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Trede, Melanie (2005). „‚Appell an den Kriegsgott’: Ikonographische Innovationen im Dienst politischer Rivalität.“ Frank R. Pfetsch (ed.), Konflikt (Heidelberger Jahrbücher 48). Heidelberg: Springer Verlag, 255-277.
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In diesem Artikel behandelt Melanie Trede illustrierte Legenden des [[Hachiman]], die Shōgun Ashikaga Yoshinori 1433 an verschiedene Hachiman Schreine stiftete. Beispiele, um göttliche Hilfe bei militärischen Unternehmungen zu bitten, lassen sich bis zu
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In diesem Artikel behandelt Melanie Trede Motive und Hintergründe einer Serie von Querrollen aus dem 15. Jahrhundert.
[[Shōtoku Taishi]] (574-622) zurück verfolgen, der 589 buddhistische Statuen schnitzen ließ und sie Tempel stiftete, um Erzfeind Mononobe no Moriya zu „bekämpfen“.
 
  
==Die Ursprungslegenden der Kaiserin Jingū und des Konda Grabtumulus==
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== Stiftungen an Hachiman ==
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1433 stiftete [[Ashikaga Yoshinori]] (1394–1441), der sechste Militärherrscher der Ashikaga Dynastie (1392-1573), Querrollen (zwischen 11 und 22 Meter lang) an drei Hachimanschreine in [[Usa]], Kyoto und Osaka. Es handelt sich um vier Sets von Querrollen mit Episoden aus dem Leben der Kaiserin [[Jingū]] und des Kaisers [[Ōjin]], als dessen Inkarnation [[Hachiman]] gilt.
  
Fallbeispiel – japanische Malereigeschichte aus dem 15. Jhrd – Kaiserin [[Jingū]] un Kaiser [[Ōjin]] auf vier Sets von Querrollen abgebildet – Querrollen – ästhetische Qualität – Funktion als Mittel zur Konfliktbewältigung wurde übersehen
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Yoshinori vergab diese Stiftungen an strategisch wichtige Schreine, nämlich den [[Usa Hachiman-gū]] (Präfektur Ōita), den [[Iwashimizu Hachiman-gū]] (im Süden der damaligen Hauptstadt Kyoto) und den Konda Hachiman Schrein (südöstlich von Osaka). Das erste Set ist jedoch verlorengegangen und das zweite 1947 verbrannt. Die anderen beiden Sets im Konda Schrein sind erhalten geblieben.
Sechster Militärherrscher Ashikaga Yoshinori (1394 – 1441), in Ashikaga Dynastie (1392-1573) 1433 stiftete er Querrollen (zwischen 11 und 22 Meter lang) an drei Hachimanschreine Usa, Osaka und Kyoto
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waren strategisch wichtige Stiftungen – Usa Hachimanschrein (Präfektur Ōita) Iwashimizu Hachimanschrein (im Süden der Hauptstadt Kyoto)– erstes Set verlorengegangen – zweites 1947 verbrannt – die anderen zwei im Konda Hachimanschrein erhalten geblieben (südöstlich von Osaka) beschreiben Vorgeschichte und Wunderkräfte des Kriegsgottes – erste Rolle
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Die Absicht Yoshinoris war, die Gottheit zu beschwören, um Beistand im militärisch-politischen Konflikt gegen seinen Neffen Ashikaga Mochiuji (1398-1439) zu erhalten.
(„Ursprungslegende der Kaiserin Jingū“) Inhalt: militärischer Erfolg Jingu Kōgōs – nach Tod ihres Mannes – im schwangeren Zustand Invasion gegen Korea gestartet – erfolgreich –
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(Beispiele, um göttliche Hilfe bei militärischen Unternehmungen zu bitten, lassen sich bis zu [[Shōtoku Taishi]] (574-622) zurück verfolgen, der 589 buddhistische Statuen schnitzen ließ und sie Tempeln stiftete. Er wollte damit seinen Erzfeind Mononobe no Moriya „bekämpfen“.)
Resultat: Kriegsschild am Arm des Säuglings gebildet – Kaiser = Kriegsgott – Homuta oder Honda (Armschutz des Bogenschützen) –
 
