Jinmu Tennō 神武天皇 nimmt in der mythologischen Geschichte des Kaiserhauses einen wichtigen Platz ein, da er als erster offizieller Tennō angesehen wird, göttlicher Abstammung wäre und einen großen Teil Japans (von Kyūshū bis Yamato 大和) vereint haben soll.
Kogo shūi
Hikonagisa no Mikoto ist der Vater von Jinmu Tennō.
Auf seinem Feldzug von Kyūshū in die östlichen Provinzen (Yamato), ist ihm v.a. ein Vorfahre der Ōtomo Familie 大伴氏 als General behilflich.[1] Der Vorfahre der Mononobe Familie 物部氏, Nigihayahi no Mikoto 饒速日尊, ergibt sich voller Respekt mit all seinen Soldaten, mit Ausnahme von Nagasune-Hiko, welcher daraufhin umgebracht wird. Nigihayahi wird für seine Loyalität belohnt.
Die Vorfahren der Ōyamato Familie 大和氏 werden für ihren Kampf zu See und ihre Spionage auf dem Berg Kagu 香久山 belohnt. Die Krähe Yatagarasu 八咫烏, Vorfahre der Kamo no Agata 賀茂縣, leitet in den Bergen von Uda die kaiserliche Armee.
Als die „diabolischen“ Feinde besiegt sind, wird Kashihara 橿原市 in Yamato zur Hauptstadt des Reiches ernannt.
Hironari 広成 hebt im anschließenden Bau des kaiserlichen Palastes (Mi-araka) v.a. seine eigene Sippe hervor, welche zwei Familienzweige in der Provinz Ki hat, die direkt am Palastbau als Holzfäller und Zimmermänner beteiligt waren. Zudem halfen sie bei der Herstellung von heiligen Schätzen (Spiegel, Juwelen, Waffen etc.).
Weitere erwähnte Handwerke und Abstammungen sind:
Vorfahre
Handwerk
Kushi Akarutama no Mikoto 櫛明玉命
Herstellung von miho-gitama 美保伎玉, geheiligte Juwelen, in der Provinz Izumo, welche sie auch teilweise als jährlichen Tribut an den Kaiser schenken.
Ame no Hiwashi no Mikoto 天日鷲命 Ame no Tomi no Mikoto 天富命
Kultivierung von Hanf und Papiermaulbeerbäumen, sowie der Weiterverarbeitung der daraus gewonnen Materialien. Sie migrierten in die Provinz Awa 阿波 (Awa-kōri), um fruchtbaren Boden zu finden. Später begannen sie die Tradition des Fests der großen Ernte. Der Erweitert
Sonderzeichen
Hilfe
Name Oe weist auf diese Abstammung hin. Ame no Tomi no Mikoto zog auch in östliche Regionen Japans,[2] und gründete Fusa no kuni, Land des Hanfs (fusa = altjap. für asa 麻 Hanf). Ame no Tomi gründete auch den Awa-jinja 安房神社.
Taokiho Oi no Mikoto 手置帆負命
Ansässig in der Provinz Sanuki 讚岐 und bekannt für die Herstellung von Speerstäben.
Hironari merkt an dieser Stelle an, dass all seine Ausführungen stimmen, da er sie mit Fakten unterstützen könne.
Im Kaiserpalast wird, in Übereinstimmung mit den Vorgaben der Götter Takamimusubi und Amaterasu 天照, eine heilige Stätte eingerichtet, um diversen Göttern huldigen zu können.
Mit der Hilfe von Mitgliedern der Inbe Familie, stellt Ame no Tomi die Reichsinsignien[3] auf und hält ein Ritual namens Ōtonohogai 大殿祭 ab, in dem er um eine gute Zukunft des Palastes betet.
Infolgedessen haben Mitglieder der Mononobe und Kume (unter der Leitung der Ōtomo) Familien ihre Waffen zur Schau gestellt und der Öffentlichkeit die Tore geöffnet, damit diese sich der eindrucksvollen Macht des Kaisers bewusst wird.
Somit ist Ame no Tomi und unter ihm die verschiedenen Familien auserwählt worden, die Opfergabenzeremonien durchzuführen.
