Glossar zum Thema „Konzept“

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Glossar zum Thema „Konzept“
Konzepte, Lehren und Dogmen (128 Einträge)
A
B
  • bodhi बोधि skt.
    „Erwachen, Erleuchtung“ (jap. bodai 菩提)
  • bunmei kaika 文明開化 jap.
    „Aufklärung und Öffnung“; Modernisierungs-Slogan des 19. Jh.s
  • Bushidō 武士道 jap.
    Verhaltenskodex bzw. Philosophie des japanischen Militäradels; wtl. Der Weg des Kriegers
C
  • catvāri āryasatyāni चत्वारिआर्यसत्यानि skt.
    „Die Vier Edlen Wahrheiten“, Grunddogmen der buddhistischen Lehre
  • chūin 中陰 jap.
    wtl. mittlere Dunkelheit; Totenwelt; Übergangsperiode zwischen zwei Phasen der Wiedergeburt; im engeren Sinne: sieben mal sieben Tage nach dem Tod
D
  • dan jap.
    „Stufe“, „Rang“; Bezeichnung der Fortgeschrittenen- bzw. Meistergrade in den Kampfsportarten, Budō
  • Dharma धर्म skt.
    Gesetz (des Universums), Lehre (des Buddha) (jap. 法)
  • jap.
    Weg, Lehre, im erweiterten Sinne auch „Religion“; s.a. Dōkyō (Daoismus)
  • Dōkyō 道教 jap.
    Daoismus, wtl. Lehre des Weges, chin. Daojiao; philosophisch-rel. Strömung Chinas; s.a.
  • duḥkha दुःख skt.
    „Leiden“ (jap. ku 苦)
F
  • Feng Shui 風水 chin.
    chin. Raumkonzept auf der Grundlage von Yin und Yang; für zeremonielle Architektur wichtig
  • fukko shintō 復古神道 jap.
    „Restauration des antiken Shintō“; Restaurations-Shintō
  • fukoku kyōhei 富国強兵 jap.
    „reiches Land, starkes Heer“; politischer Slogan des 19. Jh.s
G
  • genze riyaku 現世利益 jap.
    (religiöse) Belohnung in diesem Leben
  • gogyō 五行 jap.
    Fünf Wandlungsphasen; Prinzip der chin. Naturphilosophie
  • gokuraku 極楽 jap.
    wtl. höchstes Glück; Paradies; identisch mit dem Reinen Land (jōdo)
  • gon jap.
    vorläufig, provisorisch (im Ggs. zu jitsu, „wirklich“)
H
  • haibutsu kishaku 廃仏毀釈 jap.
    wtl. Abschaffung von Buddha, Zerstörung von Shaka; Bezeichnung für anti-buddhistische Ausschreitungen der frühen Meiji-Zeit
  • hannya 般若 jap.
    „Weisheit“, abgeleitet von skt. prajna; auch: Hannya-Maske (Dämonin)
  • hannyaharamitta 般若波羅蜜多 jap.
    „vollkommene Weisheit“, abgeleitet von skt. prajnaparamita
  • hon jap.
    „Original“, „Ursprung“
  • honchō 本朝 jap.
    wtl. unsere Dynastie; Eigenbezeichnung für Japan
  • hongan 本願 jap.
    „Ureid“; zumeist Gelübde des Buddha Amida, alle Lebewesen zu retten
  • honji 本地 jap.
    (buddhistische) Urform (eines kami); s.a. suijaku
  • honji suijaku 本地垂迹 jap.
    wtl. Grundform und herabgelassene Spur; Theorie der Identität von kami und Buddhas
  • jap.
    buddhistischer Dharma, wtl. Gesetz
  • hōben 方便 jap.
    geschicktes Mittel; skt. upāya
  • hōriki 法力 jap.
    spirituelle Kraft, wtl. Dharma-Kraft
  • Hyaku monogatari 百物語 jap.
    „Hundert Geschichten“; Edo-zeitliches Gesellschaftsspiel bei dem man sich 100 Gruselgeschichten erzählte
I
  • iwashi no atama mo shinjin kara 鰯の頭も信心から jap.
    „Für den Gläubigen zählt selbst ein Sardinenkopf ...“; sinngemäß: Wer fest daran glaubt, für den wird selbst der Kopf einer Sardine zu etwas Göttlichem werden. Tatsächlich werden Sardinenköpfe manchmal zur Dämonenabwehr eingesetzt.
J
  • jaku jap.
    „Spur“, „Fährte“; „Vermächtnis“
  • jiriki 自力 jap.
    wtl. eigene Kraft; buddhistisches Konzept
  • jitsu jap.
    wirklich (im Ggs. zu gon, „vorläufig“)
  • jap.
