Jinmu Tennō im Kogo shūi und den Kiki

Aus Kamigraphie
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Jinmu Tennō nimmt in der mythologischen Geschichte des Kaiserhauses einen wichtigen Platz ein, da er als erster offizieller Tennō angesehen wird, göttlicher Abstammung wäre und einen großen Teil Japans (von Kyūshū bis Yamato) vereint haben soll.

Kogo shūi

Hikonagisa no Mikoto ist der Vater von Jinmu Tennō.

Auf seinem Feldzug von Kyūshū in die östlichen Provinzen (Yamato), ist ihm v.a. ein Vorfahre der Ōtomo Familie 大伴氏 als General behilflich.[1] Der Vorfahre der Mononobe Familie, Nigihayahi no Mikoto, ergibt sich voller Respekt mit all seinen Soldaten, mit Ausnahme von Nagasune-Hiko, welcher daraufhin umgebracht wird. Nigihayahi wird für seine Loyalität belohnt. Die Vorfahren der Ōyamato Familie 大和氏 werden für ihren Kampf zu See und ihre Spionage auf dem Berg Kagu 香久山 belohnt. Die Krähe Yatagarasu, Vorfahre der Kamo no Agata 賀茂縣, leitet in den Bergen von Uda die kaiserliche Armee.

Als die „diabolischen“ Feinde besiegt sind, wird Kashihara in Yamato zur Hauptstadt des Reiches ernannt.

Hironari hebt im anschließenden Bau des kaiserlichen Palastes (Mi-araka) v.a. seine eigene Sippe hervor, welche zwei Familienzweige in der Provinz Ki hat, die direkt am Palastbau als Holzfäller und Zimmermänner beteiligt waren. Zudem halfen sie bei der Herstellung von heiligen Schätzen (Spiegel, Juwelen, Waffen etc.).

Weitere erwähnte Handwerke und Abstammungen sind:

Vorfahre Handwerk
Kushi Akarutama no Mikoto 櫛明玉命 Herstellung von miho-gitama 美保伎玉, geheiligte Juwelen, in der Provinz Izumo, welche sie auch teilweise als jährlichen Tribut an den Kaiser schenken.
Ame no Hiwashi no Mikoto 天日鷲命
Ame no Tomi no Mikoto 天富命
Kultivierung von Hanf und Papiermaulbeerbäumen, sowie der Weiterverarbeitung der daraus gewonnen Materialien. Sie migrierten in die Provinz Awa 阿波 (Awa-kōri), um fruchtbaren Boden zu finden. Später begannen sie die Tradition des Fests der großen Ernte. Der Name Oe weist auf diese Abstammung hin. Ame no Tomi no Mikoto zog auch in östliche Regionen Japans,[2] und gründete Fusa no kuni, Land des Hanfs (fusa = altjap. für asa 麻 Hanf). Ame no Tomi gründete auch den Awa-jinja 安房神社.
Taokiho Oi no Mikoto 手置帆負命 Ansässig in der Provinz Sanuki 讚岐 und bekannt für die Herstellung von Speerstäben.
Jinmu Tennō in Rüstung

Hironari merkt an dieser Stelle an, dass all seine Ausführungen stimmen, da er sie mit Fakten unterstützen könne.

Im Kaiserpalast wird, in Übereinstimmung mit den Vorgaben der Götter Takamimusubi und Amaterasu, eine heilige Stätte eingerichtet um diversen Göttern huldigen zu können. Mit der Hilfe von Mitgliedern der Inbe Familie, stellt Ame no Tomi die Reichsinsignien[3] auf und hält ein Ritual namens Ōtonohogai ab, in dem er um eine gute Zukunft des Palastes betet.

Infolgedessen haben Mitglieder der Mononobe und Kume (unter der Leitung der Ōtomo) Familien ihre Waffen zur Schau gestellt und der Öffentlichkeit die Tore geöffnet, damit diese sich der eindrucksvollen Macht des Kaisers bewusst wird.

Somit ist Ame no Tomi, und unter ihm die verschiedenen Familien, auserwählt worden die Opfergabenzeremonien durchzuführen. Ame no Taneko no Mikoto ist zuständig für die Buße von irdischen[4] und himmlischen[5] Untaten. Im Namen des Kaisers hat er im Tomi Gebirge ein Heiligtum errichtet um seine Danksagungen and die Götter richten zu können. Diese Aufgabe übernahmen die Nakatomi und Inbe Familien, während die heiligen Tänze der Familie Sarume aufgetragen wurden.