[[Bild:Tumulusrolle_01.jpg|thumb|250px|Erste Rolle der Tumulusrollen. <br> Tod des Ōjins, Bau des Tumulus, Begräbniszeremonie]]
 
[[Bild:Tumulusrolle_02.jpg|thumb|250px|Die beiden anderen Rollen. <br> Mäzenatentum und Pilgerschaften bedeutender Kaiser, Adliger, Mönche und Einsiedler]]:
 
Yoshinori – drei illuminierte Querrollen im Schrein entdeckt – fügte fehlende Teile hinzu und ergänzte durch neue Kopien – Hachiman sollte Bilder zur Kenntnis nehmen – Beabsichtigung Yoshinoris: Beschwörung der Gottheit um Beistand im militärisch politischen Konflikt gegen Neffen Ashikaga Mochiuji (1398-1439)
 
  
Querrollen weichen vom Vorgängermodell ab, sterbender Kaiser Ōjin – Vorläuferrolle: Kaiser nur in Form von weißen Wolkenbändern dargestellt, ungeordnete höhere und niedere Höflinge – Tumulusrollen: Kaiser visuell greifbar, am Totenbett weiße Vorhänge davor trauernde Hofdamen, hierarchisch gegliederte Aristokraten, vor Kaisertor große Anzahl an Wächtern (existieren im alten Modell nicht)
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==Die Ursprungslegenden des Konda Grabtumulus==
Kaiser Kinmei – Prozessionsszene (sichtbarste Form einer Machtdemonstration) 9 Meter lang (normal 3m)
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Der Konda Schrein befindet sich beim Tumulus-Grab (''kofun'') des [[Ōjin Tennō]], der mit Hachiman identifiziert wurde. Yoshinori entdeckte drei illuminierte Querrollen im Schrein, fügte die fehlenden Teile hinzu und ergänzte sie durch neue Kopien.
  
==Mutmaßungen über Kunstmäzen==
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[[Bild:Tumulusrolle_01.jpg|thumb|350px|Erste Rolle der Tumulusrollen.<br> Tod des [[Ōjin]]s, Bau des Tumulus & Begräbniszeremonie.]]
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[[Bild:Tumulusrolle_02.jpg|thumb|350px|Die beiden anderen Rollen.<br> Mäzenatentum und Pilgerschaften bedeutender Kaiser, Adeliger, Mönche und Einsiedler.]]
  
#Yoshinori wurde zum Sadajin ernannt – bedankte sich bei Hachiman (abgebildet in den Hachimanschriftrollen „Sadajin“) – Hofränge wurden später anstatt der Gnade des Kaisers vom Shogun vergeben
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Die erste Rolle beschreibt die Vorgeschichte und Wunderkräfte des Kriegsgottes Hachiman.
#Yoshinori wollte einen männlichen Erben – pilgerte zum Iwashimizu Hachimanschrein – Kriegsgott galt jedoch nicht als Fruchtbarkeitsgott – 1431 bei Kokawadera Tempel bei Avalokitesvara – 1434 Sohn geboren – Yoshinori ließ dortige Tempellegenden kopieren
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Die Ursprungslegende der Kaiserin Jingū ist wie folgt: Der militärische Erfolg [[Jingū kōgō]]s, nach dem Tod ihres Mannes, war, dass sie im schwangeren Zustand erfolgreich eine Invasion gegen Korea startete. Als sie schließlich ihr Kind zur Welt brachte, hatte sich eine Geschwulst in Form eines Armschutzes der Bogenschützen am Arm des Säuglings gebildet. ''[[Homuta]]'', ''homuda'' oder ''[[honda]]'' wird dieser Armschutz genannt, daher der Eigenname des Kindes, Homuda no Wake, der spätere Ōjin.
#Erklärungsversuch: Yoshinori wurde Shogun – Hachiman orakelte – Nachfolger, einer der 4 Brüder Yoshimochis (darunter Yoshinori) – bedankte sich bei dem Kriegsgott (wurde der Nachfolger seines älteren Bruders) – pilgerte regelmäßig zum Schrein – finanzierte den Bau am Kondaschrein – Motiv: selber als Wohltäter dazustehen
 
