Susanoos Verbannung

Aus Kamigraphie
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Nach seinen Untaten wird Susanoo no Mikoto von den Göttern eine Buße auferlegt, nach deren Absolvierung er verbannt wird.

Mythologische Varianten

Kojiki [1] 於是八百萬神共議而。於速須佐之男命。千位置戸。亦切鬚。及手足爪令拔而。神夜良比夜良比岐。 Hierauf beratschlagten die achthundert Myriaden Götter miteinander und erlegten dem Haya-Susa-no-Wo no Mikoto eine Buße von tausend Tischen [mit Opfergaben] auf, und schnitten ihm auch den Bart ab und ließen ihm sogar die Nägel an seinen Händen und Füßen ausreißen und verbannten ihn mit göttlicher Verbannung.
Nihon Shoki [2] 然後諸神。歸罪過於素戔鳴尊。而科之以千座置戸。遂促徴矣。至使拔髮。以贖其罪。

亦曰。拔其手足之爪贖之。

巳而竟逐降焉。

Hierauf schoben alle Götter die Schuld auf Susa no Wo no Mikoto und erlegten ihm eine Buße von tausend Tischen [mit Opfergaben] auf und bestraften ihn schließlich [auf diese Weise]. Sie ließen ihm auch die Haare ausreißen und ließen ihn dadurch für seine Schuld Genugtuung geben.

Es wird auch berichtet, daß sie ihm die Nägel an seinen Händen und Füßen ausrissen und ihn so Genugtuung geben ließen.

Nachdem dies geschehen war, verbannten sie ihn endlich mit göttlicher Verbannung.

Nihon Shoki V1[3] 巳而科罪於素戔鳴尊。而責其秡具。是以有手端吉棄物。足端凶棄物。亦以唾爲白和幣。以洟爲青和幣。用此解除。竟遂以神逐之理。逐之。 Hiernach wurde Susa no Wo no Mikoto für schuldig erklärt und es wurden von ihm Bußgegenstände 35) gefordert, und zwar [nahmen sie] die Enden seiner Hände als gute wegzuwerfende Dinge und die Enden seiner Füße als schlechte wegzuwerfende Dinge; seinen Speichel wiederum nahmen sie als weiße weiche Opfergabe, und seinen Nasenfluß nahmen sie als grüne weiche Opfergabe, und damit war die Reinigung zu Ende geführt. Zuletzt verbannten sie ihn gemäß dem Gesetze der göttlichen Verbannung.
Nihon Shoki V2[4] 即科素戔鳴尊。千座置戸之解除。 以手爪。爲吉爪棄物。以足爪。爲凶爪棄物。乃使天兒屋命。掌其解除之太諄辭。而宣之焉。世人愼收己爪者。此其縁也。

既而諸神。嘖素戔鳴尊曰。汝所行甚無頼。故不可住於天上。亦不可居於葦原中國。宜急適於底根之國。乃共逐降去。

[...] und legten dem Susa no Wo no Mikoto alsdann eine Buße von tausend Tischen auf. Die Nägel seiner Hände machten sie zu guten wegzuwerfenden Dingen, und die Nägel seiner Füße machten sie zu schlechten wegzuwerfenden Dingen. Dann ließen sie Ama no Koyane no Mikoto die prächtigen Ritualworte mit Bezug auf jenes Reinigung handhaben und ließen ihn dieselben rezitieren. Dieses ist der Grund, warum die Leute der WeIt ihre eigenen Nägel sorgfältig aufbewahren.

Hierauf machten alle Götter dem Susa no Wo no Mikoto Vorwürfe und sprachen: "Dein Betragen ist im höchsten Grade frech gewesen. Deshalb darfst du nicht im Himmel wohnen, Auch darfst du nicht im Mittellande des Schilfgefildes wohnen. Mache schleunigst, daß du nach dem Grund- Unterlande fortkommst!" Damit trieben sie miteinander ihn nach unten fort.

