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Sensō-ji: Der Tempel des niederen Grases

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Sensō-ji Der Tempel des niederen Grases

Wenn man in Tōkyō einen traditionellen Tempel [tera (jap.) buddhistischer Tempel; das Wort leitet sich von einem koreanischen Begriff her, der ehemals in etwa tyər ausgesprochen wurde] besuchen will, so ist der Sensō-ji [Sensō-ji (jap.) 浅草寺 bekannter Tempel in Tōkyō; auch: Asakusa-dera], auch bekannt als Asakusa [Asakusa-dera (jap.) 浅草寺 Tempel in Tōkyō; offizielle (sino-jap.) Lesung: Sensō-ji] Tempel, die erste Adresse. Natürlich gibt es noch zahlreiche andere buddhistische Tempel in Tōkyō, aber nur wenige, bei denen das gesamte architektonische Ensemble (inklusive Eingang, Pagode und Seitengebäude) nach wie vor so gut zur Geltung kommt.

Kaminarimon.jpg
1 Das Kaminari-mon, südliches Haupttor der Tempelanlage
Eingang zum Tempelzugangsweg durch das Kaminari-mon des Asakusa Tempels, bewacht von Windgott und Donnergott.
Tokyo Views, flickr, 2009

Asakusa war bereits vor der Edo [Edo (jap.) 江戸 Hauptstadt der Tokugawa-Shōgune, heute: Tōkyō; auch: Zeit der Tokugawa-Dynastie, 1600–1867 (= Edo-Zeit);]-Zeit ein populäres Zentrum des Kannon [Kannon (jap.) 観音 auch Kanzeon 観世音, wtl. der den Klang der Welt erhört; skt. Avalokiteśvara; chin. Guanyin; als Bodhisattva des Mitleids bekannt] Glaubens. Das Hauptheiligtum ist eine winzige Kannonstatue, die der Sage nach von drei Fischern in ihren Netzen gefunden wurde. In der Edo-Zeit entwickelte sich nahe des Tempels das berühmte Vergnügungsviertel Yoshiwara [Yoshiwara (jap.) 吉原 Freudenviertel des Edo-zeitlichen Tōkyō] und auch die Tempelanlage selbst war bereits damals für ihre vielen bunten Souvenirläden und für die mit riesigen Lampions geschmückten Tempeltore berühmt. Wie die meisten Sehenswürdigkeiten Tōkyōs fiel das gesamte Ensemble den Brandbomben des Zweiten Weltkriegs zum Opfer und wurde in der Nachkriegszeit — teilweise aus Stahlbeton — wieder aufgebaut. Doch tat dies der Beliebtheit des Tempels keinen Abbruch.

Photorundgang

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2 Kaminari-mon
Das Kaminari-mon mit der dahinterliegenden Straße Nakamise-dōri.
Bohous Kotal, 2006
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3 Nakamise-dōri
Zugangsweg zum Asakusa Tempel und älteste Shoppingmall Japans aus der Edo-Zeit.
Wada Yoshio, 2006
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4 Pagode
Der berühmte Asakusa-dera in Tōkyō besaß bis zum Zweiten Weltkrieg eine fünfstöckige Holzpagode (gojū-tō) aus dem Jahr 1648. Sie wurde 1945 zusammen mit den meisten anderen Gebäuden der Anlage zerstört. Die neue Pagode wurde von der rechten auf die linke Seite des Zugangswegs (Nakamise dōri) verlegt. 1973
Edward Hahn, 2007
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5 Rauchbecken
Wie in allen großen Tempeln werden auch im Sensō-ji Rauchopfer in Form von Räucherstäbchen in einem großen, mit Asche gefüllten Bronzegefäß (o-kōro) dargebracht.
Shige's Wallpapers, über Internet Archive
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6 Rauchbecken
Besucher fächeln sich den Rauch der geopferten Räucherstäbchen zu. Rauchbecken (o-kōro) des Sensō-ji in Asakusa, Tōkyō.
Bildquelle: unbekannt
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7 Asakusa Schrein
Der dem Sensō-ji Tempel zugeordnete Asakusa Schrein überstand den Zweiten Weltkrieg unversehrt und ist eines der ältesten Bauwerke der Anlage. 1649
Wada Yoshio, 2006
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8 Mittleres Tor
Mittleres Tor (mon) der Nakamise-dōri mit Neujahrsschmuck
Yewco Kootnikoff, flickr 2007
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9 Haupthalle
Tōkyōs bekanntester buddhistischer Tempel, Sensō-ji, auch Asakusa-dera.
Shige's Wallpapers, über Internet Archive
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10 Haupthalle, seitlich
Seitenansicht der Haupthalle des Sensō-ji
H. L. Wallaart, pbase, 2005

