Ikonographie/Waechtergoetter/Nio

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Niō Wächterstatuen

kongorikishi
Torwächter des Hōryū-ji, Nara
Bild: Ron Reznick, 2008 [2010/8]

Die beiden

niō 仁王 (jap.)

Wächterfigur, Torwächter

Der Begriff „niō“ wird in diesem Handbuch auf folgenden Seiten erwähnt:

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Bilder

  • Yomeimon waechter.jpg
  • Nio sokenji.jpg
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  • Yomeimon vorne.jpg
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  • Nio sanboin.jpg
  • Yukisono torii.jpg

des

Hōryū-ji 法隆寺 (jap.)

Tempel in Ikaruga bei Nara, gegr. 607; wtl. „Tempel des prosperierenden [Buddha]-Gesetzes“

Tempel

Der Begriff „Hōryū-ji“ wird in diesem Handbuch auf folgenden Seiten erwähnt:

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  • Amida horyuji.jpg
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  • Horyuji Google.jpg
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  • Horyuji kondo.jpg
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Geographische Lage

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Geographische Lage von Hōryū-ji; s.a. Geo-Glossar

sind die ältesten buddhistischen Torwächterskulpturen Japans aus dem Jahr 711. Sie sind in unterschiedlichen Farben gehalten (rot und blau/grün), was sich auch in späteren Beispielen oft findet. Der aktivere

A-gyō 阿形 (jap.)

Bez. für einen Typ von Wächtergottheit (niō) mit geöffnetem Mund; wtl. „A-Form“ (Figur, die ein „A“ ausspricht); Gegenstück von UN-gyō; im Fall von menschlichen Figuren zumeist mit einer aufbrausenden Geste (mudra) verbunden.

Bild

Der Begriff „A-gyō“ wird in diesem Handbuch auf folgenden Seiten erwähnt:

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Bilder

  • Nio jinguji.jpg
  • Drache kenninji.jpg
  • Komainu1.jpg
  • Komainu a mak.jpg
  • Nio sugimoto a.jpg
  • Koma kamakura2.jpg
  • Unryu a fusuma kenninji.jpg
  • Kongorikishi todaiji1.jpg

(rechts), der seinen Arm zum Angriff erhebt, ist üblicherweise rot, der kontrolliertere

UN-gyō 吽形 (jap.)

wtl. „HUM-Form“; Figur, die das Sanskritzeichen „HUM“, jap. un, ausspricht, und daher mit geschlossenem Mund dargestellt wird; Gegenstück von A-gyō (offener Mund); im Fall von menschlichen Figuren zumeist mit einer beruhigenden Geste (mudra) verbunden; s.a. niō

Bild

Der Begriff „UN-gyō“ wird in diesem Handbuch auf folgenden Seiten erwähnt:

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Bilder

  • Komainu1.jpg
  • Komainu mak.jpg
  • Nio sugimoto un.jpg
  • Nikko ngyo.jpg
  • Koma kamakura1.jpg
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  • Nio hokusai.jpg
  • Unryu un fusuma kenninji.jpg
  • Drache kenninji un.jpg
  • Nio jinguji.jpg
(links) ist blau, was natürlich auch einen  Yin-Yang Aspekt vermuten lässt. Der Ungyō des Hōryū-ji trägt übrigens eine Art Band, das seinen Mund verschließt.
kongorikishi kongorikishi
Torwächter des Südlichen Haupttores ( Nandaimon) des Tōdaiji, Nara

Die beiden Wächter des

Tōdaiji 東大寺 (jap.)

Tempel des Großen Buddha von Nara; wtl. Großer Ost-Tempel

Tempel

Der Begriff „Tōdaiji“ wird in diesem Handbuch auf folgenden Seiten erwähnt:

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Bilder

  • Goeido higashi honganji.jpg
  • Garuda gigaku.jpg
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  • Todaiji daibutsu top.jpg
  • Todaiji.jpg
  • Tamonten todaiji.jpg
  • Nigatsudo.jpg
  • Nandaimon.jpg

Geographische Lage

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Geographische Lage von Tōdaiji; s.a. Geo-Glossar

, die den Daibutsu von

Nara 奈良 (jap.)