Kogo Shūi [5] 仍、歸罪過於素戔鳴神、而科之以千座置、令拔首髮及手足爪以贖之。

仍、解除其罪、逐降焉。

Hierauf schoben [alle Götter] die Schuld auf den Gott Susa no Wo und erlegten ihm eine Buße von tausend Tischen [Opfergaben] auf. Sie ließen ihm die Kopfhaare und die Nägel der Hände und Füße ausreißen und dadurch für seine Schuld Genugtuung geben. Also ließen sie ihn für seine Vergehen die Reinigung vollziehen und trieben ihn nach unten fort.

Anmerkungen

  1. Kojiki Buch 1, dt. Übersetzung Florenz 1919 S. 41, Englishe Übersetzung:
    At this time the eighthundred myriad deities deliberated together, imposed upon PAYASUSANOWONO-MIKOTO a fine of a thousand tables of restitutive gifts, and also, cutting off his beard and the nails of his hands and feet, had him exorcised and expelled him with a divine expulsion.
    Philippi 1969, S. 26
  2. Nihon Shoki Buch 1 (Hauptvariante), dt. Übersetzung Florenz 1919 S. 156, Englische Übersetzung:
    After this all the Gods put the blame on Sosa no wo no Mikoto, and imposed on him a fine of one thousand tables, and so at length chastised him. They also had his hair plucked out, and made him therewith expiate his guilt.

    Another version is:-They made him expiate it by plucking out the nails of his hands and feet.

    When this was done, they at last banished him downwards.
    Aston 1896, S. 105-106
  3. Nihon Shoki Buch 1 (Nebenvariante 2), dt. Übersetzung Florenz 1919 S. 160, Englische Übersetzung:
    After this Sosa no wo no Mikoto was convicted, and fined the articles required for the ceremony of purification. Hereupon these were the things abhorrent of luck of then tips of his fingers, and the things abhorrent of calamity on the tips of his toes.1 Again, of his spittle he made white soft offerings, and of his nose-mucus he made blue soft offerings, with which the purification service was performed. Finally he was banished according to the law of Divine banishment.
    Aston 1896 S. 109
  4. Nihon Shoki Buch 1 (Nebenvariante 2), dt. Übersetzung Florenz 1919 S. 162, Englische Übersetzung:
    [...] and imposed on Sosa no wo no Mikoto a fine of a thousand tables of (articles of) purification. Of the nails of his hands they made things abhorrent of luck, and of the nails of his feet they made things abhorrent of calamity. Then they caused Ama no Koyane no Mikoto to take charge of his Great Purification Liturgy, and made him recite it. This is the reason why the people of the world are careful in the disposal of their own nails. After this, all the Gods upbraided Sosa no wo no Mikoto, saying:-- 'Thy conduct has been in the highest degree improper. Thou must, therefore, not dwell in Heaven. Nor must thou dwell in the Central Reed-plain Land. Thou must go speedily to the Bottom Nether Land.' So together they drove him away downwards.
    Aston 1896 S. 116-117
  5. Kogo Shūi, dt. Übersetzung Florenz 1919 S. 424, Englische Übersetzung:
    As a punishment for bringing about this catastrophe the Gods inflicted on Susano-O-no-Kami a heavy expiatory fine - the hair of his head, and his finger and toe nails being also cut off for his offence; and thus satisfied, the banished that evil God Susano-O from Heaven.
    Kato und Hoshino 1926 S. 24

Quellen

  • William George Aston (Ü.) 1896
    Nihongi: Chronicles of Japan from the earliest times to a.d. 697. London: Kegan Paul 1896. (Zahlreiche Neuauflagen, JHTI Onlineversion, Onlineversion (Wiki-Source).)
  • Karl Florenz 1919
    Die historischen Quellen der Shinto-Religion. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 1919. (Übersetzungen von Kojiki und Nihon shoki [in Auszügen] sowie Kogo shūi [ganz].)
  • Genchi Katō, Hoshino Hikoshiro (Ü.) 1926
    Kogoshūi: Gleanings from ancient stories. Tokyo: Meiji Japan Society 1926. (Exzerpt, JHTI Version, Onlineversion.)
  • Donald L. Philippi (Ü.) 1969
    Kojiki. Tokyo: University of Tokyo Press 1969.
  • JHTI (Japanese Historical Text Initiative) (Datenbank-Projekt, University of California, Berkeley, seit 2001).