Alltag/Familie: Unterschied zwischen den Versionen

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{{fl|I}}n den meisten Kulturen gehört es zu den Auf·ga·ben der Religion, wich·ti·ge Ab·schnit·te im Verhältnis des einzel·nen und seiner Familie rituell zu markieren: Im christlichen Kontext kennt man u.a. die Taufe (Eintritt in die Familie), Fir·mung/Kon·fir·mation (Eintritt ins Er·wach·senen·alter), Hochzeit und Be·stat·tungs·riten. Im moder·nen Japan gibt es in dieser Hinsicht die Be·sonder·heit, dass je nach Anlass eine andere Religion zur Auswahl steht. Daher heißt es auch: Shin·tō·is·tisch geboren werden, christlich heiraten, bud·dhis·tisch begraben werden. Diese Formel trifft zwar sicher nicht auf die gesamte Be·völk·erung zu, cha·rak·terisiert aber doch bestimmte Ideal- oder Norm·vor·stel·lungen.
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{{fl|I}}n den meisten Kulturen gehört es zu den Aufgaben der Religion, wichtige Abschnitte im Verhältnis des einzelnen und seiner Familie rituell zu markieren: Im christlichen Kontext kennt man unter anderem  die Taufe (Eintritt in die Familie), Firmung/Konfirmation (Eintritt ins Erwachsenenalter), Hochzeit und Bestattungsriten. Im modernen Japan gibt es in dieser Hinsicht die Besonderheit, dass je nach Anlass eine andere Religion zur Auswahl steht. Daher heißt es auch: Shintōistisch geboren werden, christlich heiraten, buddhistisch begraben werden. Diese Formel trifft zwar sicher nicht auf die gesamte Bevölkerung zu, charakterisiert aber doch bestimmte Ideal- oder Normvorstellungen.
  
 
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Die Taufe wird in Japan nur von überzeugten Christen in Anspruch ge·nom·men, also von maximal 3% der Be·völk·erung. Eine direkte Ent·sprech·ung der Taufe gibt es weder im Bud·dhis·mus noch im Shintō. Es gibt jedoch den Brauch, den traditionel·len Neu·jahrs-Schrein·besuch ({{glossar:hatsumoude}}), der auf die Geburt eines Babys folgt, beson·ders feier·lich zu begehen. Neu·geborene Mädchen erhal·ten bei diesem Anlass einen reich dekorier·ten Feder·ball·schläger ({{glossar:hagoita}}) als Glücks·amulett, kleine Buben einen „Dämonen·abwehr-Bogen“ ({{glossar:hamayumi}}). Dieser passt symbolisch zu den Glücks·pfeilen ({{glossar:hamaya}}), die man übli·cher·weise zu jedem Neu·jahrs·besuch bei [[Bauten/Schreine |  Schreinen]] erwer·ben kann. All diese Bräuche werden mit dem Shintō assoziiert. Einen speziel·len Segen durch einen Priester gibt es bei diesem Anlass jedoch nicht.
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Die Taufe wird in Japan nur von überzeugten Christen in Anspruch genommen, also von maximal 3% der Bevölkerung. Eine direkte Entsprechung der Taufe gibt es weder im Buddhismus noch im Shintō. Es gibt jedoch den Brauch, den traditionellen Neujahrs-Schreinbesuch ({{g|hatsumoude}}), der auf die Geburt eines Babys folgt, besonders feierlich zu begehen. Neugeborene Mädchen erhalten bei diesem Anlass einen reich dekorierten Federballschläger ({{g|hagoita}}) als Glücksamulett, kleine Buben einen „Dämonenabwehr-Bogen“ ({{g|hamayumi}}). Dieser passt symbolisch zu den Glückspfeilen ({{g|hamaya}}), die man üblicherweise zu jedem Neujahrsbesuch bei [[Bauten/Schreine |  Schreinen]] erwerben kann. All diese Bräuche werden mit dem Shintō assoziiert. Einen speziellen Segen durch einen Priester gibt es bei diesem Anlass jedoch nicht.
  
Darüber hinaus begehen Shintō-Schreine Mitte Novem·ber das {{glossar:shichigosan}}-Fest für drei-, fünf- und sie·ben·jäh·rigen Kinder. Zu diesem Zeit·punkt kann man in allen größeren Schreinen Japans kleine Kinder in den putzigsten Ki·mo·nos und foto·gra·fie·rende Eltern beobach·ten. Manche Familien lassen zu diesem Anlass auch einen Rei·ni·gungs·ritus ({{glossar:harae}}) für die Kinder durch einen [[Alltag/Schreinpriester | Shintō-Priester]] durchführen.
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Darüber hinaus begehen Shintō-Schreine Mitte November das {{g|shichigosan}}-Fest für drei-, fünf- und siebenjährigen Kinder. Zu diesem Zeitpunkt kann man in allen größeren Schreinen Japans kleine Kinder in den putzigsten Kimonos und fotografierende Eltern beobachten. Manche Familien lassen zu diesem Anlass auch einen Reinigungsritus ({{g|harae}}) für die Kinder durch einen [[Alltag/Schreinpriester | Shintō-Priester]] durchführen.
  