Ame no Taneko no Mikoto ist zuständig für die Buße von irdischen[4] und himmlischen[5] Untaten. Im Namen des Kaisers hat er im Tomi Gebirge ein Heiligtum errichtet um seine Danksagungen and die Götter richten zu können. Diese Aufgabe übernahmen die Nakatomi 中臣氏 und Inbe Familien, während die heiligen Tänze der Familie Sarume 猿女 aufgetragen wurden.
Einheit von Kult und Regierung
Im Jinmu-Abschnitt des Kogo shūi findet sich auch eine bemerkenswerte Äußerung, welche die religionsgeschichtliche Auffassung des Autors, Inbe no Hironari, widerspiegelt:
Zu dieser Zeit standen der Souverän und die Gottheit noch in
einem nahen Verhältnis. Sie waren beständig in derselben Halle und
auf gemeinsamem Lager). Daher waren auch die Götter-Dinge und die
Staatsregierungs-Dinge noch nicht von einander getrennt und geschieden.
Florenz 1919, S. 436
Diese Äußerung zeigt, dass die Einheit von Kult und Regierung (saisei itchi 祭政一致) unter den Priestern der Heian-Zeit 平安時代 (794–1185) zwar als Ideal existierte, aber nicht mehr als zeitgemäß erachtet wurde.[6]
Kojiki (Buch 2) und Nihon shoki (Buch 3)
Der Aufbruch
Der Einstieg im Kojiki ist sehr direkt. Er spricht mit seinem älteren Bruder Itsu no Mikoto (in beiden Werken 五瀬命) in Takachiho darüber, dass sie ihr Reich nach Osten verlagern sollten.
Im Nihon shoki hingegen wird auch kurz auf Jinmus Abstammung und Leben vor dem Feldzug eingegangen. Seine Mutter hieß Tama-yori-hime 玉依姫尊, sie war die Tochter des Seegottes, und sein Vater war Hiko-nagisa-take-u-gaya-fuki-ahezu no Mikoto 天津日高日子波限建鵜葺草葺不合命. Er war das vierte Kind. Jinmu betont die lange Ahnenlinie der er angehört, indem er erwähnt, dass seine göttlichen Vorfahren vor 1.792.470 Jahren[7] auf die Erde gekommen sind. Von Shiho tsutsu no oji, einem „Alten des Meeres“, hört er, dass es im Osten ein Gebiet geben soll, welches umgeben von blauen Bergen ist.[8] Jinmu sieht es als angemessen, sein Reich dorthin auszubreiten, da es zweifelsohne das Zentrum der Welt ist.
In beiden Fällen ist Jinmu eindeutig die Hauptperson, obwohl er tatsächlich der jüngere von zwei Brüdern ist. Im Nihon shoki wird er dennoch schon vor Begin des Feldzugs als Herrscher — 天皇 tennō bzw. sumera mikoto — ausgewiesen, während im Kojiki die Befehlsgewalt anfangs beim älteren Bruder zu liegen scheint, bis dieser in der ersten Schlacht verwundet wird und stirbt. Beide kiki-Texte formulieren die Erzählung jedoch so, dass die Initiative des Feldzugs von Anfang an bei Jinmu liegt.
Während er im Kogo shūi lediglich als „Jinmu Tennō“ erscheint, wird in den Kiki sein eigentlicher Name gebraucht:
Werk
Japanisch
Übersetzung
Kojiki
神倭伊波禮毘古命
Kami-yamato-iware-hiko no Mikoto
Nihon shoki
神日本磐余彦天皇
Kami-yamato-iware-hiko no Sumera Mikoto
Die Reise ostwärts
Überblick über den Feldzug Jinmus von Hyuga aus [Abb. 2]
Im Groben erzählen Kojiki 古事記 und Nihon shoki 日本書紀 eine ähnliche Geschichte, oftmals unterscheiden sich aber gewisse Details. So ist zum Beispiel die Dauer des Feldzuges unterschiedlich. Laut Kojiki hält sich Jinmu ein Jahr im Okada Palast von Tsukishi (Fukuoka), sieben Jahre im Takeri Palast von Aki (Hiroshima) und acht Jahre im Takashima Palast von Kibi (Okayama) auf, bevor er seinen eigentlichen Kampf um die Yamato Region beginnt. Im Nihon shoki sind es lediglich wenige Monate, bevor er schließlich für drei Jahre in Takashima weilt, um dort den Feldzug vorzubereiten.