Tempelgründungslegende

Asakusa war bereits ein lokales Heiligtum, bevor Tokugawa Ieyasu [Tokugawa Ieyasu (jap.) 徳川家康 1543–1616; Begründer des Tokugawa Shogunats; Reichseiniger] im Jahr 1590 seine Residenz nach Edo verlegte und damit den Grundstein der heutigen Metropole Tōkyō legte. Der offizielle Name Kinryū-zan Sensō-ji [Sensō-ji (jap.) 浅草寺 bekannter Tempel in Tōkyō; auch: Asakusa-dera] (Tempel des niederen Grases, Klosterberg des Goldenen Drachens) gemahnt an die Gründungslegende, die im Jahr 628 angesiedelt ist: Damals sollen drei Fischer (der Dorfvorsteher Haji no Nakatomo und seine Helfer, die Brüder Hamanari und Takenari) eine lediglich 5cm große reingoldene Kannon [Kannon (jap.) 観音 auch Kanzeon 観世音, wtl. der den Klang der Welt erhört; skt. Avalokiteśvara; chin. Guanyin; als Bodhisattva des Mitleids bekannt]-Figur in ihren Netzen gefunden haben. In Ermangelung einer anderen Aufbewahrungsstätte flochten sie der Statue einen Tempel aus Gras. Die Kannon-Statue stellt angeblich noch heute den Hauptverehrungsgegenstand (honzon [honzon (jap.) 本尊 Hauptheiligtum eines Tempels]) des Asakusa Tempels dar. Sie ist ein sogenannter hibutsu [hibutsu (jap.) 秘仏 wtl. „geheimer Buddha“; geheim gehaltene Buddha-Statue], wtl. ein „geheimer Buddha [Buddha (skt.) बुद्ध „Der Erleuchtete“ (jap. butsu, hotoke 仏 oder Budda 仏陀)]“, und wird daher nicht öffentlich ausgestellt. Bisweilen heißt es auch, dass es sich bei der Kannon-Statue von Asakusa um eine etwa einen halben Meter große Holzstatue handelt. Die drei Fischer wurden jedenfalls im Laufe der Zeit zu lokalen Gottheiten (kami [kami (jap.) Gottheit; im engeren Sinne einheimische oder lokale japanische Gottheit, Schreingottheit (s. jinja), Gottheit des Shintō]) erhoben und in einem Schrein verehrt, der sich noch heute auf dem Gelände der Tempelanlage befindet.

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11 Fund der Kannon Statue
Drei Fischer entdecken eine Kannon-Statue in ihren Netzen. Laut Gründungslegende des Asakusa-Tempels soll sich dieses wundersame Ereignis im Jahr 628 im nahe des Tempels gelegenen Fluss Sumidagawa zugetragen haben. Werk von Utagawa Hiroshige. Edo-Zeit
National Diet Library, Tōkyō
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12 Jahr-Markt in Asakusa
Jahr-Markt (toshi no ichi) im Asakusa-dera. Werk von Utagawa Hiroshige (1797–1858). Edo-Zeit
National Diet Library, Tōkyō
Holzschnitte von Hiroshige

Nakamise Shopping Mall

Kaminari.jpg
13 Lampion
Der Riesenlampion trägt das Schriftzeichen Kaminari-mon (Donnertor). Er ist laut Wikipedia 3,9m hoch und wiegt 700 kg. Die Schriftzeichen am Boden des Lampions verweisen auf seinen Sponsor, die Firma Matsushita Denki (aka. Panasonic), Hersteller von Elektrogeräten. Alles sehr sinnig, besonders wenn man bedenkt, dass der elektrische Strom (denki) auf Japanisch wörtlich genommen „Blitzkraft“ bedeutet. Der Grund für das Sponsoring von Panasonic liegt jedoch angeblich darin, dass der Firmengründer Matsushita Kōnosuke 1960 von einer Krankheit genas, nachdem er im Sensō-ji gebetet hatte, und daraufhin das Kaminari-mon, das schon hundert Jahre zuvor zerstört worden war, wieder neu errichten ließ.
don.lee, flickr, 2006, über Internet Archive

