Das buddhistische Totenreich und seine Zehn Könige

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Das buddhistische Totenreich und seine Zehn Könige

Wenn ein Mensch stirbt, folgt laut gängigen buddhistischen Vorstellungen eine bestimmte Zeit, in der Lohn und Strafe seiner irdischen Existenz nach den Gesetzen des Karma festgestellt werden. Diese Übergangsperiode im Zyklus der Wiedergeburten — das Mittlere Dunkel (chūin) – wird in den meisten buddhistischen Richtungen mit besonderer ritueller Aufmerksamkeit bedacht, denn Ort und Form der zukünftigen Wiedergeburt werden hier entschieden. Im chinesischen Buddhismus wird dieses Totenreich von zehn Richterkönigen (Jūō) beherrscht, die ihrerseits entweder von Buddha Shakyamuni oder von Bodhisattva Jizō angeführt werden.

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Jizō inmitten der Gruppe der Zehn Richter/Könige (Jūō) der Unterwelt. Heian-Zeit
© Prismo, 2010
1 Jizō und die Zehn Könige (Japan, 12. Jh.)

Die Vorstellung von den Zehn Königen wurde vor allem durch einen in vielen Versionen überlieferten Text verbreitet, der landläufig als Sutra der Zehn Könige (jap. Jūō-kyō) bekannt ist. Die Urform des Textes entstand in der chinesischen Tang-Zeit, wahrscheinlich im 8. oder 9. Jahrhundert. Die ältesten Kopien des Textes und der begleitenden Abbildungen finden sich in Dunhuang, also im Nordwesten Chinas, wo über die Seidenstraße auch der Buddhismus in China Eingang fand.1 Die Zehn Könige sind demnach eindeutig in China entstanden. In Japan wurde die Totenwelt schließlich in Werken wie dem Ōjō yōshū (985) oder dem Jizō jūō-kyō (um 1200?) weiter ausdifferenziert.

Furcht und Terror

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Shokō-ō 初江王 (wtl. König des ersten Flusses), der zweite Richter der Totenwelt, lässt sich die Gerichtsakten vorlegen, während der Angeklagte vor ihm bereits gefoltert wird. Edo-Zeit
© MAK, Museum für Angewandte Kunst, Wien
Datsueba mak.jpg
Datsueba, hier als weiblicher hannya-Dämon dargestellt, markiert die Handflächen der von ihr entkleideten Totensseelen mit ihren Klauen. Edo-Zeit
© MAK, Museum für Angewandte Kunst, Wien
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Zwei Gerichtsdiener brechen einem Angeklagten die Knochen. Daneben stehen zwei Verstorbene, die offenbar mit besserem Karma ausgestattet sind. Edo-Zeit
© MAK, Museum für Angewandte Kunst, Wien
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In vielen Darstellungen der Zehn Richterkönige (Jūō) werden die Konsequenzen ihres Urteils gleichsam vorausschauend eingeblendet. Hier eine typische Folterszene in der Hölle, die auf einer Darstellung des achten Königs Byōdō-ō 平等王 (wtl. König des Ausgleichs) zu finden ist. Edo-Zeit
© MAK, Museum für Angewandte Kunst, Wien
Folterszenen am Gericht der Zehn Könige, Edo-Zeit

Die Zehn Könige herrschten jeweils über einen eigenen Gerichtshof und wurden bereits auf den frühesten Darstellungen in chinesischen Amtsroben dargestellt. Ihnen zur Seite standen Kerkergehilfen, die als Mischwesen von Mensch und Tier erschienen und jederzeit zu sadistischen Foltern aufgelegt waren. Das karmische Gericht wurde mit der Zeit mit immer grausameren Schrecken ausgestattet. Die Seelen der Verstorbenen – um nicht zu sagen „die armen Sünder“ – schienen vor diesem Gericht beinahe chancenlos. Ihre Behandlung unterschied sich nur geringfügig von den Qualen der Hölle, wo sie mit größter Wahrscheinlichkeit landen würden. Betrachtet man insbesondere die Darstellungen aus späterer Zeit, so ist von Nirvana, Barmherzigkeit und Errettung aller Lebewesen keine Rede mehr. Mit barocker Lust an schaurigen Details schildern buddhistische Künstler das Totengericht als einen Ort, wo es nur noch darum geht, dem schlimmsten Terror zu entkommen. Nicht die Hoffnung auf ein Ende des Leids, sondern die Furcht vor schlimmen Strafen soll die Gläubigen motivieren, die buddhistischen Gebote zu befolgen.