Einheit von Kult und Regierung

Im Jinmu-Abschnitt des Kogo shūi findet sich auch eine bemerkenswerte Äußerung, welche die religionsgeschichtliche Auffassung des Autors, Inbe no Hironari, widerspiegelt:

Zu dieser Zeit standen der Souverän und die Gottheit noch in einem nahen Verhältnis. Sie waren beständig in derselben Halle und auf gemeinsamem Lager). Daher waren auch die Götter-Dinge und die Staatsregierungs-Dinge noch nicht von einander getrennt und geschieden.

Florenz 1919, S. 436

Diese Äußerung zeigt, dass die Einheit von Kult und Regierung (saisei itchi 祭政一致) unter den Priestern der Heian-Zeit 平安時代 (794–1185) zwar als Ideal existierte, aber nicht mehr als zeitgemäß erachtet wurde.[6]

Kojiki (Buch 2) und Nihon shoki (Buch 3)

Der Aufbruch

Der Einstieg im Kojiki ist sehr direkt. Er spricht mit seinem älteren Bruder Itsu no Mikoto (in beiden Werken 五瀬命) in Takatipo darüber, dass er, um das Königreich friedlich führen zu können, nach Osten gehen wird.

Überblick über den Feldzug Jinmus von Hyuga aus.

Im Nihon shoki hingegen wird auch kurz auf Jinmus Abstammung und Leben vor dem Feldzug eingegangen. Seine Mutter hieß Tama-yori-hime, sie war die Tochter des Seegottes, und sein Vater war Hiko-nagisa-take-u-gaya-fuki-ahezu no Mikoto. Er war das vierte Kind. Jinmu betont die lange Ahnenlinie der er angehört, indem er erwähnt, dass seine göttlichen Vorfahren vor 1.792.470 Jahren [7] auf die Erde gekommen sind. Von Shiho tsutsu no oji, einem „Alten des Meeres“, hört er, dass es im Osten ein Gebiet geben soll, welches umgeben von blauen Bergen ist.[8] Jinmu sieht es als angemessen, sein Reich dorthin auszubreiten, da es zweifelsohne das Zentrum der Welt ist.

Während er im Kogo shūi lediglich als „Jinmu Tennō“ erscheint, wird in den Kiki auch sein eigentlicher Name erwähnt:

Werk Japanisch Übersetzung
Kojiki 神倭伊波禮毘古命 Kami-yamato-iware-hiko no Mikoto
Nihon shoki 神日本磐余彦天皇 Kami-yamato-iware-hiko Tennō

Die Reise ostwärts

Im Groben erzählen Kojiki und Nihon shoki eine ähnliche Geschichte, oftmals unterscheiden sich aber gewisse Details. Somit kann der Eindruck entstehen, dass nicht von ein und derselben Person die Rede ist, sondern von zwei Personen die nur zufälligerweise etwas sehr ähnliches erleben.

Die erste Begegnung mit einer Gottheit

Der erste interessante Unterschied ist zu Beginn, als Jinmu auf eine Gottheit trifft, welche ihm bei der Wegfindung hilft.

Werk Japanisch Übersetzung
Kojiki 故從其國。上幸之時。乗龜甲。爲釣乍。打羽擧來人。遇于速吸門。爾喚歸。問之汝者誰也。答曰僕者國神。又問汝者知海道乎。答曰能知。又問從而仕奉乎。答白仕奉。故爾指度槁機。引入其御舩。即賜名號槁根津日子。【此者倭國造等之祖】。 Als er nördlich durch das Land[9] ging, traf er in der Meerenge von Haya-suhi auf eine Person, die auf einer Schildkröte reitete. Er war am Fischen und begann mit seinen Flügeln zu schlagen, als sich Jinmu näherte. Jinmu: „Wer seid Ihr?“ - „Ich bin eine irdische Gottheit.“ — „Kennt Ihr die Strömungen?“ — „Ich kenne sie gut.“ — „Werdet Ihr mir helfen?“ — „Ich werde helfen.“, woraufhin ihm[10] eine Holzstange gereicht wurde und sie an Bord kam. Er wurde Sawo-ne-tsu-hiko genannt und ist der Vorfahre der Kuni no Miyatsuko von Yamato.
Nihon shoki 乗艇而至。 天皇招之。因問曰。汝誰也。対曰。臣是國神。名曰珍彦。釣魚於曲浦。聞天神子來。故即奉迎。又問之曰。汝能爲我導耶。對曰導之矣。天皇勅授漁人椎末。令執而牽納於皇舟。以爲海導者。乃特賜名。爲椎根津彦。 此即倭直部始祖也。 Als er am Haya-ushi Tor ankam, war ein Fischer in einem Boot vor Ort. Der Kaiser rufte nach ihm und fragte: „Wer seid Ihr?“ — „Euer Diener ist eine irdische Gottheit und sein Name ist Utsu-hiko. Ich angle in der Bucht des Ozeans Fische. Als ich hörte, dass der Sohn der Götter auf dem Weg ist, kam ich um ihn zu besuchen.“ — „Könnt Ihr mich führen?“ — „Das werde ich tun.“, woraufhin der Kaiser befahl, ihn mit einer Shihi-Holzstange an Bord zu holen. Er wurde zum kaiserlichen Schiffskapitän ernannt. Es wurde ihm der Name Shibi-ne-tsu-hiko verliehen. Er war der erste Vorfahre der Yamato no Atahe.

