Feuer-Gang auf dem Berg Takao
G oma-Riten, deren Höhepunkt in einem bloßfüßigen Gang durch glühende Asche besteht, zählen zu den typischen Aktivitäten der yamabushi. Diese Feste richten sich zumeist an Fudō Myōō, den besonderen Schutzherrn der yamabushi, der seinerseits mit Feuer und Schwert assoziiert wird. Die Bilder auf dieser Seite zeigen ein Feuer-Fest des Shingon Tempels Yakuō-in, einem yamabushi-Zentrum am Fuße des Berges Takao im Westen Tōkyōs.
Wada Yoshio, 2004 (mit freundlicher Genehmigung).
Foto-Dokumentation des Rituals
Wada Yoshio, 2004 (mit freundlicher Genehmigung).
Wada Yoshio, 2004 (mit freundlicher Genehmigung).
Wada Yoshio, 2004 (mit freundlicher Genehmigung).
Wada Yoshio, 2004 (mit freundlicher Genehmigung).
Wada Yoshio, 2004 (mit freundlicher Genehmigung).
Wada Yoshio, 2004 (mit freundlicher Genehmigung).
Wada Yoshio, 2004 (mit freundlicher Genehmigung).
Wada Yoshio, 2004 (mit freundlicher Genehmigung).
Wada Yoshio, 2004 (mit freundlicher Genehmigung).
Religiöse Wurzeln
Die goma-Riten der yamabushi stammen aus dem esoterischen Buddhismus (mikkyō) und wurden wahrscheinlich zusammen mit dem Kult des Fudō Myōō ursprünglich von Kūkai, dem Begründer des Shingon Buddhismus, in Japan verbreitet. Das Wort goma leitet sich von Sanskrit homa ab, deutet also bereits auf den indischen Ursprung dieser Praxis hin. Homa-Riten sind in allen indischen Traditionen bekannt und waren wohl ursprünglich Brandopfer. Ihre klassische Form beinhaltet aber auch einen Altar, in dessen Mitte das Feuer entzündet wird. In dieser Form werden japanische goma-Riten auch heute noch von Mönchen des Shingon Buddhismus praktiziert. Die „Outdoor-Variante“ der yamabushi ist eine spezielle Entwicklung, die wahrscheinlich von nicht-buddhistischen Traditionen des Feuergangs mitgeprägt wurde, sich aber des Begriffs goma im Sinne eines mit dem Feuer verbundenen Rituals bedient.
Der Tempel Takao-san Yakuō-in führt seine Wurzeln auf den Nara-zeitlichen Mönch Gyōki zurück, ist aber erst seit der Muromachi-Zeit historisch fassbar. In dieser Zeit kam es zu einer Verbreitung des Shugendō, wobei die tengu-Gottheit Izuna Gongen, ursprünglich Gottheit des Izuna-Berges in der benachbarten Präfektur Nagano, verehrt wurde. Der Takao-san ist demnach Teil eines „bergübergreifenden“ Shugendō-Kults im Osten der kantou Region.
Verweise
Internetquellen
- Takao-san ōhiwatari matsuri, Wada Yoshio (jap.)
Dieser Website entstammen die obigen Fotos. Sie wurden am 14. März 2004 in Takao-machi, am westlichen Stadtrand von Tōkyō aufgenommen. - Setsubun at Mibudera, Chris Gladis (en.)
Foto-Strecke auf flickr (2007), die einen ähnlichen goma-Ritus, allerdings ohne Feuer-Gang, im Mibudera in Kyōto dokumentiert. - Fire Walk At Saba Daishi, Don Weiss (en.)
Yamabushi goma-Ritus auf Shikoku.
Bilder
- ^ Nachdem die Flammen großteils verlöscht sind, bahnen sich die erfahrenen Mönche mit Hilfe von Salz einen Weg durch die Glut (hiwatari). Die Schuhe haben sie natürlich abgelegt.