Tra·ditionel·lerweise wurde der Mann·bar·keits·zeremonie ({{g|genpuku}}) junger Männer mehr Gewicht bei·ge·messen als Geburts- und Heirats·riten. Junge Männer erhiel·ten dabei meist einen neuen Namen, kleideten sich ab da anders und trugen die Haupt·haar in einem Knoten. Mädchen voll·zo·gen einen ähnlichen Wechsel erst nach der Heirat. Heute ist von dieser Tradition aber kaum mehr etwas übrig geblieben. Traditionelle Feiern, die den Übergang von der Kindheit zum Erwach·senen·dasein markieren, sind in Japan wie im Westen durch die Ein·füh·rung der allgemeinen Schul·pflicht dem profanen Bereich der Schul·er·ziehung über·antwor·tet worden. Was es an religiösen Riten gab, wird mehr und mehr von der feier·lichen Ver·teilung eines Abschluss·zeug·nisses ersetzt.
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Traditionellerweise wurde der Mannbarkeitszeremonie ({{g|genpuku}}) junger Männer mehr Gewicht beigemessen als Geburts- und Heiratsriten. Junge Männer erhielten dabei meist einen neuen Namen, kleideten sich ab da anders und trugen das Kopfhaar in einem Knoten. Mädchen vollzogen einen ähnlichen Wechsel erst nach der Heirat. Heute ist von dieser Tradition kaum mehr etwas übrig geblieben. Traditionelle Feiern, die den Übergang von der Kindheit zum Erwachsenendasein markieren, sind in Japan wie im Westen durch die Einführung der allgemeinen Schulpflicht dem profanen Bereich der Schulerziehung überantwortet worden. Was es an religiösen Riten gab, wird mehr und mehr von der feierlichen Verteilung eines Abschlusszeugnisses ersetzt.
  
 
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Große Hochzeitszeremonien ({{g|kekkonshiki}}) haben in Japan keine lange Tradition. Das hängt möglicherweise damit zusammen, dass die Einehe früher nicht verpflichtend war und es besonders unter den gesellschaftlichen Eliten verschiedene Formen von Haupt- und Nebenfrauen, von Probeehen, u.a.m. gab. Während im christlichen Abendland die Einehe durch Jahrhunderte in erster Linie religiös und erst in zweiter Linie gesetzlich legitimiert wurde, verlief dieser Prozess in Japan umgekehrt: Ein gesetzliches Verbot der Vielehe gibt es erst seit der {{g|meiji}}-zeitlichen Verfassung (1890). Eine entsprechende religiöse Zeremonie fehlte damals noch. Erst etwa zehn Jahre später entstand auch ein Shintō-Zeremoniell, um den monogamen „Bund fürs Leben“ religiös zu besiegeln. Der Beginn dieser heute allgemein praktizierten Shintō-Hochzeit lässt sich auf die Eheschließung zwischen Prinz Yoshihito, dem späteren {{g|taishoutennou}}, und Prinzessin Sadako am 10. Mai 1900 zurückführen. Sie wurde zunächst von Angehörigen des Militärs imitiert und fand schließlich auch in der allgemeinen Bevölkerung Anklang (vgl. {{zitiert|Ōbayashi 1997}}). Im Laufe der Zeit wurden allerdings auch westliche Elemente, etwa der Austausch von Ringen, in den shintōistischen Ritus integriert.
  
