein Schüler Buddhas; auch: Bindora Baradaja (Pindola Bhāradvāja); prototypischer arhat
Birushana 毘盧遮那 (jap.), Buddha Vairocana; ältere jap. Namensform von Dainichi
Bishamon-ten 毘沙門天 (jap.), Himmelswächter des Nordens, Glücksgott; abgeleitet von einem indischen Gott des Reichtums, vaishravana
Biwa-ko 琵琶湖 (jap.), Biwa-See; größter Süßwassersee Japans mit 3174 km², in der Präfektur Shiga gelegen; sein Name rührt der Legende nach von seiner Form her, die einer biwa — einer japanischen Laute — gleicht
Blacker, Carmen (west.), 1924–2009; britische Japanologin und Kulturanthropologin, lehrte in Cambridge
Bodhgayā बोध्गया (skt.), „Ort der Erleuchtung“, Ort, an dem Buddha seine Erleuchtungserfahrung hatte (jap. Buddagaya 仏陀伽邪)
Bodhidharma बोधिधर्म (skt.), legendärer buddh. Mönch aus Indien, in China aktiv; gilt als Begründer des Chan (Zen) Buddhismus (jap. Daruma 達磨 oder Bodaidaruma 菩提達磨)
Bodhisattva बोधिसत्त्व (skt.), „Erleuchtetes Wesen“, Vorstufe zur vollkommenen Buddhaschaft (jap. bosatsu 菩薩)
Bodhisena बोधिसेन (skt.), 704–760, indischer Mönch, Begründer der japanischen Kegon-Schule (jap. Bodaisena 菩提僊那)
Bodiford, William (west.), 1955–; Buddhismushistoriker und Japanologe an der University of California, Los Angeles
Bohner, Hermann (west.), 1884–1963; deutscher Japanologe; ab dem Ersten Weltkrieg in Japan tätig
Bon 盆 (jap.), Bon-Fest (Ahnenfest); in der Alltagssprache meist O-bon
Bonten 梵天 (jap.), Skt. brahma; als indische deva-Gottheit und oberster Gott der Brahmanen wurde er auch in den Buddhismus integriert
Borobudur (skt.), größtes buddhistisches Monument in Java, Indonesien, in Gestalt eines dreidimensionalen Mandala
Bosch, Hieronymus (west.), 1450–1516; niederländischer Maler, bekannt für seine apokalyptischen Höllendarstellungen
Bōshin Sensō 戊辰戦争 (jap.), Bōshin-Krieg (1868–1869); Bürgerkrieg zwischen Tennō-Loyalisten und Shōgunatstruppen am Beginn der Meiji-Zeit. Bōshin bezeichnet das Jahr 1868
Bōsō-hantō 房総半島 (jap.), Halbinsel zwischen der Bucht von Tōkyō und dem Pazifik; Präfektur Chiba
Boyi 伯夷 (chin.), legendäre Figur aus der chinesischen Frühzeit (frühe Zhou-Dynastie, 11. Jh. v.u.Z.); zusammen mit seinem Bruder Shuqi ein Inbegriff von Loyalität und Selbstaufopferung
Brahmā ब्रह्मा (skt.), einer der drei hinduistischen Hauptgottheiten, auch Brahman; davon abgeleitet: Brahmanen (Priester) (jap. Bonten 梵天)
Brecht, Bertolt (west.), 1898–1956; deutscher Schriftsteller und Dramatiker, dem Ostasien, ohne dass er es näher kannte, häufig zur Inspiration seiner „Lehrstücke“ diente
Budai 布袋 (chin.), chinesischer Mönch (10. Jh.); gilt als Inkarnation von Bodhisattva Maitreya; jap. Hotei
Buddha बुद्ध (skt.), „Der Erleuchtete“ (jap. butsu, hotoke 仏 oder Budda 仏陀)
Budō 武道 (jap.), Oberbegriff für alle japanischen Kampfkünste; wtl. Weg des Krieges
Bunraku 文楽 (jap.), Traditionelle, japanische Form des Puppentheaters, 1684 in Ōsaka entstanden; viele Stücke des Kabuki wurden ursprünglich für Bunraku geschrieben
Bunshi Genshō 文之玄昌 (jap.), 1555–1620; Mönch der Rinzai-Schule
Bushidō 武士道 (jap.), Verhaltenskodex bzw. Philosophie des japanischen Militäradels; wtl. Der Weg des Kriegers
Butoh 舞踏 (jap.), wtl. Stampftanz; zeitgenössische Tanzform des 20. Jhs. (auch butō)
Byakko 白虎 (jap.), wtl. Weißer Tiger; Richtungstier des Westens in der ostasiatischen Kosmologie
Byakue Kannon 白衣観音 (jap.), Kannon im weißen Gewand
Byōdō-in 平等院 (jap.), Amida-Tempel, errichtet 998, zunächst als adelige Residenz. Zählt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Japans.
Cao Yuanzhong 曹元忠 (chin.), r. 944–974; regierte zur Zeit der Fünf Dynastien und Zehn Reiche (907–960) als quasi unabhängiger Herrscher die Garnisonsstadt Dunhuang am nordwestlichen Ende der chinesischen Einflusssphäre
Castiglione, Giuseppe (west.), 1688-1766; ital. Maler und Jesuit; war am chinesischen Hof tätig; verschmolz chinesische und westliche Maltechniken zum sogenannten Qing-Hofstil
Chamberlain, Basil Hall (west.), 1850–1935, brit. Pionier der Japanforschung
Chan 禅 (chin.), jap. Zen, wtl. Meditation; chin. Bez. des Zen Buddhismus
Changan 長安 (chin.), chin. Hauptstadt, u.a. in der Tang-Dynastie; wtl. „Langer Friede“; heute Xian
Chen Shou 陳壽 (chin.), 233–297; Autor der Chroniken der drei Reiche (Sanguo zhi); auch bekannt als Chengzuo 承祚
Chijiwa Miguel 千々石弥解瑠/ミゲル (jap.), 1569?—1633; als Jugendlicher Mitglied der Tenshou-Gesandtschaft, später Apostat und Gegner des Christentums; japanischer Eigenname Seizaemon 清左衛門
Chikamatsu Monzaemon 近松門左衛門 (jap.), 1653–1725; berühmtester Autor des Bunraku- und Kabuki-Theaters
Chikubushima 竹生島 (jap.), kleine Insel im nördlichen Biwa-See in Nagahama, Präf. Shiga
Chinrei-sha 鎮霊社 (jap.), Seelenbesänftigungsschrein; Seitenschrein des Yasukuni Jinja
Chion-in 知恩院 (jap.), Haupttempel des Jōdo Buddhismus in Kyōto, err. 1234
Chiossone, Edoardo (west.), 1833–1898; italienischer Graphiker und Drucker, der ab 1872 bis zu seinem Tod in Japan tätig war
Chōgen 重源 (jap.), 1121–1206; Mönch der Shingon-shū, bekannt für die Wiedererrichtung des Tōdaiji
Chōshū 長州 (jap.), auch Nagato; alte Provinz im Westen von Japans Hauptinsel Honshū, heute Teil von Yamaguchi-ken.
Como, Michael (west.), amerikanischer Shintō-Forscher an der Columbia University, New York
Conlan, Thomas (west.), Japanologe und Historiker an der Princeton University.
Conze, Edward (west.), 1904–1979; deutsch-britischer Buddhismusforscher
Cooper, Michael (west.), 1930–2018; Japanologe mit Forschungsschwerpunkt auf Japans christlichem Jahrhundert, lehrte an der Sophia Universität, Tōkyō
Daian-ji 大安寺 (jap.), einer der Sieben Große Tempel von Nara, err. 729, geht auf ältere Vorgänger zurück
Daigo-ji 醍醐寺 (jap.), Buddhistischer Tempel in Kyōto
Daigo Tennō 醍醐天皇 (jap.), 60. Kaiser Japans, 885–930, r. 897–930.
Daiitoku Myōō 大威徳明王 (jap.), skt. Yamantaka, einer der Fünf Großen Myōō
Daijō-kan 太政官 (jap.), oberstes Regierungsamt der Nara- und Heian-Zeit
Daikashō 大迦葉 (jap.), Schüler Buddhas (skt. Mahakashyapa)
Daikoku 大黒 (jap.), Gott des Reichtums und Stellvertreter der Sieben Glücksgötter (Shichi Fukujin); skt. mahakala = „Großer Schwarzer“; auch Daikoku-ten
Daikoku Jōze 大黒常是 (jap.), traditioneller Ehrenname des Oberhaupts der Silberkontrolleure innerhalb der „Silbergilde“ (ginza), die für die Silberwährung der Edo-Zeit zuständig war
Daikoku-ten 大黒天 (jap.), voller, buddhistischer Name des Glücksgottes Daikoku (skt. mahakala)
Daimyō 大名 (jap.), Territorialfürst, Titel des Kriegeradels
Daimyōjin 大明神 (jap.), kami-Titel, wtl. Große Leuchtende Gottheit
Dainichi 大日 (jap.), Buddha Vairocana, der „kosmische Buddha“; wtl. „Großes Licht“ oder „Große Sonne“
Dainichi-kyō sho 大日経疏 (jap.), Kommentar zum Dainichi-kyō erstellt zwischen 724 und 727 von Yixing (683–727); T1796
Dainichi Nyorai 大日如来 (jap.), Buddha Vairocana, der „kosmische Buddha“; wtl. „Großes Licht“ oder „Große Sonne“
Daisen Kofun 大仙古墳 (jap.), Japans größtes Hügelgrab (kofun), in Sakai, Ōsaka; der Legende nach Grabmahl des Nintoku Tennō
Daitsū-ji 大通寺 (jap.), Tempel in der Präfektur Aichi, nahe der ehem. Burg Nagashino
Dakini 荼枳尼 (jap.), weibl. buddhist. Schutzgottheit, identifiziert mit Inari; skt. Dākinī; auch: menschenfressende Dämonin
Dan-no-ura 壇ノ浦 (jap.), Ort in der Meerenge von Shimonoseki (West-Japan), der vor allem für eine Seeschlacht im Jahr 1185 bekannt ist, welche die Niederlage der Taira im Genpei-Krieg besiegelte
Darel (shina), Seitental des Indus im Norden Pakistans, in dem das antike Reich Tuoli vermutet wird, wo sich nach dem Reisebericht Faxians eine fast 20m hohe Statue des maitreya befunden haben soll
Daruma 達磨 (jap.), Spitzname des Mönchs Bodhidharma; Bezeichnung der daruma-Puppe als Glücksbringer
Date 伊達 (jap.), Kriegerfamilie; ab der Edo-Zeit mächtige Daimyō-Dynastie in Nord-Japan
Date Masamune 伊達政宗 (jap.), 1567–1636; Kriegsherr und mächtiger Landesfürst (Daimyō) in Nord-Japan zur Zeit der japanischen Reichseinigung
Datsueba 奪衣婆 (jap.), wtl. die Alte, die die Kleider wegnimmt; Dämonin des Totenreichs
Davidson, Ronald (west.), amerikanischer Indologe und Religionswissenschaftler an der Fairfield University in Connecticut
Dayanta 大雁塔 (chin.), „Große Wildgans Pagode“ in Xian, China, err. 652
Dazaifu 太宰府 (jap.), Stadt in Nord-Kyūshū, südöstlich der Stadt Fukuoka
Dazaifu Tenman-gū 大宰府天満宮 (jap.), Dazaifu Tenman Schrein (Kyūshū), einer der beiden Hauptschreine für Sugawara no Michizane, gegr. 919
Deguchi Nao 出口なお (jap.), 1837–1918; Gründerin der Shintō-nahen Neureligion Ōmoto
Deguchi Onisaburō 出口鬼三郎 (jap.), 1871–1948; Mitbegründer der neurel. Bewegung Ōmoto
Dejima 出島 (jap.), künstliche Insel in der Bucht von Nagasaki; während der Edo-Zeit war hier der einzige europäische Handelsstützpunkt
Dengyō Daishi 伝教大師 (jap.), Posthumer Ehrentitel des Mönchs Saichō
Devadatta देवदत्त (skt.), „Gottesgeschenk“, Cousin und Gegenspieler des Buddha (jap. Daibadatta 提婆達多)
Dhāmek धामेक् (skt.), Stupa in Sarnath bei Benares, wo Buddha seine erste Rede hielt; Fundamente stammen aus der Zeit König Ashokas (3. Jh. v.u.Z.)
Dharma धर्म (skt.), Gesetz (des Universums), Lehre (des Buddha) (jap. 法)
Dharmakāra धर्मकार (skt.), „Gesetzesmacher“, Bodhisattva-Namen des Amida (jap. Hōzō Bosatsu 宝蔵菩薩)
Di Shun 帝舜 (chin.), Kaiser Shun; legendärer chinesischer Herrscher, lebte laut Überlieferung zw. 2294 und 2184 v.u.Z; zusammen mit seinem Vorgänger Yao Inbegriff eines weisen und gerechten Herrschers
Dolce, Lucia (west.), Expertin für japanische Religionsgeschichte mit Schwerpunkt auf dem esoterischen Buddhismus; lehrt an der School of Oriental and African Studies (SOAS) in London
Dōgen 道元 (jap.), s. Dōgen Kigen
Dōgen Kigen 道元希玄 (jap.), 1200–1253; Begründer des Sōtō Zen; auch Eihei Dōgen.
Dōjō-ji 道成寺 (jap.), Tendai-Tempel in der Präfektur Wakayama, südl. von Nara, der seine Gründung bis ins Jahr 701 zurückführt; neben zahlreichen Kunstschätzen berühmt für die Legende der Kiyohime, die sich hier ereignet haben soll.
Dōkyō 道鏡 (jap.), 700?–772; Nara-zeitl. Mönch; buddhistischer Staatsmann
Dōkyō 道教 (jap.), Daoismus, wtl. Lehre des Weges, chin. Daojiao; philosophisch-rel. Strömung Chinas; s.a.
Dōzō 道蔵 (jap.), koreanischer Mönch aus Baekje, spätes 6. Jh.; im Nihon shoki als Experte des Regenmachens erwähnt
Doyōsei 土曜星 (jap.), wtl. Erdplanet, Saturn
Dschingis Khan 成吉思汗 (chin.), ca. 1162-1227; war ein mongolischer Khan, der die mongolischen Stämme einte und weite Teile Zentralasiens und Nordchinas eroberte.
Dürckheim, Karlfried Graf (west.), 1896–1988; Psychologe und Zen-Lehrer, in der Zwischenkriegszeit im Dienst des Nationalsozialismus in Japan tätig
Dürer, Albrecht (west.), 1471–1528; deutscher Maler und Graphiker der Renaissance
Dunhuang 敦煌 (chin.), Oasenstadt an der Seidenstraße zwischen dem Tarim-Becken und China; zumeist von China, aber zeitweise auch von Tibet beherrschtes Handelszentrum; buddhistisches Zentrum mit ausgedehnten Höhlentempeln
Ebisu 恵比寿 (jap.), Glücksgott der Händler und Fischer; andere Schreibung: 夷 oder 戎; Grundbedeutung wahrscheinlich „Fremder“ oder „Barbar“
Ebisu Saburō 夷三郎 (jap.), Beiname des Glücksgottes Ebisu
Echi 依知 (jap.), wtl. Weisheit vermitteln; Ort in der Präfektur Kanagawa, wo Nichiren eine Offenbarung erfuhr
Edo 江戸 (jap.), Hauptstadt der Tokugawa-Shōgune, heute: Tōkyō; auch: Zeit der Tokugawa-Dynastie, 1600–1867 (= Edo-Zeit);
Eisai 榮西 (jap.), s. Myōan Yōsai
Eizon 叡尊 (jap.), 1201–1290; Shingon-Mönch; Abt des Saidai-ji in Nara
Eliade, Mircea (west.), 1907–1986, rumänischer Religionswissenschaftler und Ethnologe, lehrte an der Universität Chicago
Elisonas, Jurgis (west.), 1937–; litauisch-amerikanischer Japanologe mit Forschungsschwerpunkt auf Japans christlichem Jahrhundert; publizierte auch als George Elison oder J.S.A. Elisonas
Emishi 蝦夷 (jap.), Volksgruppe im Nordwesten Japans, die im Laufe des japanischen Altertums aus Honshū verdrängt bzw. unterworfen und assimiliert wurde; die Zeichen werden auch Ezo oder Ebisu gelesen
Enami Nobukuni 江南信國 (jap.), 1859–1929; japanischer Photopionier der Meiji-Zeit; wies sich häufig auch als „T.Enami“ aus
Enbudai 閻浮提 (jap.), skt. Jambudvipa. Kontinent der irdischen Welt in der trad. indischen Kosmologie. Im Buddhismus Kontinent südlich des Weltenbergs Sumeru
Endō Shūsaku 遠藤周作 (jap.), 1923–1996; japanischer Schriftsteller, der in zahlreichen Romanen zumeist das Christentum in Japan thematisierte
Enma 閻魔 (jap.), skt. Yama; König oder Richter der Unterwelt; auch Enra; meist als Enma-ten oder Enma-ō angesprochen
Ennin 円仁 (jap.), 794–864; Mönch des Tendai Buddhismus, Schüler Saichōs
En no Gyōja 役行者 (jap.), Legendärer Begründer des Shugendō (um 700); auch: En no Ozunu/Ozuno
En no Ozuno 役小角 (jap.), Asket des Altertums, auch En no Ozunu; besser bekannt als En no Gyōja
Enoshima 江ノ島 (jap.), Schreininsel; rel. Zentrum nahe Kamakura
Enryaku-ji 延暦寺 (jap.), Haupttempel des Hiei Klosterbergs
Entsū-ji 円通寺 (jap.), Sōtō-zen Tempel in Mutsu, Präf. Aomori, zuständig für das nahe gelegene religiöse Zentrum Osore-zan („Angst-Berg“)
Faure, Bernard (west.), 1948–; französisch-amerikanischer Religionshistoriker an der Columbia University
Faxian 法顯 (chin.), früher chin. Pilgermönch (337?–422?), Autor eines Reiseberichts
Fellonosa, Ernest (west.), 1853–1908; lehrte in jungen Jahren in Japan Philosophie, entwickelte sich aber bald zu einem Connaisseur japanischer Kunst und stellte im Auftrag der Meiji-Regierung die erste Liste japanischer „Nationalschätze“ zusammen. Seine Kunstsammlung bildet den Grundstock der Japonica im Museum of Fine Arts, Boston.
Feng Shui 風水 (chin.), chin. Raumkonzept auf der Grundlage von Yin und Yang; für zeremonielle Architektur wichtig
Ferreira, Cristóvão (west.), 1580?–1650; portugiesischer Jesuitenmissionar in Japan, der nach Verhaftung und Folter 1633 zur anti-christlichen Inquisition überwechselte
Florenz, Karl (west.), 1865–1939; Pionier der deutschen Japanforschung
Francisco de Xavier (west.), 1506–1552; spanischer Mönch und Missionar, Mitbegründer des Jesuitenordens, zuständig für die Missionierung Ostasiens; auch als der Heilige Franz Xaver bekannt
Fróis, Luís (west.), 1532—1597; portugiesischer Missionar des Jesuitenordens und bekannter Chronist der japanischen Mission
Fudaraku 補陀落 (jap.), paradisische Insel des Kannon (Avalokiteshvara), abgeleitet von skt. Potalaka
Fudō Myōō 不動明王 (jap.), prominentester japanischer myōō (Mantra-König), wtl. „der Unbewegliche“
Fugen 普賢 (jap.), Bodhisattva Samantabhadra; Begleiter des Shaka Nyorai
Fugen Bosatsu 普賢菩薩 (jap.), Bodhisattva Samantabhadra; Begleiter des Shaka Nyorai
Fujieda Akira 藤枝晃 (jap.), 1911–1998; Sinologe an der Universität Tōkyō, vor allem als Dunhuang-Historiker bekannt
Fuji-san 富士山 (jap.), Berg Fuji (3776 m), der höchste Berg Japans (veraltete Bezeichnung: Fuji-yama)
Fujita Tōko 藤田東湖 (jap.), 1806–1855; Gelehrter der Mito-Schule
Fujiwara 藤原 (jap.), mächtigste Adelsfamilie im jap. Altertum
Fujiwara no Hirotsugu 藤原広嗣 (jap.), ?–740; Adeliger aus dem Haus der Fujiwara, der 740 die größte Rebellion des 8. Jahrhunderts anführte
Fujiwara no Michinori 藤原通憲 (jap.), 1106–1160; Staatsmann und wichtiger Verbündeter des Taira no Kiyomori in der Heiji-Rebellion (1159–1160); auch bekannt als Shinzei 信西
Fujiwara no Nakamaro 藤原仲麻呂 (jap.), 706–764; Staatsmann, Kanzler in der Nara-Zeit; Eigenname Emi no Oshikatsu
Fujiwara no Senshi 藤原詮子 (jap.), 962-1002; Mutter des Ichijō Tennō; Nonnenweihe 991
Fujiwara no Tokihira 藤原時平 (jap.), 871–909; japanischer Staatsman, Hofbeamter und Politiker der Heian-Zeit
Fujiwara no Yasuhira 藤原泰衡 (jap.), 1155–1189; Oberhaupt des Fujiwara-Clans in der Zeit des Genpei-Krieges
Fujiwara no Yoshifusa 藤原良房 (jap.), 804–872; Staatsmann, Begründer der Fujiwara-Hagemonie
Fujiwara Seika 藤原惺窩 (jap.), 1561–1619; Gelehrter und Philosoph des Neo-Konfuzianismus
Fujiwara Tetsuzō 藤原銕造 (jap.), 1876–1966; Töpfermeister in Shigaraki
Fujufuse-ha 不受不施派 (jap.), Edo-zeitl. Fraktion des Nichiren Buddhismus, die Andersgläubigen „nichts nehmen und nichts geben“ (fujufuse) wollte. Ähnlich wie die japanischen Christen stand auch die Fujufuse-ha auf der Liste verbotener Religionen der Edo-Zeit.
Fukami Tōshū 深見東州 (jap.), 1951–; Gründer der Shintō-nahen Neureligion WorldMate; auch bekannt als Handa Haruhisa und Fukami Seizan
Fukuba Bisei 福羽美静 (jap.), 1831–1907; Gelehrter und Vasall des Daimyō von Tsuwano; nach 1868 führende Ämter in der Administration von Shintō Schreinen; Universitätsgründer
Fukurokuju 福禄寿 (jap.), Glücksgott, Gott des Langen Lebens
Fu-lu-shou 福禄寿 (chin.), wtl. Glück, Wohlstand und Langes Leben; in China Gruppe von drei Göttern, die diese Eigenschaften symbolisieren. In Japan zur Figur des Fukurokuju verschmolzen.
