Glossar zum Thema „Objekt“

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Glossar zum Thema „Objekt“
Gegenstände und Instrumente (136 Einträge)
A
  • aka-e 赤絵 jap.
    „Rotbilder“; in rot gehaltene Bilder zur Abwehr der Pocken; rot gilt auch als Farbe der Dämonenabwehr (mayoke); unabhängig davon wurden auch Farbholzschnitte der Meiji-Zeit wegen ihrer hervorstechenden Rotfärbung als aka-e bezeichnet
  • asagutsu 浅沓 jap.
    Zeremonielles Schuhwerk der Schreinpriester aus schwarz lackiertem Holz; ehem. Adelstracht
  • azusa jap.
    Katalpe oder Trompetenbaum; oft auch Bezeichnung für Bögen (azusayumi) aus diesem Holz, die bei shamanistischen Seancen zum Einsatz kommen
B
  • biwa 琵琶 jap.
    japanische Kurzhalslaute mit vier oder fünf Saiten, wird mit einem großen Plektron angeschlagen
  • butsudan 仏壇 jap.
    buddh. Hausaltar
  • byōbu 屏風 jap.
    Wand- bzw. Stellschirme, traditionellerweise sowohl als Raumtrenner als auch als Unterlage wertvoller Malerei genutzt
C
  • chinowa 茅の輪 jap.
    wtl. Ring aus Schilfgras; Schilfgraskranz zur rituellen Reinigung
  • chitose-ame 千歳飴 jap.
    „Tausend-Jahr-Bonbons“, rot-weiße Zuckerstange die Kinder beim Shichigosan-Fest geschenkt bekommen
D
  • Daibutsu 大仏 jap.
    wtl. „Großer Buddha“; monumentale Buddha-Statue
  • Daruma 達磨 jap.
    Spitzname des Mönchs Bodhidharma; Bezeichnung der daruma-Puppe als Glücksbringer
  • daruma だるま jap.
    Glücksbringer aus Pappmaché, der dem Zen-Patriarchen Daruma (skt. Bodhidharma) nachempfunden ist
  • daruma onna だるま女 jap.
    wtl. Daruma-Frau; abschätziger Ausdruck für „Freudenmädchen"; bezog sich im 19. und 20. Jh. zumeist auf illegale, inoffizielle oder billige Formen der Prostitution; nicht zu Verwechseln mit onna daruma
  • dashi 山車 jap.
    Prozessionswagen bei Schreinfesten
  • dharmacakra धर्मचक्र skt.
    „Rad der Lehre“ (jap. hōrin 法輪 ), Symbol des Buddhismus
  • dhoṭī धोटी skt.
    traditionelles Beinkleid der indischen Männer
E
  • eboshi 烏帽子 jap.
    von Priestern in einfacher Robe getragene Kopfbedeckung; aus schwarz gelacktem Papier
  • emaki 絵巻 jap.
    Bildrolle, illuminierte Querbildrolle
  • engimono 縁起物 jap.
    Glücksbringer
F
  • fundoshi jap.
    traditionelle, japanische Unterwäsche für Männer
  • funzōe 糞掃衣 jap.
    Bezeichnung für das kesa im Zen-Buddhismus; wtl. in etwa „Kloputzfetzen“
  • fusuma jap.
    Schiebewand, Schiebetür oder Wandpaneele in der traditionellen jap. Architektur
G
H
  • hagoita 羽子板 jap.
    Federball-Schläger
  • hakama jap.
    Rockhosen mit weitgeschnittenen Beinen, traditionelles japanisches Obergewand
  • hamaya 破魔矢 jap.
    Glückspfeil, wtl. Dämonentöter-Pfeil
  • hamayumi 破魔弓 jap.
    Glücksbogen, wtl. Dämonentöter-Bogen
  • hanabi 花火 jap.
    Feuerwerk; wtl. Feuer-Blumen
  • haniwa 埴輪 jap.
    frühgeschichtliche Grabbeigaben aus Ton, meist in Form einfacher Skulpturen
  • hansatsu 藩札 jap.
    lokales Papiergeld der Edo-Zeit, zumeist auf einzelne Daimyate (han) beschränkt
  • haraegushi 祓串 jap.
    Harae-Wedel (auch haraigushi); rituelles Instrument für Reinigungszeremonien des Shintō
  • hidarimae 左前 jap.
    wtl. links vorne; Bezeichnung für die besondere Bindung von Totenkleidern (shini shōzoku)
  • hiōgi 桧扇 jap.