Die erste Begegnung mit einer Gottheit
Der erste interessante Unterschied ist zu Beginn, als Jinmu auf eine Gottheit trifft, welche ihm bei der Wegfindung hilft.
Als sie von diesem Land [10] weiter hinauf zogen, trafen sie in der Meerenge von Haya-suhi auf einen Menschen, der auf dem Rücken einer Schildkröte ritt, angelnd auf sie zu kam und dabei mit den Flügeln schlug. Sie riefen ihn herbei und fragten: „Wie ist dein Name?“ Er antwortete und sprach: „Meine Wenigkeit ist eine Gottheit des Landes.“ Dann fragten sie: „Kennst Du einen Weg durch das Meer?“ Darauf antwortete er: „Den kenne ich wohl.“ Als sie weiterhin zu wissen begehrten: „Willst du von nun an gehorsam zu Diensten sein?“, da antwortete er und sprach: „Ich will ehrfürchtig dienen.“ Hierauf schoben sie ihm eine Stange hinüber, zogen ihn in ihr Boot und verliehen ihm den Namen Sawo-ne-tsu-hiko. [Dies ist der Vorfahr der Yamato-no-kuni-no-miyatsuko].
Als er am Haya-ushi Tor ankam, war ein Fischer in einem Boot vor Ort. Der Kaiser rief nach ihm und fragte: „Wer bist du?“ — „Euer Diener ist eine irdische Gottheit und sein Name ist Utsu-hiko. Ich angle in der Bucht des Ozeans Fische. Als ich hörte, dass der Sohn der Götter auf dem Weg ist, kam ich um ihn zu besuchen.“ — „Kannst du mich führen?“ — „Das werde ich tun.“, woraufhin der Kaiser befahl, ihn mit einer shihi-Holzstange an Bord zu holen. Er wurde zum kaiserlichen Schiffskapitän ernannt. Es wurde ihm der Name Shihi-ne-tsu-hiko verliehen. Er war der erste Vorfahre der Yamato no Atahe.
Der Ortsname ist der gleiche, doch befindet sich der Ort einmal am Anfang der Reise (zwischen Kyūshū und Shikoku, NiSh), einmal gegen Ende zwischen Okayama und Ōsaka, Koj). Der Name der irdischen Gottheit unterscheidet sich nach der Bezeichnung der Holzstange, die ihr gerecht wird, strukturell ist die Episode jedoch gleich. Beide Versionen erklären die Gottheit zum Urahn der Provinzverwalter von Yamato.
Der Kampf gegen Naga-sune-hiko
Im Zuge des Vormarsches von Naniwa zur Kernregion von Yamato im heutigen Nara-Becken trifft Jinmu schließlich auf Naga-sune-hiko, der ihm zunächst erfolgreich Widerstand leistet.
Im Nihon shoki wird beschrieben, dass sich Jinmu unf Naga-sune-hiko am Hügel von Kusaka (im Norden des Nara-Beckens) begegnen. In dieser Schlacht wird Jinmus Bruder, Itsuse no Mikoto, zufällig von einem Pfeil getroffen und verwundet. Jinmu sieht ein, dass er diese Schlacht nicht gewinnen kann und beschließt einen Strategiewechsel:
Werk
Japanisch
Übersetzung
Nihon shoki
皇師不能進戦。天皇憂之。乃運神策於冲衿曰。今我是日神子孫
Die kaiserliche Armee konnte nicht gegen den Feind vorrücken. Der Kaiser, irritiert, ging in sich und sagte sich: „Ich bin der Nachfahre der Sonnengöttin und wenn ich weiter gegen die Sonne meine Feinde angreife, würde ich gegen den Weg des Himmels handeln.“
Jinmu beschließt also den Rückzug anzutreten, um von Süden aus anzugreifen. Er rechtfertigt diesen Entschluss mit seiner besonderen Abstammung von der Sonne.
Das Kojiki legt ähnliche Worte dem verwundeten Bruder Itsu-se in den Mund.