Name, sowie Aussehen unterscheiden sich hier voneinander, beiden Geschichten ist jedoch gemein, dass das Wesen mit Hilfe eines Holzstockes in Jinmus Boot geholt wird.

Der Kampf gegen Naga-sune-hiko

Im Zuge des Vormarsches trifft Jinmu immer wieder auf Banditen und Armeeführer, die sich ihm widersetzen. Naga-sune-hiko ist der Anführer des ersten größeren Widerstandes.

Im Nihon shoki wird beschrieben, dass Naga-sune-hiko sich nicht von seiner Herrschaft trennen will und er befiehlt seinen Kriegern den Aufmarsch am Hügel von Kusaka. In dieser Schlacht wird Jinmus Bruder, Itsuse no Mikoto, zufällig von einem Pfeil getroffen und verwundet. Jinmu sieht ein, dass er diese Schlacht vorläufig nicht gewinnen kann. Die folgende Textstelle ist nicht ganz eindeutig:

Werk Japanisch Übersetzung
Nihon shoki 皇師不能進戦。天皇憂之。乃運神策於冲衿曰。今我是日神子孫 Die kaiserliche Armee konnte nicht gegen den Feind vorrücken. Der Kaiser, irritiert, ging in sich und sagte sich: „Ich bin der Nachfahre der Sonnengöttin und wenn ich weiter gegen die Sonne meine Feinde angreife, würde ich gegen den Weg des Himmels handeln.“

Dies kann so verstanden werden, dass sie von der Sonne geblendet werden oder aber, da er den Kampf nicht einfach so gewann, nicht auf den Wunsch der Götter kämpfte. Er beschließt den Rückzug anzutreten, zu warten bis die Sonne in seinem Rücken ist und den Göttern ein Opfer darzubieten.


Das Kojiki beschreibt auch diese Stelle anders.

Werk Japanisch Übersetzung
Kojiki 於是與登美毘古戰之時。五瀬命。於御手負登美毘古之痛矢串。故爾詔。吾者爲日神之御子。向日而戰不良。故負賎奴之痛手。自今者。行廻而。背負日以撃。期而。自南方。迴幸之時。 Dann, als sie Tomi-hiko[11] bekämpften, wurde Itsu-se no Mikoto von einem Pfeil von Tomi-hiko an der Hand verwundet. „Es ist nicht rechtens, dasss ich, als Kind der Sonngöttin, gegen die Sonne kämpfe. Deshalb wurde ich von so einem niedrigen Schuft verwundet. Lass uns herumgehen, wo die Sonne in unserem Rücken ist, und attackieren.“ Sie stimmten überein und kamen vom Süden her.

Kurz darauf stirbt Itsu-se no Mikoto und er wird, in beiden Kiki so beschrieben, am Berg Kama in der Provinz Ki beerdigt.

Jinmu wird vergiftet und erhält ein himmlisches Schwert

In beiden Kiki kommt eine Person namens (Kumano no) Takakuraji vor, welche Jinmu ein göttliches Schwert übergibt. Jinmu kommt in der Provinz Kumano an und folgendes spielt sich ab:

Werk Japanisch Übersetzung
Kojiki 大熊髪髣出入。即失。爾神倭伊波禮毘古命。忽爲遠延。及御軍皆遠延而。伏。【遠延二字以音】。爾神倭伊波禮毘古命。忽爲遠延。及御軍皆遠延而。伏。【遠延二字以音】 Ein großer Bär, kaum sichtbar, ging umher und verschwand. Plötzlich fielen Kami-yamato-ipare-hiko no Mikoto und seine Armee in einen Schlaf und legten sich nieder.
Nihon shoki 帥軍而進。至熊野荒坂津。[亦名丹敷浦。] 因誅丹敷戸畔者。時神吐毒氣。人物咸瘁。由是皇軍。不能復振。 Seine Armee anführend, kam der Kaiser im Hafen Arazaka in Kumano an [auch bekannt als Nishiki Bucht], wo er Tobe von Nishiki tötete. Zu diesem Zeitpunkt staßen die Götter[12] ein giftiges Gas aus, unter dem alle leiden. Aus diesem Grund war es der Armee unmöglich sich zu bewegen.
Werk Japanisch Übersetzung
Kojiki 此時熊野高倉下。【此者人名】一横刀。到於天神御子之伏地而。獻之時。天神御子即寤起。詔長寝乎。 Zu diesem Zeitpunkt brachte [eine Person namens] Taka-kuraji von Kumano dem himmlischen Sohn ein Schwert. Als er es präsentierte, wachte der himmlische Sohn auf und sagte: „Ah, wie habe ich lange geschlafen!“

