Glossar zum Thema „Praxis“

Zur Navigation springen Zur Suche springen
Glossar zum Thema „Praxis“
Praktiken, Riten und Feste (132 Einträge)
A
B
  • Bon jap.
    Bon-Fest (Ahnenfest); in der Alltagssprache meist O-bon
  • bon'odori 盆踊 jap.
    Bon-Tänze
  • bōnenkai 忘年会 jap.
    wtl. Jahr-Vergessen-Feier; Feste zu Jahresende, meist mit feucht-fröhlichem Charakter
  • Budō 武道 jap.
    Oberbegriff für alle japanischen Kampfkünste; wtl. Weg des Krieges
  • Bunraku 文楽 jap.
    Traditionelle, japanische Form des Puppentheaters, 1684 in Ōsaka entstanden; viele Stücke des Kabuki wurden ursprünglich für Bunraku geschrieben
  • butoh 舞踏 jap.
    wtl. Stampftanz; zeitgenössische Tanzform des 20. Jhs.
C
  • chadō 茶道 jap.
    wtl. „Teeweg“; Teezeremonie; auch sadō, sa no yu; Ritual um den Konsum von Tee, das aus der buddhistischen Klosterkultur (v.a. Zen-Klöster) stammt und im späten Mittelalter in die Kultur der Eliten übernommen wurde
  • Chan chin.
    jap. Zen, wtl. Meditation; chin. Bez. des Zen Buddhismus
  • chiken-in 智拳印 jap.
    Mudrā der Weisheitsfaust
  • chinkonsai 鎮魂祭 jap.
    Zeremonie zur Beruhigung der Totengeister
  • chinowa kuguri 茅の輪くぐり jap.
    Ritual, bei welchem man mehrmals durch einen Schilfgraskranz steigt, um Körper und Seele von Unreinheit und Krankheit zu befreien; wtl. Durchschreiten des Schilfgraskranzes
D
  • daijōsai 大嘗祭 jap.
    wtl. Fest des großen Kostens [des neuen Reises]; shintōistische Zeremonie; zeremonieller Höhepunkt der Thronbesteigungsriten eines Tenno, abgeleitet von einem Erntedankritus
  • daimoku 題目 jap.
    wtl. „Titel [des Lotos Sutras]“; Gebetspraxis des Nichiren Buddhismus
  • dai-monji 大文字 jap.
    Das Zeichen „Groß“, das beim Bon-Fest in Kyōto mit Feuer gebildet wird
  • dengaku 田楽 jap.
    wtl. Feldmusik; traditioneller Volkstanz, Vorläufer des -Theaters
  • dhāraṇī धारणी skt.
    (magische) Gebetsformel, ähnlich wie, aber meist länger als Mantra (jap. darani 陀羅尼 oder ju 呪)
F
  • Fudaraku tokai 補陀落渡海 jap.
    „Überfahrt nach Fudaraku“ (Paradies des Bodhisattva Kannon); buddhistische Form des rituellen Selbstmords
  • fumie 踏み絵 jap.
    „Bildertreten“; Zwangsmaßnahme zur Entlarvung von Christen
  • futaribashi 二人箸 jap.
    wtl. Zwei-Personen-Stäbchen; gemeinsames Benutzen von Essstäbchen (im Alltag tabu)
G
  • gagaku 雅楽 jap.
    Hofmusik
  • gasshō-in 合掌印 jap.
    Mudrā des Händefaltens
  • genpuku 元服 jap.
    Traditionelle, japanische Mannbarkeitszeremonie, deren Entstehung bis ins japanische Altertum (7./8. Jh.) zurückgeht
  • gigaku 伎楽 jap.
    Masken/Tanz-Theater, das im 7. Jh. aus China über Korea nach Japan gelangte
  • Gion Matsuri 祇園祭 jap.
    Gion Fest; größtes matsuri Kyōtos; ursprünglich zur Abwehr zürnender Geister, später zur Besänftigung der Seuchengottheit Gozu Tennō abgehalten
  • goma 護摩 jap.
    buddh. Feuerritus, skt. Homa
  • goma gyōji 護摩行事 jap.
    buddh. Feuerritus, skt. Homa
  • goryō-e 御霊会 jap.