Seine besondere Beliebtheit verdankt die Gegend rund um den Tempel der Tatsache, dass sich in seiner unmittelbaren Umgebung das Freudenviertel von Edo, Yoshiwara [Yoshiwara (jap.) 吉原 Freudenviertel des Edo-zeitlichen Tōkyō], befand. Schon in der Edo-Zeit war damit nicht nur sinnliches Vergnügen, sondern auch Kaufrausch verbunden. Die berühmte Einkaufsstraße vor dem Tempel (Nakamise [Nakamise (jap.) 仲見世 Zugangsweg und Einkaufsstraße des Tempels Sensō-ji (Asakusa-dera, Tōkyō)]), die man durch das „Donnertor“ (Kaminari-mon [Kaminari-mon (jap.) 雷門 Kaminari-mon, wtl. Donnertor; Haupttor des Sensō-ji in Tōkyō]) betritt, gab es angeblich bereits in der Genroku [Genroku (jap.) 元禄 Äranamen, 1688–1704; Blütezeit der Edo-zeitl. Stadtkultur]-Zeit (erste Blütezeit Edos um 1700). Gegen Jahresende, jeweils am 17. und 18. 12., wurde in Asakusa außerdem ein besonderer Markt (toshi no ichi [toshi no ichi (jap.) 年の市 Jahrmarkt zum Jahresende; wtl. „Jahr-Markt“]) für Ziergegenstände zur Feier des Neujahrs abgehalten, zu dem ganz Edo drängte. Heute kann man derartige Gegenstände das ganze Jahr über in den Souvenirläden der Nakamise kaufen, an den ursprünglichen Jahrmarktstagen gibt es aber zusätzlich besondere Feiern für die Glücksgötter Daikoku [Daikoku (jap.) 大黒 Gott des Reichtums und Stellvertreter der Sieben Glücksgötter (Shichi Fukujin); skt. Mahakala = „Großer Schwarzer“; auch Daikoku-ten] und Ebisu [Ebisu (jap.) 恵比寿 Glücksgott der Händler und Fischer; andere Schreibung: 夷 oder 戎; Grundbedeutung wahrscheinlich „Fremder“ oder „Barbar“].

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14
Die winterliche Anlage des Sensō-ji, durch das Eingangstor (Kaminari-mon) betrachtet. Dieses Tor wurde kurz nach der Fertigstellung dieses Bildes zerstört und erst 1960 wieder errichtet. Auch heute befindet sich in seinem Inneren ein riesiger roter Lampion. Dieser trägt jedoch den Namen des Tores, Kaminarimon. Ein ebenso großer Ballon mit der Aufschrift „Shinbashi“ 志ん橋 befindet sich jedoch heute im Eingang der Haupttempelhalle. Für dessen Schriftzug diente wiederum Hiroshiges Bild als Vorlage. Shinbashi bezeichnet einfach ein Stadtviertel Tōkyōs, das für die Kosten des Lampions aufkommt. Werk von Utagawa Hiroshige (1797–1858). Edo-Zeit, 1856
National Museum of Asian Art
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15
Das Kaminari-mon ist hier ohne Lampion zu sehen, dafür sind die beiden Wächtergötter umso präsenter. Die Bauart des Tors stimmt mit der heutigen Form weitgehend überein, allerdings scheinen die Proportionen ein wenig anders zu sein. Das Bild entstammt einer frühen Periode von Hokusai, in der er mit westlicher Perspektivdarstellung experimentierte. Werk von Katsushika Hokusai (1760–1849). Edo-Zeit
Museum of Fine Arts, Boston
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16
Kaminari-mon des Tempels Sensō-ji in Edo. Auf dieser Seitenansicht des Tors sind Torwächter, Wind-und Donnergott, gut zu erkennen, dahinter — einst wie heute — die Souvenirläden der Nakamise- dōri. In der linken Bildhälfte bemüht sich der Künstler, die restlichen Hauptgebäude (Mitteltor, Pagode, Haupthalle) in etwas zusammengestauchter Form unterzubringen. Werk von Keisai Eisen (1790–1848). Späte Edo-Zeit
Library Metro Tokyo
Kaminari-mon in der Edo-Zeit.
Lampion und Torwächter sind hier gut zu erkennen,
dahinter — einst wie heute — die Souvenirläden der Nakamise Dōri.

