Yamata no Orochi

Aus Kamigraphie
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Yamata no Orochi 八又大蛇 ist eine achtköpfige Schlange, die von Susanoo 須佐之男 aufgrund einer List getötet werden kann.

Yamata no Orochi und Susanoo

Yamata no Orochi im Kojiki und Nihon shoki

Im Kojiki und Nihon shoki wird diese wie folgt beschrieben:

„Sie hat acht Köpfe und acht Schwänze; ihre Augen sind rot wie Blasenkirchen; und auf ihrem Rücken wachsen Tannen und Zypressen. Wenn sie kriecht, erstreckt sie sich über eine Länge von acht Hügeln und acht Tälern.“ (vgl. Chamberlain 1932:73, Aston 2008:53).

Yamata no Orochi hat bereits sieben der acht Töchter Ashinazuchis 足名椎 gefressen. Der achten Tochter Kushinada-hime 奇稲田姫 verspricht Susanoo Rettung, wenn er sie zur Frau bekommt. Kushinada-hime wird in einen Kamm verwandelt und in Susanoos Haar gesteckt. Danach lässt er Reiswein brauen, in acht Krüge füllen und je einen Krug an eines der acht Tore des Zaunes stellen, den er errichten lässt. Yamata no Orochi trinkt mit jedem seiner Köpfe einen Krug leer und schläft betrunken ein. Susanoo schlägt die Schlange in Stücke und der Fluss Hi (in der Provinz Izumo) färbt sich rot von deren Blut. Als er den mittleren Schwanz durchschlagen will, bricht sein Schwert. Im Schwanz findet er Kusanagi 草薙剣, das er den Göttern im Himmel schickt und später eines der drei Throninsignien 三種の神器 werden soll (vgl. Chamberlain 1932:75, Aston 2008:53).

(siehe auch Susanoo und Yamata no Orochi)


Yamata no Orochi im Izumo fudoki

Der im Bezirk Nita 仁多 befindliche Berg Torikami yama bildet die Grenze zwischen den Provinzen Izumo und Hahaki (Hōgi) 伯耆. Den Kiki zufolge ist dies der Ort, wo Susanoo Yamata no Orochi erschlug (Aoki 1977:147). Dies wird jedoch im Izumo fudoki selbst nicht erwähnt.

Yamata no Orochi und die Zahl Acht

Nelly Naumann interpretiert die Zahl acht als kosmologische Zahl. Die Welt ist durch die Zahl acht geordnet und wird durch die achtköpfige Schlange von acht Seiten, also von allen Seiten, her bedroht. Durch ihr Ableben wird die Ordnung wieder hergestellt (Naumann 1988:81-82).

Quellen

  • Michiko Yamaguchi Aoki (Ü.) 1997
    Records of wind and earth: A translation of fudoki with introduction and commentaries. (Monographs of the Association for Asian Studies, Bd. 53.) Ann Arbor, Mich.: Association for Asian Studies 1997.
  • William George Aston (Ü.) 1896
    Nihongi: Chronicles of Japan from the earliest times to a.d. 697. London: Kegan Paul 1896. (Zahlreiche Neuauflagen, JHTI Onlineversion, Onlineversion (Wiki-Source).)
  • Basil Hall Chamberlain (Ü.) 1932
    Kojiki: Records of ancient matters. Kobe: J. L. Thompson & Co 1932. (Erste Auflage 1919, JHTI Onlineversion, Onlineversion.)
  • Nelly Naumann 1988
    Die einheimische Religion Japans: Teil 1: Bis zum Ende der Heian-Zeit. Leiden: Brill 1988. (Exzerpt.)

Dieser Artikel wurde ursprünglich für das Schwesterprojekt Fudokipedia verfasst.