Große Hoch·zeits·ze·re·monien ({{glossar:kekkonshiki}}) haben in Japan keine lange Tradition. Das hängt möglicher·weise damit zusam·men, dass die Einehe früher nicht ver·pflich·tend war und es beson·ders unter den gesell·schaft·lichen Eliten ver·schiedene Formen von Haupt- und Neben·frauen, von Probe·ehen, u.a.m. gab. Während im christlichen Abend·land die Ein·ehe durch Jahr·hunderte in erster Linie religiös und erst in zweiter Linie gesetz·lich legi·timiert wurde, verlief dieser Prozess in Japan umgekehrt: Ein gesetzliches Verbot der Viel·ehe gibt es erst seit der {{glossar:meiji}}-zeit·lichen Ver·fassung (1890). Eine ent·sprechende reli·giöse Zere·monie fehlte damals noch. Erst etwa zehn Jahre später entstand auch ein Shintō-Zere·moniell, um den monogamen „Bund fürs Leben“ religiös zu besie·geln. Der Beginn dieser heute all·ge·mein prak·tizier·ten Shintō-Hoch·zeit lässt sich auf die Ehe·schließung zwischen Prinz Yoshi·hito, dem späteren {{glossar:taishoutennou}}, und Prin·zessin Sadako am 10. Mai 1900 zurück·füh·ren. Sie wurde zunächst von Ange·hörigen des Militärs imi·tiert und fand schließ·lich auch in der all·ge·mei·nen Bevöl·ke·rung An·klang (vgl. Ōbayashi 1997). Im Laufe der Zeit wurden aller·dings auch west·liche Ele·mente, etwa der Aus·tausch von Ringen, in den shin·tōis·tischen Ritus integriert.
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Die moderne Shintō-Hochzeit entstand freilich nicht einfach aus dem Nichts. Ein rituelles Element, das es schon seit jeher bei Vermählungsfeiern gegeben zu haben scheint, ist das gemeinsame {{g|sake}}-Trinken des Brautpaares. Es stellt auch bei modernen Shintō-Hochzeiten ein wichtiges Element dar. Im Unterschied zur modernen Shintō-Hochzeit wurden Heiratszeremonien vor der Meiji-Zeit allerdings weder in einem Schrein noch im Beisein von Shintō-Priestern durchgeführt. Es gab vielmehr häusliche Zeremonien ohne religiösen Bezug, die von weltlichen, in unterschiedlichen Schulen organisierten Zeremonienmeistern angeboten wurden.
  
Die moderne Shintō-Hochzeit entstand freilich nicht einfach aus dem Nichts. Ein rituel·les Element, das es schon seit jeher bei Ver·mählungs·feiern gegeben zu haben scheint, ist das gemein·same {{glossar:sake}}-Trinken des Braut·paares. Es stellt auch bei moder·nen Shintō-Hoch·zeiten ein wichtiges Element dar. Im Unter·schied zur moder·nen Shintō-Hoch·zeit wurden Heirats·zeremonien vor der Meiji-Zeit aller·dings weder in einem Schrein noch im Beisein von Shintō-Priestern durchgeführt. Es gab viel·mehr häusliche Zeremonien ohne religiösen Bezug, die von weltlichen, in unter·schied·lichen Schulen organisier·ten Zeremonien·meis·tern angeboten wurden.
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Nachdem die Ehe also traditionel·ler·weise nicht religiös konnotiert war, hatten es christliche Kirchen verhältnis·mäßig leicht, gerade auf diesem Gebiet eine Lücke zu schließen. Beson·ders nach dem zweiten Weltkrieg wurde eine kirchliche Hochzeit im weißem Braut·kleid (''waito weddingu'' = white wedding) für viele zum Inbegriff einer roman·tischen Liebes·heirat. Mittler·weile sind solche Zeremonien, bei denen oft westliche Aus·tausch·studen·ten den christlichen Priester substituieren, wesentlich billiger als ein shin·tō·is·tischer Ritus. Der Trend zur christlichen Hoch·zeit hält daher ungebrochen an (s. Statistik). Darüber hinaus fühlen sich die meisten Braut·paare dem Chris·tentum aber nicht weiter verbunden.
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Nachdem die Ehe also traditionellerweise nicht religiös konnotiert war, hatten es christliche Kirchen verhältnismäßig leicht, gerade auf diesem Gebiet eine Lücke zu schließen. Besonders nach dem zweiten Weltkrieg wurde eine kirchliche Hochzeit im weißem Brautkleid (''waito weddingu'' = white wedding) für viele zum Inbegriff einer romantischen Liebesheirat. In der Zeit zwischen den 1980er und 1990er Jahren entwickelten sich christliche Hochzeiten zum Standard, der heute von mehr als der Hälfte aller japanischer Brautpaare in Anspruch genommen wird (s. Statistik). Darüber hinaus fühlen sich die meisten Brautpaare dem Christentum aber nicht weiter verbunden.<ref>Zu den verschiedenen Motivationen moderner Japaner, christlich zu heiraten, s. {{zitiert|LeFebvre 2015}}.</ref>
  