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Jizō und die Zehn Könige (Jūō). Deckblatt einer illustrierten Ausgabe des Sutras der Zehn Könige. Aus Höhle 17 der sogenannten „Tausend Buddha Höhlen“. Tang Zeit, 10. Jh.
The British Museum
6 Jizō und die Zehn Könige (China, 9. Jh.)

Die Jenseitsvorstellungen des traditionellen sino-japanischen Buddhismus scheinen daher ebenso angstbesetzt zu sein wie christliche Höllendarstellungen. Barmherzigkeit ist lediglich von Bodhisattva Jizō zu erhoffen, der ursprünglich als eine Art Vorgesetzter, mehr und mehr aber auch als ein Gegenspieler der Zehn Könige (nach dem good cop/bad cop-Prinzip) in Erscheinung tritt. Die Popularität Jizōs in China und Japan ist also eng mit der Furcht vor den Zehn Königen verbunden.

Topographie des Totenreichs

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Hier wird der Gerichtshof im buddhistischen Jenseits in vielen Einzelheiten gemäß dem Tang-zeitlichen Sutra der Zehn Könige (Jūō-kyō) dargestellt. Hier die Szene vor dem Zweiten König. Die Totenseelen werden durch einen Fluss getrieben. Die hölzernen Joche zeigen die Totenseelen gemäß der vormodernen chinesischen Rechtspraxis als Delinquenten. China, 10. Jh.
© Intenational Dunhuang Project, (British Library)
7 Der zweite König (China)
Die Totenseelen waten im Fluss der Unterwelt

Das Sutra der Zehn Könige2 gibt nicht nur über die in der Totenwelt verbrachte Zeit Auskunft, sondern enthält auch bestimmte räumliche Vorstellungen über das „mittlere Dunkel“. Der Hof des ersten Königs dient einer Sammlung der Toten in der Art eines Gefangenentransports. Von dort werden die Delinquenten durch den Fluss Nai getrieben, wobei gehörnte Dämonen die Menge im Zaum halten. Nur einige Privilegierte (Verstorbene mit gutem Karma) dürfen eine Brücke verwenden. Danach erreichen sie den „König des ersten Flusses“ (der unter den zehn Königen die Nummer zwei ist). Von nun an beginnt die Ausforschung der spezifischen Sünden jedes Verstorbenenen: Im Hof des vierten Königs gibt es eine Karma-Waage, die gute und schlechte Taten gegen einander abwiegt. Vor dem fünften König, Enma, werden Delinquenten, die ihre Taten abstreiten, mit einem Spiegel konfrontiert, der ihre Sünden zeigt. Am Hof des Siebenten Königs wird besonderes Augenmerk auf die Spenden der Hinterbliebenen gelegt. Nach hundert Tagen, am Hof des achten Königes werden die Toten noch einmal ausgepeitscht. Nach einem Jahr wird überprüft, ob die Hinterbliebenen nicht vielleicht eine Sutrenkopie oder ein Bildwerk gestiftet haben. Am Hof des zehnten Königs, dem „König, der das Rad der Geburten dreht“ (nach drei Jahren oder im dritten Jahr) entscheidet sich schließlich endgültig, wo die Wiedergeburt stattfinden soll.

Im Sutra der Zehn Könige gibt es auch eine Rahmenhandlung, die eine etwas andere Nuance des Jenseits vermittelt als die bedrohlichen Beschreibungen der Jenseitsreise. Hier tritt Enma stellvertretend für das gesamte karmische Gericht auf und leistet gegenüber Buddha Shakyamuni verschiedene Schwüre. Aus diesen wird klar, dass es besonders auf die rituelle Aktivität der Hinterbliebenen ankommt und dass zumindest die schlimmsten Formen der Wiedergeburt vermieden werden können, wenn die Hinterbliebenen nur alle Totenriten richtig vollziehen und Spenden an buddhistische Institutionen richten. Umgekehrt wird angedeutet, dass die schlimmsten Vergehen nicht Vatermord oder ähnliches sind, sondern Aneignung von Tempelgut.

In den frühesten Illustrationen, die dem Sutra beigefügt sind, erscheint die Hölle als schwarz ummauertes, deutlich abgegrenztes Gefängnis. Erst später weitet sie sich zu einer scheinbar grenzenlosen, unwirtlichen Landschaft aus. Zweifellos war sie stets ein Ort unter der Erde, da es sich wörtlich um einen „Erdkerker“ (jigoku) handelt. Auch der Name Jizō bedeutet wörtlich „Erdbunker“ — ein Hinweis auf die lange Verbindung dieses Bodhisattvas mit dem unterirdischen Reich der Toten.