    Zeremonie zur Geisterbesänftigung
  • goryō shinkō 御霊信仰 jap.
    Glaube an Totengeister
  • gōzanze-in 降三世印 jap.
    Mudrā des zornvollen Gōzanze Myōō
H
  • hadaka matsuri 裸祭 jap.
    wtl. Nackt-Fest; religiöses Fest
  • (o)haka mairi (お)墓参り jap.
    Grab- oder Friedhofsbesuch
  • harae jap.
    Purifikation, Weihezeremonie, Exorzismus
  • hatsumōde 初詣 jap.
    Schrein-Neujahrsbesuch
  • higan 彼岸 jap.
    „jenseitiges Ufer“; Jenseits; buddhistischer Name für die Woche der Tag-und-Nacht-Gleiche
  • himaneki 日招き jap.
    wtl. Einladen der Sonne; Gebet um Sonnenschein
  • Hina Matsuri 雛祭 jap.
    „Puppenfest“; jahreszeitliches Fest am 3.3.
  • hitobashira 人柱 jap.
    wtl. menschlicher Pfeiler; Menschenopfer bei Damm- oder Brückenbauten
  • hiwatari 火渡り jap.
    Feuer-Gang, Gang durch glühende Kohlen
  • hiyorigoi 日和乞い jap.
    Gebet oder Ritus zum Erwirken von Sonnenschein
  • homa होम skt.
    indisches Feuerritual (jap. goma 護摩)
  • hōjō-e 放生会 jap.
    Rituelle Freilassung von gefangenen Tieren
H (Fortsetzung)
I
  • Ikebana 生け花 jap.
    Die traditionelle japanische Kunst des Blumenarrangierens.
  • ikenie 生贄 jap.
    wtl. Lebendopfer; wird heute zumeist für Pferde verwendet, die in Schreinen gehalten werden; in zahlreichen Legenden aber auch Terminus für Menschenopfer
  • inzō 印相 jap.
    Handzeichen, skt. Mudrā
J
  • jichinsai 地鎮祭 jap.
    shintōistische Zeremonie; rituelle Reinigung eines Baugrunds vor Baubeginn, um übelwollende Geister zu vertreiben
  • jisha bugyō 寺社奉行 jap.
    Behörde für Tempel und Schreine; oberste Instanz der religionspolitischen Verwaltung in der Edo-Zeit (ab 1635)
  • jōin 定印 jap.
    Mudrā der Meditation
K
  • Kabuki 歌舞伎 jap.
    „Gesang- und Tanzkunst“; Anfang des 17. Jh. aus Musik, Schauspiel und Tanz entwickeltes Theater-Genre
  • kagura 神楽 jap.
    rituelle Tänze und Gesänge
  • kamidana fūji 神棚封じ jap.
    Verdecken des Shintō-Altars (während häuslicher Totenriten)
  • kanjō 勧請 jap.
    zeremonielle „Einladung“ einer Gottheit; Schreingründungsritual
  • Kanname-sai 神嘗祭 jap.
    wtl. Fest des göttlichen Kostens [des ersten Reises]; kaiserl. Erntedankfest im zehnten Monat, das parallel am Kaiserpalast und im Ise Schrein durchgeführt wird
  • karitaku 仮宅 jap.
    „vorläufige Wohnung“, Unterschlupf, billiges Bordell (Edo-Zeit)
  • katsu jap.
    Ausruf im Zen-Buddhismus, der vom Zen-Meister genutzt wird, um seine Schüler zu einem Status der Erleuchtung zu führen
  • kekkonshiki 結婚式 jap.
    Hochzeitszeremonie
  • ken jap.
    wtl. Faust; auch Bez. für das Spiel „Schere-Stein-Papier“, ken-Spiel
  • Kigensetsu 紀元節 jap.
    Reichsgründungstag Japans am 11. Februar
  • kinkishoga 琴棋書画 jap.
    die Vier Eleganten Zerstreuungen des klassischen chinesischen Gelehrten: Laute, Brettspiel (Go), Kalligraphie, Malerei.
  • Kinryū no mai 金龍の舞 jap.