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Das einzig ver·bind·liche Element der modernen japanischen Ehe ist der Ehevertrag am Stan·des·amt. Die religiösen Institutionen, egal ob Kirchen, Schreine oder Tempel stellen le·dig·lich zeremonielle Dienst·leis·tun·gen zur Verfügung, unter denen Japaner frei wählen, ohne darüber hinaus ir·gend·welche religiösen Ver·pflich·tun·gen auf sich zu nehmen. Die von einzelnen bevorzugte Form des Hoch·zeits·ritus richtet sich daher in erster Linie nach Angebot und Nachfrage auf dem Markt religiöser Dienstleister, nicht nach tra·di·tio·nellen Bräuchen oder gar religiös-dogmatischen Gesichtspunkten.  
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Das einzig verbindliche Element der modernen japanischen Ehe ist der Ehevertrag am Standesamt. Die religiösen Institutionen, egal ob Kirchen, Schreine oder Tempel stellen lediglich zeremonielle Dienstleistungen zur Verfügung, unter denen Japaner frei wählen, ohne darüber hinaus irgendwelche religiösen Verpflichtungen auf sich zu nehmen. Die von einzelnen bevorzugte Form des Hochzeitsritus richtet sich daher in erster Linie nach Angebot und Nachfrage auf dem Markt religiöser Dienstleister, nicht nach traditionellen Bräuchen oder gar religiös-dogmatischen Gesichtspunkten. Christliche Hochzeiten sind heute auch deshalb beliebt, weil sie wesentlich billiger sind als shintoistische.  
  
 
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===O-miai===
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Im Ge·gen·satz zu diesem relativ liberalen Umgang mit religiösen Ins·ti·tu·tionen erfolgt die Wahl des Hei·rats·part·ners auch heute noch oft nach traditionellen Schemata. D.h. die Entscheidung wird häufig von den Eltern, nicht von den Betroffenen selbst getroffen. Die potentiellen Heiratspartner werden dabei im Auftrag der Eltern von eigenen semi-professionellen Vermittlern (''nakōdo'') ausgewählt. Ein erstes formelles Zu·sam·men·tref·fen findet im Rahmen eines arrangierten Treffens ({{glossar:omiai}}, wtl. sich gegenseitig betrachten) statt. Daher nennt man diese arrangierten Heiraten auch ''o-miai kekkon'' (Ehe durch arrangierte Treffen). Das ''o-miai'' bietet die Möglichkeit eines Einspruchs, zumeist kommt die Heirat aber zustande. In der Nachkriegszeit war ''o-miai'' die vorherrschende Form der Eheschließung und noch heute sollen über 5% der Ehen durch ''o-miai'' zustande kommen. ''O-miai'' wird vor allem dann in An·spruch genommen, wenn das ideale Heiratsalter (Mitte bis Ende 20) bereits überschritten ist.
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Im Gegensatz zu diesem relativ liberalen Umgang mit religiösen Institutionen erfolgt die Wahl des Heiratspartners auch heute noch oft nach traditionellen Schemata. D.h. die Entscheidung wird häufig von den Eltern, nicht von den Betroffenen selbst getroffen. Die potentiellen Heiratspartner werden dabei im Auftrag der Eltern von eigenen semi-professionellen Vermittlern ({{g|nakoudo}}) ausgewählt. Ein erstes formelles Zusammentreffen findet im Rahmen eines arrangierten Treffens ({{g|omiai}}, wtl. sich gegenseitig betrachten) statt. Daher nennt man diese arrangierten Heiraten auch ''o-miai kekkon'' (Ehe durch arrangierte Treffen). Das ''o-miai'' bietet die Möglichkeit eines Einspruchs, zumeist kommt die Heirat aber zustande. In der Nachkriegszeit war ''o-miai'' die vorherrschende Form der Eheschließung und noch heute sollen über 5% der Ehen durch ''o-miai'' zustande kommen. ''O-miai'' wird vor allem dann in Anspruch genommen, wenn das ideale Heiratsalter (Mitte bis Ende 20) bereits überschritten ist.
  
 
==Tod==
 
==Tod==
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Es mag überraschen, welch geringe Rolle der Buddhismus bei den bisher besprochenen Riten spielt. Doch der Buddhismus dominiert das vielleicht wichtigste Thema der Religionsausübung: den Umgang mit dem Tod. Aus historischen Gründen ist die buddhistische Monopolstellung hier so stark, dass der japanische Buddhismus oft auch als reiner „Begräbnis-Buddhismus“ ({{g|soushikibukkyou}}) charakterisiert wird.
  
Es mag überraschen, welch geringe Rolle der Bud·dhis·mus bei den bisher be·spro·che·nen Riten spielt. Doch der Bud·dhis·mus domi·niert die viel·leicht wich·tigste Domäne reli·giöser Zere·monien: den Um·gang mit dem Tod. Aus histo·ri·schen Gründen ist die bud·dhis·tische Mono·pol·stel·lung hier so stark, dass der japa·nische Bud·dhis·mus oft auch als reiner „Begräb·nis-Bud·dhis·mus“ ({{glossar:soushikibukkyou}}) charak·terisiert wird.
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Fast jede japanische Familie besitzt ein Familiengrab auf einem buddhistischen [[Alltag/Friedhof | Friedhof]], ehrt ihre Verstorbenen aber auch in einem buddhistischen [[Alltag/Ahnenkult/Butsudan |  Hausaltar]]. Vor allem für alte Menschen, die in Japan ebenso wie im Westen religiös aktiver sind als die jungen, ist die rituelle Beschäftigung mit Toten und Ahnen ein wichtiger Bestandteil des Alltags. Mehr dazu auf den folgenden Seiten.
 