    Fächer aus Zypressenholz; in der Heian-Zeit Privileg des Adels; Bestandteil der feierlichen Mönchstracht
  • hitaikakushi 額隠 jap.
    weißes, dreieckiges Stück Papier oder Stoff, welches von Totengeistern auf der Stirn getragen wird
  • hossu 払子 jap.
    Pferdeschweifwedel; buddhistischer Ritualgegenstand; Symbol höchsten okkulten Wissens
  • jap.
    Obergewand der Mönchstracht mit rundem, im Nacken hochgezogenen Kragen; wird ober dem shitagasane getragen
  • hōju 宝珠 jap.
    wtl. Schatzperle; auch nyoi no tama, „Perle, die jeden Wunsch erfüllt“; skt. cintamani; magische Perle, meist, aber nicht nur, im buddhistischen Kontext
  • hōken 奉献 jap.
    Spende, Opfergabe, Widmung
  • hōmo-shichigesa 七袈裟 jap.
    Mönchsgewand für die höchsten buddhistischen Würdenträger
  • hōsō-e 疱瘡絵 jap.
    „Pockenbilder“; Bilder zur Abwehr der Pocken
  • hōyaku 宝鑰 jap.
    wtl. Dharma-Schlüssel; Glückssymbol, das sich von einem Gerät zum Öffnen von Schiebetüren ableitet
  • hyakuman tō 百万塔 jap.
    Miniatur-Stupas, wtl. Millionen-Stupas
I
  • ihai 位牌 jap.
    Ahnentäfelchen
  • Inariyama Tekken 稲荷山鉄剣 jap.
    Eisenlangschwert aus der kofun-Zeit (471?), 1968 im Inariyama Kofun (Saitama-ken) ausgegraben; Nationalschatz; Länge 73,5 cm
J
  • jap.
    Altes japanisches Maß für Längen. 1 = 3,03m.
  • juzu 数珠 jap.
    Buddhistische Gebetskette; skt. Mala
K
  • kadomatsu 門松 jap.
    wtl. Pinien[zweige] am Tor; Neujahrsschmuck
  • kagamimochi 鏡餅 jap.
    Speiseopfer in Form von Reiskuchen (mochi); wtl. Spiegel-Mochi
  • kamidana 神棚 jap.
    shintōistischer Hausaltar
  • kanabō 金棒 jap.
    mit Spitzen versehener Knüppel oder Schlagstock, der im feudalen Japan als Waffe von Samurai gebraucht wurde (in der Mythologie auch von oni)
  • kaname-ishi 要石 jap.
    wtl. „Schlussstein“; Stein im Schrein von Kashima, mit dem der Erdbeben-Wels ruhig gehalten wird; auch: yōseki
  • kanmuri jap.
    Kanmuri, wtl. „Krone“; Kopfbedeckung von hochrangigen Shintō-Priestern
  • kappa maki かっぱ巻き jap.
    mit Gurken gefüllte Sushi-Röllchen
  • kariginu 狩衣 jap.
    Priestertracht (ehemals Hoftracht); wtl. „Jagdgewand“
  • karitaku 仮宅 jap.
    „vorläufige Wohnung“, Unterschlupf, billiges Bordell (Edo-Zeit)
  • kāṣāya काषाय skt.
    „Erdfarben“ (jap. kesa 袈裟), Umhang buddhistischer Mönche, aus mehreren Stoffstreifen zusammengenähtes Tuch
  • katagami 型紙 jap.
    trad. Färbetechnik; Schablonen aus gehärtetem Papier zum Druck von Stoffmustern
  • kesa 袈裟 jap.
    äußerstes Gewand der buddh. Mönchstracht, variiert zwischen einem breiten Wickeltuch und einer dünnen Stola; besteht der Theorie nach aus Flicken.
  • kintama 金玉 jap.
    wtl. Goldbälle; Hoden
  • kitsunebi 狐火 jap.
    „Fuchslichter“; mysteriöse Leuchterscheinungen
  • kokuhō 国宝 jap.
    japanischer „Nationalschatz“; offizielle Auszeichnung besonderer Kulturgüter
  • kongō 金剛 jap.
    skt. Vajra; „Diamant“, magische Waffe, Donnerkeil
  • Konsei-sama 金精様 jap.
    phallische, als Gottheit verehrte Steinformationen in Nord-Japan
  • koto jap.