Fushimi Inari Taisha 伏見稲荷大社 (jap.), Großschrein der Gottheit Inari in Fushimi, im Süden Kyōtos
Futami Okitama Jinja 二見興玉神社 (jap.), Schrein in der Bucht von Ise, nahe dem Ise Jingū, v.a. für seine pittoresken „vermählten Felsen“ (meoto-iwa) bekannt
Futarasan Jinja 二荒山神社 (jap.), ursp. Schrein des Tempel-Schrein Komplexes von Nikkō (Tochigi-ken)
Futsunushi 経津主 (jap.), Mythologischer Schwertgott
Fūjin 風神 (jap.), Windgott; auch Fū-ten; kann sowohl buddhistisch als auch shintōistisch verehrt werden
Fuxi 伏羲 (chin.), Erster von drei mythologischen Herrschern in China, Begründer der chinesischen Kultur; jap. Fukugi
Gandhāra गन्धार (skt.), Königreich im heutigen Pakistan bzw. gleichnamige Stadt (auch Purushapura, heute Peshavar); nach den griechischen Eroberungen unter Alexander dem Großen unter dem Einfluss der hellenistischen Kultur, später, im 1.–3. Jh. u.Z. Hauptstadt des buddhistischen Kushana Reichs; frühes Zentrum der buddhistischen Kunst
Gangō-ji 元興寺 (jap.), Nachfolgetempel des Hōkō-ji (Asuka-dera), des ältesten japanischen Tempels (gegr. 593). Der Tempel wurde unter dem Namen Gangō-ji 718 nach Nara verlegt.
Ganzan Daishi 元三大師 (jap.), wtl. Meister des Dritten Ersten; respektvoller Beinamen des Ryōgen mit Bezug auf dessen Sterbedatum
Ganzan Daishi-dō 元三大師堂 (jap.), Halle des Ganzan Daishi (Ryōgen) im Tempelbezirk Yokawa auf Berg Hiei; offiziell Shikidō 四季堂, Halle der vier Jahreszeiten
Garuḍa गरुड (skt.), Vogelmensch (jap. karura 迦楼羅)
Gautama गौतम (skt.), Eigennamen des historischen Buddha; Pali: Gotama (jap. Kudon 瞿曇)
Gautama Siddhārtha गौतम सिद्धार्थ (skt.), Eigennamen des historischen Buddha (jap. Kudon Shiddatta 瞿曇 悉達多)
Geisha 芸者 (jap.), japanische Unterhaltungskünstlerin, die traditionelle japanische Künste darbietet; wtl. „Person der Künste“; der Begriff war urspr. geschlechtsneutral, wurde also auch auf Männer angewendet
Gekū 外宮 (jap.), Äußerer Schrein von Ise, der Göttin Toyouke geweiht
Genbō 玄昉 (jap.), ?–746; führender Mönch der Hossō-shū; Diplomat und religiöser Berater des Shōmu Tennō
Genbu 玄武 (jap.), wtl. „Dunkler Krieger“; Richtungstier des Nordens in der ostasiat. Kosmologie, zumeist als Schildkröte in Kombination mit einer Schlange dargestellt
Gennō Shinshō 源翁心昭 (jap.), 1329–1400; Zen-Mönch, dem magische Fähigkeiten zugeschrieben wurden
Genpei Gassen 源平合戦 (jap.), Krieg zwischen den Minamoto (Gen) und den Taira (Hei, bzw. Pei), 1180–1185
Genroku 元禄 (jap.), Äranamen, 1688–1704; Blütezeit der Edo-zeitl. Stadtkultur
Genshin 源信 (jap.), Tendai-Mönch (942–1017); auch bekannt als Eshin; Autor des Ōjō yōshū; Wegbereiter der Jōdo-shū
Ginkaku-ji 銀閣寺 (jap.), Silberner Pavillion; Teil der Anlage des Zen-Tempels Shōkoku-ji in Kyōto
Gion Matsuri 祇園祭 (jap.), Gion Fest; größtes matsuri Kyōtos; ursprünglich zur Abwehr zürnender Geister, später zur Besänftigung der Seuchengottheit Gozu Tennō abgehalten
Goa (west.), 1510–1961 portugiesische Kolonie in Indien, heute kleinster Teilstaat indiens
Goble, Geoffrey (west.), Buddhismusforscher; Professor der Religionswissenschaft der University of Oklahoma
Goch, Ulrich (west.), Japanologe und Historiker an der Ruhr Universität Bochum
Go-Daigo 後醍醐 (jap.), 1288–1339 (r. 1318–1339); Tennō der späten Kamakura-Zeit, der versuchte, die pol. Autorität des Kaiserhofes wieder herzustellen.
Godai Myōō 五大明王 (jap.), die Fünf Großen Myōō
Godō Tenrin-ō 五道転輪王 (jap.), „König, der das Rad der Fünf Wege dreht“; letzter der Zehn Könige der Totenwelt (Jūō)
Goguryeo 高句麗/고구려 (kor.), frühgesch. koreanisches Königreich (–668) auf dem Gebiet des heutigen Nord-Korea und der südl. Mandschurei
Gohyaku Rakan-ji 五百羅漢寺 (jap.), Tempel der Fünfhundert Rakan (Buddha-Schüler); früher in Honjo, heute in Meguro, Tōkyō
Gonçalves, Gaspar (west.), 1540–1590, portugiesischer Theologe des Jesuiten Ordens
Gongen-sama 権現様 (jap.), volkstüml. Bezeichnung für den 1. Tokugawa Shōgun, Ieyasu, der als Tōshō Dai-Gongen vergöttlicht wurde
Go-Reizei Tennō 後冷泉天皇 (jap.), 1025–1068 (r. 1045–1068), 70. Kaiser von Japan
Goryeo 高麗/고려 (kor.), ehemaliges Königreich in Korea, 918–1392
Goryō Jinja 御霊神社 (jap.), Schrein in Kyōto, der sich auf eine Seuche unter Kanmu Tennō (737–806) zurückführt, die wiederum dem „Erhabenen [Rache-] Geist“ (goryō) eines im Exil verstorbenen Konkurrenten des Tennō zugeschrieben wurde. Besteht aus zwei räumlich getrennten Anlagen, dem Oberen (Kami-) und dem Unteren (Shimo-) Goryō Schrein. Zahlreiche Zweigschreine sind in ganz Japan zu finden.
Go-Sakuramachi 後桜町 (jap.), 1740–1813; 117. Tennō; (r. 1762–1771); bislang letzte weibliche Tennō Japans
Go-Sanjō Tennō 後三条天皇 (jap.), 1034–1073 (r. 1068–1073), 71. Kaiser von Japan
Go-Shirakawa Tennō 後白河天皇 (jap.), 1127–1192; 77. Kaiser von Japan (r. 1155–1158); stellte vor allem als Exkaiser im Mönchsstand ein wichtiges politisches Gegengewicht zu den Diktatoren Taira no Kiyomori und Minamoto no Yoritomo dar
Go-Uda 後宇多天皇 (jap.), 1267–1324; 91. Tennō; Regierungszeit 1274–1287
Gōma Daishi 降魔大師 (jap.), „Dämonenbezwingender Meister“; Beinamen des Tendai-Patriarchen Ryōgen
Gōzanze Myōō 降三世明王 (jap.), skt. Trailokyavijaya, einer der Fünf Großen Myōō
Gozu Tennō 牛頭天王 (jap.), „Ochsenköpfiger Himmelskönig“, Seuchengott; wird manchmal mit Susanoo identifiziert
Granada, Luis de (west.), 1504–1588; spanischer Dominikanermönch und erfolgreicher theologischer Publizist; Autor zahlreicher populärer Lehrschriften
Granet, Marcel (west.), 1884–1940; französischer Sinologe und Soziologe
Grapard, Allan G. (west.), 1944–; franko-amerikanischer Japanologe und Shintō-Experte, lehrte u.a. an der University of California, St. Barbara
Gṛdhrakūṭa गृध्रकूट (skt.), „Geiergipfel“, indischer Berg bei Rajagrha (Rajgir), auf dem Buddha predigte (jap. Ryōjusen 霊鷲山)
Gregor XIII (west.), 1502–1585, Papst (1572–1585); geb. als Ugo Boncompagni; machte sich durch eine Kalenderreform 1582 (Gregorianischer Kalender) einen Namen; empfing kurz vor seinem Tod die sog. Tenshō Mission (Tenshō ken'ō shisetsu) aus Japan
Groemer, Gerald (west.), 1959–; amerikanischer Musikethnologe mit Forschungsschwerpunkt Japan, lehrt an der Universität Yamanashi
Guanxiu 貫休 (chin.), buddh. chin. Abt und Maler-Mönch (832–912); auch Chanyue 禅月 (jap. Zengetsu, „Meditationsmond“) genannt
Guanyin 観音 (chin.), chin. Namen von Avalokiteśvara; jap. Kannon
Gundari Myōō 軍荼利明王 (jap.), skt. Kundali, einer der Fünf Großen Myōō
Guze Kannon 救世観音 (jap.), wtl. Kannon, der Weltenretter; Hauptheiligtum in der Halle der Träume (Yumedono) im Hōryū-ji
Gyokusen-ji 玉泉寺 (jap.), „Tempel der Juwelenquelle“; Tendai-Tempel am Biwa-See; gegründet um 980 von Ryōgen, der hier geboren wurde und auch den Hauptverehrungsgegenstand des Tempels darstellt
Gyōki 行基 (jap.), 668–749; Nara-zeitlicher Mönch, Popularisierer des Buddhismus
Gyōkyō 行教 (jap.), Mönch der frühen Heian-Zeit im Daian-ji (Nara); Gründer des Iwashimizu Hachiman Schreins
Hachiman 八幡 (jap.), Shintō-Gottheit, Ahnengottheit des Tennō und des Kriegeradels; auch „Yawata“ ausgesprochen
Haguro-san 羽黒山 (jap.), Berg Haguro; religiöses Zentrum des Shugendō in der Präfektur Yamagata, Nord-Japan
Haji no Manakachi 土師真中知 (jap.), legendärer Gründer des Sensō-ji in Tōkyō bzw. Gottheit des dortigen Asakusa Jinja
Hakata 博多 (jap.), alte Hafenstadt in Nord-Kyūshū, 1889 mit Fukuoka zusammengeschlossen
Hakuin Ekaku 白隠慧鶴 (jap.), 1685–1768; Zen-Mönch und Reformer der Rinzai-shū; Maler
Han 漢 (chin.), chin. Han-Dynastie (207 v.u.Z.–220 u.Z.)
Hanabusa Itchō 英一蝶 (jap.), 1652–1724; Maler und Literat; wtl. „der glorreiche Schmetterling“
Hangzhou 杭州 (chin.), Stadt in Südchina; Hauptstadt der südl. Song-Dynastie, 1132–1276
Hara Martinho 原丸知野/マルチノ (jap.), 1568?—1629; als Jugendlicher Mitglied der Tenshō-Gesandtschaft, später Übersetzer christlicher Texte
Harris, Townsend (west.), 1804–1878; erster Konsul der Vereinigten Staaten in Japan
Hase-dera 長谷寺 (jap.), Kannon-Tempel in Sakurai, Nara-ken; errichtet in der Nara-Zeit. Hauptattraktion ist eine über 10 m hohe Statue des Elfköpfigen Kannon. Ein Zweigtempel mit ebensolcher Statue befindet sich in Kamakura (Kamakura Hase-dera)
Hasekura Tsunenaga 支倉常長 (jap.), 1571–1622; Vasall des Date Masamune und Führer einer diplomatischen Mission nach Spanien und Italien in den Jahren 1613 bis 1620
Hashihaka 箸墓 (jap.), wtl. Essstäbchen-Grab; Hügelgrab aus dem 4. Jh. nahe Berg Miwa
Hata no Irogu 秦伊侶具 (jap.), Nara-zeitlicher Vertreter des koreanisch-stämmigen Hata-Klans
Hata-uji 秦氏 (jap.), Familienklan des japanischen Altertums mit kontinentalen Wurzeln; der Name schreibt sich mit den gleichen Zeichen wie die chinesische Qin Dynastie (778–207 v.u.Z.) und war von jeher sowohl in China als auch in Korea ein häufiger Familiennamen
Hayagrīva हयग्रीव (skt.), „Der Pferdeköpfige“ (jap. Batō 馬頭)
Hayashi Gahō 林鵞峰 (jap.), 1618–1680; neo-konfuzianischer Gelehrter und Hof-Konfuzianer des Tokugawa Shōgunats; Sohn von Hayashi Razan
Hayashi Razan 林羅山 (jap.), 1583–1657; neo-konfuzianischer Gelehrter
Heian 平安 (jap.), auch Heian-kyō 平安京, „Stadt des Friedens“; politisches Zentrum 794–1185 (= Heian-Zeit)
Heian Jingū 平安神宮 (jap.), Shintō-Schrein in Kyōto; zu Ehren des Kanmu Tennō im Jahr 1895 errichtet; die historisierende Bauweise ist der Palastarchitektur der Heian-Zeit nachempfunden
Heian-kyō 平安京 (jap.), urspr. Name der Stadt Kyōto; wtl. Stadt des Friedens; politisches Zentrum 794–1185 (= Heian-Zeit)
Heijō-kyō 平城京 (jap.), urspr. Name der Stadt Nara; wtl. Stadt der Friedensburg
Heim, Karl (west.), 1874–1958; deutscher evangelischer Theologe
Heisei 平成 (jap.), Äranamen von Kaiser Akihito; Heisei-Zeit (1989–2019)
Hepburn, James Curtis (west.), 1815–1911; amerikanischer Missionar und Pionier der Japanforschung; entwickelte die heute noch gebräuchliche Hepburn-Umschrift des Japanischen
Herakles (west.), auch Herkules, Held des antiken Griechenlands, bekannt für seine außergewöhnliche Kraft
Herodot (west.), ca. 484–425 v.u.Z.; antiker griechischer Geschichtsschreiber
Herrigel, Eugen (west.), 1884–1955; deutscher Philosoph und Autor des Bestsellers Zen und die Kunst des Bogenschießens
Hetsumiya 辺津宮 (jap.), Zweigschrein des Munakata-Schreinkomplexes, heute der Göttin Ichikishima-hime geweiht; auf dem „Festland“ von Kyūshū situiert ist Hetsumiya (auch Hetsugū, wtl Uferschrein) der Hauptrepräsentant von Munakata, während sich die anderen Schreine auf vorgelagerten kleinen Inseln befinden.
Hidari Jingorō 左甚五郎 (jap.), sagenumwobener Meisterbildhauer der frühen Edo-Zeit, der Statuen so naturgetreu anfertigte, dass sie zum Leben erwachten
Hiei-zan 比叡山 (jap.), Klosterberg Hiei bei Kyōto, traditionelles Zentrum des Tendai Buddhismus
Hie Taisha 日吉大社 (jap.), Schutzschrein des Tendai-Tempelkomplexes von Berg Hiei bei Kyōto; auch bekannt als Hiyoshi Taisha oder Sannō Schrein
Higashi Hongan-ji 東本願寺 (jap.), Östlicher Hongan-Tempel in Kyōto; Haupttempel der Ōtani-Linie des Jōdo-Shin Buddhismus; s.a. Westlicher Hongan-Tempel (Nishi Hongan-ji)
Higashiyama 東山区 (jap.), „östlicher Bergbezirk“; einer der 11 Stadtbezirke (ku) von Kyōto
Higurashi-mon 日暮門 (jap.), wtl. „Tor des Tage Verbringens“; Beinamen des Yōmei-mon in Nikkō
Hiko Hohodemi 彦火火出見 (jap.), auch Hoori; mythologischer Vorfahre der Tennō Dynastie und Held des Mythos von Bergglück und Meerglück
Himegami 比売神 (jap.), wtl. „göttliche Gemahlin oder Tochter“; oft anonymes weibl. Gegenstück zu einer männl. Schreingottheit
Himeji-jō 姫路城 (jap.), Burg Himeji in der Präfektur Hyōgo
Himiko 卑弥呼 (jap.), ca. 170–248; frühgeschichtliche Priesterkönigin; auch Pimiko (wahrscheinliche Bedeutung: „Kind der Sonne“); chin. Pei-mi-hu
Hina Matsuri 雛祭 (jap.), „Puppenfest“; jahreszeitliches Fest am 3.3.
Hīnayāna हीनयान (skt.), „Kleines Fahrzeug“, buddhistische Richtung (jap. Shōjō 小乗)
Hinokuma no Hamanari 檜前浜成 (jap.), Fischer, legendärer Gründer des Sensō-ji und eine von drei Gottheiten des Asakusa Jinja in Tōkyō
Hinokuma no Takenari 檜前竹成 (jap.), Fischer und Begründer des Sensō-ji in Tōkyō; als Gottheit im dortigen Asakusa Jinja verehrt
Hirado-shi 平戸市 (jap.), Stadt in der Präfektur Nagasaki
Hirata Atsutane 平田篤胤 (jap.), 1776–1843; kokugaku-Gelehrter
Hirata Kanetane 平田鉄胤 (jap.), 1799–1880; Kokugaku-Gelehrter
Hirefuri no mine 褶振峯 (jap.), „Hügel des Schalwinkens“; Ort wo Matsura Sayohime sich von ihrem nach Korea segelnden Mann verabschiedet haben soll, bis sie sich in Stein verwandelte
Hirose Kazutoshi 広瀬和俊 (jap.), 1931–; Oberpriester des Mitsumine Jinja Schreins westlich von Tōkyō
Hiru-ko 蛭子 (jap.), wtl. Blutegel-Kind; erstes (missratenes) Kind von Izanagi und Izanami
Hitachi 常陸 (jap.), Provinz Hitachi; eine der historischen Provinzen Japans, heute die Präfektur Ibaraki
Hitokotonushi 一言主 (jap.), mytholog. Gottheit des Berges Katsuragi-san; wtl. Meister des einen Wortes
Hizen 肥前 (jap.), Name einer alten Provinz im Nordwesten von Kyūshū; heute Saga-ken und Nagasaki-ken
Hokke-shū 法華宗 (jap.), Andere Bez. des Nichiren Buddhismus
Holtom, Daniel Clarence (west.), 1884–1962; christlicher Missionar, Theologe und Japanologe mit besonderem Schwerpunkt auf Shintō
Hongan-ji 本願寺 (jap.), Tempel in Kyōto; Haupttempel der Jōdo Shinshū; seit der Aufspaltung dieser Richtung im 17. Jh. gibt es eigentlich zwei, einen östlichen (Higashi Hongan-ji, Ōtani-ha) und einen westlichen (Nishi Hongan-ji, Honganji-ha)
Hori, Victor Sōgen (west.), 1940–; kanadischer Zen-Lehrer und Religions-Historiker
Hoshina Masayuki 保科正之 (jap.), 1611–1673; Daimyō von Aizu-han, Regent von Shōgun Tokugawa Ietsuna, konfuzianischer Gelehrter
Hosokawa Tama 細川玉 (jap.), 1563—1600; prominente japanische Christin aus dem Kriegeradel, besser bekannt als Hosokawa Gracia
Hossō-shū 法相宗 (jap.), Schulrichtung des frühen jap. Buddhismus, eine der Sechs Nara-Schulen
Hotei 布袋 (jap.), Glücksgott; Manifestation von Bodhisattva Maitreya; chin. Budai
Hōjō 北条 (jap.), Regentenfamilie des Shōgunats von Kamakura; pol. Machthaber der Kamakura-Zeit
Hōjō Kashima 北条鹿島 (jap.), Schreininsel vor dem Hafen Hōjō in Ehime-ken, Shikoku; westlich der Insel befinden sich pittoreske Felsformationen (Iyo Futami), die jedes Jahr mit einem 45m langen shimenawa geschmückt werden
Hōjō Masako 北条政子 (jap.), 1157–1225; Tochter des ersten Regenten im Kamakura-Shōgunat und Frau des ersten Shōgun Minamoto no Yoritomo
Hōkō-ji 方広寺 (jap.), Tempel in Kyōto, erbaut 1586-95 als Ahnentempel des Toyotomi Hideyoshi. Einstmals im Besitz der größten Buddha Statue Japans
Hōkō-ji 法興寺 (jap.), ältester Tempel Japans, Gründung vor 600 in der Asuka-Region, Nara; besser bekannt als Asuka-dera; 718 unter der Bezeichnung Gangō-ji in die neue Hauptstadt Heijō-kyō (Nara) verlegt
Hōmyō Dōji 法妙童子 (jap.), wtl. Knabe des Wunderbaren Dharma; Held einer in Indien angesiedelten buddhistischen Legende aus dem japanischen Mittelalter
Hōnen 法然 (jap.), 1133–1212; Gründer der Jōdo-shū, der Schule vom Reinen Land
Hōon-ji 報恩寺 (jap.), Tempel der Sōtō-shū in Morioka, Präf. Iwate-ken (Nordjapan); errichtet 1394
Hōrai 蓬莱 (jap.), daoistische Insel der Unsterblichkeit; chin. Penglai
Hōryū-ji 法隆寺 (jap.), Tempel in Ikaruga bei Nara, gegr. 607; wtl. „Tempel des prosperierenden [Buddha]-Gesetzes“
Hōzan-ji 宝山寺 (jap.), Tempel in Ikoma
Hōzō Bosatsu 宝蔵菩薩 (jap.), skt. Dharmākara; Bodhisattva-Namen des Buddha Amida
Huangdi 黃帝 (chin.), „Gelber Kaiser“; legendäre Regierungsdaten 2698–2598; Kulturheroe und mytholog. Reichsgründer Chinas
Huiguo 惠果 (chin.), 746–806; ältere Schreibung Hui-kuo; chin. Lehrer Kūkais
Huike 慧可 (chin.), 487–593; chin. Chan Patriarch; ältere Umschrift: Hui k‘o
Hyōgo Daibutsu 兵庫大仏 (jap.), 11 m hohe Statue des Dainichi Nyorai im Tempel Nōfuku-ji in Kōbe, err. 1891
Ibaraki Dōji 茨城童子 (jap.), in der Heian-Zeit angesiedelte oni-Gestalt, dem Namen nach ein „Knabe“ (dōji), in bildlichen Darstellungen aber meist weiblich konnotiert; Dämonin des Rajō-mon
Ichijō Tennō 一条天皇 (jap.), 980-1011; 66. Kaiser von Japan; (r. 986-1011)
Ichikishima-hime 市寸島比売 (jap.), Meeresgöttin; urspr. im Munakata Taisha, später auch im Itsukushima Schrein (Miyajima) verehrt; eine von drei weiblichen Gottheiten, die aus einem mythologischen Wettstreit zwischen Amaterasu und Susanoo entstanden
Ichi-no-miya 一宮 (jap.), „Erster Schrein“; oberste Shintō-Schreine der früheren Provinzen Japans
Ihara Saikaku 井原西鶴 (jap.), 1642–1693; Schriftsteller der Edo-Zeit, verfasste zahlreiche erotische Romane
Ii Naosuke 井伊直弼 (jap.), 1800–1860; Staatsmann des Bakufu; wegen pro-amerikanischer Politik ermordet
Ikaruga-chō 斑鳩町 (jap.), Stadt im Norden der Präfektur Nara; Die Residenz des Shōtoku Taishi befand sich hier, an der Stelle wo heute der Hōryū-ji steht
Ikebana 生け花 (jap.), Die traditionelle japanische Kunst des Blumenarrangierens.