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Fast jede japanische Familie besitzt ein Familiengrab auf einem bud·dhis·tischen [[Alltag/Friedhof | Friedhof]], ehrt ihre Ver·stor·benen aber auch in einem bud·dhis·tischen [[Alltag/Ahnenkult/Butsudan |  Hausaltar]]. Vor allem für alte Menschen, die in Japan ebenso wie im Westen religiös aktiver sind als die jungen, ist die tägliche rituelle Be·schäft·igung mit Toten und Ahnen ein wichtiger Be·stand·teil des Alltags. Mehr dazu auf den folgen·den Seiten.
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* [http://web.archive.org/web/20061231003919/web-japan.org/nipponia/nipponia9/special.html NIPPONIA Ausgabe 9 1999]<br/>Zeitschriftartikel mit dem Themenschwerpunkt "Getting Married in Japan". [Über [http://web.archive.org/ Internet Archive], 2010/8]
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|update= Jul. 2020
* [http://web.archive.org/web/20061231003919/web-japan.org/nipponia/nipponia9/special.html NIPPONIA Ausgabe 9 1999]<br/>''[http://web-japan.org/nipponia/ NIPPONIA]'' - Artikel mit dem Themen·schwer·punkt "Getting Married in Japan". [Über [http://web.archive.org/ Internet Archive], 2010/8]
 
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Version vom 23. Februar 2022, 21:30 Uhr

Religion und Familie

In den meisten Kulturen gehört es zu den Aufgaben der Religion, wichtige Abschnitte im Verhältnis des einzelnen und seiner Familie rituell zu markieren: Im christlichen Kontext kennt man unter anderem die Taufe (Eintritt in die Familie), Firmung/Konfirmation (Eintritt ins Erwachsenenalter), Hochzeit und Bestattungsriten. Im modernen Japan gibt es in dieser Hinsicht die Besonderheit, dass je nach Anlass eine andere Religion zur Auswahl steht. Daher heißt es auch: Shintōistisch geboren werden, christlich heiraten, buddhistisch begraben werden. Diese Formel trifft zwar sicher nicht auf die gesamte Bevölkerung zu, charakterisiert aber doch bestimmte Ideal- oder Normvorstellungen.

Kindheit

753 1.jpg
Die Hauptrolle beim Shichigosan-Fest spielen eindeutig Mädchen in ihren farbenprächtigen Kimonos.
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1 Kinder beim Shichigosan-Fest

Die Taufe wird in Japan nur von überzeugten Christen in Anspruch genommen, also von maximal 3% der Bevölkerung. Eine direkte Entsprechung der Taufe gibt es weder im Buddhismus noch im Shintō. Es gibt jedoch den Brauch, den traditionellen Neujahrs-Schreinbesuch (hatsumōde hatsumōde (jap.) 初詣 Schrein-Neujahrsbesuch), der auf die Geburt eines Babys folgt, besonders feierlich zu begehen. Neugeborene Mädchen erhalten bei diesem Anlass einen reich dekorierten Federballschläger (hagoita hagoita (jap.) 羽子板 Federball-Schläger) als Glücksamulett, kleine Buben einen „Dämonenabwehr-Bogen“ (hamayumi hamayumi (jap.) 破魔弓 Glücksbogen, wtl. Dämonentöter-Bogen). Dieser passt symbolisch zu den Glückspfeilen (hamaya hamaya (jap.) 破魔矢 Glückspfeil, wtl. Dämonentöter-Pfeil), die man üblicherweise zu jedem Neujahrsbesuch bei Schreinen erwerben kann. All diese Bräuche werden mit dem Shintō assoziiert. Einen speziellen Segen durch einen Priester gibt es bei diesem Anlass jedoch nicht.

Darüber hinaus begehen Shintō-Schreine Mitte November das Shichigosan Shichigosan (jap.) 七五三 Shichigosan-Fest für Kinder von drei, fünf, und sieben Jahren-Fest für drei-, fünf- und siebenjährigen Kinder. Zu diesem Zeitpunkt kann man in allen größeren Schreinen Japans kleine Kinder in den putzigsten Kimonos und fotografierende Eltern beobachten. Manche Familien lassen zu diesem Anlass auch einen Reinigungsritus (harae harae (jap.) Purifikation, Weihezeremonie, Exorzismus) für die Kinder durch einen Shintō-Priester durchführen.