    Schreinfest, wtl. Tanz des Goldenen Drachens; 1958 anlässlich des Wiederaufbaus der Haupthalle des Sensō-ji gegründet;
  • kitamakura 北枕 jap.
    wtl. „das Kopfkissen nach Norden drehen“; Brauch, einen Verstorbenen mit dem Kopf nach Norden aufzubahren
  • kitsunetsuki 狐憑き jap.
    Fuchsbessenheit; Glaube, dass der Geist eines Fuchses (kitsune) Besitz von einem Menschen ergreifen und ihn verwirren kann
  • kiu 祈雨 jap.
    Regenbitte; Ritus, um Regen zu erwirken; s.a. amagoi, shōu
  • Kodomo no hi 子供の日 jap.
    Kinder- bzw. Knabenfest am 5.5.
  • kotsuage 骨上げ jap.
    wtl. Knochenheben (Bestattungsbrauch)
  • kōan 公案 jap.
    Koan, paradoxes Zen-Rätsel
  • kōshin machi 庚申待 jap.
    kōshin-Wache, Durchwachen der kōshin-Nacht
  • kuchiyose 口寄せ jap.
    Geisterbeschwörung, wtl. „Herbeirufung des Mundes“
  • kumano bikuni 熊野比丘尼 jap.
    wtl. Nonnen aus Kumano; fahrende Schaustellerinnen, die mit Bildern und Gesängen Spenden für die Schreine von Kumano sammelten
  • Kung-fu 功夫 chin.
    wtl. Aufwand, Geschick (etwas durch Anstrengung erreichtes); heutzutage übliche Bezeichnung für die meisten chin. Kampfsportarten
  • kuyō 供養 jap.
    Opfer(ritus), Spende; auch: Totenritual
  • kyōgen 狂言 jap.
    komödiantischer Zwischenakt im -Theater
M
  • mairi 参り jap.
    Schrein- oder Tempelbesuch; meist in Höflichkeitsform: o-mairi
  • mantra मन्त्र skt.
    Gebetsformel (jap. shingon 真言)
  • matsuri jap.
    religiöses (Volks-)Fest
  • mayoke 魔除け jap.
    Dämonenabwehr; kann auch Talismane oder Amulette bezeichnen
  • misogi jap.
    Purifikation, Reinigungsritus, rituelle Waschung
  • mizuko kuyō 水子供養 jap.
    Gedenkriten für abgetriebene Föten (Wasserkinder)
  • mochitsuki 餅つき jap.
    traditionelles Herstellen von Reisklößen (mochi) für die Neujahrsfeier
  • mudrā मुद्रा skt.
    „Siegel“ (jap. inzō 印相), Gebetsgeste
N
  • nagare kanjō 流灌頂 jap.
    wtl. „fließende Übergießung“; Reinigungsritus; Ritus zur Entfernung von Todesbefleckung durch fließendes Wasser
  • nakōdo 仲人 jap.
    Vermittler bei arrangierten Heiraten (o-miai)
  • namu amida butsu 南無阿弥陀仏 jap.
    in etwa: „Gelobt sei Buddha Amida“; Gebetsformel im Buddhismus des Reinen Landes
  • namu butsu 南無仏 jap.
    Lobpreisung Buddhas
N (Fortsetzung)
  • namu myōhō renge kyō 南無妙法蓮華経 jap.
    „Lobpreis dem Lotos Sutra“; Gebetsformel des Nichiren Buddhismus
  • nanori 名乗り jap.
    Namensnennung; zeremonielle Selbstvorstellung, z.B. vor einem Kampf
  • nenbutsu 念仏 jap.
    Anrufung des Namens von Buddha Amida, Gebetsformel der Amida-Anhänger
  • nenjū gyōji 年中行事 jap.
    Jahresfeste
  • norito 祝詞 jap.
    Shintō-Gebet
  • jap.
    traditionelles jap. Theater mit charakterstischem Tanz, Gesang und Masken; entwickelte sich im 14. Jh. aus dem volkstümlichen dengaku (Feld- oder Bauern-Theater) und avancierte zur repräsentativen Theaterform der Kriegerelite (bushi)
O
R
S
  • Sanja Matsuri 三社祭 jap.
    Fest der Drei Schrein (Götter), Asakusa, Tokyo
  • sankei 参詣 jap.
    Tempel- oder Schreinbesuch (auch o-mairi); Pilgerfahrt
  • sanpai 参拝 jap.