    Altes japanisches Maß für Längen. 1 = 3,03m.
  • jōdo 浄土 jap.
    Reines Land, buddhistisches Paradies; auch gokuraku, Sukhavati
  • ju 寿 jap.
    Langes Leben
  • jukkai 十界 jap.
    Zehn Welten des buddhistischen Jenseits; auch jikkai ausgesprochen
  • jūni shi 十二支 jap.
    Zwölf Erdzweige (chin. Tierkreiszeichen)
K
  • Kāmadhātu कामधातु skt.
    „Welt der Begierden“, Bereich der Wiedergeburt
  • kamikakushi 神隠し jap.
    übernatürliches Verschwinden“; wtl. „von den kami [hier eher Geister, Dämonen] versteckt“; Ausdruck wurde vor allem mit tengu-Legenden (Nihon kokugo daijiten) in Zusammenhang gebracht.
  • kamikaze 神風 jap.
    Götterwind; urspr. ein poetischer Beinamen der Provinz Ise, wird der Begriff seit den Mongolenangriffen des 13. Jh.s mit göttlichem Schutz im Krieg assoziiert und daher auch mit den Selbstmord-Piloten des 2. Weltkriegs in Verbindung gebracht
K (Fortsetzung)
  • kanme 貫目 jap.
    Gewichts- bzw. Währungseinheit der Edo-Zeit; ca. 3,7 kg
  • kannagara no michi 随神の道 jap.
    Alternativer Ausdruck für Shintō
  • karagokoro 唐心/漢意 jap.
    „chinesischer Geist“; xenophober Begriff der kokugaku
  • karma कर्म skt.
    „Tat“, auch „konsequente Folge“; moralische Bilanz der gesetzten Handlungen (jap. 業)
  • kawaii かわいい jap.
    „süß“, „niedlich“; Kanji (nicht in Gebrauch): 可愛い (vgl. kawaii bunka)
  • kawaii bunka かわいい文科 jap.
    wtl. Niedlich-Kultur; Tendenz zur Verniedlichung in der japanischen Populärkultur (vgl. kawaii)
  • kegare 穢れ jap.
    rituelle Verunreinigung, Befleckung, Schande
  • kengyō 顕教 jap.
    „offene Lehren“ im Ggs. zu mikkyō, „geheime Lehren“
  • kleśa क्लेश skt,
    „Leid“, auch: Leidenschaft, die den Menschen ans Diesseits bindet; neben den sog. Fünf Giften (Ignoranz, Gier, Hass, Stolz und Neid) gibt es auch Serien von 3, 6, 10 oder 108 Kleshas (jap. bonnō 煩悩)
  • kokumin dōtoku 国民道徳 jap.
    „Nationale Moral“, „Volksmoral“; Schlagwort der nationalistischen Propaganda der Zwischenkriegszeit
  • kokumin seishin 国民精神 jap.
    „Nationaler Geist“, „Volksgeist“; Schlagwort der nationalistischen Propaganda der Zwischenkriegszeit
  • kokutai 国体 jap.
    Nationalwesen, wtl. „Landeskörper“
  • Kongōkai mandara 金剛界曼陀羅 jap.
    Vajra-Welt-Mandala, Diamant-Welt-Mandala; mandala des Dainichi Nyorai
  • jap.
    „öffentlich“
  • kurushii toki no kamidanomi 苦しい時の神頼み jap.
    „sich in Zeiten der Not an die Götter wenden“; jap. Redensart
  • jap.
    Leere, Nichts; im Buddhismus ein wichtiges philosophisches Konzept
M
  • mabiki 間引き jap.
    wtl. Ausdünnen, Lichten; Töten von Neugeborenen
  • makoto jap.
    Wahrheit, Aufrichtigkeit
  • mandokoro 政所 jap.
    Verwaltungsgebäude; später wurde der Name für die Verwaltungsabteilung des Shōgunats entlehnt
  • mappō 末法 jap.
    Endzeit des Dharma
  • mijiao 密教 chin.
    esoterischer Buddhismus (jap. mikkyō)
  • mikkyō 密教 jap.
    esoterischer Buddhismus, Tantrismus; wtl. geheime Lehre; Gegenstück zu kengyō; in Japan vor allem durch den Shingon, aber auch durch Teile des Tendai Buddhismus vertreten
  • mizaru, iwazaru, kikazaru 見ざる、言わざる、聞かざる jap.
    „nichts sehen, nichts sagen, nichts hören“
  • mondō 問答 jap.
    Frage-Antwort Schema; Diskussion, Disput;
  • mu jap.
    wtl. „nichts“, Leere; im Buddhismus ein wichtiges philosophisches Konzept
  • muko 無忤 jap.
    wtl. ohne Zwist; Eintracht, Friedfertigkeit; buddhistische Tugend
N
  • nengō 年号 jap.