Feste

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17
Gedränge beim Fest des Goldenen Drachens (Kinryū no mai) des Sensō-ji.
Jens Quade, flickr 2005
Asakusa kinryu2.jpg
18
Aufnahme des Fests des Goldenen Drachen (Kinryū no mai) des Sensō-ji.
Wada Yoshio, 2006
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19
Tattoo-Beschau beim Sanja Matsuri auf dem Gelände des Asakusa Tempels.
Wada Yoshio, 2006
Hagoita.jpg
20
Verkauf traditioneller Federballschläger (hagoita) zu Neujahr.
anchoco, 2006
Festtage in Asakusa

In Asakusa gibt es darüber hinaus mehrere äußerst populäre Feste und Feiern. Zu Neujahr ist der Tempel einer der beliebtesten Ziele des „ersten Schreinbesuchs“ (hatsumōde [hatsumōde (jap.) 初詣 Schrein-Neujahrsbesuch]), ungeachtet der Tatsache, dass es sich um einen buddhistischen Tempel und keinen Schrein handelt. Ein weiteres beliebtes Fest wird außerdem jedes Jahr im Mai zu Ehren der drei Finder der Kannon-Statue von Asakusa gefeiert. Es hieß ursprünglich Asakusa Kannon Matsuri und wurde von dem Tempel zugehörigen Mönchen und Shintō-Priestern gemeinsam veranstaltet. Seit der gesetzlich verordneten Trennung von Buddhismus und Shintō (shinbutsu bunri [shinbutsu bunri (jap.) 神仏分離 Trennung von kami und Buddhas; religionspolitische Maßnahme zur Entflechtung von buddh. Tempeln und Shintō-Schreinen; vereinzelt in der Edo-Zeit, vor allem aber für die frühe Meiji-Zeit (1868–1873) charakteristisch], 1868) wurde es aber dem Tempel entzogen und lediglich dem Asakusa Schrein [Asakusa Jinja (jap.) 浅草神社 Schrein im Bereich der Tempelanlage von Asakusa. Geweiht den drei Fischern, die den Tempel der Legende nach gründeten.] (eigentlich ein Schutzschrein des Tempels) unterstellt. In diesem Schrein werden die drei Fischer als Schutzgötter des Tempels verehrt und der Einfachheit halber als Sanja-sama (wtl. Drei Schrein-Götter) bezeichnet. Daher heißt auch das Fest heute Sanja Matsuri [Sanja Matsuri (jap.) 三社祭 Fest der Drei Schrein (Götter), Asakusa, Tokyo]. Bei diesem matsuri [matsuri (jap.) religiöses (Volks-)Fest] beteiligen sich auch Figuren, die dem ehemaligen Vergnügungsviertel entstiegen zu sein scheinen. Unter anderem nützen Tätowierte aus dem Yakuza [Yakuza (jap.) ヤクザ Sammelbezeichnung für organisierte Banden der jap. Unterwelt, vergleichbar mit der Mafia, aber als Organistion in Japan nicht verboten; der Name wird auch mit den Zahlen acht (ya), neun (ku), drei (sa[n]) geschrieben, eine aus einem Glücksspiel abgeleitete Kombination]-Milieu die Möglichkeit, ihren Körperschmuck, der im Alltag verborgen bleibt, öffentlich vorzuführen (s. Abb. oben). Diese Tattoo-Schau lässt sich bereits auf ukiyo-e [ukiyo-e (jap.) 浮世絵 „Bilder der fließenden Welt“, populäre Farbholzschnitte der Edo-Zeit] der Edo-Zeit nachweisen.

Der Tempel selbst ergänzte sein Repertoire an jährlichen Feiern durch den Tanz des Goldenen Drachens (Kinryū no mai [Kinryū no mai (jap.) 金龍の舞 Schreinfest, wtl. Tanz des Goldenen Drachens; 1958 anlässlich des Wiederaufbaus der Haupthalle des Sensō-ji gegründet;]), der 1958 vom Dramatiker Kubota Mantarō [Kubota Mantarō (jap.) 久保田万太郎 1889–1963, japanischer Schriftsteller] ins Leben gerufen wurde und seit damals regelmäßig im März stattfindet.