  
==Kulturelle und politische Rivalitäten==
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Die Querrollen weichen vom Vorgängermodell ab, indem sie einen sterbenden Kaiser Ōjin zeigen. Die Vorläuferrolle zeigt den sterbenden Kaiser nur in Form von weißen Wolkenbändern dargestellt, mit ungeordneten höheren und niederen Höflingen.
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Die Tumulusrollen stellen Ōjin visuell greifbar dar. Es zeigt am Totenbett weiße Vorhänge, davor trauernde Hofdamen, hierarchisch gegliederte Aristokraten und vor dem Palasttor eine große Anzahl an Wächtern (existieren im alten Modell nicht).
  
Kultureller Wettbewerb zwischen Yoshinori und dem Kaiserhaus – nicht nur zu sehen bei Tumulusrollen, sondern auch kulturelle Aktivitäten( kaiserliche Anthologie japanischer Gedichte) – lud daraufhin Kaiser GoHanazo ein – Überschreitung im protokolarischen Verkehr eines Kriegers mit dem Kaiser – Yoshinori drang in kaiserliche Hachimanzeremonien ein  - durch seinen Ehrgeiz – machte er dem Kaiserhof den Rang des Erben des Hachimankultes streitig – der Kriegsgott war immer Schutzgottheit für Familien mit Pfeil und Bogen – Krieger – die Familien der Minamoto und die Nachfolger der Ashikaga – Hachiman = direkter Vorfahre der Klans – Yoshinori drückte damit den heimlichen Wunsch aus das Kaiserhaus zu kontrollieren – Querrollenstiftung = Ahnenvergleich
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Die zweite Rolle zeigt die Prozession Kaiser [[Kinmei]]s zum Tumulus Grab Ōjins, wo sich später der Konda Schrein befand. Die Szene ist auf einer neun Meter langen Rolle dargestellt, obwohl drei normal wären.
  
1432 (Jahr der Stiftung der Hachimanrollen) Yoshinori wurde Oberhaupt des weit verzweigten Minamoto Klans ''„Genji no chōja“'' – rechtmäßige Hachimanverehrung – Ashikaga Mochiuji widersetzte sich Yoshinori Regierung – (wollte selber Shogun werden) – Yoshinori unternahm Inspektionsreise nach Osten – Machtdemonstration – Mochiuji stiftete Ikone der Diamantenen Gottheit des großen Sieges, Daishō kongōson (nicht mehr erhalten)
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==Gründe der Stiftung==
  
Widmungsschrift aus Blut (1434) – vier Punkte: ewiger militärischer Erfolg (''buun chōkyū''), blühende Nachkommenschaft (''shison han’ei''), Sicherheit für die gegenwärtige und zukünftige Generation (''gentō nisei anraku'') und Fluch gegen den Erzfeind (''juso no onteki wo michōno harai'') – bildmagisches Mittel mithilfe von Hachiman durchsetzen – Yoshinori umging den Furugaoka Hachimanschrein (Kamakura, wurde als letzter der vier Schreine von Vorfahren Yoshinoris gegründet – Mitte des elften Jhrd. – eng mit Herrschaft der Krieger verbunden – Minamoto regierten in Kamakura)
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# [[Ashikaga Yoshinori|Yoshinori]] wurde zum ''Sadajin'' ernannt und bedankte sich bei [[Hachiman]] (abgebildet in den Hachimanschriftrollen ''Sadajin'').
Yoshinori hatte kein Interesse: Die drei anderen Schreine waren eng mit Kaiser Ōjin und dem Kaiserhof verbunden – möglicherweise Stiftung auch verwehrt geblieben – Ostregion war heilig – nur Schenkungen von Minamoto-Klans erlaubt – Tumulusrollen magische Waffen und kaiserliche Aura als Munition gegen Mochiuji im Osten
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# Yoshinori wollte einen männlichen Erben, weshalb er zum [[Iwashimizu Hachiman Schrein]] pilgerte. Der Kriegsgott galt jedoch nicht als Fruchtbarkeitsgott.  1431 wandte sich Yoshinori an den [[Kannon]]-Tempel  Kokawadera und bekam 1434 tatsächlich einen Sohn. Daraufhin ließ er die dortigen Tempellegenden kopieren. 
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# Es gab ein Hachiman Orakel, dass einer der vier Brüder von Shōgun Yoshimochi (darunter Yoshinori) sein Nachfolger werden würde. Als Yoshinori Shōgun wurde, bedankte er sich bei Hachiman, indem er regelmäßig zu seinen Schreinen pilgerte und einen Bau am Konda Schrein finanzierte. Sein Motiv war, dass er selber als Wohltäter dastehen wollte.
  