Unter den Königen ist neben Enma-ō, der im Sutra der Zehn Könige als Repräsentant der ganzen Gruppe auftritt und daher auch als Einzelfigur verehrt wurde (s. Enma), vor allem Taizan-ō, der König des Taishan (siebenter Hof) hervorzuheben. Der Berg Taishan existiert tatsächlich in China und gilt als wichtigster der fünf heiligen Berge des Daoismus. Er ist u.a. Sitz einer Gottheit, die die Totenwelt beherrscht. Die beiden Figuren Enma und Taizan-ō sind somit ein klarer Hinweis auf die Überblendung von chinesischen und indischen Jenseitsvorstellungen in der Ausgestaltung des karmischen Gerichts.

In Japan kam schließlich noch die „Alte, die [den Toten] die Kleider auszieht“ (Datsueba) hinzu. Sie bestimmte die Schuld der Toten, indem sie ihre Kleider abwog, und vermittelte ihnen dabei bereits einen Vorgeschmack auf die kommenden Torturen.

Totengericht und Totenriten

Das buddhistische Totenreich ist wie gesagt eine Art Fegefeuer, in dem der endgültige Ort der Wieder­geburt noch nicht fixiert ist. Während die Totenseele das Totenreich durchwandert, haben die Hinter­blie­benen die Möglichkeit und in gewisser Weise sogar die religiöse Pflicht, die Ent­schei­dung des karmischen Gerichts durch Riten und Opfer­gaben zu be­ein­flussen.

Es ist also kein Zufall, dass die Vorstellung der Zehn Könige eng an das Ritualwesen für die Toten gekoppelt ist. Die Rituale im Diesseits finden nämlich immer dann statt, wenn die Verstorbenen im Jenseits vor einen neuen Richter treten. Dies geschieht zunächst alle sieben Tage nach dem Ableben, bis sieben mal sieben Tage herum sind.3 Auch in heutigen buddhistischen Totenriten wird diese Folge von Totengedenken berücksichtigt. Insbesondere die Periode von sieben mal sieben Tagen gilt als die eigentliche buddhistische Trauerzeit. Dann verlangsamt sich der Rhythmus und die Toten treten nur noch einmal nach hundert Tagen und dann nach einem Jahr vor einen neuen Richter. Im dritten Jahr nach dem Tod absolviert man das letzte Gericht und wird danach in ein neues Leben (in einem der Sechs Wege der Wiedergeburt, rokudō) entlassen.4 Wie das Sutra der Zehn Könige mehrfach betont, kann man das Urteil der Richter vom Diesseits aus mindestens zwei Jahre lang beeinflussen. Ja, man kann sogar für das eigene Seelenheil Vorsorge treffen, indem man bereits zu Lebzeiten in eigener Sache rituelle Opfer an die Zehn Könige richtet. Kurz gesagt: Je mehr rituellen Aufwand man betreibt, umso besser sieht es im nächsten Leben aus. Negativ formuliert könnte man auch sagen, dass die Richterkönige mit dem diesseitigen Klerus paktieren und sich durch Wohltaten, die man diesem erweist, indirekt bestechen lassen.

Fairerweise muss einschränkend dazu gesagt werden, dass das Sutra der Zehn Könige und ähnliche Schriften in keiner buddhistischen Schule kanonischen Status erlangten. Das heißt, dass die diversen Sutren der Zehn Könige nie in eine tripitaka-Sammlung aufgenommen wurden, also nicht unbedingt als authentische Worte Buddhas galten. Zweifellos waren sich die meisten gebildeten Mönche bewusst, dass das chinesische Gepräge der jenseitigen Gerichtshöfe der indischen Herkunft von Buddhas Lehren widersprach. Das hinderte sie jedoch nicht daran, den Kult der Zehn Könige bzw. des Richterkönigs Enma tatkräftig zu verbreiten. Lediglich die japanische Jōdo Shinshū war stets der Meinung, dass man das Nachleben seiner Ahnen nicht beeinflussen könne und lehnte schon aus diesem Grund den Glauben an die Zehn Könige kategorisch ab.