Dann, als sie Tomi-hiko[11] bekämpften, wurde Itsu-se no Mikoto von einem Pfeil von Tomi-hiko an der Hand verwundet. „Es ist nicht rechtens, dass ich, als Kind der Sonngöttin, gegen die Sonne kämpfe. Deshalb wurde ich von so einem niedrigen Schuft verwundet. Lass uns herumgehen, wo die Sonne in unserem Rücken ist, und attackieren.“ Sie stimmten überein und kamen vom Süden her.
Die Armee begibt sich also wieder auf den Seeweg nach Süden. Kurz darauf stirbt Itsu-se no Mikoto und wird, in beiden Kiki so beschrieben, am Berg Kama in der Provinz Ki beerdigt.
Jinmu wird vergiftet und erhält ein himmlisches Schwert
Laut NiSh geht die weitere Reise aufgrund von ungünstigen Winden nur mühsam vonstatten. Jinmus verbliebene ältere Brüder opfern sich, und appellieren dabei an ihre weiblichen Vorfahren, die Meeresgöttinnen, damit sich die See beruhigt.[12] Schließlich geht Jinmu Tenno im Süden der Halbinsel Kii neuerlich an Land, wird aber sogleich wieder von feindlichen "Gottheiten" angegriffen:
Ein großer Bär, kaum sichtbar, ging umher und verschwand. Plötzlich fielen Kami-yamato-ipare-hiko no Mikoto und seine Armee in einen Schlaf und legten sich nieder.
Seine Armee anführend, kam der Kaiser im Hafen Arazaka in Kumano an [auch bekannt als Nishiki Bucht], wo er Tobe von Nishiki tötete. Zu diesem Zeitpunkt stießen die Götter ein giftiges Gas aus, unter dem alle litten. Aus diesem Grund war es den kaiserlichen Soldaten unmöglich sich zu bewegen.
Die Rettung ergibt sich aus einem Schwert, das Jinmu von einem Mann namens Takakuraji erhält:
Werk
Japanisch
Übersetzung
Kojiki
此時熊野之高倉下。【此者人名】一横刀。到於天神御子之伏地而。獻之時。天神御子即寤起。詔長寝乎。
Zu diesem Zeitpunkt brachte [eine Person namens] Taka-kuraji von Kumano dem himmlischen Sohn ein Schwert. Als er es präsentierte, wachte der himmlische Sohn auf und sagte: „Ah, wie habe ich lange geschlafen!“
In dem Moment, als Jinmu das Schwert berührt, werden die bösen kami 神 niedergeschlagen und der Fluch gebannt, wodurch auch seine Soldaten wieder erwachen. Taka-Kuraji erzählt, wie er im Traum den Auftrag von Amaterasu und Taka-ki no kami durch Take-mika-tsuchi no kami erhielt.
Im Kojiki wird auch auf den Namen des Schwertes eingegangen. Genauer gesagt auf die drei bekannten Namen:
Werk
Japanisch
Übersetzung
Kojiki
【此刀名。云佐士布都神。亦名云甕布都神。亦名布都御。此刀者。坐石上神也。】
Der Name des Schwertes ist Saji-futsu no kami, ein anderer Name ist Mika-futsu no kami und ein weiterer ist Futsu no mitama. Es wird aufbewahrt im Iso Schrein.
Auch im Nihon shoki hat Takakuraji diesen Traum, dort nennt Take-mika-tsuchi no kami das Schwert jedoch Futsu no Mitama 丹敷浦. In beiden Erzählungen findet er es, wie von den Göttern vorausgesagt, in seinem Speicher.
Yatagarasu
Auf dem Weg von Kumano nach Yamato beschreiben beide Kiki, wie die Krähe Yatagarasu Jinmu zu Hilfe kommt:
Takaki no kami gab folgende Instruktionen: „Kind der himmlischen Gottheiten, schreite nicht weiter ins Landesinnere fort! Es gibt eine große Zahl von widerspenstigen Gottheiten. Vom Himmel herab werden wir eine große Krähe entsenden, welche den Weg zeigen wird. Folge ihr und setze deine Reise fort.“
Amaterasu Ōmikami instruierte den Kaiser in einem Traum mit folgenden Worten: „Ich werde nun Yatagarasu schicken, mache es zu deinem Führer durch das Land.“ Und tatsächlich kam Yatagarasu heruntergeflogen. Der Kaiser sagte: „Die Ankunft dieser Krähe passt zu meinem Traum. Großartig! Wundervoll! Meine göttliche Vorfahrin, Amaterasu Ōmikami, unterstützt mich also bei der Gestaltung der Erbinstitution.“[13]
Der Kampf gegen Ukashi den Alten
In Uda angekommen, widersetzt sich Ukashi/Ukeshi der Alte (Kojiki: 兄宇迦斯, Nihon shoki: 兄猾及) Jinmu. Im Kojiki ist die Rede davon, dass zunächst Yatagarasu vorgeschickt wird, was im Nihon shoki keine Erwähnung findet.
