Harima fudoki

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Harimafudoki old.jpg
Ausschnitt aus Harima fudoki[Abb. 1]
Seiten-Infobox
Themengruppe Primärquellen
Werktitel Harima no kuni fudoki 播磨国風土記 („Chroniken von Harima“)
Alternative Titel Harima fudoki
Autor unbekannt
Entstehungszeit Nara-Zeit
Übersetzungen

Yanagihara Norimitsu 柳原紀光, 1792
Tanimori Yoshiomi 谷森善臣, 1852
Akimoto Kichirō 秋本吉郎, 1958

  • Edwina Palmer 2016
    Harima fudoki: A record of ancient Japan reinterpreted, translated, annotated, and with commentary. (Brill’s Japanese Studies Library 51.) Leiden: Brill 2016.
Dieser Artikel wurde ursprünglich für das Schwesterprojekt Fudokipedia verfasst.


Dieser Artikel behandelt die alte Regionalchronik von Harima, in weiterer Folge auch Harima no kuni fudoki 播磨国風土記 oder Harima fudoki genannt.

Entstehung

Nach heute weitgehend akzeptierter Fachmeinung ist das Harima fudoki eine verlässliche Primärquelle, keine Fälschung aus späteren Tagen und aufgrund eines Erlasses des Kaiserhauses, dem Edikt von 713, entstanden, welcher 713 (n.Z.) alle 66 Provinzen dazu aufrief, eine solche regionale Chronik zu verfassen. Allgemeine Informationen zu diesen Chroniken sowie dem Erlass finden sich im Artikel fudoki 風土記.

Überlieferung und Textgeschichte

Das Harima fudoki wurde um 715 herum fertiggestellt. Eine in der mittleren bis späten Heian-Periode erstellte Textkopie des Harima fudoki gilt als ältestes Manuskript der 5 alten fudoki.[1] Es wurde lange Zeit von der Sanjōnishi 三条西家-Familie aufbewahrt und befindet sich nun im Besitz der Bibliothek der Tenri-Universität 天理大学附属天理図書館. Das Manuskript wird heute als Sanjōnishi-Text bezeichnet. Yanagihara Norimitsu 柳原紀光 erstellte 1792 ein genaues Transkript des Sanjōnishi-Textes, wie 1852 auch Tanimori Yoshiomi 谷森善臣. 1958 bearbeitete Akimoto Kichirō 秋本吉郎 in seinem Werk Fudoki 風土記 - Nihon koten bungaku taikei 日本古典文学大系 diesen Text, indem er ihn von seiner ursprünglichen Schreibung – ausschließlich Kanji – in ein „moderneres“ Japanisch übertrug. Aoki (1997) verwendete untere anderem Akimotos Transkription als Grundlage, auf welcher die Benennung der Orte und Personen sich hauptsächlich gründet.

Gottheiten im Harima fudoki

Hier ist eine alphabetische Auflistung der Gottheiten im Harima fudoki. Aus diesem Grund werden Titel wie „Großer Gott“, „Prinz“ etc. weggelassen, um eine übersichtliche Einheit zu gewährleisten.

Im Harima Fudoki kommen ca. 40 Götter/Göttinnen vor. Diese haben abhängig davon wie bedeutend sie in dieser Region sind unterschiedlichen Einfluss auf Harima. Die Götter kommen oft im Bezug auf Namensgebungen, wie zum Beispiel von Orte oder Berge vor. Verändern durch ihr Handeln sogar die Landschaft oder stellen bestimmte Konflikte, wie zum Beispiel das Thema Immigration, dar.