Hauptstadt und Sitz des Tennō, 710–784 (= Nara-Zeit); auch: Heijō-kyō

Ort, Geschichte

Der Begriff „Nara“ wird in diesem Handbuch auf folgenden Seiten erwähnt:

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Bilder

  • Todaiji.jpg
  • Kisshoten.jpg
  • Matsunoodera bato kannon.jpg
  • Garuda gigaku.jpg

Geographische Lage

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Geographische Lage von Nara; s.a. Geo-Glossar
bewachen, sind mit etwa 8,5m Höhe die größten hölzernen Niōs in Japan. Sie stammen aus der Werkstatt des berühmten Bildhauermeisters Unkei und wurden 1203 in nur 69 Tagen fertig gestellt. Die ganze Tempelanlage war 1181 im Zuge des Genpei-Krieges abgebrannt. Die beiden Statuen entstanden also im Zuge von Rennovierungsarbeiten an der Halle des Großen Buddha. Beide sind aus extrem vielen Holzteilen zusammengesetzt, da große Holzblöcke zu dieser Zeit rar waren.

Weitere Beispiele

Nio ninnaji.jpg
Die niō sind von Zaunpfählen umgeben, die die Form eines einzackigen vajra — ein häufiges Attribut der niō — haben. Edo-Zeit, 1637–46
Wikimedia Commons, 663highland, 2010 (bearbeitet)
Nio shitennoji.jpg
Niō-Wächterstatuen. An diesen vergleichsweise jungen Beispielen, kann man die unterschiedliche Bemalung (Agyō — rot, Ungyō — blau) gut erkennen.
Bildquelle: automatography, flickr 2007
Nio nikko.jpg
Beide niō sind ganz in rot.
Ron Reznick, 2008
Nikko ngyo.jpg
Niō des Typs UN-gyō in der Schreinanlage von Nikkō, rot bemalt (obwohl dieser Typus oft eine grünlich-bläuliche Hautfarbe hat).
Nihon no bi
Nio koya.jpg
Effektvoll beleuchteter niō auf dem Kōya-san.
Reggie Thomson, 2002
Nio tenshoji niigata.jpg
Wie hier gut zu erkennen ist, sind die meisten Torwächter (niō) durch dünne Gitternetze geschützt, was leider oft ihre Sichtbarkeit reduziert.
Bildquelle: Ichinohe Shinya, 2007 (bildbearbeitet)
Nio sanboin.jpg
Niō-Wächterstatuen.
Foundation J.-E. Berger
Nio tadaji.jpg
Niō des Tada-ji, Obama City (gibt's wirklich!), Fukui-ken
Bilder: Jake Davies 2008 [2016/8]
Nio shokoji kunisaki kaze.jpg
Rezente Plastiken von Tempelwächter (niō) aus dem Gebiet von Kunisaki, Kyūshū, ein Gebiet, das für seine zahlreichen buddhistischen Steinskulpturen bekannt ist.
Kaze ni fukarete, Blowing in the Wind
Nio shirahige kunisaki kaze.jpg
Weitere Beispiele von Wächterstatuen (niō) aus dem Gebiet von Kunisaki in Kyūshū. Diese beiden bewachen ausnahmesweise einen Shintō-Schrein, keinen buddhistischen Tempel. Trotz ihres eher schlichten Stils kann man erkennen, dass sich die essenziellen ikonographischen Details (Mund, Handgeste, Frisur, Schal) seit der Nara-Zeit bis auf den heutigen Tag gehalten haben. Nur die Waffe der niō, der einspießige Vajra, scheint in diesem Fall der Korrosion zum Opfer gefallen zu sein.
Kaze ni fukarete, Blowing in the Wind
Bilder zum Vergrößern bitte anklicken