Ikeda Daisaku 池田大作 (jap.), 1928–2023; Publizist, buddh. Laien-Prediger, dritter Präsident der neurel. Bewegung Sōka Gakkai
Ikeda Mitsumasa 池田光政 (jap.), 1609–1682; Daimyō von Okayama-han; Konfuzianist, religiöser Reformer
Iki 壱岐 (jap.),  Insel in der Meerenge zwischen Korea und Japan
Ikkō-shū 一向宗 (jap.), Ikkō Sekte, eine Fraktion des Buddhismus vom Reinen Land ( Jōdo-shū)
Ikkyū Sōjun 一休宗純 (jap.), 1394–1481; Zen-Mönch und Dichter
Ikō Myōan 惟高妙安 (jap.), 1480–1567; Sprachgelehrter
Imamiya Ebisu Jinja 今宮戎神社 (jap.), Ebisu Schrein in Ōsaka
Imjin Waeran 壬辰倭亂/임진왜란 (kor.), Imjin-Krieg, 1592–1598; wtl. Japanische Invasion des Imjin-Jahres (Wasser-Drache 壬辰/임진 = 1592); International übliche Bezeichnung für die Invasion Koreas unter Toyotomi Hideyoshi
Inaba 因幡 (jap.), alte jap. Provinz in Zentraljapan
Inari 稲荷 (jap.), Reisgottheit, häufig von Fuchswächtern (myōbu) bewacht
Inariyama Tekken 稲荷山鉄剣 (jap.), Eisenlangschwert aus der kofun-Zeit (471?), 1968 im Inariyama Kofun (Saitama-ken) ausgegraben; Nationalschatz; Länge 73,5 cm
Inasa 伊那佐 (jap.), Strand in der Bucht von Izumo; Ort des Aufeinandertreffens zwischen der mythologischen Gottheit Ōkuninushi und Gottheiten aus anderen Sphären
Indra इन्द्र (skt.), hohe indische Gottheit, vergleichbar mit Zeus/Jupiter (jap. Taishaku-ten 帝釋天)
Inoue Enryō 井上円了 (jap.), 1858-1919; buddhistischer Philosoph; verfasste u.a. das Werk Tengu-ron
Inoue Tetsujirō 井上哲次郎 (jap.), 1856–1944; führender Philosoph und Intellektueller der Meiji-Zeit
Inoue Tomokatsu 井上智勝 (jap.), 1967–; japanischer Religionshistoriker an der Universität Saitama
Ippen (jap.), 1239–1289; Amida-Mönch und Gründer der Ji-shū
Isawa-gawa 石和川 (jap.), Alter Name eines Abschnitts des Flusses Fuefuki-gawa in Yamanashi-ken.
Ise 伊勢 (jap.), vormoderne Provinz Ise (heute Präfektur Mie); Stadt Ise; Kurzbezeichnung für die Schreinanlage von Ise Ise Jingū
Ise Jingū 伊勢神宮 (jap.), kaiserlicher Ahnenschrein (wtl. Götterpalast) von Ise, Präfektur Mie, bestehend aus den Anlagen Gekū und Naikū
Ishibashiyama no Tatakai 石橋山の戦い (jap.), Schlacht von Ishibashiyama, 1180; Teil des Genpei-Kriegs
Itami Jūzō 伊丹十三 (jap.), 1933–1997; japanischer Filmregisseur; bekannt für Komödien wie Osōshiki (1984), Tampopo (1985) oder die Steuerfahnderin (1987)
Itō Chūta 伊東忠太 (jap.), 1867–1954; Star-Architekt des frühen 20. Jh., der traditionelle japanische Architektur mit Elementen aus Asien und Europa verband
Itō Hirobumi 伊藤博文 (jap.), 1841–1909; Staatsmann; Premierminister der Meiji-Zeit
Itō Jakuchū 伊藤若冲 (jap.), 1716–1800; Edo-zeitl. Maler und Literat aus Kyōto; kein Mönch, aber dem Zen-Buddhismus nahe stehend
Itō Mancio 伊東満所/マンショ (jap.), 1569?—1612; jugendlicher Leiter der Tenshō-Gesandtschaft, später christlicher Priester in Kyūshū; jap. Eigenname Sukemasu 祐益
Itsukushima 厳島 (jap.), auch Miyajima, Schrein bei Hiroshima; der Name bedeutet wtl. „Tabu-Insel“ und dürfte sich von der weiblichen Meeresgottheit Ichikishima-hime herleiten
Itsuse 五瀬 (jap.), mythologischer Herrscher, Bruder des Jinmu Tennō; mit vollem Namen Hiko Itsuse no Mikoto 彦五瀬命
Iwakura Shisetsudan 岩倉使節団 (jap.), Iwakura-Mission; diplomatische Delegation unter Führung von Iwakura Tomomi, die im Rahmen einer Weltreise von 1871 bis 1873 Amerika sowie mehrere Länder Europas besuchte
Iwakura Tomomi 岩倉具視 (jap.), 1825–1883; Staatsmann der Meiji-Zeit; Leiter der Iwakura Mission Iwakura Shisetsudan, 1871–1873)
Iwanaga-hime 石長比売/磐長姫 (jap.), wtl. Prinzessin Felsenlang; mythol. Gottheit, Schwester der Konohana Sakuya-hime
Iwashimizu Hachiman-gū 石清水八幡宮 (jap.), Iwashimizu Hachiman Schrein (bei Kyōto), einer der Hauptschreine der Gottheit Hachiman
Iyanaga Nobumi 彌永信美 (jap.), 1948–; Spezialist für kulturelle Beziehungen innerhalb der buddhistischen Welt; verfasste u.a. eine Studie zu den indischen Wurzeln des japanischen Daikoku
Iyo Futami 伊予二見 (jap.), Felsformation vor der Schreininsel Hōjō Kashima in der Präfektur Ehime, Shikoku (einstmals Iyo); Futami ist eine Anspielung auf die „vermählten Felsen“ des Futami Okitama Jinja in der Bucht von Ise
I-yü 壹與 (chin.), 235–?; Tochter der japanischen Königin Himiko (da der Name nur aus chin. Chroniken bekannt ist, ist die jap. Aussprache unklar)
Izanagi 伊耶那岐/伊奘諾 (jap.), Göttervater; auch Izanaki (ki hier männliche Endung); Bruder und Mann von Izanami
Izanami 伊耶那美/伊奘冉 (jap.), Göttermutter, Göttin der Unterwelt (mi hier weibliche Endung); Schwester und Frau des Izanagi
Izumi Shikibu 和泉式部 (jap.), 978?–1033?; Hofdame und Dichterin der Heian-Zeit
Izumo 出雲 (jap.), alter Namen der Präfektur Shimane in West-Japan; auch kurz für Izumo Taisha
Izumo Taisha 出雲大社 (jap.), Großschrein von Izumo (Präfektur Shimane)
Izuna Gongen 飯縄権現 (jap.), Gottheit in tengu-Gestalt
Jambhala जम्भल (skt.), Reichtumsgottheit; identisch oder eng verwandt mit Vaishravana (Kubera)
Jambudvīpa जम्बूद्वीप (skt.), „Rosenapfelland“, in der trad. indischen Kosmologie: Kontinent der irdischen Welt südlich des Weltenbergs Sumeru (jap. Enbudai 閻浮提)
Jiangong Shenshe 建功神社 (chin.), jap. Kenkō Jinja; Schrein zur Verehrung von jap. Kriegshelden in Taipei, welcher 1928, in der Zeit der japanischen Besatzung (1895–1945) errichtet wurde; Entwurf von Ide Kaoru (1879–1944); das Gebäude wurde nach dem Krieg in die staatl. Zentralbibliothek Taiwan umgewandelt
Jie Daishi 慈恵大師 (jap.), posthumer Ehrentitel des Tendai-Mönchs Ryōgen
Jigen Daishi 慈眼大師 (jap.), Ehrentitel des Tendai-Abts Tenkai
Jikoku-ten 持国天 (jap.), Der Hüter des Ostens der Shi-Tennō, wtl. „der, der das Reich aufrecht erhält“; skt. Dhritarashtra
Jin 金 (chin.), chin. Herrschaftsdynastie; 1115–1234
Jina जिन (skt.), „Der Siegreiche“, Ehrenname des Mahavira, Begründer des nach ihm benannten Jainismus, soll ein Zeitgenosse Buddhas gewesen sein
Jingi-kan 神祇官 (jap.), Götteramt, wtl. Amt für Götter des Himmels und der Erde
Jingi-shō 神祇省 (jap.), „Götter Ministerium“, Ministerium für Shinto-Schreinangelegenheiten, 1871–1872; s.a. Jingi-kan
Jingo-ji 神護寺 (jap.), Tempel nordwestlich von Kyōto, gegr. um 800; wtl. Tempel des göttlichen Schutzes
Jingū Kōgō 神功皇后 (jap.), mytholog. Herrscherin; Witwe des 14. Tennō, Chūai, und Mutter des Ōjin Tennō
Jinja Taishō 深沙大将 (jap.), wtl. Wüstengeneral; dämonische Erscheinungsform Bishamon-tens
Jinmu Tennō 神武天皇 (jap.), wtl. „göttlicher Krieger“; gemäß den japanischen Mythen der erste menschliche Herrscher (Tennō) Japans; eigentlicher Name: Kami Yamato Iware-hiko no Sumera Mikoto 神日本磐余彦天皇 (Nihon shoki)
Jishu Jinja 地主神社 (jap.), Schrein des Ōkuninushi beim Kiyomizu Tempel in Kyōto; Ōkuninushi wird hier als enmusubi no kami, als Gottheit für Liebende oder Liebesuchende, verehrt
Ji-shū 時宗 (jap.), Amida-Schulrichtung aus der Kamakura-Zeit, gegründet von Ippen
Jiten 地天 (jap.), Göttin der Erde
Jitō Tennō 持統天皇 (jap.), 645–703, r. 686–697; 41. japanische Kaiserin
Jiyū Minshu-tō 自由民主党 (jap.), japanische Liberal Demokratische Partei (LDP)
Jizō 地蔵 (jap.), wtl. Schatzhaus/Mutterleib der Erde; skr. Kṣitigarbha; populäre Bodhisattva Figur
Jizō Bosatsu 地蔵菩薩 (jap.), Bodhisattva (Bosatsu); skr. Kṣitigarbha, „Speicher oder Mutterleib der Erde“ (vgl. Jizō)
Jolliffe, Pia (west.), Japanologin
Joseon Wangjo 朝鮮王朝/조선왕조 (kor.), koreanisches Herrschergeschlecht; herrschte über das Kaiserreich Korea von 1392–1910
Jōchō 定朝 (jap.), ?–1057; buddhistischer Bildhauer der Heian-Zeit; perfektionierte die yosegi-zukuri-Technik (zusammengesetzte Statuen) und bereitete damit den dynamischen Stil der Kamakura-zeitlichen buddhistischen Plastiken vor
Jōdo Shinshū 浄土真宗 (jap.), Shin-Buddhismus, bzw. Jōdo Shin-Buddhismus; wtl. „Wahre Schule des Reinen Landes“
Jōdo-shū 浄土宗 (jap.), Schule des Amida-Buddhismus
Jōjin 成尋 (jap.), 1011–1081; Mönch der Tendai-shū, u.a. für seinen Reisebericht aus China (1072) bekannt; erhielt vom chin. Kaiser nach einem erfolgreichen Regenbittritus den Ehrennamen Zenne Daishi 善慧大師 und blieb bis zu seinem Tod in China
Jōjitsu-shū 成實宗 (jap.), Schulrichtung des frühen jap. Buddhismus, eine der Sechs Nara-Schulen
Jōkō-in 常高院 (jap.), 1570–1633; Ehefrau von Kyōgoku Takatsugu; wurde nach seinem Tod zur Nonne und gründete ein Kloster
Jōmon 縄文 (jap.), Jōmon-Zeit (bis ca. 300 v.u.Z.), jap. Urgeschichte; wtl. „Schnurmuster“, was sich auf die charakteristischen keramischen Ornamente dieser Zeit bezieht
Juhō-sen 鷲峰山 (jap.), Geierberg; Ort in Indien, wo Buddha seine wichtigsten Predigten abgehalten haben soll; , skt. Grdhrakuta; jap. auch Ryōju-sen (vgl. Ryōzen Jōdo)
Jurakudai 聚楽第 (jap.), Residenz von Toyotomi Hideyoshi in Kyōto, 1587–1595
Jurōjin 寿老人 (jap.), Glücksgott, Gott des Langen Lebens
Jūichimen Kannon 十一面観音 (jap.), „Kannon mit den Elf Gesichtern“; geläufige Erscheinungsform von Kannon Bosatsu
Jūni Shinshō 十二神将 (jap.), Die Zwölf Göttlichen Generäle
Jūō 十王 (jap.), Die Zehn Könige oder Richter der Totenwelt
Jūsan-mairi 十三参り (jap.), festlicher Tempelbesuch dreizehnjähriger Kinder am 13. 3.
Kabuki 歌舞伎 (jap.), „Gesang- und Tanzkunst“; Anfang des 17. Jh. aus Musik, Schauspiel und Tanz entwickeltes Theater-Genre
Kada Azumamaro 荷田春満 (jap.), 1669–1736; kokugaku-Gelehrter
Kadenokōji Kanenaka 勘解由小路兼仲 (jap.), 1244–1308; auch Hirobashi Kanenaka; Höfling aus der Fujiwara Linie; Chronist
Kadoya Atsushi 門屋溫 (jap.), 1958–; japanischer Shintō-Experte, lehrt unter anderem an der Iwaki Meisei Universität
Kaempfer, Engelbert (west.), 1651–1716; deutscher Arzt und Naturforscher, Japanreisender (1790–1792); Autor einer detaillierten Japanbeschreibung
Kain und Abel (west.), Brüderpaar des alten Testaments, Söhne der ersten Menschen, Adam und Eva; Kain, der Ackerbauer, erschlägt seinen jüngeren Bruder Abel, den Hirten
Kakuda-hama 角田浜 (jap.), Strand in der Nähe von Niigata, von wo Nichiren ins Exil nach Sado aufbrach.
Kakumei 覚明 (jap.), buddhistischer Mönch der späten Heian-Zeit
Kāmadhātu कामधातु (skt.), „Welt der Begierden“, Bereich der Wiedergeburten (samsara) im buddhistischen Modell des Universums
Kamakura 鎌倉 (jap.), Stadt im Süden der Kantō Ebene, Sitz des Minamoto Shōgunats 1185–1333 (= Kamakura-Zeit)
Kamei Koremi 亀井茲監 (jap.), 1825–1885; Daimyō von Tsuwano; nach 1868 führende Ämter in der Administration von Shintō Schreinen
Kamiaritsuki 神有月 (jap.), Monat der anwesenden Götter (Oktober in Izumo)
Kaminari-mon 雷門 (jap.), Kaminari-mon, wtl. Donnertor; Haupttor des Sensō-ji in Tōkyō
Kamo Jinja 賀茂神社 (jap.), Bezeichnung für einen Schreinkomplex in Kyōto, der aus dem Kamigamo und Shimogamo Schrein besteht; das genaue Gründungsdatum ist unbekannt, wird aber im 6.-7. Jhdt. vermutet
Kamo no Chōmei 鴨長明 (jap.), 1153?–1216; japanischer Poet und Autor, der nach buddh. Lehren als Eremit lebte; auch bekannt unter seinem buddh. Namen Ren’in 蓮胤
Kamo no Mabuchi 賀茂真淵 (jap.), 1697–1769; kokugaku-Gelehrter
Kanamara Matsuri かなまら祭り (jap.), Phallus-matsuri des Kanayama Jinja; Fest des Eisenpenis (kanamara)
Kanayama Jinja 金山神社 (jap.), wtl. „Schrein des Eisenberges“; Schrein in Yokohama, berühmt für sein „Fest des Eisenpenis“, Kanamara Matsuri
Kanda Jinja 神田神社 (jap.), Kanda Schrein, einer der bekanntesten Schreine in Tōkyō
Kanda Myōjin 神田明神 (jap.), Generelle Bezeichnung für die Gottheiten des Kanda Schreins in Tōkyō bzw. Bezeichnung für den Schrein selbst
Kan’ei-ji 寛永寺 (jap.), Tendai-Tempel in Tōkyō; in der Edo-Zeit Zentrum des Tendai Buddhismus in der Kantō Region, gegr. 1625 (Kan’ei 2)
Kangan Giin 寒巌義尹 (jap.), 1217–1300; Mönch des Zen Buddhismus
Kāṇiṣka कनिष्क (skt.), ca. 127–163 u.Z., Regent des Kushana Reichs, dessen Zentrum sich in Gandhara im heutigen Pakistan befand. Er spielte eine große Rolle bei der Entwicklung der Seidenstraße und der Übertragung des Buddhismus aus seinem Reich nach China
Kanmu Tennō 桓武天皇 (jap.), 737–806; 50. japanischer Tennō; (r. 781–806); verantwortlich für Verlegung der Hauptstadt nach Heian (Kyōto)
Kanname-sai 神嘗祭 (jap.), wtl. Fest des göttlichen Kostens [des ersten Reises]; kaiserl. Erntedankfest im zehnten Monat, das parallel am Kaiserpalast und im Ise Schrein durchgeführt wird
Kannazuki 神無月 (jap.), „Monat ohne Götter“; volkstümlicher Beiname des 10. Monats, in dem sich die Götter Japans alle nach Izumo begeben sollen
Kannon 観音 (jap.), auch Kanzeon 観世音, wtl. der den Klang der Welt erhört; skt. Avalokiteśvara; chin. Guanyin; als Bodhisattva des Mitleids bekannt
Kannon Bosatsu 観音菩薩 (jap.), Bodhisattva Avalokiteshvara, wtl. „der den Klang der Welt erhört“; „Bodhisattva des Mitleids“; s.a. Kannon, Guanyin;
Kanō Mitsunobu 狩野光信 (jap.), 1565?–1608?; Hofmaler von Toyotomi Hideyoshi; Vater von Kanō Sadanobu
Kanō Sadanobu 狩野貞信 (jap.), 1597–1623; jap. Maler; Sohn von Kanō Mitsunobu
Kanō Tan'yū 狩野探幽 (jap.), 1602–1674; Hofmaler der Tokugawa Shōgune
Kanō Tsunenobu 狩野常信 (jap.), 1636–1713; Künstler der Kanō-Schule
Kanzeon 観世音 (jap.), voller Name von Kannon
Kara-mon 唐門 (jap.), wtl. chinesisches Tor; Tor mit wellenförmig aufgewölbter Dachkante (meist über dem Eingang); trotz seines Namens ist dieser Baustil spezifisch für die japanische Holzarchitektur; das bekannteste karamon in Nikkō ist darüber hinaus auch tatsächlich mit chinesischen Motiven geschmückt
Kariba Myōjin 狩場明神 (jap.), Schutzgottheit des Kosterbergs Kōya-san; männliche Gottheit in Jägergestalt
Karma कर्म (skt.), „Tat“, auch „konsequente Folge“; moralische Bilanz der gesetzten Handlungen (jap. 業)
Karow, Otto (west.), 1813–1992; linguistisch ausgerichteter Japanologe und Sinologe
Kashihara 橿原 (jap.), Ort im Nara-Becken, wo der legendäre erste japanische Kaiser, Jinmu Tennō, seinen Palast errichtet haben soll
Kashihara Jingū 橿原神宮 (jap.), Schrein von Kashihara, gegründet 1890 zu Ehren des Jinmu Tennō
Kashima Daimyōjin 鹿島大明神 (jap.), Gottheit des Kashima Schreins (Präfektur Ibaraki, n.-östl. von Tokyo); identisch mit dem Schwertgott Takemikazuchi; Ahnengottheit der Fujiwara
Kashima Jingū 鹿島神宮 (jap.), Shintō-Schrein in Kashima, Präfektur Ibaraki
Kaśyapa कश्यप (skt.), Schüler des Buddha, s. Mahakashyapa
Kasuga Taisha 春日大社 (jap.), Kasuga Schrein, Nara; ehemals Ahnenschrein der Fujiwara
Kataoka 片岡 (jap.), Ort aus der Legende des Shōtoku Taishi, wo der Prinz einem Bettler half, der eigentlich ein Buddha war
Katsuragake Jinja 葛懸神社 (jap.), Schrein in Ikenoue, Gifu-ken
Katsuragi-san 葛城山 (jap.), Heiliger Berg der yamabushi, südwestl. von Nara; auch Yamato Katsuragi-san
Katsura Rikyū 桂離宮 (jap.), kaiserlicher Nebenpalast und -garten aus dem 17. Jahrhundert im Westen Kyōtos
Katsushika Hokusai 葛飾北斎 (jap.), 1760–1849; Maler und Zeichner. Bekanntester Verteter des ukiyo-e-Farbholzschnitts
Katsushika Isai 葛飾為斎 (jap.), 1821–1880; ukiyo-e-Künstler; Schüler von Katsushika Hokusai
Kawanabe Kyōsai 河鍋暁斎 (jap.), 1831–1889; Künstler und Karikaturist Ende Edo-, Anfang Meiji-Zeit
Kawazoe Noboru 川添登 (jap.), 1926–2015; japanischer Architekturkritiker
Kayō Fujin 華陽夫人 (jap.), Dame Kayō; legendäre Kaisergemahlin, die eigentlich am Hof der chinesischen Qin-Dynastie (3. Jh. v.u.Z.) lebte, in der Literatur aber in eine indische Gestalt umgedeutet wurde; in jedem Fall soll sie eine Füchsin gewesen sein, die den Herrscher verhexte;
Kegon-shū 華厳宗 (jap.), Schulrichtung des frühen jap. Buddhismus, eine der Sechs Nara-Schulen
Kehi Jingū 氣比神宮 (jap.), alter und prestigereichster Schrein der Provinz Echizen, heute Fukui-ken
Keian Genju 桂庵玄樹 (jap.), 1427–1508; Zen-Mönch aus West-Honshū, der nach Aufenthalt in China den konfuzianischen Philosophen Zhu Xi in Japan bekannt machte und die japanischen Standards zur Lesung chinesischer Texte reformierte
Keichū 契沖 (jap.), 1640–1701; philologischer Gelehrter, Vorläufer der kokugaku
Kei-ha 慶派 (jap.), Buddh. Bildhauerschule des japanischen Mittelalters; benannt nach ihren berühmtesten Vertretern Unkei und Kaikei
Keikō Tennō 景行天皇 (jap.), mythol. Herrscher, offiziell der 12. japanische Tennō, Sohn von Suinin Tennō, Vater von Yamato Takeru; mythol. Daten 71–130 u.Z.
