Ethnische Konflikte in den fudoki

Aus Kamigraphie
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Das Verhältnis zwischen zentraler und lokaler Macht wird in den fudoki oft stark polarisiert bzw. in schwarz-weiß-Schemata dargestellt. Einerseits gibt es die Idealisierung der Helden, die die zentrale Macht des Yamato Kaiserhofs vertreten, andererseits die negative Abbildung der lokalen Mächte.

Man adoptiert in den Chroniken die Rhetorik und die traditionell chinesische Sichtweise bei der Darstellung von unassimilierten Population am Rande des autoritären Bereichs der zentralen Macht, wobei diese als fremd und diametral anders dargestellt wird, unter anderen auch durch das Hervorheben von dessen negativen Eigenschaften. Man versucht diese Teile der Population, die sich der zentralen Macht widersetzten oder außerhalb ihrer Kontrolle lagen, als Gegensatz vom „zivilisierten“ religiös-politischen Zentrum darzustellen und hiermit auch dessen Pazifikation zu berechtigen.[1]

Vertreter der lokalen Macht

Hitachi fudoki

In Hitachi fudoki beschreibt man die einheimischen Sippen von Kuzu als „subhumane Kreaturen, die in Höhlen leben, die sie selbst ausgegraben haben. Wenn sich ihnen die Menschen nähern, verstecken sie sich in den Höhlen. Ihre Veranlagung ist ähnlich der eines Wolfes und der einer Eule, schnüffelnd und raubend.“[2]

Vertreter der zentralen Macht

Kriege

Hitachi fudoki

Bungo fudoki

Izumo fudoki

  • In den Aufzeichnungen über die Ortschaften Mori und Hayashi wird ein Feldzug Ōkuninushis zur Befriedung von/der Yakuchi in Koshi erwähnt. Ob der Begriff Yakuchi einen bestimmten Ort oder eine Personengruppe bezeichnet, kann heute nicht mehr eindeutig bestimmt werden.[5]
  • Ohonamuchi gegen 8000 Götter

Friedliche Konfliktlösungen

Harima fudoki

Izumo fudoki

  • Koreanische Einwanderer im Flussdelta des Flusses Hino 斐伊川
  • Yamato 大和 übernimmt Izumo 出雲国

Gewaltsame Einzelkonflikte

Karte der Provinz Hitachi: Die roten Punkten kennzeichnen die Orte, wo die kuzu/tsuchigumo/saheki in einem gewaltsamen Konflikte figurieren [Abb. 1]

Hitachi fudoki

  • Yamato Takeru tötet einen Saheki namens Torihiko 鳥日子, weil dieser sich nicht unterordnen wollte.[6]
  • Yamato Takeru tötet Kitsuhiko 寸津比古, einen Anführer der Kuzu, weil dieser die Authorität des Yamato-Hofes nicht anerkennt.[7]

Harima fudoki

S.a. Zwischenmenschliche Beziehungen

S.a. Harima fudoki 播磨国風土記

Verweise

Literatur

  • Kichirō Akimoto (Hg.) 1971
    Fudoki. (Nihon koten bungaku taikei 日本古典文学大系 2.) Tōkyō: Iwanami Shoten 1971. (Erste Auflage 1958.)
  • Michiko Yamaguchi Aoki (Ü.) 1971
    Izumo fudoki. (Monumenta Nipponica Monograph.) Tokyo: Sophia University 1971.
  • Michiko Yamaguchi Aoki (Ü.) 1997
    Records of wind and earth: A translation of fudoki with introduction and commentaries. (Monographs of the Association for Asian Studies, Bd. 53.) Ann Arbor, Mich.: Association for Asian Studies 1997.
  • David T. Bialock 2007
    Eccentric spaces, hidden histories: Narrative, ritual and royal authority from the chronicles of Japan to the tale of the Heike. Stanford: Stanford University Press 2007.

Fußnoten

  1. Bialock 2007, S. 119
  2. Aoki 1997, S. 45
  3. Aoki 1997, S. 70
  4. Akimoto 1971, S. 58
  5. Aoki 1997, S. 82, 86
  6. Aoki 1997, S. 54
  7. Aoki 1997, S. 55

Bilder

Quellen und Erläuterungen zu den Bildern auf dieser Seite:

  1. Hitachi Map Marked1.jpg
    Karte der Provinz Hitachi Landkarte
    Bild © Aoki 1997
    Markiert sind alle Orte, wo man die einheimischen Stämme im Kontext der Namensgebung der jeweiligen Orte in Hitachi fudoki erwähnt. Die rote Punkte markieren die Orte, wo die kuzu/tsuchigumo/saheki in einem gewaltsamen Konflikt figurieren.