In dem Moment, als Jinmu das Schwert berührt, werden die bösen kami niedergeschlagen und der Fluch gebannt, wodurch auch seine Soldaten wieder erwachen. Taka-Kuraji erzählt, wie er im Traum den Auftrag von Amaterasu und Taka-ki no kami durch Take-mika-tsuchi no kami erhielt.

Im Kojiki wird auch auf den Namen des Schwertes eingegangen. Genauer gesagt auf die drei bekannten Namen:

Werk Japanisch Übersetzung
Kojiki 【此刀名。云佐士布都神。亦名云甕布都神。亦名布都御。此刀者。坐石上神也。】 Der Name des Schwertes ist Saji-futsu no kami, ein anderer Name ist Mika-futsu no kami und ein weiterer ist Futsu no mitama. Es wird aufbewahrt im Iso Schrein.

Auch im Nihon shoki hat Takakuraji diesen Traum, dort nennt Take-mika-tsuchi no kami das Schwert jedoch Futsu no Mitama 丹敷浦. In beiden Erzählungen findet er es, wie von den Göttern vorausgesagt, in seinem Speicher.

Yatagarasu

Auf dem Weg von Kumano nach Yamato beschreiben beide Kiki, wie die Krähe Yatagarasu Jinmu zu Hilfe kommt:

Werk Japanisch Übersetzung
Kojiki 天神御子。自此於奧方莫使入幸。荒神甚多。今自天遣八咫烏。故其八咫烏引道。從其立後應幸行。故隨其教覺。 Takaki no kami gab folgende Instruktionen: „Kind der himmlischen Gottheiten, schreite nicht weiter ins Landesinnere fort! Es gibt eine große Zahl von widerspenstigen Gottheiten. Vom Himmel herab werden wir eine große Krähe entsenden, welche den Weg zeigen wird. Folge ihr und setze deine Reise fort.“
Nihon shoki 時夜夢天照大神。訓于天皇曰。朕今遣頭八咫烏。宜以爲郷導者。果有頭八咫烏。自空翔降。天皇曰。此烏之來。自叶祥夢。大哉赫矣。我皇祖天照大神。欲以助成基業乎。 Amaterasu Ōmikami instruierte den Kaiser in einem Traum mit folgenden Worten: „Ich werde nun Yatagarasu schicken, mache es zu deinem Führer durch das Land.“ Und tatsächlich kam Yatagarasu heruntergeflogen. Der Kaiser sagte: „Die Ankunft dieser Krähe passt zu meinem Traum. Großartig! Wundervoll! Meine göttliche Vorfahrin, Amaterasu Ōmikami, unterstützt mich also bei der Gestaltung der Erbinstitution.“[13]

Der Kampf gegen Ukashi den Alten

In Uda angekommen, widersetzt sich Ukashi/Ukeshi der Alte (Kojiki: 兄宇迦斯, Nihon shoki: 兄猾及) Jinmu. Im Kojiki ist die Rede davon, dass zunächst Yatagarasu vorgeschickt wird, was im Nihon shoki keine Erwähnung findet. Sein jüngerer Bruder, Ukashi der Junge (Kojiki: 弟宇迦斯, Nihon shoki: 弟猾者), verrät Jinmu, dass sein älterer Bruder einen Hinterhalt plant. Für diesen Zweck wurde extra eine Halle gebaut, bei dessen Betreten man durch einen Mechanismus sofort sterben würde.

Laut Nihon shoki geht Michi no Omi no Mikoto (Vorfahre der Muraji der Ōtomo) vor, um die Lage auszukundschaften. Er erkennt den Hinterhalt und zwang Ukashi den Alten hinein, wodurch dieser getöt wird. Anschließend wird dessen Leichnam herausgeholt und geköpft (Nihon shoki) bzw. zerhackt (Kojiki).

Das Kojiki erwähnt, dass neben Michi no omi auch Ōkume no Mikoto, Vorfahre der Atape der Kume, mitging. Dies wird im Nihon shoki völlig ausgelassen.