Sein jüngerer Bruder, Ukashi der Junge (Kojiki: 弟宇迦斯, Nihon shoki: 弟猾者), verrät Jinmu, dass sein älterer Bruder einen Hinterhalt plant. Für diesen Zweck wurde extra eine Halle gebaut, bei dessen Betreten man durch einen Mechanismus sofort sterben würde.
Laut Nihon shoki geht Michi no Omi no Mikoto 道臣命 (Vorfahre der Muraji 連 der Ōtomo) vor, um die Lage auszukundschaften. Er erkennt den Hinterhalt und zwang Ukashi den Alten hinein, wodurch dieser getöt wird. Anschließend wird dessen Leichnam herausgeholt und geköpft (Nihon shoki) bzw. zerhackt (Kojiki).
Das Kojiki erwähnt, dass neben Michi no omi auch Ōkume no Mikoto, Vorfahre der Atape der Kume, mitging. Dies wird im Nihon shoki völlig ausgelassen.
Nach diesem Sieg gab es ein Fest, auf dem Jinmu sang:
Zu dieser Zeit singt er:[14] Auf dem hohen Ort[15] von Uda haben wir ein Schnepfenfangnetz ausgeworfen. Aber es wurde keine Schnepfe gefangen. Stattdessen wurde ein feiner Wal gefangen.
Falls die alte Frau[16] nach Fleisch fragt, schneid nur ein bisschen ab, wie bei den Beeren des Taji-soba. Falls die neue Frau nach Fleisch fragt, gib ihr viel, wie bei den Beeren des Iji-saka-ki. ee shi ya ko shi ya! Dies ist zum lachen.[17] Aa shi ya ko shi ya! Dies ist zum lachen und verhohnen.[18]
Im hohen [Baumschloss] von Uda habe ich eine Falle für Waldschnepfe gelegt und wartete. Aber es kam keine Waldschnepfe, jedoch ein mutiger Wal kam. [..][19]
Das Lied im Nihon shoki wird Kume uta 來目歌 genannt. Beiden ist gemein, dass sie anscheinend aus zwei Teilen bestehen. Aston merkt an, dass er in der zweiten Hälfte keinen Sinn erkennt, weshalb er sie auch nicht übersetzt hat, aber ähnliche Anspielung auf Polygamie erkennt wie Chamberlain.
Berg Kagu (Nihon shoki)
Dieser Abschnitt ist nur im Nihon shoki vorhanden. Das Kojiki erzählt nach dem Lied den nächsten Abschnitt über die Krieger von Ōsaka.
Im Dorf Ihare trifft er auf eine Armee von Ukashi dem Alten, welche sich dort eingebunkert hat und die Straßen versperrt, wodurch ein Weiterkommen nicht möglich ist. Jinmu betet und im Schlaf erscheint ihm eine Gottheit, welche ihm rät aus der Erde des Berges Kagu Töpfe und Platten herzustellen. Diese soll er anschließend feierlich verwünschen und den Göttern opfern.
Am nächsten Tag ratet ihm Ukashi der Junge das Gleiche.
Jinmu schickt Ukashi und Shihi-netsu-hiko, verkleidet als alten Mann, respektive Frau, zum Berg Kagu um von dort Erde zu holen. Als die beiden die feindlichen Krieger die Straße belagern sehen, beginnt Shihi-netsu-hiko zu beten, damit sie an den Wachen vorbeikommen. Ihre Gebete werden erhört und die Krieger machen sich zwar lustig über das alte Ehepaar, lassen sie aber passieren.
Als Jinmu die hergestellten Töpfereien am Fluss Nifu opfert, wirkt der Fluch, wie Schaum auf dem Wasser, auf sie ein[20].