Asakusa kusakabe.jpg
21 Fotografie der Tempelanlage von Kusakabe Kinbei um 1890
Die Pagode () befindet sich seit dem Wiederaufbau der Tempelanlage von Asakusa nach dem 2. Weltkrieg auf der anderen Seite des mittleren Tores. Werk von Kusakabe Kinbei. Um 1890
Bildquelle: New York Public Library, flickr, 2008
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22 Der Sensō-ji und der Fluss Sumidagawa um 1820
Hier ist der Asakusa Tempel aus der Vogelperspektive inmitten des umgebenden Stadtviertels im frühen 19. Jh. zu sehen. Im Hintergrund der Fluss Sumidagawa und der Berg Tsukuba, im NO der Stadt. Werk von Totoya Hokkei (1780–1850). Edo-Zeit, 1820
Bildquelle: Japanese Prints, Richard Kruml

Verweise

Internetquellen


Letzte Überprüfung der Linkadressen: Jul. 2020

Bilder

Quellen und Erläuterungen zu den Bildern auf dieser Seite:

  1. ^ 
    Kaminarimon.jpg

    Eingang zum Tempelzugangsweg durch das Kaminari-mon des Asakusa Tempels, bewacht von Windgott und Donnergott.
    Tokyo Views, flickr, 2009

  2. ^ 
    Kaminarimon2.jpg

    Das Kaminari-mon mit der dahinterliegenden Straße Nakamise-dōri.
    Bohous Kotal, 2006

  3. ^ 
    Asakusa nakamise.jpg

    Zugangsweg zum Asakusa Tempel und älteste Shoppingmall Japans aus der Edo-Zeit.
    Wada Yoshio, 2006

  4. ^ 
    Asakusa pagode.jpg

    Der berühmte Asakusa-dera in Tōkyō besaß bis zum Zweiten Weltkrieg eine fünfstöckige Holzpagode (gojū-tō) aus dem Jahr 1648. Sie wurde 1945 zusammen mit den meisten anderen Gebäuden der Anlage zerstört. Die neue Pagode wurde von der rechten auf die linke Seite des Zugangswegs (Nakamise dōri) verlegt. 1973
    Edward Hahn, 2007

  5. ^ 
    Asakusa koro1.jpg

    Wie in allen großen Tempeln werden auch im Sensō-ji Rauchopfer in Form von Räucherstäbchen in einem großen, mit Asche gefüllten Bronzegefäß (o-kōro) dargebracht.
    Shige's Wallpapers, über Internet Archive

  6. ^ 
    Asakusa koro.jpg

    Besucher fächeln sich den Rauch der geopferten Räucherstäbchen zu. Rauchbecken (o-kōro) des Sensō-ji in Asakusa, Tōkyō.
    Bildquelle: unbekannt

  7. ^ 
    Asakusa jinja.jpg

    Der dem Sensō-ji Tempel zugeordnete Asakusa Schrein überstand den Zweiten Weltkrieg unversehrt und ist eines der ältesten Bauwerke der Anlage. 1649
    Wada Yoshio, 2006

  8. ^ 
    Nakamise.jpg

    Mittleres Tor (mon) der Nakamise-dōri mit Neujahrsschmuck
    Yewco Kootnikoff, flickr 2007

  9. ^ 
    Asakusa hondo.jpg

    Tōkyōs bekanntester buddhistischer Tempel, Sensō-ji, auch Asakusa-dera.
    Shige's Wallpapers, über Internet Archive

  10. ^ 
    Asakusa hondo2.jpg

    Seitenansicht der Haupthalle des Sensō-ji
    H. L. Wallaart, pbase, 2005

  11. ^ 
    Hiroshige asakusa fischer.jpg

    Drei Fischer entdecken eine Kannon-Statue in ihren Netzen. Laut Gründungslegende des Asakusa-Tempels soll sich dieses wundersame Ereignis im Jahr 628 im nahe des Tempels gelegenen Fluss Sumidagawa zugetragen haben. Werk von Utagawa Hiroshige. Edo-Zeit
    National Diet Library, Tōkyō

  1. ^ 
    Hiroshige asakusa.jpg

    Jahr-Markt (toshi no ichi) im Asakusa-dera. Werk von Utagawa Hiroshige (1797–1858). Edo-Zeit
    National Diet Library, Tōkyō

  2. ^ 
    Kaminari.jpg
    Der Riesenlampion trägt das Schriftzeichen Kaminari-mon (Donnertor). Er ist laut Wikipedia 3,9m hoch und wiegt 700 kg. Die Schriftzeichen am Boden des Lampions verweisen auf seinen Sponsor, die Firma Matsushita Denki (aka. Panasonic), Hersteller von Elektrogeräten. Alles sehr sinnig, besonders wenn man bedenkt, dass der elektrische Strom (denki) auf Japanisch wörtlich genommen „Blitzkraft“ bedeutet.