    Jahresdevise oder Äraname, Motto der Politik zu dieser Zeit
  • nichiren shugi 日蓮主義 jap.
    Nichirenismus; nationalistische Auslegung nichiren-buddhist. Lehren; Begründer Tanaka Chigaku
  • Nirvāṇa निर्वाण skt.
    „Erloschen, ausgelöscht“, Ort der Erlösung von allem Leid, absolutes Jenseits (jap. Nehan 涅槃)
O
  • onmyō 陰陽 jap.
    jap. für „Yin und Yang“; auch in'yō, on'yō
  • Osōshiki Puraza お葬式プラザ jap.
    wtl. Begräbnis-Plaza; Webauftritt einer japanischen Bestattungsfirma
P
  • pañca kleśaviṣa पञ्चक्लेशविष skt.
    „Fünf Gifte“, Falschheit, Stolz, Begierde, Eifersucht und Hass; fünf Leidenschaften (klesha), die den Menschen ans Diesseits binden
  • prajñāpāramitā प्रज्ञापारमिता skt.
    „Vollkommene Weisheit“ (jap. hannyaharamitta 般若波羅蜜多)
  • pu chin.
    „Schritt“; chin. Längenmaß, 1 pu ≈ 1,67m)
Q
  • qi 氣/気 chin.
    Materie (oder „Energie“) der chin. Naturphilosophie; auch Dampf; jap. ki
R
  • rokudō 六道 jap.
    wtl. die Sechs Wege = Bereiche der Wiedergeburt
  • ryōbu 両部 jap.
    zweiteilig, dual; v.a. im Shingon Buddhismus ein häufig gebrauchter Terminus für duale Systeme oder Aspekte
  • Ryōzen Jōdo 霊山浄土 jap.
    Reines Land im Nichiren Buddhismus; Ryōzen, wtl. mystischer Berg, stellt einen Anspielung auf den Geierberg (auch: Ryōjū-sen 霊鷲山, Berg des mystischen Geiers) dar, wo Buddha u.a. das Lotos Sutra vorgetragen haben soll (s.a. Juhō-sen)
S
  • saisei itchi 祭政一致 jap.
    Einheit von Ritus und Verwaltung bzw. von Religion und Staat
  • sakoku 鎖国 jap.
    Abschließung des Landes in der Edo-Zeit, 1639–1853
  • Saṃsāra संसार skt.
    „Beständiger Fluss“, Kreislauf der Wiedergeburten, Diesseits (jap. Rinne 輪廻)
  • sanbō 三宝 jap.
    Drei Schätze oder Drei Juwelen, skt. triratna: Buddha, Dharma, Sangha; im Kontext des Shinto bezeichnet der Begriff ein Opfertischchen, wird in diesem Fall allerdings meist mit den Zeichen 三方 („drei Richtungen“) geschrieben.
  • sanjō no kyōsoku 三条の教則 jap.
    die drei elementaren Prinzipien oder Lehrsätze der „Großen Lehre“ (taikyō), also der Staatsideologie der frühen Meiji-Zeit, die 1872 erlassen wurden; auch sanjō no kyōken
S (Fortsetzung)
  • sanmitsu 三密 jap.
    Drei Geheimnisse (des esoterischen Buddhismus)
  • sansai 三才 jap.
    Laut der chinesischen Naturphilosophie drei elementare Daseinsformen: Himmel, Erde, Mensch
  • satori 悟り jap.
    Erleuchtungserfahrung (bes. im Zen Buddhismus)
  • shaku jap.
    Altes japanisches Maß für Längen. 1 shaku = 0,303m
  • shakubuku 折伏 jap.
    „brechen und unterwerfen“; Motto des Schulgrüders Nichiren
  • shen chin.
    Geist (sowohl im Sinne von „Gespenst” als auch von „geistiger Kraft“); jap. shin oder kami
  • shendao 神道 chin.
    Göttl. Weg, Weg der Götter; chin. Aussprache von jap. shintō
  • shi jap.
    „privat“
  • shinbutsu bunri 神仏分離 jap.
    Trennung von kami und Buddhas; religionspolitische Maßnahme zur Entflechtung von buddh. Tempeln und Shintō-Schreinen; vereinzelt in der Edo-Zeit, vor allem aber für die frühe Meiji-Zeit (1868–1873) charakteristisch
  • shinbutsu bunri no rei 神仏分離の令 jap.
    Eine Verfügung aus dem Jahr 1868 zur Trennung von Shintō und Buddhismus
  • shinbutsu shūgō 神仏習合 jap.
