Prinz Shōtoku wird als Urvater der Taika Reformen angesehen [Abb. 1]
Die Taika-Periode 大化 behandelt die Zeit zwischen 645–650; sie war nach der Kōgyoku 皇極時代 - und vor der Hakuchi 白雉時代 - Ära. Die Taika-Periode wurde in den Namen gerufen, als die Kaiserin Kōgyoku abdankte und Kōtoku den Thron bestieg. Die Taika-Periode war durch Reformen gekennzeichnet. Außerdem verlagerte Kōtoku 孝徳天皇 die Hauptstadt von Asuka nach Naniwa 難破, das heutige Ōsaka.
Die Geschichte I-12 spielt im zweiten Jahr der Taika-Periode.
Coup d'Etat
Die Taika-Periode war eigentlich ein Coup d'Etat gegen den Soga-Clan 蘇我, das für 50 Jahre hindurch dominiert hatte; dieses Clan behielt die Macht an sich mit Hilfe von Intrigen, Attentaten und Manipulation.
645 wurde der letzte Oberhaupt des Soga-Clans, Soga no Iruka 蘇我入鹿, von Naka no Ōe 中大兄 (dem späteren Tenchi Tennō 天智天皇) und Nakatomi no Kamatari 藤原鎌足 ermordet; dies bewirkte, dass seine Mutter Kōgyoku den Thon an Kōtoku, den Onkel von Naka no Ōe, übergab.
Naka no Ōe, der trotz seines Alters von erst zwanzig Jahren einen großen Einfluss auf seinen Onkel ausübte, wurde zum Kronprinzen ernannt; Nakatomi Kamatari wurde zum Innenminister berufen.
Die Taika-Reformen
Die Taika-Reformen, im Japanischen als Taika no Kaishin 大化の改新 benannt, war eine Reihe von Reformen, die einen Wendepunkt in der japanischen Geschichte darstellten, weil sie die Herrschaft der japanischen Kaiserfamilie erweiterte; der Herrscher war nicht länger nur Oberhaupt eines Clans, sondern ein tennō, der als Nachkomme von Amaterasu 天照, autoritär regierte. Nach Vorbild der Tang-Dynastie in China wurde ein zentralistisches, feudales System geschaffen. Die Taika-Reformen können als Startpunkt des japanischen Staatswesen angesehen werden.
Einige der wichtigsten Veränderungen, die durch die Reformen hervorgerufen worden sind, waren:
die Abschaffung des Privatbesitzes
aller Grundbesitz und deren Einwohner wurden der direkten Verwaltung des Kaisers unterstellt
die Vermessung des Staatslandes
die gerechte Verteilung von Land an Bauern, für die sie auch steuerlich aufkommen müssten
die Erschaffung eines neuen Steuersystems
die Errichtung einer neuen Hauptstadt
Unterteilung des Landes in 66 Provinzen
die Abfassung eines neuen Straf- und Rechtssystems
Aufhebung der bäuerlichen Leibeigenschaft
nur Adelige des alten Hochadels hatten Zugang zu hohen Posten
Sinisierung des Landes
Während der Taika-Reformen kam es zu einer erheblichen Sinisierung des Landes. In der Politik wurde dies deutlich, indem man hochgestellte Adelige als Verwaltungsbeamte einführte; viele von ihnen studierten in China.
Doch nicht nur in der Politik kam es zu einem verstärkten chinesischen Einfluss; auch in der Kultur kam es zu einer Verbreitung chinesischen „Glaubenguts“. Durch Mönche wurde sowohl die chinesische Schrift als auch chinesisches Denken in Japan eingeführt; eine wichtige Rolle spielte dabei der Konfuzianismus.