  • Abo von Izumo
  • Ama no Ma-hitotsu: „Der einäugige Gott des Himmels“, ein Sohn von Ama-tsu-hiko-ne no Mikoto und Urahn der Yama-shiro no Imiki.[2]
  • Afumi: Die Göttin von Afumi ist die Frau von Gott Hanami in Afumi. Sie jagte ihren Mann nach und als sie an einem Ort ankam und dachte, dass ihr Mann eigentlich dort wäre, aber es doch nicht war. Entleerte sich die Göttin und sprang in den Sumpf. Daher wurde dieser Ort Harasaki (enleerend/ausweidend) genannt. Es wird behauptet, dass der silberne Karpfen im Sumpf keine Eingeweide besitzt.[3]
  • Ame no Hikoko: „Prinz der glänzenden Hellebarde“
  • Anashi: Das Dorf Anashi wurde nach dem Gott Anashi in der Yamato Region benannt.[4]
  • Ashihara no Shikowo: Ohonamuchi; residiert im Schrein von Misaka im Dorf Shijimi.[5]
  • Hanami in Afumi: Da der Gott Hanami in Afumi auf einem Hügel/Berg? (en. „hill“) hauste, wurde dieser Hanami Yama genannt. Laut der Geschichte des Dorfes Kahaahi im Ortsteil Kamo wurde dieser Gott von seiner Frau, die Göttin von Afumi, gejagt.[6]
  • Hiro, Hiro Hime, Hirohime: Göttin Hiro präsidiert im Hayase Schrein und ist die jüngere Schwester der Großen Göttin Sayo.[7]
  • Hoakari, Ame no Ho'akari no mikoto
  • Idate: Der Gott Idate residiert in Idate.[8]
  • Ihatatsu: Sohn von Großer Gott Iwa und Bruder von Göttin Ihatatsu.[9]
  • Ihimori no Ohotoji: Göttin Ihimori no Ohotoji (en. „meal-serving dame“) war die Ehegattin vom Essensgott im Ortsteil von Utari in Sanuki. Ihimori Yama (in Ihibo) wurde nach ihr benannt, da sie sich auf den Hügel niederließ.[10]
  • Isetsu-hiko: Bruder von Göttin Isetsu-hime und Sohn von Großer Gott Iwa. Der Ise Gaha Schrein ist nach ihm und seiner Schwester benannt.[11]
  • Isetsu-hime: Schwester von Gott Isetsu-hiko und Tochter von Großer Gott Iwa. Der Ise Gaha Schrein ist nach ihr und ihren Bruder benannt.[12]
  • Iwa, Iwa no Ōkami
  • Iyo: Kabuto Woka wurde nach dem Helm von Gott Iyo benannt. Er ließ seinen Helm als er mit Prinz Uchikakumu Toyoho auf einem Hügel kämpfte fallen, daher heißt dieser Hügel auch Kabuto Woka („Helm-Hügel“).[13]
  • Kako Flusstal: Die Göttin im Kako Flusstal war mit Großer Gott Suminoye verheiratet.[14]
  • Michinushi
  • Mikage von Izumo
  • Munakata: (Göttinnen von Munakata)
  • Nitsuhiko
  • Ohonamuchi
  • Sanuki: Das Dorf Hafuta wurde nach einer Handlung von Gott Sanuki benannt. Gott Sanuki kämpfte gegen Prinz Take Iha, aber er verlor diesen Kampf. Nachdem er den Kampf verlor, kroch er zu einem Gebiet, das daraufhin Hafuta (kriechendes Feld) benannt wurde.[15]
  • Sukuna Hikone (Sukuna-biko-na, Sukunabikona)
  • Suminoye (Sumiyoshi)
  • Take Ihashiki: Prinz Take Ihashiki war der Sohn des Groß Gottes von Iwa.[16]
  • Tamatarashi: Gott Tamatarashi ist der Sohn des Groß Gottes und Vater von Prinz Ohoiha.[17]
  • Tamatarashi: Göttin Tamatarashi ist die Frau von Gott Tamatarashi und die Mutter von Prinz Ohoiha.[18]
  • Tamatarashi-hiko Ohoinawo: Residiert im Schrein von Hafuta.[19]
  • Tamatarashi-hime Toyoiname: Residiert im Schrein von Hafuta.[20]
  • Tamatsu-hime (Großer Gott)
  • Tamatsu-hime (Große Göttin)
  • Tama-yori bime: Tama-yori bime heißt übersetzt „Edelstein-gute-Prinzessin“. Tama ist Florenz zufolge wohl bloß ein Honorifikum. Sie wird erst die Pflegemutter, und später die Gemahlin ihres Neffen.[21] Des Weiteren hießt die Mutter von Kaiser Kamu-Yamato Ihare-biko (Jinmu tennō)s Tama-yori-bime, und sie war eine jüngere Tochter des Meergottes.[22]
  • Toyokuni: Der Gott Toyokuni residiert in Toyokuni.[23]
  • [Uchikakumu] Toyoho: Dem Gott [Uchikakumu] Toyoho ist der göttliche Hügel von Hakura geweiht. Ihakura bedeutet göttlicher Felsstuhl (divine rock chair).[24]
  • Urumi: (Großer Wassergott)

Verweise

Literatur

  • Kichirō Akimoto (Hg.) 1971
    Fudoki. (Nihon koten bungaku taikei 日本古典文学大系 2.) Tōkyō: Iwanami Shoten 1971. (Erste Auflage 1958.)
  • Michiko Yamaguchi Aoki (Ü.) 1997
    Records of wind and earth: A translation of fudoki with introduction and commentaries. (Monographs of the Association for Asian Studies, Bd. 53.) Ann Arbor, Mich.: Association for Asian Studies 1997.
  • Karl Florenz 1919
    Die historischen Quellen der Shinto-Religion. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 1919. (Übersetzungen von Kojiki und Nihon shoki [in Auszügen] sowie Kogo shūi [ganz].)

Fußnoten

  1. Aoki 1997, S. 25
  2. Florenz 1919, S. 194
  3. Aoki 1997, S. 228–229
  4. Aoki 1997, S. 182
  5. Aoki 1997, S. 231
  6. Aoki 1997, S. 222
  7. Aoki 1997, S. 205
  8. Aoki 1997, S. 182
  9. Aoki 1997, S. 202
  10. Aoki 1997, S. 185
  11. Aoki 1997, S. 190
  12. Aoki 1997, S. 190
  13. Aoki 1997, S. 218
  14. Aoki 1997, S. 228
  15. Aoki 1997, S. 221–222
  16. Aoki 1997, S. 214
  17. Aoki 1997, S. 209
  18. Aoki 1997, S. 209
  19. Aoki 1997, S. 231
  20. Aoki 1997, S. 231
  21. Florenz 1919, S. 83
  22. Florenz 1919, S. 222
  23. Aoki 1997, S. 181
  24. Aoki 1997, S. 218

Bilder

Quellen und Erläuterungen zu den Bildern auf dieser Seite:

  1. Harimafudoki old.jpg
    Harima no kuni fodoki Auszug Kalligraphie
    Bild © Akimoto 1958
    Ein Auszug des Harima no kuni fodoki in seiner klassischen Schreibweise