Wada Yoshio, 2004 (mit freundlicher Genehmigung). - ^ Eine Prozession von „Bergasketen“ (yamabushi) auf Takao-san. Hier eine Gruppe jüngerer Mönche mit der typischen tokin-Mütze.
Wada Yoshio, 2004 (mit freundlicher Genehmigung). - ^ Eine Gruppe yamabushi des Takao-san, welche Muscheln blasen.
Wada Yoshio, 2004 (mit freundlicher Genehmigung). - ^ Der Zeremonienmeister tritt zugleich mit dem Oberpriesters des örtlichen Shingon-Tempels Yakuō-in auf. Ein anderer hochrangiger yamabushi bläst hier das Muschelhorn, ein Markenzeichen der Bergasketen.
Wada Yoshio, 2004 (mit freundlicher Genehmigung). - ^ Hochrangige Ordensfrau und weitere yamabushi des Shingon-Tempels Yakuō-in (Berg Takao bei Tōkyō).
Wada Yoshio, 2004 (mit freundlicher Genehmigung).
- ^ Laienanhänger des Bergasketen-Kultes (yamabushi) des Yakuō-in.
Wada Yoshio, 2004 (mit freundlicher Genehmigung). - ^ Ein großer Haufen von Zedernzweigen wird bei dieser yamabushi-Zeremonie in Brand gesteckt.
Wada Yoshio, 2004 (mit freundlicher Genehmigung). - ^ Gebete und Tänze beim goma-Ritus, während das Feuer hoch auflodert.
Wada Yoshio, 2004 (mit freundlicher Genehmigung). - ^ Mönche und yamabushi durchschreiten die glosende Asche (hiwatari).
Wada Yoshio, 2004 (mit freundlicher Genehmigung). - ^ Yamabushi helfen den Laien, die am Ritual teilgenommen haben, beim bloßfüßigen Gang (hiwatari) durchs Feuer.
Wada Yoshio, 2004 (mit freundlicher Genehmigung).
Glossar
- [[Glossar:Kantou|]] () ^
- Shingon-shū 真言宗 ^ Shingon-Schule, wtl. Schule des Wahren Wortes; wichtigste Vertreterin des esoterischen Buddhismus (mikkyō) in Japan
Religion in Japan, Inhalt
- 一 Grundbegriffe
- Einleitung
- Japan
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- Buddh. Lehren
- Shintō:
- Shintō
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- Yin und Yang
- Zusammenfassung:
- Stereotype
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- 二 Bauten
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- Tempel- & Schreinbesuch
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- Buddhistische Mönche
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- Glücksgötter
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- Shintō-Götter
- Menschen:
- Heilige
- 五 Mythen
- Einleitung
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- Jenseits
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- Riesen-Buddhas: Im Kampf gegen die Unbeständigkeit des irdischen Daseins
- Lokale Vorstellungen, Japan:
- Jindō und shintō: Zum Begriffsinhalt des ‚Weges der kami‘
- Ōkuninushi als heimlicher Gegenspieler der Himmlischen Götter
- Religiöse Gewalt in Japan: Blutopfer, Selbstopfer, Menschenopfer
- Regenmachen im vormodernen Japan
- Lieber das Herz in der Hand als die Taube über dem Heer
- Feuer mit Feuer bekämpfen: Der Gehörnte Meister und sein Kult
- Das Butsuzō zui: Ein ‚illustriertes Kompendium der mystischen Gestalten von Buddhas und Kami‘
- Hundert Geschichten: Horrorklassiker aus der Edo-Zeit
- Religion und Politik:
- Die Tenshō-Mission: Beginn einer schwierigen transnationalen Beziehung
- Yasukuni: Der Schrein des ‚friedlichen Landes‘
- Herrigels Zen und das Bogenschießen
„Feuer-Gang auf dem Berg Takao.“ In: Bernhard Scheid, Religion-in-Japan: Ein digitales Handbuch. Universität Wien, seit 2001