Kenchō-ji 建長寺 (jap.), Zen-Tempel in Kamakura
Kenkoku Kinen no Hi 建国記念の日 (jap.), wtl. Tag zum Gedenken an die Gründungen des Landes; japanischer Nationalfeiertag am 11. Februar
Kennin-ji 建仁寺 (jap.), Bekannter Zen-Tempel in Kyōto, Gründung 1202
Kenrō Jishin 堅牢地神 (jap.), indo-buddhistische Erdgöttin, auch jiten 地天; skt. Prthvi
Kentsū-ji 建通寺 (jap.), nur durch Legenden belegter Name eines Tempels der Asuka-Zeit
Khotan (khotan), buddhistisches Königreich rund um die gleichnamige Oasenstadt im südl. Tarim-Becken, 56–1006 u.Z.; Knotenpunkt der Seidenstraße; chin. Yutian 于闐, heute Hetian (Hotan) 和田
Kichijō-ten 吉祥天 (jap.), Hindu-buddhistische Göttin des Glücks; wtl. „Gottheit des Guten Omens“; auch: Kisshōten; skt. Lakshmi
Kidder, Jonathan Edward (west.), 1922–2014; Japanologe und Archäologe an der International Christian University, Tōkyō
Kido Takayoshi 木戸孝允 (jap.), 1833–1877; Staatsmann der Meiji-Zeit
Kifune Jinja 貴船神社 (jap.), alter Schrein für eine Wassergottheit im Norden Kyotos; Kifune bedeutet wörtlich „edles Schiff“
Kigensetsu 紀元節 (jap.), ab 1873 Nationalfeiertag bzw. Reichsgründungstag Japans am 11. Februar; seit 1966 Kenkoku Kinen no Hi
Kii Hantō 紀伊半島 (jap.), Halbinsel Kii, Wakayama-ken
Kimbrough, R. Keller (west.), 1968–; Japanologe an der University of Colorado
Kimono 着物 (jap.), allg. Bez. für traditionelle jap. Kleidung
Kinai 畿内 (jap.), Region rund um die ehem. Hauptstadt Kyōto, bestehend aus den alten Provinzen Yamato, Yamashiro, Settsu, Izumi und Kawachi
Kinkaku-ji 金閣寺 (jap.), Goldener Pavillion; Teil der Anlage des Zen-Tempels Shōkoku-ji in Kyōto, ursp. ein weltliches Teehaus
Kinmei Tennō 欽明天皇 (jap.), 509–571; 29. Tennō Japans; r. 540?–571; Kinmei Tennō ist ein posthumer Name; sein eig. Herrschername lautete Amekuni-oshihiraki-hironiwa 天国排開広庭
Ki no Tsurayuki 紀貫之 (jap.), 872–945; Hofdichter, Herausgeber des Kokinshū
Kinpusen-ji 金峯山寺 (jap.), Tempel in der Bergregion Yoshino, Nara-ken; wichtiger Tempel des Shugendō
Kinpusen 金峯山 (jap.), Heiliger Gipfel in den Bergen von Yoshino, südl. von Nara
Kinryū no mai 金龍の舞 (jap.), Schreinfest, wtl. Tanz des Goldenen Drachens; 1958 anlässlich des Wiederaufbaus der Haupthalle des Sensō-ji gegründet;
Kitabatake Chikafusa 北畠親房 (jap.), 1293–1354; Krieger und Gelehrter
Kitagawa Utamaro 喜多川歌麿 (jap.), 1753–1806; ukiyo-e-Meister, vor allem für seine Frauenportraits berühmt
Kita-in 喜多院 (jap.), Tendai-Tempel in Kawagoe in der Präfektur Saitama, 830 errichtet
Kitano Tenman-gū 北野天満宮 (jap.), Kitano Tenman Schrein (Kyōto); einer der beiden Hauptschreine des Sugawara no Michizane, gegr. 947
Kita Reikichi 北昤吉 (jap.), 1885–1961; Philosoph und Politiker
Kita Sadakichi 喜田貞吉 (jap.), 1871–1939; regime-treuer Historiker und Archäologe der Zwischenkriegszeit
Ki-uji 紀氏 (jap.), Haus Ki; höfische Adelsfamilie des japanischen Altertums
Kiyohime 清姫 (jap.), Heldin einer berühmten Legende aus der Heian-Zeit (10. Jh.); Sinnbild rasender Eifersucht
Kiyomizu-dera 清水寺 (jap.), Tempel in Kyōto; der Name des Tempels leitet sich vom wunderwirkenden Wasserfall her (kiyomizu 清水 = „Reines Wasser“)
Kizuki no Ōyashiro 杵築大社 (jap.), Ursprünger Name des Izumo Taisha; kizuki bedeutet in etwa „festes Fundament“
Kobayakawa Hideaki 小早川秀秋 (jap.), 1577-1602; kämpfte in der Schicksalsschlacht von Sekigahara (1600) später an Tokugawa Ieyasus Seite und verriet infolgedessen seinen Verbündeten Ōtani Yoshitsugu; Neffe von Toyotomi Hideyoshi
Kobayashi Eitaku 小林永濯 (jap.), 1843–1890; Meiji-zeitlicher Maler; auch Sensai Eitaku
Kodomo-no-hi 子供の日 (jap.), Kinder- bzw. Knabenfest am 5.5.
Kohada Koheiji 小幡小平次 (jap.), Figur des Kabuki-Theaters; Totengeist eines betrogenen Ehemannes
Koizumi Jun'ichirō 小泉純一郎 (jap.), 1942–; japanischer Premierminister; (r. 2001–2006)
Kokugakuin Daigaku 國學院大學 (jap.), Privatuniversität in Tokyo; Gründung als Ausbildungsstätte für Shintō-Priester 1882
Kokura 小倉 (jap.), Burgstadt und Zentrum der christlichen Mission in der Provinz Buzen, heute Stadtteil von Kitakyūshū
Kokūzō Bosatsu 虚空蔵菩薩 (jap.), Bodhisattva des esoterischen Buddhismus, wtl. „Bodhisattva des [unermesslichen] Raumes“; skt. Bodhisattva Ākāśagarbha
Koll, Gerald (west.), 1966–; deutscher Kulturjournalist, Autor und Regisseur
Komachiya Sōzō 小町谷操三 (jap.), 1893–1979; japanischer Anwalt und Kollege bzw. Dolmetscher von Eugen Herrigel
Komatsubara 小松原 (jap.), Ort, an dem Nichiren auf wundersame Weise einem Anschlag auf sein Leben entkam; heute befindet sich hier ein Nichiren Tempel
Konchi-in Sūden 金地院崇伝 (jap.), 1569–1633; Zen-Abt und religiöser Berater von Tokugawa Ieyasu; Verfasser des ant-christlichen Edikts von 1614 (Hai kirishitan bun) und von diversen Gesetzen zur Neuordnung religiöser Gruppierungen
Kongōbu-ji 金剛峯寺 (jap.), Haupttempel auf Berg Kōya, zentrales Heiligtum des Shingon Buddhismus
Kongōkai 金剛界 (jap.), Vajra-Welt, Diamant-Welt; Welt der absoluten Erkenntnis des Dainichi Nyorai; s.a. Taizōkai
Kongōrin-ji 金剛輪寺 (jap.), Tendai Tempel in der Präfektur Shiga, östl. des Biwa-Sees; laut Gründungslegende bereits in der Nara-Zeit von Gyōki gegründet, später vom Tendai-Mönch Ennin ausgebaut.
Kongōyasha Myōō 金剛夜叉 (jap.), skt. Vajrayaksha, einer der Fünf Großen Myōō
Kong Zi 孔子 (chin.), verm. 551–479 v.u.Z.; chin. Philosoph zur Zeit der Östlichen Zhou-Dynastie; der latinisierte Name „Konfuzius“ (eine Kreation der Jesuiten des 16. Jh.s) leitet sich ab von Kong Fu Zi 孔夫子 (wtl. Lehrmeister Kong); auch bekannt unter seinem Geburtsnamen Kong Qiu 孔丘
Konoe Tennō 近衛天皇 (jap.), 1139–1155, r. 1142–1155; 76. jap. Kaiser (Heian-Zeit)
Konohana Sakuya-hime 許乃波奈佐久夜比賣 (jap.), Prinzessin der aufblühenden Baumblüten; Ehefrau des Ninigi; später auch als Gottheit des Berges Fuji angesehen.
Konpira-san 金比羅山 (jap.), vor allem für Seeleute wichtige, gemischt-rel. Kultstätte in Shikoku; seit der Meiji-Zeit offiziell ein Schrein namens Kotohira-gū, doch haben sich sowohl die buddhistischen Elemente als auch die alte Bezeichnung „Konpira“ bis heute gehalten
Konsei-sama 金精様 (jap.), phallische, als Gottheit verehrte Steinformationen in Nord-Japan
Kosala कोसल (skt.), Geburtsland des Buddha Shakyamuni
Koselleck, Reinhart (west.), 1923–2006; deutscher Historiker des 20. Jahrhundert
Kotoshiro-nushi 事代主 (jap.), mythol. Gottheit; Sohn und Thronfolger des Ōkuninushi; in etwa „Meister des Wortwissens“
Kōbō Daishi 弘法大師 (jap.), Ehrentitel von Kūkai
Kōdai-ji 高台寺 (jap.), Tempel der Rinzai-Schule des Zen Buddhismus in Kyōto, 1606 errichtet
Kōdōkan 弘道館 (jap.), Akademie der konfuzianischen Mito-Schule; wtl. Schule zur Verbreiterung des Weges; gegr. 1841 von Tokugawa Nariaki
Kōfuku-ji 興福寺 (jap.), Tempel des Hossō-Buddhismus; einer der Sieben Großen Tempel von Nara
Kōgyoku Tennō 皇極天皇 (jap.), 594–661; weibliche Tennō, r. 642–645; herrschte ein weiteres Mal unter dem Namen Saimei, 655–661
Kōken Tennō 孝謙天皇 (jap.), 718–770; japanische Kaiserin; r. 749–758 und 764–770 unter dem Namen Shōtoku 称徳
Kōmei Tennō 孝明天皇 (jap.), 1831–1867; 121. Tennō Japans; (r. 1846–1867); letzter Tennō der Edo-Zeit, Vorgänger und Vater des Meiji Tennō
Kōmeitō 公明党 (jap.), „Partei der öffentlichen Sauberkeit“, buddhistisch orientierte politische Parlamentspartei
Kōmoku-ten 広目天 (jap.), Wächter des Westens der Shi-Tennō, wtl. „Der, der alles sieht“; skt. Virūpākṣa
Kōno Michinobu 河野通信 (jap.), 1156–1223, Kriegsherr der Kamakura-Zeit; Großvater des Religionsgründers Ippen
Kōya-san 高野山 (jap.), Klosterberg südl. von Nara; sprituelles Zentrum des Shingon Buddhismus
Kōyō Taishi 孝養太子 (jap.), ikonographisches Motiv des „pietätvoll opfernden Prinzen“ Shōtoku Taishi
Koyasu Kannon 子安観音 (jap.), Kannon als Beschützer der Kinder
Kozic, Josko (west.), deutscher Japanologe
Kraus, Johannes (west.), 1892–1946; Jesuit und erster Chefredakteur der Monumenta Nipponica
Kṣitigarbha क्षितिगर्भ (skt.), „Schatzhaus/Mutterleib der Erde“, populärer Bodhisattva (jap. Jizō 地蔵)
Kubilai Khan 元世祖忽必烈 (chin.), 1215–1294; Großkhan der Mongolen; Kaiser von China; Begründer der Yuan-Dynastie
Kubira-ten 宮毘羅 (jap.), Anführer der Zwölf Göttlichen Generäle; auch als Konpira 金比羅, Wächtergottheit der Seefahrer und Fischer, bekannt
Kubota Mantarō 久保田万太郎 (jap.), 1889–1963, japanischer Schriftsteller
Kuiji 窺基 (chin.), 632–682; auch Ji 基; posthumer Ehrenname Cien Dashi 慈恩大師 (jap. Jion Daishi); chinesischer Mönch und Schüler von Xuanzang; gilt als Begründer der Schulrichtung Faxiang (jap. Hossō-shū)
Kujaku Myōō 孔雀明王 (jap.), Pfauen-Weisheitskönig; myōō mit milden, bodhisattva-ähnlichen Zügen, der auf einem Pfau reitend dargestellt wird; abgeleitet von einer weiblichen indischen Gottheit namens Mahāmāyūrī
Kumagai Naozane 熊谷直実 (jap.), 1141–1208; berühmter Soldat in Diensten des Minamoto-Clans, der im Genpei-Krieg kämpfte
Kumano 熊野 (jap.), Region im Süden der Halbinsel Kii (Wakayama-ken), bekannt für ihre alten Pilgerzentren (s. Kumano Sanzan)
Kumano Sanzan 熊野三山 (jap.), „Drei Berge von Kumano“ oder auch drei Klöster von Kumano; zusammenfassende Bez. für drei Pilgerstätten auf der Halbinsel Kii: Kumano Hongū, Nachi Taisha und Kumano Hayatama Taisha, die allerdings erst seit 1868 als Shintō-Schreine klassifiziert werden; Zentren des Shugendō
Kumārajīva कुमारजीव (skt.), 344–413; buddh. Gelehrter und Übersetzer (jap. Kumaraju 鳩摩羅什)
Kumazawa Banzan 熊沢蕃山 (jap.), 1616–1691; neo-konfuzianischer Gelehrter der frühen Edo-Zeit
Kume Kunitake 久米邦武 (jap.), 1839–1931, japanischer Gelehrter der Meiji-Zeit; als junger Mann Sekretär der Iwakura Mission (1871–73), später Professor für Geschichte an der Kaiserlichen Universität Tōkyō
Kuṇḍali कुण्डलि (skt.), „Geringelt, schlangenhaft“, Beinamen eines der Fünf Großen Myōō (jap. Gundari 軍荼利)
Kung-fu 功夫 (chin.), wtl. Aufwand, Geschick (etwas durch Anstrengung Erreichtes); heutzutage übliche Bezeichnung für die meisten chin. Kampfsportarten; Pinyin: gongfu
Kuni no Tokotachi 国常立 (jap.), mythologische Urgottheit des Shintō
Kunisaki-hantō 国東半島 (jap.), Halbinsel Kunisaki, Präfektur Ōita, Kyūshū; Region im Hinterland des Usa Hachiman-gū, bekannt für ihre zahlreichen Tempel und Steinskulpturen
Kunō-zan 久能山 (jap.), erste Begräbnisstätte und Schrein für Tokugawa Ieyasu; Ieyasu wurde hier unmittelbar nach seinem Tod beigesetzt, nach dem Transfer seiner sterblichen Überreste nach Nikkō wurde hier ein Zweigschrein des Tōshō-gū errichtet
Kurama-dera 鞍馬寺 (jap.), Tempel im Norden Kyōtos, wo unter anderem Bishamon-ten, der Hüter des Nordens, als Beschützer der Hauptstadt verehrt wurde.
Kurita Hiroshi 栗田寛 (jap.), 1835–1899; japanischer Historiker aus dem Fürstentum Mito, brachte die „Große Geschichte Japans“ (Dai Nihon-shi) zum Abschluss
Kuroda Toshio 黒田俊雄 (jap.), 1923–1993; Historiker und Religionswissenschaftler
Kurosawa Akira 黒澤明 (jap.), 1910–1998; zählt zu den bekanntesten japanischen Filmregisseuren; v.a. bekannt für Historiendramen wie Rashomon (1950), Die Sieben Samurai (1954) oder Ran (1985).
Kusanagi no Tsurugi 草薙の剣 (jap.), wtl. Grasmähe-Schwert; auch Ama no murokumo no tsurugi; mythol. Schwert, das Susanoo im Schwanz der Schlange Yamata no Orochi fand und das später Teil der Throninsignien (sanshu no jingi) des Tennō-Geschlechts wurde
Kusha-shū 倶舎宗 (jap.), Schulrichtung des frühen jap. Buddhismus, eine der Sechs Nara-Schulen
Kushinada-hime 奇稲田姫 (jap.), Ehefrau Susanoos, Mutter bzw. Ahnin Ōkuninushis
Kuśīnagara कुशीनगर (skt.), Ort von Buddhas Ableben (jap. Kushinagara 拘尸那愒羅)
Kusunoki Masashige 楠木正成 (jap.), 1294?–1336; Feldherr und loyaler Gefolgsmann von Go-Daigo Tennō
Kūkai 空海 (jap.), 774–835, Gründer des Shingon Buddhismus; Eigennamen Saeki Mao, Ehrennamen Kōbō Daishi
Kūya 空也 (jap.), Wanderprediger des 10. Jh.s
Kuzunoha 葛の葉 (jap.), Fuchsgeist in Frauengestalt, wtl. „Rankenblatt“; angebl. Mutter des Magiers Abe no Seimei
Kyōbu-shō 教部省 (jap.), Ministerium für religiöse Angelegenheiten, 1872–1877
Kyōgoku Takatsugu 京極高次 (jap.), 1563–1609; Daimyō und Gründer des Kyōgoku-Clans
Kyōkai 景戒 (jap.), buddhistischer Mönch des Yakushi-ji 薬師寺 (ein Tempel der Hossō-Schule) zur Nara-Zeit
Kyōto 京都 (jap.), von 894 bis 1869 Sitz des Tennō und damit offizielle Hauptstadt Japans. Im Lauf der Zeit unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt, u.a. Heian-kyō
Kyūshū 九州 (jap.), „Neun Provinzen“; süd-westliche der vier japanischen Hauptinseln, drittgrößte und zweitbevölkerungsreichste Insel; heute bestehend aus acht Präfekturen
LaFleur, William (west.), 1936–2010; amerikanischer Japanologe und Buddhismusforscher; lehrte u.a. in Princeton
Lakṣmī लक्ष्मी (skt.), hindu-buddhistische Göttin der Anmut und der Liebe; Begleiterin Vishnus (jap. Kichijō-ten 吉祥天)
Laozi 老子 (chin.), trad. Schreibung: Laotse; Lao Tse, Lao-tzu; wtl. „alter Knabe“; legendärer Philosoph und Begründer des Daoismus
Leshan 樂山 (chin.), wtl. Berg der Freude; Ort in Sichuan, China, mit großem Felsenbuddha aus dem 8. Jh.
Liang Wu Di 梁武帝 (chin.), 464–549; auch: Kaiser Wu, r. 502–549; Gründer der kurzlebigen Liang-Dynastie (502–557/587) und bedeutender Förderer des chinesischen Buddhismus
Li Ji 李寄 (chin.), schlangentötende Heldin aus der Geschichtensammlung Soushenji 搜神記 („Geistersuche“, 4. Jh.) von Gan Bao 干寶.
Li Longmian 李龍眠 (chin.), 1049–1106; chinesischer Maler-Mönch der Song-Zeit; jap. Ri Ryūmin
Lingyin Si 靈隐寺 (chin.), Chan Tempel in Hangzhou, südwestl. von Shanghai; gegr. 328; wtl. Tempel des ruhenden Geistes; u.a. bekannt für zahlreiche Felsskulpturen
Linji 臨濟 (chin.), ?–866; chin. Chan-Patriarch; jap. Rinzai
Linrothe, Rob (west.), 1951–; amerikanischer Kunsthistoriker und Professor an der Northwestern University in Evanston, Illinois
Li Shengtian 李聖天 (chin.), r. 912–966; auch bekannt als Visa Sambhava; König von Khotan, einer Oase an der Seidenstraße am südlichen Rand des Tarim-Beckens
Longmen 龍門 (chin.), Ort in Henan, China, bekannt für eine eindrucksvollen Gruppe von Felsengrotten und Nischen, in denen zehntausende buddhistische Statuen aus dem Felsen herausgeschlagen sind. Die meisten Statuen stammen aus der Wei (220–265) und Tang-Dynastie, also in etwa aus der Zeit von 400 bis 750, die bedeutendsten aus der Zeit der Kaserin Wu Zetian (r. 690–705).