Hachiman bevorzugte anscheinend die Stiftung Yoshinoris -
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== Kulturelle und politische Rivalitäten ==
fünf Jahre nach Stiftung der Rollen: Yoshinori besiegte Mochiuji und zwang ihn zum Selbstmord
 
  
==Stellungnahme==
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[[Ashikaga Yoshinori]] lud daraufhin Gohanazo Tennō (1428-1464) ein. Dies galt als eine Überschreitung im protokollarischen Verkehr eines Kriegers mit dem Kaiser. Auf Grund seines Ehrgeizes drang er in kaiserliche Hachiman-Zeremonien ein und machte dem Kaiserhof den Rang des Erben des Hachimankultes streitig. Yoshinori drückte damit den heimlichen Wunsch aus, das Kaiserhaus zu kontrollieren.
  
Der Text ist sehr gut verfasst und äußerst interessant.
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Der Kriegsgott galt immer als Schutzgottheit für Familien mit Pfeil und Bogen (Krieger), welche die Familien der [[Minamoto]] und die Nachfolger der [[Ashikaga]] waren. Hachiman wurde als direkter Vorfahre der Klans angesehen.
Der Glaube an die Götter spielte in dieser Zeit eine sehr große Rolle. Man könnte es fast als Abhängigkeit bezeichnen. Meist beschenkte man einen Gott in mißlichen Lagen und nach dem Erfolg als Dank. Jedoch empfinde ich es als Unsinn, Götter Geschenke zu machen, da es sowieso in der Hand des Menschen liegt, etwas erreichen zu können, oder nicht.
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Seine Querrollenstiftung kann auch als Ahnenvergleich gesehen werden.
Doch der Glaube versetzt Berge, bestärkt sie darin den Kampf gegen den Feind zu gewinnen. Das Problem darin liegt, daß es anscheinend etwas geben muß woran sie festhalten können. Daher die Frage warum Yoshinori nicht nur sich selber und seinen Fähigkeiten vertraut hat? Wer braucht dazu schon einen Gott?
 
Yoshinori hatte über seinen Neffen gesiegt, vielleicht war es einfach nur Schicksal. Aber ist denn das Schicksal Gott bzw. in diesem Fall Hachiman?
 