    Tempel- oder Schreinbesuch (auch o-mairi); Rituale der Respektsbezeugung an Tempeln und Schreinen
  • sarugaku 猿楽 jap.
    Alte Bezeichnung für -Theater; wtl. „Affenmusik“
  • segan-in 施願印 jap.
    Mudra der Schwurerfüllung
  • semui-in 施無畏印 jap.
    Mudra der Furchtlosigkeit
  • seppuku 切腹 jap.
    ritueller Selbstmord durch Bauchschnitt; „Harakiri“
  • setsubun 節分 jap.
    „Trennung der Jahreszeiten“; trad. letzter Tag einer der vier Jahreszeiten; heute meist letzter Tag des Winters (3. Februar)
  • Shichigosan 七五三 jap.
    Shichigosan-Fest für Kinder von drei, fünf, und sieben Jahren
  • shikinen sengū 式年遷宮 jap.
    periodische Schreinverlegung bzw. -erneuerung; zumeist, aber nicht nur, auf Ise bezogen
  • shingon 真言 jap.
    wtl. „Wahres Wort“, skt. Mantra (Gebetsformel); namensgebend für den Shingon Buddhismus
  • shishimai 獅子舞 jap.
    „Löwentanz“; ursprünglich trad. chin. Tanz zum Neujahrsfest
  • shiu 止雨 jap.
    Regenabwehr; Gebet oder Ritus, um Regen zu beenden; s.a. himaneki, hiyorigoi
  • Shōgatsu 正月 jap.
    Neujahr, Neujahrsfest; in der Alltagssprache meist O-shōgatsu
  • shōu 請雨 jap.
    Regenbitte; Ritus, um Regen zu erwirken; s.a. amagoi, kiu
  • shūgyō 修業 jap.
    Übung, Ausbildung; im rel. Kontext meist verbunden mit körperlichem Einsatz und/oder Askese
  • shūshin 修身 jap.
    Moral- bzw. Ethikunterricht im ehemaligen jap. Schulsystem
  • sōgiya 葬儀屋 jap.
    Bestattungsfirma
  • sōshiki 葬式 jap.
    Begräbnis, Bestattung, Totenritus
  • sōshiki bukkyō 葬式仏教 jap.
    „Begräbnis-Buddhismus“; Buddhismus, der auf die Abhaltung von Totenriten fokussiert ist
  • Sumō 相撲 jap.
    japanischer Ringkampf
T
  • takigyō 滝行 jap.
    Beten unter einem Wasserfall; asketische Übung der yamabushi
  • Tanabata 七夕 jap.
    Tanabata-Fest am 7. 7., das sogenannte „Sternenfest“: zwei Sterne (Wega und Altair, in Ostasien Ochsenknecht und Himmelsprinzessin), die einst Liebende auf Erden waren, kommen sich einmal im Jahr am Himmel wieder nahe
  • tenbōrin-in 転法輪印 jap.
    Mudrā des Dharma-Rad-Drehens; Symbol für eine Predigt
  • terauke 寺請 jap.
    obligatorische Bestätigung der Mitgliedschaft bei einem buddhistischen Tempel; diente in der Edo-Zeit zum Nachweis des nicht-christlichen Status
  • teruteru bōzu 照る照る坊主 jap.
    wtl. Schönwetter Mönchlein; Puppe, die Schönwetter bringen soll
  • toshi no ichi 年の市 jap.
    Jahrmarkt zum Jahresende; wtl. „Jahr-Markt“
  • Tōka Ebisu 十日戎 jap.
    wtl. Ebisu des 10. Tages; wichtiges Schreinfest des Ebisu am 10 Januar
  • tōrō nagashi 灯篭流し jap.
    Laternenflotte
  • tsuya 通夜 jap.
    nächtliche Totenwache
U
  • ullambana उल्लम्बन skt.
    „Herab hängend“ (jap. urabon 盂蘭盆), Name eines (apokryphen) Sutras
Z

Religion in JapanMetalogGlossarPraxis
Logo ebisu 150.png
Religion in JapanInhaltsübersicht

Diese Seite:

„Glossar zum Thema „Praxis“.“ In: Bernhard Scheid, Religion-in-Japan: Ein digitales Handbuch. Universität Wien, seit 2001