Loyola, Jorge de (west.), 1562?–1589; japanischer Mönch (iruman) des Jesuitenordens, Begleiter der Tenshō-Mission
Lumbinī लुम्बिनी (skt.), Geburtsort des Gautama Siddhartha (Buddha Shakyamuni). (jap. Ranbini 藍毘尼)
Luther, Martin (west.), 1483–1546; christlicher Priester und Theologe; bedeutendster Vertreter der protestantischen Reformation im deutschspr. Raum
Macau (west.), 1557–1999 portugiesischer Handelsstützpunkt in Südchina, heute Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China
Magadha मगध (skt.), Nordostindisches Königreich das im 6. bis 4. Jh. v.u.Z. seine Blütezeit erreichte
Mahākāla महाकाल (skt.), „Großer Schwarzer“, esoterische Gottheit (jap. Makakara 摩訶迦羅 oder Daikoku 大黒)
Mahākāśyapa महाकाश्यप (skt.), Schüler Buddhas (jap. Daikashō 大迦葉)
Mahāvairocana महावैरोचन (skt.), „Große Sonne, Großes Licht“, auch Vairocana (jap. Dainichi 大日)
Mahāyāna महायान (skt.), „Großes Fahrzeug“, buddhistische Richtung (jap. daijō bukkyō 大乗)
Maheśvara महेश्वर (skt.), „Großer Herr/Gott“, Beinamen des Shiva (jap. Daijizai-ten 大自在天)
Maitreya मैत्रेय (skt.), „Der Freundliche, der Liebevolle“, Buddha der Zukunft (jap. Miroku 弥勒)
Makakara 摩訶迦羅 (jap.), skt. Mahakala, „Großer Schwarzer“; alternativer Name des Glücksgotts Daikoku
Makakara-ten 摩訶迦羅天 (jap.), Synonym von Daikoku-ten, skt. Mahakara
Makiguchi Tsunesaburō 牧口常三郎 (jap.), 1871–1944; Gründer der neurel. Bewegung Sōka Gakkai
Makimuku 纏向 (jap.), Region im Nara-Becken, wo die frühesten Hügelgräber (kofun) des Yamato-Reichs verortet werden
Mālānanda (skt.), buddhistischer Mönch des vierten Jahrhunderts, der 384 am Hof des koreanischen Reichs Baekje gelehrt haben soll
Mame Daishi 魔滅大師 (jap.), „Dämonenvernichtender Meister“; Beinamen des Tendai-Patriarchen Ryōgen
Manga 漫画 (jap.), wtl. „zehntausend Bilder“; ehemals eine Art von Infotainment, heute japanische Comics
Mangan Zenji 満願禅師 (jap.), „Meditations-Meister Mangan“; buddhistischer Mönch der Nara-Zeit
Mañjuśrī मञ्जुश्री (skt.), Bodhisattva der Weisheit (jap. Monju 文殊)
Manpuku-ji 萬福寺 (jap.), Haupttempel des Ōbaku-Zen in Kyōto
Māra मार (skt.), Dämon des Bösen, eine Art Äquivalent des Satans im Buddhismus (jap. Mara 魔羅)
Marco Polo (west.), 1254–1324; venezianischer Händler, der durch seine Reiseberichte über China bekannt wurde
Maruyama Masao 丸山眞男 (jap.), 1914–1996; jap. Politikwissenschaftler und Historiker
Maruyama Ōkyo 円山応挙 (jap.), 1733-1795; jap. Maler
Mathurā मथुरा (skt.), Stadt in Nordindien, zur Zeit der Kushana Dynastie (2.–3. Jh. u.Z.), wichtiges buddhistisches Zentrum; gilt auch als Geburtsstätte Krishnas
Matsudaira Naomasa 松平直政 (jap.), 1601–1666; Daimyō von Izumo
Matsunoo Taisha 松尾大社 (jap.), Matsunoo Schrein (auch: Matsuo Schrein), Kyōto; Hauptgottheiten: Ōyamakui und Nakatsushima-hime
Matsura 松浦 (jap.), alter Regionalbezirk in Nord-Kyūshū, heute Matsuura; auch Familienname dortiger Fürsten
Matsura Sayohime 松浦佐用姫 (jap.), legendäre Figur eines jungen Mädchens, das als Menschenopfer für eine Schlangengottheit ausersehen ist, diese aber Kraft ihrer Tugend aus dem Schlangendasein erlöst
Maudgalyāyana मौद्गल्यायन (skt.), Schüler des Buddha; mit übersinnlichen Fähigkeiten begabt, war es ihm möglich, die Unterwelt zu besuchen; in ostasiatischen Versionen seiner Legende errettet er dort seine Mutter (jap. Mokuren 目連)
Māyā माया (skt.), Mutter des Buddha shakyamuni
McLaughlin, Levi (west.), amerikanischer Japanologe und Religionswissenschaftler an der North Carolina State University
McMullin, Neil (west.), 1940–; kanadischer Japanologe und Religionshistoriker, Prof. emer. der Universität Toronto
Meiji 明治 (jap.), posthumer Name von Kaiser Mutsuhito; nach ihm wird auch die Meiji-Zeit (1868–1912) benannt
Meiji Ishin 明治維新 (jap.), Meiji Restauration, wtl. Meiji-Erneuerung, umfasst den politischen Umsturz 1867–68 und die nachfolgende Konsolidierung Japans als moderner Nationalstaat
Meiji Jingū 明治神宮 (jap.), Schrein des Meiji Tennō in Tōkyō, err. 1920
Meiji Tennō 明治天皇 (jap.), 1852–1912; 122. japanischer Kaiser (r. 1867–1912); Namensgeber und politische Symbolfigur der Meiji-Zeit; Eigenname: Mutsuhito
Meister Eckart (west.), 1260?–1328?; christlicher Theologe und Mystiker aus Gotha, Thüringen; eig. Eckhart von Hochheim
Menander I. (west.), r. 165?–130? v.u.Z.; indo-griechischer König, auch König Menandros, skt. Mirinda
Mendel, Tommi (west.), 1970–; Schweizer Ethnologe und Religionswissenschaftler
Mesquita, Diogo de (west.), 1553–1614; Missionar des Jesuitenordens in Japan, Begleiter der Tenshō-Gesandtschaft, Pädagoge
Mii-dera 三井寺 (jap.), Tendai-Tempel am Biwa-See in Shiga-ken; wtl. Drei-Quellen-Tempel
Mikasa-yama 御蓋山 (jap.), Heiliger Berg östlich von Nara, an dessen Fuß der Kasuga Taisha errichtet wurde; auch Kasuga-yama
Mimana 任那 (jap.), Gebiet auf der koreanischen Halbinsel, das bis 562 mit Japan alliiert war und früher sogar als „japanische Kolonie“ bezeichnet wurde; koreanische Aussprache: Imna (임나); auch bekannt als Gaya oder Kaya (가야)
Mimuro 三室 (jap.), anderer Name für Berg Miwa in der heutigen Präfektur Nara
Minamoto 源 (jap.), Kriegerfamilie, die 1185 eine neue Herrschaftsdynastie begründete: Kamakura Shōgunat, 1185–1333
Minamoto no Tametomo 源為朝 (jap.), 1139–1170; auch als Chinzei Hachirō Tametomo bekannt; legendärer Bogenschütze der späten Heian-Zeit aus dem Haus der Minamoto; wurde auf der Halbinsel Izu als Gott verehrt; gilt auch als legendärer Begründer der Herrscherdynastie von Okinawa
Minamoto no Yorimitsu 源頼光 (jap.), 948–1021, auch Minamoto Raikō; Krieger aus der Dynastie der Minamoto; zusammen mit seinen vier Vasallen, die auch als Shi-Tennō bezeichnet werden, ist er Held zahlreicher Legenden
Minamoto no Yoritomo 源頼朝 (jap.), 1147–1199; Feldherr, Staatsmann, Begründer des Minamoto Shōgunats
Minamoto no Yoriyoshi 源頼義 (jap.), 998–1076; Oberbefehlshaber der imperialen Streitkräfte in den Kämpfen gegen Rebellen aus dem Norden in den Jahren 1051–1063; unter Yoriyoshi und seinem Sohn Yoshiie etablierten sich die Minamoto als Kriegsherrn in Ostjapan und setzten damit den Grundstein für das spätere Kamakura-Shōgunat
Minamoto no Yoshinaka 源義仲 (jap.), 1154–1184; General im Genpei Krieg; Cousin und Rivale des Minamoto no Yoritomo
Minamoto no Yoshitsune 源義経 (jap.), 1159–1189; japanischer Feldherr und Halbbruder von Minamoto no Yoritomo
Ming 明 (chin.), chin. Herrschaftsdynastie, 1368–1644
Minobu-san 身延山 (jap.), Berg bzw. Tempelanlage in Yamanashi-ken, unweit des Fuji-san; Pilgerzentrum des Nichiren Buddhismus
Miroku 弥勒 (jap.), Bodhisattva Maitreya, „Buddha der Zukunft“
Mitama Matsuri みたままつり (jap.), Ahnenfest (wtl. Seelen-Fest) am Yasukuni Jinja in Tōkyō; wurde 1947 in Anlehnung an das Bon-Fest entwickelt
Mito 水戸 (jap.), Fürstentum bzw. Stadt im Nordosten der Kantō-Ebene, heute Teil von Ibaraki-ken.
Mito-gaku 水戸学 (jap.), Mito-Schule; konfuzianisch und Tennō-loyalistisch ausgerichtete Gelehrtentradition der Edo-Zeit mit Zentrum in Mito (heute Teil von Ibaraki-ken, nw. von Tōkyō)
Mitsumine Jinja 三峰神社 (jap.), Schrein in den Bergen von Chichibu, westlich von Tōkyō
Miwa 三輪 (jap.), Ort im südl. Nara-Becken; wtl. „drei Ringe“; Kurzbez. für den Ōmiwa Jinja
Miwa Jinja 三輪神社 (jap.), Miwa (auch Ōmiwa) Schrein, nahe Nara
Miwa-yama 三輪山 (jap.), Berg Miwa im Süden von Nara
Miyajima 宮島 (jap.), Schreininsel nahe Hiroshima; s.a. Itsukushima Schrein
Miyaji Naokazu 宮地直一 (jap.), 1886–1949; japanischer Shintō Historiker
Miyazaki Hayao 宮崎駿 (jap.), 1941–; Regisseur, Autor und Zeichner von Manga und Anime wie Nausicaä, Totoro oder Chihiros Reise ins Zauberland
Mizuki Shigeru 水木しげる (jap.), 1922–2015; Manga-Zeichner, u.a. bekannt für seine Gespensterdarstellungen (yōkai)
Mizuno Morinobu 水野守信 (jap.), 1577–1637; Staatsbeamter der frühen Edo-Zeit, 1626–28 Verwalter von Nagasaki (Nagasaki bugyō); für die Einführung von fumie verantwortlich
Moeller van den Bruck, Arthur (west.), 1876–1925; nationalistischer deutscher Kulturhistoriker und Autor
Mokuren 目連 (jap.), Schüler des Buddha; skt. Maudgalyayana; errettet seine Mutter aus der Hölle
Mongaku 文覚 (jap.), 1139–1203; politisch einflussreicher Shingon-Mönch des japanischen Frühmittelalters
Monju 文殊 (jap.), Manjushri, Bodhisattva der Weisheit
Monju Bosatsu 文殊菩薩 (jap.), Bodhisattva Manjushri; Schüler des historischen Buddha
Monmu Tennō 文武天皇 (jap.), 683–707; 42. Tennō Japans (r. 697–707), Enkel des Tenmu Tennō
Mononobe 物部 (jap.), wtl. „Sippe der Dinge“; altjap. Klan, der gegen den Buddhismus eingestellt war
Mononobe no Moriya 物部守屋 (jap.), ?–587; Staatsmann und Oberhaupt des Mononobe-Clans
Morgenstern, Christian (west.), 1871–1914; deutscher Dichter, u.a. bekannt für seine Galgenlieder
Mori Sosen 森狙仙 (jap.), 1747-1821; jap. Maler; gilt als Meister der Affendarstellung
Mori Yoshirō 森喜朗 (jap.), 1937–; konservativer japanischer Politiker und Premierminister, 2000–2001
Motoori Norinaga 本居宣長 (jap.), 1730–1801; Shintō-Gelehrter der „nationalen Schule“ (kokugaku)
Mōri-shi 毛利氏 (jap.), einflussreicher Daimyō-Klan seit der Sengoku Jidai, in der Edo-Zeit Daimyō von Chōshū im Westen von Honshū
Mucilinda मुचिलिन्द (skt.), Name eines Drachens, der Buddha Shakyamuni während seiner Meditation vor Regen schützte
Mugaku 無学 (jap.), 1226–1286; aus China stammender Zen-Mönch der Kamakura-Zeit
Mujū Ichien 無住一円 (jap.), 1226–1312; buddh. Mönch und Autor essayistischer und anekdotischer Werke
Munakata Taisha 宗像大社 (jap.), Großschrein von Munakata, Kyūshū; besteht aus drei isolierten Teil-Schreinen — Hetsumiya, Nakatsumiya und Okitsumiya — von denen sich die beiden letzteren auf kleinen Inseln befinden; alle drei sind einem Ensemble von weiblichen Meeresgöttinnen geweiht
Mungo (west.), kleines Raubtier aus der Familie der Mangusten; häufig dargestellt mit indischen Göttern des Reichtums; in Japan nicht heimisch und daher auch als Maus oder Ratte interpretiert
Muromachi 室町 (jap.), Stadtteil in Kyōto; Sitz des Ashikaga Shōgunats 1336–1573 (= Muromachi-Zeit)
Murō-ji 室生寺 (jap.), alter Shingon-Tempel südöstlich von Nara, ehem. bekannt für seine Regenriten (amagoi)
Myōan Yōsai 明菴榮西 (jap.), 1141–1215; Zen-Möch, Begründer des jap. Rinzai Zen. Auch Eisai.
Myōhō-ji 妙法寺 (jap.), Tempel der Nichiren-shū in der Präfektur Yamanashi.
Myōjin 明神 (jap.), Titel für eine Schreingottheit (kami), z.B. Kanda Myōjin
Myōshin-ji 妙心寺 (jap.), Zen Tempel in Kyōto, dem Yakushi Nyorai geweiht
Nachi no Taki 那智の滝 (jap.), größter frei fallender Wasserfall Japans (133m) in der Region Kumano; rel. Kultstätte, an der sich auch der Großschrein von Nachi (Nachi Taisha) befindet
Nāgārjuna नागार्जुन (skt.), 2.–3.Jh. u.Z.; legendenumwobener buddhistischer Denker, der als richtungsweisender Philosoph des Mahayana-Buddhismus angesehen wird und Konzepte wie „Leerheit“ oder „Zwei Wahrheiten“ systematisierte (jap. Ryūju 龍樹)
Nagashino 長篠 (jap.), Burg der Sengoku-Zeit
Nagasune-hiko 長髄彦 (jap.), Stammesführer im alten Yamato und „Endgegner“ im mythologischen Feldzug des Jinmu Tennō; auch Tomi no Nagasune-biko 登美能那賀須泥毘古 (Kojiki)
Nagatsune-hiko 長髄彦 (jap.), mythologischer Heerführer; Gegner des Jinmu Tennō
Naikū 内宮 (jap.), Innerer Schrein von Ise, Amaterasu geweiht
Nakamise 仲見世 (jap.), Zugangsweg und Einkaufsstraße des Tempels Sensō-ji (Asakusa-dera, Tōkyō)
Nakamura Hajime 中村元 (jap.), 1912–1999; japanischer Philosoph und Buddhologe; Erforscher von vedischen, hinduistischen und buddhistischen Schriften
Nakasone Yasuhiro 中曽根康弘 (jap.), 1918–2019; japanischer Premierminister, r. 1982–1987
Nakatomi 中臣 (jap.), Adelsgeschlecht der Antike
Nakatomi no Kamatari 中臣鎌足 (jap.), 614–669; Staatsmann und Ahnherr der Fujiwara
Nakatsumiya 中津宮 (jap.), Zweigschrein des Munakata-Schreinkomplexes, heute der Göttin Tagitsu-hime geweiht; wtl. „Mittel-Schrein“, auf einer Insel unweit des „Festlands“ von Kyūshū situiert
Nakaura Julian 中浦寿理安/ジュリアン (jap.), 1568?—1633; als Jugendlicher Mitglied der Tenshō-Gesandtschaft, später katholischer Priester und Märtyrer
Nakayama Miki 中山みき (jap.), 1798–1887; Gründerin der Shintō-nahen Neureligion Tenrikyō, 1838
Nanbokuchō 南北朝 (jap.), Zeit der Nord- und Süd-Dynastie, 1336–1392
Nandaimon 南大門 (jap.), Südliches Haupttor einer Tempelanlage; v.a. Haupttor des Tōdaiji in Nara
Naniwa 難波 (jap.), antike Hafenstadt und kaiserliche Residenz auf dem Gebiet des heutigen Ōsaka (Nanba)
Nantai-san 男体山 (jap.), Berg in der Präfektur Tochigi; eines der drei Hauptheiligtümer des Futarasan Jinja
Nanzen-ji 南禅寺 (jap.), Haupttempel der Nanzen-Schule in Kyōto; 1291 errichtet
Nara 奈良 (jap.), Hauptstadt und Sitz des Tennō, 710–784 (= Nara-Zeit); auch: Heijō-kyō
Nara-bonchi 奈良盆地 (jap.), Becken im Norden der Präfektur Nara in welchem auch die Stadt Nara liegt
Nasuno 那須野 (jap.), „Nasu-Ebene“; in der Präfektur Tochigi, westlich der Stadt Nasu
Naumann, Nelly (west.), 1922–2000; deutsche Japanologin und Mythenforscherin
Nebukadnezar (west.), ca. 640–562 v.u.Z.; Nebukadnezar II. war König des Neubabylonischen Reiches; ihm werden die Zerstörung des Tempels von Jerusalem und die Errichtung der Babylonischen Gärten zugeschrieben; r. 634–562
Neeson, Liam (west.), 1952–; irischer Filmschauspieler, der in einem Spielfilm vom Martin Scorsese den Jesuiten Cristóvão Ferreira verkörperte; dieser wurde im Japan des 17. Jh. zur Apostasie gezwungen und half Japanern bei der Verfolgung anderer Christen
Ne no Kuni 根の国 (jap.), wtl. Wurzelland, auch Ne no Katasukuni 根之堅州國; Unterwelt
Nichiren 日蓮 (jap.), 1222–1282; Begründer des Nichiren Buddhismus
Nichiren Shōshū 日蓮正宗 (jap.), wtl. „wahre Schule des Nichiren“; Untergruppe des Nichiren Buddhismus, gegr. 1912
Nichiren-shū 日蓮宗 (jap.), Nichiren Schule; Sammelnamen für Schulen in der Tradition Nichirens, aber auch Namen einer bestimmten Schule innerhalb des heutigen Nichiren Buddhismus; nicht zu verwechseln mit der 1912 gegr. Nichiren Shōshū
Nichiro Sensō 日露戦争 (jap.), Russo-japanischer Krieg, Feb. 1904 – Sept. 1905, um Einfluss über Korea und die Mandschurei; gilt als erster Sieg einer asiat. Nation über eine europ. Großmacht
Nichizō 日像 (jap.), 1269-1342; Mönch der Nichiren Schule
Nigihayahi 饒速日/邇芸速日 (jap.), mythologische Gottheit; Urahn des Klans der Mononobe
Nihon/Nippon 日本 (jap.), Japan; wtl. Sonnenursprungs[land]
Nihon-ji 日本寺 (jap.), wtl. „Japan-Tempel“; Tempel auf der Halbinsel Bōso, im Südosten Tōkyōs
Nikkō 日光 (jap.), Tempel-Schreinanlage im Norden der Kantō-Ebene, Präf. Tochigi; beherbergt u.a. den Tōshō-gū Schrein
Ninigi 瓊瓊杵 (jap.), mytholog. Gottheit, Enkel Amaterasus
Ninna-ji 仁和寺 (jap.), Großer, buddhistischer Tempelkomplex der Shingon-shū in Kyōto; 888 errichtet
Ninshō Ryōkan 忍性良観 (jap.), 1217–1303; Shingon-Abt in Kamakura
Nintoku Tennō 仁徳天皇 (jap.), eig. Ōsazaki; semi-historischer Tennō der Frühzeit, der als Inbegriff des weisen, gerechten Herrschers gilt
Nirvāṇa निर्वाण (skt.), „Erloschen, ausgelöscht“, Ort der Erlösung von allem Leid, absolutes Jenseits (jap. Nehan 涅槃)
Nishi Hongan-ji 西本願寺 (jap.), Westlicher Hongan-Tempel in Kyōto; Haupttempel der Honganji-Linie des Jōdo-Shin Buddhismus; s.a. Östlicher Hongan-Tempel (Higashi Hongan-ji)
Nishikawa Sukenobu 西川祐信 (jap.), 1697?–1756; früher ukiyo-e Meister
Nishinomiya Jinja 西宮神社 (jap.), Ebisu Schrein in der Stadt Nishinomiya, Hyōgo-ken, bei Ōsaka
Nishizaka 西坂 (jap.), im 17. Jh. Hinrichtungsstätte der Stadt Nagasaki, wo vor allem zahlreiche Christen ihr Ende fanden
Nitchō 日澄 (jap.), 1441–1510; Mönch der Nichiren-shū und Verfasser einer Biographie Nichirens
Niukawakami Jinja 丹生川上神社 (jap.), alter Schrein für eine Wassergottheit im Süden von Nara;
Niu Myōjin 丹生明神 (jap.), weibliche Shintō-Gottheit, die laut Legende Kūkai erlaubte seinen Tempel auf Berg Kōya zu errichten
Niu-tsu-hime Jinja 丹生都比売神社 (jap.), ehem. Hauptschrein der Provinz Kii (heute Wakayama-ken) und Schutzschrein des Tempelbergs Kōya; auch als Amano Niu Schrein bekannt
能 (jap.), traditionelles jap. Theater mit charakterstischem Tanz, Gesang und Masken; entwickelte sich im 14. Jh. aus dem volkstümlichen dengaku (Feld- oder Bauern-Theater) und avancierte zur repräsentativen Theaterform der Kriegerelite (bushi)
Nōfuku-ji 能福寺 (jap.), Buddhistischer Tempel in Kita Sakasegawa, Kōbe; im Jahr 805 vom Mönch Saichō gegründet.