    Der Grund für das Sponsoring von Panasonic liegt jedoch angeblich darin, dass der Firmengründer Matsushita Kōnosuke 1960 von einer Krankheit genas, nachdem er im Sensō-ji gebetet hatte, und daraufhin das Kaminari-mon, das schon hundert Jahre zuvor zerstört worden war, wieder neu errichten ließ.
    don.lee, flickr, 2006, über Internet Archive

  3. ^ 
    Kaminarimon hiroshige.jpg

    Die winterliche Anlage des Sensō-ji, durch das Eingangstor (Kaminari-mon) betrachtet. Dieses Tor wurde kurz nach der Fertigstellung dieses Bildes zerstört und erst 1960 wieder errichtet. Auch heute befindet sich in seinem Inneren ein riesiger roter Lampion. Dieser trägt jedoch den Namen des Tores, Kaminarimon. Ein ebenso großer Ballon mit der Aufschrift „Shinbashi“ 志ん橋 befindet sich jedoch heute im Eingang der Haupttempelhalle. Für dessen Schriftzug diente wiederum Hiroshiges Bild als Vorlage. Shinbashi bezeichnet einfach ein Stadtviertel Tōkyōs, das für die Kosten des Lampions aufkommt. Werk von Utagawa Hiroshige (1797–1858). Edo-Zeit, 1856
    National Museum of Asian Art

  4. ^ 
    Kaminarimon hokusai.jpg

    Das Kaminari-mon ist hier ohne Lampion zu sehen, dafür sind die beiden Wächtergötter umso präsenter. Die Bauart des Tors stimmt mit der heutigen Form weitgehend überein, allerdings scheinen die Proportionen ein wenig anders zu sein. Das Bild entstammt einer frühen Periode von Hokusai, in der er mit westlicher Perspektivdarstellung experimentierte. Werk von Katsushika Hokusai (1760–1849). Edo-Zeit
    Museum of Fine Arts, Boston

  5. ^ 
    Asakusa Eisen.jpg

    Kaminari-mon des Tempels Sensō-ji in Edo. Auf dieser Seitenansicht des Tors sind Torwächter, Wind-und Donnergott, gut zu erkennen, dahinter — einst wie heute — die Souvenirläden der Nakamise- dōri. In der linken Bildhälfte bemüht sich der Künstler, die restlichen Hauptgebäude (Mitteltor, Pagode, Haupthalle) in etwas zusammengestauchter Form unterzubringen. Werk von Keisai Eisen (1790–1848). Späte Edo-Zeit
    Library Metro Tokyo

  6. ^ 
    Asakusa kinryu.jpg

    Gedränge beim Fest des Goldenen Drachens (Kinryū no mai) des Sensō-ji.
    Jens Quade, flickr 2005

  7. ^ 
    Asakusa kinryu2.jpg

    Aufnahme des Fests des Goldenen Drachen (Kinryū no mai) des Sensō-ji.
    Wada Yoshio, 2006

  8. ^ 
    Asakusa tatoos.jpg

    Tattoo-Beschau beim Sanja Matsuri auf dem Gelände des Asakusa Tempels.
    Wada Yoshio, 2006

  9. ^ 
    Hagoita.jpg

    Verkauf traditioneller Federballschläger (hagoita) zu Neujahr.
    anchoco, 2006

  10. ^ 
    Asakusa kusakabe.jpg

    Die Pagode () befindet sich seit dem Wiederaufbau der Tempelanlage von Asakusa nach dem 2. Weltkrieg auf der anderen Seite des mittleren Tores. Werk von Kusakabe Kinbei. Um 1890
    Bildquelle: New York Public Library, flickr, 2008

  11. ^ 
    Asakusa1820.jpg

    Hier ist der Asakusa Tempel aus der Vogelperspektive inmitten des umgebenden Stadtviertels im frühen 19. Jh. zu sehen. Im Hintergrund der Fluss Sumidagawa und der Berg Tsukuba, im NO der Stadt. Werk von Totoya Hokkei (1780–1850). Edo-Zeit, 1820
    Bildquelle: Japanese Prints, Richard Kruml