Traditionellerweise wurde der Mannbarkeitszeremonie (genpuku genpuku (jap.) 元服 Traditionelle, japanische Mannbarkeitszeremonie, deren Entstehung bis ins japanische Altertum (7./8. Jh.) zurückgeht) junger Männer mehr Gewicht beigemessen als Geburts- und Heiratsriten. Junge Männer erhielten dabei meist einen neuen Namen, kleideten sich ab da anders und trugen das Kopfhaar in einem Knoten. Mädchen vollzogen einen ähnlichen Wechsel erst nach der Heirat. Heute ist von dieser Tradition kaum mehr etwas übrig geblieben. Traditionelle Feiern, die den Übergang von der Kindheit zum Erwachsenendasein markieren, sind in Japan wie im Westen durch die Einführung der allgemeinen Schulpflicht dem profanen Bereich der Schulerziehung überantwortet worden. Was es an religiösen Riten gab, wird mehr und mehr von der feierlichen Verteilung eines Abschlusszeugnisses ersetzt.

Heirat

Brautpaar.jpg

Hochzeitsriten in Japan

2008 1998
christlich 64% 53%
shintōistisch 18% 32%
konfessionslos 16% 11,5%
buddhistisch k.A. 0,8%
sonstige k.A. 2,3%
Quellen: NIPPONIA 9, 1999; Wikipedia Japan (2009/9)

Große Hochzeitszeremonien (kekkonshiki kekkonshiki (jap.) 結婚式 Hochzeitszeremonie) haben in Japan keine lange Tradition. Das hängt möglicherweise damit zusammen, dass die Einehe früher nicht verpflichtend war und es besonders unter den gesellschaftlichen Eliten verschiedene Formen von Haupt- und Nebenfrauen, von Probeehen, u.a.m. gab. Während im christlichen Abendland die Einehe durch Jahrhunderte in erster Linie religiös und erst in zweiter Linie gesetzlich legitimiert wurde, verlief dieser Prozess in Japan umgekehrt: Ein gesetzliches Verbot der Vielehe gibt es erst seit der Meiji Meiji (jap.) 明治 posthumer Name von Kaiser Mutsuhito; nach ihm wird auch die Meiji-Zeit (1868–1912) benannt-zeitlichen Verfassung (1890). Eine entsprechende religiöse Zeremonie fehlte damals noch. Erst etwa zehn Jahre später entstand auch ein Shintō-Zeremoniell, um den monogamen „Bund fürs Leben“ religiös zu besiegeln. Der Beginn dieser heute allgemein praktizierten Shintō-Hochzeit lässt sich auf die Eheschließung zwischen Prinz Yoshihito, dem späteren Taishō Tennō Taishō Tennō (jap.) 大正天皇 1879–1926 (r. 1912–26); Sohn des Meiji Tennō; persönlicher Namen Yoshihito, und Prinzessin Sadako am 10. Mai 1900 zurückführen. Sie wurde zunächst von Angehörigen des Militärs imitiert und fand schließlich auch in der allgemeinen Bevölkerung Anklang (vgl. Ōbayashi 1997). Im Laufe der Zeit wurden allerdings auch westliche Elemente, etwa der Austausch von Ringen, in den shintōistischen Ritus integriert.

Die moderne Shintō-Hochzeit entstand freilich nicht einfach aus dem Nichts. Ein rituelles Element, das es schon seit jeher bei Vermählungsfeiern gegeben zu haben scheint, ist das gemeinsame Sake Sake (jap.) Reiswein-Trinken des Brautpaares. Es stellt auch bei modernen Shintō-Hochzeiten ein wichtiges Element dar. Im Unterschied zur modernen Shintō-Hochzeit wurden Heiratszeremonien vor der Meiji-Zeit allerdings weder in einem Schrein noch im Beisein von Shintō-Priestern durchgeführt. Es gab vielmehr häusliche Zeremonien ohne religiösen Bezug, die von weltlichen, in unterschiedlichen Schulen organisierten Zeremonienmeistern angeboten wurden.

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Private Hochzeitsfeier in der ausgehenden Edo-Zeit. Das Brautkleid wird auch heute noch ähnlich gestaltet, auch das gemeinsame Trinken aus einer Sake-Schale ist heute noch ein wichtiges Element der Shintō-Hochzeit. Das Bild ist Teil einer Reihe von Illustrationen, die vom englischen Marineoffizier Jacob Silver in den Jahren 1864 und 65 in Japan gesammelt, in eine Buchillustration umgewandelt und mit einem kurzen erklärenden Text versehen wurden. Bei der Darstellung des Brauchtums berücksichtigt das Werk selbstverständlich nur die gehobenen Klassen. Edo-Zeit
Bildquelle: Open Library
2 Private Hochzeitszeremonie, 19. Jh.

