Heiji monogatari/Inhalt

Aus Kamigraphie
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Auf dieser Seite folgt eine inhaltliche Zusammenfassung des Heiji monogatari 平治物語, das die Heiji-Unruhen 平治の乱 des Jahres 1160 zum Thema hat. Es handelt sich um literarisch ausgeschmückte, aber nicht-fiktionale historische Ereignisse. Sie gelten als Auftakt der Genpei-Kriege 源平合戦 (1180–1185), die zum Zerfall der Macht des Kaiserhofes führten.

Rolle 1

Die erste Rolle des Heiji monogatari ist in 14 Kapitel unterteilt und befasst sich mit den Hintergründen der Heiji-Unruhen sowie dem Geplänkel und dem Verschieben der Truppen auf Seiten der Minamoto 源 und der Taira 平.

Die Rivalen Nobuyori und Shinzei

  • Reischauer 1972, S.290–298

Fujiwara no Nobuyoris 藤原信頼 Vorfahren waren Adelige niederen Ranges. Ihre Aufgaben lagen in der Verwaltung von einigen Provinzen. Nobuyoris Laufbahn, verlief zum Erstaunen anderer, ganz anders. Er arbeitete sich hoch und fungierte als mittlerer Berater, befehligte den Haushalt der Kaiserin und war Befehlshaber der rechten Torwache. Dennoch war er unzufrieden und langte nach den Posten des großen Ministers und des Oberbefehlshabers der imperialen Leibwache. Zur selben Zeit war Shinzei 真済 ein Mönch und niederer Berater. Er studierte viele Dinge, und war über viele Dinge informiert. Er war mit seinem Wissen und dem breiten Spektrum unschlagbar. Und so kam es, dass er die kaiserlichen Gebäude restaurierte und dadurch an Einfluss und Autorität gewann. Die beiden wurden zu Rivalen. Shinzei dachte, dass Nobuyori, der bereits Minister war, den Staat ins Verderben treiben würde. Doch hatte Shinzei niemanden mit dem er vertraulich reden konnte, und wartete deshalb ab. Eines Tages sagte Go-Shirakawa 後白河天皇 indirekt was er mit Nobuyori machen sollte, und Shinzei sah das sofort als kaiserlichen Befehl und seine Chance an. Nobuyori bekam davon mit, und beriet sich mit Minamoto Moronaka, der begann, sich für einen Kampf gegen Shinzei vor zu bereiten.

Nobuyoris Plan von der Vernichtung Shinzeis

  • S.298–301

Nobuyori dachte seinen Sohn Nobuchika zum Stiefsohn von Taira Kiyomori zu machen, um dessen militärische Macht ausnutzen zu können. Dieser wandte sich ab, und deshalb versuchte Nobuyori es vorsichtig mit Minamoto no Yoshitomo 源義朝, und baute mit ihm eine gute Beziehung auf. Aber er baute auch Beziehungen zu anderen Persönlichkeiten wie Tsunemune 藤原経宗, Narichika no Ason Fojiwara Ienari auf. Nobuyori wartete nun auf einen guten Zeitpunkt zum Angriff gegen Shinzei. Diese Möglichkeit bot ihm, als Kiyomori eine Pilgerreise nach Kumano machte. Nobuyori überzeugte Yoshitomo zum Angriff und meinte auch das Kiyomori Verbindungen zu Shinzei habe, die gemeinsam den Minamoto Klan unterdrücken wollen. Nobuyori ließ durch Yoshitomo auch Yorimasa 源 頼政, Mitsumoto und Suezane 源季実 als Verbündete zusammenrufen, um einen Großangriff zu starten, welcher uns heute die Heiji-Rebellion (1159) bekannt ist.

Der Aufbruch vom Sanjō-Palast und die Niederbrennung von Shinzeis Anwesen

  • S.301–303

Mit 500 Männern verbrannten sie den Sanjō-Palast die Residenz des Ex-Kaisers, und brachten den Ex-Kaiser zum Kaiserpalast. Im Sanjō-Palast tobte das Feuer wild umher. Die Menschen (auch Frauen), die den Flammen entkamen, wurden von den Soldaten umgebracht, weil Nobuyori vermutete, dass diese Leute Anhänger Shinzeis seien. In derselben Nacht griffen die Soldaten die Residenz von Shinzei an. Dieser Angriff war bei der Bevölkerung völlig unerwartet, da seit den Hōgen-Unruhen Frieden herrschte und niemand mit solch einer Tat rechnete. [1]