    Übereinstimmung von kami und Buddhas; shintō-buddhistischer Synkretismus
  • shinkoku 神国 jap.
    wtl. „Götterland“
  • shinōkōshō 士農工商 jap.
    wtl. „Krieger, Bauern, Handwerker, Kaufleute“; Vier-Stände-System, in dem eine hierarchische Ordnung innerhalb der genannten endogamen Berufsstände angestrebt wird; gesell. Ideal der Edo-Zeit
  • shōbō 正法 jap.
    Zeit des wahren Dharma
  • shōchikubai 松竹梅 jap.
    wtl. Pinie, Bambus, Pflaume, auch „drei Freunde der kalten Zeit“; Pinie und Bambus grünen auch im Winter, die Pflaumenblüte signalisiert den Frühlingsbeginn; zusammen ein Glückssymbol für Gesundheit und langes Leben
  • shōen 荘園/庄園 jap.
    Lehen, feudale Landbesitzung
  • shuji 種子 jap.
    Symbolische Sanskrit-Zeichen; wtl. Samen (Skt. bija)
  • śūnyatā शून्यता skt.
    „Leere, Nichts“, im Buddhismus ein wichtiges philosophisches Konzept (jap. 空)
  • shūnen 執念 jap.
    Rachsucht, Groll, Obsession
  • sonnō jōi 尊王攘夷 jap.
    „Ehrt den Kaiser, verjagt die Barbaren“; anti-westlicher Slogan des 19. Jh.s (Zitat aus den Frühling- und Herbstannalen des Konfuzius)
  • suijaku 垂迹 jap.
    wtl. kami-Spur (eines Buddha); buddh. Bezeichnung für → kami
  • Sukhāvatī सुखावती skt.
    „Reines Land“, buddhistisches Paradies (jap. jōdo 浄土)
T
  • taiji 太極 chin.
    Urmaterie, wtl. das Große Äußerste
  • Taika no Kaishin 大化改新 jap.
    „Reformen des großen Wandels“; politischer Umschwung unter Kaiser Kōtoku im Jahre 646; Zentralisierung des Landes und Sinisierung des Staatssystems
  • taikyō 大教 jap.
    wtl. große Lehre; Staatsideologie der frühen Meiji-Zeit
  • taikyō senpu undō 大教宣布運動 jap.
    Kampagne des Großen Lernens oder auch Große Indoktrinierungs-Kampagne, 1870–1884; staatl. Initiative der frühen Meiji-Zeit zur Verbreitung der Ideale des Tennō-Loyalismus
  • Taizōkai mandara 胎蔵界曼陀羅 jap.
    Mutterschoß-Welt-Mandala; Mandala des Dainichi
  • tariki 他力 jap.
    andere Kraft (helfende Kraft Amidas)
  • tenmei 天命 jap.
    „Mandat des Himmels“; konfuzianisches Konzept einer himmlischen Macht, die Herrscher oder Dynastien auf der Grundlage ihrer „Tugend“ einsetzt oder abberuft
  • Tokoyo 常世 jap.
    Land der Unsterblichkeit, Land der Unvergänglichkeit
  • tung-i 東夷 chin.
    „Ostbarbaren“; chinesische Bezeichnung für Japaner und/oder Koreaner
U
  • ujizoku bukkyō 氏族仏教 jap.
    Klan-Buddhismus; Buddhismus der Adelsfamilien des jap. Altertums
  • upāya उपाय skt.
    „[geschicktes] Mittel“ (jap. hōben 方便)
V
  • vidyā विद्या skt.
    „Wissen“ (jap. myō 明)
W
  • wakon yōsai 和魂洋才 jap.
    „Japanischer Geist, westliche Technik“; politischer Slogan der bakumatsu- und Meiji-Zeit
  • wakō dōjin 和光同塵 jap.
    Angleichung der Buddhas an die kami; wtl. „das Licht dämpfen und sich dem Staub angleichen“
  • wo chin.
    älteste chin. Bez. für Japaner (wtl. „Zwerg“); jap. wa; in Japan wurde schon früh das Homonym 和 („Harmonie“) als Selbstbezeichnung gewählt
Y
  • yamato-damashii 大和魂 jap.
    „japanischer Geist“; Japanertum; nationalistisches Schlagwort
  • yaoyorozu 八百万 jap.
    altjap. für „acht Millionen“ bzw. unendlich viele
  • Yin Yang 陰陽 chin.
    Dualistisches Prinzip der chin. Naturphilosophie
  • yonaoshi 世直し jap.
    Welterneuerung; „Weltsanierung“; gesamtgesellschaftliche Umwälzung
Z
  • zōbō 像法 jap.
    Zeit des imitierten Dharma; buddhistisches Konzept

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„Glossar zum Thema „Konzept“.“ In: Bernhard Scheid, Religion-in-Japan: Ein digitales Handbuch. Universität Wien, seit 2001