Nachdem die Ehe also traditionellerweise nicht religiös konnotiert war, hatten es christliche Kirchen verhältnismäßig leicht, gerade auf diesem Gebiet eine Lücke zu schließen. Besonders nach dem zweiten Weltkrieg wurde eine kirchliche Hochzeit im weißem Brautkleid (waito weddingu = white wedding) für viele zum Inbegriff einer romantischen Liebesheirat. In der Zeit zwischen den 1980er und 1990er Jahren entwickelten sich christliche Hochzeiten zum Standard, der heute von mehr als der Hälfte aller japanischer Brautpaare in Anspruch genommen wird (s. Statistik). Darüber hinaus fühlen sich die meisten Brautpaare dem Christentum aber nicht weiter verbunden.1

Wedding2.jpg
Eine japanische Großfamilie beim Hochzeitsfoto in traditioneller Aufmachung. Braut und Bräutigam sind im Hochzeits-Kimono, auch die engsten Verwandten tragen zumeist Kimono, während die entfernteren Verwandten westlich gekleidet sind. Bemerkenswert ist das Mädchen im Vordergrund, das dem Photographen die Zunge zeigt.
Bildquelle: unbekannt, vor 2004
3 Shintō-Hochzeitsfoto

Das einzig verbindliche Element der modernen japanischen Ehe ist der Ehevertrag am Standesamt. Die religiösen Institutionen, egal ob Kirchen, Schreine oder Tempel stellen lediglich zeremonielle Dienstleistungen zur Verfügung, unter denen Japaner frei wählen, ohne darüber hinaus irgendwelche religiösen Verpflichtungen auf sich zu nehmen. Die von einzelnen bevorzugte Form des Hochzeitsritus richtet sich daher in erster Linie nach Angebot und Nachfrage auf dem Markt religiöser Dienstleister, nicht nach traditionellen Bräuchen oder gar religiös-dogmatischen Gesichtspunkten. Christliche Hochzeiten sind heute auch deshalb beliebt, weil sie wesentlich billiger sind als shintoistische.

O-miai

Shintobraut.jpg
Eines der bekanntesten Bilder der in Paris lebenden Photographin Yoshida Kimiko, die sich in erster Linie durch künstlerisch verfremdete Selbstportraits auszeichnet. In diesem Bild ist einfach die traditionelle Kopfbedeckung der Braut unüblich weit ins Gesicht gezogen. Die farbliche Betonung des Mundes spielt mit der Erotik von Verhüllung und scheinbarer weiblicher Unterordnung. Werk von Yoshida Kimiko (1963–). 2002
Kimiko Yoshida
4
Shintōbraut

Im Gegensatz zu diesem relativ liberalen Umgang mit religiösen Institutionen erfolgt die Wahl des Heiratspartners auch heute noch oft nach traditionellen Schemata. D.h. die Entscheidung wird häufig von den Eltern, nicht von den Betroffenen selbst getroffen. Die potentiellen Heiratspartner werden dabei im Auftrag der Eltern von eigenen semi-professionellen Vermittlern (nakōdo nakōdo (jap.) 仲人 Vermittler bei arrangierten Heiraten (o-miai)) ausgewählt. Ein erstes formelles Zusammentreffen findet im Rahmen eines arrangierten Treffens (o-miai o-miai (jap.)  お見合い wtl. „einander betrachten“; arrangiertes Rendezvous (zum Zweck der ehelichen Partnerfindung), wtl. sich gegenseitig betrachten) statt. Daher nennt man diese arrangierten Heiraten auch o-miai kekkon (Ehe durch arrangierte Treffen). Das o-miai bietet die Möglichkeit eines Einspruchs, zumeist kommt die Heirat aber zustande. In der Nachkriegszeit war o-miai die vorherrschende Form der Eheschließung und noch heute sollen über 5% der Ehen durch o-miai zustande kommen. O-miai wird vor allem dann in Anspruch genommen, wenn das ideale Heiratsalter (Mitte bis Ende 20) bereits überschritten ist.

Tod

Es mag überraschen, welch geringe Rolle der Buddhismus bei den bisher besprochenen Riten spielt. Doch der Buddhismus dominiert das vielleicht wichtigste Thema der Religionsausübung: den Umgang mit dem Tod. Aus historischen Gründen ist die buddhistische Monopolstellung hier so stark, dass der japanische Buddhismus oft auch als reiner „Begräbnis-Buddhismus“ (sōshiki bukkyō sōshiki bukkyō (jap.) 葬式仏教 „Begräbnis-Buddhismus“; Buddhismus, der auf die Abhaltung von Totenriten fokussiert ist) charakterisiert wird.

Fast jede japanische Familie besitzt ein Familiengrab auf einem buddhistischen Friedhof, ehrt ihre Verstorbenen aber auch in einem buddhistischen Hausaltar. Vor allem für alte Menschen, die in Japan ebenso wie im Westen religiös aktiver sind als die jungen, ist die rituelle Beschäftigung mit Toten und Ahnen ein wichtiger Bestandteil des Alltags. Mehr dazu auf den folgenden Seiten.