Mit diesen Töpfereien hält er zudem zwei Rituale ab, um auch wirklich zu bestätigen, dass er der Herrscher über das Land werden soll. Zum einen macht er ame 飴 (süßer Malzextrakt ohne Wasser zu benutzen und zum anderen hält er einen Topf in den Fluss, um das Verhalten der Fische zu verändern.
Als er anschließend die Banditen beim Berg Kunimi besiegt, singt er:
Wie die Shitadami,[21] welche um den großen Stein im See von Ise, wo der heilige Wind bläst, herumkriechen, wie die Shitadami, meine Männer! Meine Männer! Werden wir herumkriechen und sie vollkommen zerschlagen und sie vollkommen zerschlagen.
Die Banditen von Ōsaka
Als Jinmu in Ōsaka ankommt, trifft er auf eine Bande von mächtigen Männern, welche er mit einer List umbringen möchte. Er lädt sie zu einem Festessen ein und als sie bereits betrunken sind befiehlt er, versteckt in einem Lied, sie niederzuschlagen.
Nach diesem Sieg gab es ein Fest, auf dem Jinmu sang:
Viele Leute sind in dem großen Grubenhaus in Ōsaka. Auch wenn viele Leute dort sind, werden die ritterlichen Kerle der Kumi, mit ihren Schwertern und Hämmern, sie unbarmherzig zerschlagen. Ritterliche Kerle der Kumi, mit ihren Schwertern und Hämmern, jetzt ist die Zeit sie zu zerschlagen.
In Ōsaka im großen Grubenhaus, obwohl viele Männer kommen und bleiben, werden wir, die glorreichen Kinder von Kriegern, sie mit unseren Holzhämmern und mit unseren Steinhämmern absolut zerschlagen.
Im Kojiki wird beschrieben, wie Jinmu nach dem Sieg singt, was Nigihayahi no Mikoto hört und aus dem Himmel herabsteigt um Jinmu zu helfen. Hiermit endet der Kreuzzug im Kojiki.
Der Kampf gegen Shiki den Alten (Nihon shoki)
Dies ist eine weitere Episode, die nur im Nihon shoki vorkommt.
Als Jinmu in Shiki ankommt, schickte er zunächst einen Boten und anschließend Yatagarasu vor, um mit dem lokalen Fürsten Shiki dem Alten 兄磯城 zu reden. Er gehorchte der Forderung, sich mit Jinmu zu treffen jedoch nicht und versuchte Yatagarasu sogar mit einem Pfeil abzuschießen, weshalb die Krähe zum Haus von Shiki dem Jüngeren 弟磯城 flüchtete. Zu beiden sagte sie: „Das Kind der himmlischen Gottheit ruft nach euch! Eilt! Eilt!“[22]
Wie schon in Uda, ist auch hier der jüngere Bruder/Fürst derjenige, der Jinmu über den geplanten Angriff informiert. Shihi-netsu-hiko schlägt vor, dass man die wendigeren Truppen entlang der Straße von Ōsaka stationiert, während die stärkeren Truppen, entlang des Flusses Uda, aus einem Hinterhalt angreifen. Diese Taktik funktionierte.
12. Monat, 4. Tag. Die kaiserliche Armee kämpfte lange gegen Nagasune-hiko, konnte aber keinen Sieg erringen. Dann, plötzlich, wurde der Himmel bedeckt und es kam ein goldener [Papier-]Drache heruntergeflogen. Er schwebte über der Bogenspitze des kaiserlichen Bogens. Die Brillianz des Drachens war so schillernd, dass er fast wie ein Blitz wirkte. Als Konsequenz, waren die Soldaten von Nagasune-hiko geblendet und verwirrt, weshalb sie nicht mehr richtig kämpfen konnten.
Nagasune-hiko 長髄彦 sendet einen Boten zu Jinmu, welcher erklärt, dass vorher schon ein Kind der himmlischen Götter hier in einem Steinboot herabstieg und Nagasune diesem die Treue schwörte. Dies war Nigihayahi no Mikoto 饒速日命. Er bringt Jinmu zum Beweis einen himmlischen Federpfeil und den himmlischen Köcher von Nigihayahi, welche Jinmu als solche identifiziert. Im Gegenzug zeigt Jinmu Nagasune einen himmlischen, roten Federpfeil und seinen Köcher, welche Nagasune ebenfalls als solche erkennt.