  1. ^  
    Nio hokusai.jpg

    Fertigstellung einer niō-Statue (UN-gyō) durch ein Team von Malern. Das Blatt entstammt einer Sammlung von Bildern, die japanische Handwerksberufe zum Thema haben. Auffällig ist die an westliche Ölmalerei gemahnende Laviertechnik, mit der Hokusai und andere Künstler Anfang des 19. Jh. experimentierten, um sie später wieder aufzugeben. Das Bild kann Hokusai allerdings nur aufgrund des Stils zugerechnet werden, da es nicht signiert ist. Dies könnte dem Umstand geschuldet sein, dass es im Auftrag der Niederländer angefertigt wurde, was im damaligen Japan illegal war. Nach Paris gelangte das Bild über Johan Willem de Sturler (1773-1855), der von 1823 bis 1826 (zur Zeit als sich auch Philipp Franz von Siebold dort aufhielt) die niederländische Handelsdelegation auf Dejima anführte. Ähnliche Bilder finden sich auch im Siebold-Museum in Leiden. Dass Siebold Hokusai 1826 persönlich traf, ist bekannt und führt zur Datierung des Bildes. Werk von Katsushika Hokusai (zugeschr.). Edo-Zeit, 1826
    Bibliothèque nationale de France, Département des Manuscrits, Japonais 382 (18)

  2. ^  
    Nio sugimoto un.jpg

    Detail einer berühmten niō-Statue, die dem Kamakura-zeitlichen Meisterbildhauer Unkei zugeschrieben wird. Der geschlossene Mund steht für das Aussprechen der Silbe „Hum“ (jap. un, weshalb diese Figur auch UN-gyō genannt wird). Zusammen mit seinem Partner ältester erhaltener Tempelwächter in Kamakura, im Kannon-Tempel Sugimoto-dera, selbst der älteste Tempel vor Ort. Auf diesem Bild sind die für die Kamakura-Skulptur typischen eingelegten Glasaugen gut zu erkennen. Werk von Unkei (zugeschrieben) (ca. 1150–1223). Kamakura-Zeit, 12. Jh.
    Bildquelle: Shirunosuke, J-Blog, 2012

  3. ^  
    Nio sugimoto a.jpg

    Detail einer berühmten niō-Statue, die dem Kamakura-zeitlichen Meisterbildhauer Unkei zugeschrieben wird. Der geöffnete Mund steht für das Aussprechen der Silbe „A“ (A-gyō). Zusammen mit seinem Partner ältester erhaltener Tempelwächter in Kamakura, im Kannon-Tempel Sugimoto-dera, selbst der älteste Tempel vor Ort. Werk von Unkei (zugeschrieben) (1150–1223). Heian-Zeit, 12. Jh.
    El-Branden Brazil, Flickr, 2010

  4. ^  
    Nio horyuji.jpg

    Darstellung der Wächterfiguren (niō) des Hōryū-ji in Nara. Nara-Zeit, 711
    Ron Reznick, 2008

  5. ^  
    Kongorikishi todaiji1.jpg

    Wächterfigur (niō) des Typs A-gyō am Nandaimon. Photo vor 1988. Werk von Unkei, Kaikei, u.a.. Kamakura-Zeit, 1203
    Bildquelle: unbekannt

  6. ^  
    Kongorikishi todaiji2.jpg

    Wächterfigur (niō) des Typs UN-gyō am Nandaimon. Photo vor 1988. Aus der Perspektive dieser Photographie wirkt der Kopf etwas zu groß. Dies wurde jedoch mit Absicht so ausgeführt, da die über acht Meter große Statue auf diese Weise von unten — also vom üblichen Blickpunkt aus — natürlicher wirkt. Man nennt diese Technik Anamorphose. Sie wurde in Japan bei vielen überdimensionalen Statuen angewendet, die für die Betrachtung aus einem nahen, tiefer gelegenen Winkel bestimmt waren. (S. z.B. den Kamakura Daibutsu.) Werk von Jōkaku, Tankei u.a.. Kamakura-Zeit, 1203
    Bildquelle: unbekannt

  7. ^  
    Nio koya.jpg

    Effektvoll beleuchteter niō auf dem Kōya-san.
    Reggie Thomson, 2002

  8. ^  
    Nio nikko.jpg

    Beide niō sind ganz in rot.
    Ron Reznick, 2008

  9. ^  
    Nio taiyuin.jpg

    Niō Wächterfiguren in rot.
    Bildquelle: TOKYO VIEWS, (Matsui Fumio) flickr 2010