Die Entlassung von Shinzeis Söhnen

  • S.304–307

In jener Zeit wurden die fünf Söhne des Mönches Shinzei aus dem Amt entlassen. Es wurde eine Investigation ihrer durchgeführt. Darunter war auch der zuvor nach Rokuhara geflohene Narinori, der auch der Schwiegersohn von Kiyomori gewesen war. Nobuyori wurde zu einem Minister des Staates und großen Befehlshaber ernannt. Yoshitomo wurde zum Gouverneur der Provinz Harima. Vize-Minister des Zeremoniels Sado wurde Gouverneur von Shinano. Minamoto Yorinori wurde Gouverneur von Settsu.

Yoshitomos ältester Sohn, Kamakura no Akugenda Yoshihira, hastete zur Hauptstadt, und kam rechtzeitig zu den Ernennungen. Yoshihira machte Nobuyori den Vorschlag, dass er nach Abeno reiten wolle, um dort auf den durchkommenden Kiyomori zu warten und ihn zu töten. Danach hatte er die Absicht, Shinzei zu zerstören. Im Gegenzug erwartete sich Yoshihira kleine und große Provinzen und dass sein Rang erhöht werde. Nobuyori schlug jedoch vor, einfach auf Kiyomori zu warten, bis er in die Hauptstadt einreiten würde. Der Vorschlag wurde angenommen.

Shinzeis Mönchstum und seine Flucht

  • S.307–311

Shinzei wurde Mönch, da er von einem Physiognomisten, der ihn genau studiert hatte, prophezeit bekam, dass er sterben werde, wenn er nicht Mönch werden würde. Der Kaiser gewährte ihm diesen Wunsch. Eines Tages hatte Shinzei eine Vision, dass ein weißer Regenbogen die Sonne durchbohren würde, was soviel hieße wie, dass ein Attentat auf des Kaisers Leben in Verzug sei. Er teilte dies unverzüglich einer Dame des Palastes mit, und floh mit einer kleinen Gefolgschaft richtung südliche Hauptstadt. Auf der Flucht sah er ein weiteres „himmlisches Phänomen“, das den Opfertod eines loyalen Ministers für den Regenten vorhersagte. Shinzei schickte einen Gefolgsmann in die Hauptstadt um die Lage zu erkunden. Dieser erfuhr, dass der Palast niederbrannt wurde, und Nobuyori über Yoshitomo gesiegt hatte. Shinzei erkannte, dass seine Deutung der Himmelsgestirne in keiner Weise falsch war. Also, fragte er sich, warum sollte er nicht derjenige sein, der für das Wohl des Herrschers sein Leben geben solle. Er ließ sich bei lebendigem Leibe von seinen Gefolgsmännern, denen er zuvor noch buddhistische Namen verliehen hatte begraben.

Shinzeis Kopf

  • S.311–313

Als einer der Getreuen von Shinzei mit seinem nunmehr herrenlosen Pferd in die Hauptstadt zurückgekehrt war, begegnete ihm Zenji Mitsuyasu, der sich auf der Suche nach Shinzei befand. Mitsuyasu erfuhr durch ihn, wo Shinzei begraben lag, ließ sich an diesen Ort führen und nahm Shinzei´s Kopf mit. Danach kehrte er zurück. Es wurde beschlossen, seinen Kopf durch die großen Straßen zu führen und ihn am Gefängnistor zu befestigen. Als Nobuyori und Yoshitomo auf den vorbeikommenden Kopf warteten, verdunkelte sich plötzlich der Himmel und die Sterne kamen heraus. Als der Kopf vorbeikam, nickte er in ihre Richtung.

Die Aussendung von Kurieren

  • S.313–315

Unterdessen wurde Kiyomori durch einen Kurier über die jüngsten Geschehnisse in der Hauptstadt unterrichtet. Er erfuhr von den Bränden, den Sieg von Nobuyori über Yoshitomo und das dies alles dazu dienen sollte, den Klan zu vernichten. Es wurde bekannt, dass Akugenda in Abeno Stellung bezogen hatte, und Kiyomori mit einer Übermacht an berittenen Männern erwartete.