Nagasune sieht sich jedoch zu tief in den Kampf verwickelt, als noch einen Rückzieher machen zu können, weshalb Nigihayahi seine Exekution anordnet und sich Jinmu unterwirft.
Friedenszeiten & Herrschaft
Kojiki
Da der Feldzug nach Osten im Kojiki weniger detailiert dargestellt ist, beginnt die Erzählung über Jinmus Amtshandlungen bereits nach dem Treffen auf Nigihayahi, welcher laut Kojiki erst jetzt auf die Erde kommt. Die Geschichte um Nagasune kommt nicht vor.
Somit hat Jinmu Yamato eingenommen, herrscht vom Palast in Kashihara 白檮原宮 bei Unebi 畆火 aus und beginnt nach einer passenden Königin zu suchen.
In Himuka nimmt er Apira-hime zur Frau und sie gebärt zwei Kinder, Tagishimmi no Mikoto 多藝志美美命 und Kisumimi no Mikoto 岐須美美命.
Von Ōkume no Mikoto 大久米命 erhält er die Information, dass Poto-tatara-isusuki-hime no Mikoto göttlicher Abstammung sei. Der Legende nach wurde ihre Mutter, Seyatatara-hime, während dem Stuhlgang von der Gottheit Ōmononushi no kami von Miwa, in Form eines Pfeiles, in die Genitalien gestochen. Sie ist erschrocken, rannte weg und legte den Pfeil neben ihr Bett. Dieser verwandelte sich in die Form eines jungen Mannes, nahm sie zur Frau und sie bekamen Poto-tatara-isusuki-hime, auch bekannt als Hime-tatara-isuke-yori-hime.[23]
Werk
Japanisch
Übersetzung
Kojiki
忽成麗壮夫。即娶其美人。生子。名謂冨登多多良伊須須岐比賣命。亦名謂比賣多多良伊須氣余理比賣。
Sofort verwandelte er sich in einen hübschen jungen Mann, der die junge Frau zur Frau nahm. Es wurde Poto-tatara-isusuki-hime no Mikoto geboren. Ein anderer Name war Hime-tatara-isuke-yori-hime.
Auf einem Feld in Takasajino 高佐士野 spielen sieben junge Frauen und als der Kaiser ebenfalls ankommt, fragt ihn Ōkume welche er heiraten will. Er antwortet mit den Worten: „Das älteste Fräulein, welches etwas hervorsteht, will ich heiraten.“ Er sprach von Isuke-yori-hime, welche die tattoowierten Augen von Ōkume bemerkt und willigt ein. Die erste Nacht verbringt Jinmu in ihrem Haus am Fluss Sawi. Sie haben drei Kinder:
Hiko-ya-wi no Mikoto 日子八井命
Kami-ya-wi-mimi no Mikoto 神八井耳命
Kami-nunakapa-mimi no Mikoto 神沼河耳命
Nihon shoki
Es gibt noch vereinzelte Tsuchi-gumi 土蜘蛛,[24] welche aber durch das Heer des Kaisers niedergeschlagen wurden. Das Nihon shoki beschreibt sie als klein, aber mit langen Armen und Beinen.[25]
Jinmu nimmt insgeheim vom heiligen Berg Kagu Lehm (Ort: Haniyasu 埴安), um daraus Servierplatten herzustellen und anschließend Abstinenz zu schwören. Durch dieses Opfer will versucht er der Welt Frieden zu bringen.
Der Kaiser erinnert sich an den sechs Jahre dauernden Feldzug zurück, wie er den Osten erobert hat, ist sich aber im klaren, dass es weiterhin Länder gibt die ungereinigt sind, denn es gibt immer noch Überbleibsel des Bösen.[26] Er ordnet den Bau des Palastschreines miaraka an, wodurch er seinen Untertanen Recht und Ordnung bringen will und gleichzeitig die Kaiserlinie gründet. Der Palast wird in Kashihara 橿原, nahe des Berges Unebi 畝傍山 gebaut, da es für ihn als Zentrum des Landes zu sein scheint.
