Yamauba

Aus Kamigraphie
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Yamamba bakemono.jpg
Yamauba um 1700[Abb. 1]
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ThemengruppeGeister (inkl. Tiere und Monster)
Name Yamauba 山姥/山母 („Berg-Hexe“)
Sonstige Namen yamahime 山姫 oder yama jōro 山女郎
Ikonographie alte zerlumpte Frau mit weißem Haar; auch: junge Frau
Attribute, Begleiter Menschenfresserin
Diese Seite entstand im Kontext des Seminars Kamigraphie:Geister. Sie beruht auf einer Seminararbeit, die nicht im Wiki-Format verfasst wurde.


Der Begriff yamauba oder yamanba 山姥/山母 , wtl. Berg-Alte, wird gemeinhin als Berghexe übersetzt und als weiblicher Dämon (oni 鬼) klassifiziert; man findet jedoch auch Klassifikationen der Yamauba als Berggottheit (yama no kami 山の神) oder als Monster (yōkai 妖怪); eine eindeutige Zuordnung ist nicht gegeben. Es handelt sich bei der Yamauba um einen Geist, der für gewöhnlich die Gestalt einer alten Frau annimmt und sich abgeschottet vom Rest der Gesellschaft in Wäldern oder Bergen aufhält. Ursprünglich war die Gestalt negativ belegt, im Laufe der Jahrhunderte haben jedoch sowohl literarische als auch bildliche Darstellungen der Yamauba einen erheblichen Wandel durchlebt.

Die Anfänge schriftlicher Erwähnungen von Yamauba sind nicht eindeutig festzuhalten. Erste Darstellungen von Yamanba-ähnlichen Oni finden sich bereits im Konjaku monogatari-shū 今昔物語 im 12. Jahrhundert; erste Erwähnungen des Begriffs hingegen erst in der Muromachi-Zeit 室町時代 (14./15. Jahrhundert).

Yamauba werden aber auch in der späteren Literatur nicht immer explizit als solche bezeichnet; so kommt es vor, dass man sie nur als weibliche Oni erwähnt findet[1] und sie somit vielerlei Überlappungen/Ähnlichkeiten mit anderen weiblichen Geisterfiguren aufweisen. Äußerliche Charakteristika einer Yamauba umfassen meist ein stark fortgeschrittenes Alter und manchmal Hörner, wie man sie auch in Masken weiblicher Dämonen, den Hannya 般若 -Masken des Nō-Theaters, antrifft.[2] Außerdem werden sie oft, ähnlich den weiblichen Rachgeistern, als eifer- oder rachsüchtig beschrieben und stehen insofern mit Eifersucht und sexuellen Trieben in Verbindung.[3] Auch in bildlichen Darstellungen findet sich dieser sexuelle Aspekt wieder, wenn Yamaubas mit Phallussen oder Schnecken an ihrer Seite dargestellt werden.[4]

Yamauba im 12. Jahrhundert, Konjaku monogatari

Die Erwähnung einer Yamauba im Konjaku monogatari findet sich in der Geschichte „Sanseru onna minami Yamashina ni yuki, oni ni aite nigetaru koto“ 産女南山科に行き鬼に値ひて逃ぐる語 („Wie eine Frau in den Süden von Yamashina ging um ein Kind zu gebären, einen Oni traf und ihm entkam“). Diese handelt von einer jungen, schwangeren Frau, die in den Wald ging, um ihr Kind zu gebären. Dort traf sie eine Yamauba, die sie in eine Hütte einlud um ihr zu helfen, das Kind auf die Welt zu bringen. Die wahre Absicht des Dämons bestand jedoch darin, das Neugeborene zu verspeisen. Die Frau bemerkte rechtzeitig, dass die alte Frau ein Oni war, der ihr Neugeborenes essen wollte, und floh. Ein charakteristisches Element ist dieser Aspekt des Kannibalismus. Es gibt zahlreiche frühe Geschichten, in denen die Dämonen Wanderer, Frauen oder Kinder in den Wald locken und verspeisen.

Die frühen Geschichten heben das hohe Alter der Yamauba hervor, etwa ihr weißes, zersaustes Haar, und setzen die Yamauba damit in deutlichen Gegensatz zu anderen weiblichen Geistern, die als junge Frauen mit schwarzem, fließendem Haar charakterisiert werden. In der Konjaku-Geschichte besitzt die Yamauba bloß die Gestalt der alten Frau ohne übernatürliche, paranormale Merkmale.