    Mit 13 Saiten bespannte Wölbbrettzither; aus China übernommenes Instrument der klassischen höfischen Musik Japans
  • kotsutsubo 骨壷 jap.
    Grab-Urne
  • (o)kōden (お)香典 jap.
    Grab-Spende (wtl. „Rauchspende“); Geld, das von Trauergästen gespendet wird
  • (o)kōro (お)香炉 jap.
    Rauchbecken, Gefäß für Rauchopfer
M
  • magatama 勾玉 jap.
    Krummjuwelen; archaischer Schmuck, Teil der Insignien des Tennō
  • mālā माला skt.
    Gebetskette (jap. juzu 数珠)
  • mamori 守り jap.
    Talisman, schutzbringender Gegenstand; meist in Höflichkeitsform: o-mamori
  • maneki neko 招き猫 jap.
    winkende Katze, Winkekatze; Glücksbringer, besonders für geschäftlichen Erfolg
  • mayoke 魔除け jap.
    Dämonenabwehr; kann auch Talismane oder Amulette bezeichnen
  • meoto-iwa 夫婦岩 jap.
    wtl. Mann-Frau Felsen, auch „vermählte Felsen“; Felsformationen im Meer oder in den Bergen, die als Liebespaar interpretiert und um eheliche Harmonie, Kindersegen, aber auch um sichere Seefahrt, etc. angebetet werden; auch fūfu-iwa, meoto-ishi, u.ä.
  • mikoshi 神輿 jap.
    tragbarer Schrein
  • miwa 神酒 jap.
    altertümliche Bezeichnung für Sake, der den Göttern geopfert wird
  • mo jap.
    rock-artiger Bestandteil des buddhistischen Zeremonialgewandes hōmo-shichigesa
  • mochi jap.
    Japanische Reiskuchen bzw. Klöße aus gestampftem Reis, die traditionell vor allem zu Neujahr (O-shōgatsu) gegessen werden.
  • Mōkō shūrai ekotoba 蒙古襲来絵詞 jap.
    wtl. Illustrierter Bericht der mongolischen Invasion; bestehend aus 2 Bildrollen; entstanden zw. 1275 und 1293; in Auftrag gegeben von Takezaki Suenaga
  • mōsu 帽子 jap.
    kapuzenartige Kopfbedeckung buddhistischer Mönche; gleiche Schreibung, aber andere Ausprache wie bōshi („Hut“, „Kappe“)
  • mukaebi 迎え火 jap.
    Begrüßungslicht (für die Geister der Ahnen)
N
O
  • obi jap.
    Gürtel, der zum Kimono oder zur Kampfsportbekleidung getragen wird
  • o-fuda お札 jap.
    Amulett oder Talisman in Gestalt eines symbolischen Zeichens, meist aus Papier; auch shinsatsu; das Zeichen 札 kann auch „Geldschein“ bedeuten, wird dann aber sinojap. satsu ausgesprochen;
  • okiagari kobōshi 起き上がり小法師 jap.
    „Stehauf-Mönchlein“; Spielzeug bestehend aus Pappmaché
  • (o)kōden (お)香典 jap.
    Grab-Spende (wtl. „Rauchspende“); Geld, das von Trauergästen gespendet wird
  • o-kōro お香炉 jap.
    Rauchopferbecken, Gefäß für Rauchopfer
  • okuribi 送り火 jap.
    Verabschiedungs-Licht (für die Geister der Ahnen)
  • o-mamori お守り jap.
    Talisman, schutzbringender Gegenstand
O (Fortsetzung)
  • o-mikuji 御籤/おみくじ jap.
    Glückslos, Glücksorakel; auch mikuji
  • onigawara 鬼瓦 jap.
    Dachdekorelement eines traditionellen Bauwerks in Form einer Dämonenmaske (oni)
  • onna daruma 女だるま jap.
    wtl. Frauen-Daruma; Daruma-Figuren in weiblicher Form, die auch als Glücksbringer (engimono) ausgeführt werden; nicht zu Verwechseln mit daruma onna
  • osame-fuda, nōsatsu 納札 jap.
    „Visitenkarte“ eines Pilgers, Votivzettel
  • o-sechi ryōri 御節料理 jap.
    Speisen zum Jahreswechsel; meist eingelegt oder vorgekocht
  • o-settai お接待 jap.
    Almosen für Pilger (henro)
  • o-tsuka お塚 jap.