Nōin 能因 (jap.), 988-1051?; buddhistischer Dichtermönch
Nüwa 女媧 (chin.), Schöpfergottheit aus der chinesischen Mythologie; Ehefrau von Fuxi
Nyoho-san 女峰山 (jap.), Berg in der Präfektur Tochigi und eines der drei Hauptheiligtümer des Futarasan Jinja
Nyoirin Kannon 如意輪観音 (jap.), Kannon mit Wunscherfüllungs-Perle (nyoi no tama)
O-bon お盆 (jap.), Fest der Ahnen; Bon-Fest
Oda Nobunaga 織田信長 (jap.), 1534–1582, Kriegsfürst, Reichseiniger
Odysseus Ὀδυσσεύς (west.), griechische Sagenfigur, bekannt durch seine Rolle im Kampf um Troja (Illias) und seine Irrfahrten (Odyssee)
Ogata Kōrin 尾形光琳 (jap.), 1658–1716; Edo-zeitlicher Maler
Ohara Koson 小原古邨 (jap.), 1877-1945; jap. Maler des modernen ukiyo-e-Stils; auch als Shōson 祥邨 oder Hōson 豊屯 bekannt
Oiwa お岩 (jap.), weiblicher Totengeist der Edo-Zeit; „Lampiongespenst“
Okame おかめ/お亀 (jap.), Volkstümliche Glücksgöttin, auch Otafuku; wird mit der mythologischen Göttin Ame no Uzume gleichgesetzt
Okayama-han 岡山藩 (jap.), Daimyat Okayama (Edo-Zeit); heute Präfektur Okayama im Westen der Hauptinsel Honshū
Okiku お菊 (jap.), weiblicher Totengeist aus der Edo-Zeit; „Tellergespenst“
Okinawa 沖縄 (jap.), südlichste Präfektur Japans; umfasst eine Inselkette, die bis Mitte des 19. Jh.s ein eigenes Königreich, Ryūkyū, darstellte; noch heute sind deutliche sprachliche und kulturelle Unterschiede zur japanischen Mehrheitskultur feststellbar
Oki-no-shima 沖ノ島 (jap.), Schreininsel mit dem Schrein Okitsumiya, einem Teilschrein des Munakata Taisha, 60km von der Küste entfernt
Okitsumiya 沖津宮 (jap.), Zweigschrein des Munakata-Schreinkomplexes, heute der Meeresgöttin Tagori-hime geweiht; wtl. „Meeres-Schrein“, auf einer kleinen Insel 60 km nördlich des „Festlands“ von Kyūshū situiert; die Insel dürfte im japanischen Altertums einen wichtigen Stützpunkt für die Seefahrt dargestellt haben;
Oku-no-in 奥の院 (jap.), wtl. Innerste [Tempel-] Halle; oft auch Mausoleum
Ondake Jinja 男岳神社 (jap.), Schrein auf der Insel Iki, Kyūshū
Onjō-ji 園城寺 (jap.), auch Mii-dera 三井寺; Tendai-Tempel am Biwa-See, unweit des Hiei-zan; Haupttempel der sogenannten Tempel-Fraktion (jimon 寺門) des Tendai Buddhismus
Onmyōdō 陰陽道 (jap.), Weg von Yin und Yang; Disziplin der Divination und der magischen Heilkunst; auch on’yōdō oder in’yōdō
Onogoroshima 淤能碁呂島 (jap.), Mythologischer Ursprungsort Japans; die „von selbst geronnene Insel“
Ono no Komachi 小野小町 (jap.), 825?–900?; Heian-zeitliche Dichterin und Hofdame
Ono no Takamura 小野篁 (jap.), 802–853; jap. Dichter und Gelehrter
Ooms, Herman (west.), 1937–2023; belgisch-amerikanischer Japanologe, lehrte u.a. an der University of California, Los Angeles
Origuchi Shinobu 折口信夫 (jap.), 1887–1953, jap. Volkskundler und Religionswissenschaftler
O-shōgatsu 御正月 (jap.), Neujahr, Neujahrsfest; auch Shōgatsu
Osore-zan 恐山 (jap.), „Angst-Berg“; rel. Zentrum in Aomori-ken (Nordjapan), das als Abbild der Totenwelt gilt
Otafuku お多福 (jap.), komödiantische weibliche Glücksgottheit, wtl. „Großes Glück“; auch Oto-goze, Okame; andere Schreibungen 阿多福
Oto-goze 乙御前 (jap.), Nonne Oto; komödiantische weibliche Maske des kyōgenTheaters; Glücksgottheit
Otoko-yama 男山 (jap.), Hügel im SW Kyotos, auf dem sich der einst mächtige Iwashimizu Hachiman-gū befindet
Otowa-no-taki 音羽の滝 (jap.), Wasserfall bzw. namensgebender Quellfluss des Kiyomizu-dera (Tempel des klaren Wassers) in Kyōto
Owari 尾張 (jap.), historische Provinz auf dem Gebiet der heutigen Präfektur Aichi; auch Edo-zeitliches Daimyat
Pāḷi पाळि (skt.), mittelindische Sprache, eng verwandt mit dem Sanskit; Sprache der frühesten kanonischen Texte des Buddhismus
Pangu 盤古 (chin.), Urtümlicher Riese in der chinesischen Mythologie
Pārvatī पार्वती (skt.), weibl. indische Gottheit; Gemahlin/Gespielin des indischen Gottes shiva; auch Umā
Pauly, Ulrich (west.), geb. 1948; Japanologe und Publizist
Pei Songzhi 裴松之 (chin.), 372–451; chinesischer Historiker der Liu Song-Dynastie (420–479); bekannt für seine Überarbeitung der Chroniken der drei Reiche (Sanguo zhi) von Chen Shou
Penglai 蓬莱 (chin.), daoistische Insel (Berg) der Unsterblichkeit, im Osten gedacht, daher manchmal mit Japan identifiziert; jap. Hōrai
Perry, Matthew (west.), 1794–1858; amerikanischer Admiral (Commodore), der 1853–1854 die Öffnung der japanischen Häfen für amerikanische Schiffe erwirkte
Piṇḍola पिण्डोल (skt.), bekannter Vertreter der arhats (buddhistischer Heiliger) (jap. Binzuru 賓頭盧)
Piṇḍola Bhāradvāja पिण्डोल भारद्वाज (skt.), bekanntester Vertreter der arhats, besser bekannt als pindola (jap. Binzuru 賓頭盧 oder Bindora Baradaja 賓度羅跋羅惰闍)
Poṭalaka पोटलक (skt.), imaginärer Berg bzw. Insel, Wohnort des Avalokiteshvara (jap. Fudaraku 補陀落)
Prajapatī प्रजापती (skt.), Tante und Ziehmutter des Buddha shakyamuni; zugl. Name einer vedischen Gottheit
Pṛthivī पृथिवी (skt.), Göttin der Erde (jap. Jiten 地天)
Qianlong 乾隆 (chin.), 1711–1799; vierter Kaiser der Qing-Dynastie (r. 1735–1796); gilt als mächtigster und bedeutendster Kaiser seiner Dynastie
Qici 契此 (chin.), chin. Bettelmönch aus dem 10. Jh., besser bekannt unter seinem Spitznamen Budai, „Jutesack“ (jap. Hotei)
Qing 清 (chin.), chin. Herrschaftsdynastie (Mandschu-Herrschaft), 1644–1911
Rāhula राहुल (skt.), Sohn des Buddha; einer gängigen Auslegung zufolge bedeutet der Name „Fessel“, „Hindernis“ (jap. Ragora 羅睺羅)
Raigō 頼豪 (jap.), 1002–1084; Tendai-Mönch des Mii-dera; Protagonist einer schaurigen Legende
Raijin 雷神 (jap.), Donnergott; auch Rai-ten
Rājagṛha कोसल (skt.), Hauptstadt von Magadha und Ort des ersten buddhistischen Konzils, kurz nach dem Ableben Buddhas; heute Rajgir
Rajō-mon 羅城門 (jap.), südl. Haupttor einer klassischen Stadtanlage; insbes. Haupttor von Heian-kyō (heute Kyōto), 980 zerstört
Rambelli, Fabio (west.), Japanologe und Religionshistoriker an der University of California, St. Barbara
Reader, Ian (west.), britischer Religionsanthropologe, Prof. emer. Manchester
Rennyo 蓮如 (jap.), 1415–1499; Mönch der Jōdo Shin-Schule
Rinnō-ji 輪王寺 (jap.), buddh. Tempel in der rel. Anlage von Nikkō
Rinzai 臨濟 (jap.), chin. Linji; chin. Chan Patriarch und Namensgeber der japanischen Rinzai-shū
Rinzai-shū 臨濟宗 (jap.), Rinzai-Schule des jap. Zen Buddhismus
Risshū 律宗 (jap.), „Schule der Ordensregeln“ (skt. Vinaya); Schulrichtung des frühen jap. Buddhismus, eine der Sechs Nara-Schulen;
Rodrigues, João (west.), 1561/62–1633; portugiesischer Missionar der Jesuiten in Japan; betreute die Entstehung von Nippo jisho und Arte da lingoa de Iapam
Roku Kannon 六観音 (jap.), Sechs (Erscheinungsformen von) Kannon, entsprechend den Sechs Wegen
Rozan-ji 廬山寺 (jap.), Tendai-Tempel, gegründet 938 von Ryōgen für den Bedarf der kaiserlichen Familie, später u.a. von Murasaki Shikibu, der Autorin des Genji monogatari, bewohnt
Ruppert, Brian (west.), Japanologe und Religionshistoriker, Universität Kanagawa, Yokohama
Ryōan-ji 龍安寺 (jap.), wtl. Tempel des friedlichen Drachens; Zen-Tempel (Teil des Myōshin-ji) mit bekanntem Steingarten in Kyōto
Ryōbu Shintō 両部神道 (jap.), Shintō-Interpretation des Mittelalters; wtl. „Shintō der beiden Teile“
Ryōgen 良源 (jap.), 912–985; 18. Abt (zasu) der Tendai-Schule; unter Namen wie Jie Daishi, Ganzan Daishi, Tsuno Daishi oder Mame Daishi auch als Schutzheiliger populär
Ryōhen 良扁 (jap.), buddh. Mönch des 15. Jh.s; Shintō-Theoretiker
Ryōzen 良全 (jap.), Maler-Mönch des Tōfuku-ji, Kyoto, aktiv 14. Jh.
Ryōzen-ga-saki 霊山ヶ崎 (jap.), Ort, wo Nichiren im Jahr 1271 Regen erwirkt haben soll; wird üblicherweise mit Inamura-ga-saki, einem Felsenriff bei Kamakura, identifiziert
Ryōzen Jōdo 霊山浄土 (jap.), Reines Land im Nichiren Buddhismus; Ryōzen, wtl. mystischer Berg, stellt einen Anspielung auf den Geierberg (auch: Ryōjū-sen 霊鷲山, Berg des mystischen Geiers) dar, wo Buddha u.a. das Lotos Sutra vorgetragen haben soll (s.a. Juhō-sen, Grdhrakuta)
Ryūgū 龍宮 (jap.), Drachenpalast; mythologischer Ort am Meeresgrund
Ryūju 龍樹 (jap.), skt. Nagarjuna, buddh. Mönch, 2. Jh.; wtl. Bed. „Drachenbaum“
Sado 佐渡 (jap.), Insel im Nordosten Japans, die von vormodernen Regierungen gern als Verbannungsort politischer Gegner genützt wurde
Saga Tennō 嵯峨天皇 (jap.), 786–842; 52. japanischer Kaiser; (r. 809–823)
Saichō 最澄 (jap.), 767–822; Gründer des Tendai-Buddhismus; auch bekannt als Dengyō Daishi
Saidai-ji 西大寺 (jap.), Buddhistischer Tempel in Nara, err. 765, Haupttempel der Shingon Risshū Schule
Saigyō 西行 (jap.), 1118–1190; eigentlich: Satō Norikiyo; japanischer Mönch und Dichter
Sai no Kawara 賽の河原 (jap.), Ufer des Flusses der Unterwelt
Saitama-ken 埼玉県 (jap.), Präfektur in der Kantō-Region Japans, nördlich von Tōkyō
Sakai Tadakatsu 酒井忠勝 (jap.), 1587–1662; Staatsbeamter und Daimyō; 1624–1638 Mitglied des obersten Regierungsrats (rōjū)
Sake 酒 (jap.), Reiswein
Sakuma Shōzan 佐久間象山 (jap.), 1811–1864; Gelehrter des Konfuzianismus, des Militärwesens und der Rangaku (westliche Wissenschaften)
Sakurai 桜井 (jap.), Ort in der Asuka Region, wo der erste buddhistische Tempel, der Asuka-dera (später Gangō-ji) entstand
Samguk 三國/삼국 (kor.), Drei Reiche von Korea; Bezeichnung für die Zeit vom 1 Jh. v.u.Z. bis zum 7 Jh. u.Z. in der die drei Reiche Silla, Baekje und Goguryeo die koreanische Halbinsel unter sich aufteilten
Saṃsāra संसार (skt.), „Beständiger Fluss“, Kreislauf der Wiedergeburten, Diesseits (jap. Rinne 輪廻)
Samurai 侍 (jap.), im Westen übliche Bezeichnung eines Mitgliedes der Krieger-Klasse des vorindustriellen Japans; in Japan schriftspr. bushi
Sāñcī सांची (skt.), Ortschaft im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh, bekannt für ihre buddhistischen Grabmonumente (stupa)
Sanja Matsuri 三社祭 (jap.), Fest der Drei Schrein (Götter) (Sanja-sama) des Asakusa Jinja, Tōkyō
Sanja-sama 三社様 (jap.), wtl. Drei-Schrein-Gottheit; alltagsspr. Bezeichnung für Ensembles wie die drei Schrein von Kumano (auch Sansha-sama) oder die drei Schreingottheiten des Asakusa Jinja; s.a. Sanja Matsuri
Sanjō Sanetomi 三条実美 (jap.), 1837–1891; Staatsmann der Meiji-Zeit und Unterstützer der Meiji-Restauration
Sanjūsangen-dō 三十三間堂 (jap.), 33 Klafter Halle; Kannon-Tempelhalle in Kyōto; offizieller buddhistischer Tempelname: Rengeō-in
Sanjūsanshin Kannon 三十三身観音 (jap.), 33 (Erscheinungsformen von) Kannon
Sanmen Daikoku 三面大黒 (jap.), Daikoku mit drei Gesichtern bzw. Köpfen. Vom esoterischen Buddhismus beeinflusste Variante der Daikoku-Ikonographie.
Sannō 山王 (jap.), Wtl. „Bergkönig“; Schutzgott des Tendai-Klosters auf Berg Hiei
Sannō Gongen 山王権現 (jap.), Gottheit des Sannō Schreins
Sanron-shū 三論宗 (jap.), Schulrichtung des frühen jap. Buddhismus, eine der Sechs Nara-Schulen
Santō Kyōden 山東京伝 (jap.), 1761–1816; Edo-zeitlicher Schriftsteller und Maler
Sanzu no Kawa 三途の川 (jap.), wtl. Fluss der Drei Furten; Fluss zwischen den Welten der Lebenden und der Toten
Sao Ching Cha เสาชิงช้า (thai), „Große Schaukel“, traditionelles Wahrzeichen der thailändischen Hauptstadt Bangkok
Sarasvatī सरस्वती (skt.), indischer Fluss; Flussgöttin der Beredsamkeit, der Musik und der Gelehrsamkeit (jap. Benzaiten 弁才天)
Sārnāth सार्नाथ् (skt.), Stadt im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh, 10 km nördlich von Benares (Varanasi), bekannt für den dhamek Stupa, eines der ältesten buddhistischen Grabmonumente
Sarutahiko 猿田彦 (jap.), Mythologische Gottheit in tengu-ähnlicher Gestalt
Satō Hiroo 佐藤弘夫 (jap.), 1953–; japanischer Religionshistoriker an der Universität Tōhoku, Sendai
Satow, Ernest (west.), 1843–1929; brit. Diplomat und Pionier der Japanologie
Satsuma 薩摩 (jap.), alte Provinz im Süden der Insel Kyūshū, in der Edo-Zeit Fürstentum (Daimyat), das sich weitgehend mit der heutigen Präfektur Kagoshima deckte.
Schmidt, Arno (west.), 1914–1979; deutscher Schriftsteller
Scorsese, Martin (west.), 1942–; amerik. Filmregisseur, drehte u.a. den Spielfilm Silence (2016) über japanische Christenverfolgungen im 17. Jh. nach einem Roman von Endō Shūsaku
Seckel, Dietrich (west.), 1920–2007; Japanologe und Kunsthistoriker an der Universität Heidelberg
Seichō-no-ie 生長の家 (jap.), wtl. „Haus des Wachstums“, eine Neureligion, gegründet 1930
Seiryū 青竜 (jap.), wtl. Blauer Drache; Richtungstier des Ostens in der ostasiat. Kosmologie
Seishi 勢至 (jap.), Bodhisattva Mahasthamaprapta
Seishi Bosatsu 勢至菩薩 (jap.), Bodhisattva Mahasthamaprapta; Begleiter Amidas
Seiwa Tennō 清和天皇 (jap.), 850–881; regierte als erster Kindkaiser Japans 858–876
Sekigahara 関ケ原 (jap.), Ort in der Präfektur Gifu, wo Tokugawa Ieyasu im Jahr 1600 eine Entscheidungsschlacht gewann
Sekisō Soen 石霜楚圓 (jap.), 986–1039; chin. Shishuang Chuyuan 石霜楚圓, Chan Patriarch
Sendai Daikannon 仙台大観音 (jap.), 100 m hohe Kannon Statue in der Stadt Sendai, Präfektur Miyagi, errichtet 1991
Senge 千家 (jap.), Priestergeschlecht des Großschreins von Izumo
Sengoku Jidai 戦国時代 (jap.), Zeit der kämpfenden Länder, 1467–1568; beginnt mit dem Ōnin-Krieg und endet nach dieser Definition mit dem Beginn der nationalen Einigung unter Oda Nobunaga; nach anderen Definitionen mit der Ausrottung der Toyotomi durch Tokugawa Ieyasu im Jahr 1615
Senju Kannon 千手観音 (jap.), Kannon mit den Tausend Händen; typische Darstellung des Bodhisattva avalokiteshvara
Sensō-ji 浅草寺 (jap.), bekannter Tempel in Tōkyō; auch: Asakusa-dera
Seokguram 石窟庵/석굴암 (kor.), wtl. Felsenklause; buddhistisches Heiligtum der Silla-Zeit (645–935) aus dem 8. Jh.; künstliche Felsengrotte rund um eine Steinskulptur des Budhha Shakyamuni; Teil der Bulguksa Tempelanlage auf Berg Tohamsan in Gyeongju in Südkorea
Seon 禅/선 (kor.), koreanische Variante des Zen (Chin. Chan) Buddhismus
Seong Wang 聖王/성왕 (kor.), ?–554; König Seong von Baekje (heute Teil Koreas), r. 523–554; auch Seongmyeong Wang 聖明王/성명왕
Sesshōseki 殺生石 (jap.), „Todesstein“; Stein, der giftige Dämpfe aussendet
Shaka 釈迦 (jap.), Buddha Shakyamuni, der historische Buddha; auch Shaka Nyorai
Shaka Nyorai 釈迦如来 (jap.), jap. Name des historischen Buddha, Shakyamuni
Shao Fan 邵帆 (chin.), 1964–; chinesischer Maler und Designer
Shaolin Si 少林寺 (chin.), Ursprungskloster des Shaolin-Ordens am Berg Song; Geburtsstätte des Chan Buddhismus
Shiba Kōkan 司馬江漢 (jap.), 1747–1818; Maler und Gelehrter, Spezialist für „Holland-Wissenschaften“ (rangaku); experimentierte auch mit westl. Ölmalerei
Shichi Fukujin 七福神 (jap.), Sieben Glücksgötter; populäres Ensemble von Glücksgöttern verschiedener Herkunft
Shichigosan 七五三 (jap.), Shichigosan-Fest für Kinder von drei, fünf, und sieben Jahren
Shichimen Daimyōjin 七面大明神 (jap.), Berggottheit des Minobu-san, als Schutzgottheit des Lotos Sutras (Hoke-kyō) in der Nichiren-shū verehrt
Shigaraki-chō 信楽町 (jap.), Kleinstadt in der Nähe von Kyōto, bekannt für keramisches Kunsthandwerk
Shikoku 四国 (jap.), kleinste der vier jap. Hauptinseln; wtl. Vier-Land, da es seit dem Altertum aus vier Provinzen besteht
Shimabara 島原 (jap.), Halbinsel in der Präfektur Nagasaki; bekannt für den Aufstand japanischer Bauern 1637–1638 (Shimabara-Rebellion), bei dem 37.000 überwiegend christliche Aufständische getötet wurden
Shimazono Susumu 島薗進 (jap.), 1948–; japanischer Religionshistoriker, lehrte an der Universität Tōkyō
Shimazu-shi 島津氏 (jap.), einflussreicher Daimyō-Klan in Satsuma, Kyūshū (heute Kagoshima-ken)
Shimotsuke 下野 (jap.), Provinz Shimotsuke; eine der historischen Provinzen Japans in der Kantō-Region, weitgehend identisch mit der heutigen Präfektur Tochigi
Shingon-shū 真言宗 (jap.), Shingon-Schule, wtl. Schule des Wahren Wortes; wichtigste Vertreterin des esoterischen Buddhismus (mikkyō) in Japan
Shinkansen 新幹線 (jap.), japanischer Hochgeschwindigkeitszug, 1964 eingeführt
Shinkō-ō 秦広王 (jap.), erster der Zehn Könige (Jūō) der Totenwelt
Shinobazu no ike 不忍池 (jap.), Berühmter Teich im Ueno-Park in Tōkyō
Shinoda no Mori Kuzunoha Inari Jinja 信太森葛葉稲荷神社 (jap.), „Inari Schrein der Kuzunoha im Wald von Shinoda“; Inari Schrein bei Ōsaka
Shinran 親鸞 (jap.), 1173–1262; Gründer der Jōdo Shin-Schule
Shinsen’en 神泉苑 (jap.), „Garten der göttlichen Quelle“, im Süden des ehem. Kaiserpalastes in Kyōto gelegen;
Shinshū Ōtani-ha 真宗大谷派 (jap.), japanische buddhistische Richtung; Teil der Jōdo Shinshū; Haupttempel ist der Higashi Hongan-ji in Kyōto
Shintō 神道 (jap.), Shintō; wtl. Weg der Götter, Weg der kami
Shirakawa-ke 白川家 (jap.), Priesterfamilie, die traditionellerweise das oberste Amt (haku) des höfischen Götteramts (Jingi-kan) innehatte und in der Edo-Zeit zusammen mit den konkurrierenden Yoshida die oberste Instanz der Shinto-Priester darstellte
Shirakawa Tennō 白河天皇 (jap.), 1053–1129; 72. Kaiser von Japan; (r. 1073–1087); übte ab 1087 als Ex-Kaiser im geistlichen Stand (daijō hōō) reale Macht aus und begründete damit die Regierung der Klosterkaiser (insei)
Shiratori Jinja 白鳥神社 (jap.), wtl. Weißvogel Schrein; in vielen Landesteilen Japans vorkommende Schreine; meist Yamato Takeru geweiht, der sich nach seinem Tod in einen weißen Vogel verwandelt haben soll
Shiratori Misasagi 白鳥陵 (jap.), Hügelgrab des mythol. Helden Yamato Takeru
Shi-Tennō 四天王 (jap.), wtl. Vier Himmelskönige, die aber eher als Himmelswächter auftreten und jeweils eine Himmelsrichtung beschützen; angeführt von Bishamon-ten, dem Wächter des Nordens; der Ausdruck wird auch für diverse Gruppen von vier Kriegern angewendet
Shitennō-ji 四天王寺 (jap.), buddh. Tempel im heutigen Ōsaka; zählt zusammen mit dem Asuka-dera zu den beiden ältesten Tempeln Japans (Gründung 593)
Shokō-ō 初江王 (jap.), zweiter der Zehn Könige Jūō der Totenwelt, der „König des ersten Flusses“
Shōdō 勝道 (jap.), 735–817; buddhistischer Mönch aus Ost-Japan, in erster Linie als Gründer des religiösen Zentrums von Nikkō bekannt
Shōgatsu 正月 (jap.), Neujahr, Neujahrsfest; in der Alltagssprache meist O-shōgatsu
Shōgun 将軍 (jap.), Shōgun; Titel der Militärherrscher aus dem Kriegeradel (bushi, Samurai)
Shōhondō 正本堂 (jap.), Spirituelles Zentrum der Sōka Gakkai (bis 1998)
Shōkai 聖海 (jap.), 1206–?; kaiserlicher Prinz und Shingon-Abt
Shō Kannon 聖観音 (jap.), Heilige(r) Kannon
Shōki 鍾馗 (jap.), legendärer chin. Dämonen-Töter; eigentlich ein Dämon (oni), der selbst Dämonen tötet; wird auf eine Figur aus der Tang-Zeit zurückgeführt; chin. Zhongkui
Shōkon-sha 招魂社 (jap.), wtl. „Schrein zur Herbeirufung der [Helden]seelen“; Schrein zum Gedenken an gefallene Sodaten, ab der Meiji-Zeit in Gebrauch; berühmtester Vertreter ist der Yasukuni Jinja in Tōkyō
Shōmen Kongō 青面金剛 (jap.), wtl. „grüngesichtiger Vajra“, dämonische Gottheit
Shōmu Tennō 聖武天皇 (jap.), 701–56; 45. japanischer Kaiser; (r. 724–49); Förderer des Buddhismus
Shōten 聖天 (jap.), Gottheit in Elefantenform; auch Kanki-ten oder Kangi-ten; abgeleitet vom indischen Gott Ganesha
Shōtoku Taishi 聖徳太子 (jap.), 574–622; Prinz Shōtoku; kaiserlicher Regent
Shōun Genkei 松雲元慶 (jap.), 1648–1710; Edo-zeitlicher Bildhauer-Mönch der Ōbaku-shū, v.a. für seine fünfhundert rakan bekannt
Shōwa 昭和 (jap.), Regierungszeit des Tennō Hirohito (1926–1989)
Shōwa Tennō 昭和天皇 (jap.), 1901–1989; 124. Kaiser Japans; (r. 1926–1989); Eigenname: Hirohito.
Shugendō 修験道 (jap.), gemischt-rel. Bergkult, Orden der yamabushi
Shukongō-jin 執金剛神 (jap.), skt. Vajrapani. Buddhistische Wächterfigur
Shumisen 須弥山 (jap.), Buddhistischer Weltenberg; skt. Meru oder Sumeru;
Shuqi 叔齊 (chin.), legendäre Figur aus der chinesischen Frühzeit (frühe Zhou-Dynastie, 11. Jh. v.u.Z.); zusammen mit seinem Bruder Boyi Held einer konfuzianischen Erzählung über Loyalität und Opferbereitschaft
Shusse Daikoku 出世大黒 (jap.), wtl. „Karriere“-Daikoku; geläufiger Beinamen des Glücksgottes Daikoku
Shuten Dōji 酒顛童子 (jap.), wtl. etwa Sauf-Knabe; berüchtigter Dämon (oni) der Heian-Zeit
Siddhārtha सिद्धार्थ (skt.), Eigennamen des historischen Buddha, shakyamuni (jap. Shiddatta 悉達多)
Siebold, Philipp Franz von (west.), 1796–1866; deutscher Arzt, Naturforscher, Japanreisender und Sammler; Pionier der Japanforschung
Silla 新羅/신라 (kor.), frühes koreanisches Reich, das die Halbinsel von 668 bis 935 beherrschte
Sima Qian 司馬遷 (chin.), 145?–86? v.u.Z.; Han-zeitlicher Historiker, Begründer der chinesischen Historiographie
Sindhu सिन्धु (skt.), Indus; Fluss im heutigen Pakistan (Quellgebiet im tibetischen Himalaya), der lange die Grenze zwischen persischer und indischer Einflusssphäre darstellte
Sixtus V (west.), 1521–1590, Pontifikat 1585–1590; Nachfolger von Papst Gregor XIII, empfing wie dieser die japanische Tenshō-Mission in Rom
Soga no Emishi 蘇我蝦夷 (jap.), 587–645; Staatsmann (oberster Minister) in der Asuka-Zeit
Soga no Iname 蘇我稲目 (jap.), 506–570; japanischer Staatsmann unter Kinmei Tennō; festigte durch die Verheiratung seiner Töchter mit dem Kaiserhaus die dominierende Stellung seiner Familie im 6. und 7. Jh.