Nach diesem Sieg gab es ein Fest, auf dem Jinmu sang:

Werk Japanisch Übersetzung
Kojiki 此時歌曰。宇陀能。多加紀爾。志藝和那波留。和賀麻都夜。志藝波佐夜良受。伊須久波斯。久治良佐夜流。古那美賀。那許波佐婆。多知曾婆能。微能那祁久袁。許紀志斐惠泥。宇波那理賀。那許婆佐婆。伊知佐加紀微能。意富祁久袁。許紀陀斐惠泥。疊疊【音引】志夜胡志夜。此者伊能碁布曾。【此五字以音】阿阿【音引】志夜胡志夜。此者嘲咲者也。 Zu dieser Zeit singt er:[14] Auf dem hohen Ort[15] von Uda haben wir ein Schnepfenfangnetz ausgeworfen. Aber es wurde keine Schnepfe gefangen. Stattdessen wurde ein feiner Wal gefangen.

Falls die alte Frau[16] nach Fleisch fragt, schneid nur ein bisschen ab, wie bei den Beeren des Taji-soba. Falls die neue Frau nach Fleisch fragt, gib ihr viel, wie bei den Beeren des Iji-saka-ki. ee shi ya ko shi ya! Dies ist zum lachen.[17] Aa shi ya ko shi ya! Dies ist zum lachen und verhohnen.[18]

Nihon shoki 于能多伽機珥。辞藝和奈破蘆。和餓末菟夜。辞藝破佐夜羅孺伊殊区波辞。区羅佐夜離。固奈瀰餓那居波。佐麼多智曾麼能未廼。那鶏句塢。居気辞被恵禰。宇破奈利餓那居波。佐麼伊智佐介幾未廼。於朋鶏句塢。居気辞。被恵禰。 Im hohen [Baumschloss] von Uda habe ich eine Falle für Waldschnepfe gelegt und wartete. Aber es kam keine Waldschnepfe, jedoch ein mutiger Wal kam. [..][19]

Das Lied im Nihon shoki wird Kume uta 來目歌 genannt. Beiden ist gemein, dass sie anscheinend aus zwei Teilen bestehen. Aston merkt an, dass er in der zweiten Hälfte keinen Sinn erkennt, weshalb er sie auch nicht übersetzt hat, aber ähnliche Anspielung auf Polygamie erkennt wie Chamberlain.

Berg Kagu (Nihon shoki)

Dieser Abschnitt ist nur im Nihon shoki vorhanden. Das Kojiki erzählt nach dem Lied den nächsten Abschnitt über die Krieger von Ōsaka.

Im Dorf Ihare trifft er auf eine Armee von Ukashi dem Alten, welche sich dort eingebunkert hat und die Straßen versperrt, wodurch ein Weiterkommen nicht möglich ist. Jinmu betet und im Schlaf erscheint ihm eine Gottheit, welche ihm rät aus der Erde des Berges Kagu Töpfe und Platten herzustellen. Diese soll er anschließend feierlich verwünschen und den Göttern opfern. Am nächsten Tag ratet ihm Ukashi der Junge das Gleiche.

Jinmu schickt Ukashi und Shihi-netsu-hiko, verkleidet als alten Mann, respektive Frau, zum Berg Kagu um von dort Erde zu holen. Als die beiden die feindlichen Krieger die Straße belagern sehen, beginnt Shihi-netsu-hiko zu beten, damit sie an den Wachen vorbeikommen. Ihre Gebete werden erhört und die Krieger machen sich zwar lustig über das alte Ehepaar, lassen sie aber passieren.

Als Jinmu die hergestellten Töpfereien am Fluss Nifu opfert, wirkt der Fluch, wie Schaum auf dem Wasser, auf sie ein[20].

Mit diesen Töpfereien hält er zudem zwei Rituale ab, um auch wirklich zu bestätigen, dass er der Herrscher über das Land werden soll. Zum einen macht er ame 飴 (süßer Malzextrakt ohne Wasser zu benutzen und zum anderen hält er einen Topf in den Fluss, um das Verhalten der Fische zu verändern.

Als er anschließend die Banditen beim Berg Kunimi besiegt, singt er:

Werk Japanisch Übersetzung
Nihon shoki 伽牟伽筮能。伊斉能于瀰能。於費異之珥夜。異波臂茂等倍。之多瀰能。之多瀰能。阿誤豫。阿誤豫。之多太瀰能。異波比茂等倍離。于智弖之夜莽務。于智弖之夜莽務。 Wie die Shitadami,[21] welche um den großen Stein im See von Ise, wo der heilige Wind bläst, herumkriechen, wie die Shitadami, meine Männer! Meine Männer! Werden wir herumkriechen und sie vollkommen zerschlagen und sie vollkommen zerschlagen.

Die Banditen von Ōsaka

Als Jinmu in Ōsaka ankommt, trifft er auf eine Bande von mächtigen Männern, welche er mit einer List umbringen möchte. Er lädt sie zu einem Festessen ein und als sie bereits betrunken sind befiehlt er, versteckt in einem Lied, sie niederzuschlagen.