Reise zum Palast

  • S.316–322

Mitsuyori machte sich mit seinem Sohn Noriyoshi und seinem Gefolge auf zum Palast, um der Konferenz beizuwohnen. Nobuyori hatte sich an den höchsten Platz gesetzt, sehr zum Missfallen Mitsuyoris, der sich deshalb noch höher setzte. Keiner der anwesenden Adligen wagte es, ihn anzusehen oder ein Wort zu sagen. So erhob sich Mitsuyori wieder und verließ, unter großer Bewunderung der Soldaten über seinen Mut, den Saal. Draußen rief er seinen jüngeren Bruder, Korekata, zu sich und fragte ihn, warum er am Vortag mit der Kutsche des Nobuyori nach Kaguragaoka gefahren sei, um den Kopf eines Mönchs zu identifizieren. Dieses Verhalten sei eines Mannes in seiner Position (Befehlshaber der kaiserlichen Leibgarde und Kommissar der Polizei) nicht würdig. Darauf entgegnete Korekata, sichtlich nervös, dass es der Wunsch des Kaisers gewesen sei. Mitsuyori erklärt daraufhin, dass seine Familie seit 19 Regierungsperioden und 11 Generationen von Ministern immer treu dem Kaiserhaus gedient und sich nie mit Verleumdern und Schmeichlern eingelassen habe. Korekata sei der Erste, der sich mit zwielichtigen Gestalten eingelassen hätte und würde damit Schande über die ganze Familie bringen. Der Abgeordnete und oberste General Kiyomori, sei schon auf dem Weg zurück, während seine Gefolgsleute aus den Provinzen Izumi, Kii, Iga und Ise schon auf ihn warteten. Zusammen könnten ihre Truppen mit Leichtigkeit die Truppen des Nobuyori besiegen.

Nach diesen schrecklichen Erkenntnissen, wie tief die Welt doch gesunken sei, begann Mitsuyori, der bis eben noch so unerschütterlich aufgetreten war, bitterlich zu weinen. Nobuyori war gekleidet in einer kurzärmeligen Robe und weiten, roten Hosen. Auf dem Kopf trug er einen kojigami und er benahm sich wie der Kaiser persönlich. Inzwischen erreichte der Abgeordnete und oberste General Kiyomori mit seinen Truppen Rokuhara und machte sich bereit für den Angriff.


Die Umwandlung der Strafen

  • S.322–323

Am nächsten Tag trafen sich Fujiwara Tadamichi, der Kanzler Motozane, der Premierminister Fujiwara Munesuke und Korimichi mit anderen Adligen vor Gericht um über die Strafen der zwölf Söhne des Mönchs zu entscheiden. Da Korimichi gebeten hatte, die Todesstrafen umzuwandeln, wurde beschlossen sie alle ins Exil zu schicken. Außerdem wurden alle ihrer Ämter enthoben.

Die Reise des abgedankten Kaisers nach Ninnaji

  • S.324–326

Bis zum 23. Tag geschah nicht viel Aufregendes. Die Truppen in Rokugahara erwarteten einen Angriff aus dem Palast und umgekehrt fürchtete das Heer im Palast eine Attacke aus Rokugahara. Die Truppen der Minamoto und Taira bewegten sich hin und her zwischen der Hauptstadt und Shirakawa. Das ging bereits seit dem zehnten Tage so.
Am 26. Tag verkleidete sich der abgedankte Kaiser auf Anraten des Archivisten Nariyori als Höfling und machte sich alleine auf den Weg nach Ninnaji. Es war ein beschwerlicher Weg und er fürchtete ständig von Rebellen gefangen genommen zu werden. Schließlich aber erreichte er Nanniji und wurde sofort herzlich empfangen.

Die Reise des Kaisers nach Rokuhara

  • S.326–328

Zur gleichen Zeit schmückte sich der Kaiser und richtete sein Haar wie das einer Kammerfrau. Nach einem erfolglosen Versuch, den heiligen Spiegel zu stehlen, wurde dieser auf Anraten des Minamoto Moronaka auf das Anwesen von Frau Bōmon gebracht. Begleitet von Korekata und Tsunemune machte sich der Kaiser auf den Weg. Am Sōheki Tor wurden sie angehalten, doch da der Kaiser dank seiner Jugend (er war 17 Jahre alt) und seiner natürlichen Schönheit in seiner Verkleidung einer hübschen jungen Frau glich, wurde er nicht erkannt und sie konnten passieren. Draußen angekommen, wurde sie bereits von dreihundert Reitern der Heike erwartet und nach Rokugahara gebracht. So verkündete der Archivist Nariyori, dass der neue Sitz des Kaiserhauses Rokugahara sei und jeder, der kein Feind des Hofes ist, sich auf den Weg dorthin machen solle und bereits nach kürzester Zeit waren die Massen von überall herbeigeströmt.