  
Die Querrollen, welche Yoshinori bearbeitet hat, sind der Schlüssel in diesem Text. Sie sind die eigentliche Konfliktlösung. Durch die Bearbeitung hat er nicht nur Hachiman auf seine Seite gezogen und den Krieg gegen seinen Neffen gewonnen, sondern hat sich und seine Gedanken für die nächsten Generationen verewigt.
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1432 (Jahr der Stiftung der Hachimanrollen) wurde Yoshinori das Oberhaupt des weit verzweigten Minamoto Klans ''Genji no Chōja'' und durfte rechtmäßige Hachimanverehrung ausüben. Ashikaga Mochiuji widersetzte sich Yoshinoris Regierung, da er selber Shogun werden wollte. Als Mochiuji zur Machtdemonstration eine Statue der Diamantenen Gottheit des großen Sieges (Daishō kongōson, nicht mehr erhalten) stiftete, [[antwort::beide stifteten Statuen| ]] unternahm Yoshinori eine Inspektionsreise nach Osten, um Mochiuji in die Schranken zu weisen.
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1434 wurde die "Widmungsschrift aus Blut" angefertigt, deren vier Punkte waren:
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# ''Buun chōkyū'' - Ewiger militärischer Erfolg.
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# ''Shison han'ei'' - blühende Nachkommenschaft.
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# ''Gentō nisei anraku'' - Sicherheit für die gegenwärtige und zukünftige Generation.
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# ''Juso no onteki wo michōno harai'' - Fluch gegen den Erzfeind.
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Es war bildmagisches Mittel, um sich mit Hilfe von Hachiman durchzusetzen. Warum aber stiftete Yoshinori aber nichts an den Tsurugaoka Hachiman Schrein in Kamakura? Dieser war von Yoshinoris Vorfahren gegründet worden (Mitte des 11. Jhd.) und, auf Grund der Regentschaft der Minamoto in Kamakura, eng mit diesen verbunden.
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Yoshinori hatte an Tsurugaoka vielleicht kein Interesse, denn er war nicht wie die drei anderen Schreine eng mit Kaiser  Ōjin und dessen Hof verbunden. Möglicherweise wurde ihm die Stiftung aber auch verwehrt. Die Ostregion war heilig und nur Schenkungen von Minamoto-Klans waren erlaubt. Die Tumulusrollen galten jedoch als magische Waffen und die kaiserliche Aura als Munition gegen Mochiuji im Osten.
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Hachiman bevorzugte anscheinend die Stiftung Yoshinoris, denn fünf Jahre nach Stiftung der Rollen, konnte Yoshinori Mochiuji besiegen und zwang ihn zum Selbstmord.
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== Gedanken der Rezensentin ==
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Der Glaube an die Götter spielte in dieser Zeit eine sehr große Rolle. Man könnte es fast als Abhängigkeit bezeichnen. Meist beschenkte man einen Gott als Form der Bitte in misslichen Lagen und nach dem Erfolg als Dank. Warum aber hat Yoshinori nicht sich selber und seinen Fähigkeiten vertraut? Wer braucht dazu schon einen Gott? Anscheinend musste es etwas geben, woran man sich festhalten konnte. Yoshinori hatte über seinen Neffen gesiegt, vielleicht war es einfach nur Schicksal. Aber ist denn das Schicksal Gott bzw. in diesem Fall Hachiman?
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Die Querbildrollen, welche Yoshinori bearbeitet hat, sind der Schlüssel in diesem Text. Sie sind die eigentliche Konfliktlösung. Durch ihre Stiftung hat Yoshinori nicht nur Hachiman auf seine Seite gezogen und den Krieg gegen seinen Neffen gewonnen, sondern hat sich außerdem für die nächsten Generationen verewigt.
  
 
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Aktuelle Version vom 19. Oktober 2021, 12:12 Uhr

Seiten-Infobox
Themengruppe Exzerpte
Behandeltes Werk
Melanie Trede 2005
„Appell an den Kriegsgott: Ikonographische Innovation im Dienst politischer Rivalität.“ In: Frank R. Pfetsch (Hg.), Konflikt. (Heidelberger Jahrbücher 48.) Heidelberg: Springer Verlag 2005, S. 255–277. (Exzerpt.)


In diesem Artikel behandelt Melanie Trede Motive und Hintergründe einer Serie von Querrollen aus dem 15. Jahrhundert.

Stiftungen an Hachiman

1433 stiftete Ashikaga Yoshinori (1394–1441), der sechste Militärherrscher der Ashikaga Dynastie (1392-1573), Querrollen (zwischen 11 und 22 Meter lang) an drei Hachimanschreine in Usa, Kyoto und Osaka. Es handelt sich um vier Sets von Querrollen mit Episoden aus dem Leben der Kaiserin Jingū und des Kaisers Ōjin, als dessen Inkarnation Hachiman gilt.

Yoshinori vergab diese Stiftungen an strategisch wichtige Schreine, nämlich den Usa Hachiman-gū (Präfektur Ōita), den Iwashimizu Hachiman-gū (im Süden der damaligen Hauptstadt Kyoto) und den Konda Hachiman Schrein (südöstlich von Osaka). Das erste Set ist jedoch verlorengegangen und das zweite 1947 verbrannt. Die anderen beiden Sets im Konda Schrein sind erhalten geblieben.