Verweise

Verwandte Themen

Fußnoten

  1. Zu den verschiedenen Motivationen moderner Japaner, christlich zu heiraten, s. LeFebvre 2015.

Internetquellen


Letzte Überprüfung der Linkadressen: Jul. 2020

Literatur

Jesse R. LeFebvre 2015
„Christian Wedding Ceremonies: ‘Nonreligiousness’ in Contemporary Japan.“ Japanese Journal of Religious Studies 42/2 (2015), S. 185–203.
Ōbayashi Taryō 1997
„Der Ursprung der shintōistischen Hochzeit.“ In: Klaus Antoni (Hg.), Rituale und ihre Urheber: Invented Traditions in der japanischen Religionsgeschichte. Hamburg: Lit Verlag 1997, S. 39–48.

Bilder

Quellen und Erläuterungen zu den Bildern auf dieser Seite:

  1. ^ 
    753 1.jpg

    Die Hauptrolle beim Shichigosan-Fest spielen eindeutig Mädchen in ihren farbenprächtigen Kimonos.
    Shige's Wallpapers, über Internet Archive

  2. ^ 
    Kekkonshiki 1867.jpg

    Private Hochzeitsfeier in der ausgehenden Edo-Zeit. Das Brautkleid wird auch heute noch ähnlich gestaltet, auch das gemeinsame Trinken aus einer Sake-Schale ist heute noch ein wichtiges Element der Shintō-Hochzeit. Das Bild ist Teil einer Reihe von Illustrationen, die vom englischen Marineoffizier Jacob Silver in den Jahren 1864 und 65 in Japan gesammelt, in eine Buchillustration umgewandelt und mit einem kurzen erklärenden Text versehen wurden. Bei der Darstellung des Brauchtums berücksichtigt das Werk selbstverständlich nur die gehobenen Klassen. Edo-Zeit
    Bildquelle: Open Library

  1. ^ 
    Wedding2.jpg

    Eine japanische Großfamilie beim Hochzeitsfoto in traditioneller Aufmachung. Braut und Bräutigam sind im Hochzeits-Kimono, auch die engsten Verwandten tragen zumeist Kimono, während die entfernteren Verwandten westlich gekleidet sind. Bemerkenswert ist das Mädchen im Vordergrund, das dem Photographen die Zunge zeigt.
    Bildquelle: unbekannt, vor 2004

  2. ^ 
    Shintobraut.jpg

    Eines der bekanntesten Bilder der in Paris lebenden Photographin Yoshida Kimiko, die sich in erster Linie durch künstlerisch verfremdete Selbstportraits auszeichnet. In diesem Bild ist einfach die traditionelle Kopfbedeckung der Braut unüblich weit ins Gesicht gezogen. Die farbliche Betonung des Mundes spielt mit der Erotik von Verhüllung und scheinbarer weiblicher Unterordnung. Werk von Yoshida Kimiko (1963–). 2002
    Kimiko Yoshida


Glossar

Namen und Fachbegriffe auf dieser Seite:

  • genpuku 元服 ^ Traditionelle, japanische Mannbarkeitszeremonie, deren Entstehung bis ins japanische Altertum (7./8. Jh.) zurückgeht
  • hagoita 羽子板 ^ Federball-Schläger
  • hamaya 破魔矢 ^ Glückspfeil, wtl. Dämonentöter-Pfeil
  • hamayumi 破魔弓 ^ Glücksbogen, wtl. Dämonentöter-Bogen
  • harae^ Purifikation, Weihezeremonie, Exorzismus
  • hatsumōde 初詣 ^ Schrein-Neujahrsbesuch
  • kekkonshiki 結婚式 ^ Hochzeitszeremonie
  • Meiji 明治 ^ posthumer Name von Kaiser Mutsuhito; nach ihm wird auch die Meiji-Zeit (1868–1912) benannt
  • nakōdo 仲人 ^ Vermittler bei arrangierten Heiraten (o-miai)
  • o-miai  お見合い ^ wtl. „einander betrachten“; arrangiertes Rendezvous (zum Zweck der ehelichen Partnerfindung)
  • Sake^ Reiswein
  • Shichigosan 七五三 ^ Shichigosan-Fest für Kinder von drei, fünf, und sieben Jahren
  • sōshiki bukkyō 葬式仏教 ^ „Begräbnis-Buddhismus“; Buddhismus, der auf die Abhaltung von Totenriten fokussiert ist
  • Taishō Tennō 大正天皇 ^ 1879–1926 (r. 1912–26); Sohn des Meiji Tennō; persönlicher Namen Yoshihito
  • Teimei Kōgō 貞明皇后 ^ 1884–1951 (r. 1912–26), Frau des Taishō Tennō, persönlicher Name Sadako