Der Hōryū-ji 法隆寺 zählt zu den ältesten buddhistischen Tempeln Japans. Er liegt in der alten Hauptstadt von Nara, Ikaruga 斑鳩町. Der volle Name des Tempels lautet Hōryū Gakumonji 法隆学問寺. Der Tempel wird auch Ikaruga-dera 斑鳩寺 genannt.
Die drei zentralen Bauwerke des Hōryū-ji gelten als die ältesten Holzbauten der Welt. Ausgrabungen aus dem Jahre 1939 stellten heraus, dass sich beim östlichen Teil des Tempels früher der Ikaruga-no-miya 斑鳩宮 befand – der Palast des Regenten Shōtoku Taishi 聖徳太子.
Im Jahre 1993 wurde er zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.
Entstehungsgeschichte
In historischen Schriften, die auf der Rückseite des Heiligenscheins der Yakushi Nyorai-Buddhastatue eingraviert sind und aus den offiziellen Hōryū-ji-Bestandsverzeichnis aus dem Jahr 747 kann man etwas über die Gründungsgeschichte des Tempels in Erfahrung bringen.
587 u.Z. beschloss Yōmei Tennō (517–587, r. 585–587) für seine Genesung nach einer schweren Krankheit einen buddhistischen Tempel zu errichten. Leider konnte er sein Vorhaben nicht in die Tat umsetzen, weil er verstarb.
Sein Sohn, Shōtoku Taishi 聖徳太子, und seine Nachfolgerin, Suiko Tennō 推古天皇 (55–628, 592–628) erfüllten seinen Traum , indem sie im Jahre 607 den ersten Tempel des Hōryū-ji erbauten.
Laut dem Nihon shoki 日本書紀 (720) wütete im Jahre 670 ein Feuer, welches den ganzen Tempel in Schutt und Asche legte.
Der Tempel wurde neu erbaut, aber etwas weiter nordwestlich des ursprünglichen Standorts. Die Renovierung wurde etwa im Jahre 710 vollendet.
Tempelanlage
Derzeitige Struktur
Der Tempel besteht aus 2 Teilen: dem Sai-in 西院 im Westen und dem Tō-in 東院 im Osten.
Die „Halle der Träume“ wurde auf dem Grund gebaut, wo sich einmal der Privatpalast von Shōtoku Taishi – der Ikaruga-no-miya 斑鳩宮 – befand.
Die derzeitige Struktur stammt aus dem Jahre 739, zu Ehren von Shōtoku Taishi 聖徳太子.
Einer Legende nach bekam es seinen Namen, nachdem Buddha sich als Shōtoku Taishi 聖徳太子 gab und dort meditierte.
Die Halle beinhalten den Yumedono (Guze) Kannon, der nur zu bestimmten Zeiten im Jahr hergezeigt wird.
Baustil
Der Hōryū-ji weist eine interessante Mischung aus Baustilen und Eigenheiten auf:
Die rekonstruierten Gebäude zeigen Einflüsse aus China und den drei koreanischen Königreichen, vor allem aus Baekje 百濟. Vor allem schickte Baekje Handwerker zum Yamato-Hof, die bei der Rekonstruktion mithalfen.
Der Tempel weist viele Einflüsse von der Asuka-Ära 飛鳥時代 auf; die vor allem bei der Pagode und der kondō sehen kann.
Das Layout des Tempels ist anderes als das seiner Zeitgenossen: kondō und die fünfstöckige Pagode stehen Seite an Seite nebeneinander im Hof.
eine Ausgrabung eines anderen Tempels aus dem Jahre 643 zeigt, dass die Korridore des Hōryū-ji anderes gestaltet sind: Die Pole in den Fenstern sind viel dünner und weiter voneinander entfernt.[1]