  10. ^  
    Nikko ngyo.jpg

    Niō des Typs UN-gyō in der Schreinanlage von Nikkō, rot bemalt (obwohl dieser Typus oft eine grünlich-bläuliche Hautfarbe hat).
    Nihon no bi

  11. ^  
    Nio shitennoji.jpg

    Niō-Wächterstatuen. An diesen vergleichsweise jungen Beispielen, kann man die unterschiedliche Bemalung (Agyō — rot, Ungyō — blau) gut erkennen.
    Bildquelle: automatography, flickr 2007

  12. ^  
    Nio sanboin.jpg

    Niō-Wächterstatuen.
    Foundation J.-E. Berger

  13. ^  
    Nio tenshoji niigata.jpg

    Wie hier gut zu erkennen ist, sind die meisten Torwächter (niō) durch dünne Gitternetze geschützt, was leider oft ihre Sichtbarkeit reduziert.
    Bildquelle: Ichinohe Shinya, 2007 (bildbearbeitet)

  14. ^  
    Nio zenkoji.jpg

    Niō-Paar des Zenkō-ji, des wichtigsten Tempels der Stadt Nagano. Trotz Beibehaltung der traditionellen Ikonographie sind hier die Einflüsse einer westlich-naturalistischen Körperdarstellung gut zu erkennen. Werk von Takamura Kōun und Yonehara Unkai. Taishō-Zeit, 1918
    Bildquelle: Yokohamanote

  15. ^  
    Nio jinguji.jpg

    Hier ist die Körpersprache der beiden Wächterfiguren (niō) — UN-gyō (geschlossener Mund) beruhigend, A-gyō (offener Mund) aufbrausend — besonders gut zu erkennen.
    Wikimedia Commons, 663highland, 2010

  16. ^  
    Nio sokenji.jpg

    Niō mit besonders kräftigen Oberarmen. Muromachi-Zeit, 1467
    Shinbutsu imasu Ōmi

  17. ^  
    Nio shokoji kunisaki kaze.jpg

    Rezente Plastiken von Tempelwächter (niō) aus dem Gebiet von Kunisaki, Kyūshū, ein Gebiet, das für seine zahlreichen buddhistischen Steinskulpturen bekannt ist.
    Kaze ni fukarete, Blowing in the Wind

  18. ^  
    Nio ninnaji.jpg

    Die niō sind von Zaunpfählen umgeben, die die Form eines einzackigen vajra — ein häufiges Attribut der niō — haben. Edo-Zeit, 1637–46
    Wikimedia Commons, 663highland, 2010 (bearbeitet)

  19. ^  
    Nio ryuunji.jpg

    Diese beiden Torwächter (niō) scheinen per Handy miteinander zu kommunizieren.
    Kaze ni fukarete, Blowing in the Wind, 2012

  20. ^  
    Nio shirahige kunisaki kaze.jpg

    Weitere Beispiele von Wächterstatuen (niō) aus dem Gebiet von Kunisaki in Kyūshū. Diese beiden bewachen ausnahmesweise einen Shintō-Schrein, keinen buddhistischen Tempel. Trotz ihres eher schlichten Stils kann man erkennen, dass sich die essenziellen ikonographischen Details (Mund, Handgeste, Frisur, Schal) seit der Nara-Zeit bis auf den heutigen Tag gehalten haben. Nur die Waffe der niō, der einspießige Vajra, scheint in diesem Fall der Korrosion zum Opfer gefallen zu sein.
    Kaze ni fukarete, Blowing in the Wind

  21. ^  
    Nio dunhuang.jpg

    Zwei Wächterfiguren (jap. niō) in den heute noch in Japan klassischen Posen. Vor ca. 1000 u.Z.
    British Library, (IDP, International Dunhuang Project)


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Niō-Wächterstatuen.“ In: Bernhard Scheid, Religion-in-Japan: Ein digitales Handbuch. Universität Wien, seit 2001