Dreizehn Buddhas

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Die dreizehn Buddhas gelten als Urformen von dreizehn Königen, die über die Totenseelen richten. Grabmonumente wie dieses finden sich auf Friedhöfen häufig neben Darstellungen der Sechs Jizō, die ebenfalls einen besonderen Bezug zum Jenseits haben. Muromachi-Zeit, 1553
© Itoshiki monotachi, (Blog) 2006
8 Grabmonument der 13 Buddhas

In der japanischen Muromachi-Zeit fügte man den chinesischen Grundmustern schließlich noch weitere Totengedenkfeiern hinzu, nämlich den siebenten Jahrestag (sechs Jahre nach dem Tod), den dreizehnten Jahrestag und den dreiunddreißigsten Jahrestag. Dies ergab die Notwendigkeit, drei weitere Gerichtshöfe im Totenreich zu konstruieren, sodass sich ein Set von Dreizehn Königen ergab. Die hinzugefügten Könige erhielten überdies jeweils eine entsprechende Urform, also einen honji-Buddha, woraus sich wiederum ein Set von Dreizehn Buddhas ergab, das ebenfalls rituell verehrt werden konnte. Darstellungen dieser Dreizehn Buddhas sind noch heute vereinzelt auf Friedhöfen zu finden.

Der 33. Todestag wird zwar meist nicht mehr mit dem gleichen Aufwand gefeiert, wie die früheren Todesgedenktage, in vielen japanischen Haushalten wird er jedoch zum Anlass genommen, die Totentäfelchen (ihai) der entsprechenden Ahnen aus dem Hausaltar zu entfernen (da die Verstorbenen ja spätestens jetzt eine neue Existenzform gefunden haben).

Verweise

Verwandte Themen

Fußnoten

  1. Teiser, The Scripture on the Ten Kings, S. 9. Chinesische Vorläufer lassen sich bis in das Jahr 664 zurück verfolgen (idid., S. 48).
  2. Für eine englische Übersetzung aus dem Chinesischen s. Teiser 2003, S. 197–219.
  3. Diese sieben mal sieben Tage finden sich schon in Indien. Eine indische Erklärung besagt, dass sich den Wesen im Totenreich nur alle sieben Tage die Chance bietet, in eine neue irdische Existenz zu schlüpfen. Man kann also dieser Erklärung zu Folge auch schon nach den ersten sieben Tagen wiedergeboren werden (Teiser 2003, S. 24).
  4. Die letzten drei Feiern — zum hundertsten Tag, zum ersten und zum zweiten Jahrestag des Ablebens — scheinen auf vorbuddhistische chinesische Bräuche zurück zu gehen: Ein Hinweis auf die Überblendung von vorbuddhistisch-chinesischen und indischen Bräuchen im Kult der Zehn Könige. (Vgl. Teiser, S. 25–26.)

Literatur

Stephen F. Teiser 2003
The Scripture on the Ten Kings and the Making of Purgatory in Medieval Chinese Buddhism. Honolulu: University of Hawaii Press 2003.

Bilder

Quellen und Erläuterungen zu den Bildern auf dieser Seite:

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    Jizō inmitten der Gruppe der Zehn Richter/Könige (Jūō) der Unterwelt. Heian-Zeit
    © Prismo, 2010

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    Shoko-o 2.jpg

    Shokō-ō 初江王 (wtl. König des ersten Flusses), der zweite Richter der Totenwelt, lässt sich die Gerichtsakten vorlegen, während der Angeklagte vor ihm bereits gefoltert wird. Edo-Zeit
    © MAK, Museum für Angewandte Kunst, Wien

  3. ^ 
    Datsueba mak.jpg

    Datsueba, hier als weiblicher hannya-Dämon dargestellt, markiert die Handflächen der von ihr entkleideten Totensseelen mit ihren Klauen. Edo-Zeit
    © MAK, Museum für Angewandte Kunst, Wien

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    Zwei Gerichtsdiener brechen einem Angeklagten die Knochen. Daneben stehen zwei Verstorbene, die offenbar mit besserem Karma ausgestattet sind. Edo-Zeit
    © MAK, Museum für Angewandte Kunst, Wien

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    Folterszene 8.jpg

    In vielen Darstellungen der Zehn Richterkönige (Jūō) werden die Konsequenzen ihres Urteils gleichsam vorausschauend eingeblendet. Hier eine typische Folterszene in der Hölle, die auf einer Darstellung des achten Königs Byōdō-ō 平等王 (wtl. König des Ausgleichs) zu finden ist. Edo-Zeit
    © MAK, Museum für Angewandte Kunst, Wien