    Steinaltäre, oder Gedenksteine zur Verehrung der Gottheit Inari; wtl. „Hügel“
  • ōhi 横被 jap.
    Schärpe zum Fixieren des Umhangs (kesa) der buddhistischen Mönchtracht
S
  • saisen 賽銭 jap.
    Spende, Spendengeld
  • saisen bako 賽銭箱 jap.
    Spendenbox, Kasten für Spendengeld
  • Sake jap.
    Reiswein
  • sanbō 三宝 jap.
    Drei Schätze oder Drei Juwelen, skt. triratna: Buddha, Dharma, Sangha; im Kontext des Shinto bezeichnet der Begriff ein Opfertischchen, wird in diesem Fall allerdings meist mit den Zeichen 三方 („drei Richtungen“) geschrieben.
  • senkō 線香 jap.
    Räucherstäbchen
  • sentai Jizō 千体地蔵 jap.
    „tausend Jizō[statuen]“; Bezeichnung für Ansammlungen von Miniaturstatuen für Bodhisattva Jizō
  • Sesshōseki 殺生石 jap.
    „Todesstein“; Stein, der giftige Dämpfe aussendet
  • shaku jap.
    Zeremonielles Zepter der Schreinpriester; trad. Emblem von Herrschern und Götterstatuen
  • shamisen 三味線 jap.
    dreisaitige Langhalslaute, mit einem großen Plektron gezupft
  • shari 舎利 jap.
    Reliquie eines Buddhas oder buddh. Heiligen; oft wichtiges Heiligtum eines buddh. Tempels; von skt. śarīra
  • shibi 鴟尾 jap.
    dekorativer Endziegel am Ende eines Dachfirstes (siehe shachi). Eine abstarktere Form dieser Dachornamente lässt sich am Dach des Tōdaiji erkennen
  • shichijōgesa 七条袈裟 jap.
    großer Mönchsumhang (kesa) aus sieben Stoffbahnen
  • shide 四手 jap.
    Papierstreifen in Zickzackform, rituelles Emblem des Shintō
  • shimenawa 注連縄 jap.
    shintōistisches „Götter-Seil“; geschlagene Taue aus Reisstroh.
  • shini shōzoku 死に装束 jap.
    Totengewand
  • shinsatsu 神札 jap.
    Amulett oder Talisman aus Papier; formelle Bezeichnung für o-fuda
  • shintai 神体 jap.
    heiliges Objekt eines Shintō-Schreins; wtl. „Gottkörper“
  • shitagasane 下襲 jap.
    Untergewand der buddhistischen Mönchstracht
  • shōryō uma 精霊馬 jap.
    Seelen-Pferde; symbolische Reittiere aus Gurken und Auberginen für das O-bon-Fest
  • shuin 朱印 jap.
    wtl. „roter (=offizieller) Stempel“; auch für rel. Zwecke, z.B. Stempel ins Pilgerlogbuch verwendet
  • sonaemono 供え物 jap.
    Opfergabe
  • sotdae 솟대 kor.
    Zeremonielle Stäbe der koreanischen Volksreligion, meist mit Vogelskulptur
  • sotoba 卒塔婆 jap.
    hölzerne Grabbeigabe; abgeleitet von skt. stupa, aus dem sich auch die sino-japanische „Pagode“ () entwickelte
  • sugi jap.
     Japanische Zeder
T
  • takarabune 宝船 jap.
    Schatzschiff der Sieben Glücksgötter
  • tate-eboshi 立烏帽子 jap.
    Hut der Höflings- und Priestertracht
  • teppō 鉄砲 jap.
    Gewehr, Schießeisen; auch: explosives Wurfgeschoss
  • teruteru bōzu 照る照る坊主 jap.
    wtl. Schönwetter Mönchlein; Puppe, die Schönwetter bringen soll
U
  • ume jap.
    Pflaumenbaum, Pflaumenblüte
V
  • vajra वज्र skt.
    „Donnerkeil“ (jap. kongō 金剛), Ritualinstrument und Symbol des tantristischen/esoterischen Buddhismus
W
  • waraji 草鞋 jap.
    Japanische Sandalen, welche aus verschiedenen Pflanzenfasern hergestellt werden (z.B.: Hanf, Baumwollschnüre, Reisstroh,...)
Y

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„Glossar zum Thema „Objekt“.“ In: Bernhard Scheid, Religion-in-Japan: Ein digitales Handbuch. Universität Wien, seit 2001