Gyōkō-e

Aus Kamigraphie
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Themengruppe Riten (Feste, Zeremonien)
Name Gyōkō-e 行幸会
Typus Schreinprozession (shintoistisch)
Funktion öffentlich
Ort Usa Hachiman-gū 宇佐八幡宮 und andere Schreine in Nord-Kyushu
Entstehungszeit 749
Dieser Artikel wurde ursprünglich für das Schwesterprojekt Hachiman-no-pedia verfasst.


Das gyōkō-e 行幸会 ist wie das hōjō-e 放生会 eine der wichtigsten Zeremonien des Hachiman Schrein von Usa 宇佐八幡宮 und hat auch eine ähnliche Bedeutung. Der Unterschied liegt vor allem am shintai 神体 und an den Regionen, in denen die Zeremonie abgehalten wird.

Diese Zeremonie wurde erstmals im Jahre 749 abgehalten. Bis 811 fand sie alle vier Jahre statt und anschließend nur noch alle sechs Jahre.

Das shintai

Die Schreinreliquie ist das komo no makura 薦のまくら, ein Kopfkissen aus grobgewebten Wildreisstroh und eine Besonderheit des Usa-Schreins. Dies zeigt beispielsweise die Verbundenheit der Japaner mit Reis. Obwohl das Stroh nicht essbar (nützlich) ist, wird es doch als wichtig empfunden, da es ein Bestandteil der Reispflanze ist. Dieses Denken ist shintoistisch – man sieht in allem etwas Nützliches.

Beim gyōkō-e wird das shintai durch die Provinzen (Bungo 豊後国 und Buzen 豊前市) getragen – von einem Schrein zum nächsten. Sobald das neue am Usa-Schrein ist, wird das alte von dort zum Nata-Hachiman-Schrein getragen und dessen altes zum Ina-Schrein usw. So erhalten alle Schreine einen neuen. Es sind also verschiedene lokale Schreine eingebunden. Was den Usa-Hachiman-Schrein einzigartig macht, ist, dass in den Riten zwei verschiedene shintai benutzt werden.

Später wurden auch Geschenke von adligen Familien und der Regierung sowie Bilder und heilige Gewänder als shintai benutzt.

Gyōkō-e im Zusammenhang mit dem Hachiman-Kult

Das hōjō-e und das gyōkō-e sind der Beweis dafür, dass der Hachiman-Kult aus der Konsolidierung von zwei benachbarten Regionen in Nord-Kyūshū mit unterschiedlichen religiösen Traditionen entstanden ist. Es wurden somit auf religiöser Ebene politische und soziale Beziehungen gefördert. Hachiman steht also für politisch-religiöse Solidarität.

Ein weiteres Beispiel für gyōkō-e ist im Komo-Hachiman-Schrein 薦八幡宮. Die Besonderheit des dort zelebrierten gyōkō-e ist, dass alle mitmachen dürfen. Die Einwohner von den beiden Regionen Bungo und Bunzen nehmen daran teil.

Verweise

Literatur

  • Christine Guth Kanda 1985
    Shinzō: Hachiman imagery and its development. Cambridge, Massachussets u.a.: Harvard University Press 1985. (Exzerpt.)

Internetquellen