Die Absicht Yoshinoris war, die Gottheit zu beschwören, um Beistand im militärisch-politischen Konflikt gegen seinen Neffen Ashikaga Mochiuji (1398-1439) zu erhalten. (Beispiele, um göttliche Hilfe bei militärischen Unternehmungen zu bitten, lassen sich bis zu Shōtoku Taishi (574-622) zurück verfolgen, der 589 buddhistische Statuen schnitzen ließ und sie Tempeln stiftete. Er wollte damit seinen Erzfeind Mononobe no Moriya „bekämpfen“.)

Die Ursprungslegenden des Konda Grabtumulus

Der Konda Schrein befindet sich beim Tumulus-Grab (kofun) des Ōjin Tennō, der mit Hachiman identifiziert wurde. Yoshinori entdeckte drei illuminierte Querrollen im Schrein, fügte die fehlenden Teile hinzu und ergänzte sie durch neue Kopien.

Erste Rolle der Tumulusrollen.
Tod des Ōjins, Bau des Tumulus & Begräbniszeremonie.
Die beiden anderen Rollen.
Mäzenatentum und Pilgerschaften bedeutender Kaiser, Adeliger, Mönche und Einsiedler.

Die erste Rolle beschreibt die Vorgeschichte und Wunderkräfte des Kriegsgottes Hachiman. Die Ursprungslegende der Kaiserin Jingū ist wie folgt: Der militärische Erfolg Jingū kōgōs, nach dem Tod ihres Mannes, war, dass sie im schwangeren Zustand erfolgreich eine Invasion gegen Korea startete. Als sie schließlich ihr Kind zur Welt brachte, hatte sich eine Geschwulst in Form eines Armschutzes der Bogenschützen am Arm des Säuglings gebildet. Homuta, homuda oder honda wird dieser Armschutz genannt, daher der Eigenname des Kindes, Homuda no Wake, der spätere Ōjin.

Die Querrollen weichen vom Vorgängermodell ab, indem sie einen sterbenden Kaiser Ōjin zeigen. Die Vorläuferrolle zeigt den sterbenden Kaiser nur in Form von weißen Wolkenbändern dargestellt, mit ungeordneten höheren und niederen Höflingen. Die Tumulusrollen stellen Ōjin visuell greifbar dar. Es zeigt am Totenbett weiße Vorhänge, davor trauernde Hofdamen, hierarchisch gegliederte Aristokraten und vor dem Palasttor eine große Anzahl an Wächtern (existieren im alten Modell nicht).

Die zweite Rolle zeigt die Prozession Kaiser Kinmeis zum Tumulus Grab Ōjins, wo sich später der Konda Schrein befand. Die Szene ist auf einer neun Meter langen Rolle dargestellt, obwohl drei normal wären.

Gründe der Stiftung

  1. Yoshinori wurde zum Sadajin ernannt und bedankte sich bei Hachiman (abgebildet in den Hachimanschriftrollen Sadajin).
  2. Yoshinori wollte einen männlichen Erben, weshalb er zum Iwashimizu Hachiman Schrein pilgerte. Der Kriegsgott galt jedoch nicht als Fruchtbarkeitsgott. 1431 wandte sich Yoshinori an den Kannon-Tempel Kokawadera und bekam 1434 tatsächlich einen Sohn. Daraufhin ließ er die dortigen Tempellegenden kopieren.
  3. Es gab ein Hachiman Orakel, dass einer der vier Brüder von Shōgun Yoshimochi (darunter Yoshinori) sein Nachfolger werden würde. Als Yoshinori Shōgun wurde, bedankte er sich bei Hachiman, indem er regelmäßig zu seinen Schreinen pilgerte und einen Bau am Konda Schrein finanzierte. Sein Motiv war, dass er selber als Wohltäter dastehen wollte.