Die Yamauba im 14./15. Jahrhundert, Nō

Ein Hauptwerk der Yamauba-Erzählung aus dem späten Mittelalter ist das Nō-Stück Yamanba von Zeami Motokiyo 世阿弥 元清 (ca.1363–1443). Es handelt sich dabei um ein ein „Endstück“ (kiri 切り) oder „Dämonenstück“ (kichiku 鬼畜), also ein Stück, das von Geistern oder Gespenstern handelt und am Ende eines Zyklus von Nō-Darbietungen zur Aufführung kam. Das Stück behandelt die Geschichte einer Tänzerin aus Kyoto, Hyakuma Yama Uba 百魔山姥, die ihren Namen, wtl. Berg-Alte der hundert Dämonen, der Tatsache verdankt, dass sie in ihren Tänzen die Yamauba auf überzeugende Weise verkörpert. Hyakuma pilgert gemeinsam mit ihrer Tänzergruppe zum buddhistischen Tempel Zenkōji 善光寺 und verliert sich auf dem Weg dorthin im Wald am Kagerō no Yama 陽炎の山, wo ihnen eine echte Yamauba begegnet. Sie tut den Schauspielern jedoch nichts zuleide, außer dass sie sich darüber beschwert, dass man sich ein schlechtes Bild von ihr mache, ohne sie je selbst gesehen zu haben. Somit bittet sie die Truppe, einen ihrer Tänze nach Sonnenuntergang bei Mondlicht im Wald aufzuführen; dort offenbare sie dann ihre wahre Gestalt. Bei Nacht erscheint die Yamauba wie versprochen und die Tanztruppe tanzt. Der weibliche Geist ist von der Aufführung sichtlich gerührt und will, dass die Tänzer den Tanz und das Wort über sie in der Stadt verbreiten. Anschließend löst sie sich in Luft auf, um weiterhin endlose Runden in Bergwäldern zu gehen.

Das Stück enthält, wie für Zeamis Werke charakteristisch, zahlreiche buddhistische Elemente: Yamauba ist einerseits im ewigen Zyklus der Wiedergeburten gefangen, verkündet andererseits aber auch buddhistische Weisheiten, etwa dass „Gutes und Böses nicht immer ein und dasselbe bleiben“.[5] Diese Darstellung der Yamauba bewirkte einen Imagewandel der Figur und verbreitete ein menschliches Bild des Geistes. In der Geschichte will interessiert sich der weibliche Geist, wie sie von Gesellschaft wahrgenommen wird und möchte ihr Ansehen innerhalb der Gesellschaft wiederherstellen. Außerdem weist sie menschliche Züge auf, wenn sie es genießt, die Blüten zu betrachten und in die Wälder zu gehen um den Mond sehen zu können.[6] Menschen gegenüber ist sie freundlich eingestellt und hilft mitunter beim Tragen schwerer Lasten.[7]

Im Gegensatz zu den frühen Darstellungen der Yamamba in ausschließlich menschlicher Gestalt, tritt sie im Nō als Verwandlungskünstlerin auf, die ihre Form der Situation anpassen kann. Nur für den menschlichen Blick wird sie zur alten Frau, während man ihr ansonsten nachsagt, sie hätte eine fließende, gleitende Form, ähnlich den Wolken.[8] Erst aus menschlicher Sicht kommt das Geisterelement zum Tragen: Das weiße, zerzauste Haar, das rote Gesicht und die leuchtende Augen sind für die Tanztruppe ein „schrecklicher Anblick“, auch wenn sie meinen „sie sehe aus und spreche wie ein Mensch“.[9] Für normale Menschen ist sie gänzlich unsichtbar.[10] Eine solche differenzierte Darstellung erzeugte eine Aufwertung der Yamauba, die für die positive Darstellung der Berghexe in folgenden Jahrhunderten prägend werden sollte.

Yamauba-Masken im Nō-Theater

Die Nō-Masken, welche für die Rolle der Yamauba verwendet werden, sind ebenso vielseitig wie ihre literarischen Darstellungen. So finden einerseits Masken, die eine leidende alte Dame in menschlicher Gestalt darstellen, Verwendung; andererseits solche, die ihre dämonische Natur zur Geltung bringen.[11] Unter Erstere fällt beispielsweise die Maske vom Bildhauer Tatsuemon 龍右衛門 aus dem 15. Jahrhundert, welche sehr karge, abgemagerte Gesichtszüge, verrunzelte Augenbrauen und blasse Haut aufweist. Zweitere wiederum, die dem Bildhauer Tokuwaka 徳若 zu geschrieben wird, weist Züge einer sehr weisen, einfühlsamen Person auf und zeichnet sich durch ihre stark prominenten, vollen Wangen, hervorstechenden Augen und vollen Lippen aus. Eine andere Maske aus dem 15. Jahrhundert des Bildhauers Shakuzuru 赤鶴 wiederum stellt die Yamauba als eine Frau in hohem Alter mit blutorangener Haut, tief abgesetzten Augenbrauen, runden Augen als eine Figur mit einer sehr starken Präsenz dar. Diese Darstellung legt die dämonischen Züge der Yamauba offen dar, genauso wie eine weitere Maske aus dem selben Zeitraum – die Maske des Umekawa-Zweiges 梅若 der Kanze-Schule 観世 orientiert sich in ihrer Darstellung des Waldgeistes an Masken für Schlangenfrauen, der ja 蛇, und bietet somit mit seiner Yamauba eine Frauengestalt in hohem Alter, dessen untere Gesichtshälfte von einem weit offen stehenden, grinsenden Mund, einer kleinen zugespitzten Nase und großen Ohren dominiert wird. Alle Masken haben trotz ihrer unterschiedlichen Gesichtszüge kleine, runde, metallene Pupillen, die ihre dämonische Natur zum Vorschein bringen sollen.[12]

Die Yamauba kann sowohl in die Kategorie der Oni 鬼 (Dämonen (hier: in Menschengestalt)) als auch in jene der Yama no kami 山の神 (Berggeister) fallen und erscheint Menschen meist in der Gestalt einer Frau, manchmal auch Anfangs jung bevor sie ihr wahres, altes Gesicht offenbart. Oftmals jedoch ist es eine alte Frau, welche sozial isoliert in den Wäldern lebt und ein Außenseiter der Gesellschaft ist. In späteren Darstellungen wird sie zunehmend jünger und hat einen Sohn, Kintarô 金太郎/Kintoki, oder vier Kinder, benannt nach den vier Jahreszeiten, welche sie in einer Hütte im Wald zur Welt bringt.[13] Einer Yamauba werden vorwiegend negative Charakterzüge zugeschrieben – so werden sie mit Übel und Verschwinden von Personen assoziiert, oftmals verirrten Wanderern, Kindern oder Mütter mit Kindern sowie schwangeren Frauen. Äußerlich charakteristisch für frühe Yamaubas sind ein ermüdeter Gesichtsausdruck, abgenutzte, schmutzige Kleidung. Auch der Kannibalismus spielt eine wichtige Rolle in den frühen Darstellungen der Yamauba, in denen sie verwirrte, verlorene Wanderer verspeist.[14] Yamauba wird aber nicht nur negativ dargestellt sondern kann auch ein Symbol für Furchtbarkeit und Wohlergehen sein. Vor allem in mündlichen Überlieferungen zu den weiblichen Geistern kommt es darauf an, ob man einer Yamauba begegnet oder ob sie die Person aufsucht. Im ersten Fall, trifft man eine Yamauba im Wald an oder folgt ihr in ihr Haus, bringe es Unglück; sucht eine Yamamba jedoch eine Person auf und bittet um Unterkunft oder bietet an, etwas zu kaufen, sollte man sie ihr gewähren; es folgen jahrelanges Glück und Wohlstand für denjenigen, der sie unterstützt.[15] Ebenso gibt es Überlieferungen, in denen mit Yamauba verbundene Orte den Besuchern Glück und Wohlstand verschaffen sollen, so beispielsweise ein Felsen, an denen sie begraben wurde, der Müttern ewige Milch für deren Nachwuchs verschaffen soll,[16] oder Böden und Felder, die nach dem Kontakt mit einer Yamauba hohe Fruchtbarkeit aufweisen sollen.[17] In späteren Nō-Stücken wie dem Yamamba von Zeami wird sie als alte Frau mit zersaustem, weißem Haar und müdem Gesichtsausdruck dargestellt. Die alte Frau treibt sich in den Wäldern herum, ohne ein festgelegtes Ziel zu haben, da sie nur ‚den Flüssen und Bäumen folgt’. Zeamis Yamamba der Natur sehr verbunden und verfügt über magische, übernatürliche Kräfte; so lässt sie Sonne früher untergehen und will die Tänze bei Mondlicht sehen. Zeamis Yamamba ist eine unglückliche Figur, die leidet; vorwiegend kann sie sich von den ewigen Wanderungen in den Bergen nicht befreien. Sie ist ein Außenseiter, interessiert sich jedoch dafür, was über sie gedacht wird. Sie will, dass ihr guter Ruf in den Städten etabliert wird, welches einen schlechter Ruf und Ablehnung Seitens der Gesellschaft sichtbar macht. Auch handelt es sich bei Zeamis Yamamba um keine böswillige Figur. Sie sieht den Tanz, ist gerührt und löst sich in Luft auf. Sie ist eine passive Figur, die nicht selber handelt, sondern andere dazu beauftragt, dies in ihrem Namen zu machen.

Die Yamauba ab dem 17.Jahrhundert, Kabuki und Bunraku

Ab dem 17. Jahrhundert rückt ein gänzlich anderes Bild der Yamauba in den Mittelpunkt: Wieder erscheint sie in Menschengestalt, diesmal aber mit einem Kind, ihrem Sohn Kintarō 金太郎, manchmal auch Kaidōmaru 怪童丸. Kintarō wird auf Bildern als Junge mit roter Haut dargestellt, manchmal auch mit roten Flecken oder Wolkenmustern auf der Haut. Auch ist er meist ungewöhnlich groß und stark und mit übermenschlichen Fähigkeiten ausgestattet.

Minamoto no Raiko (Mitte) rekrutiert Kintarō, den späteren Sakata no Kintoki (rechts; hinter ihm seine Mutter, Yamauba) [Abb. 2]

Kintarōs übernatürlichen Kräfte rühren sowohl vom Aufwachsen in der Natur als auch von seiner Abstammung als Kind eines Dämons/Geistes. Dies spiegelt sich in bildlichen Darstellungen, auf denen Kintarō im Kampf mit übernatürlich großen Tieren, Karpfen oder Bären als Sieger hervorgeht. Die Yamauba selber ist ihrem Sohn gegenüber positiv gesinnt, kümmert sich um ihn und hat einen ausgeprägten Mutterinstinkt. Jegliche Anspielungen auf Kannibalismus entfallen bei Erwähnungen der Yamauba ab dem 17. Jahrhundert. Kintarô wurde mit dem semi-historischen Helden Sakata no Kintoki 坂田公時 identifiziert, einer von Minamoto no Raikōs 源頼光 (948–1021) vier Vasallen, (Shitennō 四天王), welcher Dank seiner übermenschlichen Kräfte half, den mächtigen Oni Shuten Dōji 酒天童子 zu eliminieren. Laut diesen Versionen der Yamauba Legende, übergab Yamauba ihren Sohn dem Minamoto no Raikô, als sich dieser in die Wälder des Berges Ashigara 足柄 zurückzog. Andere Versionen berichten, dass Minamoto no Raikô den jungen Kintarō ausgesetzt im Wald fand und beschloss ihn großzuziehen.[18]

Kintarō wird außerdem die Abstammung von einem Donnergott zugeschrieben - ein möglicher Hinweis dafür wäre die Hautfarbe des Jungen, da rot die Farbe der Donnergötter ist. Auch die Axt, mit der Kintarō gerne dargestellt wird, ist ein Symbol der Donnergötter. Eine mögliche Hypothese zu seiner Zeugung besagt, dass eine Yamauba sich in der Nacht von einem Donner aus dem Schlaf gerissen fand, woraufhin sie schwanger wurde.[19]

Bunraku- und Kabuki-Stücke der Edo-Zeit 江戸時代 übernehmen das neue Bild einer jungen Yamauba als trostvolle und sorgende Mutter. Zu den bekanntesten Stücken zählt das Stück Komochi Yamauba 嫗山姥, welches 1712 von Chikamatsu Monzaemon 近松 門左衛門 (1653–1724) verfasst wurde. Es widmet sich in erster Linie der Geschichte von Yamaubas Sohn Kintarō. In Chikamatsus Version ist Kintarōs Vater, Sakata no Tokiyuki 坂田時行, gezwungen, Selbstmord zu begehen. Seine Frau Yaegiri 八重桐 zieht sich daraufhin von der Gesellschaft in die Wälder zurück und wird zu einer Yamauba. In den Wäldern zieht sie nun ihren gemeinsamen Sohn Kintarō groß, der später unter dem Namen Sakata no Kintoki 坂田金時 und unter der Führung von Minamoto no Raikō seinen Vater rächt.

Sexualisierung der Yamauba (18. Jahrhundert)

In der späteren Edo Zeit erlebt das Image der alten Berghexe in der Kunst seine diametrale Negation: Sie wird nun zunehmend als sexuell attraktive Frau dargestellt; sie verliert alles Dämonische und lehnt sich an Chikamatsus menschliche Gestalt der Yamauba an.[20] Oft finden sich freizügige Abbildungen der jungen Mutter mit entblößter Brust. Zu den bekanntesten bildlichen Darstellungen der Yamauba jener Zeit gehören Werke des Ukiyo-e-Zeichners Kitagawa Utamaro 喜多川歌麿 (1754–1806), welcher die Gespensterfrau in alltäglichen Situationen mit ihrem Sohn darstellt, so beim Spielen, Baden oder Haarekämmen.[21] Der Grund eines solchen Wandels zur jungen Frau mit Kind könnte der Versuch gewesen sein, die strenge Zensur von freizügigerem Bildmaterial zu umgehen; mit einem Kind rücken andere Aspekte des Bildes mehr in den Mittelpunkt, als die entblößten Körperteile.

Utamaros Yamauba

Auch Utagawa Toyokuni 歌川豊国 (1769–1825), der sich in der Kansei-Zeit 寛政(1795–1801) großer Popularität erfreute, widmetes ich dem yamauba Genre. Hier ist die Yamauba ebenfalls eine junge, attraktive Frau mit schwarzem, offenem Haar, welches das weiße zersauste zur Gänze ablöst, aber zunehmend wieder zersaust wirkt. Auch hier wird sie wie schon bei Utamaro immer zusammen mit ihrem Sohn Kintarō abgebildet.

Das Bild einer ermüdeten, alten Kreatur, wie es vor der Edo-Zeit prägend war, wurde nun von einer jungen Mutter abgelöst, der eine „nie endende Schönheit“ zugeschrieben wurde.[22] Trotz des Imagewandels von einer Menschenfresserin zur liebenden Mutter bleibt die Yamauba aber weiterhin ein Außenseiter, eine von der Gesellschaft isolierte und ausgestoßene Frau.[23]

Verweise

Literatur

  • Michael Dylan Foster 2015
    The book of yōkai: mysterious creatures of Japanese folklore. Berkeley: University of California Press 2015. (Exzerpt.)
  • Nelly Naumann 1963
    „Yama no Kami - Die japanische Berggottheit: Teil I: Grundvorstellungen.“ Asian Folklore Studies 22 (1963), S. 133-366. (Exzerpt.)
  • Noriko T. Reider 2010
    Japanese demon lore: Oni from ancient times to the present. Logan, Utah: Utah State University Press 2010.

Internetquellen

Letzte Überprüfung der Linkadressen: 2021/09/03

Fußnoten

  1. Foster 2015, S. 147
  2. Foster 2015, S. 148
  3. Naumann 1963, S. 223
  4. Naumann 1963, S. 224
  5. Glopad 2006
  6. The Noh 2019
  7. The Noh 2019
  8. Glopad 2006
  9. The Noh 2019
  10. Glopad 2006, The Noh 2019
  11. JAANUS 2001
  12. JAANUS 2001
  13. Reider 2010, S. 65
  14. Foster 2015, S. 145
  15. Foster 2015, S. 146
  16. Foster 2015, S. 147
  17. Reider 2010, S. 63
  18. Reider 2010, S. 62
  19. Reider 2010, S. 84
  20. Reider 2010, S. 85
  21. Reider 2010, S. 85
  22. Reider 2010, S. 88
  23. Reider 2010, S. 89

Bilder

Quellen und Erläuterungen zu den Bildern auf dieser Seite:

  1. Yamamba bakemono.jpg
    Aus der Serie Bakemono no e 化物之繪, c. 1700
    Bild © Tenthousand Rooms Project, Yale University. (Letzter Zugriff: 2019/8/17)
  2. Raiko yamauba kintoki.jpg
    Minamoto no Raikō rekrutiert Kintaro Buchillustration von Tsukioka Settei. 1759; aus Ehon kōmyō futaba gusa 絵本高名二葉草
    Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2019/8/17)
  3. Yamauba kintaro utamaro mfa.jpg
    Yamauba und Kintaro Blockdruck von Kitagawa Utamaro. Edo-Zeit, um 1800
    Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2019/8/17)
  4. Yamauba utamaro tnm.jpg
    Yamauba säugt Kintarō Kitagawa Utamaro. Edo-Zeit
    Bild © Tokyo National Museum. (Letzter Zugriff: 2019/8/17)
  5. Yamauba utamaro kuss.jpg
    Yamauba küsst Kintarō Kitagawa Utamaro. Edo-Zeit
    Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2019/8/19)