Glossar

Namen und Fachbegriffe auf dieser Seite:

  • Asakusa-dera 浅草寺 ^ Tempel in Tōkyō; offizielle (sino-jap.) Lesung: Sensō-ji
  • Asakusa Jinja 浅草神社 ^ Schrein im Bereich der Tempelanlage von Asakusa. Geweiht den drei Fischern, die den Tempel der Legende nach gründeten.
  • Buddha (skt.) बुद्ध ^ „Der Erleuchtete“ (jap. butsu, hotoke 仏 oder Budda 仏陀)
  • Daikoku 大黒 ^ Gott des Reichtums und Stellvertreter der Sieben Glücksgötter (Shichi Fukujin); skt. Mahakala = „Großer Schwarzer“; auch Daikoku-ten
  • Ebisu 恵比寿 ^ Glücksgott der Händler und Fischer; andere Schreibung: 夷 oder 戎; Grundbedeutung wahrscheinlich „Fremder“ oder „Barbar“
  • Edo 江戸 ^ Hauptstadt der Tokugawa-Shōgune, heute: Tōkyō; auch: Zeit der Tokugawa-Dynastie, 1600–1867 (= Edo-Zeit);
  • Genroku 元禄 ^ Äranamen, 1688–1704; Blütezeit der Edo-zeitl. Stadtkultur
  • hatsumōde 初詣 ^ Schrein-Neujahrsbesuch
  • hibutsu 秘仏 ^ wtl. „geheimer Buddha“; geheim gehaltene Buddha-Statue
  • honzon 本尊 ^ Hauptheiligtum eines Tempels
  • kami^ Gottheit; im engeren Sinne einheimische oder lokale japanische Gottheit, Schreingottheit (s. jinja), Gottheit des Shintō
  • Kaminari-mon 雷門 ^ Kaminari-mon, wtl. Donnertor; Haupttor des Sensō-ji in Tōkyō
  • Kannon 観音 ^ auch Kanzeon 観世音, wtl. der den Klang der Welt erhört; skt. Avalokiteśvara; chin. Guanyin; als Bodhisattva des Mitleids bekannt
  • Kinryū no mai 金龍の舞 ^ Schreinfest, wtl. Tanz des Goldenen Drachens; 1958 anlässlich des Wiederaufbaus der Haupthalle des Sensō-ji gegründet;
  • Kubota Mantarō 久保田万太郎 ^ 1889–1963, japanischer Schriftsteller
  • matsuri^ religiöses (Volks-)Fest
  • Nakamise 仲見世 ^ Zugangsweg und Einkaufsstraße des Tempels Sensō-ji (Asakusa-dera, Tōkyō)
  • Sanja Matsuri 三社祭 ^ Fest der Drei Schrein (Götter), Asakusa, Tokyo
  • Sensō-ji 浅草寺 ^ bekannter Tempel in Tōkyō; auch: Asakusa-dera
  • shinbutsu bunri 神仏分離 ^ Trennung von kami und Buddhas; religionspolitische Maßnahme zur Entflechtung von buddh. Tempeln und Shintō-Schreinen; vereinzelt in der Edo-Zeit, vor allem aber für die frühe Meiji-Zeit (1868–1873) charakteristisch
  • tera^ buddhistischer Tempel; das Wort leitet sich von einem koreanischen Begriff her, der ehemals in etwa tyər ausgesprochen wurde
  • Tokugawa Ieyasu 徳川家康 ^ 1543–1616; Begründer des Tokugawa Shogunats; Reichseiniger
  • toshi no ichi 年の市 ^ Jahrmarkt zum Jahresende; wtl. „Jahr-Markt“
  • ukiyo-e 浮世絵 ^ „Bilder der fließenden Welt“, populäre Farbholzschnitte der Edo-Zeit
  • Yakuza ヤクザ ^ Sammelbezeichnung für organisierte Banden der jap. Unterwelt, vergleichbar mit der Mafia, aber als Organistion in Japan nicht verboten; der Name wird auch mit den Zahlen acht (ya), neun (ku), drei (sa[n]) geschrieben, eine aus einem Glücksspiel abgeleitete Kombination
  • Yoshiwara 吉原 ^ Freudenviertel des Edo-zeitlichen Tōkyō
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„Sensō-ji: Der Tempel des niederen Grases.“ In: Bernhard Scheid, Religion-in-Japan: Ein digitales Handbuch. Universität Wien, seit 2001