Bronzespiegel

Aus Kamigraphie
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Spiegel aus der Kofun Zeit



Geschichte

Der Bronzespiegel 八咫鏡, ursprünglich aus China eingeführt, gehört neben dem Schwert und dem Krummjuwel zu den drei Reichsinsignien (sanshu no jingi 三種の神器, welche den Herrschaftsanspruch des Kaisers legitimieren sollen. Ursprünglich kam der Bronzespiegel jedoch schon in der Kofun-Zeit aus China nach Japan. Nachdem man anfänglich die importierten chinesischen Spiegel selbst in den Umlauf brachte oder sie detailgetreu nacharbeitete, begannen die wenigen in das Handwerk des Bronzespiegels eingelernten Handwerker auch eigene, japanische Versionen der Spiegel herzustellen. Diese waren teilweise viel größer als ihre chinesischen Vorbilder.

Götterdarstellungen

Im Gegensatz zu den chinesischen Orginalen weisen die japanischen Bronzespiegel scheinbar keine Darstellungen von Gottheiten dar. Obwohl anfänglich die chinesischen Spiegel mitsamt ihrer Darstellungen von Buddhas und fabelhaften und fantastischen Tieren übernommen wurden haben sich diese in den späteren japanischen Versionen nur noch in geringem Maße auf Abbildungen von Tieren beschränkt. Darstellungen götterartiger Wesen verschwanden vollkommen. Natürlich wäre es auch möglich, dass es sich bei einigen Tieren um Göttliche Wesen handelt, da in der Prähistorischen Zeit noch immer sogenannte "Naturreligionen" vorherrschten und bekannt ist, dass gerade in Japan immer wieder Tiere auch als Gottheiten verehrt wurden. Ob diese Tierdarstellungen nun wirklich in Verbindung mit einem Gott stehen lässt sich nur schwer herausfinden oder beweisen. Fakt ist jedoch, dass der Bronzespiegel zumindest mit Einführung des Shintō einen wichtigen religiösen Wert erlangte, auch wenn er zuvor wahrscheinlich nicht wirklich mit Religion in Verbindung gebracht werden kann.

Literatur

Victor Harris (Hg.) 2001
Shintō: The sacred art of ancient Japan. London: The British Museum 2001. (Ausstellungskatalog.)

(Hier finden sich viele Bildbeispiele aus der Frühzeit. Vielleicht findet jemand Zeit, das Buch hier bei mir am Institut einzuscannen. Bernhard Scheid)

Fujio Shin’ichirō 藤尾 慎一郎 2009
Jōmon, Yayoi shūraku iseki no shūseiteki kenkyū : [kyōdō kenkyū]. Sakura, Chiba-ken: 国立歴史民俗博物 2009.
Jonathan Edward Kidder 1964
Japan: Frühe Kunst. München: Hirmer 1964.
Nelly Naumann 2000
Japanese prehistory: The material and spiritual culture of the Jōmon period. Wiesbaden: Harrassowitz 2000.
Richard J. Pearson 1986
Windows on the Japanese past: Studies in archeology and prehistory. Ann Arbor, Michigan: Center for Japanese Studies, University of Michigan 1986.