Die Legende um Hime-tatara-isuke-hime 比売多多良伊須気余理比売 wird hier nicht ausgeführt. Das Nihon shoki beschreibt lediglich, wie 661 v. ein Mann Jinmu von Hime-tatara-isuke-hime no Amikoto erzählt, welche die Tochter von Koto-shiro-nushi no kami 事代主神 und Tama-kushi-hime ist. Diese heiratete Jinmu.
660 v. beginnt der Kaiser mit seiner Tätigkeit im Palast von Kashihara, folglich wird dies als erstes Jahr seiner Amtszeit angesehen. Seine Frau, nun Kaiserin, bringt Kami-ya-wi-mimi no Mikoto 神八井耳命 und Kami-nunagaba-mimi no Mikoto zur Welt.
Michi no Omi no Mikoto, Vorfahre der Ōtomo, wird zuständig für magische Formeln und Riten gegen Böses. Mehreren Begleitern, auch Yatagarasu und dessen Nachfahren, übergibt der Kaiser Ländereien.
657 v. verkündet Jinmu den Erlass, dass alle Feinde mit Hilfe der göttlichen Vorfahren im Himmel besiegt wurden, weshalb die Vorfahren und Gottheiten verehrt werden sollen. In den Tomi Bergen 鳥見山 lässt er zur Huldigung „spirit terraces“ 霊畤於 anlegen.
Im 42. Jahr seiner Regenschaft erklärt er Kami-nunagaha-mimi no Mikoto zum Kronprinzen.
Im 76. Jahr, im Alter von 127 stirbt er. Das Nihon Shoki beschreibt den Ort seiner Grabstätte als ein misasagi "nordöstlich des Berges Unebi" (Florenz 1919, S. 242).[27]
Besondere Auffälligkeiten
Obwohl sich die Erzählung des ersten Aufeinandertreffens mit einer Gottheit unterscheidet, wird in beiden die Gottheit mit Hilfe einer Holzstange ins Boot gezogen. Im Nihon shoki wird diese detailierter beschrieben als shihi 椎.
Mehrfach werden in den Kiki unterschiedliche Götternamen und Nachkommen für eine Person verwendet.
Die Zahl Acht (bzw. Achtzig, Achthundert etc.) spielt eine große Rolle. Meistens wird sie wohl stellvertretend für „alle“ oder „viele“ genutzt.
Die Gesangseinlagen von Jinmu sind insofern auffallend, als, dass sie zwar teilweise an den gleichen Stellen vorkommen, aber nicht identisch sind.
Vor allem im Nihon shoki werden viele Dörfer und Ländereien mit altem und neuem Namen erwähnt.
Das Boot scheint ein wichtiges Gefährt für Herrscher zu sein. Mehrfach wird es in den Kiki in Verbindung mit Jinmu und Nigihayahi (Steinboot iwafune 磐船) erwähnt. Auch Nagasune erzählt davon (Nihon shoki).
Beide Werke haben teils sehr genaue Angaben über Jahre, Monate und Tage.
Chamberlain und Aston weisen beide darauf hin, dass Jinmu mehrfach eine sehr an das Chinesische angelehnte Art zu sprechen hat.
Kojiki: Aufzeichnungen alter Begebenheiten. Berlin: Verlag der Weltreligionen (Insel Verlag) 2012. (Mit einer begleitenden Studie und ausführlichen Text-Anmerkungen.)
Die historischen Quellen der Shinto-Religion. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 1919. (Übersetzungen von Kojiki und Nihon shoki [in Auszügen] sowie Kogo shūi [ganz].)
↑Laut Koj sterben sie bereits vor Beginn des Feldzugs, doch heißt es in beiden Quellen, dass eine ins Land Tokoyo eingeht, der andere ins Reich des Meeres.
↑Räuber oder Personen die sich dem kaiserlichen Willen widersetzten.
↑Dies ist aber wohl nur eine erfundene Beschreibung und entspricht nicht den Tatsachen.
↑Hiermit ist wohl der Norden Japans gemeint, vielleicht auch Festland Asien.
↑Laut Kojiki stirbt er im Alter von 137 und "seine erlauchte Grabstätte liegt auf dem Kashi-nó-wo am nördlichen Abhang des Berges Unebi" (Antoni 2012, S. 111).
Bilder
Quellen und Erläuterungen zu den Bildern auf dieser Seite: