Niiname-sai

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Niiname-sai.jpg
Kaiser Akihito beim Durchführen der Zeremonie[Abb. 1]
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Themengruppe Riten (Feste, Zeremonien)
Name Niiname-sai 新嘗祭 („Feier der neuen Kostprobe“)
Sonstige Namen alternative Lesungen: Shinjō-sai, Niiname no matsuri
Typus Erntefest (shintoistisch)
Funktion Opferung von frisch geerntetem Reis an die kami 神 als Dank für die erfolgreiche Ernte und Bitte für ein neues ertragreiches Jahr
Ort Schreine, Kaiserpalast in Tokyo
Zeit seit Meiji-Zeit 明治時代 am 23. November; zuvor am Tag des Hasen des 11. Monats (Lunarkalender)
Entstehungszeit Vermutlich Yayoi-Zeit 弥生時代
Dieser Artikel wurde ursprünglich für das Schwesterprojekt Fudokipedia verfasst.


Niiname Festival ist die Bezeichnung des japanischen Erntefestivals, das im November stattfindet und im Kaiserpalast sowie in den meisten Japanischen Schreinen abgehalten wird.

Die wörtliche Übersetzung von Niiname Festival 新嘗祭 ist die „Feier der ersten Kostprobe“, nach der verschiedenen Art der Transkription wird es aber auch Shinjōsai genannt. Älteren Bezeichnungen dieses Festes sind nihinahe und niha'nahi.

Herkunft der Zeremonie

Die Entstehungszeit dieses Festes reicht bis zur Yayoi-Periode, als man mit dem Reisanbau in Japan begann.

Man kann bestimmte Parallelen mit der archaischen chinesischen Feier „Name no Matsuri“, die gleichermaßen ein Ausdruck der Dankbarkeit den Göttern für die Ernte war und im Herbst stattfand, feststellen.

Die Erwähnungen des Festes findet man bereits in dem ersten Teil von Nihon shoki 日本書, dass man als „Zeitalter der Götter“ bezeichnet.[1]

Verlauf der Zeremonie

Die Zeremonie fand ursprünglich an dem Tag des Hasen des 11. Lunaren Kalendermonats statt. Nach dem Übergang auf die neue Zeitrechnung im Jahre 1873 wurde es jedoch am 23. November festgesetzt.

Während der Zeremonie opfert der Kaiser rituell die fünf Getreidearten gokoku 五穀 von der „neuen Ernte“ shinkoku 新穀 nicht einem Gott, sondern dem ganzen Pantheon der japanischen Gottheiten tenjin chigi 天神地祇.[2]

Symbolik

Niiname und Schamanismus

Laut Nihon shoki 日本書紀 (720) hat sich Amaterasu 天照 für das Erntefestival vorbereitet, als sie Susanoo 須佐之男 in ihrem Palast überraschte. Weiter wird dieses Fest im Schrein von Ise immer noch in der Nacht gefeiert.

Dass Niiname durch die Nacht gefeiert wird und die Opfergaben von einer Frau vorbereitet werden, weist ganz offenbar auf die ehemaligen japanischen Schamaninnen und die ursprünglich matriarchale Gesellschaft Japans hin.[3]

Die Verlinkung von Souveränität und Fruchtbarkeit

Die Tatsache, dass das Erntefestival Niiname und die Akzessionszeremonie Daijōsai 大嘗祭 an demselben Tag stattfinden, weist auf die intime Verbindung von Fruchtbarkeit und Souveränität in der japanischen Mythologie hin.

Das Motiv in den japanischen Mythen, der die Fruchtbarkeit und Souveränität verbindet, erzählt von einer männlichen Gottheit himmlischer Abstammung, die ein irdisches Mädchen heiratet. Das Kind dieser Vereinigung wird, nachdem sich die männliche Gottheit als wert prüft, die Ernte und/oder ein Gründer der kaiserlichen Dynastie. Beispiele für dieses Szenario findet man in vielen der japanischen Mythen: im Himmelsabstieg von Ninigi 邇邇芸 oder den Mythen von Ōkuninushi 大国主 und Suseri-hime.[4]

Verweise

Literatur

  • Robert S. Ellwood 1993
    „A Japanese mythic trickster figure: Susa-no-o.“ In: William J. Hynes und William G. Doty (Hg.), Mythical trickster figures. Contours, contexts and criticism. M. Tuscaloosa: The University of Alabama Press 1993, S. 141-158.

Internetquellen

Letzte Überprüfung der Linkadressen: 2021/08/20

Fußnoten

  1. Niiname sai“, Encyclopedia of Shinto (Stand: 2021/08/20)
  2. Niiname sai“, Encyclopedia of Shinto (Stand: 2021/08/20)
  3. Ellwood 1993, S. 152–153
  4. Ellwood 1993, S. 152–154

Bilder

Quellen und Erläuterungen zu den Bildern auf dieser Seite:

  1. Niiname-sai.jpg
    Niiname-sai 新嘗祭 Zeremonie
    Bild © JAPAN Forward.com. (Letzter Zugriff: 2021/8/11)
    Kaiser Akihito beim Durchführen der Niiname-sai-Rituale (2013).