Die Versammlung der Genji

  • S.328–331

Nobuyori, wie üblich betrunken, hatte nicht mit einer solchen Wendung gerechnet. Und obwohl er für diese Krise verantwortlich zeichnete, ließ er sich lieber von seinen Kammerfrauen massieren und schlief dann ein. Am Anbruch des 27. Tages kam Narichika und informierte Nobuyori, dass mit dem Kaiser auch alle Adligen verschwunden waren. Darauf lief Nobuyori zur Palastbibliothek, wo der abgedankte Kaiser sein sollte, doch auch dieser war verschwunden. Danach ging er zum Kurodo no gosho und sah mit eigenen Augen, dass der Kaiser wirklich verschwunden war. Er wies Narichika an, niemandem vom Verschwinden des Kaisers zu erzählen und hüpfte in seinem Zorn auf und ab. Inzwischen wies Yoshitomo, der auch schon von der Flucht des Kaisers erfahren hatte, Akugenda Yoshihara an eine Liste der Palasttruppen (es waren noch über zweitausend berittene Soldaten) anzufertigen. Doch es wurde rasch klar, dass den Minamoto in diesem Kampf kein Glück mehr beschieden war und so liefen alle restlichen Soldaten auch bald zu den Taira über, um nicht als Verräter des Kaiserhauses zu enden. Yoshitomo warf Yorimasa nun vor, zum Feind übergelaufen zu sein und so den Ruf des Clans zu schädigen. Yorimasa jedoch erwiderte, dass es noch viel schändlicher sei, dass Yoshitomo sich mit Nobuyori, dem größten Narren Japans, verbündet hatte.

Die zweite Rolle des Heiji monogatari beschäftigt sich genauer mit den Konflikten zwischen den Minamoto und den Taira. Sie ist in 10 Kapitel unterteilt.

Rolle 2

Kapitel 1: Die Schlacht beim Taiken-Tor

Das erste Kapitel der zweiten Rolle handelt von der Schlacht am Taiken-Tor: Die Taira, unter der Führung von Taira no Kiyomoris Sohn Shigemori, versuchen in den Kaiserpalast einzudringen, werden jedoch von den zahlenmäßig weit unterlegenen Genji, angeführt von Minamoto no Yoshitomo und seinem Sohn Akugenda Yoshihira, in die Flucht geschlagen.

Kapitel 2 bis 10

Die verbleibenden neun Kapitel handeln vom erfolglosen Angriff Rokuharas von Yoshitomo und Akugenda, der anschließenden Flucht von Yoshitomo nördlich von Kyōto, der Gefangennahme und Hinrichtung Nobuyoris durch die Heike, dem Entkommen von Yoshitomo und dessen ältesten drei Söhnen aus Aohaka in Mino, wo Yoshitomo seinen schwer verletzten zweiten Sohn auf dessen Wunsch tötete und schlussendlich vom Tod Yoshimotos durch einen seiner Gefolgsmänner.

Rolle 3

Die zwölf Kapitel der dritten und letzten Rolle des Heiji monogatari setzen die Erzählungen der Geschehnisse der zweiten Rolle fort.

Es geht hauptsächlich um:

  • Die Rückkehr Akugenda Yoshihiras nach Kyōto, wo er von den Heike entdeckt und exekutiert wird.
  • Die Gefangennahme des jungen Minamoto no Yoritomo, der aufgrund der Bitte von Kiyomoris Stiefmutter begnadigt und stattdessen nach Izu verbannt wurde.
  • Die Flucht von Minamoto no Yoshitomos Frau mit ihren drei jüngsten Söhnen, die sich später den Heike ergab aber samt ihrer Kinder verschont wurde.
  • Wie der jüngste Sohn Ushikawa im Jahre 1174 mit 16 Jahren aus dem Kloster, in dem er gelebt hat, geflüchtet ist und den Namen Minamoto no Yoshitsune angenommen hat, mit dem er in die Geschichte einging.
  • Wie Yoritomo 1180 schließlich mit der Hilfe Yoshitsunes rebellierte und den Heike-Clan zerschlug.

Verweise

Literatur

  • Edwin Reischauer 1972
    „The Heiji monogatari.“ In: Edwin Reischauer und Joseph K. Yamagiwa (Hg.), Translation from early Japanese literatur. Cambridge: Harvard University Press 1972, S. 271-351.

Internetquellen

Fußnoten