Soga no uji 蘇我氏 (jap.), Soga-Klan, die ersten Förderer des jap. Buddhismus
Soga no Umako 蘇我馬子 (jap.), 551?–626; Staatsmann; Sohn des Soga no Iname
Somin Shōrai 蘇民将来 (jap.), Figur aus einer Legende, die auf das Bingo fudoki (Lokalchronik des 8. Jh.) zurückgeht; Glücksbringer
Song 宋 (chin.), chin. Herrschaftsdynastie, 960–1279
Songshan 嵩山 (chin.), Berg Song, Gebirge in Zentralchina, 1500m; zählt trad. zu den fünf heiligen Bergen des Daoismus;
Sotoba Komachi 卒都婆小町 (jap.), „Komachi am Grab“; Motiv aus dem Leben der Dichterin Ono no Komachi, dramatisiert in , Kabuki oder ukiyo-e
Sōfuku-ji 崇福寺 (jap.), Buddhistischer Tempel in Nagasaki; 1629 errichtet
Sōjōbō 僧正坊 (jap.), wtl. in etwa „Erzabt“; der buddhistische Titel ist aber in erster Line als Eigennamen eines tengu-Königs bekannt; Minamoto no Yoshitsune soll von diesem tengu die Kunst des Schwertkampfes erlernt haben
Sōka Gakkai 創価学会 (jap.), wtl. in etwa „Organisation zum Studium vermehrter Werte“; neu-religiöse buddhistische Laienorganisation, gegr. 1930
Sōni-ryō 僧尼令 (jap.), "Bestimmungen für Mönche und Nonnen"; gesetzliche Bestimmungen über das Verhalten von Mönchen und Nonnen
Sōtō-shū 曹洞宗 (jap.), Schule des Zen-Buddhismus
Starvos, Matthew (west.), amerikanischer Japanologe und Historiker, lehrt an der Universität Sidney
Steinkellner, Ernst (west.), 1937–; Indologe, Tibetologe und Buddhismusforscher an der Universität Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Strong, John (west.), 1948-; US-amerikanischer Indologe und Buddhismuskundler
Subhūti सुभूति (skt.), einer der Zehn Schüler des Buddha; Fragensteller im Diamant Sutra (jap. Shubodai 須菩提 oder Gekū Daiichi 解空第一)
Sueki Fumihiko 末木文美士 (jap.), 1949–; Spezialist für japanische Buddhismusgeschichte, Professor emeritus der Universität Tokyo.
Sugahara Shinkai 菅原信海 (jap.), 1925–2018; japanischer Religionshistoriker an der Waseda Universität; leitender Ordensvertreter (daisōjō) des Tendai-Buddhismus
Sugawara no Michizane 菅原道真 (jap.), 845–903, Heian-zeitl. Staatsmann und Gelehrter; posthum als Tenman Tenjin vergöttlicht, heute Gott der Gelehrsamkeit
Sui 隋 (chin.), chin. Herrschaftsdynastie, 581–618
Suigetsu Kannon 水月観音 (jap.), Wassermond Kannon; Motiv Kannons an mondbeleuchtetem Meer
Suiko Tennō 推古天皇 (jap.), 554–628; Kaiserin(!) Suiko; 33. Tennō Japans (r. 593–628)
Suinin Tennō 垂仁天皇 (jap.), 11. kaiserl. Herrscher Japans, leg. Regiergungszeit 29 v.–70 n.u.Z.
Sujātā सुजाता (skt.), „Die Wohlgeborene“, Magd, die Buddha eine Schale Milchreis darbrachte
Sujin Tennō 崇神天皇 (jap.), 97–30 v.u.Z. (mythol. Regierungszeit); 10. japanischer Kaiser
Sukhāvatī सुखावती (skt.), „Reines Land“, buddhistisches Paradies (jap. jōdo 浄土)
Sukunabikona 少名毘古那 (jap.), winzige Gottheit, Gefährte oder alter ego von Ōkuninushi, auch: Sukunahikona
Sumeru सुमेरु (skt.), Weltenberg des indisch-buddhistischen Universums, üblicherweise sanduhrförmig dargestellt; auch: Meru (jap. Shumisen 須弥山)
Sumō 相撲 (jap.), japanischer Ringkampf
Sun Wukong 孫悟空 (chin.), Held in Affengestalt des chinesischen Klassikers Reise in den Westen (Xi you ji 西遊記, 16. Jh.); jap. Songokū
Susanoo 須佐之男/素戔男 (jap.), mytholog. Gottheit; Trickster-Gott, Sturmgott, Mondgott; Bruder der Amaterasu
Suseri-hime 須勢理毘売 (jap.), Tochter Susanoos, Ehefrau Ōkuninushis
Sushun Tennō 崇峻天皇 (jap.), 553?–592; 32. Tennō, r. 587–592; Bruder von Yōmei Tennō und Suiko Tennō
Suwa Taisha 諏訪大社 (jap.), traditionsreicher Schrein in der Präfektur Nagano
Suzaku 朱雀 (jap.), Richtungstier des Südens; wtl. Roter Vogel
Suzuki Daisetsu 鈴木大拙 (jap.), 1870–1966; japanischer Intellektueller und Publizist, der durch englischsprachige Werke den Zen-Buddhismus im Westen bekannt machte; publizierte als Daisetz T. Suzuki
Suzuki Harunobu 鈴木春信 (jap.), 1725?–1770; führender ukiyo-e Künstler der mittleren Edo-Zeit
Svayambhūnātha स्वयम्भूनाथ (skt.), Tempel in Kathmandu, Nepal, mit einem der ältesten buddhistischen stupas; auch als „Affentempel“ bekannt
Tachibana Morikuni 橘守国 (jap.), 1679–1748; Edo-zeitlicher Künstler und Buchillustrator der Kanō-Schule
Tado Taisha 多度大社 (jap.), Shintō-Schrein in der Stadt Kuwana in der Präfektur Mie
Tagata Jinja 田縣神社 (jap.), Schrein bei Nagoya, bekannt für seine (männlich konnotierten) Fruchtbarkeitsriten (hōnen matsuri)
Tagitsu-hime 湍津姫 (jap.), mittlere der drei Gottheiten von Munakata Taisha, zuständig für die Schifffahrt; entstanden aus dem Wettstreit zwischen Amaterasu und Susanoo
Tagori-hime 田心姫 (jap.), dritte der drei Gottheiten von Munakata Taisha, zuständig für die Schifffahrt; entstanden aus dem Wettstreit zwischen Amaterasu und Susanoo; urspr. wohl Takiri-hime 田霧姫 (Nihon shoki), in etwa „Nebel-Mädchen“
Taika 大化 (jap.), wtl. „großer Wandel“; Jahresdevise 645–650; 645 erfolgte in der Tat eine umfassende Reform des Rechts-, Verwaltungs- und Kalenderwesens und eine Neuordnung des Adels
Taira 平 (jap.), Kriegerfamilie, die im 12. Jh. um die pol. Vorherrschaft in Japan kämpfte; auch Heike
Taira no Kiyomori 平清盛 (jap.), 1118–1181; Feldherr und Diktator am Ende der Heian-Zeit; unterlag im Genpei-Krieg den Minamoto
Taira no Masakado 平将門 (jap.), Heian-zeitlicher Rebel, ?–940
Taira no Tomomori 平知盛 (jap.), 1152–1185; Heerführer des Taira-Klans, Sohn des Taira no Kiyomori; starb in der Seeschlacht von Dan-no-ura
Taiseki-ji 大石寺 (jap.), spirituelles Zentrum der Nichiren-shū und ehemaliges Zentrum der Sōka Gakkai
Taishaku-ten 帝釈天 (jap.), Skt. Indra, eine der wichtigsten Gottheiten (deva) der indischen Mythologie. In Japan meist mit Brahma (jap. Bonten) in einem Atemzug genannt
Taishan 泰山 (chin.), höchster Berg in der chin. Provinz Shandong und traditionelles rituelles Zentrum; gilt als einer von fünf heiligen Bergen Chinas
Taishō 大正 (jap.), 1879–1926; zweiter Tennō des modernen Japan, Sohn des Meiji Tennō; seine Amtszeit (1912–1926) wird als Taishō-Zeit bezeichnet
Taishō Tennō 大正天皇 (jap.), 1879–1926 (r. 1912–26); Sohn des Meiji Tennō; persönlicher Namen Yoshihito
Taiyū-in 大猷院 (jap.), Mausoleum des 3. Tokugawa Shōguns, Iemitsu, err. 1652–53
Taizan-ō 泰山王 (jap.), Siebenter König bzw. Richter des buddhistischen Totengerichts; abgeleitet vom chinesischen Berg Taishan, einem der heiligen Berge Chinas
Taizōkai 胎蔵界 (jap.), Mutterschoß-Welt; Welt der sichtbaren Dinge des Dainichi Nyorai; s.a. Kongōkai
Takachiho 高千穂 (jap.), Hochland im heutigen Kyūshū, wo der Himmelsenkel Ninigi herabgestiegen sein soll
Takai Ranzan 高井蘭山 (jap.), 1762–1838; Romanautor der Edo-Zeit
Takama-no-hara 高天原 (jap.), wtl. „Die Hohen Himmelsgefilde“, mythol. Bez. für das Reich der Himmlischen Götter; auch Takama-ga-hara
Takamimusubi 高御産巣日神 (jap.), einer der „drei Kami der Schöpfung“, Himmelsgottheit
Takaoka Daibutsu 高岡大仏 (jap.), ca. 16m hohe Buddha Statue in der Stadt Takaoka, Präfektur Toyama
Takao-san 高尾山 (jap.), Berg Takao, rel. Zentrum im Westen Tōkyōs
Takashima 鷹島 (jap.), Insel in der Präfektur Nagasaki in der Bucht vor der Stadt Matsuura
Takeda 武田 (jap.), Familie von mächtigen Kriegsherren der Sengoku-Zeit; bekanntester Vertreter Takeda Shingen
Takeda Shingen 武田信玄 (jap.), 1521–1573; Feudalfürst und Kriegsherr
Takemikazuchi 建御雷 (jap.), Mythologischer Schwertgott (wtl. Gewittergott); Ahnengottheit der Fujiwara; u.a. in den Schreinen Kashima und Kasuga verehrt
Takezaki Suenaga 竹崎季長 (jap.), 1246 – 1314; kämpfte während der Mongoleninvasion Japans; gab die Mōkō shūrai ekotoba in Auftrag
Takuhata-hime 栲幡姫 (jap.), Tochter des semi-historischen Herrschers Yūryaku und Kult-Prinzessin in Ise; wtl. Prinzessin Maulbeer-Webstuhl
Takuki Yoshimitsu 鐸木能光 (jap.), 1955–; japanischer Musiker, Autor und komainu-Forscher
Tamamo no Mae 玉藻の前 (jap.), legendäre Hofdame und Kurtisane des Toba Tennō; Fuchsgeist
Tamayori-hime 玉依姫 (jap.), Meeresgottheit; Tochter des Meereskönigs Watatsumi
Tamon-ten  多聞天 (jap.), Synonym von Bishamon-ten, Himmelswächter des Nordens (skt. Vaishravana)
Tamukeyama Hachiman-gū 手向山八幡宮 (jap.), gegr. 749 als Schutzschrein des Großen Buddha (daibutsu) von Nara, erster Zweig- oder Filialschrein des Usa Hachiman-gū (Kyūshū)
Tamura Hachidaiyū 田村八太夫 (jap.), Oberhaupt einer shamanistischen Gilde während der Edo-Zeit mit Sitz in Asakusa; der Begriff war zunächst eine Art Eigenname und entwickelte sich dann zum Titel
Tanabata 七夕 (jap.), Tanabata-Fest am 7. 7., das sogenannte „Sternenfest“: zwei Sterne (Wega und Altair, in Ostasien Ochsenknecht und Himmelsprinzessin), die einst Liebende auf Erden waren, kommen sich einmal im Jahr am Himmel wieder nahe
Tanaka Chigaku 田中智学 (jap.), 1861–1939; ausgeb. buddh. Mönch und Schriftsteller; Begründer des Nichirenismus (nichiren shugi), einer ultra-nationalistischen Auslegung des Nichiren Buddhismus
Tang 唐 (chin.), chin. Herrschaftsdynastie, 618–907
Tange Kenzō 丹下健三 (jap.), 1913–2005; japanischer Architekt und Städteplaner
Tanuma Okitsugu 田沼意次 (jap.), 1719–1788; Berater des Tokugawa-Shōgunats; arbeitete sich vom niederen Samurai in die Regierungsspitze hoch und initiierte eine Währungsreform
Tanzan Jinja 談山神社 (jap.), Schrein in den Bergen südlich von Nara, wo u.a. Nakatomi no Kamatari verehrt wird; vor der Meiji-Restauration gemischt-religiöse Kultstätte, die unter dem Namen Tōnomine bekannt war; daher gibt es hier auch eine (eigentlich buddhistische) dreizehnstöckige Pagode
Tarō-san 太郎山 (jap.), Berg und eines der drei Hauptheiligtümer des Futarasan Jinja
Tatsu-no-guchi 龍ノ口 (jap.), wtl. Drachenmaul; Mündung des Sakaigawa in Katase-Enoshima; einst Hinrichtungsstätte, heute Ort des Nichiren Tempels Ryūkō-ji (Drachenmaul-Tempel)
Taut, Bruno (west.), 1880–1938; deutscher Architekt der Zwischenkriegszeit, der unter dem Nationalsozialismus (1933–1936) in Japan Asyl fand
Teeuwen, Mark (west.), 1966–; niederländischer Japanologe und Shintō-Experte, lehrt an der Universität Oslo
Teimei Kōgō 貞明皇后 (jap.), 1884–1951; Frau des Taishō Tennō, persönlicher Name Sadako
Teisai Hokuba 蹄斎北馬 (jap.), 1771–1844; Künstler und Schüler des Katsushika Hokusai
Tendai-shū 天台宗 (jap.), Tendai-Schule, chin. Tiantai
Tenjin 天神 (jap.), wtl. „Himmelsgott“, s.a. Tenman Tenjin
Tenji Tennō 天智天皇 (jap.), 626–672; 38. Kaiser Japans; (r. 661–672); Eigenname: Naka-no-Ōe
Tenkai 天海 (jap.), 1536?–1634; Abt und Reformer des Tendai Buddhismus, religiöser Berater des Tokugawa Shōgunats; auch: Nankōbō Tenkai; Jigen Daishi
Tenkawa Daibenzaiten-sha 天河大弁財天社 (jap.), Schrein der Göttin Benzaiten in der Präfektur Nara
Tenman Tenjin 天満天神 (jap.), Shintō-Gott, Apotheose des Sugawara no Michizane
Tenmu Tennō 天武天皇 (jap.), 631?–686; 40. japanischer Kaiser; (r. 673–686)
Tennō 天皇 (jap.), jap. „Kaiser“-Titel, wtl. Herrscher des Himmels
Tenri-kyō 天理教 (jap.), „Schule des Himmlischen Prinzips“; neureligiöse Gruppierung, gegr. 1838
Tenshō 天正 (jap.), Japanischer Ära-Namen, 1573–1592; Zeit der militärischen Einigung Japans unter Oda Nobunaga und Toyotomi Hideyoshi
Tenshō Daijin 天照大神 (jap.), sinojap. Lesung von Amaterasu Ōmikami
Tenshō ken'ō shisetsu 天正遣欧使節 (jap.), Tenshō-Mission oder Tenshō-Gesandtschaft; Besuch einer Delegation junger japanischer Adeliger in Europa, 1582–1590 (Tenshō-Ära)
Tentei 天帝 (jap.), Daoist. Gottheit des Polarsterns, wtl. Himmelsherrscher
Tenteko Matsuri てんてこ祭 (jap.), Fruchtbarkeitsfest in Nishio, Nagoya, bei dem aus Rettichen geschnitzte Phallus-Attrappen zum Einsatz kommen
Teppōzu Inari Jinja 鉄砲洲稲荷神社 (jap.), Inari Schrein in Tōkyō
Theravāda थेरवाद (pali), „Schule der Ordensälteren“, buddhistische Richtung (hier in Pali angegeben; skt: Sthaviravada) (jap. jōzabu bukkyō 上座部仏教)
Tiantai 天台 (chin.), chin. Vorläufer des Tendai Buddhismus; urspr. Name eines chin. Klosterbergs (Tiantai-shan)
Tiantai-shan 天台山 (chin.), Berg Tiantai; Zentrum des chin. Tiantai Buddhismus, aus dem der japanische Tendai Buddhismus hervorging
Tiantan 天壇 (chin.), Tempel des Himmels oder wtl. Altar des Himmels in Beijing; Anlage für kaiserliche Riten der Ming- und Qing-Zeit; Unesco Weltkulturerbe
Toba Tennō 鳥羽天皇 (jap.), 1103–1156, r. 1107–1123; 74. jap. Kaiser (Heian-Zeit); regierte nach seinem Rücktritt als „Klosterkaiser“
Tobatsu Bishamon-ten 兜跋毘沙門天 (jap.), wtl. Bishamon-ten aus Turfan bzw. Zentralasien
Toda Jōsei 戸田城聖 (jap.), 1900–1958; Mitbegründer und zweiter Präsident der neurel. Bewegung Sōka Gakkai
Togakushi-yama 戸隠山 (jap.), Berg und religiöses Zentrum in der Provinz Nagano
Tokoyo 常世 (jap.), Land der Unsterblichkeit, Land der Unvergänglichkeit
Tokudō 徳道 (jap.), Mönch der frühen Nara-Zeit; Begründer des Hase-dera, dessen Hauptheiligtum, ein 10m hoher elfköpfiger Kannon, er selbst geschnitzt haben soll
Tokugawa 徳川 (jap.), Kriegerdynastie, die während der Edo- oder Tokugawa-Zeit (1603–1867) das Amt des Militärmachthabers (Shōgun) inne hatte.
Tokugawa Hidetada 徳川秀忠 (jap.), 1579–16323; r. 1605–1623; zweiter Shōgun der Tokugawa-Dynastie
Tokugawa Iemitsu 徳川家光 (jap.), 3. Tokugawa Shōgun (1604–1651), r. 1623–1651
Tokugawa Ietsuna 徳川家綱 (jap.), 1641–1680; vierter Shōgun und erster minderjähriger Machtinhaber der Tokugawa-Dynastie (r. 1651–1680)
Tokugawa Ieyasu 徳川家康 (jap.), 1543–1616; Begründer des Tokugawa Shogunats; Reichseiniger
Tokugawa Mitsukuni 徳川光圀 (jap.), 1628–1701; Daimyō von Mito, konfuzianischer Gelehrter und Historiker
Tokugawa Nariaki 徳川斉昭 (jap.), 1800–1860; Daimyō von Mito; Staatsmann; Vertreter der sonnō jōi-Ideologie
Tokugawa Tsunaeda 徳川綱條 (jap.), 1656–1718; dritter Daimyō von Mito; Neffe und Adoptivsohn seines Vorgängers Tokugawa Mitsukuni
Tokugawa Tsunayoshi 徳川綱吉 (jap.), 1646–1709; fünfter Shōgun der Tokugawa Dynastie, wegen seiner Tierliebe auch als dog shōgun bezeichnet
Tokugawa Yoshinao 徳川義直 (jap.), 1601–1650; Sohn von Tokugawa Ieyasu und erster Tokugawa-Daimyō von Owari
Tokugawa Yoshinobu 徳川慶喜 (jap.), 1837–1913; letzter Tokugawa-Shōgun aus der Linie der Mito Tokugawa; (r. 1866–1867); auch Tokugawa Keiki
Tokuitsu 徳一 (jap.), 760?–835?; buddhistischer Mönch der Hossō-Schule
Tonokōri 都於郡 (jap.), Stammsitz des Hauses Itō 伊東 in der Provinz Hyūga (heute Saito, Präf. Miyazaki)
Tori Busshi 止利仏師 (jap.), tätig um 600; wtl. Buddhameister Tori; Bildhauer aus der Familie Kuratsukuri-be, einer Sippe von Sattelmachern mit koreanischen Wurzeln
Toriyama Sekien 鳥山石燕 (jap.), 1712–1788; Künstler und Gelehrter; vor allem bekannt für seine illustrierten Gespenster-Enzyklopädien
Tosa 土佐 (jap.), ehem. Provinz auf der Insel Shikoku, heute Kōchi-ken
Tōdaiji 東大寺 (jap.), Tempel des Großen Buddha von Nara; wtl. Großer Ost-Tempel
Tōdō Takatora 藤堂高虎 (jap.), 1556–1630; Daimyō der Azuchi-Momoyama- und frühen Edo-Zeit
Tōfuku-ji 東福寺 (jap.), Zen-Tempel in Kyōto; 1236 errichtet
Tōji 東寺 (jap.), Ost-Tempel in Kyōto, eig. Kyōō Gokoku-ji (Tempel des Königs der Lehre zum Schutz des Landes)
Tōjō Hideki 東條英機 (jap.), 1884–1948; General und Premierminister während des 2. WKs; verurteilter Kriegsverbrecher; kami des Yasukuni Schreins
Tōka Ebisu 十日戎 (jap.), wtl. Ebisu des 10. Tages; wichtiges Schreinfest des Ebisu am 10 Januar
Tōnomine 多武峰 (jap.), Heiliger Berg südlich von Nara, wo u.a. der Ahnherr der Fujiwara Nakatomi no Kamatari im Tanzan Schrein verehrt wird
Tōshō Daigongen 東照大権現 (jap.), wtl. „Große göttl. Manifestation, die den Osten erleuchtet“; Götternamen des Tokugawa Ieyasu
Tōshō-gū 東照宮 (jap.), Tōshō Schrein, Mausoleum des Tokugawa Ieyasu in Nikkō, Präf. Tochigi
Toyokawa Inari 豊川稲荷 (jap.), Inari Kultstätte in Toyokawa, Aichi-ken; eig. ein buddh. Tempel, Myōgon-ji
Toyokuni Daimyōjin 豊国大明神 (jap.), posthumer Name des vergöttlichten Toyotomi Hideyoshi; Gottheit des Toyokuni Jinja; alternative Lesung: Hōkoku Daimyōjin
Toyokuni Jinja 豊国神社 (jap.), Schrein in Kyōto; Sitz des vergöttlichten Toyotomi Hideyoshi
Toyota Hokkei 魚屋北渓 (jap.), 1780–1850; ukiyo-e-Künstler der Edo-Zeit, erster Schüler des Katsushika Hokusai; auch bekannt unter den Künstlernamen Aiogazono 葵園, Aoigaoka 葵岡 and Kyōsai 拱斎
Toyotama-hime 豊玉姫 (jap.), „Prinzessin Juwelenreich“; Tochter des Meereskönigs und Frau des Hiko Hohodemi
Toyotomi Hideyori 豊臣秀頼 (jap.), 1593–1615; Sohn und entmachteter Nachfolger des Kriegsherren und Reichseinigers Toyotomi Hideyoshi
Toyotomi Hideyoshi 豊臣秀吉 (jap.), 1537–1598, Feldherr, militärischer Machthaber; bekannt als der zweite von drei Reichseinigern am Ende der „Zeit der kämpfenden Länder“ (Sengoku Jidai)
Toyouke 豊受 (jap.), Nahrungsgottheit des Äußeren Schreins von Ise
Trailokyavijaya त्रैलोक्यविजय (skt.), „Bezwinger der drei Welten“, einer der Fünf Großen Myōō (jap. Gōzanze 降三世)
Tsongkhapa ཙོང་ཁ་པ་བློ་བཟང་གྲགས་པ་ (tibet.), 1357–1419; tibetischer Mönchsgelehrter, Begründer der Gelug-Schule, der heute dominanten Richtung des tibetischen Buddhismus
Tsuda Sōkichi 津田左右吉 (jap.), 1873–1961; jap. Historiker und Religionswissenschaftler, in der Kriegszeit wegen kritischer Geschichtsauffassung unter Berufsverbot, später rehabilitiert
Tsukioka Yoshitoshi 月岡芳年 (jap.), 1839–1892; Maler; ukiyo-e-Küstler
Tsukuyomi 月読 (jap.), Mondgottheit, Bruder der Sonnengöttin Amaterasu; wtl. Mondleser oder Monatszähler; auch Tsukiyomi gelesen
Tsuno Daishi 角大師 (jap.), wtl. „gehörnter Großmeister“; Beinamen des Mönchs Ryōgen in seiner Gestalt als Dämon
Tsurugaoka Hachiman-gū 鶴岡八幡宮 (jap.), repräsentativster Schrein des ehemaligen Shōgunats in Kamakura; Gründung durch die Familie Minamoto, die Hachiman als Ahnengottheit verehrten
Tsushima 対馬 (jap.), Insel in der Meerenge zwischen Korea und Japan. Obwohl näher zu Korea gelegen (50 km) wird Tsushima traditionellerweise Japan zugerechnet.