Kulturelle und politische Rivalitäten

Ashikaga Yoshinori lud daraufhin Gohanazo Tennō (1428-1464) ein. Dies galt als eine Überschreitung im protokollarischen Verkehr eines Kriegers mit dem Kaiser. Auf Grund seines Ehrgeizes drang er in kaiserliche Hachiman-Zeremonien ein und machte dem Kaiserhof den Rang des Erben des Hachimankultes streitig. Yoshinori drückte damit den heimlichen Wunsch aus, das Kaiserhaus zu kontrollieren.

Der Kriegsgott galt immer als Schutzgottheit für Familien mit Pfeil und Bogen (Krieger), welche die Familien der Minamoto und die Nachfolger der Ashikaga waren. Hachiman wurde als direkter Vorfahre der Klans angesehen. Seine Querrollenstiftung kann auch als Ahnenvergleich gesehen werden.

1432 (Jahr der Stiftung der Hachimanrollen) wurde Yoshinori das Oberhaupt des weit verzweigten Minamoto Klans Genji no Chōja und durfte rechtmäßige Hachimanverehrung ausüben. Ashikaga Mochiuji widersetzte sich Yoshinoris Regierung, da er selber Shogun werden wollte. Als Mochiuji zur Machtdemonstration eine Statue der Diamantenen Gottheit des großen Sieges (Daishō kongōson, nicht mehr erhalten) stiftete, unternahm Yoshinori eine Inspektionsreise nach Osten, um Mochiuji in die Schranken zu weisen.

1434 wurde die "Widmungsschrift aus Blut" angefertigt, deren vier Punkte waren:

  1. Buun chōkyū - Ewiger militärischer Erfolg.
  2. Shison han'ei - blühende Nachkommenschaft.
  3. Gentō nisei anraku - Sicherheit für die gegenwärtige und zukünftige Generation.
  4. Juso no onteki wo michōno harai - Fluch gegen den Erzfeind.

Es war bildmagisches Mittel, um sich mit Hilfe von Hachiman durchzusetzen. Warum aber stiftete Yoshinori aber nichts an den Tsurugaoka Hachiman Schrein in Kamakura? Dieser war von Yoshinoris Vorfahren gegründet worden (Mitte des 11. Jhd.) und, auf Grund der Regentschaft der Minamoto in Kamakura, eng mit diesen verbunden.

Yoshinori hatte an Tsurugaoka vielleicht kein Interesse, denn er war nicht wie die drei anderen Schreine eng mit Kaiser Ōjin und dessen Hof verbunden. Möglicherweise wurde ihm die Stiftung aber auch verwehrt. Die Ostregion war heilig und nur Schenkungen von Minamoto-Klans waren erlaubt. Die Tumulusrollen galten jedoch als magische Waffen und die kaiserliche Aura als Munition gegen Mochiuji im Osten.

Hachiman bevorzugte anscheinend die Stiftung Yoshinoris, denn fünf Jahre nach Stiftung der Rollen, konnte Yoshinori Mochiuji besiegen und zwang ihn zum Selbstmord.

Gedanken der Rezensentin

Der Glaube an die Götter spielte in dieser Zeit eine sehr große Rolle. Man könnte es fast als Abhängigkeit bezeichnen. Meist beschenkte man einen Gott als Form der Bitte in misslichen Lagen und nach dem Erfolg als Dank. Warum aber hat Yoshinori nicht sich selber und seinen Fähigkeiten vertraut? Wer braucht dazu schon einen Gott? Anscheinend musste es etwas geben, woran man sich festhalten konnte. Yoshinori hatte über seinen Neffen gesiegt, vielleicht war es einfach nur Schicksal. Aber ist denn das Schicksal Gott bzw. in diesem Fall Hachiman?

Die Querbildrollen, welche Yoshinori bearbeitet hat, sind der Schlüssel in diesem Text. Sie sind die eigentliche Konfliktlösung. Durch ihre Stiftung hat Yoshinori nicht nur Hachiman auf seine Seite gezogen und den Krieg gegen seinen Neffen gewonnen, sondern hat sich außerdem für die nächsten Generationen verewigt.

Dieser Artikel wurde ursprünglich für das Schwesterprojekt Hachiman-no-pedia verfasst.