Nach diesem Sieg gab es ein Fest, auf dem Jinmu sang:

Werk Japanisch Übersetzung
Kojiki 意佐賀能。意富牟廬夜爾。比登佐波爾。岐伊理袁理。比登佐波爾。伊理袁理登母。美都美都斯。久米能古賀。久夫都都伊。伊斯都都伊母知。宇知弖斯夜麻牟。美都美都斯。久米能古良賀。久夫都都伊。伊斯都都伊母知。伊麻宇多婆余良斯。 Viele Leute sind in dem großen Grubenhaus in Ōsaka. Auch wenn viele Leute dort sind, werden die ritterlichen Kerle der Kumi, mit ihren Schwertern und Hämmern, sie unbarmherzig zerschlagen. Ritterliche Kerle der Kumi, mit ihren Schwertern und Hämmern, jetzt ist die Zeit sie zu zerschlagen.
Nihon shoki 於佐箇廼。於朋務露夜珥。比苔瑳破而。異離烏利苔毛。比苔瑳破而。枳伊離烏利苔毛。瀰都瀰都志。倶梅能固邏餓。勾鶩都都伊。異志都都伊毛智。于智弖之夜莽務。 In Ōsaka im großen Grubenhaus, obwohl viele Männer kommen und bleiben, werden wir, die glorreichen Kinder von Kriegern, sie mit unseren Holzhämmern und mit unseren Steinhämmern absolut zerschlagen.

Im Kojiki wird beschrieben, wie Jinmu nach dem Sieg singt, was Nigihayahi no Mikoto hört und aus dem Himmel herabsteigt um Jinmu zu helfen. Hiermit endet der Kreuzzug im Kojiki.

Der Kampf gegen Shiki den Alten (Nihon shoki)

Dies ist eine weitere Episode, die nur im Nihon shoki vorkommt.

Als Jinmu in Shiki ankommt, schickte er zunächst einen Boten und anschließend Yatagarasu vor, um mit dem lokalen Fürsten Shiki dem Alten 兄磯城 zu reden. Er gehorchte der Forderung, sich mit Jinmu zu treffen jedoch nicht und versuchte Yatagarasu sogar mit einem Pfeil abzuschießen, weshalb die Krähe zum Haus von Shiki dem Jüngeren 弟磯城 flüchtete. Zu beiden sagte sie: „Das Kind der himmlischen Gottheit ruft nach euch! Eilt! Eilt!“[22]

Wie schon in Uda, ist auch hier der jüngere Bruder/Fürst derjenige, der Jinmu über den geplanten Angriff informiert. Shihi-netsu-hiko schlägt vor, dass man die wendigeren Truppen entlang der Straße von Ōsaka stationiert, während die stärkeren Truppen, entlang des Flusses Uda, aus einem Hinterhalt angreifen. Diese Taktik funktionierte.

Der Kampf gegen Nagasune-hiko (Nihon shoki)

Werk Japanisch Übersetzung
Nihon shoki 十有二月癸巳朔丙申。皇師遂撃長髄彦。連戦不能取勝。時忽然天陰而雨氷。乃有金色霊鴟。飛來止于天皇弓弭。其鴟光曄煜状如流電。由是長髄彦軍卒皆迷眩。不復力戦。 12. Monat, 4. Tag. Die kaiserliche Armee kämpfte lange gegen Nagasune-hiko, konnte aber keinen Sieg erringen. Dann, plötzlich, wurde der Himmel bedeckt und es kam ein goldener [Papier-]Drache heruntergeflogen. Er schwebte über der Bogenspitze des kaiserlichen Bogens. Die Brillianz des Drachens war so schillernd, dass er fast wie ein Blitz wirkte. Als Konsequenz, waren die Soldaten von Nagasune-hiko geblendet und verwirrt, weshalb sie nicht mehr richtig kämpfen konnten.

Nagasune-hiko 長髄彦 sendet einen Boten zu Jinmu, welcher erklärt, dass vorher schon ein Kind der himmlischen Götter hier in einem Steinboot herabstieg und Nagasune diesem die Treue schwörte. Dies war Nigihayahi no Mikoto 饒速日命. Er bringt Jinmu zum Beweis einen himmlischen Federpfeil und den himmlischen Köcher von Nigihayahi, welche Jinmu als solche identifiziert. Im Gegenzug zeigt Jinmu Nagasune einen himmlischen, roten Federpfeil und seinen Köcher, welche Nagasune ebenfalls als solche erkennt.

Nagasune sieht sich jedoch zu tief in den Kampf verwickelt, als noch einen Rückzieher machen zu können, weshalb Nigihayahi seine Exekution anordnet und sich Jinmu unterwirft.