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    Jizō und die Zehn Könige (Jūō). Deckblatt einer illustrierten Ausgabe des Sutras der Zehn Könige. Aus Höhle 17 der sogenannten „Tausend Buddha Höhlen“. Tang Zeit, 10. Jh.
    The British Museum

  3. ^ 
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    Hier wird der Gerichtshof im buddhistischen Jenseits in vielen Einzelheiten gemäß dem Tang-zeitlichen Sutra der Zehn Könige (Jūō-kyō) dargestellt. Hier die Szene vor dem Zweiten König. Die Totenseelen werden durch einen Fluss getrieben. Die hölzernen Joche zeigen die Totenseelen gemäß der vormodernen chinesischen Rechtspraxis als Delinquenten. China, 10. Jh.
    © Intenational Dunhuang Project, (British Library)

  4. ^ 
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    Die dreizehn Buddhas gelten als Urformen von dreizehn Königen, die über die Totenseelen richten. Grabmonumente wie dieses finden sich auf Friedhöfen häufig neben Darstellungen der Sechs Jizō, die ebenfalls einen besonderen Bezug zum Jenseits haben. Muromachi-Zeit, 1553
    © Itoshiki monotachi, (Blog) 2006


Glossar

Namen und Fachbegriffe auf dieser Seite:

  • chūin 中陰 ^ wtl. mittlere Dunkelheit; Totenwelt; Übergangsperiode zwischen zwei Phasen der Wiedergeburt; im engeren Sinne: sieben mal sieben Tage nach dem Tod
  • Datsueba 奪衣婆 ^ wtl. die Alte, die die Kleider wegnimmt; Dämonin des Totenreichs
  • Dōkyō 道教 ^ Daoismus, wtl. Lehre des Weges, chin. Daojiao; philosophisch-rel. Strömung Chinas; s.a.
  • Dunhuang (chin.) 敦煌 ^ Oasenstadt an der Seidenstraße zwischen dem Tarim-Becken und China; zumeist von China, aber zeitweise auch von Tibet beherrschtes Handelszentrum; buddhistisches Zentrum mit ausgedehnten Höhlentempeln
  • Enma 閻魔 ^ skt. Yama; König oder Richter der Unterwelt; auch Enra; meist als Enma-ten oder Enma-ō angesprochen
  • honji 本地 ^ (buddhistische) Urform (eines kami); s.a. suijaku
  • ihai 位牌 ^ Ahnentäfelchen
  • jigoku 地獄 ^ wtl. „[unter]irdischer Kerker“, buddhistische Hölle
  • Jizō 地蔵 ^ wtl. Schatzhaus/Mutterleib der Erde; skr. Kṣitigarbha; populäre Bodhisattva Figur
  • Jizō jūō-kyō 地蔵十王経 ^ „Das Sutra von Jizō und den Zehn Königen“, um 1200?
  • Jōdo Shinshū 浄土真宗 ^ Shin-Buddhismus, bzw. Jōdo Shin-Buddhismus; wtl. „Wahre Schule des Reinen Landes“
  • Jūō 十王 ^ Die Zehn Könige oder Richter der Totenwelt
  • Jūō-kyō 十王経 ^ Sutra der Zehn Könige; apokryphe chinesische Schrift aus China, 8. oder 9.Jh.
  • Karma (skt.) कर्म ^ „Tat“ (jap. Gō 業), auch „konsequente Folge“; moralische Bilanz der gesetzten Handlungen
  • Muromachi 室町 ^ Stadtteil in Kyōto; Sitz des Ashikaga Shōgunats 1336–1573 (= Muromachi-Zeit)
  • Ōjō yōshū 往生要集 ^ „Essentielle [Lehren] der Wiederbgeburt“, 985 von Genshin verfasst
  • rokudō 六道 ^ wtl. die Sechs Wege = Bereiche der Wiedergeburt
  • Śākyamuni (skt.) शाक्यमुनि ^ „Der Weise des Shakya-Klans“ (jap. Shaka 釈迦 oder Shakamuni 釈迦牟尼), Gautama Siddhartha
  • Tang (chin.) ^ chin. Herrschaftsdynastie, 618–907
  • tripiṭaka (skt.) त्रिपिटक ^ „Drei Körbe“ (jap. sanzō 三蔵), kanonische Schriften des Buddhismus
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„Das buddhistische Totenreich und seine Zehn Könige.“ In: Bernhard Scheid, Religion-in-Japan: Ein digitales Handbuch. Universität Wien, seit 2001