Tsuwano 津和野 (jap.), Fürstentum bzw. Stadt im Westen der Hauptinsel Honshū, heute Teil von Shimane-ken.
Tuṣita तुषित (skt.), höchster Himmel im indisch-buddhistischen Pantheon (jap. Tosotsu-ten 兜率天)
Uda 宇陀 (jap.), Region östlich des Nara-Beckens
Uda Tennō 宇多天皇 (jap.), 867–931; 59. Tennō Japans, r. 887–897
Ueda Akinari 上田秋成 (jap.), 1734–1809; Schriftsteller und Gelehrter
Ueno Daibutsu 上野大仏 (jap.), Einstiger Riesenbuddha (daibutsu) im Ueno Park in Tōkyō, von dem heute nur noch das Gesicht übrig geblieben ist.
Ugajin 宇賀神 (jap.), Schlangengottheit, häufig mit Benzai-ten assoziiert
Ugayafukiaezu no Mikoto 鵜葺草葺不合命 (jap.), im vollen Namen Hiko Nagisatake Ugayafukiaezu no Mikoto (彦波瀲武鸕鶿草葺不合尊), Vater des 1. legendären tennōs Jinmu Tennō, Sohn von Toyotama-hime und Hiko Hohodemi
Uhō Dōji 雨宝童子 (jap.), shintō-buddhistische Gottheit in Gestalt eines Jünglings, der als Erscheinungsform Amaterasus galt
Uji-kawa 宇治川 (jap.), Uji-Fluss; verbindet den Biwa See mit der japanischen Inlandsee und war einst eine wichtige Verkehrsader; an ihm liegt der Byōdō-in
Uka-no-mitama 宇迦之御魂 (jap.), Weibliche Nahrungsgottheit, die v.a. im Fushimi Inari Schrein verehrt wird.
Unkei 運慶 (jap.), ca.1150–1223; berühmtester Bildhauer-Mönch der sog. Kei-Schule (Kei-ha), bekannt für einen besonders realistischen und zugleich dynamischen Stil
Unschuld, Paul (west.), 1943–; deutscher Sinologe und Medizin-Historiker an der Universität München
Urabe 卜部 (jap.), Priester und Orakelleser des Tennō-Hofs
Urabe no Suetake 卜部季武 (jap.), 950?–1022; Heian-zeitlicher Krieger (Vasall des Minamoto no Yorimitsu) und Held zahlreicher Legenden
Urashima Tarō 浦島太郎 (jap.), Held einer berühmten Sage; heiratet eine Meeresprinzessin, verbringt mit ihr drei Jahre im Meerespalast, kehrt nach Hause zurück und stellt fest, dass nicht drei, sondern dreihundert Jahre seit seinem Fortgang vergangen sind.
Usa 宇佐 (jap.), Region im Norden der Insel Kyūshū, bekannt für den Usa Hachiman Schrein.
Usa Hachiman-gū 宇佐八幡宮 (jap.), Usa Hachiman Schrein (Usa, Kyūshū)
Ushiku Daibutsu 牛久大仏 (jap.), Rund 100m hohe Statue des Buddha Amida in der Präfektur Ibaraki, fertiggestellt 1995
Usuki 臼杵 (jap.), Stadt in Kyūshū mit eindrucksvollen buddhistischen Felsskulpturen und Resten europäischer Architektur aus der Zeit der christlichen Missionierung (16. Jh.)
Utagawa Hiroshige 歌川広重 (jap.), 1797–1858; einer der stilbildenden Meister des japanischen ukiyo-e-Farbholzschnitts Ende der Edo-Zeit
Utagawa Kunisada 歌川国貞 (jap.), 1786–1865; Edo-zeitlicher ukiyo-e Meister
Utagawa Kuniyoshi 歌川国芳 (jap.), 1798–1861; Maler und Zeichner. Bekannter Verteter des ukiyo-e-Farbholzschnitts
Utagawa Yoshitora 歌川芳虎 (jap.), aktiv 1836–1882, ukiyoe-Künstler, Schüler des Utagawa Kuniyoshi
Vairocana वैरोचन (skt.), „Sonne, sonnenhaft“, Buddha-Name (jap. Birushana/Rushana 毘盧舎那/盧舎那 oder Dainichi 大日)
Vaiśālī वैशाली (skt.), Ort des 2. buddhistischen Konzils; Ort eines berühmten buddhistischen Grabmonuments (stupa)
Vaiśravaṇa वैश्रवण (skt.), „Sohn des Gerühmten“, Himmelswächter des Nordens, aka. Kubera (jap. Bishamon-ten 毘沙門天 oder Tamon-ten 多聞天)
Vajrapāṇi वज्रपाणि (skt.), „Vajrahand“, Vajraträger (jap. Kongōshu 金剛手)
Vajrayakṣa वज्रयक्ष (skt.), „Vajra General“, einer der Fünf Großen Myōō (jap. Kongōyasha 金剛夜叉)
Vajrayāna वज्रयन (skt.), „Vajra-Fahrzeug“, Tantrismus, esoterischer Buddhismus (jap. mikkyō 密教 oder Kongō-jō 金剛乗)
Vajrayoginī वज्रयोगिनी (skt.), weibl. buddhist. Schutzgottheit, identifiziert mit Inari; auch: menschenfressende Dämonin
Valignano, Alessandro (west.), 1539–1606; italienischer Jesuit; als „Visitator“ übte er großen Einfluss auf die Mission in China und Japan aus
Vārāṇasī वाराणसी (skt.), auch Benares; indische Stadt am Ganges, Ort der ersten Predigt des Buddha
Vidiśā विदिशा (skt.), Stadt im Herzen Indiens, 10 km von Sanchi entfernt
Vimalakīrti विमलकीर्ति (skt.), „Glänzender Ruhm“, Reicher Kaufmann und Laienanhänger, Held eines eigenen Sutras (jap. Yuima 維摩)
Viṣṇu विष्णु (skt.), indische (vedische) Gottheit; gilt im Vishnuismus als Manifestation des höchsten Seins
Vollmer, Klaus (west.), Deutscher Japanologe an der Universität München
Wa 和/倭 (jap.), Frühe Bezeichnung für Japan bzw. die Japaner; urspr. wählten die Chinesen ein Zeichen mit der Grundbedeutung „Zwerg“ 倭, das später in Japan durch ein Zeichen mit der Bedeutung „Harmonie“ 和 ersetzt wurde.
Wachutka, Michael (west.), (geb. 1974), deutscher Japanologe
Wakabayashi, Haruko (west.), Japanisch-amerikanische Japanologin mit Schwerpunkt auf dem japanischen Mittelalter
Wakamiya Jinja 若宮神社 (jap.), wtl. „Junger Schrein“; bedeutendster Nebenschrein des Kasuga Taisha, gegr. 1135; später entstandene Schreine dieses Namens finden sich in ganz Japan
Wake no Kiyomaro 和気清麻呂 (jap.), Nara-zeitlicher Hofbeamter und Staatsmann, 733–799
Waseda Daigaku 早稲田大学 (jap.), zweitälteste Privatuniversität Japans, Gründung 1882 in Tōkyō
Watanabe no Tsuna 渡邊綱 (jap.), 953–1025; Krieger der Heian-Zeit; Vasall des Minamoto no Yorimitsu; Held zahlreicher Sagen und Legenden
Watarai 度会 (jap.), Priester des Äußeren Schreins von Ise
Watarai Shintō 度会神道 (jap.), Shintō-Lehre des Äußeren Schreins von Ise
Watatsumi 綿津見/海神 (jap.), Gott oder König des Meeres, oft in Drachengestalt imaginiert
Weiss, Don (west.), amerikanischer Autor, beschrieb seine Erfahrungen auf dem Shikoku Pilgerweg in seinem Buch Echoes of Incense
Weonjong 元宗/원종 (kor.), 1259–1274; König von Korea, r. 1259–1274
WorldMate (west.), Shintō-basierte japanische Neureligion, gegründet von Fukami Tōshū
Wu Zetian 武則天 (chin.), 625–705; hielt nach dem Tod ihres Mannes, Kaiser Gaozong (628–683), die politischen Fäden Tang-Chinas in der Hand und trat 690 selbst die Herrschaft als Kaiserin an; Förderin des Buddhismus
Xuanzang 玄奘 (chin.), 602–664; berühmter chin. Pilgermönch und buddh. Gelehrter; Autor eines einflussreichen Reiseberichts über das buddhistische Indien, der später als „Reise nach dem Westen“ in einen Roman gefasst wurde
Xuanzong 玄宗 (chin.), 685–772; Tang-zeitl. Herrscher (r. 712–756); repräsentiert Glanzzeit und beginnenden Verfall der Tang-Dynastie
Yaegaki Jinja 八重垣神社 (jap.), Schrein in Matsue, Präfektur Shimane
Yakuō Bosatsu 薬王菩薩 (jap.), Bodhisattva Medizinkönig; Bodhisattva im Lotos Sutra
Yakuō-in 薬王院 (jap.), Shingon-Tempel am Takao-san bei Tōkyō, Zentrum des Shugendō; er ist dem „Medizin-König“ Yakuō Bosatsu geweiht, einer Figur aus dem Lotus Sūtra.
Yakushi-ji 薬師寺 (jap.), Tempel des Yakushi Nyorai in Nara
Yakushi Nyorai 薬師如来 (jap.), Buddha der Medizin; skt. Bhaisajyaguru
Yakuza ヤクザ (jap.), Sammelbezeichnung für organisierte Banden der jap. Unterwelt, vergleichbar mit der Mafia, aber als Organistion in Japan nicht verboten; der Name wird auch mit den Zahlen acht (ya), neun (ku), drei (sa[n]) geschrieben, eine aus einem Glücksspiel abgeleitete Kombination
Yama यमराज (skt.), Gottheit der Unterwelt und des Todes (jap. Enma 閻魔)
Yamada 山田 (jap.), Ehemals Stadt vor dem Äußeren Schrein von Ise (Gekū), heute Teil der Stadt Ise.
Yamada Shōji 山田奨治 (jap.), 1963–; japanischer Kultur- und Medienwissenschaftler am International Research Center for Japanese Culture (Nichibunken), Kyōto, und budōka
Yamāntaka यमान्तक (skt.), „Bezwinger des Todes (Yama)“, einer der Fünf Großen Myōō (jap. Daiitoku Myōō 大威徳明王)
Yamatai 邪馬台 (jap.), Reich der Königin Himiko im Japan des dritten Jhdts; in der chin. Chronik Weizhi beschrieben
Yamata no Orochi 八岐大蛇 (jap.), Mythologische Schlange (Drache) mit acht Köpfen; wtl. „achtfach gegabelte Schlange“; wird von Susanoo besiegt
Yamato 大和/倭 (jap.), Kernland der Tennō-Dynastie in Zentraljapan (Präfektur Nara); archaischer Name für Japan
Yamato-hime 倭姫(倭比売) (jap.), Mytholog. Priesterin der Amaterasu, Tochter von Suinin Tennō
Yamato Takeru 倭建/日本武 (jap.), Mythologischer Prinz, Sohn des Keikō Tennō; wtl. der Held/der Tapfere von Yamato
Yamato Totohi Momoso-hime 倭迹迹日百襲姫命 (jap.), mythol. Priesterin des Ōmiwa Jinja; Gemahlin des Gottes Ōmononushi; auch Yamato Toto-hime
Yamauba 山姥 (jap.), Berghexe, wtl. alte Frau der Berge; traditionelle weibliche oni-Figur; auch Yamanba
Yamazaki Ansai 山崎闇斎 (jap.), 1618–1682; Neo-Konfuzianist und Shintō-Theologe
Yamazumi Jinja 山住神社 (jap.), mit dem Berg- und Wolfsglauben assozierter Schrein in Shizuoka
Yanagita Kunio 柳田国男 (jap.), 1875–1962; Begründer der jap. Volkskunde
Yangtsekiang 扬子江 (chin.), Außerhalb Chinas geläufiger Name des Jangjiang 長江 („langer Fluss“), drittlängster Fluss der Welt
Yanlou 閻羅 (chin.), abgeleitet von skt. Yama Raja, König Yama; jap. Enra oder Enma; König oder Richter der Unterwelt
Yasaka Jinja 八坂神社 (jap.), Yasaka Schrein (Kyōto), ehemals als Gion Schrein bezeichnet
Yasakani no Magatama 八尺瓊曲玉 (jap.), Halskette aus Krummjuwelen (magatama); Teil der mythol. Throninsignien (sanshu no jingi) Japans
Yashima Gakutei 八島岳亭 (jap.), 1786-1868; jap. Dichter und Künstler; lernte bei Katsushika Hokusai und Toyota Hokkei
Yaśodharā यसोधरा (skt.), „Die den Ruhm erhält“, Ehefrau von Siddhartha Gautama (jap. Yashodhara 耶輸陀羅)
Yasui Konpira-gū 安井金比羅宮 (jap.), Schrein in Kyōto, welcher 1695 errichtet wurde.
Yasukuni Jinja 靖国神社 (jap.), Yasukuni Schrein, Tōkyō; Schrein zum Gedenken an Kriegsgefallene
Yatagarasu 八咫烏 (jap.), wtl. Achthand-Krähe, wahrscheinlich in der Bedeutung „Riesen-Krähe“; wird zumeist als dreibeinig dargestellt, was einem chinesischen Sonnensymbol entspricht; mythologische Gottheit, die v.a. in Kumano verehrt wird
Yata no Kagami 八咫鏡 (jap.), Spiegel; Teil der drei Throninsignien Japans
Yayoi 弥生 (jap.), Yayoi-Zeit (ca. 300 v.u.Z. – 300 u.Z.); Zeit der Entwicklung des Reisanbaus
Yijing 義浄 (chin.), 635–713; chin. Pilgermönch, Übersetzer und „Indologe“; jap. Gijō
Yin Yang 陰陽 (chin.), Dualistisches Prinzip der chin. Naturphilosophie
Yinyuan Longqi 隱元隆琦 (chin.), 1592–1673; jap. Ingen Ryūki; Begründer des Ōbaku-Zen
Yixing 一行 (chin.), 683–727; chin. Astronom, Erfinder und Mönch des esoterischen Buddhismus (mijiao), vor allem als Übersetzer des Mahāvairocana Sutra (Dainichi-kyō) und Autor des zugehörigen Kommentars (Dainichi-kyō sho) bekannt
Yokawa 横川 (jap.), trad. Tempelbezirk des Hiei-zan im Nordosten der Anlage
Yokohama-shi 横浜市 (jap.), Großstadt in der Präfektur Kanagawa
Yokoyama Kimio 横山公男 (jap.), 1924–2010; Architekt, Anhänger der Nichiren Shōshū
Yomi 黄泉 (jap.), mytholog. Unterwelt; geschrieben mit den Zeichen „Gelbe Quellen“, eine chinesische Bezeichnung für die Unterwelt
Yoshida Jinja 吉田神社 (jap.), Yoshida Schrein, Kyōto; 859 als Zweigschrein des Kasuga Taisha gegründet; ursprünglich Ahnenschrein der Fujiwara; später Zentrum des Yoshida Shintō
Yoshida Kanetomo 吉田兼倶 (jap.), 1435–1511; Shintō-Priester und Theologe; Begründer des Yoshida Shintō (auch Yuiitsu Shintō), Autor des Yuiitsu shintō myōbō yōshū
Yoshida Kazuhiko 吉田一彦 (jap.), 1955–; japanischer Historiker und Religionswissenschaftler an der Nagoya City University
Yoshida-ke 吉田家 (jap.), höfische Priesterfamilie (urspr. Urabe), die über Jahrhunderte im Götteramt (Jingi-kan) tätig war und Ende des Mittelalters durch eine neue Theologie (Yoshida Shintō) großen Einfluss in der Welt des Shintō gewann
Yoshida Kenkō 吉田兼好 (jap.), 1283?–1350?; japanischer Dichter und Hofbeamter, Autor des Tsurezuregusa; zu seiner Zeit wahrscheinlich als Urabe Kaneyoshi bekannt
Yoshida Shintō 吉田神道 (jap.), mittelalterl. Shintō-Richtung, begründet von Yoshida Kanetomo
Yoshida Shōin 吉田松陰 (jap.), 1830–1859; Gelehrter der westlichen Wissenschaften; Aktivist der sonnō jōi-Ideologie
Yoshida Urabe 吉田卜部 (jap.), höfische Priester Familie; genau genommen die Yoshida-Linie der Urabe Priesterdynastie
Yoshikawa Koretaru 吉川惟足 (jap.), 1616–1695; Shintō-Gelehrter und Theologe der frühen Edo-Zeit; Begründer des Yoshikawa Shintō
Yoshino 吉野 (jap.), Bergregion im Süden des Nara-Beckens mit mehreren Zentren der Bergasketen (yamabushi); wichtige Pilgerstätte der Heian-Zeit
Yoshiwara 吉原 (jap.), Freudenviertel des Edo-zeitlichen Tōkyō
Yōmei-mon 陽明門 (jap.), „Tor der Sonnenklarheit“; ursprünglich Name des östlichen Tores im Kaiserpalast von Kyōto, später auch in Nikkō errichtet
Yōmei Tennō 用明天皇 (jap.), 540–587; 31. Kaiser Japans (r. 585–587); Vater von Shōtoku Taishi
Yuan 元 (chin.), chin. Herrschaftsdynastie, Mongolenherrschaft, 1279–1368
Yuiitsu Shintō 唯一神道 (jap.), mittelalt. Shintō-Richtung (= Yoshida Shintō)
Yuima 維摩 (jap.), skt. Vimalakirti; reicher Kaufmann und gelehrter Laienschüler des buddha, Held eines eigenen Sutras
Yumedono 夢殿 (jap.), Halle der Träume; Seitentempel des Hōryū-ji
Yungang 雲岡 (chin.), Ort einer Gruppe von buddhistischen Felsstatuen aus der Nördlichen Wei Dynastie (385–535)
Yūki Hideyasu 結城秀康 (jap.), 1574-1607, Samurai, unehelicher Sohn von Tokugawa Ieyasu, später wurde er von Toyotomi Hideyoshi adoptiert, 'Hideyasu' setzt sich aus den Namen seiner Väter zusammen
Yūryaku Tennō 雄略天皇 (jap.), 418–479; semi-historischer 21. Kaiser Japans; (r. 456–479); andere Namen: Ōhatsuse Wakatake; Wakatakeru no Ōkimi
Yūtoku Inari Jinja 祐徳稲荷神社 (jap.), Inari Schrein in Kyūshū, zählt zu den „Drei Großen Inari“ Japans
Zaō Gongen 蔵王権現 (jap.), synkretistische Gottheit der yamabushi
Zegai-bō 是界坊 (jap.), diabolischer tengu
Zen 禅 (jap.), chin. Chan, wtl. Meditation; Zen Buddhismus
Zeniarai Benten 銭洗弁天 (jap.), Schrein der Geldwaschenden Benten in Kamakura, mit vollem Namen Zeniarai Benzaiten Ugafuku Jinja 銭洗弁財天宇賀福神社
Zenkō-ji 善光寺 (jap.), Tempel in Nagano
Zennishi Dōji 善膩師童子 (jap.), Sohn und Bote des Bishamon-ten
Zennyo Ryūō 善如龍王/善女龍王 (jap.), Drachen- bzw. naga-König aus der buddhistischen Mythologie
Zhiyi 智顗 (chin.), 538–597; chin. Mönch und Gründer des chinesischen Tiantai Buddhismus; ältere Schreibung: Chih-i
Zhongkui 鍾馗 (chin.), legendärer chin. Dämonen-Töter in Gestalt eines chin. Beamten; eigentlich ein Dämon, der selbst Dämonen tötet; wird auf eine Figur aus der Tang-Zeit zurückgeführt; jap. Shōki
Zhou 周 (chin.), chin. Zhou-Dynastie (1122?–256 v.u.Z.); eingeteilt in Westliche Zhou-Dynastie, Zongzhou 西周 (770–256 v.u.Z.) und Östliche Zhou-Dynastie, Dongzhou 東周 (770 v. Chr. bis 256 v.u.Z.)
Zhu Xi 朱熹 (chin.), 1130–1200; chin. Philosoph; Begründer des Neo-Konfuzianismus
Zōga 増賀 (jap.), 917–1003; Mönch der Tendai-Schule
Zōjō-ji 増上寺 (jap.), Jōdo-Tempel in Tōkyō, einst Ahnentempel der Tokugawa, gegr. 1393
Zōjō-ten 増長天 (jap.), Wächter des Südens der Shi-Tennō,wtl. „der Wachstumsmehrer“; skt. Virūdhaka