Friedenszeiten & Herrschaft

Kojiki

Da der Feldzug nach Osten im Kojiki weniger detailiert dargestellt ist, beginnt die Erzählung über Jinmus Amtshandlungen bereits nach dem Treffen auf Nigihayahi, welcher laut Kojiki erst jetzt auf die Erde kommt. Die Geschichte um Nagasune kommt nicht vor.

Somit hat Jinmu Yamato eingenommen, herrscht vom Palast in Kashihara 白檮原宮 bei Unebi 畆火 aus und beginnt nach einer passenden Königin zu suchen.

In Himuka nimmt er Apira-hime zur Frau und sie gebärt zwei Kinder, Tagishimmi no Mikoto 多藝志美美命 und Kisumimi no Mikoto 岐須美美命.

Von Ōkume no Mikoto 大久米命 erhält er die Information, dass Poto-tatara-isusuki-hime no Mikoto göttlicher Abstammung sei. Der Legende nach wurde ihre Mutter, Seyatatara-hime, während dem Stuhlgang von der Gottheit Ōmononushi no kami von Miwa, in Form eines Pfeiles, in die Genitalien gestochen. Sie ist erschrocken, rannte weg und legte den Pfeil neben ihr Bett. Dieser verwandelte sich in die Form eines jungen Mannes, nahm sie zur Frau und sie bekamen Poto-tatara-isusuki-hime, auch bekannt als Hime-tatara-isuke-yori-hime.[23]

Werk Japanisch Übersetzung
Kojiki 忽成麗壮夫。即娶其美人。生子。名謂冨登多多良伊須須岐比賣命。亦名謂比賣多多良伊須氣余理比賣

Sofort verwandelte er sich in einen hübschen jungen Mann, der die junge Frau zur Frau nahm. Es wurde Poto-tatara-isusuki-hime no Mikoto geboren. Ein anderer Name war Hime-tatara-isuke-yori-hime.

Auf einem Feld in Takasajino 高佐士野 spielen sieben junge Frauen und als der Kaiser ebenfalls ankommt, fragt ihn Ōkume welche er heiraten will. Er antwortet mit den Worten: „Das älteste Fräulein, welches etwas hervorsteht, will ich heiraten.“ Er sprach von Isuke-yori-hime, welche die tattoowierten Augen von Ōkume bemerkt und willigt ein. Die erste Nacht verbringt Jinmu in ihrem Haus am Fluss Sawi. Sie haben drei Kinder:

  1. Hiko-ya-wi no Mikoto 日子八井命
  2. Kami-ya-wi-mimi no Mikoto 神八井耳命
  3. Kami-nunakapa-mimi no Mikoto 神沼河耳命

Nihon shoki

Es gibt noch vereinzelte Tsuchi-gumi 土蜘蛛 ,[24] welche aber durch das Heer des Kaisers niedergeschlagen wurden. Das Nihon shoki beschreibt sie als klein, aber mit langen Armen und Beinen.[25]

Jinmu nimmt insgeheim vom heiligen Berg Kagu Lehm (Ort: Haniyasu 埴安), um daraus Servierplatten herzustellen und anschließend Abstinenz zu schwören. Durch dieses Opfer will versucht er der Welt Frieden zu bringen.

Der Kaiser erinnert sich an den sechs Jahre dauernden Feldzug zurück, wie er den Osten erobert hat, ist sich aber im klaren, dass es weiterhin Länder gibt die ungereinigt sind, denn es gibt immer noch Überbleibsel des Bösen.[26] Er ordnet den Bau des Palastschreines miaraka an, wodurch er seinen Untertanen Recht und Ordnung bringen will und gleichzeitig die Kaiserlinie gründet. Der Palast wird in Kashihara 橿原, nahe des Berges Unebi 畝傍山 gebaut, da es für ihn als Zentrum des Landes zu sein scheint.

Die Legende um Hime-tatara-isuke-hime wird hier nicht ausgeführt. Das Nihon shoki beschreibt lediglich, wie 661 v. ein Mann Jinmu von Hime-tatara-isuke-hime no Amikoto erzählt, welche die Tochter von Koto-shiro-nushi no kami und Tama-kushi-hime ist. Diese heiratete Jinmu.

660 v. beginnt der Kaiser mit seiner Tätigkeit im Palast von Kashihara, folglich wird dies als erstes Jahr seiner Amtszeit angesehen. Seine Frau, nun Kaiserin, bringt Kami-ya-wi-mimi no Mikoto und Kami-nunagaba-mimi no Mikoto zur Welt.

Michi no Omi no Mikoto, Vorfahre der Ōtomo, wird zuständig für magische Formeln und Riten gegen Böses. Mehreren Begleitern, auch Yatagarasu und dessen Nachfahren, übergibt der Kaiser Ländereien.

657 v. verkündet Jinmu den Erlass, dass alle Feinde mit Hilfe der göttlichen Vorfahren im Himmel besiegt wurden, weshalb die Vorfahren und Gottheiten verehrt werden sollen. In den Tomi Bergen 鳥見山 lässt er zur Huldigung „spirit terraces“ 霊畤於 anlegen.

Im 42. Jahr seiner Regenschaft erklärt er Kami-nunagaha-mimi no Mikoto zum Kronprinzen.

Im 76. Jahr, im Alter von 127 stirbt er. Das Nihon Shoki beschreibt den Ort seiner Grabstätte als ein misasagi "nordöstlich des Berges Unebi" (Florenz 1919, S. 242) [27].

Besondere Auffälligkeiten

  • Obwohl sich die Erzählung des ersten Aufeinandertreffens mit einer Gottheit unterscheidet, wird in beiden die Gottheit mit Hilfe einer Holzstange ins Boot gezogen. Im Nihon shoki wird diese detailierter beschrieben als shihi 椎.
  • Mehrfach werden in den Kiki unterschiedliche Götternamen und Nachkommen für eine Person verwendet.
  • Die Zahl Acht (bzw. Achtzig, Achthundert etc.) spielt eine große Rolle. Meistens wird sie wohl stellvertretend für „alle“ oder „viele“ genutzt.
  • Die Gesangseinlagen von Jinmu sind insofern auffallend, als, dass sie zwar teilweise an den gleichen Stellen vorkommen, aber nicht identisch sind.
  • Vor allem im Nihon shoki werden viele Dörfer und Ländereien mit altem und neuem Namen erwähnt.
  • Das Boot scheint ein wichtiges Gefährt für Herrscher zu sein. Mehrfach wird es in den Kiki in Verbindung mit Jinmu und Nigihayahi (Steinboot iwafune 磐船) erwähnt. Auch Nagasune erzählt davon (Nihon shoki).
  • Beide Werke haben teils sehr genaue Angaben über Jahre, Monate und Tage.
  • Chamberlain und Aston weisen beide darauf hin, dass Jinmu mehrfach eine sehr an das Chinesische angelehnte Art zu sprechen hat.

Verweise

Anmerkungen

  1. Hi no Omi no Mikoto 日臣命
  2. Weitere Provinz Awa, im heutigen Tokyo
  3. Hierbei handelt es sich aber nur um Schwert und Spiegel, ohne Krummjuwel
  4. Bsp.: Inzucht zw. Eltern und Kindern oder Sex mit Tieren
  5. Bsp.:Untaten des Susanoo
  6. In der Meiji-Zeit 明治時代 (1868–1912) sah man saisei itchi als ein Ideal an, das im Altertum Realität war.
  7. 一百七十九萬二千四百七十餘歳
  8. 青山四周
  9. Provinz Kibi
  10. der Gottheit
  11. Naga-sune-hiko von Tomi
  12. sehr wahrscheinlich die Götter Kumanos
  13. Dem Kaisertum
  14. Jinmu
  15. wahrscheinlich „Festung“
  16. Polygamie: die ältere Ehefrau
  17. Nur eine Anmerkung des Originalautors
  18. Nur eine Anmerkung des Originalautors
  19. Der Rest der Übersetzung fehlt
  20. 則於彼菟田川之朝原。譬如水沫。而有所呪著也。
  21. Eine Schneckenart, wahrscheinlich als „zahlreich“ zu verstehen
  22. 天神子召汝。怡奘過。怡奘過
  23. poto bedeutet Genitalien, deshalb die Änderung.
  24. Räuber oder Personen die sich dem kaiserlichen Willen widersetzten.
  25. Dies ist aber wohl nur eine erfundene Beschreibung und entspricht nicht den Tatsachen.
  26. Hiermit ist wohl der Norden Japans gemeint, vielleicht auch Festland Asien.
  27. Laut Kojiki stirbt er im Alter von 137 und "seine erlauchte Grabstätte liegt auf dem Kashi-nó-wo am nördlichen Abhang des Berges Unebi" (Antoni 2012, S. 111).

Quellen

  • Klaus Antoni (Ü.) 2012
    Kojiki: Aufzeichnungen alter Begebenheiten. Berlin: Verlag der Weltreligionen (Insel Verlag) 2012. (Mit einer begleitenden Studie und ausführlichen Text-Anmerkungen.)
  • Karl Florenz 1919
    Die historischen Quellen der Shinto-Religion. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 1919. (Übersetzungen von Kojiki und Nihon shoki [in Auszügen] sowie Kogo shūi [ganz].)